Wirtschaft - wie funktioniert das?

Lehrkräfte

MZR 3, S. 326 ff
Team 3

Definitionen:

Wirtschaftsordnung


W. (auch: Wirtschaftsverfassung) bezeichnet die grundlegende Rechts- und Organisationsform, innerhalb der Wirtschaftssubjekte tätig werden und Wirtschaftsprozesse ablaufen. Da moderne Volkswirtschaften hochgradig arbeitsteilig produzieren, muss zunächst grundsätzlich festgelegt werden, wie die Abstimmung zwischen Produzenten (Anbietern) und Verbrauchern (Nachfragern) verlaufen soll.

Es gibt prinzipiell zwei Möglichkeiten, wie dies erfolgen kann: 1) In Form einer planwirtschaftlichen (besser: zentralverwaltungswirtschaftlichen) W., die eine zentrale staatliche Instanz voraussetzt, die alle Wirtschaftsabläufe lenkt. 2) Erfolgt die Abstimmung dezentral über Angebot und Nachfrage, liegt eine marktwirtschaftliche W. vor. Eng mit diesen beiden Ordnungsmodellen ist die Frage nach den Eigentumsrechten verbunden: In sozialistischen W. sind die Produktionsmittel verstaatlicht oder gesellschaftliches Eigentum, in kapitalistischen W. befinden sie sich in Privateigentum. Reale W. können jeweils nur Annäherungen an diese beiden Grundformen sein. Durch die Auflösung der wichtigsten zentralverwaltungswirtschaftlichen Wirtschaftssysteme beziehen sich die heutigen Auseinandersetzungen vor allem auf die Rolle des Staates in liberalen W. Dabei stehen sich das marktwirtschaftliche Modell und das Modell der sozialen Marktwirtschaft gegenüber.

Marktwirtschaft

M. bezeichnet eine Wirtschaftsordnung, in der Produktion und Verteilung aller Güter und Dienstleistungen über Angebot und Nachfrage, d.h. über Marktprozesse frei gehandelt und getauscht werden.

Charakteristisch für den Marktmechanismus ist, dass der frei zustande gekommene (Kauf-)Preis eine Doppelfunktion hat: Über die Höhe des Preises wird angezeigt, wie knapp ein bestimmtes Gut ist und damit auch, wo es sich lohnt, zu produzieren bzw. in die Produktion zu investieren (Allokationsfunktion). Voraussetzung für das Funktionieren dieses Mechanismus ist a) die Garantie des Eigentums, d.h. die private Verfügungsgewalt über die Produkte und Produktionsmittel, sowie b) ein freier Markt, der ohne Verzerrungen und Verfälschungen (z.B. durch politische oder Staatseingriffe) die Absichten aller Anbieter und Nachfrager widerspiegelt. Diese Bedingungen sind vor allem in den rechtsstaatlichen Demokratien gegeben, in denen die individuellen Freiheiten, die Wettbewerbs-, Gewerbe- und Vertragsfreiheit etc. verfassungsrechtlich garantiert sind.

Soziale Marktwirtschaft

S.M. bezeichnet eine Wirtschaftsordnung, die auf der Basis kapitalistischen Wettbewerbs dem Staat die Aufgabe zuweist, sozialpolitische Korrekturen vorzunehmen und auf sozialen Ausgleich hinzuwirken. Das wirtschaftspolitische Modell der S.M. wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem von L. Erhardt und A. Müller-Armack entwickelt und gilt als Grundlage der dt. Wirtschafts- und Sozialordnung. Der Aufbau eines Sozialstaates als Korrektiv kapitalistischen Wirtschaftens ist aus Sicht der S.M. notwendig, weil die sozialen Verwerfungen des ungehemmten Kapitalismus wesentlich mit zu den politischen Erschütterungen und den beiden Weltkriegen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beitrugen.
Die Soziale Marktwirtschaft gilt heute als Grundlage der deutschen Wirtschafts- und Sozialordnung und hat große Erfolge erzielt. Die Reichweite staatlicher Eingriffe in das Marktgeschehen wird aber immer wieder diskutiert. Ist die Soziale Marktwirtschaft in Zeiten der Globalisierung noch zukunftsfähig?
Mit der Globalisierung des Kapitalismus und der Entfesselung der Marktkräfte treten zunehmend auch die Schattenseiten der Marktwirtschaft zu Tage. Der Markt kann offenbar nicht alles regeln: Forderungen nach einer Bändigung des grenzenlosen Kapitalismus werden laut.
Kann die Soziale Marktwirtschaft einen Ausweg aus diesem Dilemma weisen? Ist das Konzept ihres Begründers Ludwig Erhard als Blaupause für andere Volkswirtschaften tauglich? Die wirtschaftliche und politische Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland hat gezeigt, dass eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik offenbar eines soliden rechtsstaatlichen Fundaments bedarf, mit dem das Privateigentum geschützt wird.

