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Daten zur Entdeckung und Erforschung der Arktis

Tiere und Pflanzen der Arktis     Bevölkerung der Arktis (Eskimos, Wikinger)

Zusatzseite Arktis / Antarktis:

Arktis-Eis schmilzt dramatisch schneller als befürchtet

Die Arktis schmilzt. Der Klimawandel lässt Kulturen untergehen und macht neue Rohstofflager zugänglich

Vor 55 Millionen war der Arktische Ozean an die 20 Grad Celsius warm und eisfrei
2007-2009 ist internationales Polarjahr - Linktipps vom WDR
Gute Informationen und Links zum Thema "Klimawandel"

Weitere sehr informative Seiten:
Eis der Arktis schmilzt in dramatischem Tempo (Spiegel-online)
Faszination Polarforschung (Spannender Bericht und tolle Fotos!)
Kindernetz - gute Informationen z den Polen (SWR)
Die Zukunft der Arktis- Veränderung eines Lebensraumes (espere)
Erderwärmung und die Folgen (ARD)
Klimawandel in Alaska - Ein Teufelskreis nimmt seinen Lauf (ARD)

Hier findest du gute andere Seiten zu den Polargebieten.

Südpol (Antarktis)     Die Vereisung der Antarktis
Nutzung und Gefährdung der Antarktis
Daten zur Entdeckung und Erforschung der Antarktis

Tiere der Antarktis

Das „ewige" Eis schmilzt weiter

Das „ewige" Eis rund um den Nordpol schmitzt trotz eines überdurchschnittlich kalten Winters in einigen arktischen Regionen weiter. Das haben Wissenschaftler anhand von neuen NASA- Satellitendaten herausgefunden. Danach schrumpft sogar das dickste, älteste und härteste Eis in der Arktis, hier am Scoresbysund in einem alarmierenden Ausmaß, wie die Weltraumbehörde mitteilte. Zwar sei das jahreszeitlich bedingte Meereis, das im Sommer auf ein Minimum schmilzt und im Winter auf ein Maximum wächst, wegen kälterer Temperaturen gewachsen. Zeitgleich sei aber der Umfang des Dauereises zurückgegangen - der NASA zufolge ein Spiegelbild der globalen Erwärmung. Danach sank der Anteil des Dauereises an der gesamten Eisdecke von 40 Prozent im vergangenen Jahr auf nur 30 Prozent in diesem Winter. (dpa) Archivfoto: dpa
 
Die Polargebiete der Erde
Die Polargebiete umfassen die um die Pole der Erde liegenden Festlandsgebiete, Inseln und Meeresregionen. Sie reichen bis zu den Polarkreisen, die auf 66½° nördlicher bzw. südlicher Breite liegen.
Zwischen den Polen und den Wendekreisen treffen die Sonnenstrahlen ganzjährig mit sehr flachem Winkel auf die Erdoberfläche.
Deshalb gibt es in den Polargebieten nie in unserem Sinne Sommer. Die „Jahreszeiten“ werden vielmehr danach unterschieden, ob es überhaupt Licht gibt:
Am Polartag steht die Sonne als Mitternachtssonne ganztägig flach über dem Horizont.
In der Polarnacht verschwindet die Sonne rund um die Uhr unter dem Horizont und taucht die Welt auch in der Mittagszeit nur in ein fahles Dämmerlicht.
Die Länge von Polartag und -nacht nimmt von den Polarkreisen (1 Tag Dauer) zu den Polen hin zu. Dort dauern sie jeweils ein halbes Jahr.

   
Links: Polartag am Nordpol                           Sonneneinstrahlung am Äquator und am Nordpol
Rechts: Polartag am Südpol
 


Nordpolargebiet (Die kleinen Bilder anklicken!)

 
Der niedrige Sonnenstand bedingt zum anderen, dass die Erwärmung der Erdoberfläche in Polnähe stets geringer ist als in niedrigeren Breiten. Die schwächere Erwärmung im Sommer und die starke Abkühlung der Polargebiete im Winter sind für die eisigen Temperaturen im Polarklima verantwortlich:


Klimadiagramme im Vergleich

Die Arktis, das Nordpolargebiet
Der Raum um den Nordpol wird vom Meeresbecken des bis zu mehr als 5000 m tiefen Nordpolarmeeres, von zahllosen Inseln und den nördlichen Teilen der Kontinente Amerika, Europa und Asien eingenommen.
Mit einer Fläche von über 21 Mio. km² ist die Arktis doppelt so groß wie Europa, wobei zwei Drittel Meer sind.
Im Winter ist das Nordpolarmeer fast vollständig von einer 2 bis 3 m dicken Eisschicht bedeckt. Bei den häufigen Stürmen schiebt sich das Meereis zu Packeis zusammen, das sich bis zu 25 m Höhe auftürmen kann.
So entstehen an der Meeresoberfläche ständig wechselnde wirre Eisfelder, von deren Rändern sich gefährliches Treibeis ablösen kann.


Treibeis

Grönland
Die arktische Insel Grönland ist die größte Insel der Erde. Sie ist im Inneren von einer über 3000 m mächtigen Decke Inlandeis bedeckt.
Der bis zu 150 km breite eisfreie Küstensaum hat hohe Randgebirge, aber auch tiefer gelegene Teile. Da diese Gebiete früher von Eis bedeckt waren, findet man dort den typischen Formenschatz von vom Eis überformten Abtragungsgebieten: kastenförmige Täler und Fjorde, Seen- und Moränenlandschaften und als vorherrschende Küstenform Schärenküste:



Schärenküste mit kleinen buckelartigen Felsinseln

Von den großen ins Meer reichenden Gletschern Grönlands brechen vor allem an der Westküste riesige Eisberge ab. Die Gletscher „kalben“:


Eisberge bei Grönland

Durch Meeresströmungen, insbesondere den kalten Labradorstrom, driften die Eisberge an der nordamerikanischen Küste z. T. weit nach Süden. Dort stellen sie dann eine erhebliche Gefahr für die Schifffahrt dar.
Das Gebiet östlich von Grönland, etwa zwischen Island und der skandinavischen Küste, wird dagegen vom Golfstrom beeinflusst. Der transportiert warme, aus subtropischen Gebieten Amerikas stammende Wassermassen bis in das Meeresgebiet zwischen Spitzbergen und Nowaja Semlja. Deshalb ist dort auch wenigstens im Sommer das Nordpolarmeer eisfrei.
 

Auch die übrigen Nordpolargebiete sind vom ganzjährigen kalten Klima geprägt.
Rings um das Nordpolarmeer liegen Dauerfrostgebiete mit nahezu vegetationslosen Felsschuttflächen.
Im Norden von Alaska, Kanada, Skandinavien und Russland schließen sich südwärts die baumlosen Tundren an. Neben Flechten und Moosen finden in den Tundren nur niedrige Kriechweiden, Krüppelbirken, Wacholderbüsche und Rhododendren ein karges Auskommen.

Nutzung und Gefährdung der Arktis
So unwirtlich die Polargebiete auch sein mögen, von großer Bedeutung sind sie für die Existenz der menschlichen Gesellschaft:
Erstens sind die Polargebiete durch ihre extrem niedrigen Temperaturen und den dadurch hervorgerufenen globalen Austausch von Luftmassen und Meerwasser (Meeresströmungen) ein Motor klimatischer Prozesse.
So hängen die klimatischen Verhältnisse in Europa bzw. die Entwicklung des Wetters sehr wesentlich vom atmosphärischen Zustand in der europäischen Wetterküche Arktis ab.
Zweitens gibt es in der Arktis bedeutende Rohstoffvorkommen:


Rohstoffe in der Arktis

Allerdings werden mit wenigen Ausnahmen, u. a. die Kohlevorkommen auf Spitzbergen, die Kohle- und Erzlagerstätten der Arktis bislang kaum genutzt.
Anders ist es mit Erdöl und Erdgas: In Alaska und in Russland werden beide Energieträger im großen Maßstab gefördert. Es gibt zwar internationale Vereinbarungen zur Nutzung der Arktis und zum Umweltschutz, doch sie können ökologische Katastrophen, wie 1989 die Vergiftung weiter Küstengebiete Alaskas durch die Havarie des Supertankers „Exxon Valdez“, nicht verhindern.
Drittens birgt das Nordpolarmeer auch „lebende Ressourcen“. Die Palette reicht von verschiedenen Fischarten über Garnelen bis hin zu Robben und Walen. Durch unkontrollierten Fang und Abschuss drohten diese Ressourcen jedoch zu versiegen. Es ist u. a. den massiven Protesten von Naturschützern zu verdanken, dass Fang- und Abschussquoten festgelegt  wurden, die zu einer langsamen Erholung der Bestände führen könnten.

 
Die polaren Lebensräume fordern aufgrund ihrer extremen Lebensbedingungen ein Höchstmaß an Anpassung von Mensch und Tier.

Auch Menschen konnten sich an die extremen Lebensbedingungen im Nordpolargebiet anpassen.
Umgekehrt macht sie das auch besonders anfällig gegen äußere Eingriffe. Die Überwindung ökologischer Probleme kann viele Jahre dauern.

Daten zur Entdeckung und Erforschung der Arktis
Die Bezwingung der Arktis und des Nordpols ist seit vielen Jahrhunderten das Ziel von Abenteurern und wissenschaftlichen Expeditionen und hat auch große Opfer gefordert:
• 1594–1596: W. BARENTS erreicht die Westküste von Nowaja Semlja und findet u. a. die Bäreninsel.
• 1733–1743: Die russische „Große Nordpolarexpedition“ unter V. BERING erforscht die Nordküste Sibiriens, die
Beringstraße, Alaska und die Alëuten.
• 1778: J. COOK erkundet die Beringstraße und dringt auf der Suche nach der Nordwestpassage im Nordpolarmeer bis zur Eisgrenze vor.
• 1845: FRANKLIN auf der Suche nach der Nordwestpassage verschollen.
• 1893–1896: Der Norweger FRIDTJOF NANSEN driftet im Packeis mit der „Fram“ am Nordpol vorbei.
• 1903–1906: Der Norweger ROALD AMUNDSEN bezwingt mit dem Kutter „Gjöa“ die Nordwestpassage.
• 1909: ROBERT E. PEARY gelangt am 6. April als erster Mensch mit dem Hundeschlitten in unmittelbare Nähe des Nordpols.
• 1926: Der Italiener UMBERTO NOBILE und ROALD AMUNDSEN überfliegen mit dem Luftschiff den Nordpol.
• 1937–1938: Eine sowjetische Forschungsstation unter Leitung von I. D. PAPANIN driftet auf dem Eis vom Nordpol nach Grönland.
• 1958: Das atomgetriebene U-Boot „Nautilus“ der USA untertaucht den Nordpol.
• 1977: Der sowjetische Atom-Eisbrecher „Arktika“ erreicht von der Laptewsee aus durch mehr als 3 m dickes Eis den Nordpol.
 

