Weisheiten
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"Errare humanum est." = "Mensch sein ist irre!"

Hier gibt es ein Gästebuch für Kritik, Anregungen und Wünsche

Sprüche...Weisheiten...Gedichte...Aphorismen...Sprichwörter..

Man sammelt im Laufe eines Lebens so allerhand. Meine kleinen gesammelten Weisheiten kann hier jeder mitnehmen! Sie stammen (fast) alle nicht von mir!


Ach, wohin nur, wohin?

...wird laufend fortgesetzt! An  wirklich originellen Sätzen, Texten, Sprüchen bin ich immer sehr interessiert! Mail mich!

 

Kreuz & quer
Lehre, Bildung, Erziehung, Denken....
Liebe
Freiheit
Essen & Trinken
Alter, Sterben und Tod
Ausgesuchte Bilder
 

 

Kreuz & quer

Ich bin nicht kleinl.
Ich sprachl.  Ich
bin nich
weit schweif ich
zieml.  ich
vorsicht! Ich
schließl. ich
schieß ich
Heiner Boehncke
Lyrik Aphorismen Aphorist
"Du hörst mir nicht zu!" - sagte sie.
"Und ich?" - antwortete er.
Heiner Boehncke

Heimtücke kommt auch auswärts vor.
Heiner Boehncke

Immer, wenn er lächelte, sah man seine Schneidezähne.
Heiner Boehncke

Am Ende stellt sich raus:
Ich hab' es kommen sehen.
Heiner Boehncke

Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich nicht protestiert; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestierte.
Pastor Martin Niemöller
, von 1938-45 in KZ-Haft

Wessen wir am meisten im Leben bedürfen ist jemand, der uns dazu bringt, das zu tun, wozu wir fähig sind.

Emerson, Ralph Waldo (1803-1882)

Aber es ist besser, von der Wahrheit verletzt als mit einer Lüge betrogen zu werden.
Khaled Hosseini, Drachenläufer

Mit einigem Geschick kann man sich aus den Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, eine Treppe bauen.
Chinesische Weisheit

Der Scherz ist das Loch, aus dem die Wahrheit pfeift.
(China)

Gönne dir einen Augenblick des Friedens,
und du wirst begreifen,
wie unsinnig es war, dich abzuhetzen.

Lerne zu schweigen,
und du wirst feststellen,
das du zu viel geredet hast.

Sei gütig,
und du wirst merken,
dass du zu streng über andere geurteilt hast.
altes chinesisches Sprichwort

Wer sich zu wichtig für kleine Arbeiten hält, ist meistens zu klein für wichtige Aufgaben.
Tati, Jacques


Schwerer Dienste tägliche Bewahrung
Sonst bedarf es keiner Offenbahrung.
Goethe (frustriert!)

Der unreife Mensch will für eine Sache nobel sterben, während der reife Mensch bescheiden für eine Sache leben möchte.
aus: Salinger, Der Fänger im Roggen

Ich hätt' da eine Schul-Bitt':
Macht heut' nicht so viel Bullshit!
Schüttelreim unbekannter Herkunft

Morgen werde ich mich ändern; gestern wollte ich es heute schon.
Busta, Christine (eigentlich: Dimt, Christine)

Ich rate, lieber mehr zu können als man macht, als mehr zu machen als man kann.
Bertolt Brecht

Wenn man den Nagel nicht auf den Kopf trifft, sollte man die Schuld nicht unbedingt beim Hammer suchen!
Jan Wellmann

Wenn jemand ein Problem erkannt hat und nichts zur Lösung beiträgt, ist er selbst ein Teil des Problems…
indianisches Sprichwort


Seiner eigenen Würde gibt Ausdruck, wer die Würde anderer Menschen respektiert.

R.v.Weizsäcker

Man soll keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß
genug.
Jean-Paul Sartre

Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt explodiert, wird die Stimme
eines Experten sein, der sagt: 'Das ist technisch unmöglich!'
Sir Peter Ustinov

Männer, die behaupten, sie seien die uneingeschränkten Herren im Haus, lügen
auch bei anderer Gelegenheit.
Mark Twain

Stehst Du an einem tiefen Abgrund, ist wirklicher Fortschritt - ein Schritt zurück.
Zugesandt von Karin und Dieter Blankenbach aus Eschwege

Wenn Du eine helfende Hand brauchst, schau doch mal am Ende deines Armes.
Zugesandt von Karin und Dieter Blankenbach aus Eschwege

Im Allgemeinen wird mehr erlauert als erjagt...
Verfasser unbekannt

Die Wahrheit siegt durch sich selbst. Eine Lüge braucht stets einen
Komplizen. (schön wär's...)
Epiktet

Wenn man sich um jeden Preis loslösen und über den Dingen stehen will, kann es am Ende soweit kommen, dass man zu sehr am Loslösen festklammert.
Francois Lelord,
Hector und die Entdeckung der Zeit

Gibt dir das Leben einen Puff,
so weine keine Träne.
Lach dir 'nen Ast
und setz dich druff
und baumle mit de Beene.
Poesiealbum

Mitmenschen
Ein Mensch schaut in der Straßenbahn
Der Reihe nach die Leute an:
Jäh ist er zum Verzicht bereit
Auf jede Art Unsterblichkeit.
Eugen Roth

Weil's jeden treffen kann

Wenn einer ungerecht
behandelt wird,
steh' ich ihm bei.
Wenn einer fällt,
helf' ich ihm auf.
Wenn einer weint,
dann tröst' ich ihn.
Weil
ich vielleicht mal
einen brauch', der
beisteht,
aufhilft,
tröstet.
Alexander Schneider
, 11 Jahre - Preisträger des Kinder- und Jugendwettbewerbs
"Ein Buch für Anne Frank"

Ich bin ich und du bist du.
Wenn ich rede, hörst du zu.
Wenn du sprichst, dann bin ich still,
weil ich dich verstehen will.
Wenn du fällst, helf’ ich dir auf
und du fängst mich, wenn ich lauf’.
Wenn du kickst, steh ich im Tor,
pfeif’ ich Angriff, schießt du vor.
Spielst du pong, dann spiel ich ping
und du trommelst, wenn ich sing’.

Allein kann keiner diese Sachen,
zusammen können wir viel machen.
Ich mit dir und du mit mir –
das sind wir.
Irmela Bender

Ich wünsch dir einen guten Tag
und dass dich heute jeder mag.
Dass du gut ausgeschlafen bist
und dass dir schmeckt, was du heut isst.
Und dass der Tag dir bis zur Nacht
viel Freude macht!
unbekannt

Es gibt also, mein Freund,
keine Beschäftigung eigens für die Frau,
nur weil sie eine Frau ist, und
auch keine eigens für den Mann,
nur weil er ein Mann ist,
die Begabungen finden sich vielmehr
gleichmäßig bei den Geschlechtern verteilt.

Plato (427‑347 v. Chr.)
 

Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt.
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

Eduard Mörike

Wenn einer mit Vergnügen zu einer Musik in Reih und Glied marschieren kann, dann hat er sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark völlig genügen würde.
Albert Einstein


Goethes Mutter hatte ein hervorragendes Rezept für das kommende Jahr:
"Man nehme 12 Monate, putze sie sauber von Neid, Bitterkeit, Geiz, Pedanterie
und zerlege sie in 30 oder 31 Teile, so dass der Vorrat für ein Jahr reicht.
Jeder Tag wird einzeln angerichtet aus einem Teil Arbeit und zwei Teilen Frohsinn
und Humor. Man füge drei gehäufte Esslöffel Optimismus hinzu, einen Teelöffel
Toleranz, ein Körnchen Ironie und eine Prise Takt. Dann wird die Masse mit sehr
viel Liebe übergossen. Das fertige Gericht schmücke man mit Sträußchen kleiner
Aufmerksamkeiten und serviere es täglich mit Heiterkeit."

 

Im übrigen gilt in Deutschland derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher, als derjenige, der den Schmutz macht.
Kurt Tucholsky

Probleme können niemals mit der gleichen Denkweise gelöst werden, durch die sie entstanden sind.
Albert Einstein

Herr, so du denn bist, bewahre meine Seele im Grabe,
so ich denn eine habe.

unbekannt

Ein Mensch ohne Humor ist wie ein Haus mit immer trüben Fenstern.
Rudolf Alexander Schröder
 

Der einzige Mensch der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider, er nimmt jedesmal neu Maß, wenn ich zu ihm komme. Alle anderen legen stets die alten Maßstäbe an in der Meinung, sie paßten heute noch auf mich.
G.B.Shaw

Lachen tut gut....
 

Hermann Hesse

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
 

Rast! Gast sein einmal. Nicht immer selbst seine Wünsche bewirten mit kärglicher Kost. Nicht immer feindlich nach allem fassen, einmal sich alles geschehen lassen und wissen, was geschieht ist gut.
R.M. Rilke, Cornet
 

Sobald man in einen Sache Meister geworden ist, soll man in einer neuen Schüler werden.
G. Hauptmann
 

Suche immer zu nützen, suche nie dich unentbehrlich zu machen.
M. v. Ebner‑Eschenbach
 

Schläft ein Lied In allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen
Triffst du nur das Zauberwort.

Eichendorff
 

Die Brücke, auf der wir über den Abgrund gehen ‑ das ist das Gleichnis unseres Lebens ‑ diese Brücke gibt es nicht. Jeder Schritt, mit dem wir voranschreiten, läßt sie erst Stück für Stück unter unseren Füßen entstehen.
M. Sperber
 

Alles, was man prüfend dem Licht aussetzt, wird damit erhellt und ist es erhellt, so ist es selbst ein Licht.
Epheser 5 / 13
 

Es gibt kein Vergangenes, das man zurücksehnen dürfte, es gibt nur ein ewig Neues, das sich aus den erweiterten Elementen des Vergangenen gestaltet, und die echte Sehnsucht muß stets produktiv sein, ein neues Besseres erschaffen.
Goethe
 

Die beste Freude ist das Wohnen in sich selbst.
Goethe
 

Wir rufen keine Stunde zurück‑ laßt uns zusammennehmen, was geblieben, was geworden ist, und es nutzen und genießen, eh der Abend kommt.
Goethe


Goethe
 

Ein gekränktes Herz erholt sich schwer.
Goethe
 

Wer sich nähert, den stoßt nicht zurück, und wer sich entfernt, den haltet nicht auf, und wer wiederkommt, den nehmt auf, als wenn er nicht weg gewesen wäre.
Goethe
 

Es gibt Menschen, die nur aus dem Grund in jeder Suppe ein Haar finden, weil sie, wenn sie darübersitzen, so lange den Kopf schütteln, bis eins hineinfällt.
Hebbel

Ein guter Spruch ist die Wahrheit eines ganzen Buches in einem einzigen Satz.
Theodor Fontane

Denken ist schwer, darum urteilen die meisten.
Carl Gustav Jung

Wer Dornen sät, darf sein Zelt nicht barfuß verlassen.
Weisheit der Beduinen

Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.
Albert Einstein

Statt zu klagen, dass wir nicht alles haben,
was wir wollen, sollten wir lieber dankbar sein,
dass wir nicht alles bekommen, was wir verdienen.
Dieter Hildebrandt

Der Beginn der Größe ist die Einsicht in die eigene Kleinheit.
Johannes Cotta

Lachen tut gut....

