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Wozu gut?
Wo findet man sie im richtigen Leben?
Zum Beispiel in Rezepten, Spiel- und Bastelanleitungen, bei
Versuchsanordnungen (Physik), chemischen Reaktionen, Naturerscheinungen,
Verhalten von Tieren, Anweisungen im Sport, Gebrauchsanweisungen,
Arbeitsabläufe im Betriebspraktikum...
Eine Vorgangsbeschreibung braucht man, um einen Vorgang (z.B. wie man einen
Kuchen backt) anderen Menschen zu beschreiben, die ihn dann ausführen. Man
braucht sie auch, um anderen Menschen, Lesern, einen Vorgang so zu
beschreiben, dass sie ihn genau verstehen. Außerdem könnt ihr, als
Verfasserinnen und Verfasser unter Beweis stellen, dass ihr eine Sache genau
verstanden habt.
Was ist das nun genau?
Definition
Die Vorgangsbeschreibung stellt einen Vorgang sprachlich so detailliert
(genau, in allen Einzelheiten) dar, dass der Leser in die Lage versetzt wird, die Handlung Schritt für
Schritt nachzuvollziehen und ggf. selbst auszuführen. Sie bezieht sich auf
einen immer gleich bleibenden, also jederzeit wiederholbaren Ablauf - im
Gegensatz zum einmaligen Geschehen im Bericht.
Anwendung
Beschreibungen von Vorgängen findet man oft in Industrieprospekten,
Patentschriften, Lehrbüchern oder in Bedienungsanleitungen zu Geräten (z.
B. Filmen mit einer Videokamera), als Spielregeln oder
Gebrauchsanweisungen. Die Vorgangsbeschreibung hat Anweisungscharakter (z.
B. Kochanleitung), gibt Verhaltensmaßregeln für eine bestimmte Handlung.
Auch dann, wenn der Leser gar nicht die Möglichkeit hat, beschriebene
Vorgänge jemals selbst nachzuvollziehen (z. B. bei der Beschreibung von
Arbeitsabläufen im Betriebspraktikum)
Vorarbeiten
Besonders wichtig beim Beschreiben eines Vorgangs ist die
Beachtung der
zeitlichen Reihenfolge. Die Handlung kann nur richtig durchgeführt werden,
wenn die nötigen Teilschritte nacheinander erfolgen. Liegt hier ein
logischer Fehler vor, wird das Ergebnis der Tätigkeit unkorrekt, oder das
Gerät, das beispielsweise in Gang gesetzt werden soll, funktioniert nicht.
Es ist deshalb sinnvoll, zuerst alle Teilschritte des Vorgangs als
Stichwortsammlung zusammenzutragen und sie anschließend logisch zu ordnen,
indem die Schritte nacheinander nummeriert werden. Helfen können dabei die
Fragen:
Was wird zuerst gemacht?
Was folgt danach?
Und was geschieht gleichzeitig?
Teilvorgänge, die für den Gesamtzusammenhang wichtig sind, müssen genau
beschrieben werden. Das Zusammenwirken der Einzelheiten sollte im
Anschluss daran erklärt werden.
Sprachstil
Eine Vorgangsbeschreibung wird im Präsens angefertigt, da sich der
beschriebene Tatbestand ständig auf die gleiche Art und Weise wiederholen
lassen kann.
Der Sprachstil ist nüchtern und sachlich, es geht um reine
Informationsvermittlung. Häufig wird das Passiv angewandt. Es herrscht ein
Nominalstil vor, das heißt, dass häufig Substantive, substantivierte
Verben und Adjektive benutzt werden. Die Verben und Adjektive müssen
treffsicher ausgesucht sein, um die beschriebene Handlung zu
verdeutlichen. Da die Vorgangsbeschreibung Anweisungscharakter hat, werden
häufig Imperative benutzt. Sind Menschen an einem Vorgang beteiligt, so
bleiben sie anonym, beschrieben wird nur ihre Funktion während der
Tätigkeit.
Kontrolle
Ist die Beschreibung fertig, kann man ihre Qualität dadurch überprüfen,
dass man genau ausführt, was der Text vorgibt. Ist die Handlung
erfolgreich abgeschlossen, z. B. ein Gerät richtig zusammengebaut und
funktionsfähig, dann ist die Vorgangsbeschreibung gelungen und das
angestrebte Ziel erreicht. Klar ist, dass diese Kontrolle praktisch selten
ausführbar ist.
Konkrete Hinweise zum Abfassen einer
Vorgangsbeschreibung
Die Gefahr der
Wiederholung bei Vorgangsbeschreibungen ist sehr hoch. Häufig werden nur
kurze Hauptsätze aneinandergereiht und mit "dann", "danach", "nun" oder
"als Nächstes" eingeleitet. Wie kann ich dieser Gefahr entgehen?
Eine große Hilfe ist es, sich bei den folgenden Sätzen die groß
geschriebenen Ausdrücke anzuschauen:
(1) SOBALD DAS WASSER KOCHT, nimmt man den Kessel vom Herd.
(2) FÜR EINEN KRÄFTIGEN TEE braucht man einen Beutel pro Tasse.
(3) Jetzt WIRD das siedende Wasser AUFGEGOSSEN.
Mal wurde das Passiv verwendet, mal ein
Satzgefüge gebildet, mal eine
präpositionaler Ausdruck gewählt.
Zwischenbemerkung: Ist es nicht
schön, dass wir gerade in der letzten Grammatikeinheit intensiv trainiert
haben, was Passiv und präpositionale Ausdrücke sind?
Jetzt kannst du die folgenden Sätze anschauen und überlegen, welche der
großgeschriebenen Ausdrücke Passiv, ein Satzgefüge oder ein präpositionaler
Ausdruck sind:
(1) SOBALD DAS WASSER KOCHT, nimmt man den Kessel vom Herd.
(2) FÜR EINEN KRÄFTIGEN TEE braucht man einen Beutel pro Tasse.
(3) Jetzt WIRD das siedende Wasser AUFGEGOSSEN.
(4) Heutzutage WERDEN gerne Teebeutel VERWENDET.
(5) WÄHREND DER TEE ZIEHT, stellt man das Teegedeck zusammen.
(6) WÄHREND DIESER ZEIT kann man das Teegedeck zusammenstellen.
Und hier kannst du das üben und deine Überlegungen überprüfen:

Eine weitere Übung besteht darin, selbst gute Formulierungen in einen
Lückentext einzugeben:
(unter der
vorherigen Übung)
Deutsch
Schule
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