Sachtexte Biologie / Sachkunde / Gesundheit...
Jahrgänge 5, 6 und 7

Übersicht

Tiere und Pflanzen Tierportraits
Kennzeichen des lebendigen bei Tieren Säugetiere
Kennzeichen des lebendigen bei Pflanzen Fuchs
Die Fichte Koala
Die Rotbuche Flamingo
Warum werden Blätter bunt? Falke
Der Ginkgo Der Maulwurf
Bäche
Kleine Bachkunde
Rund um Körper und Gesundheit  
Der Weg der Nahrung  
Was ist eine Gehirnerschütterung?  
Warum habe ich eigentlich Kopfschmerzen?  
Warum vor dem Sport aufwärmen?  

Tipps zum Erarbeiten dieser Sachtexte, wenn du sie die ausdrucken willst:
  1. Lies dir erst den Titel und/oder Untertitel genau durch, damit du eine Vorstellung davon bekommst, um was es geht.
  2. Lies den Text einmal gut durch. Während des Lesens übermalst du mit Leuchtstift die Wörter, die dir wichtig vorkommen (Schlüsselworte). 
  3. Eine gute Übung ist auch, die Textstellen durchzustreichen, die nicht wichtig sind. 
  4. Markiere Wörter, die du nicht verstehst, mit einer anderen Farbe. Diese schreibst du auf eine Liste und suchst sie nach dem Lesen am besten im Fremdwörterbuch heraus.
  5. Lies den Text noch einmal abschnittsweise und überlege dir ein Wort, das den ganzen Abschnitt zusammenfasst. Das schreibst du einfach daneben. Hat der Text keine Abschnitte, überlege dir erst, welche Gedanken zusammengehören und unterteile ihn mit Linien.
  6. Wenn du weißt, was in dem Text steht, gib zu folgenden Fragen Antworten, am besten schriftlich, dann vergisst du es nicht so schnell und hast schon mal ein bisschen gelernt:
    Welchen Inhalt hat der Text?
    Was verstehe ich nicht?
    Wann passiert was, wo, durch wen, zu welchem Zweck?
    Was könnte mich der Lehrer oder die Lehrerin zum Text fragen?
  7. Das Herausfinden, welche Sätze zum Text passen, ist für dich eine gute Kontrolle, ob du den Text wirklich verstanden hast!

Nachdem du dich jetzt so vielseitig mit einem Text befasst hast, hast du bestimmt schon mehr gelernt, als wenn du ihn dir einfach nur durchgelesen hättest. Dies ist eine prima Prüfungsvorbereitung. Probier es einfach mal aus, dein Lehrer wird staunen! Also viel Erfolg bei der nächsten Textbearbeitung!


Die Fichte— eine raschwüchsige Nutzholzart


Die Fichte besiedelt Mitteleuropa schon seit langer Zeit. Während sie früher vorwiegend mit verschiedenen Laubbaumarten in Mischbeständen wuchs, wurde sie später lange Zeit vor allem in großen Monokulturen, so genannten Fichten-Reinbeständen, angepflanzt . Unter einer Monokultur versteht man das Vorherrschen einer einzigen Pflanzenart auf einer großen Fläche. Die Fichte zeichnet sich durch ein rasches Wachstum aus, so dass sie wesentlich früher einen wirtschaftlichen Ertrag bringt als die langsamer wachsenden Laubbaumarten. Junge Fichten sind bei uns vor allem als Weihnachtsbäume bekannt. Haben die Bäume Gelegenheit, längere Zeit zu wachsen, so entwickeln sie sich zu dreißig bis fünfzig Meter hohen, gewaltigen Bäumen von imposanter Erscheinung. Leider werden nur die wenigsten Fichten so groß, da sie meist vorher geschlagen (gefällt) werden.
Typische Erkennungsmerkmale der Fichte sind neben der charakteristischen Baumform der rötlich-braune Stamm, die Nadeln, die auf kleinen braunen Stielchen am Zweig sitzen, und die hängenden Zapfen, die später komplett vom Baum herunterfallen. Die Staubblattblüten stehen in Gruppen an den Seitentrieben. Sie bestehen aus rot gefärbten, oval geformten Bündeln von Staubgefäßen. Diese werden im Frühsommer gelb und verstreuen ihren Pollen. Er wird vom Wind zu den Zapfenblüten getragen. Die Zapfenblüten stehen in Gruppen als ebenfalls rote, aufrecht stehende, kleine Zapfen vorwiegend an den Enden der Seitentriebe. Sie färben sich nach der Befruchtung grün, wachsen zu ihrer endgültigen Größe heran und biegen sich dabei im Lauf der Zeit nach unten. Durch das allmähliche Austrocknen der Schuppen werden die Zapfen schließlich bis zum Herbst braun. Im Frühjahr werden pro Schuppe zwei Samen entlassen. Jeder besitzt einen propellerartigen Flügel.

1. Fichten sind Laubbäume.
2. Monokultur bedeutet viele unterschiedliche Pflanzen auf einer Fläche.
3. Fichten wachsen rasch im Vergleich zu Laubbäumen zum Beispiel.
4. Fichten könne bis zu 50 Meter groß werden.
5. In den Fichtenzapfen entwickeln sich die Samen.
6. Fichten haben einen rötlich-blauen Stamm.
7. Die Zapfen biegen sich im Lauf der Zeit nach oben.
8. Die Staubblattblüten befinden sich an den Seitentrieben.
9. Im Herbst werden die Zapfen braun.
10. Jeder Samen besitzt drei propellerartige Flügel.

 
Die Rotbuche - die häufigste Laubbaumart unserer Wälder

Die beiden Baumarten Rotbuche und Fichte sind für die Zusammensetzung unserer Wälder von besonderer Bedeutung. Beide Arten sollen im Folgenden als Stellvertreter für die Laub- bzw. Nadelbäume näher betrachtet werden.
Die Rotbuche ist eine Baumart, die du sowohl im Winter als auch im Sommer ohne größere Schwierigkeiten identifizieren kannst. Sie kann bis über 40 Meter hoch und über 300 Jahre alt werden. Typisch für die Rotbuche ist ihr glatter, silbrig-grauer Stamm. Er kann einen Durchmesser von mehr als einem Meter erreichen, der Stammumfang kann bei über drei Metern liegen. Sein rötliches Holz gab der Rotbuche ihren Namen. Die Seitenäste setzen erst relativ weit oben am Stamm an. Alte Buchen bilden erst in größerer Höhe ihre bis über dreißig Meter breite, mächtige Krone aus.

In einem reinen Buchenwald gibt es kaum Unterholz, da das Blätterdach nur wenig Licht nach unten durchlässt. Man hat den Eindruck, man ginge durch eine große Halle, gebildet aus Bäumen. Der Vegetationskundler spricht daher von einem Buchen-Hallenwald.
Charakteristisch für die Rotbuche sind die langen und spitzen braunen Knospen. Die Blätter erscheinen Ende April bis Anfang Mai, sie sind eiförmig, glänzend grün und besitzen einen mehr oder weniger glatten Rand. Die jungen, gerade entrollten Blätter sind sehr zart, sie werden jedoch im Laufe des Frühjahres und Sommers immer der-ber, fester und dunkler.
Die Rotbuche bildet Staubblatt- und Stempelblüten aus, diese befinden sich jedoch auf einem Baum. Die Rotbuche ist also eine getrenntgeschlechtig-einhäusige Pflanze. Sie blüht und fruchtet erstmals in einem Alter von etwa 30 bis 50 Jahren. Die Blütenstände der Staubblattblüten, es sind kugelige Blütenkätzchen, hängen herab, die Blütenstände der Stempelblüten stehen an einem Stiel jeweils zu zweit aufrecht. Die Pollen werden durch den Wind verbreitet und bestäuben die Stempelblüten. Nach der Befruchtung entwickeln sich in der Hülle je zwei Nussfrüchte, die Bucheckern. Diese sind von einem vierteilig aufklappenden, außen stacheligen Fruchtbecher umgeben. Die reifen Bucheckern fallen, meist noch im gestielten Fruchtbecher, vom Baum herunter. Sie werden von vielen Tieren gefressen, doch immer keimen etliche aus und sichern so den Fortbestand der Rotbuche.
Obwohl es Wälder gibt, die aus einer einzigen Baumart bestehen, findest du doch häufig mehrere verschiedene Baumarten in einem Wald vor.