Tiere und Pflanzen (Fauna und Flora) der Arktis
Die Arktis ist nicht etwa eine Eiswüste ohne jegliches Leben im Wasser oder auf dem Land. Im Frühling erwacht eine Pflanzen- und Tierwelt mit eindrucksvoller Üppigkeit. Dabei ist nicht nur die Temperatur der entscheidende Faktor. Feuchtigkeit, Bodenbeschaffenheit und Lichtmenge sind ebenfalls extrem wichtige Aspekte, welche die Lebensbedingungen für Flora und Fauna bestimmen. Viele Tierarten sind an die Bedingungen in der Arktis angepasst. Einige arktische Säugetiere und Vögel verfügen während der kalten Monate über eine zusätzliche Isolierschicht.


Skuas, die größten Raubmöwen, bewohnen Küsten des Nordatlantiks. Sie greifen sogar die größeren Basstölpel an, um ihnen Beute abzujagen oder diese sogar zum Hervorwürgen des Mageninhalts zu veranlassen.

Mehr als 400 Arten von Blütenpflanzen gedeihen in der Arktis. Die Tundra, die sich weitläufig über Ebenen und Küstenregionen ausdehnt, ist durch Kriechsträucher, Kräuter, und Gräser sowie durch dichte Flechten- und Moosbestände charakterisiert.


Sattelrobbenbaby

Ein Sattelrobbenbaby hat in den ersten drei Lebenswochen ein seidiges weißes Fell, das später dichter und dunkler wird. Das weiße Fell ist ein guter Schutz gegen Feinde wie Polarfuchs, Eisbär und räuberische Vögel. Zudem weisen die unpigmentierten Haare eine besonders gute Isolationswirkung auf. Junge Sattelrobben sind das vorrangige Ziel von Robbenjägern.

Zu den Säugetieren der Arktis zählen Eisbären, Polarfüchse, Wölfe, Vielfraße, Walrosse, Seehunde, Rentiere sowie die zur selben Spezies gehörenden amerikanischen Karibus, Moschusochsen, Lemminge, Schneehasen und mehrere Arten von Walen.


    

Die Arktis bietet Lebensraum für eine artenreiche Vogelwelt. Lummen, Papageitaucher und Krabbentaucher nisten zu Tausenden entlang der Felsküsten. Kolkraben, Schneeammern, Strandläufer, Schnee-Eulen und Schneehühner leben auch in den entlegensten Gebieten des Nordens, ebenso verschiedene Möwen- und Raubmöwenarten. Weitere typische Arktisvögel sind Eiderenten, Seetaucher und Sturmvögel. Insekten wie Bienen, Wespen, Fliegen, Schmetterlinge, Käfer und Heuschrecken treten in allen vegetationsbedeckten Teilen der Arktis auf. Die Meerestiere der Arktis sind besser an Temperaturschwankungen des Wassers angepasst als die Tiere der antarktischen Region. Die küstennahen Gewässer sind relativ fischreich, vor allem an Kabeljaus, Heilbutts und anderen Plattfischen sowie Lachsen. In arktischen Gewässern gibt es einen großen Artenreichtum an Wirbellosen wie Krebstieren.

Bevölkerung


Sommerlager der Eskimo
Traditionell waren die Inuit (wie sie sich selber nennen, es bedeutet in ihrer Sprache einfach "Menschen") vorwiegend nomadische Jäger. Die Abbildung zeigt einen Inuit neben seinem Sommerzelt aus Walross- und Robbenfellen.

Lange bevor die Europäer die Arktis entdeckten, gab es dort in weiten Teilen des Landes eine verstreut lebende Bevölkerung. Nur Island stellte eine nennenswerte Ausnahme dar. Die Ureinwohner gehörten zahlreichen verschiedenen Gruppen an und bedienten sich verschiedener Sprachen; sie stammten jedoch alle ursprünglich aus Asien. Die Inuit (Eskimos) erreichten den Atlantischen Ozean im Osten Grönlands und die Saami (Lappen) gelangten nach Norwegen.
 


Traditionelle Kleidung der Eskimo

Die Inuit in Grönland, Nordamerika und im Nordosten von Sibirien leben vom Walross- und Robbenfang, um sich mit Kleidung und Nahrung zu versorgen. Haut und Fell werden zu Stiefeln, Hosen und Jacken verarbeitet. Diese Inuitfrau stammt aus Alaska.
In den Arktisregionen Russlands gibt es ungefähr 20 verschiedene Bevölkerungsruppen. Dazu gehören die Komi oder Zyrian, die ungefähr 250 000 Mitglieder zählen und die Arktisgebiete des europäischen Teils von Russland bewohnen; die Jakuten mit circa 300 000 Angehörigen, die vorwiegend im Becken des Flusses Lena leben, sind die größte Gruppe. Die Inuit leben hauptsächlich im Norden Alaskas, im Norden Kanadas und in den Küstenregionen Grönlands.

Ursprünglich lebten alle Ureinwohner der Arktis ausschließlich von der Jagd und der Fischerei und verwendeten nur in der Natur vorkommende Materialien für die Herstellung von Kleidung und Werkzeug sowie zum Bau ihrer Wohnstätten oder Fahrzeuge. Die hergestellten Gegenstände waren kunstvoll gearbeitet und oft reich verziert. Der Kajak, der Parka und die Harpune der Inuit zählen zu den bekanntesten Erzeugnissen der arktischen Lebenswelt.

In der Arktis ließen sich auch Völker aus südlicheren Regionen nieder. Vor etwa 1 100 Jahren, als die Wikinger sich u. a. in Island ansiedelten, erreichten auch Norweger und Russen die Küsten Nordeuropas. In jüngerer Zeit gründeten Wissenschaftler, Bergarbeiter und Missionare Siedlungen in der Arktis.



Wikingerschiff

In den arktischen Regionen Alaskas, Kanadas und Grönlands gibt es nur wenige größere Siedlungen. In den Arktisregionen Skandinaviens und Russlands hingegen findet man einige größere Städte, wie z. B. Murmansk und Norilsk in Russland und Tromsø in Norwegen. Auch Reykjavík, die Hauptstadt Islands, ist ein bedeutendes städtisches Zentrum.

Kreuzworträtsel zur Arktis


Faszination Arktis - Die Geschichte ihrer Erforschung und Entdeckung


SÜDPOL oder ANTARKTIS
 
Die Antarktis umfasst die Land- und Meeresgebiete um den Südpol. Mit einer Fläche von mehr als 21 Mio. km² besitzt das Südpolargebiet etwa die gleiche Größe wie das Nordpolargebiet und die doppelte Größe von Europa.


Antarktis

Während aber um den Nordpol das eisbedeckte Nordpolarmeer liegt, befindet sich der Südpol im Zentrum der großen Landmasse Antarktika.
Der 7. Kontinent ist mit knapp 14 Mio. km² fast doppelt so groß wie Australien. Vor rund 200 Mio. Jahren war er mit Südamerika, Afrika, Vorderindien und Australien Teil des Urkontinents Pangäa. Pangäa war, wie Fossilienfunde beweisen, von dichten Farnwäldern überzogen und von hirschgroßen Sauriern bewohnt.
Die Vereisung des Kontinents setzte also erst nach seiner Trennung vom Urkontinent ein. Heute ist Antarktika von einem im Mittel etwa 2000 m, stellenweise aber auch über 4000 m mächtigen Inlandeis-Panzer bedeckt. Unter dieser gewaltigen Eislast hat sich die Gesteinsoberfläche gesenkt und liegt zum Teil mehrere hundert Meter unter dem Meeresspiegel. Nur die höchsten Gipfel des Kontinents sind eisfrei und ragen über das Inlandeis hinaus.
Das Inlandeis „fließt“ mit einer Geschwindigkeit von wenigen Metern bis zu 2 km pro Jahr auf die Küsten zu.
Die an den Küsten Antarktikas aufragenden hohen Gebirge zwingen das Eis, als Gletscher zwischen ihnen abzufließen. Die Gletscher schieben sich als Zungengletscher z. T. viele Kilometer ins Meer hinein, oder sie vereinigen sich zu riesigen bis zu 700 m mächtigen Eistafeln, dem Schelfeis.
Wenn das Schelfeis bzw. die Gletscher unter der Wirkung von Eisnachschub, Auftrieb im Wasser und Gezeiten abbrechen, „kalben“ sie riesige tafelförmige Eisberge.
So treiben nicht selten Eisberge von der Größe Thüringens in die Weiten der angrenzenden Ozeane.
Im Inlandeis Antarktikas sind etwa 80 % der Süßwasservorräte der Erde gebunden. Würden die Eismassen abschmelzen, wäre das mit einem Ansteigen des Meeresspiegels um ca. 70 m verbunden.
Mt. Vinson (5140 m), ist der höchste Berg des Kontinents.
In der Antarktis herrscht ein extremes Polarklima. Kurzen, kühlen Sommern folgen eisige, lange Winter. Im September 1983 wurden mit minus 89,2 °C die tiefsten Temperaturen auf der Erde gemessen.
Dazu kommt eine extreme Trockenheit. Die geringen Niederschlagsmengen sind mit denen in der Sahara vergleichbar.
Blitzartiger Wetterwechsel, knackende Kälte und tobende Orkane mit Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h machen jeden längeren Aufenthalt im Freien zum Risiko und zur Qual.
Die Antarktis ist deshalb die lebensfeindlichste Großregion der Erde. Auf den wenigen eisfreien Stellen an der Küste und in den Gebirgen gedeihen nur Flechten, Moose und Algen.
Im Gegensatz zur antarktischen Kältewüste auf dem Land ist das Leben auf und in den antarktischen Meeren sehr viel reichhaltiger. Hier leben Algen, Tange, viele Fischarten und riesige Massen als Krill bezeichneter Kleinkrebse, die die Hauptnahrungsquelle der großen Bartenwale (z. B. Blau- und Buckelwal) sind, aber auch Robben und Pinguine, die Charaktervögel der Antarktis.

