Was ist passiert?

Am frühen Morgen des 26. Dezember 2004 richteten Flutwellen, die durch ein Seebeben ausgelöst wurden, in zehn asiatischen Ländern Tragödien von unvorstellbarem Ausmaß an. Zehntausende wurden von den Wellen in den Tod gerissen und ganze Landstriche wurden von den Wassermassen überspült. Mit den verheerenden Folgen sind Millionen von Menschen betroffen vor allem in Indien, Sri Lanka, Sumatra und Thailand. Viele konnten nur das nackte Leben retten und stehen vor dem Nichts. Noch ist das ganze Ausmaß noch nicht abzuschätzen, viele sind vermisst und werden gesucht.  Jetzt droht die Gefahr, dass durch Seuchen, fehlendes Trinkwasser und fehlende Nahrungsmittel weitere Tausende Menschen sterben müssen. Schon jetzt geht man von 150.000 Opfern dieser Naturkatastrophe aus.






Bild-Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,334489,00.html

Was steckt hinter dieser Flutkatastrophe? Was ist ein Tsunami?

Ein Tsunami besteht aus energiereichen Wasserwellen, die zumeist durch ein Seebeben (untermeerisches Erdbeben) ausgelöst werden. Sie breiten sich in Ozeanen mit hoher Geschwindigkeit (500 bis 1000 km/h) über weite Entfernungen (1000 bis 20.000 km) aus und können in Ufernähe auf beträchtliche Höhe (mehrere Meter bis 30 m) ansteigen. Sie verlangsamen sich bei flacher werdendem Wasser, werden sozusagen in ihrem Heranrasen plötzlich gebremst und türmen sich dann gewaltig auf.
Starke Tsunamis können daher weiträumige katastrophale Schäden (Naturkatastrophen) verursachen und ganze Küstenstriche verwüsten. Eine solche Flutwelle traf am 26. Dezember 2004 10 Anrainerstaaten des Indischen Ozeans.
 
Der Begriff Tsunami (Japanisches Schriftsystem 津波, Hafenwelle) wurde durch japanische Fischer geprägt, die vom Fischfang zurückkehrten und im Hafen alles verwüstet vorfanden, obwohl sie auf offener See keine Welle gesehen oder gespürt hatten. 
 
Umfassende Informationen hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Tsunami
 
Informiere dich hier zunächst über die betroffenen Länder:
http://www.tivi.de/fernsehen/logo/flashpopup/06003/index.html

Wie entsteht ein Tsunami und wie wirkt er?

Das Unglück war so schlimm, weil gleich zwei gefährliche Naturereignisse zusammentrafen. Genauer gesagt löste das eine das andere aus: Zunächst gab es ein schweres Erdbeben im Meer, vor der Küste Nordwest-Indonesiens. Der Boden am Meeresgrund ist dabei abgesackt. Dadurch sind gewaltige Wassermassen in Bewegung geraten und das hat die Flutwelle ausgelöst. Sie hat sich dann kreisförmig über Tausende Kilometer im Indischen Ozean ausgebreitet. Solche Flutwellen haben einen speziellen Namen, nämlich Tsunamis. Das ist japanisch und bedeutet "große Welle im Hafen", weil die Welle auf dem offenen Meer noch ganz klein und harmlos aussieht und erst im Hafen, also an der Küste, richtig groß wird.

Auf dem offenen Meer schwappt sie vielleicht gerade mal einen halben Meter hoch und wird von Fischern häufig gar nicht bemerkt. Aber anders als normale Wellen, bei denen nur die Wasseroberfläche bewegt wird, reichen Tsunamis bis zum Meeresgrund. Und je öfter sie gegen den Boden prallen, desto stärker und schneller werden sie. Wenn die Wellen dann in Küstennähe in flaches Wasser geraten, haben sie häufig eine gewaltige Kraft erreicht. Tsunamis können so schnell werden wie ein Passagierflugzeug und so hoch wie ein Haus.

Allerdings gibt es Möglichkeiten, so ein Unglück vorherzusehen und die Menschen an den Küsten zu warnen. Experten haben zum Beispiel in der Pazifik-Region, die sehr Erdbeben- und damit auch Tsunami-gefährdet ist, ein Frühwarnsystem aufgebaut. Dabei versuchen sie mit Hilfe von Computern und Satelliten, die Riesenwellen rechtzeitig zu erkennen und davor zu warnen. Aber ausgerechnet im Indischen Ozean, wo die Katastrophe am Sonntag passierte, gibt es ein solches Warnsystem noch nicht.
http://www.wdr5.de/lilipuz/klicker/lexikon/detail.phtml?Termin=202001&wert=422619

Wie funktioniert so ein Frühwarnsystem und was nützt es?

Wie ein Frühwarnsystem funktioniert, sieht man am Beispiel Japan. Das liegt am Pazifischen Ozean, wo ein solches System schon existiert. Das Land besteht aus vielen Inseln und deshalb gibt es dort ein Küstengebiet von 30.000 Kilometern, wo jederzeit eine Flutwelle eine Katastrophe anrichten könnte.

In Japan sind 1000 Geräte mit Messfühlern - so genannten Sensoren - auf dem Land aufgestellt und mit Bojen im Wasser befestigt worden. Ständig messen sie die Erdbewegung und den Wasserdruck. Die kleinste Änderung wird an ein Computerzentrum gemeldet, wo blitzschnell ausgerechnet wird, ob diese veränderten Werte auf ein Seebeben hindeuten oder nicht. Wenn ja, wird ein gut vernetztes Warnsystem für die Bewohner gestartet.

