Suchen und Finden im Internet - Ein Leitfaden
Gerhard Wellmann
Hier wird über den allgemeinen Umgang mit
Suchmaschinen und die damit verbundenen Gefahren und Risiken informiert. Willst
du etwas Genaueres zur Technik des Suchens erfahren,
schau hier nach: Suchmaschinen richtig nutzen
| Das Internet ist ein unendlich großes System mit derzeit etwa 560 Milliarden einzelnen Seiten. Es verstecken sich zu nahezu allen Themen wichtige und unwichtige Informationen und Hinweise hinter dieser Flut von Seiten. Orientieren bei der Suche nach etwas Bestimmten kann man sich nur mit Hilfe von Suchmaschinen. Suchmaschinen durchforsten mit bestimmten Computerprogrammen - so genannten "Crawlern" oder "Robots" - eine bestimmte Anzahl von Internetseiten und speichern den Text der gefundenen Seiten in einer eigenen Datenbank. Keine Suchmaschine kann alle Internetseiten verarbeiten, das könnte kein Computer dieser Welt schaffen. Google - der derzeit unumstrittene Marktführer unter den Suchmaschinen - behauptet von sich, etwa acht Milliarden Internetseiten in seiner Datenbank erfasst zu haben. |
| Egal, ob auf der Suche
mit Suchmaschinen oder sonstwie unterwegs im Netz: Ohne Virenschutz ist das
unverantwortlich, leichtsinnig und oft sehr teuer. Der Schutz vor Betrügern
und schrägen Vögeln im Netz kostet nicht einmal was, solange man ein
einzelner, privater Nutzer ist. Hier kann man sich über kostenlose
Schutzprogramme informieren: Eine Firewall, die "feindliche Angriffe" auf
den eigenen PC abwehren kann, kann auch nichts schaden, Informationen hier: |
| Grundsätzlich sollte man sich bei
einer Recherche niemals auf nur eine Quelle, also auch nicht auf das, was
nur eine Suchmaschine heraussucht, verlassen. In Deutschland teilen sich
einige große Suchmaschinen derzeit den Markt: www.google.de www.yahoo.de www.msn.de www.lycos.de www.fireball.de Große Portale wie AOL,(www.aol.de - AOL lässt übrigens von Google suchen) web.de (www.web.de) oder T-Online (www.t-online.de) haben auch eine eigene Suchfunktion, die von vielen Surfern genutzt wird. Einen ziemlich vollständigen Überblick über Suchmaschinen (2500!) - von der ganz allgemeinen bis zu ganz spezieller Suche - listet die Adresse www.suchlexikon.de auf. Hier findet man auch viele wichtige Tipps und Hinweise zum Umgang mit Suchmaschinen. Spezialsuchmaschinen durchsuchen vergleichsweise wenige Seiten, bieten dafür aber speziellere und bessere Ergebnisse. Es gibt außerdem so genannte Kataloge mit Suchfunktion, bei denen die Suche nur innerhalb ausgesuchter Webseiten durchgeführt wird. So arbeitet die Suchmaschine www.blinde-kuh.de nur mit Seiten, die vorher auf ihre Qualität für Kinder und Jugendliche überprüft wurden. Was man nie vergessen darf: Zumindest große
Suchmaschinen sind nicht Einrichtungen von netten Menschen, die zu viel Zeit
haben, sondern Eigentum von großen Unternehmen - Firmen und/oder
Kapitalgesellschaften, die sich so etwas auch leisten können. Das Geld für
die aufwändige und teure Unterhaltung einer solchen Maschine kommt zum
größten Teil aus der Werbung. Andere Quellen sind der Verkauf von
Suchtechnologie bzw. Suchergebnissen. So sind fast alle auf dem deutschen
Markt tätigen Suchmaschinen miteinander verknüpft (AOL z.B. lässt von Google
suchen...). Lediglich zwischen den Hauptkonkurrenten Google und Yahoo findet
kein Austausch statt. (Das verdeutlich diese Grafik: Es gibt auch Suchmaschinen, die keiner Firma gehören. Eine solche ist z.B. die Metasuchmaschine (Meta bedeutet in diesem Fall, dass die Suchmaschine nur Suchmaschinen durchsucht und keine einzelnen Webseiten) www.metager.de. Häufig unterscheiden Suchmaschinen nicht deutlich genug zwischen gefundenen Webseiten, die zur Anfrage passen und der Werbung für Produkte oder Dienstleistungen. Viele Suchmaschinen haben ihre Werbung so eingebaut, dass sie zum Suchwort passen. Wenn ich z.B. "Computer" eingebe, bekomme ich mit den Suchergebnissen auch gleich die Werbung großer