WIRBELSTÜRME

Orkan, Taifun, Hurrikan, Tornado - Wirbelstürme treten unter den verschiedensten Bezeichnungen auf. Doch eines ist ihnen gemeinsam: Sie können verheerende Schäden verursachen. Man kann sie zwar einigermaßen gut vorhersehen, aber verhindern lassen sie sich nicht.


 

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Wirbelstürme können verheerende Schäden anrichten

Orkan, Hurrikan oder Taifun?
Hat ein Wind eine höhere Geschwindigkeit als 74 Stundenkilometer, nennt man ihn Sturm. Schwere Stürme heißen hier zu Lande Wirbelstürme oder Orkane. Sie fegen mit mehr als 117 Kilometer in der Stunde über Land und See. Die berüchtigtsten unter ihnen flößen Angst ein und führen nicht selten zur Evakuierung ganzer Landstriche. Wenn Wirbelstürme über dem Pazifik entstehen, heißen sie Taifune, Wirbelstürme über dem Atlantik nennt man Hurrikane. Hauptsächlich auf dem nordamerikanischen Festland gibt es noch eine besondere Form der Wirbelstürme: die Tornados. Sie alle liefern immer wieder spektakuläre Fernsehbilder - so wie der Hurrikan "Andrew", der 1992 zu Jahrhundertverwüstungen in Florida führte oder der Orkan "Lothar", der sich zu Weihnachten 1999 völlig überraschend aus einem harmlosen Atlantik-Tief entwickelte und durch Frankreich, Süddeutschland und die Schweiz fegte. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie sich wirbelartig fortbewegen - es handelt sich also immer um Wirbelstürme.




Das Auge eines Hurrikans

Tropische Wirbelstürme - Hurrikan und Taifun
Tropische Wirbelstürme gibt es auf der Nordhalbkugel nur zwischen Juni und Oktober, auf der Südhalbkugel zwischen Dezember und Mai. Sie entstehen nur in bestimmten Breitengraden und nur über dem Meer. Damit sie sich bilden können, muss die Wassertemperatur an der Oberfläche mindestens 27 Grad Celsius betragen. Die heiße Sonne verdampft das Wasser, das als feuchte Luft aufsteigt und immer dickere Wolken bildet. Durch die Erddrehung entsteht ein Wirbel - die Luft schraubt sich spiralförmig nach oben. Sie dreht sich dabei um ein zentrales Gebiet, das "Auge" des Hurrikans. Im Auge selbst ist es praktisch windstill, der Luftdruck ist dort extrem niedrig. Die feuchte Meeresluft strömt zum Auge hin und steigt dort immer weiter auf. Sie reißt kühlere Luft mit, die sich dann ihrerseits aufwärmt. So bildet sich ein außerordentlich stabiles System, in dem extrem hohe Windgeschwindigkeiten auftreten können: Rund um das Auge kann die Luft bis zu 360 Stundenkilometer schnell werden.




Hurrikane können sogar aus dem Weltall gesichtet werden

Solange der Hurrikan über dem Meer bleibt und immer mit genügend feuchter Luft versorgt wird, kann er sich bis zu zwei Wochen halten. Trifft er allerdings auf Land, geht ihm sozusagen der Antrieb aus: Die aufgestauten Wolken regnen ab und kühlen die Landoberfläche, es kann keine Warmluft mehr nachfließen, der Hurrikan löst sich auf. Die gewaltigen Windgeschwindigkeiten und heftigen Regenfälle richten jedoch immer wieder verheerende Schäden an. Sie entwurzeln Bäume und bringen Häuser zum Einstürzen. Die Flutwellen, die den Hurrikan begleiten, können ganze Landstriche unter Wasser setzen.

Mit Wettersatelliten, Wetterflugzeugen und Radar werden heute in den USA die tropischen Wirbelstürme geortet, vermessen und verfolgt. Computer berechnen ihre voraussichtliche Zugbahn und Intensität. Eine Hurrikanwarnung geht an die betroffenen Gebiete, damit sich die Küstenbewohner rechtzeitig landeinwärts in Sicherheit bringen können.