1. Rotbuchen können höchstens 30 Jahre alt werden.
2. Rotbuchen haben einen glatten, silbrig-grauen Stamm.
3. Der Stammumfang kann bei drei Metern liegen.
4. Die Buche ist ein Nadelbaum.
5. Die Blätter haben einen deutlich gezackten Rand.
6. Das Blätterdach eines Buchenwaldes wird sehr dicht.
7. Ende April bis Anfang Mai bekommen die Rotbuchen ihre Blätter.
8. Bei der Rotbuche befinden sich Staubblattblüten und Stempelblüten auf einem Baum.
9. Die Früchte der Buche nennt man Eicheln.
10. Der Wind verbreitet die Pollen, diese bestäuben die Stempelblüten.

 
Kennzeichen des Lebendigen bei Tieren

Du weißt, dass sich das Fach Biologie mit Menschen, Tieren und Pflanzen sowie ihren Lebensbedingungen beschäftigt. Diese Bedeutung steckt bereits im Wort Biologie. Es kommt aus dem Griechischen und heißt übersetzt soviel wie „Lehre vom Leben“ (bios = das Leben; logos = das Wort, die Lehre). Wodurch unterscheidet sich das „biologische“ Leben, das Lebendige, von unbelebten Dingen?

Mensch und Maus zum Beispiel sehen verschieden aus: Sie haben eine unterschiedliche Gestalt. Die Gestalt ist typisch für jedes Lebewesen. Man sagt, sie ist ein Kennzeichen des Lebendigen.
Allerdings zeigen auch unbelebte Gegenstände wie eine Spielzeugmaus eine typische Gestalt. Die Gestalt allein kann also kein eindeutiges Kennzeichen für ein Lebewesen sein.
Eine Spielzeugmaus läuft nicht von selbst. Erst wenn man das Uhrwerk im Innern des Gehäuses aufzieht, werden kleine Räder angetrieben: Die Spielzeugmaus rollt geradeaus. Trifft sie auf ein Hindernis, prallt sie dagegen und kippt vielleicht um. Die Räder drehen sich noch eine Weile und bleiben dann stehen.
Die Bewegung bei der lebendigen Maus geschieht dagegen durch Muskeln. Flink läuft sie an der Wand des Käfigs entlang, hält an, schnuppert und läuft weiter. Versucht man sie zu greifen, flüchtet sie. Die Maus reagiert auf Reize. Entdeckt sie zum Beispiel Getreidekörner, schnuppert sie daran, bevor sie diese frisst. Reizbarkeit und Reaktionsfähigkeit sind weitere Kennzeichen des Lebendigen.
Die in Getreidekörnern enthaltenen Nährstoffe werden im Körper der Maus so verarbeitet, dass Lebensvorgänge wie Bewegung, Reizbarkeit und Reaktionsfähigkeit ablaufen können. Stoffe, die der Körper nicht benötigt, werden ausgeschieden. Einen solchen Stoffwechsel hat keine Spielzeugmaus.

Eine lebendige Maus zerkleinert mit ihren scharfen Schneidezähnen, den Nagezähnen, Körner, Eicheln und sogar Haselnüsse. Da sich die Nagezähne hierdurch abnutzen, müssen sie ständig nachwachsen. Wachstum zeigen auch Haare, Fußnägel und andere Körperteile. Besonders gut kannst du das Wachstum bei der Entwicklung von Mäusen verfolgen. Neugeborene Mäuse sehen ihren Eltern nicht ähnlich: Sie wiegen etwa ein Gramm, haben geschlossene Augen und Ohren und sind nackt. In ihrem Nest werden sie von der Mutter ernährt: Sie saugen an den Zitzen die Muttermilch. Mäuse bezeichnet man daher als Säugetiere. Nach zwei Wochen wiegen die Mäuse etwa sechs Gramm. Sie können sehen und hören und haben ein kurzes Fell. Ihre Gestalt wird immer „mausähnlicher“. Jede Maus stammt also von einer Maus ab. Man sagt, die Mäuse pflanzen sich fort. Eine Spielzeugmaus zeigt keine Fortpflanzung. Sie wird in einer Fabrik aus mehreren Einzelteilen zusammengebaut. Sie behält immer die gleiche Größe, die gleiche Gestalt, bekommt keine Jungen, frisst nicht, reagiert nicht auf Reize und bewegt sich nicht.
Tiere wie Mäuse sind also Lebewesen, da für sie alle Kennzeichen des Lebendigen zutreffen: Gestalt, Bewegung, Stoffwechsel, Wachstum, Entwicklung, Reizbarkeit und Reaktionsfähigkeit sowie Fortpflanzung.

1. Das Fach Biologie beschäftigt sich nur mit Pflanzen.
2. Mensch und Maus haben eine unterschiedliche Gestalt.
3. Unbelebte Gegenstände haben keine Gestalt.
4. "logos" kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Leben".
5. Tiere reagieren auf Reize.
6. Reaktionsfähigkeit ist kein Kennzeichen des Lebendigen.
7. Alle Lebewesen haben einen Stoffwechsel.
8. Alle Tiere sind Säugetiere.
9. Wachstum ist ein Kennzeichen des Lebendigen.
10. Fortpflanzung ist allen Tieren gemeinsam.

 
Kennzeichen des Lebendigen bei Pflanzen

Auf den ersten Blick scheinen Pflanzen nicht zu leben. Natürlich können sie nicht wie Tiere laufen, springen oder fliegen. Sie können sich also nicht selbstständig von ihrem Standort fortbewegen. Betrachtest du aber zum Beispiel im Verlaufe eines Tages Kronblätter des Gänseblümchens oder des Löwenzahns, so stellst du fest, dass sie sich zu bestimmten Zeiten öffnen und schließen. Andere Pflanzen wie die Bohne bewegen ihre Laubblätter. Diese heben sich am Tage und senken sich gegen Abend.

Auch Sinnesorgane wie Augen und Ohren, mit denen du sehen und hören kannst, findest du bei Pflanzen nicht. Und doch reagieren sie auf Reize ihrer Umwelt. So hast du sicher schon beobachtet, dass Pflanzen ihre grünen Blätter dem Licht zuwenden. Auch die Schwerkraft ist ein Reiz. Pflanzen reagieren darauf, indem sie ihre Wurzeln in den Boden senken. Über die Wurzeln nehmen Pflanzen zum Beispiel Wasser auf. Mithilfe der Blätter können sie gasförmige Stoffe aufnehmen, verarbeiten und abgeben. So lässt sich bei der Wasserpest die Ausscheidung eines Gases recht gut beobachten. Pflanzen zeigen also Stoffwechsel.

Pflanzen benötigen während des Wachstums wie Menschen und Tiere Nährstoffe zum Aufbau des Körpers. So entsteht aus einem etwa zwei Zentimeter großen Samen der Rosskastanie im Verlaufe der Entwicklung ein etwa 25 Meter hoher Baum. Dieser bildet nach dem Blühen erneut Samen aus. Außer der Fortpflanzung durch Samen können sich manche Pflanzen wie die Erdbeere auch durch Ausläufer vermehren.

Jede Art ist durch eine bestimmte Gestalt gekennzeichnet, an der du zum Beispiel eine Rose von einer Tulpe unterscheiden kannst. Also sind Pflanzen auch lebendig, da sie die Kennzeichen des Lebendigen zeigen.

