Federn

Bilder und Texte aus dem Überseemuseum in Bremen März 2005

Zu dieser Ausstellung "Federn kitzeln die Sinne" gibt es diese wunderschöne
Website!

Im Laufe der Jahrmillionen entwickelte sich eine erstaunliche Fülle an Vogelarten, die alle klimatischen Zonen der Erde besiedelten. Erst durch Anpassungen gelang es vielen Vögeln unter extremen Lebensbedingungen zu (über)leben.
 
Allein Vögel besitzen Federn. Trotz ihrer Einmaligkeit sind Federn aus dem gleichen Material wie die Haare und Nägel der Säugetiere sowie die Schuppen und Hornpanzer der Reptilien. Chemisch betrachtet bestehen Federn aus Keratin*, einem Eiweißkomplex, der sich bei allen Wirbeltieren in der Haut bildet. Für die hohe Festigkeit und Elastizität der Feder sorgt unter anderem Schwefel in den feinen Fasern des Keratingerüsts. Da Vögel die als Bausteine benötigten schwefelhaltigen Aminosäuren nicht selber herstellen können, müssen sie diese mit der Nahrung aufnehmen. In der chemischen Feinstruktur bestehen geringe Unterschiede zwischen Vogel-, Reptilien- und Säugerkeratin. Dennoch gibt es keinen Zweifel, dass der Ursprung der Vogelfeder in den schuppenartigen Gebilden von Kriechtieren liegt


Ein Großteil der Verständigung unter den Vögeln vollzieht sich über Farben und Zeichnungen des Gefieders. Einhergehend mit bestimmten Verhaltensweisen und stimmlichen Lautäußerungen dienen sie den Vogelmännchen dazu, Reviere zu besetzen und zu verteidigen, Partnerinnen anzulocken und zu erobern sowie mögliche Feinde zu verjagen oder zu täuschen. Über Farben und Muster erkennen Vögel auch das Alter und Geschlecht ihrer Artgenossen. Über das Gefieder verständigen sich Vögel aber nicht nur visuell untereinander, sondern auch gegenüber anderen Tieren.
Bestimmte Arten setzen mit auffälligen Kopf- und Schwanzfedern oder anderen Federpartien zusätzlich besondere optische Akzente. Damit erweitern sie das Repertoire ihrer Körpersprache und verfügen über Blickfänge, die warnenden oder verführerischen Charakter haben können.
 


Als Mauser bezeichnet man den periodischen, für Vögel lebensnotwendigen Prozess, das Federkleid zu wechseln. Mit dem Austausch verschlissener oder beschädigter Federn halten sie ihr Federkleid flugtauglich und funktionsfähig. Allerdings gibt es kein allgemeingültiges Schema, da sich der hormonell gesteuerte Vorgang der Mauser von Art zu Art unterscheidet.
Bereits im Nest beginnt der Energie zehrende Prozess und begleitet den Vogel ein Leben lang: Jungvögel mausern über Jugendkleider ins Erwachsenenkleid, und (überwiegend) Männchen vom Schlichtkleid ins Prachtkleid. Durch jahreszeitliche Federwechsel bleiben einige Arten ganzjährig in ihrem Lebensraum „unsichtbar“. Die etappenweise Erneuerung der Federn in der Teilmauser dauert länger als die Vollmauser, die den Vogel allerdings kurzfristige flugunfähig macht.

*Keratin [das; griechisch], Hornstoff, von den Epithel- oder Oberhautzellen gebildete, chemisch und mechanisch widerstandsfähige Strukturproteine (schwefelhaltig); der Hauptteil der Oberhaut, Haare, Nägel, Federn, Hörner, Hufe, Schuppen, Wolle u. a. Hautanhangsgebilde.
 

Bilder: Paradiesvogel und Schmuck nord- und südamerikanischer Indianer. Schon seit sehr, sehr langer Zeit dienen Federn als Schmuck und als Symbole (Zeichen) für die Stellung einer Person in der Gesellschaft (dem Stamm usw.)
 
Zurück zu Tiere im Winter
Zurück zur Bio-Übersicht
Schulseite

Home