Zuhören ist eine leise, aber elementare Äußerung guten Benehmens.
Thaddäus Troll

Reich ist man nicht durch das, was man besitzt, sondern mehr noch durch das, was man mit Würde zu entbehren weiß.
Epikur

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Ranghöhere.
Hanns Schwarz

Es ist besser zu schweigen und für einen Idioten gehalten zu werden, als den Mund aufzureißen und alle Zweifel daran zu beseitigen.
unbekannt

Der Unterschied zwischen Optimisten und Pessimisten ist ohnehin nur das Datum des Weltuntergangs.
unbekannt

Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null...und das nennen sie dann ihren Standpunkt!
A.Einstein

Sage nicht immer, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.
Matthias Claudius

Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand:
Jeder glaubt, er habe genug davon.
unbekannt

Wenn Du einen Freund hast, schenke ihm einen Fisch, aber wenn du ihn wirklich liebst, lehre ihn das Fischen.
unbekannt

Das Leben endet, seine Folgen leider nicht.
Stanislaw Jerzy Lec

Eines der traurigsten Dinge im Leben ist,
dass ein Mensch viele gute Taten tun muss,
um zu beweisen, dass er tüchtig ist,
aber nur einen Fehler zu begehen braucht,
um zu beweisen, dass er nichts taugt.
George Bernard Shaw

Wer recht erkennen will, muss zuvor in richtiger Weise gezweifelt haben.
(Aristoteles)

Ein Mensch sollte nie mehr Staub aufwirbeln, als er bereit ist zu schlucken.
unbekannt

Es wäre eine Freude zu leben, wenn jeder nur die Hälfte von dem täte, was er von anderen verlangt.
unbekannt

Es gibt Tage, da verliert man. Und dann gibt's welche, an denen gewinnen die anderen.
unbekannt

Streite Dich nie mit einem Dummen! Dazu musst Du auf sein Niveau hinab und dort schlägt er Dich mit seiner Erfahrung.
unbekannt

Kein Mensch ist so beschäftigt, dass er nicht die Zeit hat, überall zu erzählen, wie beschäftigt er ist.
Robert Lemke

Es gibt Augenblicke, in denen man nicht nur sehen, sondern ein Auge zudrücken muss.
Benjamin Franklin

Arroganz ist die Karikatur des Stolzes.
Ernst von Feuchtersleben

Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht.
Mark Twain

Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.
Albert Schweitzer

Manche leben mit einer so erstaunlichen Routine,
dass es schwerfällt zu glauben, sie lebten zum ersten Mal.
Stanislaw Jerzy Lec

Lachen tut gut....

Das ärgerliche am Ärger ist, dass man sich schadet, ohne anderen zu nützen.
Kurt Tucholsky

Mögen hätte ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut.
Karl Valentin

Auch die langsamste Katze ist mehr wert als das schnellste Pferd, wenn der Palast voller Mäuse ist.
chinesische Weisheit

Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.
Albert Schweizer

Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.
Bertolt Brecht

Ein Optimist ist ein Mensch, der ein Dutzend Austern bestellt, in der Hoffnung, sie mit der Perle, die er darin findet, bezahlen zu können.
Theodor Fontane

Ich weinte, weil ich keine Schuhe hatte, bis ich einen traf, der keine Füße hatte.
Helen Keller

Mit Kummer kann man allein fertig werden, aber um sich aus vollem Herzen freuen zu können, muss man die Freude teilen.
Mark Twain

Es ist mehr wert, jederzeit die Achtung der Menschen zu haben, als gelegentlich ihre Bewunderung.
Jean-Jacques Rousseau

Wirklich reich ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann.
unbekannt

Ich nahm die Wahrheit mal aufs Korn
und auch die Lügenfinten.
Die Lüge macht sich gut von vorn,
die Wahrheit mehr von hinten!
Wilhelm Busch

Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.
Laozi

Manche Hähne glauben, dass die Sonne ihretwegen aufgeht.
Theodor Fontane

Charme ist die Kunst, als Antwort ein Ja zu bekommen, ohne etwas gefragt zu haben.
Albert Camus

Viele Menschen würden eher sterben als denken.
Und in der Tat: Sie tun es.
Bertrand Russell

Mit dem Wissen wächst der Zweifel.
Johann Wolfgang von Goethe

Wer über gewisse Dinge den Verstand nicht verlieret, der hat keinen zu verlieren.
Gotthold Ephraim Lessing

Die Basis einer gesunden Ordnung ist ein großer Papierkorb.
Kurt Tucholsky

Jeder Krieg ist eine Niederlage des menschlichen Geistes.
Henry Miller

Unter Intuition versteht man die Fähigkeit gewisser Leute, eine Lage in Sekundenschnelle falsch zu beurteilen.
Friedrich Dürrenmatt

Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.
Marie von Ebner-Eschenbach

Autorität wie Vertrauen werden durch nichts mehr erschüttert als durch das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden.
Theodor Storm

Er schliff immer an sich und wurde am Ende stumpf, ehe er scharf war.
(Georg Christoph Lichtenberg)

Erfahrungen sind Maßarbeit. Sie passen nur dem, der sie macht.
(Carlo Levi)

Wut ist das Ergebnis von Angst. Jeder wütende Mensch ist in erster Linie ein verängstigter Mensch, der sich davor fürchtet, etwas zu verlieren.
(Richard Bach)

Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.
(Antoine de Saint-Exupéry)

Ja, es war besser, selber zu steuern und dabei in Scherben zu gehen, als immer von einem andern gefahren und gelenkt zu werden.
(Hermann Hesse)

Leute, die alles bedenken, ehe sie einen Schritt tun, werden ihr Leben auf einem Bein verbringen.
(Anthony de Mello)

Niemand ist weiter von der Wahrheit entfernt als derjenige, der alle Antworten weiß.
(Chuang Tsu)

Die Wirklichkeit - ein Messer ohne Klinge, an dem der Griff fehlt.
(Paul Watzlawick)

Niemand kann die Probleme eines anderen lösen, dessen Problem es ist, dass er seine Probleme nicht lösen will.
(Richard Bach)

Charakter ist das, was du hast, wenn niemand zuguckt.

Über das Kommen mancher Leute tröstet uns nichts als die Hoffnung auf ihr Gehen.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Die Geschichte ist der beste Lehrer mit den unaufmerksamsten Schülern.
(Indira Gandhi)

Was der liebe Gott vom Gelde hält, kann man an den Leuten sehen, denen er es gibt.
(Peter Bamm)

Verachtung ist die subtilste Form der Rache.
(Gracián y Morales)

Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.
(Gustav Heinemann)

Hectors Erkenntnis in Sachen GLÜCK
Lektion Nr. 1: Vergleiche anzustellen ist ein gutes Mittel, sich sein Glück zu vermiesen.
Lektion Nr. 2: Glück kommt oft überraschend.
Lektion Nr. 3: Viele Leute sehen ihr Glück nur in der Zukunft.
Lektion Nr. 4: Viele Leute denken, daß Glück bedeutet, reicher oder mächtiger zu sein.
Lektion Nr. 5: Manchmal bedeutet Glück, etwas nicht zu begreifen.
Lektion Nr. 6: Glück, das ist eine gute Wanderung inmitten schöner unbekannter Berge.
Lektion Nr. 7: Es ist ein Irrtum zu glauben, Glück wäre das Ziel.
Lektion Nr. 8: Glück ist, mit den Menschen zusammen zu sein, die man liebt.
Lektion Nr. Sb: Unglück ist, von den Menschen, die man liebt, getrennt zu sein.
Lektion Nr. 9: Glück ist, wenn es der Familie an nichts mangelt.
Lektion Nr. 10: Glück ist, wenn man eine Beschäftigung hat, die man liebt.
Lektion Nr. 11: Glück ist, wenn man ein Haus und einen Garten hat.
Lektion Nr. 12: Glück ist schwieriger in einem Land, das von schlechten Leuten regiert wird.
Lektion Nr. 13: Glück ist, wenn man spürt, daß man den anderen nützlich ist.
Lektion Nr. 14: Glück ist, wenn man dafür geliebt wird, wie man eben ist.
Anmerkung: Zu einem lächelnden Kind ist man freundlicher (sehr wichtig).
Lektion Nr. 15: Glück ist, wenn man sich rundum lebendig fühlt.
Lektion Nr. 16: Glück ist, wenn man richtig feiert.
Frage: Ist Glück vielleicht einfach eine chemische Reaktion im Gehirn?
Lektion Nr. 17: Glück ist, wenn man an das Glück der Leute denkt, die man liebt.
Lektion Nr. 19: Sonne und Meer sind ein Glück für alle Menschen.
aus: François Lelord, Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück, Piper 2006

Aus Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon, btb 2006:
Die Ferne zu den Anderen...wird noch einmal größer, wenn uns klar wird, daß unsere äußere Gestalt den Anderen nicht so erscheint wie den eigenen Augen. Menschen sieht man nicht wie Häuser, Bäume und Sterne. Man sieht sie in der Erwartung, ihnen auf bestimmte Weise begegnen zu können und sie dadurch zu einem Stück des eigenen Inneren zu machen. Die Einbildungskraft schneidet sie zurecht, damit sie zu den eigenen Wünschen und Hoffnungen passen, aber auch so, daß sich an ihnen die eigenen Ängste und Vorurteile bestätigen können. Wir gelangen nicht einmal sicher und unvoreingenommen bis zu den äußeren Konturen eines Anderen. Unterwegs wird der Blick abgelenkt und getrübt von all den Wünschen und Phantasmen, die uns zu dem besonderen, unverwechselbaren Menschen machen, der wir sind. Selbst die Außenwelt einer Innenwelt ist noch ein Stück unserer Innenwelt, ganz zu schweigen von den Gedanken, die wir uns über die fremde Innenwelt machen und die so unsicher und ungefestigt sind, daß sie mehr über uns selbst als über den Anderen aussagen.
s. 100

Begegnungen zwischen Menschen sind, so will es mir oft scheinen, wie das Kreuzen von besinnungslos dahinrasenden Zügen in tiefster Nacht. Wir werfen flüchtige, gehetzte Blicke auf die Anderen, die hinter trübem Glas in schummrigem Licht sitzen und aus unserem Blickfeld wieder verschwinden, kaum daß wir Zeit hatten, sie wahrzunehmen. Waren es wirklich ein Mann und eine Frau, die da vorbeiflitzten wie Phantasmata in einem erleuchteten Fensterrahmen, der aus dem Nichts auftauchte und ohne Sinn und Zweck hineingeschnitten schien in das menschenleere Dunkel? Kannten sich die beiden? Haben sie geredet? Gelacht? Geweint? Man wird sagen: So mag es sein, wenn fremde Spaziergänger in Regen und Wind aneinander vorbeigehen; da mag der Vergleich etwas für sich haben. Aber vielen Leuten sitzen wir doch länger gegenüber, wir essen und arbeiten zusammen, liegen nebeneinander, wohnen unter einem Dach. Wo ist da die Flüchtigkeit? Doch alles, was uns Beständigkeit, Vertrautheit und intimes Wissen vorgaukelt: Ist es nicht eine zur Beruhigung erfundene Täuschung, mit der wir die flackernde, verstörende Flüchtigkeit zu überdecken und zu bannen suchen, weil es unmöglich wäre, ihr in jedem Augenblick standzuhalten? Ist nicht jeder Anblick eines Anderen und jeder Blickwechsel doch wie die gespenstisch kurze Begegnung von Blicken zwischen Reisenden, die aneinander vorbeigleiten, betäubt von der unmenschlichen Geschwindigkeit und der Faust des Luftdrucks, die alles zum Erzittern und Klirren bringt? Gleiten unsere Blicke nicht immerfort an den Anderen ab, wie in der rasenden Begegnung des Nachts, und lassen uns zurück mit lauter Mutmaßungen, Gedankensplittern und angedichteten Eigenschaften? Ist es nicht in Wahrheit so, daß nicht die Menschen sich begegnen, sondern die Schatten, die ihre Vorstellungen werfen?
S. 116

Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können, was in uns ist, was geschieht mit dem Rest?
S. 58

Ist es am Ende eine Frage des Selbstbilds, der bestimmenden Vorstellung, die man sich vor langer Zeit davon gemacht hat, was man geleistet und erlebt haben müßte, damit es das Leben würde, dem man zustimmen könnte? Die Angst vor dem Tod als die Angst vor dem Unerfüllten läge dann - so scheint es - ganz in meiner Hand, denn ich bin es ja, der das Bild vom eigenen Leben, wie es sich erfüllen sollte, entwirft. Was läge näher als der Gedanke: Dann ändere ich das Bild, so daß mein Leben ihm schon jetzt gemäß ist - und sofort müßte die Angst vor dem Tod verschwinden. Wenn sie trotzdem an mir haften bleibt, dann deshalb: Das Bild, obgleich von mir gemacht und von niemand anderem, entspringt nicht launenhafter Willkür und ist nicht verfügbar für beliebige Abänderung, sondern ist verankert in mir und wächst heraus aus dem Kräftespiel meines Fühlens und Denkens, das ich bin. Und so könnte man die Angst vor dem Tod beschreiben als die Angst, nicht der werden zu können, auf den hin man sich angelegt hat.
S.242f

Ich erzittere beim bloßen Gedanken an die ungeplante und unbekannte, doch unausweichliche und unaufhaltsame Wucht, mit der Eltern in ihren Kindern Spuren hinterlassen, die sich, wie Brandspuren, nie mehr werden tilgen lassen. Die Umrisse des elterlichen Wollens und Fürchtens schreiben sich mit glühendem Griffel in die Seelen der Kleinen, die voller Ohnmacht sind und voller Unwissen darüber, was mit ihnen geschieht. Wir brauchen ein Leben lang, um den eingebrannten Text zu finden und zu entziffern, und wir können nie sicher sein, daß wir ihn verstanden haben.
S. 318

So lieber nicht:
Eine kleine Geschichte
Das ist eine kleine Geschichte über vier Kollegen namens Jeder, Jemand, Irgendjemand und
Niemand.
Es ging darum, eine wichtige Arbeit zu erledigen und Jeder war sicher, dass sich Jemand darum
kümmert. Irgendjemand hätte es tun können, aber Niemand tat es. Jemand wurde wütend, weil es Jeders Arbeit war. Jeder dachte, Irgendjemand könnte es machen, aber Niemand wusste, dass Jeder es nicht tun würde:
Schließlich beschuldigte Jeder Jemand, weil Niemand tat, was Irgendjemand hätte tun
können.
unbekannter Verfasser

Lachen tut gut....
 

Bitten der Kinder
Die Häuser sollen nicht brennen.
Bomber sollt man nicht kennen.
Die Nacht soll für den Schlaf sein.
Leben soll keine Straf sein.
Die Mütter sollen nicht weinen.
Keiner soll töten einen
Alle sollen was bauen.
Da kann man allen trauen.
Die Jungen sollen's erreichen.
Die Alten desgleichen.

Brecht
 

Verurteile keinen Menschen
und halte kein Ding für unmöglich,
denn es gibt keinen Menschen,
der nicht seine Zukunft hätte,
und es gibt kein Ding,
das nicht seine Stunde bekäme.
Talmud
 

Wer zu spät in sich geht, trifft dort keinen mehr an.
U. Harth

 

Schutzbehauptung: Wir stecken nur den Kopf in den Sand, weil wir hier das letzte Körnchen Wahrheit suchen.
L. Fienhold

 

Bleibe im Lande und wehre dich redlich.
 

Wenn man einen Luftballon aufbläst, bleibt es doch nur ein Luftballon.
 

Wer keinen Rücken hat, dem kann auch kein Schauer hinunterlaufen.
 

Seitdem ich mit offenen Augen und Ohren durch dieses Land gehe, kriege ich den Mund nicht mehr zu.

Alle: M. Hansin
 

Man merkt dein Menschen leider zu oft an, dass er vor dem Laufen das Kriechen gelernt hat.
L. Fienhold
 

Wer immer nur nach dem Zweck der Dinge fragt, wird ihre Schönheit nie entdecken.
Halldor Laxness (1902-1998), isländischer Schriftsteller
 

Nur Mut
Öffnet die Fäuste.
Laßt die Spatzen los!
Die Taube auf dem Dach
ist möglicherweise die Friedenstaube.

K.‑H. Frank
 

Der Klügere gibt nach! 
Eine traurige Wahrheit;
sie begründet die Weltherrschaft
der Dummheit!

M. v. Ebner‑Eschenbach

 

Ein Tier, das nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen.
Aus dem Kongo
 

Die Zeit ist kurz ‑ oh Mensch!
Sei weise nur einen Augenblick!
Nur einmal machst du diese Reise,
lass'  eine gute Spur zurück!

Unbekannt
 

Das sind die Weisen,
die durch den Irrtum
zur Wahrheit reisen.
Die bei dem Irrtum verharren,
das sind die Narren.

Rückert
 

Ein Mensch will erste Geige spielen,
jedoch das ist der Wunsch von vielen.
Auch Bratsche ist, für den, der's kennt,
ein wunderschönes Instrument.

Unbekannt
 

Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln.
Erstens durch Nachdenken –
das ist der edelste,
zweitens durch Nachahmen,
das ist der leichteste,
und drittens durch Erfahrung.
das ist der bitterste.        

Konfuzius
 

Ein bißchen Grütze
unter der Mütze
ist allemal nütze.
Aber ein großes Herz
in der Weste
ist doch das beste.

Unbekannt
 

Man bleibt jung, so lange man noch lernen, neue Gewohnheiten annehmen und Widerspruch ertragen kann.
M.v. Ebner‑Eschenbach
 

Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.
S. Lec
 

Weil Gott nicht überall sein konnte, schuf er die Mutter.
Arabisches Sprichwort
 

Wer aus dem Rahmen fällt, ist meist selbst nicht im Bilde.
Unbekannt
 

Willst du klug durchs Leben wandern,
prüfe andre, doch auch dich!
Denn ein jeder täuscht gar gern den andern,
doch am liebsten jeder sich.

Bodenstedt, Friedrich
 

Eine Lippe riskieren, weil zwei zu gefährlich sind...
Aus einem ARD‑Kommentar
 

Um sich selbst in der Hand zu haben, muß man sich sehr klein machen.
W. Schneyder
 

Wem nützt der Satz? Wem zu nützen gibt er vor? Zu was fordert er auf? Welche Praxis entspricht ihm? Was für Sätze hat er zur Folge? Was für Sätze stützen ihn? In welcher Lage wird er gesprochen?
B. Brecht
 

Doch uns ist gegeben,
auf keiner Stätte zu ruhn,
es schwinden, es fallen
die leidenden Menschen
blindlings von einer
Stunde zur andern,
wie Wasser von Klippe
zu Klippe geworfen,
iahrlang ins Ungewisse hinab.

Hölderlin, Hyperions Schicksalslied
 


 

Von dem, was du erkennen und messen willst, mußt du Abschied nehmen, wenigstens für eine Zeit. Erst wenn du die Stadt verlassen hast, siehst du, wie hoch sich ihre Türme über die Häuser erheben.
Nietzsche
 

Man liebt zuletzt seine Begierde und nicht das Begehrte.
Nietzsche
 

Geliebt wirst du einzig, wo schwach du dich zeigen darfst, ohne Stärke zu provozieren.
Adorno
 

Nicht ewig freut man sich der Ruhe und des Friedens,
und doch ist Unglück und Zerstörung nicht das Ende.
Wenn das Gras vom Steppenfeuer verbrannt ist,
sproßt es im Sommer neu.

Aus der mongolischen Steppe
 

Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch.
Hölderlin
 

Glück ist ein Stuhl, der plötzlich dasteht, wenn man sich zwischen zwei andere setzen will.
George Bernard Shaw
 

Wie viele gibt es, die, um den eigenen Nabel nicht aus den Augen zu verlieren, bereit sind, ihre Rücken zu krümmen?
 

Er hatte seinen Wohnsitz von Sodom nach Gomorrha verlegt.
 

Auf einem Giraffenhals beginnt sogar der Floh an seine Unsterblichkeit zu glauben.
 

Wie viele Nachtigallen muß eine Bestie fressen, um selbst zu singen?
 

Gerade Haltung kann unter Umständen ein Symptom der Lähmung sein.
 

Viele Menschen erleben eine Tragödie, leider haben nicht alle einen Sophokles als Texter.
 

Ich kenne Folgen, die sich jedes Jahr eine neue Ursache erfinden.

Dieser stille Menschenstolz: Der Tod mag sich noch so sehr sträuben ‑ am Ende muß er uns doch bezwingen.


Nicht jedem Ei entschlüpft sogleich ein Kolumbus!


Könnte man doch nach dem Tode seiner Feinde geboren sein!


Umgang mit Zwergen krümmt das Rückgrat.


Die Uhr schlägt. Alle.

Alle 12: S. Lec
 

Es ist unglaublich, wie gern die Leute wiederholen, was man ihnen gerade gesagt hat, als drohe ihnen der Scheiterhaufen, wenn sie ihren Ohren trauten.
Beckett
 

Es ist nur eine dünne Wand zwischen Irrsinn und Verstand.
Vesper
 

Die Sentimentalität ist, davon bin ich überzeugt, unter allen Umständen die Mutter der Empfindungslosigkeit.
Gustafsson, Wollsachen
 

Ich stimme in keinem Wort mit dem überein, was du sagst, aber ich werde dein Recht, es zu sagen, verteidigen bis in den Tod.
Voltaire
 

Es gibt Leute, die haben so ein dickes Fell, dass sie auch ohne Rückgrat stehen können.
Unbekannt
 

Je mehr man sich vergißt, desto besser können sich die andern nachher erinnern.
Unbekannt
 

Interessante Selbstgespräche setzen einen klugen Gesprächspartner voraus.
S. Lec
 

Wer nach allen Seiten offen ist, kann nicht ganz dicht sein!
Unbekannt
 

Wer deutlich spricht, riskiert verstanden zu werden.
gw

Wirklich gute Freunde sind Menschen, die kommen, wenn alle anderen gehen.

(Unbekannt)

 

Der Langsamste,

der sein Ziel nicht aus den Augen verliert,

geht immer noch geschwinder als der, der ziellos umherirrt.

Gotthold Ephraim Lessing

 

Lächeln ist die eleganteste Art, seinem Gegner die Zähne zu zeigen.

(Unbekannt)

 

Willst du mit jemandem ein Schiff bauen, wecke in ihm die Sehnsucht nach dem Meer.

Gerd Kupfer

 

Erfahrung ist eine nützliche Sache.

Leider macht man sie immer erst kurz nachdem man sie brauchte...

Unbekannt

 

Das Wichtigste des ersten Schrittes ist die Richtung, nicht die Weite.