1. Pflanzen sind auch Lebewesen.
2. Pflanzen bewegen sich gerne von ihrem Standort weg.
3. Pflanzen reagieren auf Reize.
4. Die Schwerkraft bewirkt, dass die Wurzeln der Pflanzen nach unten wachsen.
5. Pflanzen benötigen keine Nährstoffe.
6. Pflanzen scheiden Stoffe wie Gas aus.
7. Pflanzen können keine Stoffe aufnehmen.
8. Aus Samen werden neue Pflanzen.
9. Pflanzen vermehren sich nur über Samen.
10. Pflanzen haben alle Kennzeichen des Lebendigen.

 
Säugetiere

Eines unterscheidet die Säugetiere von allen anderen Tieren: Abgesehen von wenigen Ausnahmen wachsen ihre Jungen im Körper der Mutter heran, kommen lebend zur Welt und werden mit der Muttermilch ernährt.
Zu den Säugetieren gehören Meerschweinchen, Hasen, Nager, Pferde, Kühe, Tiger, Löwen und auch die Primaten, zu denen die Affen und die Menschen zählen.
Säugetiere haben ein Skelett aus Knochen und ihr Körper ist mit Fell bedeckt. Die Körpertemperatur der Säugetiere bleibt immer gleich; sie ist also nicht wie bei Lurchen und Kriechtieren davon abhängig, ob es warm oder kalt ist. Aus diesem Grund konnten sich Säugetiere in allen Klimazonen der Welt ausbreiten.
Die meisten leben auf dem Land, aber manche haben sich an ein Leben im Wasser angepasst. Bei den Robben zum Beispiel sind die Vorder- und Hinterbeine zu Flossen umgeformt, bei den Walen wurden die Vorderbeine ebenfalls zu Flossen, die Hinterbeine sind ganz verschwunden. Andere Säugetiere - wie zum Beispiel die Fledermäuse - schwingen sich in die Lüfte: Mit ihrer zwischen Vorder- und Hinterbeinen aufgespannten Flughaut können sie fliegen.
Säugetiere sind die am höchsten entwickelten Wirbeltiere der Erde. Es gibt etwa 4500 verschiedene Arten von Säugetieren - von der winzigen, gerade mal drei Gramm leichten Spitzmaus bis zum 100 Tonnen schweren Blauwal.

1. Säugetiere werden mit Muttermilch ernährt.
2. Auch Menschen gehören zu den Säugetieren.
3. Affen sind keine Primaten.
4. Menschen gehören zu den Primaten.
5. Säugetiere haben ein Skelett aus Gräten.
6. Die meisten Säugetiere haben kein Fell.
7. Säugetiere können sich in allen Klimazonen der Erde ausbreiten.
8. Im Wasser gibt es keine Säugetiere.
9. Es gibt Säugetiere, die fliegen können.
10. Die Spitzmaus ist das schwerste Säugetier.

 
Der Maulwurf

Da, schon wieder ein Haufen! Wie viele Maulwürfe graben wohl den Garten um? Nur einer. Der Maulwurf ist ein Einzelgänger.
Die vielen Erdhaufen entstehen, weil es wenig Würmer im Boden hat. Je rarer sie sind, desto eifriger muss der Maulwurf die Erde durchwühlen. Das ist Schwerstarbeit. Das 12 bis 15 cm große Tier braucht täglich so viel Nahrung, wie es selber wiegt, also etwa 75 bis 85 g.
Nach vier Stunden legt sich der Maulwurf erschöpft in sein unterirdisches Nest und schläft, bis vier Stunden später wieder der Magen knurrt. Nach etwa drei Jahren sind seine spitzen Zähne abgeschmirgelt, er hat Mühe beim Fressen und verhungert. Manche
Tier sterben früher. Besonders gefährlich sind die seltenen Ausflüge zur Oberfläche, wo Greifvögel, Katzen und Hunde sich auf den Maulwurf stürzen. Oder er tappt in eine Falle, die Menschen aufgestellt haben, weil sie sich an den Erdhaufen stören.

1. Der Maulwurf ist ein Herdentier.
2. Der Maulwurf frisst gerne Würmer.
3. Ein Maulwurf braucht etwa 75 kg Nahrung am Tag.
4. Der Maulwurf ist ein Einzelgänger.
5. Je weniger Würmer es gibt, desto mehr muss er graben.
6. Der Maulwurf kann bis zu 2,5 m groß werden.
7. Greifvögel gehören zu en Feinden des Maulwurfs.
8. Die Zähne des Maulwurfs nutzen sich ab.
9. Maulwürfe kommen nie ans Tageslicht.
10. Hunde beschützen meist die Maulwürfe.

 
Fuchs (Vulpes vulpes)

Der Fuchs gilt als besonders schlau. Deshalb wird er auch "Reineke" oder "Reinhard" genannt - das bedeutet "der durch seine Schlauheit Unüberwindliche".

Aussehen

Füchse sind Raubtiere und gehören zu den Hundeartigen, sie sind also ziemlich nah mit dem Hund und dem Wolf verwandt. Sie sehen Hunden recht ähnlich, haben aber kürzere Beine und einen viel längeren Körper. Füchse werden 60 bis 90 Zentimeter lang, etwa 40 Zentimeter hoch und wiegen rund sieben Kilogramm.

Typisch für sie ist der dicke, buschige und sehr lange Schwanz. Er misst bis zu 40 Zentimeter, ist also halb so lang wie der ganze Fuchs. Das dichte Fell ist rotbraun, Wangen, Bauch und die Innenseiten der Beine sind weiß. Die Schwanzspitze ist weiß oder dunkel gefärbt.
Unverkennbar ist das Gesicht der Füchse mit den aufmerksam hoch aufgerichteten Ohren, der langen spitzen Schnauze, der schwarzen Nase und den Augen mit den elliptischen Pupillen.

Füchse sind im Vergleich zu Hunden mit ähnlicher Körpergröße viel leichter und schmaler.

Deshalb sind sie sehr sportlich: Sie können bis zu fünf Meter weit und zwei Meter hoch springen und bis zu 50 Kilometer pro Stunde schnell laufen. Außerdem können sie sich auch noch in den engsten Höhlen und im kleinsten Erdloch verstecken.

Heimat

Der Fuchs ist eines der am weitesten verbreiteten Raubtiere: Er lebt in Europa (außer auf Zypern, Kreta, Malta und Mallorca), in Nordafrika, in Asien und in Nordamerika. In Australien wurde er vom Menschen eingeführt.

Lebensraum

Füchse sind extrem anpassungsfähig. Egal ob Wälder, Halbwüsten, Küste und Hochgebirge bis zu 4500 Meter Höhe - Füchse finden überall einen Lebensraum. Genauso fühlen sie sich heute aber auch in Parks zu Hause. Und schlau wie sie sind, haben sie längst entdeckt, dass es auch in Städten allerlei Leckeres in Gärten, aber auch auf Müllhalden und in Abfallhaufen zu finden gibt.

Rassen und Arten

Neben unserem Fuchs, dem Rotfuchs, gibt es weiter im Norden bis in die Arktis den Eisfuchs. In Nordafrika lebt der Wüstenfuchs, in den Steppen Zentralasiens der Steppenfuchs.

Lebenserwartung

Füchse können bis zu zwölf Jahre alt werden.

1. Füchse sind Pflanzenfresser.
2. Füchse gehören zu den Hundeartigen.
3. Sie haben längere Beine als Wölfe.
4. Füchse haben kurze, glatte Schwänze.
5. Füchse wiegen rund 7 Kilogramm.
6. Das dichte Fell ist rotbraun.
7. Füchse haben eine runde kurze Schnauze.
8. Ihre Pupillen sind elliptisch.
9. Füchse können nur sehr kleine Sprünge machen.
10. Neben unserem Rotfuchs gibt es auch noch den Eisfuchs, den Wüstenfuchs und den Steppenfuchs.

