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Wenn die Weltbevölkerung ein Dorf mit 100 Einwohnern wäre, dann: Sollte man hin und wieder drüber nachdenken, findet Kristin 2008 aus der 9B!

Viele schöne Zitate, begleitet von aufmunternden Animationen, findet man hier:

Ehrensenf - das darf man auch nicht verpassen
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Die Falkensteiner Blitzlichtkartei - keine
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Sprichwörter und Redensarten - was steckt dahinter?
 

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Wie wir die Pisa-Finnen im Rudern schlagen werden
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Parodien und Travestien im Internet (eine köstliche Sammlung!)

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Hast Du Dich auch immer schon mal gefragt, was aus dem Typen aus dem "Mad-Heft" wurde?

Gerade und verschlungene Pfade - femmes excetptionelles!
Mein Versuch, wirklich witzige Witze zu sammeln
 

Die Wahl zum Mann des Jahres erfolgreich abgeschlossen!

Blitzschnell und unkompliziert eigene Zeitungsausrisse herstellen.
Das sieht dann so aus:

            

Nie vergessen: Netten Kollegen immer mal
freundschaftlich auf die Schulter klopfen:

Was sich an netten und blöden Dingen so findet...

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Eine großartige Wetter-Vorhersage-Geschichte (Englisch!)
Der Sohn von deinem Vater - aber nicht dein Bruder (Stoiber und die Queen)
Massenvernichtungswaffen im Irak: Hier sind sie! Endlich:
http://www.coxar.pwp.blueyonder.co.uk/
Schöne Verdreher von Möchtegern-Sprichwort-Benutzern


Aufmunterndes zum Anschauen und Zuhören:
Achmed und der Stromausfall
Achmed auf der Autobahn
Der defekte Videorecorder (Sonnie)
Auch Pinguine sind nicht immer nett
Skikurs für Lehrer
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Pisa II(PowerPoint)
Stoiber und der Flughafen
Optische Verwirrungen
 

Aktion zur Rettung bedrohter Wörter

Der Subventionswahnsinn oder alles Müller oder was?
Ob das möglich ist? Hier nachschauen:
http://cms.gruene-lauffen.de/article.php?story=20050812182127285
http://www.bund.net/lab/reddot2/pdf/muellermilch_melkt_steuerzahler.pdf

 


How many petals around the rose? Ein bisschen Vorstellungsvermögen, ein paar Englischkenntnisse und los geht es! Petals sind Blütenblätter....
 

Cartoons und Comics
http://www.drive-in-cartoons.de/
http://www.spiegel.de/netzwelt/0,1518,k-2800,00.html
http://www.karikaturenwelt.de/
http://www.magixl.com/heads/ansicht.html
http://www.taz.de/ (Linke Navigationsleiste > Karikatur)
Besonders empfehlenswert: www.nichtlustig.de
Geballte Sozialkritik hier:
http://www.wirtschaftundschule.de/WUS/Datenpool/Einzelseiten/Karikaturenpool.html

Eigene Sammlung (im Aufbau)

 

 

Eine ganz bizarre Geschichte um das Bad
 
Die deutsche Literaturgeschichte hat ihn kaum wahrgenommen. Erschienen ist vom "jecken Schmitz" aus Düsseldorf, nämlich von Hermann Harry Schmitz (1880 - 1913) zu seinen Lebzeiten nur ein Erzählband (bei Rowohlt in Leipzig), posthum 1916 immerhin "Das Buch der Katastrophen", neu aufgelegt 1987 dann im Eulenspiegel-Verlag, wo die Erzählungen drei Neuauflagen erlebten. Schmitz war kein Literat, mehr ein skurriler Fabulierer - seelisch verwandt mit Jaroslav Hasek, der in seinen Erzählungen hahnebüchene Übertreibungen liebte, aber das Bürgertum genauso auf die Schippe nahm, wie "der jecke Schmitz".
Hier jetzt unbedingt lesen!!!

Die Sache mit Onkel Willibald ist das eine - wer wissen will, wie es ist, wenn bei Benders Hausputz ist, der muss hier weiterlesen: Oh Gott, Bei Benders ist Hausputz!


Wer einmal eine Reise tut....

 Eigentlich, lange geplant und vorbereitet, wollten wir mit unserem nicht mehr ganz neuen Wohnwagen und einem ebensolchen Auto nach Mittelitalien an einen – nach Erzählungen guter Freunde – wunderbaren See nördlich von Rom reisen. Rom, da waren wir noch nie – das wäre doch was.

 Dann kam die große Hitze – und die Vorstellung, bei eben dieser mit einem schweren Gespann über die Alpen und noch viel weiter reisen zu sollen, wurde uns immer unheimlicher. Bis eines Morgens ein lange gehegter, aber tief verborgener Wunsch an die Oberfläche drängte: Im Sommer einmal nach Lesbos fliegen, auf jene Insel, die wir dreimal im Herbst schon lieben gelernt haben.

 Was dann innerhalb von zwei Stunden Gestalt annahm, danken wir der modernen Kommunikationstechnik! Per Internet, Reisebüro und Handy waren zwei preiswerte Flüge gebucht, ein Appartement in Petra – bei unseren Freunden auf Lesbos – bestellt – alles nicht ganz undramatisch: Zwei Superflüge waren eben noch da, aber nach dem neuerlichen Kontakt mit Petra wieder weg – Urlaub verschoben – aber letztlich alles prima – 13. August Abflug Düsseldorf und am 27. 8. wieder eben dort.

 Wenn man zu Freunden nach Griechenland reist – wahrscheinlich auch, wenn man ganz woanders hin reist – wollen Gastgeschenke, Mitbringsel, wie wir früher sagten, gut überlegt sein. Die jungen Leute, die das Restaurant und das Reisebüro in Petra betreiben, wollen heiraten und haben bei ihrem letzten Deutschland-Besuch eine Vorliebe für Ikea-Wäsche, insbesondere Handtücher, entwickelt. Nun, dann fährt man bei 34 Grad eben zu Ikea und besorgt zwei farblich hinreißende Badetücher – ach ja, den Tiroler Schinkenspeck für Leandros, den Vater – und die Mutter? Verwöhnen mit Weleda-Produkten. Nun, eine Flugreise will auch sonst gut vorbereitet sein, schließlich geht in der Regel einer von zwei Koffern verloren, es muss also sinnvoll so gepackt werden, dass man notfalls gemeinsam aus einem leben kann. Blumengießdienst, Müllentsorgungsabsprachen, Postannahme – alles ist schließlich geregelt.