Unbekannt

 

Es gibt zwei Arten von Freunden: Die einen sind käuflich, die anderen unbezahlbar.

Unbekannt

 

Eine Stunde Ärger kostet soviel Kraft wie acht Stunden Arbeit.

Franz O. Gruber

 

Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen.

Anton Bruckner
 

Ordnung

Ein Mensch, mit furchtbar vielen Sachen,
Will eines Tages Ordnung machen,
Doch dazu muß er sich bequemen,
Unordnung erst in Kauf zu nehmen:
Auf Tisch, Stuhl, Flügel, Fensterbrettern
Ruhn ganze Hügel bald von Blättern.
Denn will man Bücher Bilder, Schriften
In die gemäße Strömung triften,
Muß man zurückgehn zu den Quellen,
Um Gleiches Gleichem zu gesellen,
Für solche Taten reicht nicht immer
Das eine, kleine Arbeitszimmer:
Schon ziehn durchs ganze Haus die kühnen
Papierig-staubigen Wanderdünen,
Und trotzen allem Spott und Hassen
Durch strenge Zettel: Liegen lassen!
Nur scheinbar wahllos ist verstreut,
Was schon als Ordnungszelle freut,
Doch will ein widerspenstig Päckchen
Nicht in des sanften Zwanges Jäckchen
Der Mensch, der schon so viel gekramt,
An diesem Pack ist er erlahmt.
Er bricht, vor der Vollendung knapp,
Das große Unternehmen ab,
Verräumt, nur dass er auch wo liegt,
Den ganzen Wust: Das Chaos siegt!
Eugen Roth
 

Einleitung zu „Maler Klecksel“
 

Das Reden tut dem Menschen gut,
wenn man es nämlich selber tut;
von Angstprodukten abgesehn,
denn so etwas bekommt nicht schön.
Die Segelflotte der Gedanken,
wie fröhlich fährt sie durch die Schranken
der aufgesperrten Mundesschleuse
bei gutem Winde auf die Reise
und steuert auf des Schalles Wellen
nach den bekannten offnen Stellen
am Kopfe – in des Ohres Hafen
der Menschen, die mitunter schlafen.

Vor allen der Politikus
Gönnt sich der Rede Vollgenuss
und wenn er von was sagt, so sei's,
ist man auch sicher, dass er’s weiß.

Doch Andern, darin mehr zurück
fehlt dieser unfehlbare Blick!
Doch guter Menschen Hauptbestreben
ist, andern auch was abzugeben.
Wilhelm Busch


Lachen tut gut....

Sag‘ es mir, und ich werde es vergessen.
Zeige es mir, und ich werde mich daran erinnern.
Beteilige mich, und ich werde es verstehen.
Lao Tse
 

Mische ein bißchen Torheit in dein ernsthaftes Tun und Trachten!
Albernheiten im rechten Moment sind etwas Köstliches.
Horaz, Quintus Flaccus

Die Freiheit der Meinung setzt voraus, dass man eine hat.
Heine, Heinrich
 

Die Tage sind alle gleich lang. Aber unterschiedlich breit.
Unbekannt
 

Wenn einer alles selbst machen will, braucht er sich nicht
zu beklagen, dass er schließlich alles selbst machen muss.
Nannen, Henri

Vertrauen ist eine Oase des Herzens, die von der Karawane
des Denkens nie erreicht wird.
Gibran, Khalil (Djubran, Chalil)

In jeder Minute, die man mit Ärger verbringt, versäumt man
sechzig glückliche Sekunden.
Maugham, William Somerset

Für gewöhnlich stehen nicht die Worte in der Gewalt der Menschen,
sondern die Menschen in der Gewalt der Worte.
H.v.Hofmannsthal
 

Botho Strauß in einem Zeit-Artikel: ."..der donnernde Galopp nichts sagender Fragen..."
 

Kompromisse setzen die Beherrschung der Kunst voraus, eine Torte so aufzuschneiden, dass jeder glaubt, er habe das größte Stück bekommen.
Erhard, Ludwig

Wer eine Wahrheit verbergen will, braucht sie nur offen auszusprechen - sie wird einem ja doch nicht geglaubt.
Talleyrand, Charles Maurice de

Ich glaube, dass kein einziges Kind freiwillig gerne fernsieht.
Tegetthoff, Folke

Über Nacht wird man nur dann berühmt, wenn man tagsüber hart gearbeitet hat.
Carpendale, Howard

Wenn geschrieen wird  "Es lebe der Fortschritt!", dann frage stets: "Der Fortschritt wessen?"
Lec, Stanislaw Jerzy

Wo man schreit, ist keine klare Erkenntnis.
Leonardo da Vinci

Fernsehen macht nicht dumm! Aber unempfindlich gegenüber der Tatsache, dass man es schon ist.
Dieter Hildebrandt
 

Wenn wir die ganze Menschheit auf ein Dorf von 100 Einwohner reduzieren würden, aber auf die Proportionen aller bestehenden Völker achten würden, wäre dieses Dorf so zusammengestellt:
57 Asiaten
21 Europäer
14 Amerikaner (nord u. süd)
8 Afrikaner
52 wären Frauen
48 wären Männer
70 nicht-weiße
30 weiße
70 nicht Christen
30 Christen
89 heterosexuelle
11 homosexuelle
6 Personen würden 59% des gesamten Weltreichtums besitzen und alle 6 Personen kämen aus den USA.
80 hätten keine ausreichenden Wohnverhältnisse
70 wären Analphabeten
50 wären unterernährt
1 würde sterben - 2 würden geboren
1 hätte einen PC
1 (nur einer) hätte einen akademischen Abschluss
Wenn man die Welt aus dieser Sicht betrachtet, wird jedem klar, dass das Bedürfnis nach: Zusammengehörigkeit, Verständnis, Akzeptanz und Bildung notwendig ist.
Denkt auch darüber nach:
Falls Du heute Morgen gesund und nicht krank aufgewacht bist, bist Du glücklicher als 1 Million Menschen, welche die nächste Woche nicht erleben werden.
Falls Du nie einen Kampf des Krieges erlebt hast, nie die Einsamkeit durch Gefangenschaft, die Agonie des Gequälten, oder Hunger gespürt hast, dann bist Du glücklicher als 500 Millionen Menschen der Welt.
Falls Du in die Kirche gehen kannst ohne die Angst, dass Dir gedroht wird, dass man Dich verhaftet oder Dich umbringt, bist Du glücklicher als 3 Milliarden Menschen der Welt.
Falls sich in Deinem Kühlschrank Essen befindet, Du angezogen bist, ein Dach über dem Kopf hast und ein Bett zum hinlegen, bist Du reicher als 75% der Einwohner dieser Welt.
Falls Du ein Konto bei der Bank hast, etwas Geld im Portemonnaie und etwas Kleingeld in einer kleinen Schachtel, gehörst Du zu 8% der wohlhabenden Menschen auf dieser Welt.
Falls Du diese Nachricht liest, bist Du doppelt gesegnet worden, denn:1. Jemand hat an Dich gedacht und 2. Du gehörst nicht zu den 2 Milliarden Menschen die nicht lesen können.
Und... Du hast einen PC! Einer hat irgendwann mal gesagt: Arbeitet, als würdet ihr kein Geld brauchen, liebt, als hätte euch noch nie jemand verletzt, tanzt, als würde keiner hinschauen, singt, als würde keiner zuhören, Lebt, als wäre das Paradies auf der Erde.
„Rund-Mail"  zur internationalen Woche der Freundschaft (Verfasser unbekannt)
 

Wer heute noch nicht verrückt ist, ist einfach nicht informiert.
Barylli, Gabriel

Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.
Lichtenberg, Georg Christoph

Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.
Heinemann, Gustav

Mit einer Weisheit, die nicht zu lachen versteht, einer Philosophie, die keine Träne kennt, und einer Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt, wollen wir nichts mehr zu tun haben.
Graffiti am Giebel des Hamburger Gymnasiums Blankenese (in E&W gefunden)
 

Gott hat die Zeit geschaffen, der Teufel den Kalender.
Chargaff, Erwin

Erfolg ist wie ein scheues Reh. Der Wind muß stimmen, die Witterung, die Sterne und der Mond.
Beckenbauer, Franz

Der Nachteil der Demokratie ist, dass sie denjenigen, die es ehrlich mit ihr meinen, die Hände bindet. Aber denen, die es nicht ehrlich meinen, ermöglicht sie fast alles.
Havel, Václav
 

Armselig sind nie die Zeiten, sondern nur wir.
Claudius, Hermann

Ein Problem ist halb gelöst, wenn es klar formuliert ist.
Dewey, John
 

Aus der Urteilsbegründung eines Richters...ein Nachbar fühlte sich gestört durch die Lampe ... Von dem nächtlichen Lichtschein gehe ein „erhebliches Lästigkeitsgefühl mit einer Einschränkung hinsichtlich der Annehmlichkeit des Daseins" aus...
 

Wenn Menschen Liebe gepredigt wird, lernen sie nicht lieben, sondern
predigen.
Miller, Alice

 

Ein Mensch erhofft sich fromm und still, dass er einst das kriegt, was er will. Bis er dann doch dem Wahn erliegt, und schließlich das will, was er kriegt.

Roth, Eugen

 

Es ist unglaublich, wie viele Sachen man findet, wenn man etwas Bestimmtes vergeblich sucht!
Thomalla, Georg

 

Reformen kommen immer von den Benachteiligten. Wer vier Asse in der Hand hat, verlangt nicht, dass neu gegeben wird.
Hennis, Wilhelm, Prof. Dr.

 

"Es gibt unzählige Fehlerquellen: Die Information ist oft nicht richtig, nicht klar, nicht rechtzeitig oder nicht relevant: aber selbst, wenn sie das alles ist, wird sie unter Umständen falsch zusammengefasst, verzerrt oder völlig blockiert auf dem Weg zwischen Sender und Empfänger. Und wenn sie ankommt und in Handlungen umgesetzt werden könnte, wird sie vom Empfänger nicht beachtet, weil sie nicht zu seinen vorgefassten Meinungen passt, weil sie in irrelevantes Material eingebettet ist, weil der Sender nicht glaubwürdig erscheint oder einfach weil er selbst überlastet ist. (Scholl,1992).

 

Wer sich nicht in die Karten gucken lassen will, muss ein schlechtes Blatt haben. gw

 

Nicht das Recht des Stärkeren, sondern die Stärkung des Rechts schützt die Interessen aller Staaten am besten.
Genscher, Hans-Dietrich


Lachen tut gut....
 

Hugo von Hoffmannsthal
Vorfrühling

Es läuft der Frühlingswind
Durch kahle Alleen,
Seltsame Dinge sind
In seinem Wehn.
Er hat sich gewiegt,
Wo Weinen war,
Und hat sich geschmiegt
In zerrüttetes Haar.
Er schüttelte nieder
Akazienblüten
Und kühlte die Glieder,
Die atmend glühten.
Lippen im Lachen
Hat er berührt,
Die weichen und wachen
Fluren durchspürt.
Er glitt durch die Flöte,
Als schluchzender Schrei,
An dämmernder Röte
Flog er vorbei.
Er flog mit Schweigen
Durch flüsternde Zimmer
Und löschte im Neigen
Der Ampel Schimmer.
Es läuft der Frühlingswind
Durch kahle Alleen,
Seltsame Dinge sind
In seinem Wehn.
Durch die glatten
Kahlen Alleen
Treibt sein Wehn
Blasse Schatten.
Und den Duft,
Den er gebracht,
Von wo er gekommen
Seit gestern Nacht.
 