 
Koala (Phascolarctos cenereus)

Koalas kennt jedes Kinds: Sie gelten als Vorbilder für die Teddybären. Die stillen Beuteltiere verbringen ihr Leben hoch oben in Eukalyptus-Bäumen.

Aussehen

Sie werden zwar Koalabären genannt, gehören aber gar nicht zu den Bären, sondern zu den australischen Beuteltieren oder Beutelsäugern.

Sie werden 61 bis 85 Zentimeter groß. Je nachdem, ob sie in wärmeren oder kühleren Regionen leben werden sie unterschiedlich groß und wiegen verschieden viel.
In Victoria können sie bis zu 14 Kilogramm wiegen, in Queensland weiter im Norden, wo es wärmer ist, wiegen sie maximal 8 Kilogramm. Die Weibchen sind im Durchschnitt kleiner und leichter als die Männchen.

Das dichte Fell der Koalas ist bräunlich-silbergrau.
Typisch sind die dicke, dunkle Nase und die großen plüschigen Ohren. Der Kopf ist im Verhältnis zum Körper relativ groß.

Die Weibchen tragen am Bauch einen Beutel, in dem die Jungen heranwachsen. Die Greifhand ist mit scharfen, spitzen Krallen ausgestattet, so das die Tiere gut klettern können.

Heimat

Koalas gibt es nur in Australien. Sie waren ursprünglich sehr weit verbreitet. Nur auf der Insel Tasmanien im Süden des Kontinents kamen sie nie vor. Sie wurden wegen ihres Fells gejagt und in vielen Gebieten ausgerottet. Zum Teil hat man sie aber wieder angesiedelt. Heute gibt es vermutlich noch 45.000 bis 80.000 Koalas.

Lebensraum

Koalas können nur in Gebieten leben, in denen verschiedene Eukalyptus-Bäume wachsen. Wichtig ist auch, dass andere Koalas in der Nähe leben. Deshalb findet man Koalas nur in den lichten Eukalyptus-Wäldern Australiens, in denen neben Eukalyptus-Bäumen nur wenige andere Bäume wachsen.

Rassen und Arten

Zur Gattung der Koalas gehört nur der Koala. Andere Beuteltiere, die zur Unterfamilie der Koalaverwandten zählen sind die Ringelschwanz-Kletterbeutler, die Riesengleitbeutler, die Zwerggleitbeutler und die Gleithörnchenbeutler.

Lebenserwartung

Wild lebende Koala-Männchen werden etwa zehn Jahre alt, die Weibchen bis zu 15 Jahren. In Gefangenschaft können sie bis zu 19 Jahre alt werden.

1. Koalas sind Beuteltiere.
2. Koalabären gehören zur Familie der Bären.
3. Die Weibchen sind größer und schwerer als die Männchen.
4. Koalabären wiegen zwischen 8 und 14 Kilogramm.
5. Die Jungen werden im Beutel getragen.
6. Koalas sind schlechte Kletterer.
7. Koalas gibt es in Australien und Tasmanien.
8. Koalas ernähren sich ausschließlich von Eukalyptus-Bäumen.
9. Koalas sind Einzelgänger.
10. Koalas waren fast ganz ausgerottet.

 
Flamingo (Phoenicopterus)

So sieht nur ein Vogel aus: Lange Beine, langer Hals, gebogener Schnabel und ein leuchtend rosa Gefieder sind das Markenzeichen des Flamingos.

Aussehen

Flamingos wurden viele Jahre zu den Stelzvögeln gezählt. Dann hieß es, sie seien mit den Entenvögeln verwandt.

Inzwischen bilden die Flamingos in der Klasse der Vögel eine eigene Ordnung mit sechs verschiedenen Arten, die einander ziemlich ähnlich sind. Der größte und am weitesten verbreitete ist der Rosaflamingo.
Von der Schnabel- bis zur Schwanzspitze messen Flamingos je nach Art zwischen 80 und 130 Zentimeter, von der Schnabelspitze bis zu den Zehen sogar bis zu 190 Zentimeter. Sie wiegen zwischen 2,5 und 3,5 Kilogramm. Der gebogene lange Hals der Flamingos und ihre langen dünne Beine sind besonders auffällig.
Ein besonderes Merkmal ist der Schnabel. Er wirkt im Verhältnis zum schmalen Körper sehr klobig und ist in der Mitte nach unten abgeknickt.
Ihr Gefieder ist in unterschiedlichen Rosa-Tönen gefärbt je nachdem, was sie fressen. Manche Arten haben nur rosa Federn. Die Enden der Flügelschwingen beim Andenflamingo und Roten Flamingo sind schwarz.

Männchen und Weibchen sind bei allen Arten kaum zu unterscheiden.

Heimat

Flamingos sind Weltenbummler. Sie kommen in Nord- und Ostafrika vor, in Südwest- und Zentralasien, in Süd- und Mittelamerika und auch in Südeuropa. Dort sind vor allem in Südspanien und Südfrankreich Brutkolonien des Rosaflamingo. Eine kleine Kolonie aus verschiedenen Flamingo-Arten hat sich sogar im Zwillbrocker Venn, einem Gebiet an der deutsch-niederländischen Grenze niedergelassen. 1982 tauchten dort die ersten elf Tiere auf. Keine anderen Flamingos auf der Welt leben so weit nördlich.

Lebensraum

Flamingos leben am Ufer von Seen, in Flussmündungen und in Lagunen, in denen sich salziges Meerwasser und Süßwasser vermischen.

Sie sind aber so anpassungsfähig, dass sie auch an extrem salzigen Seen leben können. Der Andenflamingo und der James-Flamingo leben in Bolivien und Peru an Salzseen in 4000 Meter Höhe.

Rassen und Arten

Es sind sechs verschiedene Flamingo-Arten bekannt. Manche Wissenschaftler sind der Ansicht, dass sie nur sechs Unterarten derselben Art sind.

Neben dem Rosaflamingo sind dies der Kubaflamingo, der Zwergflamingo, der Chileflamingo, der Andenflamingo und der James-Flamingo.

Lebenserwartung

Flamingos können zumindest in Gefangenschaft ziemlich alt werden. Der älteste in einem Zoo lebende Flamingo wurde 44 Jahre alt.

1. Flamingos haben ein leuchtend graues Gefieder.
2. Es gibt nur eine Flamingo- Art.
3. Der Rosaflamingo ist die seltenste Art.
4. Besonders auffällig ist der lange gebogene Hals.
5. Der Rosa-Ton ihres Gefieders ist davon abhängig, was sie fressen.
6. Männchen und Weibchen kann man bei allen Arten sehr gut unterscheiden.
7. Der Andenflamingo lebt in 4000 Metern Höhe an Salzseen.
8. Flamingos bevorzugen Gewässer, wo sich Salz- und Süßwasser mischen.
9. Sogar an der deutsch-niederländischen Grenze gibt es Flamingos.
10. Am bekanntesten ist der Eisflamingo der Antarktis.

 
Falke (Falco)

Falken sind perfekte Jäger: Mit ihrer speziellen Flugtechnik jagen sie in der Luft andere Vögel oder stürzen sich auf Beutetiere am Boden herab.

Aussehen

Falken gehören zu den Greifvögeln. Sie besitzen einen relativ kleinen Kopf, große Augen und den für Greifvögel typisch gekrümmten Hakenschnabel.

Ihr Körper ist schlank, ihre Flügel lang und spitz, der Schwanz dagegen relativ kurz. Die Zehen an ihren Füßen sind lang und kräftig, so dass sie geschickt ihre Beute greifen können.