Planwirtschaft

P. (besser: Zentralverwaltungswirtschaft) bezeichnet eine Wirtschaftsordnung, in der die ökonomischen Prozesse einer Volkswirtschaft, insbesondere die Produktion und die Verteilung von Gütern und Dienstleistungen planmäßig und zentral gesteuert werden. Eine P. ist hierarchisch aufgebaut, d.h. die Einzelpläne der Wirtschaftssubjekte (Haushalte, Betriebe) müssen sich dem (politisch beschlossenen und i.d.R. als Gesetz verkündeten) Gesamtplan unterordnen. Dieser wiederum übernimmt sowohl die Zuteilung der Waren an die Wirtschaftsteilnehmer, als auch die vielfältigen Abstimmungen zwischen ihnen. Die Praxis in den ehemaligen sozialistischen Ländern hat gezeigt, dass regelmäßig ein erhebliches Defizit zwischen Planung und Realisierung der beschlossenen und geforderten Leistungen eintritt; insbesondere haben es die real existierenden P. nicht geschafft, die für eine langfristige Weiterentwicklung moderner Volkswirtschaften notwendigen Innovationen und Erfindungen zu sichern. (Ggt.: Marktwirtschaft) Quelle:

Zum kleinen und erweiterten Wirtschaftskreislauf und überhaupt zur Wiederholung, bitte hier nacharbeiten:
 
Aufbau und Organisation von Betrieben:
Welche Abteilungen hat ein größerer Betrieb?
Geschäftsleitung, Verwaltung (2x vorgetragen), Controlling, Entwicklung, Personal, Vertrieb, Produktion

Text erarbeiten, Gruppen bilden, die Aufgaben der Abteilungen vortragen:

 

Im Hintergrund kann man am Smartboard den Ablauf verfolgen.

 

Weiteres Hintergrundmaterial zur Wirtschafts- und Finanzkrise:
Vier Fragen und Antworten zur Finanzkrise
Video zur Finanzkrise (weitere Links und Informationen dort)
Wo ist das ganze Geld geblieben?


Statistische Hintergründe


...alle drei Statistiken aus der WR vom 11.5.2009


Allgemeine Informationen: Soziale Marktwirtschaft - Sozialpolitik / Sozialgeschichte

Bundeskanzlerin zur Sozialen Marktwirtschaft
Lexikon der Sozialen Marktwirtschaft
Oeconomix Gut verständliche Informationen zu Arbeitsmarkt, Konsum, Markt usw. (Sponsor ist die Citibank!)
Historische Einordnung (Deutsches Historisches Institut)
Bei der Bundeszentrale für politische Bildung findest zu zahlreiche verlässliche Info-Materialien, die man sich fast alle kostenlos bestellen kann (nur ein bisschen Porto muss man zahlen)
z. B. zur Sozialen Marktwirtschaft
Gutes Wirtschaftslexikon
Die Seite Hanisauland bietet für alle wichtigen Begriffe sehr gut verständliche Erklärungen,
 zusammen mit der Bundeszentrale für politische Bildung hat jede und jeder damit einen
ausreichenden Zugang zu Basisinformationen..
Materialien der Stiftung Warentest
Soziale Marktwirtschaft (Materialien vom Handelsblatt)
Informationen und gute Materialien zur Sozialgeschichte und Sozialpolitik
Ein "Zeitgenerator" bei Safety1st führt durch die Geschichte der Sozialgesetzgebung von 1837 bis heute.

Arbeit zum Thema "Sozialstaat mit dem Internet"

Safety1st - Arbeit mit dem Internet

Erwartungshorizont LK Mai 2009 (Ich habe mir erlaubt, den Nachweis zu führen, dass in dieser Lernkontrolle nichts gefragt worden ist, was sich nicht in den zur Wiederholung angegebenen Quellen findet - das sind die roten Zeilen!)

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