Sachtexte Gesellschaftslehre (Erdkunde,
Sozialkunde, Geschichte)
Jahrgänge 5, 6 und 7
Schwerpunkt Erdkunde
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Übersicht |
Orientierung
auf der Erde In den Tropen In der Wüste An den Polen Nordpol / Arktis Südpol / Antarktis Am Meer In den Bergen Vulkane und Erdbeben Landwirtschaft in Deutschland Wird fortgesetzt... |
| Die Texte, sofern sie keine eigene Quellenangabe am Ende haben, stammen aus "terra - Geographie 5/6" und werden mit freundlicher Genehmigung des Klett-Verlages www.klett.de hier veröffentlicht. | |
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1. Welchen Weg nahmen die
Portugiesen zunächst, um nach Indien zu kommen? 2. Wer versuchte als erster nach Indien zu kommen, indem er von Europa aus nach Westen segelte? 3. Kolumbus glaubte, Indien erreicht zu haben. Wo war er tatsächlich gelandet? 4. Welche beiden Inseln entdeckte er noch? 5. Wie viele große Entdeckungsfahrten unternahm Kolumbus insgesamt? 6. Wann starb er? |
Die Erde:
Scheibe oder Kugel? „Die Erde ist eine flache Scheibe." Kaum zu glauben, dass die Menschen es erst seit wenigen Jahrhunderten besser wissen. Mutige Seefahrer halfen mit, den Beweis für die Kugelgestalt der Erde zu erbringen. Bevor sie sich über den Atlantik wagten, fuhren die Portugiesen um Afrika herum nach Osten, wenn sie auf dem Seeweg nach Indien gelangen wollten. Doch war die Erde wirklich eine Kugel, musste man auch von Europa aus über das Meer in Richtung Westen nach Indien kommen können. 1492 unternahm Christoph Kolumbus als erster diesen Versuch. Mit einer winzigen Flotte verließ er die schützende Küste und segelte in die scheinbar endlose Weite des Atlantischen Ozeans. Er glaubte, auf diese Weise den direkten Seeweg zu den Ländern des Fernen Ostens finden zu können. Bei seinem Aufbruch muss er also von der Kugelgestalt der Erde überzeugt gewesen sein. Endlich, nach fast drei Monaten entbehrungsreicher Fahrt, wurde Land gesichtet. Kolumbus glaubte sich in „Indien" und nannte deshalb die Ureinwohner „Indianer". Erst viel später stellte sich heraus, dass er auf den Bahama-Inseln, die vor der Küste Nordamerikas liegen, gelandet war. Auf seinen Fahrten entlang der Küste entdeckte er die Inseln Kuba und Haiti. Noch dreimal überquerte Kolumbus auf gefahrvollen und abenteuerlichen Reisen den Atlantik und stieß bis an die Nordküste von Südamerika vor. Im Jahre 1506 starb er, ohne jemals erfahren zu haben, dass er einen neuen Kontinent entdeckt hatte. Den Namen bekam Amerika von dem in portugiesischen Diensten stehenden italienischen Seefahrer Amerigo Vespucci, der im 16. Jahrhundert den Kontinent beschrieb. |
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1. Wer schaffte als
erster eine ganze Weltumseglung? 2. Welche Schwierigkeiten mussten bewältigt werden? 3. Mit wie vielen Leuten startete die Expedition und wie viele kamen zurück? 4. Was brachten sie von ihrer Reise mit? 5. Was war jetzt eindeutig bewiesen? 6. Was setzt man heute ein, um die Erde weiter zu erforschen? |
Fernando
Magellan Die abenteuerlichen Entdeckungsfahrten gingen weiter. Der Portugiese Fernando Magellan brach 1519 zur ersten Weltumsegelung auf. Von Sevilla aus segelte er mit fünf Schiffen und einer Besatzung von 265 Seeleuten Richtung Südwesten. Nach der Atlantiküberquerung ging es entlang der Ostküste von Südamerika. An der Südspitze des Kontinents mussten die schneebedeckten Berge von „Feuerland" umfahren werden. Dann begann die Fahrt durch ein anderes Weltmeer, den Pazifischen Ozean. Nach 1124 Tagen kamen im Jahre 1522 noch gerade 13 Mann mit einem verfallenen Schiff in Portugal an. Sie hatten als erste die Welt umsegelt. Die Schwierigkeiten, die sie dabei zu bewältigen hatten, waren riesig: Unwetter, Windstille, Schäden an den Schiffen und Kämpfe mit fremden Völkern mussten die Abenteurer überstehen. Magellan selbst war nicht mehr dabei. Im Kampf mit Ureinwohnern auf einer Insel der Philippinen war er getötet worden. Von dieser mit unsäglichen Mühen und mit vielen Verlusten begleiteten Fahrt brachte das heimkehrende Schiff 600 Zentner kostbare Gewürze mit. Viel wichtiger als diese Fracht war jedoch der Beweis für die Kugelgestalt der Erde, an der nun niemand mehr zweifeln konnte. Die Entdeckungsfahrten zur Erforschung der Erde gingen weiter und dauern noch an. Heute werden dazu bemannte Raumfahrzeuge und Satelliten eingesetzt, die uns helfen, mehr Informationen über unsere Erde zu bekommen. Auch im ewigen Eis der Antarktis wurden Forschungsstationen errichtet. Seit 1981 besteht dort die ,Georg-Neumayer-Station' der Bundesrepublik Deutschland. |