Bei den Falken sind die Weibchen meist deutlich größer als die Männchen. Diese werden auch "Terzel" genannt, das kommt vom lateinischen "tertium", was "Drittel" heißt.
Der Buntfalke ist zum Beispiel einer der kleinsten Falken. Er wird nur 20 bis 28 Zentimeter groß und wiegt gerade einmal 100 bis 200 Gramm. Seine Flügelspannweite beträgt 50 bis 60 Zentimeter. Die Buntfalken-Männchen haben einen rostroten Rücken und graublaue, am Ende schwarze Flügel. Der Bauch ist hell und gesprenkelt.
Die Kappe auf dem Kopf ist graublau. An der Kopfseite besitzt der Buntfalke drei schwarze Streifen. Die Weibchen haben rostrote Flügel und mehrere schwarze Bänder am Schwanz, während die Männchen nur ein schwarzes Band haben.
Der Würgfalke dagegen ist einer der größten Falken. Er gehört zu den Jagdfalken und ist ein kompakter, kräftiger Vogel. Männchen und Weibchen des Würgfalken sehen fast gleich aus und sind deshalb kaum voneinander zu unterscheiden.

Die Körperoberseite ist dunkelbraun gefärbt, der Schwanz ist auf der Oberseite hellbraun. Auch der Kopf sowie der Bauch sind heller gefärbt als der Körper. Die Körperoberseite ist stärker dunkel gefleckt und gebändert als die Körperunterseite.

Der Würgfalke wird zwischen 46 und 58 Zentimeter groß und hat eine Flügelspannweite von 104 bis 129 Zentimeter. Seine Flügel sind lang und spitz, aber breiter als z. B. beim Wanderfalken.
Die Würgfalken-Männchen wiegen nur 700 bis 900 Gramm, während die Weibchen 1000 bis 1300 Gramm auf die Waage bringen.
Die Füße - auch Fänge genannt - sind bei erwachsenen Tieren gelb, bei jungen blau. Würgfalken können mit jungen Wanderfalken verwechselt werden, haben aber einen helleren Kopf.
Einer der größten Falken, die bei uns heimisch sind, ist der Wanderfalke. Das Männchen wiegt 580 bis 720 Gramm, das Weibchen bis zu 1090 Gramm.

Sein Rücken ist schiefergrau. Nacken und Kopf sind schwarzgrau gefärbt. Auf der hellen Kehle und der weißen Wange zeichnet sich ein dunkler Bartstreifen ab. Die Flügel sind extrem lang. Der Schwanz dagegen sehr kurz.

Heimat

Die verschiedenen Falkenarten sind auf der ganzen Welt verbreitet. Buntfalken sind in ganz Nord- und Südamerika Zuhause. Es sollen sich aber einzelne Tiere sogar schon nach Europa verirrt haben.

Würgfalken kommen vor allem von Osteuropa bis Nordchina und Indien vor. Das ganze Jahr über sind sie in der Türkei zu finden. Zum Brüten ziehen sie auch in die Regionen nördlich des Schwarzen Meeres bis in die Ukraine. In Mitteleuropa findet man sie nur in den österreichischen Donauwäldern. Seit Ende der 90er Jahre wurden aber auch ein paar Brutpaare im Elbsandsteingebirge in Sachsen beobachtet.

Ein richtiger Weltenbummler ist dagegen der Wanderfalke: Er ist auf allen Kontinenten der Erde zu finden.

Lebensraum

Falken besiedeln die unterschiedlichsten Lebensräume. Buntfalken können sich an viele verschiedene Lebensräume anpassen: Man finden sie in Parks ebenso wie auf Feldern, in Wäldern und von der Wüste bis ins Hochgebirge.

Würgfalken leben vor allem in Wald- und Trockensteppen sowie in Halbwüsten. Sie kommen bis in 1300 Metern Höhe vor. Würgfalken brauchen große Jagdreviere mit offenem Gelände.

Auch Wanderfalken lieben offenes Gelände wie Flusstäler und Steppen. Zum Brüten lassen sie sich aber auch auf Kirchtürmen in Städten nieder. Wichtig ist, dass der Lebensraum viele Vögel beherbergt, die dem Falken als Beute dienen.

Rassen und Arten

Weltweit gibt es etwa 60 verschiedene Falken-Arten. Zu den bekanntesten bei uns zählen der Wanderfalke, der Turmfalke, der Baumfalke, der Merlin, der Rötelfalke, der Rotfußfalke, der Lannerfalke, der Eleonorenfalke und der Gerfalke. Besonders geschickte Jäger sind der Wüstenfalke und der Berberfalke in Nordafrika. Im Südwesten der USA und in Mexiko lebt der Präriefalke.

Vom Würgfalken selbst gibt es sechs verschiedene Rassen. Vom Buntfalken gibt es etwa 20 Unterarten, die in Amerika von Alaska im Norden bis nach Feuerland im Süden Zuhause sind. Diese Unterarten können sehr unterschiedlich gefärbt sein.

1. Bei den meisten Falken sind die Weibchen deutlich größer als die Männchen.
2. Der Buntfalke ist einer der größten Falken.
3. Der Würgfalke gehört zu den Jagdfalken.
4. Bei jungen Würgfalken sind die Fänge blau.
5. Falken sind Entenvögel.
6. Den Wanderfalken findet man nur in Asien.
7. Würgfalken brauchen große Jagdreviere mit offenem Gelände.
8. Alle Falken sind Greifvögel.
9. Weltweit gibt es etwa 600 Falkenarten.
10. Falken ernähren sind von Samen und Körnern.

 
Weitere Tierportraits:
 
Was ist eigentlich eine Gehirnerschütterung?

Eine Gehirnerschütterung (Commotio cerebri) ist eigentlich nichts Schlimmes. Sie entsteht durch einen Schlag auf den Kopf oder wenn der Kopf mit Wucht auf den Boden oder gegen eine harte Fläche prallt. Dabei werden einige Nervenzellen zerstört - allerdings so wenige, dass es normalerweise für das Gehirn ungefährlich ist.

Eine Gehirnerschütterung wird manchmal auch leichtes Schädel-Hirn-Trauma genannt, es ist eine Schädigung des Gehirns, die mit einem kurzen Verlust des Bewusstseins (weniger als 30 Minuten) verbunden ist.

Die Gehirnerschütterung führt zu einer vorübergehenden Funktionsstörung des Gehirns, nicht aber zu nachweisbaren Schäden der Gehirnstrukturen. Sobald aber Gehirnverletzungen in einer bildgebenden Untersuchung zu sehen sind, sprechen Ärzte nicht mehr von einer Gehirnerschütterung, sondern je nach Verletzungstyp von einer Gehirnblutung, -quetschung, -prellung oder ähnlichem.

Wenn du einmal eine Gehirnerschütterung haben solltest, ist Ruhe angesagt: Du musst dann mindestens einen Tag lang im Bett liegen bleiben. Falls es dir trotzdem schlechter gehen sollte, rufst du deinen Hausarzt an - der hilft dann weiter.

1. Bei einer Gehirnerschütterung werden einige Nervenzellen zerstört.
2. Das ist jedes Mal sehr gefährlich für das Gehirn.
3. Man verliert kurz das Bewusstsein.
4. Eine Gehirnerschütterung wird manchmal auch als leichtes Schädel-Hirn-Traume bezeichnet.
5. Nachweisbare Funktionsstörungen des Gehirns sind die Regel.
6. Kann man Gehirnverletzungen erkennen, sprechen Ärzte zum Beispiel von Gehirnblutung.
7. Nach einer Gehirnerschütterung solltest du kräftig Sport treiben.
8. Gehirnerschütterungen treten häufig auf, wenn du zu viel gelesen hast.
9. Wenn es dir nach einem Tag Bettruhe schlechter geht, musst du den Hausarzt verständigen.
10. Gehirnerschütterungen kann man jederzeit im Gehirn nachweisen.

 
Warum habe ich Kopfschmerzen und was kann ich dagegen tun?

Wenn es in deinem Kopf hämmert oder klopft, liegt das an der Blutversorgung in deinem Körper. Jedes deiner Körperorgane, also auch das Gehirn, braucht Blut; mal mehr und mal weniger. Funktioniert die Blutverteilung falsch, ist die Blutversorgung im Gehirn nicht mehr im Gleichgewicht. Die Blutgefäße verengen sich erst recht stark, dehnen sich kurz darauf aber extrem schnell wieder aus. Dieser permanente Wechsel verursacht unterschiedlich starke Schmerzen.