Computerhersteller mitgeliefert. Das kann nerven - und man muss genau hinschauen. Allerdings muss man dabei immer bedenken, dass die Nutzung von Suchmaschinen für uns Surfer kostenlos ist - und natürlich kann niemand den großen Aufwand einer Suchmaschine "umsonst" erledigen. Inzwischen weiß wohl jeder, dass Amazon und ebay keine informativen selbstlosen Seitenanbieter sind, sondern große Onlineshops. Je häufiger eine Webseite mit Werbung oder die Webseite eines kommerziellen Anbieters angeklickt wird, je mehr wird verkauft bzw. je öfter wird die Werbung auf dieser Seite angeklickt - womit der Betreiber der entsprechenden Seite bares Geld verdient. Deswegen versuchen viele Betreiber solcher Seiten mit Tricks zu erreichen, dass ihre Seite bei den Suchmaschinen möglichst weit oben erscheint, wenn jemand etwas Bestimmtes sucht. Eine solche Möglichkeit ist, auf der Seite ganz viele "Schlüsselwörter" zu verstecken, die mit der Suchanfrage gar nichts zu tun haben müssen. Das kann man ganz einfach machen, indem die Wörter die gleiche Farbe wir der Hintergrund der Seite haben - und so für den Besucher der Seite nicht sichtbar sind. Die Robots der Suchmaschinen durchsuchen aber den Quelltext der Seiten und nicht das tatsächlich für den normalen Besucher Dargestellte. Es gibt auch so genannte "Brückenseiten" und "Linkfarmen", die praktisch nur aus Schlüsselwörtern bestehen und den eigentlichen Seiten "vorgeschaltet" sind. Findet man im Vorschautext der aufgelisteten Links einer Suchmaschine nur aneinander gereihte Begriffe, handelt es sich in der Regel um solche Tricks. Da braucht man dann auch gar nicht hinzuklicken.. Überhaupt hat der Vorschautext der von der Suchmaschine ausgewählten Links eine wichtige Bedeutung. Dieser Text ist ein Ausschnitt einer Seite, welcher die eingegebenen Suchbegriffe enthält. Beim Durchlesen dieses Textes wird sehr häufig schon deutlich, ob die ausgewählte Seite für dich überhaupt interessant sein könnte. Eine Vorauswahl triffst du selbst schon mit den Suchwörtern. Je genauer die Suchanfrage formuliert ist, desto weniger kann ich mich auf Seiten verirren, die gar nichts mit meiner Suche zu tun haben. Ein Beispiel: Ich möchte wissen, wann das Brandenburger Tor in Berlin von wem erbaut wurde. Gebe ich nur "Brandenburger Tor" ein, erhalte ich zahllose Hinweise (bei Google zum Beispiel derzeit 1.820.000) auf Seiten, die lediglich die Worte "Brandenburger Tor" enthalten, das können dann z.B. eine Unzahl von privaten Internetseiten sein, wo Leute von ihrem letzten Besuch Berlins erzählen. Zwar versuchen Suchmaschinen irgendwie nach Wichtigkeit zu sortieren, aber das sind nur Maschinen, die das versuchen. Also muss ich genauer fragen: "Brandenburger Tor erbaut wann von wem" oder "Brandenburger Tor erbaut Erbauer" z.B. Hier erhalte ich schon im Vorschautext das Gesuchte: Baujahr und Erbauer! Jede Suchmaschine erklärt dir genau, wie du gezielt zu guten Ergebnissen kommst. Bei Google z.B. klickst du auf der Starseite auf "Erweiterte Suche" und auf "Einstellungen" - über der Eingabezeile findest du "Mehr>>".., dort kannst du spezielle Dinge suchen. Unter "Alles über Google" findest du "Suchhilfe" - hier erfährst du alles über gezieltes Suchen mit dieser Suchmaschine. Ähnliche Hilfen findest du bei jeder anderen Suchmaschine auch. Im Vorschautext erscheinen auch häufiger Links zu so genannten PDF-Dateien (Portable Document Format). Hast du keine schnelle DSL-Verbindung, kann es sein, dass es endlos lange dauert, bis eine solche - oft sehr große - Datei sichtbar wird. Du solltest auch auf die Endung der URL (Uniform Resource Locator - das ist die englische Fachbezeichnung für "Internet-Adresse") achten. Wenn du nicht gezielt Adressen in anderen Sprachen suchst, sollte die Adresse ein ".de" am Ende haben. Für uns sind allerdings häufig auch gute Seiten aus der Schweiz (".ch") und aus Österreich (".at") zu finden. Die Endung ".com" deutet immer auf Seiten hin, die etwas