Auch bei uns kann es zu schweren Orkanen kommen

Orkane - Wirbelstürme der mittleren Breiten

Orkane, die über Europa brausen, haben eine andere Entstehungsgeschichte. Sie entstehen aus der Verwirbelung von unterschiedlichen Luftmassen. Die Atmosphäre der Erde ist nämlich ständig in Bewegung. Am Äquator heizt die Sonne die Luft viel stärker auf als an den Polen, tagsüber heizt sie stärker als nachts. Die warme Luft steigt auf, von unten strömt kalte Luft nach. Die Bewegung der Luft wird als Wind spürbar. Rings um die Erde gibt es ein System von Winden, das permanent in Bewegung ist: Polarwinde wehen von den Polen in Richtung Äquator, während über dem Äquator die warme Luft nach oben steigt und in Richtung der Pole strömt. Da sich die Erde dreht, kommt noch ein zusätzlicher Effekt hinzu: Ein Wind, der vom Nordpol in Richtung Äquator weht, nimmt nicht den geraden Weg, sondern er macht eine Rechtskurve, ein Wind vom Südpol aus wird entsprechend nach links abgelenkt. Die Ursache dafür ist die so genannte Corioliskraft.




Schaden nach einem verheerenden Sturm
 


Über dem Nordatlantik treffen kalte, trockene Polarluft aus Nordosten und warme, feuchte Luft aus dem Süden aufeinander. Diese Luftmassen mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften liegen in ständigem Kampf miteinander und bilden ein sehr instabiles System. Die schwere Kaltluft drückt die feuchte Warmluft in die Höhe, die beiden Massen bilden unablässig heftige Wirbel. Schon kleinste Störungen können sich aufschaukeln und aus kleineren Verwirbelungen heftige große Wirbel machen. Je größer der Unterschied zwischen hohem und tiefem Luftdruck ist, desto stärker wird der Wind. Aus einem leisen Windhauch wird dann schnell eine Sturmböe oder ein Orkan. In den mittleren Breiten erreichen Orkane aber selten Windgeschwindigkeiten, die höher als 200 Kilometer in der Stunde liegen.

 




Typischer Tornado in Nordamerika

 


Tornados
Ein völlig anderes Phänomen bilden die Tornados, die hauptsächlich aus Nordamerika bekannt sind. Sie sind meist nur sehr klein und entstehen, wenn sich große Gewitterwolken über einer Schicht aufgeheizter Luft bilden. Dann stürzt die Kaltluft aus mehreren Kilometern Höhe herab, und eine Warmluft-Säule schraubt sich immer schneller nach oben. Es entsteht ein Rüssel mit atemberaubenden Windgeschwindigkeiten: über 400 Kilometer in der Stunde wurden schon gemessen. Dort, wo der Rüssel auf die Erde trifft, verwandelt er alles, was auf seinem Weg liegt, in Schutt und Kleinholz. Häuser stürzen ein, Busse werden durch die Luft gewirbelt. Nur wenige Meter daneben bleibt alles ruhig und unbeschädigt. Rund 750 Tornados ziehen jedes Jahr durch die "Tornado-Allee" im Mittleren Westen der USA.

So entstehen die Wirbelstürme:
1. Trockene legt sich über feuchtwarme Luft.
2. Die Warmluft dehnt sich aus, steigt wie ein Ball on auf und bildet Gewitterwolken.
3. Gewitterböen versetzen die Warmluft in Drehbewegung. Von unten nachströmende Luft gerät in schnelle Kreisbewegung.
4. Es entsteht ein wirbelnder, rüsselartiger -Wolkenschlauch, der immer mehr Luft ansaugt.
5. Die Windhose wächst aus der Wolke senkrecht heraus in Richtung Boden.


Mini-Tornado in Brandenburg

Auch in Mitteleuropa, also auch in Deutschland gibt es richtige Tornados. Sie erreichen bei weitem (noch) nicht die Wucht ihrer amerikanischen Verwandten. Bekannt ist ein Tornado, der 1968 im badischen Pforzheim zu schwersten Schäden führte. 90 Minuten lang tobte er am Rande des Schwarzwaldes entlang, deckte Dächer ab und entwurzelte Bäume. Drei Menschen kamen dabei ums Leben. Über Tornados in Deutschland informiere dich hier: http://www.tornadoliste.de/




Trotz Früherkennung durch Radarbilder...
 