Nutzung und Gefährdung der Antarktis
So unwirtlich die Antarktis auch sein mag, von großer Bedeutung ist sie für die Existenz der menschlichen Gesellschaft:
Erstens gilt die Antarktis mit ihren extremen Witterungsverhältnissen als eine der „Wetterküchen“ der Erde und als Steuerzentrum für die Wechselwirkung zwischen Atmosphäre und Ozean. Das ist auch ein Grund, weshalb eine wachsende Anzahl von Staaten in der Antarktis immer neue Forschungsstationen errichtete:


Moderne Forschungsstation in der Antarktis


Heute überzieht ein ganzes Netz von Dauerstationen die Antarktis, die zu einem Kontinent der Wissenschaften geworden ist.
Von einer dieser Stationen wurde 1981 auch das so genannte Ozonloch entdeckt, an dessen Ursachen und Wirkungen seitdem in der ganzen Welt intensiv geforscht wird.
Zweitens gibt es in der Antarktis umfangreiche Vorkommen bedeutender Bodenschätze:


 

Stimmt es, dass Rohstoffe in der Antarktis lagern?
Forscher fanden bereits 1907 erste Kohlevorkommen. Auch andere Bodenschätze sind entdeckt worden, wie zum Beispiel Eisen, Edelmetalle, Uran, Erdgas und Erdöl. Das Erdölvorkommen wird auf rund 45 Milliarden Barrel geschätzt. Wetter- und Eisbedingungen machen den Abbau allerdings äußerst schwierig und wirtschaftlich unrentabel. Davon abgesehen verbietet der Antarktisvertrag jeglichen Abbau von Rohstoffen bis zum Jahr 2041. Dass der antarktische Lebensraum auch darüber hinaus von einer Plünderung der Rohstoffreserven verschont wird, bleibt nur zu hoffen. Ein durch Erdölförderung verursachter Ölteppich etwa hätte fatale Folgen für das sensible Ökosystem.
Quelle - dort weitere Informationen zur Antarktis

 

Daten zur Entdeckung und Erforschung der Antarktis

• 1772–1775: J. COOK umsegelt die Antarktis und überquert dabei den südlichen Polarkreis.
• 1819–1821: Erste russische Antarktisexpedition unter v. BELLINGHAUSEN, der die Alexander-I.-Insel und die Peter-I.-Insel entdeckt.
• 1898: Der Norweger BORCHGREVINK betritt als Erster antarktisches Festland.
1911/12: Der Norweger ROALD AMUNDSEN (14.12.1911) und der Amerikaner ROBERT SCOTT (18.1.1912) erreichen nach dramatischem Wettlauf als erste Menschen den Südpol. SCOTT und die Mitglieder seiner Expedition kommen auf dem Rückweg um.
• 1929: Der Amerikaner RICHARD BYRD überfliegt als Erster den Südpol.
• 1956–1958: Anlässlich des Internationalen Geophysikalischen Jahres 1957/58 errichten 12 Staaten ständige Forschungsstationen in der Antarktis.
• 1961: Der Internationale Antarktisvertrag tritt in Kraft.
• 1967–1968: Der Engländer E. FUCHS und der Neuseeländer E. HILLARY durchqueren die Antarktis (3272 km) in 99 Tagen.
• 1981: Deutschland errichtet die Überwinterungsstation „Georg von Neumayer“, die 1992 durch eine neue Station ersetzt wird.
• 1991: Die Internationale Antarktiskonferenz untersagt die Ausbeutung der Rohstoffvorkommen in der Antarktis auf weitere 50 Jahre. Die USA blockieren die Beschlüsse.
Von besonderer Bedeutung für den Schutz und die Erhaltung der unersetzlichen Natur der Antarktis war der Internationale Antarktisvertrag.
Dieser Vertrag regelt wichtige Rechtsverhältnisse für das Südpolargebiet.
Danach ist die Antarktis ein internationaler Gemeinschaftsraum zur ausschließlich friedlichen Nutzung.

Tiere in der Antarktis
 

Pinguine
Robben
Buckelwale
Nordpazifische Buckelwale verbringen den Sommer an den Küsten zwischen den Aleuten und der Baja California.
Im Winter dagegen ziehen sie zu den Küsten Hawaiis, wo sie sich paaren, ihre Kälber gebären, säugen und aufziehen.
Besonders gute Beobachtungsmöglichkeiten gibt es vor Maui, vor allem in dem Kanal zwischen Maui und Lanai.
Den Menschen gegenüber zeigt der Buckelwal keine Scheu. Das Männchen wird 11-17,5 m lang, das Weibchen sogar bis 19 m. Buckelwale haben einen schwarzen Körper mit weißen Flecken am Kinn, am Hals, an den Brustflossen und an der Schwanzflosse (man nennt die Schwanzflosse auch "Fluke"). Buckelwale wiegen bis zu 48 Tonnen. Sie werden meist etwa 30 Jahre alt, selten bis 48 Jahre.
Die Tragezeit dauert 11-12 Monate. Die neugeborenen Buckelwale sind schon 4,6 m lang und 1000 kg, sie werden meist im Winter geboren. Das Weibchen kann alle zwei Jahre immer nur ein Junges bekommen.
Wie alle Bartenwale fressen die Buckelwale kleine Tiere, z.B. Krill (kleine Krebse), kleine Fische, Tintenfische und Quallen.
Buckelwale wandern zweimal im Jahre mehrere tausend Kilometer (sie leben z.B. vor Alaska und ziehen jedes Jahr nach Hawaii, um dort ihre Jungen zu bekommen aufzuziehen). Bevor sie tief tauchen, heben sie meistens die Fluke aus dem Wasser. Sie können 8 km/h schnell schwimmen. Buckelwale leben meistens in kleinen Gruppen von 2 bis 10 Tieren.
Der Buckelwal gehört zur Ordnung der Furchenwale, wie alle Furchenwale ist sein Kopf spitz. Er springt häufiger aus dem Wasser als die anderen Bartenwale. Sein "Blas" (das Spritzwasser, wenn der Wal ausatmet) ist fast 3 m hoch.
Früher wurden die Wale von Menschen gejagt, um aus ihnen Tran (Fett) und Fleisch zu gewinnen. Heute ist die Jagd auf Buckelwale strengstens verboten.
Quelle: http://www.kinder-tierlexikon.de/
 
Küstenseeschwalbe

Es gibt keinen Vogel auf der Welt, der im Jahr weitere Zugstrecken zurücklegt als die Küstenseeschwalbe. Die gesamte Zugstrecke beträgt im Jahr etwa 35.000 bis 40.000 km. Natürlich ist ein Flug ohne Haltmachen bei so weiten Zugstrecken unmöglich; die Vögel müssen Rastpausen einlegen, sie sind aber durchaus in der Lage, den Atlantik zu überqueren. Auf dem Zuge und im Winterquartier lebt die Küstenseeschwalbe auf der hohen See. Sie überwintert in der Antarktis, wo sie zwei Monate verweilt. Während dieser Zeit sehen die Vögel keinen einzigen Sonnenuntergang und erleben vierundzwanzig Stunden Helligkeit. Da es auch im Brutgebiet zumeist hell bleibt, erleben Küstenseeschwalbe mindestens 8 Monate im Jahr Helligkeit und insgesamt beträchtlich mehr Licht als jedes andere Lebewesen.
Küstenseeschwalben verteidigen ihre Jungen aufopferungsvoll. Sie fliegen jedem Eindringling entgegen und empfangen ihn mit heftigen Schnabelhieben. Selbst auf Menschen fliegen sie im Sturzflug zu.
Quelle: http://www.natur-lexikon.com/Texte/HWG/001/00043/HWG00043.html

Hauptnahrungsmittel vieler antarktischer Tiere ist der Krill:
Krill, kleine, garnelenähnliche Krebstiere, die insbesondere in antarktischen Gewässern dichte Schwärme bilden und unter anderen den Bartenwalen als Nahrung dienen. Krillkrebse bewohnen das offene Meer und stellen ein wichtiges Glied in Nahrungsnetzen dar. Sie dienen Fischen, Vögeln und insbesondere Bartenwalen als Nahrung, die bis zu zwei Tonnen Krill auf einmal verzehren. Als bedeutende Proteinquelle (Protein = Eiweiß, you remember?) werden Krillkrebse heute insbesondere von japanischen und polnischen Flotten gefischt.
Quellen: Duden Geographie, Encarta 2000,  eigene Materialien

Kreuzworträtsel zur Antarktis  - Quiz zu beiden Polregionen


Was die Erderwärmung mit den Polen macht
Super-Informationen rund um die Antarktis bei wissen.de
3sat zur Forschung in der Antarktis (mit spannenden weiterführenden Links!)
Greenpeace und die Antarktis
Planet Wissen zur Antarktis (und Arktis)
Bayerischer Rundfunk - Wissen & Bildung zur Antarktis
 

 

 

Der tropische Regenwald

Kurzer, informativer Einstieg ins Thema!
Man kann auch das Referat von Maike Börner (Eschwege, AFS,Klasse 7B-2007) als kleine Einführung lesen!
....und wenn man schon so etwas Tolles vor der Tür hat wie den WeltGarten Witzenhausen, dann sollte man dort auch hinfahren: ...und hier kann euer Lehrer oder eure Lehrerin gleich anrufen oder eine E-Mail schreiben, um nach einem Termin zu fragen:
info@weltgarten-witzenhausen.de
  Telefon: 05542 / 607-92 und 05542 / 981231

http://www.rainforest-invest.com/

http://www.rainforest-invest.com/

Was ist Regenwald?

Die Verbreitung des Regenwaldes: Quelle: Wikipedia; c.lingg Der tropische Regenwald wächst als immergrüner Gürtel in Ländern, die rund um den Äquator liegen - weit weg von uns also. Er gedeiht nur dort, wo bestimmte klimatische Voraussetzungen erfüllt sind. Das Klima des tropischen Regenwaldes ist ein Tageszeitenklima, im Gegensatz zum Jahreszeitenklima in Mitteleuropa. In den Tropen sind daher die täglichen Temperaturschwankungen größer als die im Jahreslauf auftretenden Temperaturschwankungen. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 25-28° C, die absoluten Minima liegen selten unter 15° C, Fröste treten niemals auf. Wichtig sind darüber hinaus hohe, gleichmäßig verteilte Niederschläge. In den meisten tropischen Regenwaldgebieten fallen zwischen 2.000 und 2.500 mm Niederschlag. Oftmals fallen die Niederschläge in Form sturzbachartiger Wolkenbrüche, länger andauernde Landregen kommen nur selten vor. Die tropischen Regenwälder zeichnen sich durch einen extremen Reichtum an Tier- und Pflanzenarten aus. Ging man bis vor wenigen Jahren im Regenwald noch von Artenzahlen aus, die maximal bis an eine Million heranreichten, sind die Wissenschaftler gegenwärtig überzeugt, dass wenigsten 20-30 Millionen (!) Organismenarten in diesem Lebensraum vorkommen. Nur die wenigsten davon sind den Biologen bisher bekannt. Jährlich werden Tausende von Arten neu entdeckt.
Textquelle

Eine Einführung von der Kinder-Universität Heidelberg: Regenwald
Von Elodie Marta Keil und Ria-Helen Zühlke

Regenwald ist ein naturbelassener Wald in einem sehr feuchtheißen Klima. Ein solches Klima nennt man auch tropisch. Im Regenwald wachsen das ganze Jahr über die Pflanzen und die Bäume. Es gibt eine Regenzeit und eine drei bis fünf Monate andauernde Trockenzeit. Im Jahr können im Regenwald 2000-2400 mm Niederschlag auf den Boden fallen.