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1. Was befindet sich beim
Globus ganz oben und ganz unten? 2. Was symbolisiert der Stab, der durch den Globus geht? 3. Wie lange braucht die Erde, um sich einmal um sich selbst zu drehen? 4.In was teilt der Äquator die Erde? 5. Welches ist der nördlichste Punkt unserer Erde? 6. Warum fliegen Flugzeuge über die Eisregion der nördlichen Halbkugel, wenn sie z.B. von Frankfurt nach Kanada fliegen? |
Die Erde ist
eine Kugel Astronauten haben es einfach. Sie sehen, dass die Erde eine Kugelgestalt hat. In großen Entfernungen umkreisen sie den von der Sonne beschienenen Planeten Erde. Filme, die von den Besatzungen der Raumfahrzeuge gemacht wurden, können dir diese Eindrücke vermitteln. Auf der Erde musst du schon ans Meer oder einen großen See reisen, um einen eigenen Eindruck von der Kugelgestalt der Erde zu gewinnen. Noch besser ist es, wenn du einen Globus zur Veranschaulichung der Kugelgestalt benutzt. Schau dir den Globus, das verkleinerte Modell der Erdkugel, doch einmal genauer an! Auf der oberen Hälfte kannst du den Nordpol und auf der unteren Hälfte den Südpol erkennen. Beide Pole sind beim Globus durch einen Stab verbunden, an dem das Erdmodell befestigt ist. Er ist das Symbol für die Erdachse, die von Pol zu Pol verläuft. Um diese Erdachse dreht sich die Erde innerhalb von 24 Stunden einmal. Der Äquator, den du auch leicht finden kannst, „teilt" die Erde in eine Nordhalbkugel und in eine Südhalbkugel. Deutlich erkennbar ist auch, dass Wasser und Landflächen ungleich verteilt sind. Die Kontinente (Erdteile) erscheinen, umgeben von der blauen Farbe der Ozeane, fast wie Inseln. Wir wollen lernen, uns auf dieser Erde zu orientieren. Neben
dem Globus ist dabei das wichtigste Hilfsmittel die Karte. Im Atlas findest
du dazu für alle Regionen der Erde die entsprechenden Karten.Betrachte den Globus von oben. Die Land- und Wasserflächen zeigen sich so, wie es auf der Karte unten gezeichnet ist. Im Mittelpunkt der Karte liegt der Nordpol, der nördlichste Punkt unserer Erde. In dieser Karte sind einige wichtige Flugverbindungen eingetragen, so z. B. die Flugrouten von Frankfurt a. M. nach Tokio oder nach San Francisco. Sie zeigen dir die kürzesten Entfernungen zu den Zielen am Pazifischen Ozean, die von Flugkapitänen der Lufthansa angesteuert werden. Sie fliegen diese Strecken mehrmals in der Woche und versuchen natürlich, Flugkilometer und damit Zeit und Kosten zu sparen. Für den Flugreisenden ist dieser Weg über die Eisregion der nördlichen Halbkugel bei klarer Sicht ein besonderes Erlebnis. |
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1. Wie kannst du mit
einer (analogen) Uhr die Himmelsrichtungen bestimmen? 2. Wie richtet sich die Kompassnadel immer aus? |
Stimmt die
Richtung? Ursprünglich bedeutet das Wort „Orientierung", die Himmelsrichtung nach der aufgehenden Sonne zu bestimmen. Im Erdkundeunterricht versteht man unter „sich orientieren", die richtige Himmelsrichtung zu finden. Orientierungshilfe im Gelände kann ein Kompass sein. Da die Kompassnadel immer in Nord-Süd-Richtung zeigt, ist es leicht, die Himmelsrichtungen zu bestimmen. Sie sind alle auf dem Kompass eingezeichnet. Man bezeichnet dies als Windrose. Wenn du eine Uhr mit Zeigern hast, gibt es noch eine andere Möglichkeit, sich zu orientieren. Allerdings muss dazu die Sonne scheinen: Richte den kleinen Zeiger direkt auf die Sonne. Dann suche die Mitte zwischen der 12 auf dem Zifferblatt und dem kleinen Stundenzeiger. Die Mitte weist dir die Richtung nach Süden (Abb. 13.2). Hat man einmal die Südrichtung ermittelt, lassen sich die anderen Haupthimmelsrichtungen (Norden, Osten, Westen) leicht bestimmen. |
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1. In welchen Ländern entdeckten europäische