 Der Empfehlung des Reisebüros, möglichst früh die Reise nach Düsseldorf anzutreten, sind wir gerne gefolgt, niemand weiß ja so genau, welche Überraschungen das Leben – und insbesondere die Bahn – für einen bereit hält. Also 7.47 ab Eschwege West – das sind rund 8 Stunden bis zum Abflug – reichlich Spielraum um entspannt und voller Zuversicht die Reise anzutreten. Pünktliche Abfahrt, reibungsloser Regionalverkehr nach Bebra. Bebra, jener einstige Weltknotenpunkt für Bahnreisende, jener Bahnhof, wo wir früher, als Rotenburger Bürger, alle unsere Besucher abholten – und natürlich vorher Bahnsteigkarten lösen mussten.

 Nun, die erste Durchsage auf dem Bahnsteig ist schon nicht ohne: „Der ICE nach Düsseldorf hat voraussichtlich 60 Minuten Verspätung.“ Naja, Zeit ist ja genügend eingeplant. 10 Minuten später allerdings, als es heißt, der Zug entfalle ganz – wegen technischer Probleme, wird schon zwischen den Reisepartnern ein vorsichtig fragender Blick getauscht. Ganz? Der eilends aufgesuchte Bahnangestellte (Service-Point-Manager?) am Schalter (ja, gottseilobunddank gibt es einen solchen in Bebra noch, wie hätte man wohl einem Fahrkartenautomaten das Problem erklärt?) – absolut routiniert und ohne Zögern - schreibt die Fahrkarte um – nun also über Hersfeld, Frankfurt und Köln-Deutz nach Düsseldorf, ICE-Neubaustrecke, alles kein Problem, Ankunft Düsseldorf 12 Uhr noch was! Reichlich Zeit, kein Grund zur Aufregung.

 Planmäßig und wieder guter Dinge reisen wir munter über Hersfeld nach Frankfurt, besteigen dort den ICE nach Düsseldorf. Nicht weit hinter Montabaur allerdings verlangsamt sich die Reise, der Zug bleibt auf freier Strecke stehen. Ja nichts Besonderes, kennt man ja, satte vier Stunden noch bis zum Abflug. Dann allerdings kommt eine Durchsage des Zugführers, von dem, der uns kurz vorher mit seinem freundlichen Team eine erholsame Bahnfahrt gewünscht hatte, der Zug würde nun hier „auf unbestimmte Zeit“ stehen bleiben. Diese Formulierung sorgte zunächst nur für kurzes Herzrasen und vorübergehende Atemnot, was soll das heißen: „Auf unbestimmte Zeit“? Wenig später dann eine Erklärung: Es habe einen Personenunfall (für Vielreisende wohl nichts Neues, in Bahndeutsch kurz „PU“) gegeben, die Strecke sei von Polizei und Staatsanwaltschaft auf unbestimmte Zeit in beiden Richtungen gesperrt. So etwa nach eineinhalb Stehstunden fragen wir mal vorsorglich beim LTU-Schalter in Düsseldorf nach, wann man denn wohl spätestens da sein müsse, wenn man denn noch mitfliegen wolle. Eine halbe Stunde, das sei das Äußerste. Also halb vier, dann müsse man den Flug definitiv schließen. Reichlich Zeit also noch. Nach zweieinhalb Stehstunden allerdings breitet sich so eine eigenartige Mundtrockenheit aus. Aber gerade da gibt es Neuigkeiten! „Wir fahren nun zurück über Frankfurt Airport nach Frankfurt Hauptbahnhof. Sie können dann von dort ihre Reise fortsetzen... wir bitten um Verständnis...“ Sofort rufen wir unser Eschweger Reisebüro an und bitten zu erkunden, ob nicht von Frankfurt aus ein Flug nach Lesbos möglich sei. Und wahrhaftig, nach 10 Minuten die Rückmeldung, 15.50 ab Frankfurt, beim Aerolloyd-Schalter melden, 185 Euro pro Person nach Mytilene (Flughafen auf Lesbos). Wahnsinn! Der Zug nimmt langsam Fahrt auf – und wieder ab, bleibt stehen. Ratlose Gesichter, der Nachbar, der von Düsseldorf nach Kreta fliegen will (Abflug 15.20 Uhr) hat seinen Urlaub abgeschrieben, dafür aber das Rauchen wieder angefangen. Was für erbärmliche Tauschgeschäfte.

 Neue Meldung: „Wir setzen jetzt die Fahrt nach Düsseldorf fort, die Strecke ist wieder freigegeben.“ Anruf beim Reisebüro: Fehlalarm, wird nichts mit Frankfurt. „Können Sie denn nicht raus aus dem Zug, einen Mietwagen nehmen, andere Verkehrsmittel?“ Der Mann hat wohl noch nie in einem ICE auf freier und einsam verlassener Neubaustrecke gestanden! Aber wahrhaftig, es geht wirklich weiter, wir passieren die Unfallstelle (eine Frau hatte sich vor den uns voraus fahrenden Zug geworfen, ca. 1500 Fahrgäste in beiden Richtungen waren betroffen, das konnte man später in der Zeitung lesen), das Tempo lässt nach, der Zug bleibt stehen, Durchsage: „Ein Signalschaden, erfahrungsgemäß setzen wir die Fahrt in wenigen Minuten fort.“ Diese Minuten, so kann rückschauend gesagt werden, waren vermutlich die entscheidenden. Im Reisebüro wird bereits vorausschauend nach Alternativen gesucht. Nicht alkoholische Getränke im Bistro gibt es jetzt umsonst – und einen Reisegutschein im Wert von sageundschreibe Euro 10 hat man uns auch schon ausgehändigt.

