Von Abrahams Auszug aus dem Zweistromland bis zum Durchqueren des Roten Meeres
(zusammengefasst nach "Neue
Schulbibel", Zürich 1973 und "Neukirchener Kinder-Bibel,
Neukirchen 1989)
| Abraham lebt vor etwa
3000 Jahren. Er und seine Familie sind Nomaden. Sie sind wohlhabend und
haben Herden mit Schafen und Ziegen. Auch Esel und Kamele nennen sie ihr
eigen. Diese Nomaden glauben fest daran, dass ihre Götter ihnen den Weg
weisen. Sie bauen an manchen Orten Altäre und opfern ihren Göttern Tiere. Am
Anfang lebt Abraham mit Familie und Knechten im Norden des Zweistromlandes
(Mesopotamien), in der Umgebung von Haran. Gott schickt ihn aus in ein
anderes Land. Abraham zieht mit seiner Frau Sara, dem Sohn seines Bruders,
Lot, mit Knechten und Vieh ins Land Kanaan, in die Nähe von Sichem und
später immer weiter nach Süden. Eine Hungersnot kommt bald über dieses Land
und Abraham zieht nach Ägypten. Er gibt dort seine Frau als seine Schwester
aus und der Pharao nimmt Sara zur Frau. Gott ist erzürnt und schickt dem
Pharao schlimme Plagen. Der erkennt seinen „Fehler“ – und Abraham und Sara
ziehen wieder zurück nach Kanaan, in die Gegend von Bet-El. Abraham ist
reich an Silber, Gold und Vieh. Lot, der mit ihm gezogen ist, hat auch große
Herden und die beiden streiten. Abraham und Lot trennen sich aber im Guten.
Lot zieht ins Jordantal und lässt sich bei Sodom nieder. Gott weist Abraham wiederum den Weg, verspricht ihm ein großes Land und zahllose Nachfahren. Er lässt sich in der Gegend von Hebron nieder – beim heiligen Baum von Mamre. Er hat aber keinen Sohn, dem er all seinen Reichtum vererben kann. Gott verspricht ihm aber einen Sohn. Seine Frau Sara bringt Isaak zur Welt, obwohl beide schon über siebzig sind. Einige Jahre später will Gott Abraham prüfen. Er verlangt, dass Abraham Isaak als Brandopfer opfern soll. Abraham ist bereit, Isaak zu opfern – aber im letzten Moment hindert ein Engel ihn daran. Gott ist zufrieden mit der Treue Abrahams. Isaak soll eine Frau bekommen. Abraham will keine Kanaaniterin, sondern eine Frau aus seiner Heimat um Haran. Er schickt seinen ältesten Knecht dorthin. Der wartet am Brunnen auf diejenige, die ihm und seinen Kamelen Wasser reicht, sie soll die Richtige sein. Rebekka, eine aus Abrahams Familie, erscheint, macht alles „richtig“ und der Knecht nimmt sie mit zu Abraham nach Kanaan. Sie geht gerne mit und versteht sich später gut mit Isaak. Nach den Geschichten von Abraham erzählt die Bibel aus dem Leben von Isaak und Rebekka und ihren Söhnen Esau und Jakob. Jakob erschwindelt mit Hilfe seiner Mutter den väterlichen Segen und die Erbschaft. Esau ist so zornig, dass Jakob fliehen muss. Er flieht in die Heimat Abrahams, nach Nord-Mesopotamien. Laban, ein Verwandter, nimmt ihn auf. Jakob heiratet dessen Töchter Lea und Rahel, kehrt nach Kanaan zurück und verträgt sich wieder mit Esau. Jakob wird der Vater von 12 Söhnen. Josef ist sein Lieblingssohn, er verwöhnt ihn sehr. Das ärgert seine Geschwister und sie verkaufen ihn als Sklaven nach Ägypten. Weil er die Träume des Pharao deuten kann, kommt er an den Königshof und wird ein einflussreicher Beamter. Und wieder kommt ein große Dürre über Kanaan und Jakob schickt seine Söhne nach Ägypten, um dort Getreide zu kaufen. Sie treffen Joseph, der sich bald zu erkennen gibt, schließlich sorgt er dafür, dass auch Jakob nach Ägypten kommt, sodass die ganze Familie wieder zusammen ist. Die Nachkommen dieser Familie heißen in der Bibel ISRAELITEN. Die Israeliten als Sklaven