Kaufleute wertvolle Dinge? 2. Wie hieß der Kaufmann, der mit als erster über den fernen Osten berichtete? 3. Warum kam man damals überhaupt auf die Idee, einen Seeweg in den fernen Osten zu suchen? 4. Welches Wissen musste man besitzen, um von Europa nach Westen zu segeln und zu glauben, man erreiche so den fernen Osten? 5. Warum fahren Schiffe heute weder um Afrika herum noch nach Westen, wenn sie in den fernen Osten wollen? |
Die
großen Seefahrer Schon im 13. Jahrhundert entdeckten zunehmend europäische Kaufleute, dass im fernen Osten, gerade in Indien und China, wertvolle Dinge zu bekommen waren, auf die die Reichen in Europa ganz versessen waren. Das waren vor allem in Europa bis dahin unbekannte Gewürze (Muskat, Nelken, Zimt, Ingwer, Pfeffer...) und wertvolle Seidenstoffe, auch Goldschmuck und Perlen, auch Elfenbein. Um auf dem Landweg von Europa nach Indien und China zu gelangen - dort konnte man diese wertvollen Dinge einkaufen - brauchte man unglaublich viel Zeit, viel Geld für Ausrüstung und aufwändigen Schutz vor Überfällen. Durch Streitereien der Länder untereinander, die man durchqueren musste, wurde der Landweg fast unmöglich. Marco Polo war einer der Männer, die als erste über den fernen Osten, besonders China, berichteten und schrieben (13./14. Jahrhundert). Diese ersten ausführlichen Reiseberichte aus fernen Ländern las auch Christoph Kolumbus. Der Seeweg nach Asien um den afrikanischen Kontinent herum war lang und gefährlich. Es wurde allgemein angenommen, dass der Weg über den Atlantik nach Westen günstiger sein müsse. Dazu musste man natürlich zu der Auffassung gelangt sein, dass die Erde keine Scheibe, sondern eine Kugel sei. Das hatte Kolumbus bei den Griechen gelesen, die wussten das schon. Aber über die vielen dunklen Jahrhunderte des Mittelalters war das alles verschollen und vergessen worden. Kolumbus soll auch über die Tatsache, dass man am Horizont von einem Schiff zuerst nur die Mastspitze, dann den ganzen Mast, den Rumpf und schließlich das ganze Schiff sehen kann, nachdenklich geworden sein. Das könne ja nicht funktionieren, wenn das Meer nicht irgendwie gekrümmt war...Heute muss kein Schiff von Europa aus Afrika umschiffen, denn seit 1869 gibt es den Suezkanal, der zwischen Afrika und der Arabischen Halbinsel ins Rote Meer und dann in den Indischen Ozean führt. |
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1. Wie hieß
das Hauptschiff der Flotte von Kolumbus? 2. In welchem Land begann die Seereise? 3. Welche Insel erreichten sie zuerst? 4. Kolumbus Flotte war in der Karibik gelandet. Doch Kolumbus dachte, sie seien woanders gelandet. Wo? 5. Die Santa Maria hatte vor der Küste von Espanola Schiffsbruch im Jahr 1492. In welchem Monat war das? (Fragen: Linda Karges) |
Die
erste Seereise von Kolumbus Die Expedition bestand aus dem Hauptschiff Santa María, das unter seinem Kommando lag, und den beiden kleineren Karavellen Pinta und Niña.. Die Flotte segelte am 3.August 1492 von Palos de la Frontera (Spanien) aus los, mit einer Besatzung von vielleicht 90 Mann. Nach drei Tagen auf See wurde der Hauptmast der Pinta beschädigt, was einen Reparaturaufenthalt auf den Kanarischen Inseln nötig machte. Am 6.September lichteten die drei Schiffe wieder die Anker und segelten genau nach Westen, später nach Südwesten. Am Abend des 12. Oktober kam Land in Sicht, und früh am nächsten Morgen landete die Expedition auf einer der Bahamas-Inseln, die von den dort lebenden Indianern Guanahaní genannt wurde. Kolumbus erhob für die spanische Krone den Besitzanspruch auf die Insel und taufte sie in San Salvador um. Weitere Landungen in den nächsten Wochen fanden auf Kuba, das Kolumbus zu Ehren der spanischen Prinzessin Juana nannte, und in Haïti auf Española (das spätere Hispaniola) statt. Nach Ansicht von Kolumbus lagen all diese Inseln in den Gewässern vor der Küste Ostasiens. Im Dezember erlitt die Santa María vor der Küste von Española Schiffbruch. La Navidad, ein Fort, wurde als erster Stützpunkt notdürftig aus den Trümmern des Schiffes erbaut und erhielt weniger als 40 Mann Besatzung. Die Niña, nun unter dem Befehl von Kolumbus, sowie die Pinta begannen im Januar 1493 ihre Heimreise. Nachdem Stürme die Schiffe zunächst zu den Azoren und dann nach Lissabon abtrieben, legte Kolumbus im März wieder in Palos an. Er wurde vom spanischen König begeistert empfangen, der ihm die vertraglich vereinbarten Privilegien erneut zusicherte. |