Wo liegt der Regenwald?

Regenwälder finden sich auf allen Kontinenten am Äquator im sogenannten Tageszeitenklima. Die größte Fläche Regenwald findet man am Amazonasbecken. Gemäßigter Regenwald kommt in den Ländern an der Westküste Nordamerikas, in Chile sowie auf Tasmanien und Neuseeland vor.

Wodurch ist Regenwald gefährdet und warum?

Regenwald; Quelle: Wikipedia Wenn man das Regenwaldgebiet heute mit dem Regenwaldgebiet von früher vergleicht, sieht man, dass 50 Prozent aller Regenwälder verschwunden sind. Regenwälder sind zum Beispiel von Brandrodung bedroht. Meist entstehen Waldbrände, wenn es lange nicht mehr geregnet hat, oder wenn Glasscherben liegen gelassen wurden. Regenwald wird wegen des Straßenbaus und des Ackerbaus abgeholzt. Nach zehn Jahren muss aber wieder neue Fläche für den Ackerbau geschaffen werden, denn der Boden ist dann nicht mehr nahrhaft für die Pflanzen.

Ist zerstörter Regenwald wieder neu zu erschaffen?

Nein, zwar kann man viele Regenwaldbäume wieder neu einpflanzen, doch es dauert sehr, sehr lange bis wieder Regenwald entsteht. Und wahrscheinlich wird diese Fläche vorher schon wieder abgeholzt.

Welche Lebensbedingungen braucht der Regenwald ?

Regenwald; Quelle: Wikipedia; Bruno Camelier Die Pflanzen und Bäume stehen in mehreren Etagen:
1. Bodenschicht
2. Strauchschicht
3. Mittlere Schicht
4. Kronenschicht
5. Höhenschicht

Die Pflanzen und Bäume produzieren ein Menge Nährstoffe, aber weil alles schnell wieder aufgenommen wird, bleibt nur eine ganz dünne Schicht übrig. Im Regenwald sind 30 Millionen Tiere und Pflanzen gut aufgehoben.

Quelle

Allgemeine Informationen   Einfluss des Menschen   Störung des ökologischen Gleichgewichts   Artensterben    Fragen zum Text   Nachhaltige Holzwirtschaft in Malaysia   ausgewählte Links zum Thema

Allgemeine Informationen

Regenwald, überwiegend immergrüner Wald der tropischen Zone der Erde; Abwandlungen des Regenwaldes finden sich auch in den Subtropen und in den gemäßigten Klimazonen. Der tropische Regenwald zeichnet sich durch eine ganzjährige oder nur durch Laubfall während kurzer Trockenperioden unterbrochene dichte, immergrüne Waldvegetation1 aus. Er verfügt über ein meist geschlossenes Kronendach in 40 bis 50 Metern Höhe über dem Boden. Einzelne Baumriesen ragen teilweise noch über das obere Kronendach hinaus. Dies sind oft beeindruckende Bäume wie der Kapokbaum Südamerikas, dessen waagerechte Äste 30 bis 40 Meter in die Breite reichen. Tropische Regenwälder sind gewöhnlich aus drei bis fünf Schichten (Baumstockwerken) aufgebaut. Das obere Stockwerk wird von den bis zum Kronendach reichenden Bäumen einschließlich der darüber hinausragenden Baumriesen gebildet. Darunter befindet sich ein mittleres Stockwerk (mittlere Baumschicht) aus kleineren Bäumen mit etwa 20 bis 30 Metern Höhe. Das unterste Stockwerk (untere Baumschicht) liegt in zehn bis 15 Metern Höhe und umfasst neben Sträuchern vorwiegend junge Exemplare (Schösslinge) der umstehenden Baumarten, die im Altersstadium den höheren Schichten angehören. Zwischen diesen drei Hauptschichten können jeweils noch Zwischenschichten existieren. Eine bodennahe Krautschicht, wie sie für die Wälder der gemäßigten Zone typisch ist, ist in den tropischen Regenwäldern nur spärlich ausgebildet, da aufgrund des Lichtmangels am Boden kaum Pflanzenwuchs möglich ist.

Das Licht wird in den darüber liegenden Baumschichten fast völlig absorbiert2, am Boden beträgt die Lichtmenge nur noch etwa ein Prozent oder noch weniger der an der Oberfläche eingestrahlten Menge. Typisch sind außerdem das häufige Auftreten bestimmter Wuchsformen, wie z.B. der Lianen – kräftiger Schlingpflanzen, die zwar im Boden wurzeln, deren Kronen sich jedoch häufig im oberen Stockwerk befinden – und der Epiphyten oder „Aufsitzerpflanzen“. Darunter versteht man Pflanzen, die zum Zwecke der besseren Lichtausnutzung auf eigenes Wurzelwerk im Boden großenteils verzichten und stattdessen mit Hilfe spezieller Haftorgane auf Stämmen, Ästen und Zweigen der oberen Stockwerke aufsitzen; ein Großteil der tropischen Orchideen und Bromelien (Ananasgewächse) gehört beispielsweise dazu.

Zu diesem Basis-Text der entsprechende Lückentext

Der vorwiegende Teil der tropischen Regenwälder der Erde liegt in einem Gebiet zwischen etwa 10 Grad nördlicher und südlicher Breite. Die größten noch intakten Bestände befinden sich im Amazonasbecken, in Südostasien und im Kongobecken in Afrika. Die tropischen Regenwälder umfassen den Großteil der Artenvielfalt unseres Planeten, obwohl ihr Flächenanteil nur etwa sechs Prozent der Erdoberfläche beträgt. Dort leben neben vielen höheren Tierarten und Pflanzen wahrscheinlich Millionen von Insektenarten sowie zahllose andere Kleintiere, Pilze oder sonstige Lebewesen, die häufig noch nicht einmal wissenschaftlich dokumentiert, aufgrund der fortschreitenden Abholzung (Rodungsrate) jedoch schon vom Aussterben bedroht sind


Verbreitung tropischer Regenwälder
Tropische Regenwälder gedeihen in Äquatornähe, wo die Temperatur das ganze Jahr etwa 27 °C beträgt. Sie nehmen weniger als 10 Prozent der Erdoberfläche ein, beherbergen jedoch 50 bis 90 Prozent aller Spezies (Arten).

1Vegetation:
Alles zusammen, was in einer bestimmten Region an Pflanzen wächst
2
absorbieren: aufsaugen, ganz verhindern, wegnehmen

  
Aufsitzerpflanzen (Epiphyten)

Weitere Informationen

Regenwald,  ergänzende Informationen   üppige Vegetation (Urwald) immerfeuchter, besonders der heißen Tropenklimate, wie im Amazonasbecken, in Zentralafrika und Hinterindien. Vorherrschend sind im tropischen Regenwald immergrüne, durchschnittlich bis 60 m hohe Bäume der verschiedensten Familien, meist mit hoch aufstrebenden, durch Brettwurzeln befestigten Stämmen, wenig verzweigten Kronen und ledrigen, glänzenden Blättern. Der tropische Regenwald ist durch große Artenvielfalt und einen meist dreistöckigen Aufbau gekennzeichnet. Im Waldinnern ist die Luft fast feuchtigkeitsgesättigt, das bedeutet eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit. Das Laub der Kräuter, die den Unterwuchs bilden, ist dementsprechend großblättrig, zart und von samtartiger Oberfläche. Zahlreiche Kletterpflanzen (hauptsächlich Lianen) können in ihrem Streben nach Licht ganze Baumkronen umspinnen (klimmende Palmen, wurzelkletternde Aronstabgewächse und Würgefeigen). Neben epiphytischen Moosen und Flechten, die meist auf Blättern leben, gibt es zahlreiche höher organisierte Epiphyten , die auf Ästen und Stämmen siedeln und besondere Einrichtungen zum Sammeln von Wasser und Humus besitzen, z. B. Orchideen. Das organische Material zersetzt sich rasch. Eine Humusschicht vermag sich daher nicht zu bilden. Der Boden ist daher - verglichen mit unserem - nährstoffarm. Der Regenwald beeinflusst den Kohlenstoff-, Sauerstoff- und Stickstoffkreislauf der Erde und ist somit ein wichtiger Klimaregulator. Seine fortschreitende Abholzung  kann schwer wiegende Folgen für das Weltklima haben.

Einfluss des Menschen

Eine Vielzahl natürlicher und vom Menschen ausgelöster Geschehnisse beeinflusst die Regenwälder. Dabei haben natürliche Einflüsse wie Wirbelstürme, Waldbrände, Krankheiten, Erdrutsche gegenüber der vom Menschen betriebenen Abholzung durch Holzfällen, Straßenbau, Bergbau und groß angelegte Rodungen zur Gewinnung von Weideland und Plantagen für landwirtschaftliche Nutzpflanzen einen eher geringen Einfluss.

Brandrodung

Die im (und vom) Regenwald lebenden Völker praktizieren einen Brandrodungsfeldbau, bei dem jeweils nur relativ kleine Flächen gerodet werden, die zudem von einigen größeren Bäumen ständig beschattet bleiben und damit vor Bodenerosion geschützt sind. Wenn die Nährstoffe des Bodens nach zwei bis drei Jahren Anbau ausgelaugt sind, wird das Feld aufgegeben und ein neues in der Umgebung gerodet. Da die Felder immer klein sind, werden sie schnell wieder vom umstehenden Wald überwuchert und teilweise selbst von Wissenschaftlern nach wenigen Jahren nicht mehr als ehemalige Anbauflächen wiedererkannt. Erst nach durchschnittlich fünf bis zehn Jahren schließt sich der Kreis, und die Bewohner roden erneut das Feld – oder ein dicht daneben gelegenes – des ersten Jahres. Das Gegenteil einer solchen nachhaltigen Nutzung sind die heutigen Rodungen im großen Maßstab, die man seit längerer Zeit in fast allen Regenwaldgebieten betreibt. Sie haben ein solches Ausmaß erreicht, dass wahrscheinlich einige Jahrhunderte notwendig wären, damit sich die ursprüngliche natürliche Vegetation einigermaßen erholen könnte.