Verkäufliches anbieten. Endungen wie ".de.vu" spiegeln nur vor, aus Deutschland zu stammen, hinter ihnen verbergen sich oft zweifelhafte Angebote. Über die Auswahl-Links von Suchmaschinen wirst du auch - ohne es zu wollen - auf "gefährliche" Seiten geleitet. Wer nicht aufpasst, kann schnell sein Geld loswerden! Du musst sehr vorsichtig sein, wenn du z.B. aufgefordert wirst, irgend etwas in ein Feld hinein zu schreiben - ein "OK" zuviel in ein Feld geschrieben kann teuer werden. Du erklärst dich z.B. damit einverstanden, dass für eine Minute Nutzung dieser Seite 1,89 Euro Gebühr pro Minute anfällt oder ein Dialer (ein Einwahlprogramm, dass bei jeder Einwahl ordentlich abkassiert) sich in deinem PC einnistet. Besonders häufig kann dir so etwas passieren, wenn du aus Versehen auf eine Porno-Seite kommst. Da wird ordentlich abgezockt! Wo immer ein Fenster erscheint und dich auffordert, irgend etwas hinein zu schreiben, schließe es ganz schnell mit dem x oben rechts in der Ecke oder mit Strg+W. Manchmal sind sogar die Schaltflächen "Abbrechen" gefälscht! Seiten, die Geld von dir wollen (auch spezielle Seiten für Schüler!) solltest du überhaupt meiden. Die Seite "Hausaufgaben.de" zum Beispiel schafft es häufig, bei der Suchmaschinen-Auswahl weit oben zu erscheinen - die Angebote kosten aber richtig Geld! Finger weg davon! Das Angebot kostenloser Hilfen - auch für die Schule - ist riesig. Da muss man keinen müden Cent ausgeben! Sicher, wer unbedingt sein Taschengeld in Handy-Klingeltönen aus dem Netz anlegen will - dem ist halt nicht zu helfen! Deine Lehrerinnen und Lehrer sind übrigens inzwischen ziemlich fit und erkennen sehr schnell, ob du Teile deiner Hausaufgaben oder eines Referats aus dem Netz geklaut oder selbst deine Rübe angestrengt hast! Manchmal wirst du auch aufgefordert, irgendwelche Software zu installieren, bevor du etwas sehen oder lesen kannst. Das solltest du nur tun, wenn du 100%ig sicher bist, dass es sich um etwas Unverdächtiges handelt. Heute haben Betriebssystem wie WindowsXP alles dabei, was man braucht, um Videos, Bilder oder andere Dinge im Netz anzuschauen. Auf diesen Seiten kannst du duch weiter über
sicheres Surfen und die Gefahren für dich im Internet informieren: Zum Schluss muss noch einmal darauf hingewiesen werden, dass im Internet jeder mehr oder weniger unkontrolliert veröffentlichen kann, was er will. So findest du rassistische (fremdenfeindliche), antisemitische (die Juden beleidigende) oder Gewalt verherrlichende Seiten im Netz, die Hass und Lügen verbreiten. Oft erscheinen sie harmlos und objektiv - und erst bei genauerem Hinsehen entpuppt sich das, was dahinter steht. Abgesehen von der Gefahr abkassiert zu werden, solltest du auch pornographische Seiten lieber meiden. Viele dieser Seiten vermitteln eine Einstellung, die Frauen für jederzeit nach Lust und Laune zu erniedrigende Wesen hält. Daran können sich eigentlich nur kranke Hirne freuen. Wenn es um aktuelle politische oder andere tägliche Nachrichten gehen soll, helfen dir so genannte Nachrichtensuchmaschinen bei der Orientierung. Du kennst sicher die aktuellen Meldungen, die du lesen kannst, wenn du die Seite von gmx oder web.de oder t-online aufsuchst. Nachrichtensuchmaschinen sind nun Suchmaschinen, die sich auf einen speziellen Bereich, nämlich die Internetangebote von Zeitungen, Radio und Fernsehen sowie Nachrichtenagenturen im Netz beschränken. Die Auswahl der Meldungen könne allerdings nie einen vollständigen Überblick über das aktuelle Geschehen bieten - es sind immer nur ausgewählte Seiten, die gefunden werden - und diese stellen das Geschehen immer nur aus einem bestimmten Blickwinkel und in einer bestimmten Auswahl dar. Also auch hier: Immer mehrere Quellen nutzen und vergleichen! Später wirst du vielleicht auch kostenpflichtige Datenbanken oder Magazine im Netz nutzen. Diese bieten häufig weitaus vollständigere und bessere Informationen als die kostenlosen Seiten. Aber für den "Hausgebrauch" reicht die Orientierung über Nachrichtensuchmaschinen. Einen derzeit kaum schlagbaren Nachrichtenüberblick bietet Google: Einen Überblick über