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1. Mit wie vielen Schiffen
verließ Kolumbus Spanien? 2. Wann besiegte Kolumbus die Indianer? 3. Was lehnte Königin Isabella ab? 4. Im Oktober 1495 kam eine königliche Untersuchungskommission in Isabella an, da diese seiner Politik kritisch gegenüberstand, gründete Kolumbus eine neue Hauptstadt. Wie hieß diese Stadt? 5. Wem überließ er in dieser Stadt das Kommando? (Fragen: Jan Abratis) |
Die
zweite Seereise von Kolumbus Kolumbus traf sofort Vorbereitungen für eine zweite Expedition, die im September 1493 mit 17 Schiffen und etwa 1 500 Mann Besatzung Spanien verließ. Sie landeten auf den karibischen Inseln Dominica, Guadeloupe und Antigua. Am 27. November ankerten die Schiffe vor La Navidad in Española, und die Spanier stellten fest, dass das Fort zerstört und die Männer getötet worden waren. Kolumbus überließ die Ruinen sich selbst. Nahe dem heutigen Kap Isabella (Dominikanische Republik) gründete er die Kolonie Isabella, die erste Niederlassung von Europäern in der Neuen Welt. Im Frühjahr 1494 verließ er die Kolonie, um die Küste von Kuba zu erkunden, das Kolumbus zum asiatischen Festland rechnete. Weitere Erkundungsfahrten betrafen Jamaika und Puerto Rico. Bei seiner Rückkehr nach Isabella am 29. September hatte sich ein tiefer Streit unter den Kolonisten und der Mannschaft entfacht. Dieser war auf die Haltung der Indianer zurückzuführen, die Kolumbus und seine Begleiter zunächst sehr freundlich empfangen hatten, ihnen aufgrund der schlechten Behandlung durch die Siedler nun jedoch feindlich gegenüberstanden. Kolumbus besiegte die Indianer auf einem Feldzug im März 1495 und verschiffte eine große Zahl von ihnen nach Spanien, um sie dort als Sklaven zu verkaufen. Königin Isabella lehnte dies jedoch ab, und die Überlebenden wurden zurückgesandt. Im Oktober 1495 kam eine königliche Untersuchungs- und Aufsichtskommission in Isabella an. Da diese seiner Politik kritisch gegenüberstand, gründete Kolumbus eine neue Hauptstadt mit Namen Santo Domingo, überließ seinem Bruder Bartholomäus das Kommando und brach auf nach Spanien. Er erstattete Ferdinand und Isabella persönlich Bericht, die daraufhin die Kommission entließen. Sie versprachen außerdem, eine neue Flotte zu unterstützen. Da das ganze Unternehmen bisher jedoch nicht den erhofften raschen Gewinn erzielte, dauerte es annähernd zwei Jahre, bis acht Schiffe erneut in See stechen konnten. |
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1.Wann startete Kolumbus seine
3. Reise? 2.An der Mündung welchen Flusses führte er eine Gruppe an Land? 3.Wo landete Kolumbus, nachdem er wieder auf See war? 4.Welchen Beruf übte Kolumbus aus? 5.Was versuchte Kolumbus, den Indianern näher zu bringen? 6.Wann startete er seine letzte Expedition? 7.Wo landete er im Januar 1503? 8.Aus welchen Gründen musste er seine Siedlung, die er dort aufgebaut hatte, wieder aufgeben? 9.Wann kehrten sie nach Spanien zurück? (Fragen: Vanessa Grübner) |
Die dritte
und vierte Reise von Kolumbus Kolumbus startete am 30.Mai 1498 zu seiner dritten Reise. Seine ersten Stationen waren die „Insel mit den drei Spitzen“, die er Trinidad (nach Trinität: heilige Dreieinigkeit) nannte, sowie das heutige Venezuela. Nachdem er die Küste entlang gekreuzt war, segelte er in den Golf von Paria (westlich von Tobago) und führte in der Mündung des Orinoco eine Gruppe an Land. In sein Logbuch notierte er, dass er eine den Europäern unbekannte „Neue Welt“ gefunden habe. Wieder auf See passierte er verschiedene weitere Inseln, darunter Margarita, und landete schließlich in Santo Domingo auf Española. Bei seiner Ankunft am 31.August fand er einen Teil der Kolonie in offenem Aufstand gegen seinen Bruder. Er beschwichtigte die Rebellen, versuchte erneut, die Indianer zum Christentum zu bekehren und verstärkte die Suche nach Gold. Währenddessen konnten seine Feinde in Spanien das Königshaus davon überzeugen, dass Española einen neuen Gouverneur brauchte. Im Mai 1499 setzte der König Kolumbus ab und berief einen neuen Gouverneur in das Amt. Dieser kam am 23. August 1500 in der Kolonie an, ließ sofort Kolumbus und Bartholomäus in Ketten legen und nach Spanien zurückschicken. Kolumbus bestand darauf, die Ketten zu