 Ankunft in Düsseldorf kurz nach 15 Uhr. Mit dem Mut der eigentlich schon Verzweifelten stürzen wir aus dem ICE, rennen zur S-Bahn, die kommt auch ziemlich gleich, hechten im Flughafenbahnhof die Treppen hoch, dorthin, wo eine kleine Magnetschwebebahn – großkotzig „Skyflyer“ geheißen, die Gäste zu den Flugsteigen transportiert. Sollten wir vielleicht besser sagen: transportieren soll? Das Handy am Ohr und den Abflug dran, steigen wir in diesen gottverdammten Skyflyer: „Wir kommen sofort, sitzen schon im Skyflyer, bitte warten Sie auf uns!!!“ „Ja, da müssen Sie aber auch jetzt sofort kommen!“ 15.36. Der Skyflyer bummelt vom Bahnhof zum Abflug A/B. Unser Flug geht von Flugsteig C ab. Nie in unserem ganzen Leben hat sich irgendein Fortbewegungsmittel so langsam bewegt wie dieses Bähnchen. Noch aber gibt es Chancen, vermutlich wissen die beim Abflug ja, dass dieses Bähnchen eben doch nicht fliegen kann. Und dann passiert das, wovon der Leser mit Sicherheit sagen wird: „Das gibt es nicht!“ Das Bähnchen hält auf freier Strecke hoch oben in der Luft an, kurz vor dem Ausstieg C. Durchsage: „Wegen technischer Probleme können wir leider nicht weiterfahren.“ 15.40. Dann, nach vernichtenden Sekunden: „Wir fahren jetzt zurück zum Abflug A/B, bitte begeben Sie sich zu Fuß zum Abflug C!“ Jetzt ist es schon nicht mehr der Mut der Verzweifelten, mit dem wir unsere Koffer hinter uns herzerrend am Flughafengebäude entlang hetzen, jetzt sind es nur noch zwei Wundergläubige. Der Wunsch, dennoch den Abflugbereich C zu betreten, wird uns polizeilicherseits verwehrt: Der gesamte Bereich ist wegen einer Bombendrohung gesperrt! (Deswegen fuhr das Bähnchen auch nicht weiter!) Feuerwehr, Polizei, THW, Hunde, Blaulichter – und Gerhard und Christa wollen da rein! Hätten die Absperrung niedergerissen, wenn da nicht eben so viele gewesen wären, die das verhindert haben. „Da ganz hinten ist noch ein Eingang, der ist nicht abgesperrt!“ Eine Information, die uns rein zufällig von irgendwoher aus dem Off erreicht. Und genau hinter dieser letzten Tür, zu der wir – mutlos – dennoch rennen, dort wäre unser Schalter gewesen. Er war sogar dort. Nur der Flieger, der war nicht mehr da. Wahrscheinlich war es der einzige pünktliche Abflug in Europa an diesem Mittwoch, dem 13. August 2003.

 Die folgenden zwei Stunden tiefster Depression – mit Telefonaten nach Lesbos, (das Taxi zum Flughafen braucht ihr nun auch nicht mehr zu schicken) mehrmals nach Eschwege zum Reisebüro auf der Suche, ob es nicht doch noch... vielleicht morgen..., ein letzter Versuch beim Schalter von Olympic, die lakonische Auskunft am Service-Point (!) der Bahn, bitte wenden Sie sich an diese Adresse mit Ihren Sorgen und Beschwerden: DB Dialog-Kompetenzzentrum Hannover (!!) – die Heimreise und die Ankunft um 23.45 zuhause in Aue, das muss man nicht alles auch noch erzählen. Alles zu, alles ausgebucht, bis Athen oder Thessaloniki gerne, aber nicht weiter auf die Insel....Die Reiserücktrittsversicherung wird nichts zahlen, weil man ja die Reise angetreten hat (was man angetreten hat, kann man schließlich nicht zurücktreten...), die Bahn wird vielleicht einen weiteren kleinen Reisegutschein rausrücken, wer weiß.

 Dass wir dann aber – nach sinnloser Alternativ-Suche im Reisebüro am Donnerstag Vormittag – bereits Freitag Nachmittag mit einem schnell durch den TÜV gebrachten und beladenen Wohnwagen in Immenstaad am Bodensee unsere Zelte aufgeschlagen hatten, darauf sind wir sogar ein bisschen stolz! Übrig geblieben sind eine verhaltene Trauer, eine tief sitzende Fassungslosigkeit und ein anhaltendes Traum-Motiv: dauernd irgendwelche ziemlich schlimmen Situationen zu durchleben, auf die man absolut keinen Einfluss hat. Der tiefere Sinn dieser ganzen Sache hat sich uns bisher leider nicht erschlossen.

Anmerkung: Die Reiserücktrittsversicherung hat schließlich doch - aus Kulanz! - fast den gesamten Flugpreis erstattet! Auf die Antwort der Bahn warten wir noch heute (7.1.2004)

Heute, am 14. Januar 2004, schickt uns die Bahn - mit einem richtig netten Begleitschreiben - zwei Reisegutscheine über je 50 Euro. Damit ist nun die Sache endgültig ausgestanden.

Gerhard Wellmann und Christa Hagemann-Wellmann

Zum Anfang

Hermann Harry Schmitz

Onkel Willibald will baden

Dem Onkel Willibald hatte ein uralter Schäfer in der Lüneburger Heide gesagt, das Geheimnis des Langlebens sei, sich nie zu waschen. Er selbst sei seines Wissens so ungefähr hundertdreißig Jahre alt, und seit hundert Jahren wäre kein Wasser an seinen Körper gekommen. Bei einigen alten Bauern in der Eifel fand Onkel Willibald die gleiche Gepflogenheit. Ihr hohes Alter und ihre Rüstigkeit bewiesen, daß sie mit ihrer Theorie nicht so ganz unrecht hatten. Onkel Willibald hatte weiter von einem alten Landstreicher aus dem Thüringischen erzählen hören, der sich auch seit Jahren nicht gewaschen hatte, dann aufgegriffen wurde und polizeilicherseits ein Bad verabreicht bekam und, obwohl kerngesund, darnach sofort in Siechtum verfiel und starb. Das gab zu denken.

Onkel Willibald war praktischer Philosoph. Er hatte das Prinzip, sein Leben auf der Grundlage persönlicher Erfahrungen einzurichten. Er war stolz, wenn er im Volke so eine schlichte Lebensweisheit fand, einen nützlichen Brauch; gleich war diese neue Erkenntnis auch für ihn maßgebend und bestimmend. Indessen war die letzte Entdeckung nur so lange sein Evangelium, bis er wieder auf etwas Neues stieß.

»Ich bin ein verflixt heller Kopf. Ich halte die Augen offen!« sagte er und warf sich selbstgefällig in die Brust.

Er galt allenthalben für einen Sonderling. Seine Verwandten sagten, er sei verrückt. Mit Benders, seinen nächsten Verwandten, wohnte er im gleichen Hause, Benders auf der ersten, er auf der zweiten Etage; im Unterhaus war das Kolonialwarengeschäft von Wiehbendülle. Benders sprachen hinter dem Rücken Onkel Willibalds sehr respektlos über ihn. Ihm ins Gesicht waren sie dagegen widerlich devot und hofierten ihn in schmachvoller Weise. Sie gaben seinen fixen Ideen recht, soweit sie kein Geld kosteten. Onkel Willibald war begütert, und Benders die nächsten Erben.

