Farbenlehre, die Lehre von der Entstehung und Ordnung der Farben und von ihrer Wirkung auf das Auge. Sie benutzt die Erkenntnisse der Physik, Physiologie und Psychologie.
Licht ist eine elektromagnetische Wellenbewegung. Die Wellen werden vom menschlichen Auge wahrgenommen. Die jeweilige Farbempfindung, die von einem Lichtreiz bestimmter Wellenlänge hervorgerufen wird, heißt Farbton. Das menschliche Auge kann rund 160 Farbtöne unterscheiden. Neben den bunten Farben gibt es die unbunten Farben; sie reichen von Weiß über die verschiedenen Grautöne bis Schwarz. – Die Farben selbst leuchtender Objekte heißen Lichtfarben, die von nicht selbst leuchtenden Körpern Körperfarben. Das von uns als weiß empfundene Sonnenlicht wird beim Durchgang durch ein Prisma in seine Spektralfarben zerlegt, die über Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Violett nahezu kontinuierlich ineinander übergehen. Jenseits von Rot und Violett gibt es unsichtbare Lichtwellen: Infrarot und Ultraviolett. Treffen Lichtwellen, die zu verschiedenen Spektralfarben gehören, im Auge auf dieselbe Stelle der Netzhaut, so entsteht ein einziger Farbeindruck (eine additive Farbmischung), z. B. erscheint eine weiße Fläche bei Beleuchtung mit einer orangefarbigen und einer grünen Lampe gelb. Alle Farben können in einem kontinuierlichen Farb(en)kreis angeordnet werden. Man gibt meist 6-, 12- oder 24-stufige Unterteilungen dafür an. Gegenüberliegende Farben heißen Komplementär- oder Gegenfarben, ihre additive Mischung ergibt den Eindruck Weiß (bzw. ein helles Grau). Der Farbeindruck aller nicht selbst leuchtenden Körper entsteht dadurch, dass diese gewisse Farben des auf sie auffallenden weißen Sonnenlichts verschlucken (absorbieren) und den Rest wieder abstrahlen (reflektieren); man sieht also einen Körper in der Farbe, die komplementär zu der von ihm am stärksten absorbierten ist. Werden verschiedene Malfarben miteinander gemischt, so absorbieren ihre Farbkörperchen jeweils verschiedene Teile des Lichts, und man sieht die Farbe, deren Anteil von allen Körpern am wenigsten verschluckt wird (subtraktive Farbmischung). Zwei Komplementärfarben geben subtraktiv z. B. den Eindruck Grau oder Schwarz, weil sie gemischt keinen Teil des Spektrums mehr bevorzugt reflektieren.

Jede beliebige Farbempfindung kann durch Mischen entsprechender Anteile von rotem, blauem und grünem Licht hervorgerufen werden (so genannte additive Farbmischung). Diese drei Farben bezeichnet man als additive Primärfarben, die in etwa gleicher Farbintensität zusammen weißes Licht ergeben. Bestimmte Paare reiner Spektralfarben nennt man Komplementärfarben. Wenn diese additiv gemischt werden, läßt sich ebenfalls die Farbe Weiß erhalten. Beispiele für Komplementärfarben sind die Paare Gelb und Blau sowie Rot und Grün.
 
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