tragen, bis die Königin selbst sie von ihm abnahm. Das Königspaar begnadigte die beiden Männer und entlohnte sie, weigerte sich aber, Kolumbus in sein altes Amt wieder einzusetzen. Obwohl Kolumbus weiterhin die Unterstützung des Königs für eine vierte Reise genoss, um eine Westpassage nach Asien zu suchen, wurden ihm nur vier Karavellen zur Verfügung gestellt, die sich in schlechtem Zustand befanden, und ihm außerdem verboten, Española anzulaufen. Seine letzte Expedition startete er im Mai 1502 von Cádiz (Spanien) aus. Als sie nach nur 21 Tagen Überfahrt vor Santo Domingo ankerten, verweigerte man den stark reparaturbedürftigen Schiffen trotz eines herannahenden Wirbelsturmes die Einfahrt in den Hafen. Der Sturm vernichtete eine Flotte, die auf dem Weg nach Spanien war und seine Gegner, darunter Bobadilla, an Bord hatte. Nur ein Schiff mit dem Gold von Kolumbus kam unversehrt im Heimathafen an. Nach notdürftigen Reparaturen segelte Kolumbus durch die Gewässer vor Honduras und kreuzte dann fast sechs Monate lang südlich entlang der Küste Zentralamerikas auf der Suche nach der Westpassage. Im Januar 1503 landete er in Panamá und gründete dort eine Siedlung, die jedoch nach einer Meuterei der Mannschaft und aufgrund von Schwierigkeiten mit den Indianern wieder aufgegeben werden musste. Die Expedition, auf zwei Karavellen zusammengeschrumpft, nahm Kurs auf Española, doch die morschen Schiffe sanken in der Nähe von Jamaika am 23. Juni 1503. Kolumbus schickte nach Española um Hilfe aus und zwang die Indianer, seine Männer mit Nahrung zu versehen. Die Befreiung kam jedoch erst nach einer Verspätung von fast einem Jahr. Die gestrandeten Männer stachen am 28. Juni 1504 mit Kurs auf Santo Domingo in See, anschließend kehrten sie nach Spanien zurück. Am 7. November erreichten sie Spanien. Kolumbus fuhr danach nie mehr zur See. |
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1. Was behauptete der
italienische Seefahrer Amerigo Vespucci von sich? 2. Was soll er auf einer Expedition entdeckt haben und unter wessen Leitung? 3. Woher kam der Name für den süd- und nordamerikanischen Kontinent? (Fragen: Maike Börner) |
Amerigo
Vespucci, (1454-1512) in Florenz geborener italienischer Seefahrer, der von sich behauptete, das nordamerikanische Festland auf seiner ersten Reise von 1497 bis 1498 vor allen anderen Entdeckern erreicht zu haben. Er hinterließ Bücher und Karten von vier Reisen. Vespucci soll auf einer Expedition von 1499 bis 1500 unter der Leitung des spanischen Feldherrn Alonso de Ojeda einen Großteil der Nordküste Südamerikas und auf einer späteren Reise möglicherweise auch einen Teil der südamerikanischen Ostküste bis hinunter nach Río de la Plata entdeckt haben. Ein deutsche Geograph und Kartograph, der 1507 Vespuccis Erzählung übersetzte, schlug vor, den neuen Kontinent nach dem Vornamen des Entdeckers Amerika zu nennen. Die neue Bezeichnung, die zunächst für den südamerikanischen Kontinent verwendet wurde, wurde nach und nach auch für Nordamerika üblich. (wellermanns) |
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1. Wie viele Breitengrade gibt
es insgesamt und wo beginnen sie? 2. Was sind Nord- und Südpol und welche Breitengrade haben sie? 3. In was teilt der Null-Meridian die Erde? 4. Wie kann jeder Punkt auf der Erde genau ermittelt werden? 5. In was werden - gerade für die Seefahrt - die Längen- und Breitenkreise unterteilt? (Fragen: Maike Börner) |
Längen- und
Breitengrade Schwieriger wird es, wenn man nicht nur die richtige Himmelsrichtung, sondern auch einen bestimmten Ort auf der Erde sicher finden möchte. Um dies zu ermöglichen, wurde die Erde mit einem unsichtbaren Netz von Linien überzogen. Alle diese Linien, die sowohl von Norden nach Süden wie auch von Westen nach Osten verlaufen, haben Nummern. Linien, die die Erde von Pol zu Pol umspannen, heißen Längenkreise (Meridiane). Deren Nummerierung erfolgt mit Hilfe von Gradangaben und beginnt in Greenwich (London). Durch diesen Ort verläuft der Nullmeridian. Alle Längenkreise liegen entweder westlich oder östlich dieser Stadt. In beide Richtungen gibt es jeweils 180 Längenkreise. Der 7. Längengrad in östlicher Richtung verläuft durch Saarbrücken. Abgekürzt wird diese Längenlage mit 7° östlicher Länge (ö. L.) oder einfach 