  
Brandrodung

Text Holzfäller im Regenwald
Text Hackbauern in Ghana
Text Kakobauern in Nigeria

Andere Einflüsse

Seit den siebziger Jahren dieses Jahrhunderts beschleunigte sich in verschiedenen Regionen der Welt die großflächige Abholzung von Regenwaldflächen rasant. Das Amazonasgebiet etwa wurde zum Brennpunkt des Interesses der Weltöffentlichkeit. Dort wurde der Regenwald größtenteils für riesige Rinderfarmen und ehrgeizige Regierungsprogramme wie die Ansiedlung von Menschen entlang der Transamazonica (bekannte Straße vom Norden zum Süden Südamerikas, lange Strecken dieser Straße führen durch den Regenwald) gerodet. In Südostasien, z.B. in Neuguinea, wird von japanischen Firmen die Abholzung ähnlich radikal betrieben. Die Verwendung des geschlagenen Holzes zu einfachen Verpackungs- und ähnlichen Zwecken steht allerdings im krassen Gegensatz zum tatsächlichen Wert dieser unberührten Waldgebiete und ist symbolisch für die ganze Regenwaldproblematik: Die kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen reicher ausländischer Firmen entscheiden über den Erhalt von Regenwaldbeständen, die in sehr langen Zeiträumen entstanden sind, deren Wert für die Menschheit noch nicht einmal abschätzbar ist und die überhaupt nicht oder nur in sehr langen Zeiträumen wiederherstellbar sind.

Die Gesamtfläche der Abholzung tropischer Wälder lässt sich schwer beziffern, wahrscheinlich liegt sie bei rund 100.000 Quadratkilometern jährlich, die zerstört oder ernsthaft geschädigt werden. Einige einzigartige Regenwälder wurden bereits fast vollständig zerstört. Beispielsweise sind heute nur noch weniger als zwei Prozent des ursprünglichen subtropischen Regenwaldes an der Atlantikküste Südostbrasiliens erhalten. Viele Gebiete im tropischen Westafrika unterliegen bereits seit langer Zeit einer solch intensiven Nutzung ihrer Edelhölzer, dass von ihnen nur noch wenige intakte Reste existieren.

Der Verlust der biologischen Vielfalt und die globale Erwärmung aufgrund des erhöhten Kohlendioxidausstoßes wurden weltweit zu viel diskutierten Themen, die mit der Zerstörung des Regenwaldes in Zusammenhang stehen. Heute wird jedoch immer klarer, dass der Rückgang des Artenreichtums langfristig wohl das größere Problem darstellt.

Das ökologische Gleichgewicht ist auf den entwaldeten Flächen nachhaltig geschädigt. Um den dramatischen Rückgang der von tropischem Regenwald bedeckten Fläche zu bremsen, startete der WWF in Verbindung mit der Holzindustrie eine Initiative zur Einführung eines Zertifikats für Tropenholz, das in nachhaltiger Waldbewirtschaftung1 gewonnen wurde. Das so genannte FSC-Label (Forest Stuartship Council) soll an Tropenwaldnutzer vergeben werden, welche die Strategie der nachhaltigen Waldbewirtschaftung berücksichtigen. Regelmäßige Kontrollen auch durch Auswertung von Satellitenbildern sollen die Einhaltung der Vorgaben gewährleisten.

Das Wissen über die Vielfalt des Regenwaldes und seiner Ökologie ist jedoch noch zu gering, um das notwendige politische und gesellschaftliche Bewusstsein zu schaffen, das notwendig ist, um die fortgesetzte Ausrottung der Arten zu verhindern. Seit den siebziger Jahren wurden eine Reihe nationaler und internationaler Organisationen gegründet, die sich mit dem Schutz der Regenwälder beschäftigen. Darüber hinaus wird intensiv nach wirtschaftlichen Alternativen gesucht, um die weitere massive Abholzung zu verhindern, zugleich aber eine nachhaltige Nutzung der Regenwälder zu ermöglichen. Von der Lösung dieser Frage wird der Erhalt der noch verbleibenden Regenwälder entscheidend abhängen.

Gegenwärtig erleidet die Artenvielfalt drastische Verluste. Die wesentliche Ursache für das Artensterben ist der Mensch, der die Landschaften und Ökosysteme der Erde durch Raubbau an Wäldern, Flächenverbrauch für die Landwirtschaft, Städtebau usw. verändert. Die natürliche Artensterberate beträgt schätzungsweise 1 bis 3 Arten pro Jahr. Dieser natürliche Aussterbeprozess dürfte durch menschliche Eingriffe inzwischen auf das 1000 bis 10.000fache gesteigert worden sein, denn die Schätzungen für das vom Menschen verursachte Artensterben reichen von 1 bis 130 Arten pro Tag. Es ist deshalb gerechtfertigt, von einem Massenaussterben in der Geschichte der Erde zu sprechen. An diesem Massenaussterben hat die Abholzung der Regenwälder einen sehr großen Anteil.
Die Zerstörung der Vielfalt an Ökosystemen2 und das Artensterben schmälert das Naturerbe der Menschheit und beeinträchtigt die ökologische Leistungsfähigkeit des Systems Erde. Die Krise der Biosphäre ist für den Menschen mit unwägbaren Risiken und mit dem Verlust an Chancen und Lebensqualität verbunden.

1 nachhaltige Bewirtschaftung bedeutet, dass man den Regenwald nutzt, ohne ihn zu zerstören - siehe auch das Video über Malaysia!
2
Ökologie ist die Lehre der Beziehungen zwischen Lebewesen und Umwelt

Fragen - versucht sie nach dem Lesen für euch zu beantworten:

1.  Wie ist der Regenwald aufgebaut - wie sehen die einzelnen Stockwerke aus?
2.  Was sind Lianen und wie wachsen sie?
3.  Was ist das Besondere am Kapokbaum?
4.  Was sind Epiphyten? Was ist das Besondere an ihnen?
5.  Zwischen welchen Breitengraden liegen die großen Regenwaldgebiete der Erde?
6.  Wie viel Prozent der Erde bedeckt der Regenwald?
7.  Wo befinden sich Abwandlungen (ähnliche Vegetationen) wie der Regenwald?
8.  Warum fehlt im Regenwald eine "Krautschicht" fast ganz?
9.  Wo liegt das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet?
10. Welche Fläche Regenwald wird etwa jährlich abgeholzt?
11. Warum ist der Regenwald für das Weltklima so wichtig?
12. Was bedeutet "nachhaltige Bewirtschaftung" des Regenwaldes?

Kleines Kreuzworträtsel mit euren Begriffen aus dem Text.

Naturschonende Forstwirtschaft im tropischen Regenwald Malaysias
(Zusammenfassung des Videos "Nachhaltige Holzwirtschaft in Malaysia")

Malaysia ist zu 60% mit Regenwald bedeckt und daher der größte Tropenholzexporteur der Welt.

2000 Holzfabriken beschäftigen ca. 400.000 Arbeiter. Das meiste Tropenholz gelangt nach Japan und in andere asiatische Industrieländer. Diese Länder haben sich dem Boykott nicht angeschlossen, denn Holz ist für Malaysia (für den Norden Borneos noch heute) eine wichtige Einnahmequelle (ca. 4 Milliarden US $ pro Jahr).

Außerdem kann ein Boykott den Regenwald nicht retten. Denn wenn mit Holz kein Profit gemacht werden kann, dann wird gerodet, um Platz für die Landwirtschaft zu schaffen. In Malaysia werden weitgehend Ölbaumplantagen angelegt.

Aber seit einiger Zeit geht man in Malaysia neue Wege, um den Regenwald zu erhalten und das Holz trotzdem zu nutzen. Man spricht von:
Umweltschonender Holzernte oder naturschonender Forstwirtschaft.

1. Reduced Impact Logging ( Einschränken des Holzschlages)

Man fällt nur Bäume mit einem bestimmten Mindestumfang, entfernt Lianen, damit keine anderen Bäume mitgerissen werden. Pläne werden erstellt:
a. Welche Bäume dürfen gefällt werden? (Viele Arten müssen nämlich
nachwachsen).
b. Bei Regen darf nicht gefällt werden. (Beschädigung des Bodens)
c. Ebenso fällen sie nicht an zu steilen Hängen. (Das Holz geht ab und
zerbricht).
d. Die gefällten Bäume dürfen nicht in den Fluss fallen. (Das Holz verliert
an Wert).
e. Die Wege der Raupenschlepper sind geplant und kurz. (Um so wenig
wie möglich den Boden zu zerstören)
Es wird nur gefällt, was nachwächst.

2. Tropenholzgewinnung mit Hilfe eines Luftkrans (Skycrane)

a. Der Lastenhubschrauber wird von hoch bezahlten Piloten gesteuert.
b. Der Co – Pilot sucht die deutlich gekennzeichneten Bäume, die aus dem
Wald gehoben werden. So gibt es im Wald keine Schneisen und keine
Traktoren.
c. Der Hubschrauber, „Kralle“ genannt, besitzt ein Stahlseil mit einer
Greifzange, die den Baum greift und durch den Wald hebt.
d. 8 t kann er tragen.
e. Ein Baumheber transportiert die Bäume auf dem Sammelplatz ,
beschädigt aber nur ein kleines Stück des Waldbodens.
g. Das Schlagen des Holzes muss sich jedoch auch für die Wirtschaft des Landes
auszahlen, deshalb muss es auch Kunden für das teurere Holz geben.
f. Mit dieser Methode kann man auch an steilen Hängen Bäume fällen.
Erhaltung des Ökosystems „Wald“ steht im Vordergrund

3. Schonende Nutzung des Regenwaldes durch geschultes Personal mit Hilfe einer Baumschwebebahn
(Ein malaysisch – deutsches Projekt)

a. Waldarbeiter werden von Forstberatern ausgebildet.
b. Forstwege werden geplant.
c. Naturschutzgebiete werden ausgewiesen. ( Elefantenwege und zu steile
Flächen werden dabei berücksichtigt).
d. Eine Seilwinde mit einer Stahltrosse bringt den Baum zu Fall.
e. Ein Seilkran hebt den gefällten Baum und transportiert ihn zur
Baumschwebebahn. (Sie ist in 10 Tagen aufgebaut, braucht nur eine
schmale Trasse, die sich der Regenwald sehr schnell zurückerobert).
f. 30 Baumstämme werden pro Tag zum Sammelplatz gebracht.
g. Gesucht werden Kunden für Holz aus naturschonender Forstwirtschaft.
h. Holz soll mit Umweltsiegel angeboten werden, damit der Verbraucher
weiß, dass das Holz aus gut bewirtschafteten Forsten stammt.
Das Motto heißt auch hier:
Naturschonende Forstwirtschaft statt Raubbau
Dies ist eine Chance sowohl der Wirtschaft als auch der Natur in den Tropen zu helfen, damit wir weiterhin intakte Wälder und verwertbare Hölzer behalten.