Nachrichtensuchmaschinen findest du hier: Willst du zu einer kniffligen Frage, die sich nicht durch Fakten allein beantworten lässt (selbst das ist ja nur selten möglich), recherchieren, dann musst du auch im Netz immer mehrere Meinungen einholen und dann abwägen, was du für richtig hältst. Orientierung im Netz - kindgerecht (sicher sinnvoll bis zum Alter von 13, 14 Jahren - für Schlaufüchse, die sich nicht zu fein sind - auch noch danach) - winzige Auswahl:
Zusammenschluss deutschsprachiger Kinderseiten: Orientierung im Netz:
Suchen kind -und jugendgerecht: Was spezielle Suchmaschinen finden München/Bonn (dpa/tmn) - Wer sucht, der findet - heutzutage meistens im Internet. Ob Bücher, den nächsten Hausarzt oder schlicht alles Wissenswerte zu einem speziellen Thema - das World Wide Web birgt eine Fülle von Informationen. Doch Suchmaschinen wie Yahoo, AltaVista oder Google spucken oft massenhafte Treffer und viel Unbrauchbares zu einem gewünschten Suchbegriff aus. Abhilfe bieten auf bestimmte Themen spezialisierte Suchmaschinen. Wer auf der Suche nach lexikalischem Wissen ist, kommt eventuell mit dem Angebot "wissen.de" weiter. Die von der wissen.de GmbH in München betriebene Seite will ihren Nutzern das mühsame Stöbern in verschiedenen Nachschlagewerken ersparen: Die Suchmaschine durchforstet nach Eingabe eines Suchwortes verschiedene Lexika und Wörterbücher nach Begriffsbeschreibungen, Ereignissen und historischen Daten. Informationen zu bestimmten Schlagwörtern wie "Reisen", "Technik" oder "Gesundheit" können direkt über das Menü abgerufen werden. Auch "Services" und "Shops" rund ums Thema Wissen werden auf Unterseiten angeboten. Mit dem täglichen "Wissenshappen" werden jeden Tag Informationen zu einem Bild, einer Flagge und einem Fremdwort gegeben. Außerdem wird ein Zitat des Tages analysiert und eine Frage des Tages beantwortet. Wem es nicht genügt, schnell ein paar Fakten abrufen zu können, der kann auf der Seite "forschungsportal.net" tiefer in ein Thema einsteigen. Das Forschungsportal entstand im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin, und die Suche beschränkt sich auf Texte und Publikationen von wissenschaftlichen Einrichtungen. Der Nutzer kann auswählen, nach welchen Kriterien die Ergebnisse in eine Rangordnung gebracht werden. Zitierfreudige Internetnutzer werden mit der Seite "aphorismen.de" ihre Freude haben. In mehr als 135 000 Gedichten, Geschichten, Bauernweisheiten und Sinnsprüchen kann der Anwender suchen. Schon auf der Startseite wird der Nutzer mit einem Spruch des Tages empfangen. Im Autorenverzeichnis und im Begriffe-Lexikon kann noch hintergründiger gestöbert werden. Die Recherche nach Ärzten oder Apotheken ermöglicht die Internetseite "medizin-forum.de", hinter der das Deutsche Medizin Forum im hessischen Bad Nauheim steht. Hier finden sich umfangreiche Verzeichnisse von Ärzten, Krankenhäusern, Krankenkassen und Apotheken in Deutschland. Auch in Kleinanzeigen und Foren kann gesucht werden. Sparfüchse können unter dem Menüpunkt "Medikamente" die Preise verschiedener Apotheken vergleichen. Das Medizin-Forum beinhaltet auch den Link "medline.de". Diese Datenbank enthält Hinweise auf Fachliteratur aus allen Bereichen der Medizin. Fans von Online-Auktionen müssen sich im Internet nicht nur auf einen Auktionsanbieter beschränken. Spezielle Suchmaschinen durchsuchen verschiedene Auktionsplattformen nach dem gewünschten Produkt. So durchforstet die Seite "auktionssuche.de" aus Bonn knapp 150 Versteigerungen gleichzeitig und listet die Ergebnisse übersichtlich auf. Quelle: NetTipp Digest, Bd. 231, 1. April 2008
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Beim Schreiben dieser
Seite hat mir die Broschüre von
www.klicksafe.de "12
goldene Suchmaschinen-Regeln" geholfen. |