7° O. Häufig findet man auch die Abkürzung E hinter der Zahl, die für das englische Wort east = Osten steht. Zur genauen Lagebestimmung eines Ortes fehlt noch die Breitenangabe. Einen wichtigen Breitenkreis, den Äquator, kennst du schon. Von ihm aus wird in nördlicher oder südlicher Richtung gezählt. Nach Norden und natürlich auch nach Süden sind es 90 Breitengrade. So verläuft z. B. der 50. Breitenkreis, vom Äquator aus nach Norden gezählt, durch die Stadt Mainz. Auch diese Lage lässt sich verkürzt schreiben: 50° nördlicher Breite (n. B.) oder 50°N. Übrigens haben die Breitenkreise fast den gleichen Abstand voneinander - rund 110 km. Ihr Umfang wird allerdings zu den Polen hin immer kleiner. Der 90. Breitengrad ist nur noch ein Punkt, der Nord- oder der Südpol. Alle Breitenkreise verlaufen parallel zum Äquator. Mit der geographischen Länge und Breite lässt sich also leicht die Lage eines Ortes bestimmen. Für die Ortsbestimmung der Schiffe auf hoher See ist das Gradnetz besonders wichtig. Damit ihre Position möglichst genau angegeben werden kann, wurden die Abstände zwischen den Graden nochmals unterteilt. Hierfür wurde eine Einteilung in Breitenminuten (1 Min. =1,8521cm) und Breitensekunden (1 sek. = 31m) gewählt. Dasselbe hat man auch mit der Längeneinteilung gemacht. Eine täglich genaue Ortsbestimmung ist für Kurskorrekturen und Geschwindigkeitsberechnungen wichtig. |
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1. Wann fuhren die Erzähler los? 2. Wie war es nach zwei Stunden schon? 3. Welches Wetter brachte der plötzliche Wetterumschwung nach der unerträglichen Hitze? (Fragen: Linda Karges) |
In den Tropen Ein Tag im Tropischen Regenwald (Ein Bericht) Bei Sonnenaufgang fuhren wir los, um die kühle Morgenzeit zu nutzen. Nach zwei Stunden war es schon sehr heiß. Wir hatten die Scheiben heruntergelassen. Bei dem kühlenden Fahrtwind merkten wir die Hitze kaum. Dann mussten wir jedoch anhalten und aussteigen, um nach dem Weg zu fragen. In kurzer Zeit waren wir schweißüberströmt. Das Hemd klebte am Körper. Kein Luftzug regte sich. Wir fühlten uns erschöpft und müde. Später bildeten sich am Himmel einzelne kleine Wolken. Im Laufe der nächsten Stunden wurden sie immer größer und verdeckten die Sonne. Es wurde so dunkel, dass wir mit Licht fahren mussten. Der Wind frischte auf und fegte Zweige über die Straße. Krachender Donner ließ uns zusammenzucken. Nach wenigen Sekunden goss und schüttete es herab, so dass wir trotz laufender Scheibenwischer kaum sehen konnten. Die Straße wurde etwa 20 cm hoch vom Regenwasser überflutet. Zuerst fuhren wir ganz langsam weiter. Dann stellten wir den Wagen mitten auf der Straße ab. Wir fürchteten, dass das Auto vom Weg gespült werden könnte. Schließlich trommelten noch Hagelkörner gegen die Windschutzscheiben. Beim Anblick dieses Unwetters waren wir froh, im Trockenen zu sitzen. Wir richteten uns auf eine Wartezeit von etwa zwei Stunden ein. Danach würden wir uns sehr beeilen müssen, um unser Tagesziel noch vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. |
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1. Wieso muss zuerst ein Gerüst
um den Baum errichtet werden? 2. Mit welchem Satz warnt der Chef die Arbeiter vor dem gleich umstürzenden Baum? 3. Was macht man bevor man in einem bestimmten Gebiet mit dem fällen von Bäumen beginnt? 4. Was wird nach dem Fällen mit dem Baumstamm gemacht? 5. Wohin wird das Holz verschifft und wo wird es verarbeitet? (Fragen: Jan Abratis) |
Holzfäller im Regenwald Eine Gruppe schwarzer Waldarbeiter hat den Auftrag, einen Mahagonibaum von fast 60 Metern zu fällen. Zunächst wird ein 4-5m hohes Gerüst rings um den Stamm errichtet. Das ist nötig, weil der Baum wegen der breit ausladenden Brettwurzeln weiter unten nicht eingeschlagen werden kann. In eine der Brettwurzeln wird eine Treppe geschlagen. Vom Gerüst hängen Lianenseile zum Boden. Ein Vorarbeiter und vier Männer beginnen, mit ihren Äxten zu arbeiten. Nach mehreren Stunden ist der Stamm ringsherum tief eingeschnitten. Den Männern fließt der Schweiß in Strömen vom Körper. Plötzlich bleiben die Arbeiter auf der Plattform unbeweglich stehen und wenden unruhig die Köpfe. Sie scheinen auf irgendein Geräusch zu lauschen. Auch der Chef steht breit auf gespreizten