Bild vom "Schrecklichen Giftfrosch" (Phyllobates terribilis)
Bild von der Regenbogenboa

Und nach gründlichem Studium: Der Lückentext dazu!

Wer in unseren kühlen Breiten etwas Wirkliches vom Regenwald erleben möchte, der muss in das Regenwaldhaus in Hannover gehen. Toll aufbereitete Informationen, gut vorbereitete Rallyes, kompetente Führungen - alles stimmt dort! Auch die Preise. Das Angebot ist übersichtlich strukturiert, Schülerinnen können auch ganz auf eigene Faust die Anlage erkunden. Dazu kommt ein hervorragender Internet-Auftritt, der eine tief greifende Vorbereitung auf den Besuch erlaubt:

Gute Regenwald-Links:

oroverde - das ist die ultimative Seite über den Regenwald - für Lehrerinnen und Lehrer und für Schülerinnen und Schüler (Kids) - Dort kann man auch an einem Internet-Quiz zum Regenwald teilnehmen:

Bei den Umweltkids bekommt ihr einen großartigen Überblick über alle wichtigen Themen
Tolle Regenwaldseite von Schülern (Heisenberg - Gymnasium, Karlsruhe) - entdeckt von Sylvana!
Faszination Regenwald - Informationen, Bilder, Videos und Links zum faszinierenden und bedrohten Ökosystem tropischer Regenwald - tolle Seite!
Noch eine sehr gute, allerdings etwas ausführlichere Einführung bei den Umweltkids.
Faszination Regenwald
Online-Ausstellung zum Regenwald
Reisen in Brasilien - gute Informationen rund um den Regenwald
Abenteuer Regenwald
pro Regenwald - Was kann man zur Erhaltung tun?
Welche verschiedenen Arten von Regenwald gibt es?
Die Yanomani 1
Die Yanomani 2
Planet Wissen: Tropischer Regenwald (mit Multimedia und vielen weiterführenden Links!)
Was haben Treibhauseffekt und Tropischer Regenwald miteinander zu tun?
Global 2000 - Ökosystem Regenwald
Eine sehr informative Seite, (nicht nur) über den peruanischen Regenwald, von Andreas Schlüter
Mitten im Regenwald: Im Regenwald gibt es noch viele Naturvölker, die kaum einen Weißen gesehen haben. Der GEO-Reporter Rolf Bökemeier hat diese Naturvölker von Brasilien bis Borneo besucht und unter ihnen gelebt. Für GEOlino.de erzählt er von seinen abenteuerlichen Begegnungen
Zu Hause im Regenwald: Schillernd-bunte Regenwaldtiere hat der Fotograf Christian Ziegler auf der Insel Barro Colorado im Panamakanal gefunden. Die tollsten Fotos von den außergewöhnlichen Tieren...
Warum Landwirtschaft den Regenwald zerstört...
Tolle Informationen und Bilder rund um den Regenwald beim ZDF
Regenwaldmenschen (Ecuador)

Und hier die wunderschönen Orchideen , dir früher mal im  Regenwaldhaus in Hannover zu bestaunen waren...!

Wüstengebiete


Wüsten sind Regionen der Erde, die aufgrund von Wasser- oder auch Wärmemangel (Eiswüsten) vegetationsarm bzw. vegetationslos sind. ( Bildquelle)


Die Jahresniederschläge liegen meist unter 250 Millimeter, die Verdunstungsrate ist in der Regel höher als die Niederschlagsrate. In den Trockenwüsten der tropischen und subtropischen Regionen werden Tagestemperaturen von bis zu 55 °C im Schatten erreicht. In der Nacht gibt der Wüstenboden die gespeicherte Wärme wieder an die Atmosphäre ab, und die Temperaturen können bis unter den Gefrierpunkt fallen. Kältewüsten finden sich in Hochgebirgen und in polaren oder subpolaren Regionen, in denen der Wärmemangel das Pflanzenwachstum verhindert oder sehr stark einschränkt. Bei ganzjährig eis- oder schneebedeckten Gebieten spricht man von Eiswüsten.

Hier gibt es in einem Schweizer Schülerforum interessante Hinweise...


Wüste

Gebiete auf der Erdoberfläche, die sich durch so hohe Trockenheit oder große Kälte auszeichnen, dass sich keine oder nur eine geringe Vegetation entfalten kann.

In den Kältewüsten (Polarzonen, Hochgebirge) fällt der Niederschlag in Form von Schnee und verbindet sich am Boden zu Eis. So ist es den Pflanzen nicht oder nur in Wärmeperioden möglich, das lebensnotwendige Wasser für sich zu nutzen. In den Trockenwüsten (Sahara, Gobi, Takla Makan etc.) fällt nur ein geringer Niederschlag, der zusätzlich durch die Hitze bedingt schnell verdunstet, oder teilweise jahrelang gar keiner.

Das Zentrum einer Wüste wird Kernwüste genannt, der sie umgebende Ring Halbwüste, die dann häufig in eine Steppe übergeht. Nach den Temperaturen unterscheidet man Eis- und Hitzewüsten, nach der Beschaffenheit Sand-, Geröll-, Lehm-, Staub- und Salzwüsten. Typische Wüstenpflanzen sind so genannte Sukkulenten (z.B. Aloe, Agave etc.), die Wasser speichern können, und Xerophyten (Moose, Eukalyptus, Palmen, Akazien etc.), die über sehr tiefe Wurzeln verfügen.

Wirtschaftliche Bedeutung haben einige Wüsten durch ihren Reichtum an Bodenschätzen (Erdöl, Erdgas, Diamanten, Erze etc.) erhalten.

Hier steht ein kurzer, sehr informativer Text über Wüsten allgemein (BR-Wissenslexikon). Lies ihn dir schell durch!

Grundtext als Lücken-Text-Übung


Sahara,

größte und bekannteste Wüste der Erde in Nordafrika zwischen 15° und 31° nördlicher Breite, etwa 9 Millionen km². Die Wüste ist durch den trockenen Nordost-Passat entstanden. Sind die Ränder noch zum Teil als Wüstensteppe von Nomaden durchzogen, so ist der Kernbereich der Hitzewüste menschenleer. Hier befinden sich auch mehrere Gebirge wie Ahaggar (auch Hoggar, bis 3003 m im Tahaf), Tibesti (bis 3415 m im Emi Koussi), Aïr (bis 1900 m), Adrar der Iforas (bis 890 m) und Tassili (bis 2158 m). Die Erosion hat große Abtragung bewirkt und zu unterschiedlichen Wüstenformen geführt (Sand-, Geröll-, Fels-, Salz-, Kieselwüste). Im Osten tangiert der Nil die Wüste, im Südwesten der Niger. Außer in Oasen gibt es keine Vegetation, wogegen es eine spärliche, aber artenreiche Fauna gibt. In den Hochgebirgen Tibesti und Tassili hat man Fels- und Höhlenzeichnungen gefunden, die von großem Tierreichtum berichten. Vor 6000 bis 10000 Jahren standen hier Wälder und es müssen reichlich Niederschläge gefallen sein. Heute gibt es Gebiete, in denen schon seit 10 Jahren kein Regen gefallen ist. In Algerien und in Libyen werden große Erdöl- und Erdgaslagerstätten ausgebeutet. Auch hat man große Mengen fossilen Wassers in größerer Tiefe gefunden.


Mit dem Auto in die Sahara (Auszug aus einem Reisebericht)

Unsere Reisegruppe hat sich etwas Besonderes vorgenommen: Wir wollen in die Sahara fahren. Wir wollen die Wüste einmal richtig erleben. Ausgewählt ist die Strecke von den Diofra-Oasen bis zu den Kufra-Oasen. Diese Piste ist nur wenig befahren. Auf den meisten Karten ist sie gar nicht verzeichnet.
Drei Autos stehen bereit. Es sind Geländewagen mit acht Gängen. Wir sind gut ausgerüstet: Benzin, Wasser, Ersatzreifen, Zelte.  Am 8. Juli geht es los.
In der Kieswüste ist das Fahren nicht schwierig. Wir kommen gut voran. Wenn es nur nicht so heiß wäre! Wir messen 40' C. Am Abend schlagen wir unsere Zelte in einem Trockental (Wadi) auf. Mich fröstelt nach der Hitze des Tages, obwohl das Thermometer noch 22' C anzeigt. In der Nacht kommt Sturm auf. Stundenlang prasselt Sand gegen unser Zelt. Hoffentlich gibt es kein Gewitter. Davor habe ich Angst. Wenn es wirklich einmal regnet, dann können sich die Trockentäler schnell in reißende Flüsse verwandeln. Am vierten Tag kommen wir in die Felswüste.  Das Land ist übersät mit Gesteinsbrocken. Mühsam holpern wir vorwärts. Wir schaffen nur 7 km in der Stunde. Die Lenkräder schlagen hin und her, und den Fahrern schmerzen die Arme. Ab und zu müssen wir aussteigen und Felsbrocken aus dem Wege räumen. Wie die Reifen aussehen! Zerfetzt von den scharfkantigen Steinen. Immer wieder Plattfuß! Unerträglich ist die Hitze. Am frühen Nachmittag messen wir 42'C!
Am siebten Tag erreichen wir den Erg Rebiana, eine Sandwüste. So habe ich mir die Wüste vorgestellt: Sand und Dünen. Auch hier ist das Fahren eine Qual. Unsere Wagen graben sich tief in den lockeren Sand und bleiben immer wieder stecken. Dafür sind die Abende wunderschön. Im Licht der untergehenden Sonne erstrahlt die Dünenlandschaft in herrlichen Farben. Dieses Bild lässt uns die Mühen des Tages vergessen. Ich will es gern glauben: Wer die Wüste einmal erlebt hat, den zieht es immer in wieder dorthin zurück.
Am zwölften Tag erreichen wir endlich die Kufra-Oasen. Eine schöne Fahrt ist zu Ende - schön und sehr anstrengend.
Quelle: terra 5/6, Klett, Stuttgart, 1982)