Wald und Höhle Faust allein
       Erhabner Geist, du gabst mir, gabst mir alles,
       Worum ich bat. Du hast mir nicht umsonst
       Dein Angesicht im Feuer zugewendet.
       Gabst mir die herrliche Natur zum Königreich,
       Kraft, sie zu fühlen, zu genießen. Nicht
       Kalt staunenden Besuch erlaubst du nur,
       Vergönnest mir, in ihre tiefe Brust
       Wie in den Busen eines Freunds zu schauen.
       Du führst die Reihe der Lebendigen
       Vor mir vorbei und lehrst mich meine Brüder
       Im stillen Busch, in Luft und Wasser kennen.
       Und wenn der Sturm im Walde braust und knarrt,
       Die Riesenfichte, stürzend, Nachbaräste
       Und Nachbarstämme quetschend niederstreift
       Und ihrem Fall dumpf‑hohl der Hügel donnert,
       Dann führst du mich zur sichern Höhle, zeigst
       Mich dann mir selbst, und meiner eignen Brust
       Geheime, tiefe Wunder öffnen sich.
       Und steigt vor meinem Blick der reine Mond
       Besänftigend herüber, schweben mir
       Von Felsenwänden, aus dem feuchten Busch
       Der Vorwelt silberne Gestalten auf
       Und lindern der Betrachtung strenge Lust.
Goethe 
 

Schlechte Argumente bekämpft man am besten, indem man ihre Darlegung nicht stört.
Guinness, Alec, Sir (eigentlich: de Cuffe, Alec Guinness)
 

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben. Man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken.
Kraus, Karl


Der eine wartet, daß die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an - und handelt.
Dante Alighieri

 

Unsere Träume können wir erst dann verwirklichen, wenn wir uns entschließen, daraus zu erwachen.
Baker, Josephine

 

 
 

Es wurde bereits alles gesagt - aber noch nicht von jedem!

Sie müssen nicht jede Straßenbahn bis zur Endstation fahren.
Manfred Ley

Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber nichts lernen zu wollen.
Sokrates

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwerer.
K. Tucholsky

Wer sich nicht selbst auf die Schippe nehmen kann, wird die Berge zwischen sich und anderen nicht wegschaufeln können.
gw

Eines Mannes Traumfrau sein
ist wie des Metzgers bestes Schwein.
gw

Keinen verderben lassen,
auch nicht sich selber.
Jeden mit Glück zu erfüllen,
auch sich, das ist gut.
B. Brecht

Wir rufen keine Stunde zurück,
laßt uns zusammennehmen,
was geblieben, was geworden ist
und es nutzen und genießen
ehe der Abend kommt.
Goethe

Wir sind übrigens die, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben!
unbekannt

Wie sind so gerne in der freien Natur, weil diese keine Meinung über uns hat.
Nietzsche

Manche hüten das Recht so gut, dass niemand in seinen Genuss kommt.
S. Lec

Sag die Wahrheit! Aber dann mach, dass du wegkommst!
Slowenisches Sprichwort

Wer sich zum Esel macht, muss Säcke tragen.
Horst Knierim

Wo kämen wir hin,
wenn alle sagten:
Wo kämen wir hin?
Und niemand ginge,
um einmal zu schauen,
wohin wir kämen,
wenn wir denn gingen.
Kurt Marti

Hinter jeder Ecke lauern ein paar Richtungen.
S. Lec

Lachen tut gut....

Ich kann's bis heute nicht verwinden,
deshalb erzähl' ich's auch nicht gern',
den Stein der Weisen wollt' ich finden
und fand nicht mal des Pudels Kern.
H. Erhard

Erziehung ist die organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend
M. Twain

Wenn Sie Ihren Kindern unbedingt etwas geben wollen, dann geben Sie ihnen ein gutes Beispiel.
P.S.Buck

Manche Menschen sehen die Dinge, so wie sie sind - und fragen: Warum? Ich erträume Dinge, die es noch nie gegeben hat, und frage: Warum eigentlich nicht?
Shaw, George Bernard

Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer vermag sie der Zufall zu treffen.
Friedrich Dürrenmatt

Es wäre eine Freude zu leben, wenn jeder nur die Hälfte von dem täte, was
er von anderen verlangt.
Martens, Valerie von

Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.
Dieser Satz wird verschiedenen Autoren zugesprochen...

Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat.
Heinrich Heine

Alles verstehen heißt alles begreifen.
Balthus Powenz

Daß die Vögel der Sorge und des Kummers über deinem Haupte kreisen, kannst du nicht ändern. Aber daß sie Nester in deinem Haar bauen, das kannst du verhindern.
Chin. Sprichwort

Eigenverantwortung
Nur wenn jeder für sich selbst das tut, was er kann, werden genügend Mittel frei, um denen zu helfen, die sich nicht alleine helfen können. Dann wäre Eigenverantwortung kein Gegensatz zur Solidarität, sondern deren erste Voraussetzung.
Robert Leicht, ZEIT, 22.12.2003

Freitags essen fromme Kannibalen Fischer.
Zarko Petan

Im Atemholen sind zweierlei Gnaden:
Die Luft einziehen, sich ihrer entladen;
Jenes bedrängt, dieses erfrischt;
So wunderbar ist das Leben gemischt.
Goethe

Zu mancher richtigen Entscheidung kam es nur,
weil der Weg zur falschen gerade nicht frei war.
Hans Lohberger

Wenn Dreiecke einen Gott hätten, würden sie ihn mit drei Ecken ausstatten.
Charles Louis de Secondat Montesquieu

Erschd, wenn's emol ebbis nimmi git, merksch, dass dr ebbis fehlt.
Alemannischer Spruch

Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit.
Beim Universum bin ich mir aber noch nicht ganz sicher."
Albert Einstein

Alles braucht länger, als man erwartet.
Sogar wenn man erwartet, dass es länger dauert,
dauert es länger, als man erwartet."
Audrey Hepburn

Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen,
welche dem Leben seinen Wert geben.
Wilhelm von Humboldt

Es gibt ein unfehlbares Rezept, eine Sache gerecht unter zwei Menschen
aufzuteilen: Einer von ihnen darf die Portionen bestimmen, und der
andere hat die Wahl.
Gustav Stresemann

Etwas Besseres als den Tod finden wir überall!
Brüder Grimm, Bremer Stadtmusikanten

Der eine wartet, daß die Zeit sich wandelt, der andere packt sie
kräftig an - und handelt.
Dante Alighieri

Gegen Ziele ist nichts einzuwenden, sofern man sich nicht dadurch von interessanten Umwegen abhalten  lässt
Mark Twain

Hast du es eilig, gehe langsam. Hast du es besonders eilig, mache einen Umweg.
Japanisches Sprichwort

Krank gewesen zu sein ist schlimm.
Reich gewesen zu sein ist schlimmer.
Jüdische Weisheit

"Ein dummer Schankwirt", denkt der Trunkenbold, "er hat Schnaps und verkauft ihn."
Jüdische Weisheit

Es wird nicht eher hell, bis es nicht ganz dunkel geworden ist.
Jüdische Weisheit

Kann man nicht drüber weg,
muss man drunter durch.
Jüdische Weisheit

Wenn es draußen Brei regnet, hält man den Löffel raus!
unbekannt

Ich habe keine Zeit mich zu beeilen.
Igor Strawinsky

Traumberuf: Näher von zerschnittenen Tischtüchern...
^^


Bezeichnenderweise meint man mit dem Allerwertesten nicht den Kopf.
Rainer Malkowski

Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.
F.M. de Picabia

Dummheit, die man bei anderen sieht,
wirkt meist erhebend aufs Gemüt
Wilhelm Busch

Vernunft annehmen kann niemand, der nicht schon welche hat.
M. von Ebner-Eschenbach

Die Klugheit des Fuchses besteht zu fünfzig Prozent aus der Dummheit der Hühner.
NN

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
Kurt Tucholky

Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.
Albert Camus

Wer ins Schwarze treffen will, muss die ganze Scheibe sehen.
U. Bremi

Satiren, über die sich die Mächtigen tot lachen, haben ihren Zweck erfüllt.
N. Cybinski

Phantasie ist etwas, was sich manche Menschen gar nicht vorstellen können.
G. Laub

Mancher lehnt eine gute Idee bloß deshalb ab, weil sie nicht von ihm ist.
Luis Bunuel

Der Optimist erklärt, dass wir in der besten aller möglichen Welten leben. Der Pessimist fürchtet, dass dies wahr ist.
J. B. Cabell

Der Weitblick mancher Leute besteht darin, die nächsten Probleme zu übersehen.
W. Eschker

Das Wort, das dir hilft, kannst du nicht selber sagen.
aus Äthiopien

Das Gewissen ist die innere Stimme, die uns warnt, dass jemand zusieht.
H. L. Mencken

Die Gefahr bei der Suche nach Wahrheit liegt darin, dass man sie manchmal findet.
William Faulkner

Das Kunststück ist nicht, dass man mit dem Kopf durch die Wand rennt, sondern mit den Augen die Tür findet.
Georg von Siemens.

Man kann zwar zählen, wie viele Kerne in einem Apfel stecken, aber nicht, wie viele Äpfel in einem Kern.
Ken Kesey

Immer wieder finden sich Eskimos, die den Bewohnern des Kongo  sagen, was diese zu tun haben.
Stanislaw J. Lec

Die Überheblichkeit vieler Menschen rührt daher, dass sie nicht wissen, was sie alles nicht wissen.
Robert Lembke

Für einen, der nicht weiß, welchen Hafen er ansteuert, ist jeder Wind der richtige Wind.
Seneca

Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer trifft sie der Zufall.
Friedrich Dürrenmatt

Handle so, dass der Beweggrund deines Willens jederzeit als Grundsatz einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte!
Immanuel Kant - Kategorischer Imperativ

Angeln ist die einzige Philosophie, von der man satt wird.
Peter Bamm

Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu schmieden.
John Lennon

Ich hatte in meinem ganzen Leben nur einen einzigen Traum: dass ich alle meine Ziele erreiche.
Homer Simpson

Ich würde nie einem Club beitreten, der Leute wie mich aufnimmt.
unbekannt

Ab und zu sollten wir auch jene, die nichts Gutes an uns finden, maßlos
enttäuschen.
Ernst Ferstl

Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber es
unmöglich ist, zu schweigen.
Victor Marie Hugo

Morgen werde ich mich ändern; gestern wollte ich es heute schon.

Christine Busta

Der Augenblick ist nichts als der wehmütige Punkt zwischen Verlangen
und Erinnern.

Robert Musil


Lachen tut gut....

zum Anfang

Wessen wir am meisten im Leben bedürfen ist jemand, der uns dazu bringt, das zu tun, wozu wir fähig sind.
Emerson, Ralph Waldo (1803-1882)

Bildung ist wichtig, vor allem wenn es gilt, Vorurteile abzubauen. Wenn man schon Gefangener des eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen,dass die Zelle gut möbliert ist.
Peter Ustinov

Wenn ein Kind…


Wenn ein Kind verspottet wird,
lernt es, schüchtern zu sein.

Wenn ein Kind beschämt wird,
lernt es, sich schuldig zu fühlen.

Wenn ein Kind verstanden und
toleriert wird, lernt es, geduldig zu sein.