Beinen und hält die Augen starr auf den Einhieb im Baum gerichtet. „Gleich spricht der Baum!"' stößt er zwischen den Zähnen hervor. „Alles weg!" ruft er dann befehlend. Die Männer auf der Plattform werfen die Äxte herunter, lassen sich an den Lianen herab, raffen schnell ihre Werkzeuge zusammen und rennen davon. Der Wind oben im Wipfel scheint das kaum merkbare Schwanken der ungeheuren Baumsäule ausgelöst zu haben. Der Riese beginnt zu zittern und erweitert dabei den mit der Axt geschlagenen Spalt mehr und mehr. Der dickflüssige Saft spritzt jetzt in hohem Bogen aus der Wunde. Die tausend kleinen knatternden Geräusche stammen von den Fasern, die eine nach der andern zerreißen. Die letzten Fasern sind gerissen. Mit einem Getöse, das die Erde erzittern lässt, stürzt der ungeheure Mahagonibaum zur Erde und zerquetscht das Unterholz unter seinem Gewicht. Ehe man in einem bestimmten Gebiet mit dem Fällen von Bäumen beginnt, stellt man mit Luftfotos fest, ob dort lohnende Baumbestände sind. Dann werden Fußtrupps eingesetzt, die den Waldabschnitt durchkämmen. Dabei wird jeder Edelholzbaum gekennzeichnet, der mindestens 60 cm dick ist. Nach dem Fällen wird der Stamm mit einer Motorsäge in 5-7 m lange Stücke zersägt. Dann werden sie zum Sammelplatz gezogen. Auf dem Sammelplatz übernehmen Lkws die Stücke und bringen sie zum nächsten F1uB. 60-100 Stücke werden mit Lianen zu einem Floß zusammengebunden. Ein Flussdampfer schleppt sie zum Sägewerk an die Küste. Von dort wird das Holz nach Europa verschifft, wo es in Möbelfabriken verarbeitet wird. |
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1. Wie heißt die Familie von
deren Handwerk hier berichtet wird? 2. Was wird im Dezember, wenn wenig Regen fällt, mit dem Unterholz gemacht? 3. Was ist Yams? 4. Was sind die Ketus? 5. Nach einigen Jahren Feldwirtschaft wird ein neues Stück Wald gerodet, damit die Ketus neues Land zum Anbauen haben. Das alte Feld kann sich erholen und wird später wieder gerodet. Wie nennt man diesen Vorgang? 5. Was ist durch das „Wandern“ nach und nach nicht mehr so gut? (Fragen: Linda Karges) |
Hackbauern in Nigeria Bauer Ketu lebt mit seiner Frau und sieben Kindern in einem kleinen Dorf im Südosten Nigerias. Früher war das Land hier vollständig mit Tropischem Regenwald bedeckt. Inzwischen sind an die Stelle dieses ursprünglichen Regenwaldes Felder und niedriger Buschwald getreten. Wenn im Dezember wenig Regen fällt, dann beginnt die Brandrodung. Die Männer schlagen mit Buschmessern das Unterholz eines kleinen Waldstückes und legen dieses Holz unter die größeren Bäume. Bald ist es verdorrt und kann angezündet werden. Tagelang steht eine riesige Rauchsäule über dem Wald. Es verbrennen nur Zweige und Büsche. Auch einige der größeren Bäume werden vom Feuer so angebrannt, dass sie absterben. Mit verkohlten Stämmen bleiben sie stehen. Die Frauen arbeiten mit einer Eisenhacke. Auf einem Teil des neuen Feldes werfen sie kleine Erdhügel auf und pflanzen darauf Yams, eine Knollenpflanze. Daneben bauen sie andere Pflanzen an. Alles, was die Familie Ketu erntet, verbraucht sie selbst. Sie sind Selbstversorger und besitzen kein Geld. Oft müssen die Hackbauern ihre Brandrodungsfelder nach wenigen Jahren wieder aufgeben, weil die Nährstoffe des Bodens verbraucht sind. Dann brennen sie ein anderes Waldstück ab. Daher verändert sich die Lage der Felder einer Familie im Laufe der Jahre. Die Felder „wandern". Herr Ketu wechselt seine Felder schon nach zwei Jahren. Die nicht mehr benutzten Felder werden schnell vom Wald überwuchert. Nach weiteren vier Jahren wird der inzwischen gewachsene Buschwald erneut gerodet. Es folgen also aufeinander: Brandrodung, zwei Jahre Feld, vier Jahre Buschwald, Brandrodung, zwei Jahre Feld ... Günstiger wäre es, wenn Herr Ketu die ehemaligen Felder länger als vier Jahre liegen lassen könnte. Dann könnte sich der Boden besser erholen. Dafür ist jedoch nicht genug Land vorhanden. Da der Boden sich nun nicht mehr richtig erholen kann, sind auch die Erträge nicht mehr so gut wie früher. |
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1. Wie groß sind etwa die