Oasen

Nur wer tagelang in der Wüste unterwegs war, weiß, wie schön die Ankunft in einer Oase ist. Eben noch die Wüste, die gleißende Helligkeit, die Gluthitze, die Einsamkeit, die Angst um das Wasser, die Angst um das Auto. Und nun die Oase, der kühle Schatten unter den Palmen, das Wasser in Brunnen und Gräben, die blühenden Gärten, die Häuser, die Menschen.
Wohin man schaut, Palmen; es sind Dattelpalmen. Daneben liegen kleine Äcker mit Getreide: Gerste, Hirse, Weizen. Auf den Gemüsebeeten wachsen Bohnen, Zwiebeln, Gurken, Melonen und Kohl. Auch Obstbäume gibt es: Aprikosen , Pfirsich , Orangen , Zitronen und Olivenbäume.
Das Zauberwort heißt Wasser. In der Wüste ist es trocken und heiß; hier brauchen die Pflanzen besonders viel Wasser. Wie die Oasenbewohner das Wasser gewinnen zeigen die drei Zeichnungen unter diesem Text. Es ist ungeheure Arbeit, die Brunnen, Stollen und Gräben zu schaffen und sie instand zu halten.
Einen besonders gefährlichen Beruf hatten die Brunnentaucher. Sie ließen sich in die Brunnen hinab und tauchten viele Meter tief, um die Brunnen zu reinigen und zu reparieren.
In der letzten Zeit hat sich manches verändert. Heute kommt eine große Bohrmaschine in die Oase, wenn ein neuer, tieferer Brunnen gebaut werden soll. Heute arbeiten Motorpumpen, wo vor einigen Jahren noch Esel und Menschen das Wasser aus den Brunnen heraufholten.

Oasen bei Wikipedia
Guter Überblick über Oasen Medienwerkstatt-Lernkarte)

Auf dreierlei Arten kann eine Oase zu Wasser kommen:

Artesischer Brunnen


Grundwasser


Fluss


Die wichtigste Pflanze in den Oasen ist die Dattelpalme. Man sagt: Die Dattelpalme will mit den Füßen im Wasser stehen und mit dem Kopf im Feuer. Ihre Wurzeln können das Grundwasser noch in 30 m Tiefe erreichen. Je heißer die Sonne brennt und je trockener die Luft ist, desto höher werden die Stämme und desto süßer die Früchte. In der Sahara, in Ägypten, in Arabien, in Jordanien und im Irak stehen Millionen von Dattelpalmen.
Die reifen Früchte werden frisch gegessen oder zu "Dattelbrot" gepresst. Junge Palmblätter dienen als Salat. Alte Bäume werden angezapft; der aufgefangene Saft wird vergoren und als Palmwein genossen. Der Stamm liefert Holz: Balken für die Dächer der Häuser. Aus den zähen Blättern werden Matten und Körbe geflochten. So ist die Dattelpalme eine unglaublich vielseitig zu verwertende Pflanze!

Informationen über das Projekt der Kufra-Oasen
Kufra-Oasen bei Wikipedia


Wüstentiere,

an das Leben in heißen bzw. wechselwarmen Zonen angepasste Tierarten (Schlangen, Schildkröten, Ratten, Ameisen u.Ä.). Diese Tiere sind zumeist nachtaktiv und verbringen die Zeit der größten Tageshitze in Erdlöchern und Höhlen. Manche Tierarten können ihren Wasserbedarf aus Pflanzen oder Beutetieren decken, Einige Ameisenarten können sogar ausschließlich durch das beim Stoffwechsel anfallende Wasser ihren Bedarf decken.

Aus dem Reisebericht einer Biologin - Tiere und Pflanzen in der Sahara
Ein ziemlich anspruchsvoller - aber interessanter Text über Wüstentiere
Wüstentiere (SWR-Kindernetz)


Wüstenpflanzen

an Trockenheit, hohe Temperaturen und/oder extreme Temperaturschwankungen in Wüsten angepasste Pflanzen. (Sukkulenten und Xerophyten)

Flora und Fauna der Sahara (Text mit Aufgabe)

Kreuzworträtsel Wüsten und Oasen
Online-Quiz zu:
Klimawandel  Wüstenbildung - Die Wüste wächst - Die Wüste lebt - Wasser ist knapp -
Spuren des Nomadentums - Das blaue Gold - Wasser, Wüsten und Tourismus - Wasser in der Landwirtschaft - Wasser und Baumwolle - Wüste, Wasser, Weisheit


 

In diesem Abschnitt über Wüsten erfährst du eigentlich nichts über die Menschen und Völker, die in der Wüste leben. Deshalb muss du jetzt selber ran.


Also, lies dir zunächst den folgenden Text durch:     

Die Wüste - Lebensraum für den Menschen
Auch der Mensch siedelt in Wüstengebieten. In Regionen, in denen Ackerbau unmöglich ist, leben bis heute nomadisierende Viehzüchter. Sie können auch mit den wenigen natürlichen Nahrungsquellen vor Ort auskommen und ziehen weiter, wenn diese erschöpft sind und sich erholen müssen. Spärliche Pflanzen- und Wasservorkommen machen eine sesshafte Weidewirtschaft in Wüstenkerngebieten unmöglich.
In Oasen, entlang von Flüssen oder in anderen Gebieten, in denen künstliche Bewässerung möglich ist, haben sich auch Ackerbaukulturen entwickelt. Bei der Besiedlung der Wüstenregionen halfen dem Menschen in erster Linie die Kamele. Ohne Kamele wären die Wüsten wahrscheinlich bis in die Neuzeit hinein unbewohnt geblieben. Auch heute gibt es weltweit noch rund 15 Millionen gezähmte Großkamele in Wüstengebieten.

Schon vor 5000 Jahren wurden im alten Ägypten Dämme gebaut, um umliegende Felder zu bewässern. Wo ausreichend Wasser vorhanden war, konnten so in Wüstenregionen (etwa im Vorderen Orient) früh bedeutende Zivilisationen entstehen, deren Kulturleistungen, von handwerklichen Fertigkeiten über naturwissenschaftliche Erkenntnisse bis zur Philosophie und Religion, bis in die heutige Zeit von Bedeutung sind.

Der Mensch ist heute dabei, den einzigartigen Lebensraum Wüste zu zerstören. Die intensive, landwirtschaftliche Nutzung großer Flächen führt zur Auslaugung und Versalzung der Böden. Große Wüstenbereiche sind heute schon der Erosion (Bodenzerstörung) ausgesetzt, Pflanzen können sich nicht mehr ansiedeln. Hinzu kommt eine stark anwachsende Bevölkerung und hoher Wasserverbrauch. All diese Faktoren sorgen dafür, dass dich die Wüstenbereiche rund um den Erdball immer weiter ausdehnen. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von "Desertifikation". ( Textquelle)


Jetzt hast du einige Grund-Informationen. Lies nun diesen Artikel über drei Bevölkerungsgruppen der Sahara durch und fertige dir Stichwörter an :
 

Tuareg, Tubi und Wodaabe

Von den Völkern der Sahara sind die blau verschleierten Tuareg wohl die bekanntesten. Vermutlich sind sie ein Berbervolk, das vor der Islamisierung von der nordafrikanischen Küste nach Süden floh. Die Tuareg leben hauptsächlich in den Gebirgsregionen Hoggar, Air und Adras des Iforas. Bis in die Kolonialzeit beherrschte das kriegerische Hirtenvolk weite Teile der Sahara. Die Ritter der Wüste lebten von Überfällen auf die Karawanen, aber auch von deren Schutz. In den Oasen siedelten sie versklavte schwarze Afrikaner an, die dort Ackerbau betreiben, Brunnen graben und ein Netz unterirdischer Kanäle (Foggara) anlegen mussten. Trotz ihrer stark hierarchischen Struktur haben die Tuareg nie einen Staat gebildet. Die Erbfolge ist matrilinear und auch sonst hatten die Tuaregfrauen eine hohe gesellschaftliche Stellung besonders als Dichterinnen und Künstlerinnen. Obwohl die Tuareg Muslime sind, tragen den blauen Gesichtsschleier nur die Männer. Von den französischen Kolonialherren wurden die Tuareg besiegt und als Herrscher der Sahara enterbt.

Die politische Gliederung Nordafrikas hat das Volk auf Algerien, Mali, Niger und Burkina Faso aufgeteilt. In den schwarzafrikanischen Ländern werden sie nun von ihren ehemaligen Sklaven regiert. Nach den großen Dürren von 1972/73 und 84/85 flohen viele Tuareg nach Libyen und dienten in Ghadaffis Islamischer Legion. Niger organisierte 1989 eine groß angelegte Heimkehr der Tuareg. Die dafür zur Verfügung gestellten Gelder fielen größtenteils der Korruption zum Opfer. Teilweise lebten die Tuareg in Notlagern, wurden dort zu Banditen und überfielen Wodaabe und Haussa. Andere landeten als Lumpentuareg in den Städten. Sowohl durch die Dürre als auch durch Ausfuhrverbote für Handelswaren wurden die Tuareg ihrer Lebensgrundlage beraubt. Zu einem besonderen Problem entwickelte sich das Naturschutz-Gebiet, das der WWF zusammen mit der nigrischen Regierung im Air-Gebirge und der Ténére-Ebene errichtet hat.

Die Tuareg durften auf den 77.000 Quadratkilometern, die zu ihrem traditionellen Siedlungsgebiet gehörten, weder jagen, noch Holz sammeln, nicht einmal entlaufene Tiere zurückholen. Soldaten und hohe Beamte dagegen gingen dort auf die Jagd. Es kam wiederholt zu Zusammenstößen mit den schwarzafrikanischen Wildhütern. Dass der WWF ab 1988 auch vier Tuareg in eine Wildhüterschule schickte und die Tuareg für insgesamt 3 Millionen Mark in Bewässerungstechniken, medizinischem Grundwissen und Lehmbau schulte, konnte die Probleme nicht mehr lösen. 1990 wurden in Niger 600 protestierende Tuareg von der Armee ermordet. 1992 brach der Bürgerkrieg aus. Vor allem die in Libyen in der Islamischen Legion ausgebildeten Männer haben sich sowohl in Mali wie im Niger zu Befreiungsarmeen zusammengeschlossen, die teilweise sogar für einen eigenen Tuaregstaat kämpfen.