Du bist aber nicht allein mit deinen Schmerzen: 9 von 10 Kindern, die über 10 Jahre alt sind, haben schon mal Kopfschmerzen gehabt. Bei jedem sechsten Kind sind die Kopfschmerzen sogar so schlimm, dass es deshalb von einem Arzt behandelt werden muss.

Kopfschmerzen haben viele verschiedene Ursachen. Häufig sind so genannte "organische" Beschwerden für die Kopfschmerzen verantwortlich. Also Krankheiten, die du selbst meist noch gar nicht bemerkt hast, aber Kopfschmerzen auslösen können. Das ist z.B. bei Sehstörungen der Fall, die mit einer Brille beseitigt werden könnten. Aber auch entzündliche Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, der Zähne oder des Kiefers sowie viele andere Krankheiten können Kopfschmerzen verursachen. Werden diese Beschwerden nicht geheilt, verschwinden auch die Kopfschmerzen nicht. Deshalb ist es nicht gut, Kopfschmerztabletten zu schlucken, ohne den Arzt zu fragen. Vielleicht ist nämlich eine ganz andere Krankheit an den Kopfschmerzen schuld.

Immer öfter sind allerdings seelische Probleme die Ursache für Kopfschmerzen. Kinder und Jugendliche haben Stress in der Schule, in der Familie oder im Freundeskreis. Wird der Leistungsdruck, den jeder für sich anders wahrnimmt, dann so gewaltig, dass das eigene Selbstbewusstsein dabei auf der Strecke bleibt, flüchten sich viele in eine Krankheit. Sie gibt für kurze Zeit ein bisschen Ruhe oder Zuwendung, die sonst nicht da wäre.

Wenn du Kopfschmerzen hast, hilft meistens nur noch eins: alles dunkel machen, ins Bett legen und einen kalten Waschlappen oder Eisbeutel auf die Stirn legen. Dadurch kann das Blut wieder "normal" durch die Gefäße fließen. Auch Autogenes Training, das sind bestimmte Entspannungsübungen, die du in einem Kurs erlernen kannst, können dir ebenfalls helfen, die Kopfschmerzen erträglicher zu machen. Grundsätzlich sind ausreichend Schlaf und viel Bewegung an der frischen Luft sehr wichtig. Außerdem dran denken: immer regelmäßig essen und vor allen Dingen trinken.

Damit du bei einem Gespräch mit einem Arzt genau sagen kannst, wie oft und wie stark du Kopfschmerzen hast, kannst du auch ein Kopfschmerztagebuch führen. In einen Kalender trägst du ein, wann du wie lange Kopfschmerzen hattest.

1. Kopfschmerzen haben etwas mit der Blutversorgung des Gehirns zu tun.
2. 10 von 9 Kindern haben schon einmal Kopfschmerzen gehabt.
3. Von 100 Kindern mussten 60 wegen Kopfschmerzen schon einmal zum Arzt.
4. Manchmal kann schon eine Brille gegen Kopfschmerzen helfen.
5. Mit Zähnen haben Kopfschmerzen allerdings nie etwas zu tun.
6. Kopfschmerztabletten kann man bedenkenlos immer einnehmen.
7. Seelische Ursachen gibt es bei Kopfschmerzen so gut wie gar nicht.
8. Stress kann Kopfschmerzen verursachen.
9. Entspannungsübungen können gut helfen.
10. Wann und wie häufig man Kopfschmerzen hat, ist dem Arzt eigentlich egal.

 
Warum muss ich mich vor dem Sport aufwärmen?

Deine Muskeln, Bänder und Gelenke sollen beim Sport richtig gut funktionieren. Deshalb musst du sie aufwärmen. Denn normalerweise machst du nicht den ganzen Tag Sport. Deine Muskeln und dein ganzer Körper sind auf normales Rumlaufen und Rumsitzen eingestellt. Und wenn dein Körper plötzlich rennen oder springen und noch vieles mehr machen soll, dann kriegt er das zwar auch irgendwie hin – aber aufgewärmt geht es eben viel besser und lockerer. Außerdem verletzt man sich nicht so schnell, bekommt zum Beispiel keine Zerrung.

Für jede Sportart bedarf es eines speziellen Aufwärmprogramms neben dem allgemeinen Aufwärmen. Zunächst sollte eine drei- bis fünfminütige Aktivierung des Herz-Kreislaufsystems mittels mäßig-intensiver Ausdauerbelastung stattfinden. Also beispielsweise lockeres Laufen oder Radeln auf einem Fahrradergometer. Dadurch wird die Muskulatur durchblutet, was sich positiv auf deren Leistungsbereitschaft auswirkt.

Das spezielle Aufwärmen hängt nun von der jeweiligen Sportart ab. So sollten nur die Muskeln, die bei dem jeweiligen Sport ihr maximales Bewegungsausmaß erreichen, kurz gedehnt werden, um sie für diesen Bewegungsbereich vorzubereiten.
Des weiteren sollte man sich an schnelle komplexe Bewegungsabläufe mittels spezieller Übungen langsam herantasten, um einen optimale Koordination unter späterer starker Belastung zu haben. Dies kann das Verletzungsrisiko verringern.

Nach einer intensiven Sportausübung bietet sich anstatt des Dehnens ein lockeres Auslaufen oder Radeln an. So können Abbauprodukte, die durch eine intensive muskuläre Belastung angefallen sind, besser über das Blut abtransportiert werden.

Aufwärmen beim Sport heißt also, den Körper an das, was er beim Sport tun soll, zu gewöhnen, ihn darauf vorzubereiten. Fast könnte man das vergleichen mit einem Mathe-Test: Wenn du weißt, es wird ein Test geschrieben, dann kannst du dich drauf vorbereiten, bist an die Aufgaben gewöhnt und bekommst eine gute Note. Kommt der Test für dich aber völlig überraschend, dann bekommst du ihn vielleicht immer noch hin, aber eventuell ist die Note dann nicht mehr ganz so gut.

1. Da du eigentlich immer Sport treibst, ist ein Aufwärmen überflüssig.
2. Wenn man sich aufwärmt, verletzt man sich beim Sport nicht so schnell.
3. Mit dem Aufwärmen werden deine Muskeln besser durchblutet.
4. Das Aufwärmen ist unabhängig von der Sportart, die man danach betreiben will.
5. Aufwärmen sollte immer mit einer Aktivierung des Herz-Kreislaufsystems beginnen.
6. Dehnen - das macht man heute gar nicht mehr.
7. Auf schnelle Bewegungsabläufe soll man sich auch schnell und heftig vorbereiten.
8. Nach intensivem Sporttreiben biete sich lockeres Auslaufen oder Radeln an.
9. Mathe-Tests gelingen am besten, wenn man sich gar nicht vorbereitet.
10. In diesem Text wird das Aufwärmen vor dem Sport als sinnvoll und wichtig dargestellt.

 
Der Weg der Nahrung

Wir essen, weil wir uns ernähren müssen. Ohne Nahrung können wir nur wenige Tage leben. Besser ist es, regelmäßig zu essen, zum Beispiel ein leckeres Käsebrötchen.
Den Anfang und das Ende der Geschichte kennt jeder. Wir beißen ab und kauen. Und wir trinken etwas, vielleicht einen Schluck Milch. Nach einiger Zeit müssen wir zur Toilette. Aber was geschieht in der Zwischenzeit mit dem Brötchen?

