Im Laufe
der Jahrmillionen entwickelte sich eine erstaunliche Fülle an Vogelarten,
die alle klimatischen Zonen der Erde besiedelten. Erst durch Anpassungen
gelang es vielen Vögeln unter extremen Lebensbedingungen zu (über)leben.
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Allein
Vögel besitzen Federn. Trotz ihrer Einmaligkeit sind Federn aus dem
gleichen Material wie die Haare und Nägel der Säugetiere sowie die
Schuppen und Hornpanzer der Reptilien. Chemisch betrachtet bestehen
Federn aus Keratin*, einem Eiweißkomplex, der sich bei allen
Wirbeltieren in der Haut bildet. Für die hohe Festigkeit und Elastizität
der Feder sorgt unter anderem Schwefel in den feinen Fasern des
Keratingerüsts. Da Vögel die als Bausteine benötigten schwefelhaltigen
Aminosäuren nicht selber herstellen können, müssen sie diese mit der
Nahrung aufnehmen. In der chemischen Feinstruktur bestehen geringe
Unterschiede zwischen Vogel-, Reptilien- und Säugerkeratin. Dennoch gibt
es keinen Zweifel, dass der Ursprung der Vogelfeder in den
schuppenartigen Gebilden von Kriechtieren liegt |
Ein Großteil der Verständigung unter den Vögeln vollzieht sich über Farben
und Zeichnungen des Gefieders. Einhergehend mit bestimmten Verhaltensweisen
und stimmlichen Lautäußerungen dienen sie den Vogelmännchen dazu, Reviere zu
besetzen und zu verteidigen, Partnerinnen anzulocken und zu erobern sowie
mögliche Feinde zu verjagen oder zu täuschen. Über Farben und Muster
erkennen Vögel auch das Alter und Geschlecht ihrer Artgenossen. Über das
Gefieder verständigen sich Vögel aber nicht nur visuell untereinander,
sondern auch gegenüber anderen Tieren.
Bestimmte Arten setzen mit auffälligen Kopf- und Schwanzfedern oder anderen
Federpartien zusätzlich besondere optische Akzente. Damit erweitern sie das
Repertoire ihrer Körpersprache und verfügen über Blickfänge, die warnenden
oder verführerischen Charakter haben können.
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Als Mauser bezeichnet man den periodischen, für Vögel lebensnotwendigen
Prozess, das Federkleid zu wechseln. Mit dem Austausch verschlissener oder
beschädigter Federn halten sie ihr Federkleid flugtauglich und
funktionsfähig. Allerdings gibt es kein allgemeingültiges Schema, da sich
der hormonell gesteuerte Vorgang der Mauser von Art zu Art unterscheidet.
Bereits im Nest beginnt der Energie zehrende Prozess und begleitet den Vogel
ein Leben lang: Jungvögel mausern über Jugendkleider ins Erwachsenenkleid,
und (überwiegend) Männchen vom Schlichtkleid ins Prachtkleid. Durch
jahreszeitliche Federwechsel bleiben einige Arten ganzjährig in ihrem
Lebensraum „unsichtbar“. Die etappenweise Erneuerung der Federn in der
Teilmauser dauert länger als die Vollmauser, die den Vogel allerdings
kurzfristige flugunfähig macht.
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*Keratin
[das; griechisch], Hornstoff, von den Epithel- oder Oberhautzellen
gebildete, chemisch und mechanisch widerstandsfähige Strukturproteine
(schwefelhaltig); der Hauptteil der Oberhaut, Haare, Nägel, Federn, Hörner,
Hufe, Schuppen, Wolle u. a. Hautanhangsgebilde.
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