Wie die Tuareg sind auch die Tubu, die vor allem im Tibesti und Ennedi leben, ein kriegerisches Nomadenvolk. Im Gegensatz zu den Tuareg sind sie dunkelhäutig und haben eine patrilineare Erbfolge. In der Vergangenheit haben beide Völker einander oft bekriegt. Im Norden züchteten die Tubu vor allem Kamele und Ziegen, im Süden Rinder. Das Vordringen der Wüsten hat auch sie zu großen Teilen proletarisiert und zu Hilfsarbeitern in den Städten gemacht.

Kein eigentliches Saharavolk sind die Woodabe, eine Untergruppe der Fulbe. Sie leben im Senegal, im Sudan und in Kamerun und ziehen seit ungefähr 1000 Jahren mit ihren Zebu-Herden an den Südrand der Sahara. Die großen Dürren der 70er und 80er Jahre sowie die Desertifikation der Sahara ließen auch ihren Lebensraum enger werden. Im Norden kontrollieren die Tuareg die Brunnen, verlangen Schutzzölle und verweigern in trockenen Zeiten die Herausgabe von Wasser gänzlich. Auf den rund 300 bis 400 Kilometer langen Wanderwegen greifen immer wieder die in Notlagern lebenden, aus Libyen zurückgeholten Tuareg die Herden an. Um die südlichen Weiden müssen die Woodabe zunehmend mit Bauern kämpfen, je weiter die Wüste vorrückt. Teilweise wurden Nomaden ermordet, weil die Rinder die Hirse der Bauern zertrampelt hatten. Immer mehr Woodabe werden sesshaft oder versuchen vom Tourismus zu leben.  ( Textquelle)

So - und jetzt suchst du dir eine dieser beiden Bevölkerungsgruppen aus und bereitest einen kurzen Vortrag (ca. 8-10 Minuten) vor. Hier findest du zu zwei Wüstenvölkern einige Links.



Die Beduinen

Kurzinfo bei Wikipedia
Über die Beduinen auf der Sinai-Halbinsel
Beduinen in Tunesien
Über Beduinen . vorwiegend in Israel (viel Text - für besonders Fleißige!)
Beduinen (Kulturkreise online)

Schau auch kurz in die MS Encarta! Falls das nicht geht, findest du hier den Text des Beduinen-Artikels, allerdings ohne Bilder und Musik...:


Die Tuareg
Kurzer Einstieg im SWR-Kindernetz
Die Wüstenmenschen - Vom Leben der Tuareg-Nomaden (ZDF)
Unterwegs mit den Tuaregs (SWR)
Wikipedia

 

Wüsten-Links

Wüsten breiten sich aus (Was ist Was)
Alles über die Ausbreitung von Wüsten (scinexx)
Wüsten bei "Planet Wissen"
Alles über Wüsten bei Quarks & Co (Tipp von Lisa W.)
Alles rund um Wüsten im Kindernetz (SWR)
Die besten Links zum Thema Wüste
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Informiere dich in dem folgenden Text über Flora und Fauna (Pflanzen- und Tierwelt) der Sahara und berichte anhand von einigen Stichwörtern!

Flora und Fauna

Drei Viertel der Sahara sind völlig vegetationslos. Der Rest besteht aus Wüstensteppe, in der sich je nach Oberfläche unterschiedliche Pflanzenformationen entwickelt haben. Meist handelt es sich um Sukkulenten, xerophytische Kleinsträucher und Gräser. Es gibt aber auch Bäume wie Tamarisken und Schirmakazien. Letztere können drei Meter hoch werden und sich ihr Wasser aus einer Tiefe von bis zu 35 Metern holen. Andere Pflanzen bilden Wurzeln, die einen Radius von 30 Metern abdecken. Die schöne Cistanche, deren Riesenblüte direkt über dem Erdboden sitzt, ernährt sich aus dem breit gefächertem Wurzelwerk anderer Pflanzen. In der Regel haben die Saharagewächse keine oder nur sehr kleine Blätter, um sich vor zu großer Verdunstung zu schützen. Photosynthese betreiben sie lediglich über das Chlorophyll in ihren Stängeln. Da im Übermaß Sonnenlicht zur Verfügung steht, reicht dies für das Wachstum aus. Pflanzen mit größerem Blattwerk haben nur eine sehr kurze Vegetationsperiode während der Feuchtezeit.

Viele Samen besitzen Hemmstoffe, die erst durch reichlich Wasser ausgewaschen werden müssen, bevor der Samen keinem kann. Pflanzen entstehen also nur, wenn genügend Wasser zur Verfügung steht, dass auch Blüte und Samenbildung gesichert sind. Nach starken Regenfällen erlebt man deshalb oft ein erstaunliches Aufblühen der Wüste. Auch skelettartige, scheinbar abgestorbene Sträucher wie die Saxaule ergrünen dann plötzlich. Viele Pflanzen wie das Bilsenkraut oder die grapefruitgroßen Koloquinten schützen sich durch Gift vor gefräßigen Tieren. Einige Heuschreckenarten allerdings haben sich derart angepasst, dass sie nicht an den giftigen Schwalbenwurzgewächsen sterben, sondern selber giftig und ungenießbar werden.

Auch die Tierwelt hat sich den extremen Temperaturen und dem Wassermangel angepasst. Es gibt verschiedene Gazellen- und Antilopenarten, Mufflons, Geparden, Hyänen, Schakale, Füchse, Dachse, Igel, Fledermäuse, Echsen, Nagetiere, Käfer, Skorpione und gefährliche Hornvipern. Am unabhängigsten von Wasserstellen sind Vögel wie der Wüsten-Uhu, der Wüsten-Rabe oder die Flughühner, die mit ihrem Brustgefieder Wasser tanken, das sie ihren Jungen bringen. Die am Südrand der Sahara beheimatete Sporenschildkröte verfällt während der sommerlichen Dürreperiode in einen Ruhezustand.

Die Dornschwanzagame, eine tagsüber quittengelbe, nachts schwarze Echse kann Feuchtigkeit über die Haut aus der Luft aufnehmen. Die Feuchtigkeit ihrer Atemluft verringert sie durch Luftsäcke an den Lungenflügeln. Bestimmte Stoffwechselabfallstoffe, die normalerweise gelöst durch die Nieren entsorgt werden, können trocken ausgepustet werden. Wüstenspringmäuse und andere Nagetiere trinken nie, sondern kommen allein mit dem Wassergehalt der Pflanzen aus. Die meisten kleineren Tiere leben tagsüber unter der Erde. Schon in recht geringen Tiefen ist es erstaunlich kühl und feucht.

Charakteristisch für die Wüste ist der Wüstenfuchs (Fenek) mit seinen großen Ohren. Mit ihnen kann er einerseits die leisen Tapser einer Springmaus hören, andererseits nutzt er die riesigen Lauscher zur Wärmeabstrahlung. außer von kleinen Tieren ernährt er sich auch von Pflanzen. Da Touristen ihn als Souvenir schätzten, wurde er lange Zeit gejagt. Inzwischen ist der Handel mit Feneks verboten. Gefährdet sind auch die Geparden, die Strauße, die Addax- und Mendesantilopen sowie die Dorkas-Gazellen. Ein 77'000 Quadratmeter grosses Schutzgebiet, das der WWF für diese Tierarten im Air-Gebirge und in der Ténére-Ebene im Niger eingerichtet hat, führte allerdings zu großen Problemen mit der Tuareg-Bevölkerung der Gegend .  ( Textquelle)

Beduinen (Encarta 2002)
1 EINLEITUNG

Beduinen (arabisch Badu: Wüstenbewohner), Bezeichnung für die nomadisierenden Araber in den Wüsten und Steppengebieten des Nahen Ostens und Nordafrikas. Bei den Beduinen handelt es sich nominell fast ausnahmslos um Muslime. Im Altertum erstreckte sich ihr Territorium lediglich auf die Wüstengebiete Ägyptens und Syriens. Später wanderten viele nach Mesopotamien und Südbabylonien weiter. Die muslimische Eroberung Nordafrikas im 7. Jahrhundert eröffnete den Beduinen noch weitere Gebiete.

Das Kamelnomadentum der Beduinen beginnt zur Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. Nach 1045 n. Chr. unternahmen beduinische Hirtennomaden aus Mittelarabien immer wieder Raubzüge nach Nordafrika, bemächtigten sich des Weidelands und störten das Gleichgewicht zwischen landwirtschaftlich und städtisch geprägter Kultur, das die dort ansäßigen Berber errichtet hatten. Dabei wurde durch Überweidung Weideland oftmals in Halbwüste verwandelt. Heute versuchen viele Staaten des Nahen Ostens und Nordafrikas, die Wanderung der Beduinen über Landesgrenzen hinweg einzuschränken.

2 KULTUR UND TRADITIONEN

Einige Beduinen haben ihre nomadische Hirtenkultur beibehalten. Sie leben vorwiegend von den Fleisch- und Milchprodukten, die ihre Herden liefern. Heute haben viele Beduinen Arbeit in der Ölindustrie gefunden. Im gesamten Nahen Osten wurden staatliche Programme entwickelt, um die Beduinen zu einer sesshafteren Lebensweise zu bewegen. Heute leben nur mehr etwa fünf bis zehn Prozent der Beduinen als Vollnomaden. Viele allerdings sind immer noch saisonale Nomaden.

Das typische Wohnzelt der Beduinen besteht aus schwarz eingefärbten Stoffbahnen aus Ziegen- oder Kamelfell mit Pflanzenfasern.

3 POLITIK UND GESELLSCHAFT

Das politische System der Beduinen basiert auf der patriarchalisch organisierten Großfamilie. Die wirtschaftliche und soziale Führung obliegt einem Scheich. Dieser Titel wird jeweils vom Vater auf den ältesten Sohn übertragen. Der politische Einfluss eines Scheichs hängt jedoch nicht von der Größe der gesellschaftlichen Einheit ab, über die er herrscht, sondern eher von seinem persönlichen Reichtum.

Das Gesellschaftssystem der Beduinen kennt vier Klassen, die sich im weiteren Sinne über Abstammung und mobilen Besitz definieren. Die Kamelzüchter beispielsweise, die das höchste Prestige genießen, heiraten in der Regel nur innerhalb ihrer sozialen Klasse. Unter kulturellen und geschichtlichen Gesichtspunkten werden südarabische und nordarabische Beduinen voneinander unterschieden. Ihre Zahl nimmt immer weiter ab.
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Quellen dieser Seite: MS Encarta 2000/2002, CD Schülerwissen, Duden Geografie, Eigene Materialien, Schülerreferate