Alles beginnt in der Mundhöhle. Hier wird es zerkleinert. Das machen vor allem die Zähne. Außerdem bildet sich beim Kauen Speichel, den Kinder auch Spucke nennen. Er vermischt sich mit dem zerkauten Brötchen und macht es feucht und weich. Dann rutscht es besser. Von der Mundhöhle gelangt das zerkaute Käsebrötchen in die Speiseröhre. Durch die Speiseröhre rutscht es in den Magen. Am Eingang und am Ausgang des Magens haben wir einen ringförmigen Muskel. Er verhindert, dass die Speise wieder nach oben steigt oder dass sie zu früh den Magen verlässt.

Der Magen ist mit einer Haut ausgekleidet. Man nennt sie Magenschleimhaut. Sie hat kleine Drüsen, die den Magensaft absondern. Durch sanfte Bewegungen sorgt der Magen dafür, dass sich die Nahrung und der Magensaft gut vermischen. Nach einiger Zeit verlässt das Käsebrötchen den Magen. Es ist jetzt total weich und flüssig. Durch den Zwölffingerdarm gelangt es in den Dünndarm. Am Beginn des Dünndarms wird ein ganz besonderer Saft zugegeben: die Galle. Sie wird in der Leber gebildet und in der Gallenblase gesammelt. Die Leber sitzt übrigens unter dem rechten Rippenbogen.

Im Dünndarm wird das Brötchen mit Hilfe der Galle in kleinste Teile zerlegt. Die Innenwand des Dünndarms ist durch viele kleine Auswüchse bedeckt. Man nennt sie Zotten. Sie nehmen die Nährstoffe auf, die unser Körper braucht: vor allem Eiweiß, Kohlehydrate und Fett. Sie geben sie an das Blut ab. Das Blut befördert sie durch die Adern an die Stellen, an denen sie gebraucht werden, zum Beispiel in den Muskeln.

Schließlich gelangt das, was von dem Käsebrötchen noch übrig ist, in den Dickdarm. Er entzieht den Resten das Wasser. Dieses Wasser wird von den Nieren aus dem Körper gefiltert und in der Harnblase gesammelt.

Schließlich ist von dem Käsebrötchen nur noch Abfall übrig. Der riecht meistens nicht gut. Wenn er den Enddarm verlassen hat, spülen wir ihn schnell durch den Abfluss der Toilette, natürlich auch das, was aus der Harnblase an das Tageslicht kommt.

1. Ohne Nahrung kann der Mensch nur wenige Tage überleben.
2. Der Magen ist mit der Magenschleimhaut ausgekleidet.
3. Der Magen kann sich nicht bewegen.
4. Durch die Speiseröhre gelangt die Nahrung vom Magen in den Mund.
5. Die Zähne zerkleinern die Nahrung und der Speichel macht sie warm und feucht.
6. Am Eingang des Magens sitzt ein ringförmiger Muskel.
7. Durch den Zwölffingerdarm gelangt die flüssige Nahrung in den Dünndarm.
8. Im Magen kommt die Galle dazu.
9. Die Galle wird in der Leber gebildet und in der Gallenblase gespeichert.
10. Das im Dickdarm entzogene Wasser wird von den Nieren aus dem Körper gefiltert.

 
Warum werden Blätter bunt

Lebewesen bestehen aus Zellen. Auch die Blätter eines Baumes sind aus Zellen aufgebaut. Sie sind so klein, dass wir sie nur mit einem starken Mikroskop erkennen können. Jedes Blatt eines Baumes besteht aus winzig kleinen Zellen. Pflanzen sind die einzigen Lebewesen auf der Erde, die ihren Körper selbst aufbauen können. Sie benötigen dazu Sonnenlicht, Kohlendioxid aus der Luft, Wasser und Mineralien.

Besonders wichtig sind dabei winzig kleine Räume im Inneren der Zellen. Man nennt sie Chloroplasten. Diese Chloroplasten enthalten einen grünen Farbstoff. Er wird als Chlorophyll bezeichnet. Das Chlorophyll stellt mit Hilfe des Sonnenlichts aus Kohlendioxid und Wasser Traubenzucker her. Dieser Traubenzucker dient als Baustein zum Aufbau weiterer Zellen und zur Ernährung der Pflanze. Bei diesem Vorgang wird Sauerstoff frei. Richtig: Das ist der Stoff, den wir einatmen und ohne den wir nicht leben können. Ohne die Sonne können die Pflanzen keinen Traubenzucker aufbauen.

Chlorophyll bildet sich aber nur, wenn die Sonne scheint. Im Herbst nimmt die Sonnenscheindauer ab. Also bildet sich weniger Chlorophyll. Die grüne Farbe verschwindet und die Blätter nehmen die wunderschöne bunte Herbstfärbung an.

Die meisten Blätter zeigen im Herbst eine bunte Farbe, leider fallen sie dann bald zu Boden und vergehen.

1. Die Blätter eines Baumes haben keine Zellen.
2. Pflanzen können ihren Körper selbst aufbauen.
3. Sie brauchen dazu Sonnenlicht, Kohlenmonoxid aus der Luft, Milch und Zucker.
4. Im Inneren der Blattzellen sind Räume, die Chloroplasten.
5. Chloroplasten enthalten einen gelben Farbstoff, das Chlorophyll.
6. Das Chlorophyll stellt mit Hilfe des Sonnenlichts aus Kohlendioxid und Wasser Traubenzucker her.
7. Das Chlorophyll dient als Baustein zum Aufbau weiterer Zellen.
8. Sauerstoff atmen wir ein, ohne ihn können wir auch ganz gut leben.
9. Weniger Sonne - weniger Chlorophyll!
10. Die meisten Blätter unserer Laubbäume fallen im Herbst ab.

 
Der Ginkgo - Dinosaurier unter den Pflanzen

Er ist der älteste Baum der Welt und gilt als besonders widerstandskräftig und langlebig. Von den Extrakten seiner Blätter heißt es sogar, dass sie den Menschen leistungsfähiger machen können.

Die bis zu 40 Meter hoch wachsenden Laubbäume stammen ursprünglich aus China, Korea und Japan. Aufgrund seiner Robustheit, Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit sagen die Asiaten der Pflanze schützende Kräfte zu. Die bis zu 1.000 Jahre alten Ginkgo-Bäume werden in Japan noch heute wie Götter verehrt und vor allem in der Nähe von Tempeln angepflanzt. Die Rinde des Baumes scheidet einen Saft aus, der feuerdämpfend wirken und die Tempelanlagen so vor Bränden schützen soll. Auch gegen andere schädliche Umwelteinflüsse scheint der Baum resistent zu sein. So soll er sogar Insekten, Krankheiten und Luftverschmutzung Widerstand bieten können.
Inzwischen sind Ginkgo-Bäume auch in Deutschland vielerorts zu finden. Aufgrund seiner Blattform ist der Ginkgo in Deutschland auch unter den Namen Fächerblattbaum oder Elefantenohrbaum bekannt. Ursprünglich jedoch gab ein deutscher Botaniker der Pflanze den Namen „Silberaprikose", was auf Japanisch „gin kyo" heißt. Vermutlich entstand durch einen Druckfehler dann der Name „Ginkgo".

Chinesen und Japaner nutzen die Blätter des Ginkgos traditionell als pflanzliche Medizin, da sie wertvolle Schutzstoffe wie Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe, so genannte Flavonoide, enthalten. Eingenommen können die Blattextrakte den Blutfluss verbessern und die Gehirndurchblutung fördern. Sie können die Gedächtnisleistung steigern und so auch das Lernvermögen positiv beeinflussen. Zudem können Ginkgo-Extrakte sich förderlich auf die Sauerstoffversorgung des Herzens auswirken und seine Leistungsfähigkeit erhöhen. Weil im Ginkgo so wirksame Pflanzenstoffe enthalten sind, hat er auch seinen Platz in der Kosmetik erobert. So stecken seine Extrakte beispielsweise in Pflegeprodukten wie Masken oder Shampoos, um die Mikrozirkulation in der Haut zu verbessern und sie vor Alterserscheinungen zu schützen.