Frühwarnung
Wirbelstürme kann man durch Satelliten schon sehr früh erkennen. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass vermeintlich harmlose Tiefdruckgebiete unterschätzt werden und plötzlich eine wesentlich höhere Zerstörungskraft entwickeln, als man vermutet hatte. Doch selbst bei genügend früher Warnung lassen sich Sturmschäden nur schwer begrenzen: Mehr, als die betroffenen Landstriche zu evakuieren, ist kaum möglich. Vor allem in Florida sind die Menschen schon daran gewöhnt, in regelmäßigen Abständen ihr Hab und Gut zusammenzupacken und die ausgeschilderten Fluchtwege zu ergreifen.



..kommt es immer wieder zu verheerenden Schäden

Umso dringender erscheint die Aufgabe, Maßnahmen zum Schutz der Erdatmosphäre zu treffen. Denn immer mehr Wissenschaftler sind der Ansicht, dass Zahl und Stärke von Orkanen zunehmen, weil sich die Atmosphäre allmählich aufheizt. Wie ernst die Gefahr des drohenden Treibhauseffektes ist, zeigen auch besorgte Warnungen der Münchner Rückversicherungsgesellschaft. Sie befürchtet, dass durch die globale Erwärmung die Gefahr der Naturkatastrophen steigt, insbesondere die Gefahr von Orkanen, die für rund die Hälfte aller Schäden verantwortlich sind. Allmählich wird den Versicherern das Risiko zu groß, Schäden durch Naturkatastrophen zu versichern.

 

 

Quelle: http://www.planet-wissen.de

 

Wirbelstürme /Quelle Bertelsmann Universallexikon (bearbeitet)

Einleitung

Hurrikans

Tornados

Links

Einleitung
Nach Schätzungen gehen über 20% der jährlich durch Naturkatastrophen verursachten Schäden auf das Konto schwerer Stürme (vor allem Hurrikans und Tornados). Wirbelstürme sind starke spiralförmige Luftbewegungen um ein Zentrum außergewöhnlich niedrigen Luftdrucks (dem "Auge" des Sturms). Im Wesentlichen gibt es zwei Arten von Wirbelstürmen: Hurrikans und Tornados. Die Bezeichnungen sind regional unterschiedlich, ein Hurrikan wird im nördlichen Indischen Ozean Zyklon, im Gebiet des westlichen Pazifiks Taifun, im Atlantik Hurrikan oder vor Australien Willy-Willy genannt. Tornados heißen hierzulande Tromben oder Windhosen, in England Devils.

Hurrikans

 Hurrikans sind tropische Wirbelstürme, die sich vorwiegend zwischen 5° und 25° nördlicher und südlicher Breite über Meeresteilen mit mehr als 27 °C Oberflächentemperatur entwickeln. Zu den Gebieten mit der größten Sturmhäufigkeit gehören der mittlere Atlantik (vor allem Westindien, die Karibik, der Golf von Mexiko sowie die südlichen und südöstlichen Küstenstaaten der USA) und der östliche Pazifik sowie die Bucht von Bengalen, der südwestliche Indische Ozean bei Madagaskar und Mauritius ("Mauritiusorkane") und die Meeresgebiete nördlich von Australien ("Willy Willies"). Am häufigsten treten sie in den Sommer- und Herbstmonaten auf.

Hurrikans erreichen Durchmesser von 200-1500 km und Höhen von 9000 m und mehr. In dem ruhigen Zentrum ist der Himmel oft klar und die Luftbewegung gering; in der Regel liegt der Durchmesser des Auges zwischen 10 und 40 km. Der Luftdruck ist hier extrem niedrig (oft unter 950 Hektopascal). Die Windgeschwindigkeit, mit der sich die Luftmassen spiralförmig um das Zentrum drehen, kann 120 bis 300 Stundenkilometer betragen. Ein Hurrikan wird von enormen Niederschlagsmengen begleitet. So fielen 1896 in Mauritius in vier Tagen rd. 12 000 mm Niederschlag, das ist so viel wie in den regenreichsten Orten der Erde im ganzen Jahr fällt. Voraussetzung für die Entstehung des Hurrikans sind Feuchtigkeit und Wärme. Wenn warme, feuchte Luft durch Verdunstung aufsteigt, kühlt sie sich langsam ab, und es bilden sich dicke Wolkentürme mit nachfolgenden heftigen Niederschlägen. Die dabei freigesetzte Wärme ist letztlich die Energie, die den Hurrikan speist. Es entsteht eine gewaltige Warmluftmasse mit niedrigem Luftdruck im Kern, die immer neue Luftmassen ansaugt. Unter dem Einfluss der Corioliskraft nähern sich diese Luftmassen dem Zentrum in spiralförmiger Bahn. Auf beiden Erdhälften wandern die Hurrikans generell nach Westen. Sie lösen sich auf, wenn sie über kühles Meerwasser ziehen. Erreichen sie aber das Festland, können sie große Verwüstungen anrichten, zumal da sie von heftigen Regenfällen und Flutwellen begleitet werden. Da über dem Land keine weitere feuchte Luft nachgeliefert wird, verlieren sie ihre Energiegrundlage und erlöschen schließlich unter Auffüllung ihres Tiefdruckzentrums mit Luft. Stoßen sie beim Wandern in die gemäßigten Breiten auf ein Tiefdruckgebiet des Westwindgürtels, können sie neu aufleben und die Orkantiefs über den Britischen Inseln verursachen.