Der Onkel hatte eine eigene Haushaltung, der seine Köchin Amöne Schmalspurbahn vorstand. Amöne Schmalspurbahn war eine Eskimo, die versehentlich nach Deutschland geraten war. Geld zur Rückreise fehlte ihr, sie nahm kurz entschlossen die in der Zeitung ausgeschriebene Stellung bei Onkel Willibald an.

Als er von der Reise zurückkam, auf welcher er den alten Schäfer und die Eifelbauern getroffen hatte, und als er das mit dem Landstreicher erfuhr, beschloß er, sich von Stund an nicht mehr zu waschen und dem Beispiel dieser Leute zu folgen. Seine Köchin, die er seit Jahren hatte, verließ ihn darauf Knall auf Fall. Andere folgten, aber schon nach wenigen Tagen gingen auch sie wieder. Keine war zu halten. Onkel Willibald war verzweifelt. Da erschien eines Tages Amöne Schmalspurbahn, und die blieb.

Der Onkel begann, nach einiger Zeit sich selbst nicht mehr zu mögen. Es war schon schlimm.

Er reiste eines Tages in die Bretagne und fand dort in dem am Meere gelegenen Dorfe Oeuf à la Coque unter den Einwohnern einen außergewöhnlichen Wasserfanatismus. Von früh bis spät lagen diese Leute im Meer. Und zu Hause wurden die Seebäder noch durch Duschen und Abwaschungen ergänzt. In Oeuf à la Coque gab es vierzig Einwohner über hundertundachtzig Jahre, die alle noch Rad fuhren und Rollschuh liefen. Eine hundertfünfundsiebzigjährige Frau leistete Erhebliches auf dem Drahtseil. Das gab zu denken.

Onkel Willibalds Grauen vor sich selbst wuchs von Tag zu Tag. Er merkte zu seinem Schrecken, wie er mählich körperlich und auch geistig verkam. Die Lebensweise des uralten Schäfers war nichts für ihn.

Die Leute in Oeuf à la Coque wiesen ihm den richtigen Weg. Die kannten das Geheimnis des langen Lebens. Wasser, Wasser war die Parole!

Im Zuge zurück in die Heimat, lernte er den berühmten Wasserheilmenschen Unglimpf Knobbe kennen, der ihm sein Buch »Hupf mein Mädle« schenkte, in dem er sein Wasserheilverfahren überzeugend darlegte und unzählige verblüffende Resultate aufführte.

Sofort schrieb Onkel Willibald an die größten Geschäfte für Badeeinrichtungen und bat um Prospekte.

An Amöne Schmalspurbahn, die auch eine Anhängerin der Theorie des uralten Schäfers war, nicht aus Überzeugung, sondern aus heimatlicher Überlieferung und Faulheit, wuchs Moos, und auf dem verfilzten Kopf nisteten Rotkehlchen.

Onkel Willibald entließ sie. Er bekam einen Abscheu vor ihr, außerdem fehlten ihm zwei Teelöffel.

Die Kataloge kamen zu Stößen ins Haus. Natürlich galt es erst zu probieren, ehe man sich zur Anlage einer kostspieligen Einrichtung entschloß. Auch Benders rieten ihm an, es vorläufig mal mit einer billigen Sache zu versuchen.

Da gab es die Reisewanne »Plitsche-Platsche« aus Segeltuch. »In fünf Minuten ein erquickendes Bad«, »Das Ostende des kleinen Mannes«, so wurde diese herrliche Wanne zum Preise von dreißig Mark angepriesen. Mit Dusche zwanzig Mark mehr. Als Dampfbad eingerichtet fünfzig Mark mehr. Mit prima Aluminiumgestell. Eine Kaffeetasse Wasser genügt zum erfrischenden Vollbad!

Onkel Willibald ließ sich eine »Plitsche-Platsche«-Reisewanne, das Ostende des kleinen Mannes mit Dusche und Dampfbadeeinrichtung kommen. Als die Kiste glücklich ausgepackt war, lag vor ihm ein Stück Segeltuch, ein Bündel Stangen, ein kleines Öfchen, eine Schachtel mit Schrauben, Muttern und komischen Dingen und ein Gießkannenausguß. Eine Gebrauchsanweisung war beigefügt.

Zwei Wochen quälte sich Onkel Willibald Tag und Nacht mit dem Tuch und den Stangen und dem Öfchen ab, ohne seine Badeeinrichtung zusammenzubekommen. Die Schrauben hatte er bereits verloren. Die Muttern waren unter die Möbel gerollt. Immer wieder vertiefte er sich in die Gebrauchsanweisung, er bekam es nicht zusammen.

Bis er eines Abends endlich glaubte, das Problem gelöst zu haben. In dem, was er aufgebaut hatte, konnte man schon baden.

Schnell Wasser herbei. Das Öfchen angesteckt. Den Krahnen aufgemacht: das war ein köstliches Bad. Onkel Willibald dehnte und streckte sich, grunzend vor Behagen. Er merkte dabei nicht, wie sich die mit Gummi verklebten Nähte der Segeltuchwanne lösten. Jetzt eine Dusche! Er zog an der Schnur. Die Dusche funktionierte nicht. Er zog stärker. Räng, päng! Das Gestell brach zusammen. Die Nähte des Segeltuchs waren jetzt völlig aufgeweicht. Aus der Wanne war ein flaches Tuch geworden. Onkel Willibald rang mit dem Stangengewirr, glitschte auf dem nassen Segeltuch aus, kam zu Fall und wälzte sich hilflos am Boden. Mit dem linken Bein geriet der Unglückliche in den brennenden Ofen und schwenkte diesen wie einen Klumpfuß strampelnd in der Luft. Das ausgelaufene Wasser stand im Zimmer, wurde aber von den Dielenritzen eingezogen.

Bums, bums! Schauerlich klang es durchs Haus. Benders, die unter Onkel Willibalds Baderaum ihr Schlafzimmer hatten, war ein großes Stück Zimmerdecke ins Bett gefallen, gefolgt von einem Guß Wasser.

Das war ein Spektakel im Hause! Mit einem Gipskranz von der Deckenverkleidung um den Hals stürzte Vater Bender im Nachthemd, gefolgt von Weib und Kind, nach oben.

Das undefinierbare Gewirr am Boden, vom Mond beleuchtet, machte Bender graulen. Mit Schwierigkeit erkannte man erst nach einer Weile als den Kern des Gewirrs den Onkel. Er schrie plötzlich jäh nach einem Ofen auch für das rechte Bein, da er daran friere.