Wenn ein Kind ermutigt wird,
lernt es, sich selbst zu vertrauen.

Wenn ein Kind gelobt wird,
lernt es, sich selbst zu schätzen.

Wenn ein Kind gerecht behandelt wird,
lernt es, gerecht zu sein.

Wenn ein Kind geborgen lebt,
lernt es, zu vertrauen.

Wenn ein Kind anerkannt wird,
lernt es, sich selbst zu mögen.

Wenn ein Kind in Freundschaft
angenommen wird, lernt es, in der Welt Liebe zu finden.
Text aus einer tibetischen Schule (Anke Pöpken hat sie entdeckt...)

Die Schüler hören die Hälfte von dem, was der Lehrer sagt, sie begreifen die Hälfte von dem, was sie gehört haben, sie behalten die Hälfte von dem, was sie begriffen haben und sie nutzen die Hälfte von dem, was sie behalten haben - also letzten Endes herzlich wenig.
Francois Lelord, Hector und die Entdeckung der Zeit

Zwei mal zwei sei vier
dozierte vor Mädchenklassen
ein alternder Philosoph.
Die Mädchen wollen es nicht fassen.

Da sagte jemand schlau,
der sah, wie die Sache lag:
"Du überzeugst keine Frau,
die dich nicht mag."
unbekannt

Denn der heutige Lehrer hat die Aufgabe, eine Wandergruppe bestehend aus Spitzensportlern und Schwerstbehinderten bei Nebel durch unwegsames Gelände in nordsüdlicher und ostwestlicher Richtung zugleich zu führen und zwar so, dass alle bei bester Laune und möglichst gleichzeitig an drei verschiedenen Zielorten ankommen.
Prof. Dr. Peter Struck

Die "vier Pädagogen":
Der Lehrer oder die Lehrerin
Die unterschiedlichen Kinder
Der Raum
Die (rhythmisierte) Zeit 


Ein Lehrer mit Lehrbefähigung ist eine Doppelbegabung.
Karl-Heinz Deschner

Nichts ist schrecklicher als ein Lehrer, der nicht mehr weiß, was die Schüler wissen sollen.
Goethe

Lehren ist die Kunst entdecken zu helfen.
Anonym

Wer Kinder mit Anbrüllen zum Gehorsam erziehen will, ist wie einer, der sein Auto mit der Hupe zu lenken versucht.
Anonym

Erziehung ist Zivilschutz gegen den radioaktiven Niederschlag der Medien.
Herbert Marshall McLuhan

So ein bisschen Bildung ziert den ganzen Menschen.
Heinrich Heine

Der Ärger mit den meisten Leuten ist nicht so sehr ihre Unwissenheit, sondern, dass sie so viele Dinge wissen, die einfach nicht so sind.
Josh Billings

Prüfungen sind deshalb so scheußlich, weil der größte Trottel mehr fragen kann, als der klügste Mensch zu beantworten vermag.
Charles C. Colton

Schule ist jenes Exil, in dem der Erwachsene das Kind solange hält, bis es imstande ist, in der Erwachsenenwelt zu leben, ohne zu stören.
Maria Montessorri

Denken ist für viele Menschen nichts anderes als eine Umgruppierung ihrer Vorurteile.
William James

Eine Diskussion ist unmöglich mit jemandem, der vorgibt, die Wahrheit nicht zu suchen, sondern sie schon zu besitzen.
Romain Rolland

Gedächtnis? Das Ding mit dem ich vergesse.
Definition eines Kindes

Gedächtnis? Die Fähigkeit, sich das zu merken, was man vergessen möchte.

Aus der Schulzeit sind mir nur Erinnerungslücken in Erinnerung geblieben.

Als ich vierzehn Jahre alt war, war mein Vater für mich so dumm, daß ich ihn kaum ertragen konnte. Aber als ich einundzwanzig wurde, war ich erstaunt, wieviel der alte Mann in sieben Jahren gelernt hatte.
Mark Twain

Es ist viel schwieriger, eine vorgefaßte Meinung zu zertrümmern als ein Atom.
Albert Einstein

Wer auf die Beine geholfen bekommt, fühlt sich oft auf die Zehen getreten.
U. Harth

Ich fürchte, unsere allzu sorgfältige Erziehung liefert uns nur Zwergobst.
G. Chr. Lichtenberg

Die Jugend von heute ist das Produkt der Eltern von gestern.
Unbekannt

Wenn du merkst, du reitest ein totes Pferd, steig ab!
Indianisches Sprichwort

Die Hände sind die Werkzeuge der menschlichen Intelligenz.
Maria Montessori

Die Seele des Lernens: Die Vorfreude des Menschen auf sich selbst.
Reinhard Kahl, Journalist

Scheitern, scheitern, scheitern - aber auf immer höherem Niveau!
Nach G. Tabori

Nicht die Theorie praktizieren, sondern die Praxis theoretisieren.
Vorschlag zur Veränderung der Lehrerbildung

In der Müll- und in der Schülertrennung sind die Deutschen Weltklasse!
?
Wer sich um Bildung bemüht, doch nichts mit dem Herzen weiß, der baut sich ein Tor, ohne ein Haus zu haben.
Jüdische Weisheit

Die Wertschätzung ist eine Quelle der Wertschöpfung.
Reinhard Kahl (?)

Ein Fragender ist nie unwissend.
aus Kamerun

Problematisch am Fernsehen ist nicht, daß es uns unterhaltsame Themen
präsentiert, problematisch ist, daß es jedes Thema als Unterhaltung
präsentiert.
Neil Postman

Bücher sind Schokolade für die Seele. Sie machen nicht dick. Man muss nach dem Lesen nicht die Zähne putzen. Sie sind leise. Man kann sie überallhin mitnehmen, und das ohne Reisepass. Bücher haben aber auch einen Nachteil: Selbst das dickste Buch hat eine letzte Seite, und man braucht wieder ein neues.
Lawrence David in "Der Käferjunge"

Dieses Leben zwingt mich zu allerlei freiwilligen Entscheidungen.

Nicht nur der Weg, der Ausweg ist das Ziel. Dabei ist zu bedenken, dass der Ausgang nicht immer da ist, wo der Eingang war.

Der Weg ist das Ziel. Dieser Satz klingt nicht nur im Verkehrsfunk vor dem Stau komisch.
Johannes Beck, Professor für Allgemeine Pädagogik, 2001 in: "Lernen im Leben - und die Macht der Pädagogen"

Bücherlesen

Bücherlesen ist vonnöten,
soll euch nicht die Dummheit töten:
Wer nicht gerne Bücher liest,
ist für mich ein blödes Biest!

Bücherlesen, liebe Leute,
nicht erst morgen, sondern heute!
Heute gilt's, den Kopf zu füllen,
daß nicht laut vor Lachen brüllen

alle Affen hier im Zoo
über euren Kopf voll Stroh:
Stroh soll raus und Wissen rein,
das gilt nicht für euch allein,

sondern klar für jedermann,
der das Alphabet schon kann.
Ohne Bücher seid ihr Tröpfe,
sogar Holz- und Wasserköpfe!

Nur durch Bücher wissen wir:
Warum gibt es Menschen hier?
Denn kein Schaf gibt euch Bescheid,
keine Katze ist bereit,

Menschenkinder zu belehren,
die nicht auf die Bücher hören.
Hühner, Enten, Spatzen, Spechte
wissen leider nicht das Rechte,

was für Menschen wichtig wär.
Also: Nehmt die Bücher her,
lest und werdet sacht gescheit,
daß ihr einst die Klügren seid.

Günter Kunert.
 

VON DEN KINDERN

Und ein Weib, das ein Kind an der Brust hielt, sagte: „Rede uns von den Kindern." Und er sprach also: Eure Kinder sind nicht eure Kinder. Es sind die Söhne und Töchter von des Lebens Verlangen nach sich selber. Sie kommen durch euch, doch nicht von euch, und sind sie auch bei euch, so gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, doch nicht eure Gedanken.
Denn sie haben ihre eignen Gedanken.
Ihr dürft ihren Leib behausen doch nicht ihre Seele,
denn Ihre Seele wohnt im Hause von Morgen, das ihr nicht zu betreten vermöget, selbst nicht In euren Träumen.
Ihr dürft euch bestreben, ihnen gleich zu werden,‑ doch suchet nicht, sie euch gleich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilet es beim Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile entsandt werden.
Der Schütze sieht das Zeichen auf dem Pfade der Unendlichkeit, und Er biegt euch mit Seiner Macht, auf dass Seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Möge das Biegen in des Schützen Hand euch zur Freude gereichen;
Denn gleich wie Er den fliegenden Pfeil liebet so liebt Er auch den Bogen, der standhaft bleibt.

Aus
Ghibran, Der Prophet
 

St. Exyperys Bild zum Lernen, zur Bildung, zum Wissen:

"Sturmleitern an die Nacht legen..."

 

Hartmut von Hentig: "Die Sachen klären – und die Menschen stärken!"

'Was will ich?', fragt der Verstand. 'Worauf kommt es an?', fragt die
Urteilskraft. 'Was kommt heraus?', fragt die Vernunft.
Immanuel Kant


Lachen tut gut....

zum Anfang

Liebe

Ob Kommunikationen glücken
zeigt sich erst beim Brombeerpflücken.
Und wenn es nicht klappt -
dann setze ich mal
ein emotionales Signal.
gw

Intelligente leiden mehr unter der Liebe; sie haben mehr Verstand zu verlieren.
Robert Lembke

VON DER EHE

Und wieder ergriff Almitra das Wort und sprach: "Und wie ist es um die Ehe, Meister?"

Und er antwortete also: Vereint seid ihr geboren, und vereint sollt ihr bleiben immerdar. Ihr bleibt vereint, wenn die weißen Flügel des Todes eure Tage scheiden. Wahrlich, ihr bleibt vereint selbst im Schweigen von Gottes Gedenken. Doch lasset Raum zwischen eurem Beieinandersein, und lasset Wind und Himmel tanzen zwischen euch. Liebet einander, doch macht die Liebe nicht zur Fessel: Schaffet eher daraus ein webendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen.
Füllet einander den Kelch, doch trinket nicht aus einem Kelche.
Gebet einander von eurem Brote, doch esset nicht vom gleichen Laibe.
Singet und tanzet zusammen und seid fröhlich, doch lasset jeden von euch allein sein.
Gleich wie die Saiten einer Laute allein sind, erbeben sie auch von derselben Musik.
Gebet einander eure Herzen, doch nicht in des andern Verwahr.
Denn nur die Hand des Lebens vermag eure Herzen zu fassen.
Und stehet beieinander, doch nicht zu nahe beieinander:
Denn die Säulen des Tempels stehen einzeln,
Und Eichbaum und Zypresse wachsen nicht im gegenseit'gen Schatten.