Die Israeliten wurden in Ägypten immer zahlreicher. Ein neuer Pharao, der von Josephs Sonderstellung nichts mehr wissen wollte, schürt die Angst vor der drohenden Überzahl der Israeliten und quält sie, wie und wo er nur kann. Er befiehlt sogar, alle Jungen, die geboren werden, in den Nil zu werfen. Aber die Israeliten werden trotzdem immer zahlreicher. Ein Mann und eine Frau aus dem Stamme Levi bekommt einen Sohn, den sie drei Monate verbergen, weil er so schön ist. Dann wurde es zu gefährlich und sie legten ihn in einen wasserdichten Korb und versteckten ihn im Schilf am Nilufer. Dort findet ihn die Tochter des Pharao, nimmt ihn mit an den Königshof und gibt ihm den Namen MOSE. Mose wächst heran und erschlägt einen Ägypter, weil er einen Israeliten geschlagen hat. Das kommt heraus und der Pharao trachtet Mose nach dem Leben. Er flieht ins Land Midian (weit im Osten von Ägypten). Dort trifft er auf die Familie Jitros, des Priesters von Midian. Dieser gibt ihm seine Tochter Zippora zur Frau. Mose wird Hirte über die Herden seines Schwiegervaters Jitro. Einmal sieht er am Wüstenrand einen brennenden Dornbusch, der nicht verbrennt. Mose geht hin und Gott spricht dort zu ihm. Gott kündigt an, dass er die Not und Sklaverei der Israeliten in Ägypten beenden will. Er beauftragt Mose, dies in Ägypten zu verbreiten. Mose will nicht. Er meint, er könne nicht gut genug reden. Gott stellt ihm seinen Bruder Aaron zur Seite und beide gehen nach Ägypten. Sie treten vor den Pharao und sagen ihm, dass ihr Gott den Auszug der Israeliten aus Ägypten fordere. Den Pharao interessiert das wenig, er verschärft die Unterdrückung der Israeliten: Jetzt sollen sie sich ihr Stroh für die Ziegelherstellung selber zusammensuchen, aber genau so viel wie vorher liefern, als man ihnen das Stroh noch lieferte. Die Israeliten geben Mose und Aaron die Schuld an dieser Situation. Sie hätten den Pharao zornig gemacht. Mose beklagt sich bei Gott und Gott prophezeit, dass die Ägypter die Israeliten noch aus dem Land jagen werden... Gott schickt zehn schreckliche Plagen über Ägypten, bis schließlich eintritt, was er prophezeit hat: Der Pharao jagt die Israeliten aus dem Land, sie können alles mitnehmen, was sie tragen können, auch ihr Vieh kommt mit, denn in der letzten Nacht vor dem Auszug aus Ägypten tötet Gott alle Erstgeborenen der Ägypter. Mose sorgt dafür, dass alle Haustüren der Israeliten mit Blut eines extra dafür geschlachteten Schafs gekennzeichnet werden, sodass Gott diese in Frieden lässt. Dies ist das Pas-chaopfer für Gott zum Dank, dass er die Israeliten in dieser Nacht verschont und sie aus Ägypten gerettet hat. (Das Pas-cha-Fest – Passafest - wird von den Juden bis heute gefeiert.) Die Israeliten ziehen noch in dieser Nacht bis an den Rand der Wüste. Gott will, dass sie nach Kanaan ziehen, aber niemand kennt den Weg genau. Daher zieht Gott tagsüber in einer Schatten spendenden Wolke vor ihnen her und nachts in einer Feuersäule, die das Wandern auch nachts erlaubt. So führt Gott sein auserwähltes Volk bis ans Rote Meer. Aber die Ägypter haben längst die Verfolgung aufgenommen, sie haben gemerkt, dass es ohne die Sklavenarbeit der Israeliten in Ägypten nicht funktioniert. Jetzt haben die Israeliten das Rote Meer vor sich und die weit überlegenen Ägypter hinter sich. Die Berichte, wie Gott bzw. Mose auf Gottes Befehl das Rote Meer teilt, die Israeliten hindurch ziehen lässt und die sie verfolgenden Ägypter in den Fluten vernichtet, sind unterschiedlich. |