Tornados

Tornados sind Wirbelwinde mit selten mehr als 500 m Durchmesser. Obwohl sie wesentlich kleiner als Hurrikans sind, ist ihre zerstörerische Kraft nicht zuletzt durch die viel höhere Windgeschwindigkeit (zwischen 270 und 360, manchmal bis zu 500 Stundenkilometer) wesentlich größer. Tornados hinterlassen oft ein schmales Band völliger Verwüstung. Sie legen bis zu 500 km zurück, bis ihre Kraft nachlässt. Ähnlich wie beim Hurrikan drehen sich beim Tornado Luftmassen um ein Zentrum äußerst niedrigen Drucks. Wenn ein Tornado über bebautes Gebiet hinwegzieht, verursacht der gewaltige Luftdruckunterschied zwischen den Normaldrücken im Hausinnern und dem extremen Tiefdruck des Sturms ein Auseinanderbrechen der Gebäude. Die Aufwinde im Innern des Tornados sind oft so stark, dass sie Vieh und Menschen aufheben und wegtragen können. Typisches Kennzeichen der Tornados ist eine trichterförmige, oft bis zum Boden reichende Schlauchwolke, die aus Cumuluswolken heraushängt. Häufig werden Tornados auch von heftigen Gewittern begleitet. Mit Abstand am häufigsten und stärksten kommen Tornados im nordamerikanischen Mittelwesten, in den Great Plains, vor. Sie treten zu allen Jahreszeiten auf mit Schwerpunkt von April bis September. Insgesamt werden in den USA rd. 700 Tornados im Jahr registriert. Die Entstehungsursachen der Tornados sind immer noch unbekannt. Sie treten vorwiegend auf, wenn feuchtwarme Luftmassen aus dem Golf von Mexiko nach Norden dringen und von trockenkalter Luft aus dem Norden überlagert werden. Das starke Abfallen der Temperatur mit der Höhe bewirkt eine Instabilität in der Atmosphäre. Dann genügt schon ein starker, mehrere Minuten anhaltender Aufwind, der durch Oberflächenerwärmung entstehen kann, um einen Tornado auszulösen.

Coriolís-Kraft  [nach dem frz. Physiker Gaspard Gustave Coriolis, *)1792, †)1843], eine scheinbare Kraft, die ein Körper, der sich in einem rotierenden Bezugssystem bewegt, senkrecht zu seiner Bahn und senkrecht zur Drehachse erfährt. Beispiele für die Auswirkung der Coriolis-Kraft sind die Ostablenkung beim freien Fall, die Rechts- bzw. Linksabweichung von Luftströmungen, Flüssen u.)a. auf der Nord- bzw. Südhalbkugel.
Hektopascal
, Druckeinheit in der Meteorologie, früher Millibar (mbar)
Cumuluswolken oder Kumulus [der; Plural Kumuli; lateinisch], Haufenwolke, durch Konvektionsströmungen entstehende dicke Wolken vertikaler Entwicklung, deren oberer Teil eine Kuppel bildet und mit rundlichen Auswüchsen besetzt ist, während die Unterseite horizontal ist und bei einem Kollektiv stets in gleicher Höhe (Kondensationsniveau); charakteristisch für schöne Sommertage, aber auch für Kaltlufteinbrüche.
Konvektionsströmungen, vertikale Luftbewegungen in der Atmosphäre, durch Temperaturunterschiede am Boden: Aufsteigen im Gebiet höherer, Absinken im Gebiet tieferer Bodentemperaturen

Gute Links zum Thema hier
 
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