Gewarnt wird über das Fernsehen und das Radio, aber es werden auch Warnungen über Lautsprecher abgegeben.

Wo keine Lautsprecher sind, fahren Autos mit Lautsprechern herum und alarmieren die Menschen. Selbst das kleinste Fischerdorf kann so erreicht werden.

Es ist wichtig, dass die Menschen vorher schon gelernt haben, was sie in einem solchen Fall zu tun haben. So erfahren die Schulkinder in Japan, dass sie so weit wie möglich ins Landesinnere laufen sollen, wenn Flutwellengefahr droht. Eine Viertelstunde reicht meistens aus, um vor einer Flutwelle sicher zu sein.

Das Tragische an der Katastrophe jetzt ist, dass die Menschen in den betroffenen Gebieten bis zu sechs Stunden Zeit gehabt hätten, sich in Sicherheit zu bringen. Genau aus diesem Grund wird jetzt behauptet, dass nicht so viele Menschen hätten sterben müssen. Die Vereinten Nationen fordern deshalb, dass um den Indischen Ozean jetzt ein solches Frühwarnsystem eingerichtet wird, wie am Pazifischen Ozean. Indien ist bereits damit einverstanden, obwohl das System sehr teuer ist und das Land rund 20 Millionen Euro kosten wird.

Warum es am Indischen Ozean so ein System bisher noch nicht gibt: Das muss gut organisiert und ständig betreut werden. Die meisten Länder, die von dem Seebeben betroffen sind, sind aber sehr arm. Hinzu kommt, dass man nicht sehr viel Erfahrung mit Seebeben in dieser Region hat. Das letzte Beben war vor über 60 Jahren. Die Länder um den Pazifischen Ozean haben auch nur deshalb schon vor vielen Jahren ein Frühwarnsystem eingerichtet, weil es in der Gegend viel öfter zu Erdbeben und Seebeben kommt.
http://www.wdr5.de/lilipuz/klicker/lexikon/detail.phtml?Termin=202462&wert=423693

Warum konnte ein so mächtiges Seebeben überhaupt passieren?

Man nimmt an, dass die gesamte Landmasse der Erde einmal ein zusammenhängender Riesenkontinent gewesen ist, den man als PANGÄA bezeichnet. Vor etwa 320 Millionen Jahren begann dieser Riesenkontinent auseinander zu brechen. Die Geologen nennen das die KONTINENTALDRIFT. Diese Bewegung ist heute nicht etwa zum Stillstand gekommen, sondern die verschiedenen Landmassen - auch Kontinentalplatten genannt - bewegen sich weiter. Hier kannst du zunächst einmal verfolgen, wie das Auseinanderdriften des Urkontinents verlaufen ist:

http://www.spiegel.de/flash/0,5532,9550,00.html Eine Grafik zeigt dir auch, welche Kontinentalplatten sich wie bewegen und somit das riesige Seebeben ausgelöst haben. Bei dem Beben vor Sumatra am 26. Dezember senkte sich der Untergrund innerhalb von Sekunden auf einer Strecke von rund 1000 Kilometern um 10 Meter.

Bei den folgenden Satellitenbildern bekommst du einen kleinen Eindruck von der verheerenden Kraft eines Tsunami: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,grossbild-421851-335175,00.html

Satellitenbilder der Katastrophenregion findest du hier: http://www.zki.caf.dlr.de/applications/2004/indian_ocean/indian_ocean_2004_de.html

Quellen:
MS Encarta plus 2001
wissen.de Universallexikon 2004
wikipedia
Die Zeit, 1/2005 (Dossier)

Wenn du diese Seite aufmerksam studiert hast, wird es dir nicht schwer fallen, diese Fragen, die sich meine Kollegin Antje Rauschke überlegt hat, zu beantworten:

1. Wodurch wurden die Wellen ausgelöst?
2. Warum müssen auch noch Wochen danach noch Tausende von Menschen sterben?
3. Welche Geschwindigkeiten auf See können Tsunamis erreichen?
4. Wie hoch können Tsunamis werden?
5. Wie weit können sich Tsunamis ausbreiten?
6. Was heißt „Tsunami“?
7. Was könnte Menschen vor der Katastrophe retten?
8. Wie werden in Japan Menschen gewarnt, die keinen Fernseher, kein Radio und keinen Internetzugang haben?
9. Warum hat Indien kein Frühwarnsystem?
10. Hast du gehört oder gelesen, wodurch sich viele Tiere und viele Ureinwohner vor der Flutwelle retten konnten?
11. Zeichne den Längsschnitt durch die Welle ab und beschrifte die Zeichnung!

 
Umfassender kann eine Informationssammlung zum Thema Tsunami wohl nicht sein:
http://www.learn-line.nrw.de/angebote/agenda21/lexikon/tsunami.htm

http://www.naturgefahren.de/tsunami.htm Gute Seite mit verständlichen Texten und guten Links!

2006: Schweres Erdbeben in der Region, 5000 Tote. Was ist los in dieser Region der Erde? Lies dazu diesen Artikel aus der Zeit: In der Knautschzone des Planeten (PDF) Schräg gedruckte Wörter werden im Glossar erklärt! Beantworte die Fragen am Ende des Artikels! Nach dieser Arbeit kannst du deine Antworten mit diesen hier vergleichen

 
Home
GL-Übersicht
Schule