Trotz dieses Ungemachs ließ der Onkel seine Bademanie nicht fallen. Mit »Plitsche-Platsche« war es nichts. Man sollte in so was nicht sparen. Er verschenkte die Bruchstücke des transportablen Bades an einen blinden Indianer.

Jetzt wollte er eine ordentliche Badeeinrichtung haben, die was kosten durfte. Für Unsummen legte er sich die patentierte, häufig preisgekrönte Badeeinrichtung »Schleiermacher« mit Emaillewanne, Gasofen und allen Schikanen der modernen Installation zu.

Auch die so ungemein hygienische Wellenbadschaukel »Meeresersatz« und die patentierte Sitzwanne »Karl der Große« war mitgeliefert worden.

Fränze Kaldaunentrost, die neue Köchin, hatte in dem Baderaum die eingemachten Gurken in Gläsern stehen. Sie war sehr sittenstreng. Sie deckte über die Gurkengläser aus Vorsicht Tücher, damit sich die unschuldigen Gurken an Onkel Willibald im Bade nicht versahen.

Onkel Willibald hatte nicht gern Handwerker im Hause. Er bat seinen Freund Philipp Motternich, der früher bei der Eisenbahn war und für alles eine geschickte Hand hatte, ihm beim Aufbau der Badeeinrichtung zu helfen.

Acht Tage lang quälten sich die beiden von früh bis spät an der Montierung des Bades. Sie gerieten schon gleich im Anfang, da jeder alles besser wissen wollte als der andere, in Streit. Dann sengte aus Versehen Onkel Willibald beim Anschluß des Wasserleitungsrohres mit der Lötlampe Philipps Bart halb ab. Es kostete Willibald Mühe, seinen wütenden Freund, der behauptete, Willibald habe das absichtlich getan, zu beruhigen. Als Willibald nun noch beim Einschlagen eines Hakens mit dem Hammer Philipps Daumen traf, wurde es Philipp zu viel, und er verließ in der feindlichsten Stimmung den Onkel.

Onkel Willibald besah sich, was sie bisher installiert hatten, und kam zur Überzeugung, daß alles wohl gerichtet und sein Bad nun gebrauchsfertig sei.

Eine genaue Anweisung über die Inbetriebsetzung war am Ofen angebracht.

So, hier war der Gashahn a. Der mußte geöffnet werden. Da war der Gashahn b, und dann gab es noch den Hauptgasabsperrhahn c. Von diesen beiden Hähnen stand nichts auf der Gebrauchsvorschrift, ob sie zu schließen oder zu öffnen seien. Der Hahn d sollte nach der Anweisung unbedingt offen bleiben, während der Hahn f unter allen Umständen geschlossen werden mußte. Die Ventile g und m mußten im Auge gehalten werden. Das war sehr wichtig. Der Brenner k, ein schreckliches Röhrenwirrwarr mit vielen kleinen Löchern, sollte in der Pfeilrichtung gedreht werden. Das alles und noch mehr stand auf der Instruktion, die Onkel Willibald immer und immer wieder las. Er wurde durch die Unmenge von Hähnen und Ventilen völlig verwirrt. Er hantierte hin und her hupfend, an dem Badeofen. Er erinnerte an einen Musikalclown, der sich an einem Gestell mit Glocken produziert.

An welchen Hahn und welches Ventil er auch rührte, immer wurde die Dusche in Tätigkeit gesetzt und er meuchlings von einem kalten Guß getroffen. Die Dusche reagierte auf alle Hähne. Es gelang ihm endlich, die Dusche abzustellen. Er zog den Brenner heraus, öffnete die Gashähne und hielt ein brennendes Streichholz so lange an die kleinen Löcher, bis das verglimmende Streichholz ihm die Fingerspitzen verbrannte. Der Brenner trug seinen Namen mit Unrecht, er brannte nicht.

Hätte er doch Philipp nicht auf den Daumen geschlagen! – Der hätte die Sache in Ordnung gebracht! ärgerte sich jetzt Onkel Willibald.

Plötzlich kam ihm die schreckliche Erkenntnis, daß der Ofen überhaupt nicht an eine Gasleitung angeschlossen war. Eine derartige Leitung lag nicht im Hause.

Dieser Philipp, dieser Nichtswisser! Das hätte er doch wissen müssen! schnaubte Onkel Willibald.

Was war zu machen? Gebadet mußte jetzt werden. Gut, badete er kalt. Das war noch viel gesünder als ein warmes Bad. Gewiß, viel abhärtender. Knobbe schrieb auch kalte Bäder vor. Die Gasleitung konnte man gelegentlich für alle Fälle anlegen lassen.

Er öffnete den Hauptwasserhahn der Wanne. »Plätscher, plätscher«, ging es munter in die Wanne. Es konnte eine Weile dauern, bis die Wanne gefüllt war.

Vielleicht vor dem Vollbad noch ein Wellenbad in »Meeresersatz!« Gesagt, getan. Das Wellenbad war schnell gefüllt. »Plätscher, plätscher« – lustig sprudelte es aus dem Haupthahnen in die Wanne.

Der Onkel nahm ein Wellenbad. Hei, war das fein und köstlich. Feste, feste, dachte der Onkel, je stärker der Wellenschlag, je heilsamer.

»Plätscher, plätscher« – die Wanne war mittlerweile fast voll gelaufen. Im Sicherheitsablauf steckte ein Zigarrenstummel.

Die Wellenschaukel stand schon einige Male auf der Kippe. Den Onkel packte ein wilder Taumel.

Dann war es geschehen. Die Wanne kippte um, und Willibald lag darunter, eingeklemmt von den Seitenwänden. Wie eine Schildkröte kroch er ächzend durchs Zimmer. Alles Abmühen und Strampeln hatte keinen Erfolg. Er kam nicht los.

»Plätscher, plätscher« – die Badewanne lief jetzt über; das Wasser stand fußhoch im Zimmer.

Der Onkel stieß die Tür ein. Er mußte zu Menschen, die ihm helfen konnten. Allein konnte er sich nicht befreien.

Er kroch die Treppe hinunter mit großen Schwierigkeiten. Grauen und Entsetzen packte die Leute bei seinem Anblick.

»Ein Untier naht, eine Riesenschildkröte! Flieht, rettet euch!« Alles floh in wilder Panik.

»Plätscher, plätscher«, die zweite und erste Etage stürzten ein.

Der bekannte Löwenjäger Fürchtegott Pöhzlapp selbst wagte nicht, dem Untier entgegenzutreten.

»Plätscher, plätscher« – das Haus fiel zusammen.

