Die Entschlüsselung der Hieroglyphen
 
Der französische Ägyptologe JEAN FRANÇOIS CHAMPOLLION entzifferte 1822 die ägyptischen Schriftzeichen auf dem Stein von Rosette, auf dem ein königliches Dekret der Priester von Memphis aus dem Jahre 196 vor Christus in hieroglyphischer und griechischer Übersetzung festgehalten war. CHAMPOLLION erschloss daraus das hieroglyphische Schriftsystem.
JEAN FRANÇOIS CHAMPOLLION wurde am 23.12.1790 in Figeac (Lothringen) als zweiter Sohn einer Buchhändler-Familie geboren. Er galt als Wunderkind. Bevor Jean François eingeschult wurde, konnte er bereits lesen und schreiben.
Im Alter von 11 Jahren las er bei seinem Bruder die Zeitschrift „Courier de l'Egypte“, in der er den Stein von Rosette abgebildet sah. Auf diesem Stein stehen drei Texte: einer in hieroglyphischer, einer in demotischer (ab dem 8. Jh. v.Chr. im alten Ägypten weiterentwickelte Schrift des Hieratischen und einer in griechischer Schrift. Nur die Letzte konnte leicht entziffert werden. Es handelte sich um eine Dankesrede von Priestern an den Pharao Ptolemaios V. Epiphanes (204–180 v.Chr.). CHAMPOLLION nahm sich vor, die Hieroglyphen zu entziffern und begann Griechisch und Latein zu lernen.
Als Fünfzehnjähriger begann er ein Studium an der Akademie der Wissenschaften in Grenoble. Er lernte Chinesisch und andere „exotische“ Sprachen in der Hoffnung, dem Ägyptischen näher zu kommen. Das gelang aber nicht, weil das Koptische (Schriftnachfolger der alten Ägypter) ein Schlüssel zur Entzifferung der Hieroglyphen ist. Nach einjährigem Studium beschloss CHAMPOLLION, seine Studien in Paris fortzusetzen.
1809 kehrte CHAMPOLLION wieder nach Grenoble zurück. Hier arbeitete er als Geschichtsprofessor an der Universität.

hieroglyphisch demotisch griechisch

Vergrößerte Ausschnitte aus dem Stein von Rosette - in der Namenskartusche links steht der Name von Ptolemäus  - dieser Name soll für Champollion der Anstoß gewesen sein, zu erkennen, dass die drei Texte den gleichen Inhalt hatten und er so den Schlüssel gefunden hatte...


1821 kehrte CHAMPOLLION nach Paris zurück. Da der Stein von Rosette nach der verlorenen Schlacht bei Alexandria nach England verschleppt worden war, bemühte er sich um eine Kopie des Steines. Diese erhielt er auch bald und er setzte seine Hieroglyphen-Studien fort. Am 14.09.1822 war sich CHAMPOLLION sicher, die ägyptischen Namen auf dem Stein von Rosette sowie Namen aus römischer Zeit lesen zu können.
Er schrieb einen Brief an den Sekretär der Académie française, Monsieur Dacier, und fügte seinen Untersuchungsergebnissen auch ein erstes ägyptisches Alphabet bei. Dabei ahnte er noch nicht, dass er damit den Zugang zum Lesen aller Hieroglyphen geschaffen hatte. Mit der Ausweitung seiner Forschungen auf andere Texte stellte es das erst später fest. Auch gegen die Kritik und den Widerstand anderer Forscher setzte CHAMPOLLION seine Forschungen fort, so auch ab Juli 1828 in Ägypten. Über ein Jahr zog er durch das Land und schrieb Hieroglyphentexte von Tempeln, Gräbern und Obelisken ab.
 

Rosette, Stein von, schwarze Basaltplatte mit einer Inschrift, die der Schlüssel zur Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen war. Der Stein, der 1799 in der Nähe der Stadt Rosette in Unterägypten gefunden wurde, befindet sich heute im British Museum in London. Die Inschrift geht auf das Jahr 196 v. Chr. zurück und beinhaltet ein Dekret der Priester von Memphis zu Ehren des ägyptischen Königs Ptolemäus V. Da die Inschrift in Hieroglyphen und in demotischen Schriftzeichen abgefasst und mit einer griechischen Übersetzung versehen war, konnten Gelehrte die Hieroglyphen und demotischen Schriftzeichen durch einen Vergleich mit dem griechischen Text entschlüsseln. Die Entzifferung, die mit der Begründung der modernen Ägyptologie einhergeht, war im Wesentlichen die Leistung des britischen Physikers Thomas Young und des französischen Ägyptologen Jean François Champollion.
 

Weitere, sehr genaue Infos unter:
http://www.kemet.de/Ausgaben/1-1999/Champollion.html

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