Definitionen:
Wirtschaftsordnung
W. (auch: Wirtschaftsverfassung) bezeichnet die grundlegende Rechts- und
Organisationsform, innerhalb der Wirtschaftssubjekte tätig werden und
Wirtschaftsprozesse ablaufen. Da moderne Volkswirtschaften hochgradig
arbeitsteilig produzieren, muss zunächst grundsätzlich festgelegt werden,
wie die Abstimmung zwischen Produzenten (Anbietern) und Verbrauchern
(Nachfragern) verlaufen soll.
Es gibt prinzipiell zwei Möglichkeiten, wie dies erfolgen kann: 1) In Form
einer planwirtschaftlichen (besser: zentralverwaltungswirtschaftlichen) W.,
die eine zentrale staatliche Instanz voraussetzt, die alle
Wirtschaftsabläufe lenkt. 2) Erfolgt die Abstimmung dezentral über Angebot
und Nachfrage, liegt eine marktwirtschaftliche W. vor. Eng mit diesen beiden
Ordnungsmodellen ist die Frage nach den Eigentumsrechten verbunden: In
sozialistischen W. sind die Produktionsmittel verstaatlicht oder
gesellschaftliches Eigentum, in kapitalistischen W. befinden sie sich in
Privateigentum. Reale W. können jeweils nur Annäherungen an diese beiden
Grundformen sein. Durch die Auflösung der wichtigsten
zentralverwaltungswirtschaftlichen Wirtschaftssysteme beziehen sich die
heutigen Auseinandersetzungen vor allem auf die Rolle des Staates in
liberalen W. Dabei stehen sich das marktwirtschaftliche Modell und das
Modell der sozialen Marktwirtschaft gegenüber.
Marktwirtschaft
M. bezeichnet eine Wirtschaftsordnung, in der Produktion und Verteilung
aller Güter und Dienstleistungen über Angebot und Nachfrage, d.h. über
Marktprozesse frei gehandelt und getauscht werden.
Charakteristisch für den Marktmechanismus ist, dass der frei zustande
gekommene (Kauf-)Preis eine Doppelfunktion hat: Über die Höhe des Preises
wird angezeigt, wie knapp ein bestimmtes Gut ist und damit auch, wo es sich
lohnt, zu produzieren bzw. in die Produktion zu investieren
(Allokationsfunktion). Voraussetzung für das Funktionieren dieses
Mechanismus ist a) die Garantie des Eigentums, d.h. die private
Verfügungsgewalt über die Produkte und Produktionsmittel, sowie b) ein
freier Markt, der ohne Verzerrungen und Verfälschungen (z.B. durch
politische oder Staatseingriffe) die Absichten aller Anbieter und Nachfrager
widerspiegelt. Diese Bedingungen sind vor allem in den rechtsstaatlichen
Demokratien gegeben, in denen die individuellen Freiheiten, die
Wettbewerbs-, Gewerbe- und Vertragsfreiheit etc. verfassungsrechtlich
garantiert sind.
Soziale Marktwirtschaft
S.M. bezeichnet eine Wirtschaftsordnung, die auf der Basis kapitalistischen
Wettbewerbs dem Staat die Aufgabe zuweist, sozialpolitische Korrekturen
vorzunehmen und auf sozialen Ausgleich hinzuwirken. Das
wirtschaftspolitische Modell der S.M. wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vor
allem von L. Erhardt und A. Müller-Armack entwickelt und gilt als Grundlage
der dt. Wirtschafts- und Sozialordnung. Der Aufbau eines Sozialstaates als
Korrektiv kapitalistischen Wirtschaftens ist aus Sicht der S.M. notwendig,
weil die sozialen Verwerfungen des ungehemmten Kapitalismus wesentlich mit
zu den politischen Erschütterungen und den beiden Weltkriegen in der ersten
Hälfte des 20. Jahrhunderts beitrugen.
Die Soziale Marktwirtschaft gilt heute als Grundlage der deutschen
Wirtschafts- und Sozialordnung und hat große Erfolge erzielt. Die Reichweite
staatlicher Eingriffe in das Marktgeschehen wird aber immer wieder
diskutiert. Ist die Soziale Marktwirtschaft in Zeiten der Globalisierung
noch zukunftsfähig?
Mit der Globalisierung des Kapitalismus und der Entfesselung der Marktkräfte
treten zunehmend auch die Schattenseiten der Marktwirtschaft zu Tage. Der
Markt kann offenbar nicht alles regeln: Forderungen nach einer Bändigung des
grenzenlosen Kapitalismus werden laut.