K. Gibran
 

Gar sehr liebten wir dich. Doch unsre Liebe blieb unausgesprochen und mit Schleiern umhüllet. Doch nun schreit sie laut zu dir und möchte unverschleiert vor dir stehen. Und immer war es so, dass Liebe ihre eigne Tiefe nicht erkennt bis zur Stunde der Trennung.
K.Gibran
 

Die Liebenden

Seht jene Kraniche im großen Bogen!
Die Wolken, welche ihnen beigegeben
Zogen mit ihnen schon, als sie entflogen
Aus einem Leben in ein andres Leben.
In gleicher Höhe und mit gleicher Eile
Scheinen sie alle beide nur daneben.
Dass so der Kranich mit der Wolke teile
Den schönen Himmel, den sie kurz befliegen.
Dass also keines länger hier verweile
Und keines andres sehe als das Wiegen
Des andern in dem Wind, den beide spüren,
Die jetzt im Fluge beieinanderliegen:
So mag der Wind sie in das Nichts entführen,
Wenn sie nur nicht vergeben und sich bleiben
Solange kann sie beide nichts berühren
So lange kann man sie von jedem Ort vertreiben
Wo Regen drohen oder Schüsse schallen.
So unter Sonn und Monds verschiednen Scheiben
Fliegen sie hin, einander ganz verfallen.
Wohin, ihr? – Nirgend hin. ‑ Vor wem davon? ‑ Von allen.
Ihr fragt, wie lange sind sie schon beisammen?
Seit kurzem. ‑ Und wann werden sie sich trennen? ‑ Bald.
So scheint die Liebe den Liebenden ein Halt.

B. Brecht.

 
Liebeslied
Wie soll ich meine Seele halten,
dass sie nicht an deine rührt-
wie soll ich sie hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlornem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle,
die nicht weiterschwingt,
wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, mich und dich
nimmt uns zusammen, wie ein Bogenstrich,
aus zwei Saiten eine Stimme zieht –
auf welches Instrument sind wir gespannt –
und welcher Geiger hat uns in der Hand?
Oh süßes Lied.

Rilke
 
Wie ein Schwarm kleiner bunter Fische durchschwimmt die Liebe die Netze des Zweifels, der Vorsicht und der Angst.
unbekannt
 
Nikolaus Lenau
An die Entfernte

Diese Rose pflück ich hier,
In der fremden Ferne;
Liebes Mädchen, dir, ach dir
Brächt ich sie so gerne!

Doch bis zu dir mag ziehn
Viele weite Meilen,
Ist die Rose längst dahin,
Denn die Rosen eilen.

Nie soll weiter sich ins Land
Lieb von Liebe wagen,
Als sich blühend in der Hand
Lässt die Rose tragen,

Oder als die Nachtigall
Halme bringt zum Neste,
Oder als ihr süsser Schall
Wandert mit dem Weste.
Nikolaus Lenau
 
Heinrich Heine
Du schönes Fischermädchen

Du schönes Fischermädchen,
Treibe den Kahn ans Land;
Komm zu mir und setze dich nieder,
Wir kosen Hand in Hand.

Leg an mein Herz dein Köpfchen,
Und fürchte dich nicht zu sehr;
Vertraust du dich doch sorglos
Täglich dem wilden Meer.

Mein Herz gleicht ganz dem Meere,
Hat Sturm und Ebb' und Flut,
Und manche schöne Perle
In seiner Tiefe ruht.

 
Johann Wolfgang Goethe
Die schöne Nacht

Nun verlass' ich die Hütte,
Meiner Liebsten Aufenthalt,
Wandle mit verhülltem Schritte
Durch den öden, finstern Wald:
Luna bricht durch Busch und Eichen,
Zephir meldet ihren Lauf,
Und die Birken streun mit Neigen
Ihr den süssten Weihrauch auf.

Wie ergötz' ich mich im Kühlen
Dieser schönen Sommernacht!
O wie still ist hier zu Fühlen,
Was die Seele glücklich macht!
Lässt sich kaum die Wonne fassen;
Und doch wollt' ich, Himmel, dir
Tausend solcher Nächte lassen,
Gäb' mein Mädchen eine mir.
 
Heinrich Heine
Wir fuhren allein im dunkeln

Wir fuhren allein im dunkeln
Postwagen die ganze Nacht;
Wir ruhten einander am Herzen,
Wir haben gescherzt und gelacht.

Doch als es morgens tagte,
Mein Kind, wie staunten wir!
Denn zwischen uns sass Amor,
Der blinde Passagier.
 
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Ach! sie neiget das Haupt, die holde Knospe, wer gießet
Eilig erquickendes Naß neben die Wurzel ihr hin?
Daß sie froh sich entfalte, die schönen Stunden der Blüte
Nicht zu frühe vergehn, endlich auch reife die Frucht.
Aber auch mir - mir sinket das Haupt von Sorgen und Mühe.
Liebes Mädchen! Ein Glas schäumenden Weines herbei!
 
Johann Wolfgang von Goethe
NÄHE DES GELIEBTEN

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.
Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.
Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.
Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne
O wärst du da!
 

Johann Wolfgang von Goethe
WILLKOMMEN UND ABSCHIED

Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!
Es war getan fast eh gedacht.
Der Abend wiegte schon die Erde,
Und an den Bergen hing die Nacht:
Schon stand im Nebelkleid die Eiche,
Ein aufgetürmter Riese, da,
Wo Finsternis aus dem Gesträuche
Mit hundert schwarzen Augen sah.

Der Mond von einem Wolkenhügel
Sah kläglich aus dem Duft hervor
Die Winde schwangen leise Flügel,
Umsausten schauerlich mein Ohr;
Die Nacht schuf tausend Ungeheuer,
Doch frisch und fröhlich war mein Mut:
In meinen Adern welches Feuer!
In meinem Herzen welche Glut!

Dich sah ich, und die milde Freude
Floß von dem süßen Blick auf mich;
Ganz war mein Herz an deiner Seite
Und jeder Atemzug für dich.
Ein rosenfarbnes Frühlingswetter
Umgab das liebliche Gesicht,
Und Zärtlichkeit für mich - ihr Götter!
Ich hofft es, ich verdient es nicht!

Doch ach, schon mit der Morgensonne
Verengt der Abschied mir das Herz:
In deinen Küssen welche Wonne!
In deinem Auge welcher Schmerz!
Ich ging, du standst und sahst zur Erden,
Und sahst mir nach mit nassem Blick:
Und doch, welch Glück, geliebt zu werden!
Und lieben, Götter, welch ein Glück!

 

 

Weitere Liebesgedichte:
www.deutsche-liebeslyrik.de
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Lachen tut gut....
 
Freiheit

Wer sagt: Hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht.
Erich Fried

Anathem!
In flammender Empörung
Sprech' ich der Lüge Hohn:
Und wenn du tausend Nacken beugst
Und tausend Sclavenseelen säugst
Mit feilem Judaslohn:
Ich trotze deinen Jochen!
Ich hab' den Bann zerbrochen -
Ich hab' mich freigesprochen:
Ich bin der Freiheit Sohn!
Heinrich Gottlieb Hermann Conradi

Freiheit
Freiheit ist kein käuflich Gericht;
man hat sie oder man hat sie nicht.
Und wer sie hat, wer wirklich »frei«,
hat noch ein kleines Lächeln dabei.
Christian Morgenstern

"Denn das ist Schuld, wenn irgendeines Schuld ist:
die Freiheit eines Lieben nicht vermehren
um alle Freiheit, die man in sich aufbringt.
Wir haben, wo wir lieben, ja nur dies:
einander lassen; denn daß wir uns halten,
das fällt uns leicht und ist nicht erst zu lernen."
Ausschnitt aus R. M. Rilkes "Requiem. Für eine Freundin"

 

zum Anfang

Essen & Trinken

Satt essen kann sich
jeglicher zu Hause,
Geselliges Vergnügen,
munteres Gespräch
Muß einem Festmahl
Würze geben.
William Shakespeare

Die Beine suchten
unterm Tisch ein Bett.
Von Wänden grinste
schlechte Malerei.
Und da die Magd gewackelt kam,
als sei ihr Busen plötzlich
hochgedreht vom Fett und immer
kussbereit ihr Mund dem Gast:
auf bunten Tellern warmes Fleisch
lag mit doch näher,
als ins Bett zu gehen mit ihr.
Von Knoblauchduft gewürzt
und rosenzart
der Schinken auf dem Brot
mit Butter eingefasst.
Und dann ein Bier,
den Schaum wie Eis im Bart.
Jean Arthur Rimbaud

Greife wacker nach der Sünde, aus der Sünde wächst Genuß.
Ach, Du gleichest einem Kinde, dem man alles zeigen muß.
Frank Wedekind

Geladne Gäste schießen nicht.
Gerhard Branstner

Wenn Pfirsiche Arme hätten,
würden sie einander
sicherlich halten in ihrem Pfirsichschlaf.

Und wenn Pfirsiche Füße hätten,
würden sie, soviel ist sicher,
einander stupsen mit ihren weichen
Pfirsichfüßen.

Und wenn Pfirsiche könnten,
würden sie so schlafen: den Kopf mit den Grübchen
an dem des anderen,
dicht an dicht, wie Du und ich.
Und schlafen und schlafen.
Sandra Cisneros

Nach Tisch, wenn um die Gaslüster der Zigarrenrauch
schwamm, begannen der Tanz und die Pfänderspiele.
War der Abend vorgeschritten, so wurde ich wohl zu
Bett geschickt, aber da Musik und Getümmel mich nicht
schlafen ließen,  so stand ich meist wieder auf, hüllte
mich in meine rotwollene Bettdecke und kehrte,
so kleidsam vermummt, zum Jubel der Frauen, in die
Gesellschaft zurück. Die Erfrischungen und Imbisse,
die Bowlen, Limonaden, Heringssalate und Weingelees
nahmen bis zum Morgenkaffee kein Ende. Der Tanz war
ausgelassen und üppig, die Pfänderspiele bildeten einen
Vorwand für Küsse und andere körperliche Annäherungen.
Die Frauen, in ausgeschnittenen Kleidern, beugten sich
lachend über die Stuhllehnen, um Einblick in ihren Busen
zu gewähren und so die Herrenwelt für sich zu gewinnen;
und den Höhepunkt des Ganzen bildete nicht
selten die Schelmerei, dass plötzlich das Gas ausgedreht
wurde, was jedes Mal ein unbeschreibliches Drunter
und Drüber zur Folge hatte.
Thomas Mann

Die Trunkenheit vermehrt schön zwei schöne Dinge – Mut und Liebe.
Jean Paul

Das allersanfteste, überwältigende Locken: Das Geläut der Seele, die Essensglocken.
Lord Byron

 Das Mädchen gefiel mir,...jedesmal auf's Neue,
ihre Freude am Salat, ihre kinderhafte Art,
Brötchen zu verschlingen, ihre Neugierde,
sie kaute Brötchen um Brötchen und blickte ringsherum,
ihre festliche Begeisterung vor einem Hors d'oeuvre
ihr Übermut – Wir rupften unsere Artischocken,
tauchten Blatt für Blatt in die Mayonnaise
und zogen's  durch unsere Zähne, Blatt um Blatt....
Max Frisch

Schöne,
deine Brüste sind wie zwei Brote,
aus Kornerde und Goldmohn gemacht,
du Schöne.
Pablo Neruda

Ein Mensch beim Essen
ist ein gut Gesicht,
wenn er nichts denkt und
nur die Kiefer mahlen,
die Zähne malmen
und die Blicke strahlen
von einem sonderbaren
Urweltlicht.

Welch ein entzücktes Spiel:
zu hohen Festen
erlesner Bissen
Liebreiz zu erflehn.
Und welche Lust:
sich mächtig voll zu mästen,
satt und mit Saft erfüllt
vom Hals bis zu den Zeh'n.