1. Der Ginkgo-Baum ist der älteste Baum der Welt.
2. Die Bäume stammen ursprünglich aus Australien und Afrika.
3. Ginkgo-Bäume können bis zu 2000 Jahre alt werden.
4. In Japan werden die Bäume wie Götter verehrt.
5. Der Saft der Rinde brennt sehr gut.
6. Inzwischen gibt es auch in Deutschland Ginkgo-Bäume.
7. Die Blätter haben wertvolle Schutzstoffe wie Antioxidantien.
8. Die Wirkstoffe des Blattes können auch die Gedächtnisleistung verschlechtern.
9. Die Wirkstoffe werden auch in der Kosmetik verwendet.
10. Leider bewirken die pflanzlichen Stoffe auch ein vorzeitiges Altern.

 
Bäche

Sanft plätschert das Wasser über Steine und Baumwurzeln hinweg. Eine Libelle tanzt über dem Schilf, während eine Bachstelze majestätisch an der Uferböschung entlang stolziert. Der Bach ist nicht nur ein idealer Lebensraum - er ist ein Stück heile Welt.

Lange Zeit jedoch brachte man dem Bach als Gewässer und Ökosystem nicht die Aufmerksamkeit entgegen, die er dringend gebraucht hätte. „Gewässerausbau, Schadstoffeinträge, Querbauwerke wie Wehre sowie Fischteiche nahmen ihm nicht nur den Raum, sondern auch das Leben als kleines intaktes Fließgewässer", erklärt Dr. Karl-Heinz Christmann, Gewässerbiologe vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen. Dabei spielt der Bach eine wichtige Rolle im Gewässersystem.

Mal unbändig, mal romantisch
So ist er unter anderem der Vorläufer des Flusses, egal ob Rhein, Ruhr, Elbe oder Donau. „Wir unterscheiden mehrere Bach-Kategorien: Gletscher-, Hochgebirgs-, Mittelgebirgs- und Niederungsbach. Man spricht bei einem Gewässer aber nur dann von einem Bach, wenn er nicht breiter als fünf Meter und sein Einzugsgebiet nicht größer als 100 Kilometer ist", führt der Gewässerbiologe weiter aus. Dass Bäche nicht immer so romantisch und verschlafen wirken, zeigt sich nahezu jedes Jahr zur Zeit der Schneeschmelze und nach längerem Starkregen. „Dann wird so viel Wasser an die Bäche abgegeben, dass aus einem harmlosen Gewässer im Nu ein reißender Fluss werden kann. Die Situation verschärft sich, wenn die Bachläufe begradigt sind. Denn dann schießt das Wasser mit unbändiger Kraft und reißt alles mit, was sich ihm in den Weg stellt", skizziert der Gewässerbiologie das Gefahrenpotenzial eines Baches. Daher ist es wichtig, den Bach aus seinem Korsett zu holen und ihn zu entfesseln, das heißt, ihm sein natürliches Bachbett zurückzugeben.

Lebenselixier Sauerstoff
Mancherorts ist es um den Bach noch immer nicht zum Besten bestellt. Vor 30 Jahren wurden Abwässer in die Bäche abgeleitet, wodurch der für viele Lebewesen so wichtige Sauerstoffgehalt im Wasser knapp wurde. „Heute sind es vor allem die Nährstoffeinträge aus den direkt angrenzenden Feldern, die im Bach eine starke Algenentwicklung fördern, den Sauerstoffgehalt mindern und die Bachlebenswelt beeinträchtigen", sagt Karl-Heinz Christmann. „Daher wäre es nur zu empfehlen, im Sinne von Mensch, Tier und Bach, die landwirtschaftliche Nutzung an den angrenzenden Landflächen zu extensivieren (zu verringern) und auch den Eintrag von schadstoffbelastetem Niederschlagswasser, das von befestigten Flächen abfließt, zu drosseln", sagt der Gewässerbiologe. Obwohl bereits in den vergangenen Jahrzehnten viel für die Verbesserung der heimischen Gewässer getan worden ist, so hat heute die europäische Wasserrahmenrichtlinie den Bach wieder stärker ins Bewusstsein geholt. Sie hält die Politik dazu an, alle Gewässer möglichst bis 2015 in einen ökologisch und chemisch guten Zustand zu bringen." Erste Projekte dazu sind bereits angelaufen.

1. Der Bach ist ein Gewässer und ein Ökosystem.
2. Herr Christmann ist Gewässerbiologe.
3. Schadstoffeinträge, Querbauwerke wie Wehre sowie Fischteiche sind für Bäche sehr günstig.
4. Man unterscheidet verschiedene Bäche.
5. Ein "Bach" kann 10 Meter breit sein.
6. Schneeschmelze und langer Starkregen können aus Bächen reißende Flüsse werden lassen.
7. Bachbegradigungen sind in jedem Fall sehr vorteilhaft.
8. Wenn der Sauerstoffgehalt im Wasser knapp ist, fühlen sich Lebewesen besonderes wohl.
9. In den letzten Jahrzehnten ist es mit den Bächen immer schlimmer geworden.
10. Herr Christmann macht in diesem Text Vorschläge, wie man die Gewässerqualität der Bäche verbessern könnte.

Kleine Bachkunde


Gletscherbach
Der Gletscherbach wird vom Schmelzwasser aus den Gletschern der Alpen gespeist. Bei einer maximalen Temperatur von fünf Grad Celsius bietet er nur wenigen Lebewesen wie der Gletscherzuckmücke einen Lebensraum.
Hochgebirgsbach
Die Fließgeschwindigkeit eines Gebirgsbaches beträgt über 2,5 Meter pro Sekunde. Starke Turbulenzen tragen viel Sauerstoff in den Bach ein. Die Temperaturen liegen bei maximal neun Grad Celsius im Sommer. Im Gebirgsbach fühlen sich Lebewesen besonders wohl, die sich den niedrigen Temperaturen angepasst haben und die sehr
viel Sauerstoff brauchen wie beispielsweise Strudelwürmer und Steinfliegen.
Mittelgebirgsbach
Bei ihm treten neben stark strömenden Abschnitten auch strömungsberuhigte Zonen auf. Die Temperaturspanne ist etwas größer als im Hochgebirgsbach. Darüber hinaus wird der Bachlauf häufig, verstärkt durch das alljährliche Hochwasser, umgestaltet. Neben einer Vielzahl von im Wasser lebenden Insekten- und Schneckenarten, Bachforellen und Groppen sind an seinen Ufern auch die Gebirgsstelze und die Wasseramsel zu Hause.
Niederungsbach
Bei diesem Gewässer ist die Wasserführung gleichmäßiger. Jährliche Hochwässer bewirken Uferabbrüche, die das Bachbett verändern. So treten im Wechsel verschiedene Untergrundschichten wie Kies, Sand und Schlamm auf, die vielen Tieren und Pflanzen vielfältige Lebensräume bieten. Mit einer Fließgeschwindigkeit von 0,4 bis 0,7 Metern pro Sekunde ist der Niederungs- oder auch Tieflandbach ideal für viele Besiedler.

1. In diesem Text werden fünf verschiedene Bäche unterschieden.
2. Gletscherbäche bieten einen idealen Lebensraum für zahlreiche Lebewesen.
3. Die Gletscherzuckmücke findet man nur in Mittelgebirgsbächen.
4. Der Hochgebirgsbach hat viel Sauerstoff im Wasser.
5. Bachforellen kommen häufig in Mittelgebirgsbächen vor.
6. Gebirgsstelzen und Wasseramseln findet man an den Ufern von Mittelgebirgsbächen.
7. Der Mittelgebirgsbach wird auch Tieflandbach genannt.
8. Im Mittelgebirgsbach treten keine strömungsberuhigten Zonen auf.
9. Ein Hochgebirgsbach fließt schneller als 2,5 Kilometer pro Sekunde.
10. In allen vier Abschnitten des Textes wird auf die Bedingungen für Lebewesen hingewiesen.
 
 
 
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