»Plätscher, plätscher« – die ganze Stadt ertrank.

Onkel Willibald strandete auf einem hohen Berge. Er war mittlerweile abgemagert und fand sich eines Tages von der Wanne befreit.

Er tat einen heiligen Schwur, nie wieder zu baden.

Zum Anfang 

Hermann Harry Schmitz
O Gott, bei Benders ist Hausputz!

Aus: Düsseldorfer General-Anzeiger vom 7.5.1911;
Der Säugling und andere Tragikomödien, Leipzig 1911

Alljährlich im Frühjahr bekam Frau Meta Bender, wie jede echte gute deutsche Hausfrau, ihren Koller: den Hausputzkoller.

Das war immer eine schlimme, eine äußerst schlimme Zeit für das Haus und die Lieben von Meta Bender. Die sonst wirklich ziemlich umgängliche und gütige Frau war während dieser Zeit nicht wiederzuerkennen, sie war wie umgewandelt, grausam, rücksichtslos und brutal.

Ich halte diesen Hausputzkoller für eine ganz bestimmte psychologische Erscheinung, und zwar für eine entgleiste Frühlingsregung, die sich nur noch an der Politur von Mahagonimöbeln, an frisch gestärkten Gardinen, in Atmosphären von schwarzer Seife und Bohnerwachs zur höchsten Ekstase begeistern kann. Ja, ja, so was muß es schon sein.

Es ist ein Zustand, der vor den Nervenarzt gehört, wirklich, denn die fast unheimliche Willenskraft der Aktivität, die die von dem Koller betroffenen Hausfrauen entwickeln, trägt absolut ein pathologisches Gepräge.

Hier liegt noch eine Aufgabe für die bakterologische Wissenschaft, den Bazillus, den Erreger dieser seltsamen Erkrankung zu entdecken und ein entsprechendes Gegenmittel zu finden.

Vater Rizinus Bender hatte ohnehin zu Hause verflucht wenig zu sagen. Höchstens schlug er mal, wenn es ihm zuviel wurde und seine Frau gerade nicht im Zimmer war, sehr vorsichtig mit der geballten Faust auf den Tisch und sagte bestimmt, aber sehr leise, daß er es leid sei und er der Herr im Hause sei. Heute beim Frühstück sei das Graubrot trocken gewesen, und er werde in jeder Richtung, in jeder Richtung gründliche Remedur schaffen.

Und die alte Tante Hülsenkuff mit dem Holzbein und dem großen Kropf, die bei Benders das Gnadenbrot genoß und auf welche das Wort »Remedur« einen enormen Eindruck machte, bat zitternd Vater Bender, nicht zu weit zu gehen, und außerdem höre sie seine liebe Gattin kommen.

Dann dämpfte Rizinus schleunigst seinen Zorn und machte die Wutfaust schön flach und ergeben.

Wenn er schon in friedlichen, normalen Zeiten nicht recht wagte, den Ansichten und dem Tun seiner Gattin wirksamen Widerstand entgegenzusetzen, wie viel weniger hätte er daran gedacht, gegen die gigantische Unerbittlichkeit des Hausputzkollers irgendwelche Front zu machen. Das war ein starres Verhängnis, dem er als absolut hilfloser Zwerg gegenüberstand.

In banger Erwartung sah er alljährlich dem Nahen des Frühlings entgegen. Wie ein Damoklesschwert hing der Gedanke an den großen Hausputz über seiner Seele.

Der arme Mensch wurde von Tag zu Tag sichtlich unruhiger; er irrte durch die Wohnung. Keine Pfeife, keine Zigarre wollte ihm mehr schmecken. Bis dann mit dem ersten abgehangenen Bild und den leeren, gardinenlosen Fenstern der Schrecken des Hausputzes seinen Einzug hielt in sein friedliches Heim.

Heuer sah er mit ganz besonders gemischten Gefühlen dem dräuenden Ereignis entgegen. Frau Bender hatte so ganz nebenbei verlauten lassen, daß sie dieses Mal eine besonders eingehende und gründliche Reinigung vorzunehmen gedenke. So alle paar Jahre sei das dringend nötig. Sie habe bereits genügend Hilfspersonal engagiert.

Da war ja Entsetzliches zu erwarten.

Und eines Tages war es dann losgegangen.

Herr Bender hatte nach dem Frühstück harmlos im Wohnzimmer gesessen und die Zeitung gelesen, als plötzlich seine Frau, gefolgt von drei bis an die Zähne mit Eimern, Besen, Putztüchern und sonstigen seltsamen Geräten bewaffneten, ihm gänzlich unbekannten, gar nicht sehr liebreizend aussehenden weiblichen Wesen entschlossen mit schweren Schritten in das Zimmer trat. Die Begeisterung der Krieger, die unter dem Einfluß einer großen, göttlichen Idee in die Schlacht ziehen, lag auf ihren Stirnen.

Wie gebannt starrte Rizinus aus seinem Sessel diesem Aufzug entgegen.

Vor allem wurden sämtliche Türen und Fenster geöffnet und Durchzug hergestellt.

Wie ein Feldherr vor dem Angriff gab Mutter Bender bestimmt und kalt ihre Befehle.

Auf den Ruf »Franz«, den sie gellend ausstieß, kam ein breitschulteriger Mann in Arbeiterkleidung, in den besten Jahren und mit einer Leiter. Das gleiche Leuchten einer eigentümlichen Ekstase lag auf seinem Gesicht.

Die Leiter wurde an die Wand gelehnt, und der Mann, den die Frauen »Franz« nannten, kletterte behende hinauf. Bild auf Bild wurde heruntergeholt.

Gierig griffen die roten beefsteakähnlichen Hände der drei Frauen nach den Kunstwerken.

Mutter Bender stand wie aus Bronze mit übereinandergeschlagenen Armen mitten im Zimmer und erinnerte an Napoleon.

Von Rizinus Bender nahm kein Mensch Notiz.

Jetzt hatte der Mann, den man Franz nannte, die Leiter ausgerechnet schräg über den Sessel Rizinus' gestellt. Geduckt, zitternd zog sich der Hausherr in seinem Sessel zusammen.

»Päng, päng, klirr, klirr!« Der Franz hatte schwitzige Hände, und der schöne Farbendruck »Genesung« war ihm entglitten. Rizinus Bender hatte ihn jetzt wie einen Halskragen übergestülpt.

»Hoppla«, meinte Franz, nahm gelassen ein anderes Bild von der Wand und reichte es den Frauen. Niemand nahm Notiz von diesem Vorfall oder machte gar Anstalten, den armen Rizinus zu befreien.