Kann die Soziale Marktwirtschaft einen Ausweg aus diesem Dilemma weisen? Ist
das Konzept ihres Begründers Ludwig Erhard als Blaupause für andere
Volkswirtschaften tauglich? Die wirtschaftliche und politische Entwicklung
der Bundesrepublik Deutschland hat gezeigt, dass eine erfolgreiche
Wirtschaftspolitik offenbar eines soliden rechtsstaatlichen Fundaments
bedarf, mit dem das Privateigentum geschützt wird.
Planwirtschaft
P. (besser: Zentralverwaltungswirtschaft) bezeichnet eine
Wirtschaftsordnung, in der die ökonomischen Prozesse einer Volkswirtschaft,
insbesondere die Produktion und die Verteilung von Gütern und
Dienstleistungen planmäßig und zentral gesteuert werden. Eine P. ist
hierarchisch aufgebaut, d.h. die Einzelpläne der Wirtschaftssubjekte
(Haushalte, Betriebe) müssen sich dem (politisch beschlossenen und i.d.R.
als Gesetz verkündeten) Gesamtplan unterordnen. Dieser wiederum übernimmt
sowohl die Zuteilung der Waren an die Wirtschaftsteilnehmer, als auch die
vielfältigen Abstimmungen zwischen ihnen. Die Praxis in den ehemaligen
sozialistischen Ländern hat gezeigt, dass regelmäßig ein erhebliches Defizit
zwischen Planung und Realisierung der beschlossenen und geforderten
Leistungen eintritt; insbesondere haben es die real existierenden P. nicht
geschafft, die für eine langfristige Weiterentwicklung moderner
Volkswirtschaften notwendigen Innovationen und Erfindungen zu sichern. (Ggt.:
Marktwirtschaft) Quelle:
Zum kleinen und erweiterten Wirtschaftskreislauf und überhaupt zur
Wiederholung, bitte hier nacharbeiten:
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Aufbau und Organisation von
Betrieben:
Welche Abteilungen hat ein größerer Betrieb?
Geschäftsleitung, Verwaltung (2x vorgetragen), Controlling, Entwicklung,
Personal, Vertrieb, Produktion
Text erarbeiten, Gruppen bilden, die Aufgaben der Abteilungen vortragen:


Im Hintergrund kann man am Smartboard den
Ablauf verfolgen.
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Weiteres Hintergrundmaterial
zur Wirtschafts- und Finanzkrise:
Vier
Fragen und Antworten zur Finanzkrise
Video
zur Finanzkrise (weitere Links und Informationen dort)
Wo
ist das ganze Geld geblieben?
Statistische Hintergründe



...alle drei Statistiken aus der WR vom 11.5.2009
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Allgemeine Informationen:
Soziale Marktwirtschaft - Sozialpolitik / Sozialgeschichte
Bundeskanzlerin zur Sozialen Marktwirtschaft
Lexikon
der Sozialen Marktwirtschaft
Oeconomix Gut
verständliche Informationen zu Arbeitsmarkt, Konsum, Markt usw. (Sponsor ist
die Citibank!)
Historische Einordnung (Deutsches Historisches Institut)
Bei der
Bundeszentrale für politische Bildung findest zu zahlreiche
verlässliche
Info-Materialien, die man sich fast alle kostenlos bestellen kann (nur ein
bisschen Porto muss man zahlen)
z. B. zur
Sozialen Marktwirtschaft
Gutes
Wirtschaftslexikon
Die Seite
Hanisauland bietet für alle wichtigen Begriffe sehr gut verständliche
Erklärungen,
zusammen mit der Bundeszentrale für politische Bildung hat jede und jeder
damit einen
ausreichenden Zugang zu Basisinformationen.. |
Materialien der Stiftung Warentest
Soziale
Marktwirtschaft (Materialien vom Handelsblatt)
Informationen und gute Materialien zur Sozialgeschichte und Sozialpolitik
Ein "Zeitgenerator"
bei Safety1st führt durch die Geschichte der Sozialgesetzgebung von 1837 bis
heute. |
Arbeit zum Thema "Sozialstaat mit dem Internet"
Safety1st -
Arbeit mit dem Internet
Erwartungshorizont LK Mai 2009
(Ich habe mir erlaubt, den Nachweis zu führen, dass in dieser
Lernkontrolle nichts gefragt worden ist, was sich nicht in den zur
Wiederholung angegebenen Quellen findet - das sind die roten Zeilen!) |
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