Laß mich hier schweigen
von dem Blutgericht
geheimster Liebe
in verrauschten Zeiten.
Laßt mich nur essen,
dankbar und bescheiden -
Ein Mensch beim Essen ist ein gut Gesicht.
Carl Zuckmayer

Jedenfalls stimmen wir ein darüber,
dass Genusssucht eine der größten Tugenden ist.
Wo sie es schwer hat
oder gar verlästert wird,
ist etwas faul.
Bertolt Brecht

 Es gibt zweierlei Gastgeber:
Die einen bewirten uns von vorn bis hinten,
die anderen bringen uns auf Gedanken.
Stephan Kurella

Mit einer grandiosen Geste
Stürzt sie sich auf seine Weste
und entfernt die Essensreste.
Kurt Schwitters

Männer sind Bestien.
Deswegen ist es höchst wichtig,
die Kerle gut zu füttern.
Oscar Wilde

Die besten Vergrößerungsgläser für die Freuden der Welt sind die, aus denen man trinkt.
Joachim Ringelnatz

Das ist Unsinn, was Sie da sagen – eine Kartoffel vielseitig – eine Kartoffel ist überhaupt nicht seitig, eine Kartoffel ist rund – ovallänglich.
Karl Valentin

Gebackenes Kamel (mit Füllung)

Für etwa 400 Personen:
500 Datteln
200 Regenpfeifereier
20 Karpfen (Zweipfünder)
4 Trappen, gereinigt und gerupft
2 Schafe
1 großes Kamel
div. Gewürze

Man grabe ein Feuerloch. Flammenmeer auf ca. 1 m  tiefe Lage glühender Kohlen herunterbrennen lassen. Die Eier separat hartkochen. Die geschuppten Karpfen sodann mit geschälten Eiern und den Datteln füllen. Die fein gewürzten Trappen mit den gefüllten Karpfen füllen. Schafe mit den gefüllten Trappen füllen, sodann Kamel mit den gefüllten Schafen füllen. Das Kamel kurz ansengen, dann mit Doumpalmenblättern umwickeln und in der Glut vergraben. Zwei Tage lang backen. Als Beilage Reis servieren.
T.C.Boyle

Gier
Das Messer ritzt die zarte Haut
und Saft spritzt aus der Wunde,
das Ritual ist fast vollbracht,
es naht die Geisterstunde.

Noch 5 Minuten hat sie Zeit
die Qualen zu beenden,
vor Gier und Wollust zittert ihr
das Messer in den Händen.

Punkt Mitternacht ist es geschafft,
schnell noch mit Schnaps begießen,
dann kann sie morgen hemmungslos
den Obstsalat genießen.

kissme


Hans Sachs: Eine Tischzucht

Hör, Mensch! wenn du zu Tisch willt gahn,
dein Händ sollt du gewaschen han.
Lang Nägel ziemen gar nit wohl,
die man heimlich abschneiden soll.
Am Tisch setz dich nit oben an,
der Hausherr wölls dan selber han!
Der Benedeiung nit vergiß!
In Gottes Nam heb an und iß!
Den Ältesten anfahen laß!
Nach dem iß züchtiglichermaß!

Nit schnaufe oder säuisch schmatz!
Nit ungestüm nach dem Brot platz,
daß du kein Geschirr umstoßen tust!
Das Brot schneid nit an deiner Brust!
Nehm auch den Löffel nit zu voll!
Wenn du dich treifst, das steht nit wohl.
Greif auch nach keiner Speise mehr,
bis dir dein Mund sein worden leer!

Red nicht mit vollem Mund! Sei mäßig!
Sei in der Schüssel nit gefräßig,
der allerletzt drin ob dem Tisch!
Zerschneid das Fleisch und brich den Fisch
und käue mit verschlossem Mund!
Schlag nit die Zung aus gleich eim Hund,
zu ekeln! Tu nit geizig schlinken!
Und wisch den Mund, eh du willt trinken,
daß du nit schmalzig machst den Wein!
Trink sittlich und nit hust darein!

Tu auch nit grölzen oder kreisten!
Schütt dich auch nit, halt dich am weisten!
Gezänk am Tisch gar übel staht.
Sag nichts, darob man Grauen hat,
und tu dich auch am Tisch nit schneuzen,
daß ander Leut an dir nit scheuzen!
Geh nit umzausen in der Nasen!
Des Zahnstührens sollt du dich maßen!

Im Kopf sollt du dich auch nit krauen!
Dergleichen Maid, Jungfrau und Frauen
solln nach keinem Floh hinunterfischen.
Ans Tischtuch soll sich niemand wischen.
Auch leg den Kopf nit in die Händ!
Leihn dich nit hinten an die Wänd,
bis daß des Mahl hab sein Ausgang!
Denn sag Gott heimlich Lob und Dank,
der dir dein Speise hat beschert,
aus väterlicher Hand ernährt!

Nach dem sollt du vom Tisch aufstehn,
dein Händ waschen und wieder gehn
an dein Gewerb und Arbeit schwer.
So spricht Hans Sachs, Schuhmacher.

Pfannkuchen und Salat
Von Fruchtomeletts, da mag berichten
Ein Dichter aus den höhern Schichten.
Wir aber, ohne Neid nach oben,
Mit bürgerlicher Zunge loben
Uns Pfannekuchen und Salat.
Wie unsre Liese delikat
So etwas hackt und zubereitet,
Sei hier in Worten angedeutet.

Drei Eier, frisch und ohne Fehl,
Und Milch und einen Löffel Mehl,
Die quirlt sie fleißig durcheinand
Zu einem innigen Verband.
Sodann, wenn Tränen auch ein Übel,
Zerstückelt sie und mengt die Zwiebel
Mit Öl und Salz zu einer Brühe,
Daß der Salat sie an sich ziehe.

Um diesen ferner herzustellen,
Hat sie Kartoffeln abzupellen.
Da heißt es, fix die Finger brauchen,
Den Mund zu spitzen und zu hauchen,
Denn heiß geschnitten nur allein
Kann der Salat geschmeidig sein.
Hierauf so geht es wieder heiter
Mit unserm Pfannekuchen weiter.

Nachdem das Feuer leicht geschürt,
Die Pfanne sorgsam auspoliert,
Der Würfelspeck hineingeschüttelt,
So daß es lustig brät und brittelt,
Pisch, kommt darüber mit Gezisch
Das ersterwähnte Kunstgemisch!
Nun zeigt besonders und apart
Sich Lieschens Geistesgegenwart,

Denn nur zu bald, wie allbekannt,
Ist solch ein Kuchen angebrannt.
Sie prickelt ihn, sie stockert ihn,
Sie rüttelt, schüttelt, lockert ihn
Und lüftet ihn, bis augenscheinlich
Die Unterseite eben bräunlich,
Die, umgekehrt, geschickt und prompt
Jetzt ihrerseits nach oben kommt.

Geduld, es währt nur noch ein bissel,
Dann liegt der Kuchen auf der Schüssel.
Doch späterhin die Einverleibung,
Wie die zu Mund und Herzen spricht,
Das spottet jeglicher Beschreibung,
Und darum endet das Gedicht.
Wilhelm Busch

Ein Mensch beim Essen ist ein gut Gesicht,
wenn er nichts denkt und nur die Kiefer mahlen,
die Zähne malmen und die Blicke strahlen
von einem sonderbaren Urweltlicht.

Vorspeisen sind wie Segel über Buchten,
schlank und zum Hafen schnellend in erregter Fahrt,
indes die schweren Fleischgerichte wuchten
gewaltig über Wiesen und Gemüsen zart.

Welch ein entzückendes Spiel: zu hohen Festen
erlesener Bissen Liebreiz zu erflehen,
und welche Lust: sich mächtig vollzumästen
satt und mit Saft gefüllt vom Hals bis zu den Zehn.

Fischfleisch ist weiß und heilig oder rosen,
und manchmal rauchgebeizt und lauchgewürzt.
Auch kleine Fische gibt`s in blanken Dosen,
die man wie Schnäpse jach hinunterstürzt.

Wildbret: Du Perle Cumberlands, von edler Fäule
und nackter Horden rohgebratner Fraß!
Wohl dem, der Schneehuhn oder Rentierkeule
(gespickt mit Sahne) hoch im Norden aß.

Beefsteak tatare ist fast so stark an Gnade
wie ein am Grill gebratnes Lendenstück
und viele Götter leben im Salate,
saftrot und samenkerngeschwellt das Weib Tomate,
die kühlen Wässer und den warmen Mist.

Laßt mich hier schweigen vom Besoffensein,
vom tiefsten, tödlichsten Hinübergleiten,
vom hellsten, wachsten Indiewindereiten,
die Welt ist groß und unser Wort ist klein.

Laßt mich hier schweigen von dem Blutgericht
geheimster Liebe in verrauschten Zeiten -
laßt mich nur essen, dankbar und bescheiden -
ein Mensch beim Essen ist ein gut Gesicht.
Carl Zuckmayer

Das Schnitzel
Ein Mensch, der sich ein Schnitzel briet,
Bemerkte, daß ihm das mißriet.
Jedoch, da er es selbst gebraten,
Tut er, als wär' es ihm geraten,
Und, um sich nicht zu strafen Lügen,
Ißt er's mit herzlichem Vergnügen.
Eugen Roth

Wie wäre es mit einem "Borschtsch"?
Man nehme erstens zirka sieben
Fein abgeschälte rote Rüben.
Dann hacke man den Weißkohl klein,
Tu Zwiebel, Salz und Essig rein.
Mit Hammelfleisch muss das nun kochen,
Auf kleiner Flamme, sieben Wochen.
Jetzt Kaviar mit Wodka ran
Nebst Zimt und frischem Thymian.
Nun schüttet man das Ganze aus
Und isst am besten --- außer Haus.
Mascha Kaléko

Lustig heute, gelacht und geliebt,
solange die Freuden uns winken,
wie am Bechersrande die Blase zerstiebt,
wenn vom perlenden Weine wir trinken!
Melville in Moby Dick

zum Anfang


Gedicht
Älter werden
von Annegret Kronenberg

Wir werden älter,
aber nicht alt.
Wir werden langsamer,
aber bleiben nicht stehen.
Wir werden ruhiger,
aber nicht starr.
Wir werden genügsamer
und dabei glücklich


I
ch lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehen.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm, oder ein großer
Gesang.
Rainer Maria Rilke

Nach ewigen, ehrnen, großen Gesetzen
müssen wir alle unseres Daseins
Kreise vollenden.
Goethe

Wenn wir das Ufer
des diesseitigen Lebens verlassen,
Liegt ein neues Gewand am
jenseitigen Ufer für uns bereit.
Emanuel Geibel

Er ist nun frei
und unsere Tränen wünschen ihm Glück.
Goethe

Je lebendiger und voller die Erinnerung,
desto schwerer ist die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung
in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne
wie ein kostbares Geschenk in sich.
Dietrich Bonhoeffer

Schlussstück
Der Tod ist groß

Wir sind die Seinen,
Lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen
Wagt er zu weinen
Mitten in uns.
Rainer Maria Rilke

Und meine Seele spannte weit
ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus
J. v. Eichendorff

Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen seiner Mitmenschen.
Albert Schweizer

Es ist nicht der Verstand, auf den es ankommt,
sondern auf das, was ihn leitet:
Herz und Charakter.
Dostojewski

...wird laufend fortgesetzt! An  wirklich originellen Sätzen, Texten, Sprüchen bin ich immer sehr interessiert!
gfwellmann@gmx.de

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Letzter Eintrag: 6.05.2008

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