Mama Bender stand wie aus Bronze mit übereinandergeschlagenen Armen mitten im Zimmer und erinnerte an Napoleon.

Wie unter dem Bann einer furchtbaren, dämonischen Macht vermochte Vater Bender sich nicht zu rühren. Seine Augen verfolgten mit Grausen das Tun dieser furchtbaren Menschen.

Plötzlich stieß Frau Bender einen hellen Schrei aus. Alle stürzten sich mit Sturmgebärden auf das Vertiko und trugen dieses Möbel mit lautem Jauchzen aus dem Zimmer auf den Hausgang. Manches schöne Nippes, das auf dem Muschelaufsatz stand, fiel zu Boden und zerbrach.

Wie ein wilder Taumel kam es über die fünf. Mutter Bender verlor jede Beherrschung und wütete gegen die Möbel, so wild wie ihre Mannen.

Möbelstück auf Möbelstück wurde ergriffen und draußen auf dem Flur barrikadenartig aufgestapelt.

Und mit jedem Möbelstück, auf welches sich diese merkwürdigen Fanatiker stürzten, wuchs in ihren Augen ein wildes Feuer von übermenschlicher Begeisterung.

Rizinus lag starr in seinem Sessel, »Genesung« um den Hals.

Dann plötzlich wurde sein Sessel gepackt, ohne Rücksicht auf ihn hinausgetragen und auf einen polierten Tisch gestellt. Man stellte ihn zu sehr an die Kante. Der Sessel kam ins Rutschen und fiel nebst Rizinus herunter. Der Sessel brach ein Bein. Rizinus nicht, er stieß sich nur schauerlich das Schienbein, was eine gewisse Reaktion aus der starren Lethargie zur Folge hatte und ihm Kraft gab, sich in die gute Stube zu flüchten.

Das Geräusch von Wassersalven, die in das Wohnzimmer gefeuert wurden, drang an sein Ohr. Dazwischen vernahm er kurze, scharfe Kommandorufe seiner Gattin. Ab und zu ein Klirren, Knacken und Brechen als Zeichen, daß solch ein Feldzug seine Opfer forderte.

Einen ganzen Tag saß er klopfenden Herzens in der guten Stube und horchte auf das Toben draußen.

Das wußte er aus früheren Jahren, daß während der Hausputzepoche nicht gekocht wurde und daß er zur Stillung seines Hungers lediglich auf Brot und amerikanisches Büchsenfleisch angewiesen war.

Als die Nacht niedersank und es ruhig im Hause wurde, schlich sich Herr Bender mit einer Büchse Corned beef, nicht ohne furchtbare Stürze über die im Flur aufgebauten Möbel, in sein Schlafzimmer.

Laute Stimmen weckten ihn bei Morgengrauen schon aus dem Schlaf. Er fuhr auf, und sein verschlafener Blick ruhte voll Entsetzen auf den gräßlichen Frauen und dem Manne mit der Leiter, die sich anschickten, ihre furchtbare Mission auch in diesem Zimmer zu erfüllen. Frau Bender stand wie aus Bronze mit übereinandergeschlagenen Armen mitten im Zimmer und erinnerte an Napoleon.

Dürftig bekleidet rettete sich mit knapper Not Vater Bender in die gute Stube.

Und mit jedem neuen Tag wuchs der Fanatismus der Truppen seiner Frau. Von Zimmer zu Zimmer wurde er getrieben. Der Hausgang, das Treppenhaus, der Vorgarten, die Straße war angefüllt mit Möbeln. Ausräumen, ausräumen! war die Devise.

Benders hatten neun Kinder. Eins nach dem andern war bei dem Tohuwabohu des Hausputzes zugrunde gegangen. Auf Anton war ein Kleiderschrank gefallen und hatte ihn platt gedrückt, daß er nur noch als Lesezeichen zu verwenden war. Erich war, eingeklemmt zwischen ein Bett und einen Säulenofen, verhungert. Die Kleineren waren in dem Gewirr spurlos verschwunden. Der Jüngste, Pepi, war vom Vakuum-Reiniger, den man auch zur Unterstützung herbeigerufen hatte, aufgesaugt worden.

Schrecken, o Schrecken!

Das Klavier, das auf der Bleiche stand, fletschte die Tasten. Man hatte seinen Bauch geöffnet und auf Befehl Metas die Saiten herausgenommen, damit sie mit Schmirgel gereinigt wurden. Endlich mal.

Entsetzen füllte das Haus.

Auf das Dach flüchtete sich in seiner Bedrängnis und Not Vater Bender, wo er an den Schornstein geklammert die unglückliche Tante Hülsenkuff fand, die sich mit ihren letzten Kräften hier hinauf gerettet hatte.

Die wilden Truppen, die im Hause tobten, hatten es auf ihr Holzbein und den Kropf abgesehen. Ersteres sollte abgeseift und frisch lackiert und letzterer bronziert werden. Lieber tot, als das zugeben, war der Entschluß der Tante. Und sie hatte sich aufs Dach geflüchtet.

Im Hause aber wütete Mutter Benders Wille zum Hausputz.

Dann geschah das Schreckliche, das dem Tun der Wahnwitzigen ein jähes Ende bereitete.

Der Maschinist, der den Vakuum-Reiniger bediente, ging auf einen Augenblick weg, um gegenüber einen Schnaps zu trinken. Mutter Bender benutzte seine Abwesenheit und stürzte sich auf den Apparat. Sie drehte an den Ventilen, stellte die Regulierung auf die höchsten Ziffern und entfesselte in ihrer wilden Ekstase die ganze ungebundene Kraft der Maschine.

Ein furchtbares Brausen und Sausen erhob sich, das von Sekunde zu Sekunde anschwoll. Mit Sturmwindskraft und Schnelligkeit saugte die Maschine die Luft in sich hinein. Bilder und Spiegel wurden von der Wand gerissen. Gardinen flogen durchs Zimmer und verschwanden im Schlund des entsetzlichen Saugers. Dann wurde plötzlich Mutter Bender wie von unsichtbarer Hand gepackt. Sie mochte sich sträuben und mit den Gliedern strampeln, nach einem Stützpunkt verzweifelt die Hände strecken, – vergebens, der Vakuum-Reiniger sog sie heran und verschlang sie. Die drei Putzfrauen und den Franz traf das gleiche schreckliche Geschick.

Franz eilte, als er Frau Bender im Vakuum-Reiniger verschwinden sah, herbei, und es gelang ihm noch, das linke Bein der Frau zu fassen. Aber, wie er sich auch stemmte mit allen Kräften und die drei Putzfrauen sich an ihn klammerten, sie wurden alle hineingerissen in die entsetzliche Maschine.
Tante Hülsenkuff hatte sich auf dem Dach erkältet und starb an einer Influenza.
Vater Bender war trotz allem Zureden nicht zu bewegen, das Dach zu verlassen.
 

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Wettervorhersage

It was autumn, and the Indians on the remote reservation asked their new Chief if the winter was going to be cold or mild.

Since he was Indian Chief in a modern society, he had never been taught the old secrets, and when he looked at the sky, he didn`t have the faintest idea what the weather was going to be like.

Nevertheless, to be on the safe side, he replied to his tribe that the winter was indeed going to be cold and the members of the village should collect wood to be prepared.

But also being a practical leader, after several days he got an idea. He went to the phone booth, called the National Weather Service and asked , “Is the coming winter going to be cold?” – “It looks like this winter is going to be quite cold indeed,” the meteorologist at the weather service responded.

So the chief went back to his people and told them to collect even more wood in order to be prepared.

A week later he called the National Weather Service again. “Is ist going to be a very cold winter?” - “Yes,” the man at the National Weather Service again replied, “it`s going to be a very, very cold winter.”

The chief again went back to his people and ordered them to collect every scrap of wood they could find.

Two weeks later he called the National Weather Service again. “Are you absolutely sure that the winter is going to be very cold?” - “Absolutely,” the man replied. “It`s going to be the coldest winter ever.”

“How can you be so sure?” the chief asked.

The weatherman replied. “The Indians are collecting wood like crazy.”

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Room Service:

"Morny. Ruin sorbees"

Guest:

"Sorry, I thought I dialed room-service"

Room Service:

"Rye..Ruin sorbees..morny!  Djewish to odor sunteen??"

Guest:

"Uh..yes..I'd like some bacon and eggs"

Room Service:

"Ow July den?"

Guest:

"What??"

Room Service:

"Ow July den?...pry, boy, pooch?"

Guest:

"Oh, the eggs! How do I like them? Sorry, scrambled please."

Room Service:

"Ow July dee bayhcem...crease?"

Guest:

"Crisp will be fine."

Room Service:

"Hokay. An San toes?"

Guest:

"What???"

Room Service:

"San toes. July San toes?"

Guest:

"Uhh... I don't think so"

Room Service:

"No? Judo one toes??"

Guest:

"I feel really bad about this, but I don't know what 'judo one toes' means."

Room Service:

"Toes! toes!...why djew Don Juan toes? Ow bow singlish mopping we bother?"

Guest:

"Oh, English muffin!!  I've got it!  You were saying 'Toast.'  Fine."  Yes, an English muffin will be fine."

Room Service:

"We bother?"

Guest:

"No.  Just put the bother on the side."

Room Service:

"Wad?"

Guest:

"I mean butter...just put it on the side."

Room Service:

"Copy?"

Guest:

"Sorry???"

Room Service:

"Copy...tea...mill?"

Guest:

"Yes. Coffee please, and that's all."

Room Service:

"One Minnie.  Ass ruin torino fee, strangle ache, crease baychem, tossy singlish mopping we bother honey sigh, and copy....rye??"

Guest:

"Whatever you say."

Room Service:

"Tendjewberrymud."

Guest:

"You're welcome

Eine kleine Pisa-Geschichte
Vor einiger Zeit verabredete die bundesdeutsche Schulgemeinschaft ein jährliches Wettrudern gegen die finnische Schulgemeinschaft, welches auf dem Rhein ausgetragen werden sollte.
'Als der große Tag kam, waren beide Mannschaften topfit, doch die Finnen gewannen das Wettrudern mit einem Vorsprung von einem Kilometer.
Nach dieser Niederlage war das bundesdeutsche Team sehr betroffen und die Moral sank auf den absoluten Tiefpunkt. Die Schulverantwortlichen entschieden, dass der Grund für diese blamable Niederlage unbedingt herausgefunden werden musste.

Ein Länder übergreifendes Projektteam wurde eingesetzt, um das Problem zu untersuchen und um geeignete Abhilfemaßnahmen zu empfehlen.
Nach langwierigen Analysen fand man heraus, dass bei den Finnen acht Mann ruderten und ein Mann steuerte, während es im deutschen Ruderboot genau anders herum war. Die Schulverantwortlichen engagierten nun internationale Experten, die eine Studie über die Struktur des bundesdeutschen Teams anfertigen sollten. Nach einigen Monaten und beträchtlichen Kosten kamen die Experten zu dem Schluss, dass im bundesdeutschen Team zu viele Leute steuerten und zu wenige ruderten.
Um einer weiteren Niederluge gegen die Finnen vorzubeugen, wurde die Teamstruktur geändert. Es gab nun vier Steuerleute, zwei Obersteuerleute, einen Steuerdirektor und einen bundesministerialen Steuerdirigenten - und einen Ruderer.
Um dem Ruderer mehr Leistungsanreize zu geben, wurde ein völlig neues Leistungsbewertungssystem eingeführt und es wurde herumerzählt, dass man in höheren Kreisen in Erwägung  zöge,den Aufgabenbereich des Ruderers zu erweitern und ihm mehr  Verantwortung zu übertragen.
Im nächsten Jahr gewannen die Finnen mit einem Vorsprung von zwei Kilometern. Folgen:
Die Schulverantwortlichen versetzten den Ruderer wegen schlechter Leistung, verkauften die Ruder und stoppten alle Investitionen für ein neues Boot. Den Schulverantwortlichen wurde dafür durch die Landesregierung Lob ausgesprochen und das eingesparte Geld den Experten als Leistungsprämie ausbezahlt. Es wird daran gearbeitet, die Studiengänge für Steuerleute inhaltlich völlig neu zu gestalten, die Qualifikationsebene des zukünftigen Ruderers nach unten zu korrigieren und gleichzeitig eine Arbeitszeiterhöhung um 100% für ihn durchzusetzen.
Verfasser unbekannt
 

Vorschulkindern wurde das gleiche Bild gezeigt und genau die gleiche Frage gestellt.
90% von ihnen gaben diese Antwort:
"Der Bus fährt nach links"
Auf die Frage "Warum glaubst du, dass der Bus nach links fährt?"
antworteten sie: "Weil man die Tür nicht sehen kann, um in den Bus einzusteigen!"
Wie fühlst du dich jetzt???

Ich weiß, ich auch...

Wader und Wecker








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Bei
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© gerhard wellmann, 2006