Kakaofrüchte, wie schwer sind sie und wie sehen sie aus? 2. Wie werden sie von den 6-8 m hohen Kakaobäumen geholt? 3. Wie sehen die in den Kakaofrüchten eingebetteten, Kakaobohnen aus? 4. Was passiert beim Gären und wie lang müssen dies die Bohnen? 5. Warum ist das Aussehen, die Farbe und der Geruch der Bohnen so wichtig? 6. Wo werden die Kakaobohnen verkauft? (Fragen: Maike Börner) |
Kakaobauern in Ghana Bei Kofi Boah, dem Kakaobauern, ist Erntezeit: Mit einem Haumesser schlägt er die reifen Früchte ab. Die Kakaobäume werden 6-8 m hoch. Deshalb nimmt Herr Boah für höher hängende Früchte ein Messer, das an einer langen Stange befestigt ist. Die rotgelben Früchte werden 25 cm lang und wachsen direkt am Stamm. Frau Boah und die Kinder sammeln die abgehackten Früchte in Körbe und bringen sie zum Sammelplatz. Mit einem kräftigen und genau gezielten Schlag des Haumessers werden die Früchte aufgeschlagen. Dabei soll möglichst keine Kakaobohne verletzt werden. Jede Frucht ist etwa 1 Pfund schwer und enthält 30-50 Kakaobohnen. Die Kakaobohnen sind im weißen Fruchtfleisch eingebettet. Sie sind außen weißlich. Nur wenn man sie aufspaltet, sehen sie dunkelbraun aus. Die Kakaobohnen werden herausgelöst, auf Haufen geschüttet, mit Bananenblättern abgedeckt und so zum Gären gebracht. In fünf Tagen färben sich die Bohnen auch außen braun, und sie bekommen das Schokoladenaroma. Danach werden sie mehrere Tage in der Sonne getrocknet. Vor dem Verkauf liest Kofi Boah die schlechten Bohnen aus. Er will einen guten Preis erzielen. Der Preis hängt von der Qualität ab: vom Aussehen der Bohnen, von ihrer Farbe und von ihrem Geruch. Die Vorfahren von Kofi Boahs Familie kannten noch keine Kakaobäume. Sie bauten nur Pflanzen zur Selbstversorgung an. Das Dorf war durch Fußpfade mit anderen Dörfern verbunden. Straßen gab es nicht. Heute ist das ganz anders. Seitdem man im Dorf Kakao anbaut, gibt es eine Straße zur nächsten Stadt. Die Genossenschaft der Kakaobauern hat eigene Lkws. Damit werden die Kakaobohnen in die große Stadt Kumasi gebracht. Herr Boah fährt einmal in der Woche mit dem Fahrrad oder dem Bus zum nächsten Marktort, nach Asesewa. Er kauft Fleisch, getrockneten Fisch und Mais ein. Er bezahlt mit dem Geld, das er für seinen Kakao erhalten hat. |
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1. Wie viele Pygmäen gab es
1998? 2. Wo leben sie? 3. Wie groß ist ein erwachsener der Pygmäe? 4. Was sammeln die Frauen im Wald? 5. Was jagen die Männer? 6. Wie nennen sich die Pygmäen? 7. Warum wird der Lebensraum dieser Menschen immer kleiner? (Fragen:Jan Abratis) |
Pygmäen Es gibt heute (1998) etwa 150 000 Pygmäen. Sie leben im Tropischen Regenwald, mitten in Afrika. Sie sind Zwergmenschen. Ein erwachsener Mann ist nicht größer als die meisten von euch: 1,45 m. Die Pygmäen leben ganz anders als die Hackbauern. An jedem Tag ziehen die Männer, die Frauen und die älteren Kinder durch den Wald, um Essbares zu sammeln und zu jagen. Die Frauen suchen Nüsse und andere Früchte. Sie sammeln Schnecken, Larven und Raupen. Sie graben nach Knollen und Wurzeln. Oder sie fangen Fische. Die Männer jagen meist mit Pfeil und Bogen. Sie schießen Vögel, Affen, Wildschweine, Antilopen. Die Pygmäen nennen sich „Kinder des Waldes". Alles, was sie zum Leben brauchen, holen sie aus dem Wald. Wenn es nichts mehr zu jagen und zu sammeln gibt, ziehen sie weiter. Alle paar Monate suchen sie sich einen neuen Lagerplatz. Aus Zweigen und großen Blättern bauen die Frauen kleine runde Hütten. Mehrere Familien leben zusammen. Jede Familie hat eine eigene Hütte. Der Lebensraum der Pygmäen wird immer kleiner. Holzgesellschaften und Plantagen dringen Jahr für Jahr weiter in den Regenwald vor. Man muss heute schon in sehr abgelegene Gebiete gehen, wenn man Pygmäen finden will, die noch als Wildbeuter leben können |
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1.Wer berichtete 1954 über die
Pygmäen? 2.Aus welchem Material waren die Netze der Jäger gefertigt? 3.Mit welchen Waffen zogen sie in den Wald? 4.Warum sind dort Mongongoblätter so begehrt? 5.Wo verstauten sie alles, was sie einsammelten? 6.Wie viele Kilometer legten sie im Wald zurück? 7.Wie transportierten die Frauen Ihre Säuglinge? 8.Welche Jagdmethode wendeten sie an? 9.Welche Tiere verfingen sich im Netz? (Fragen: Vanessa Grübner) |
Bericht von
einem Besuch bei den Pygmäen Anne Putnam berichtet 1954 von den Pygmäen: „Die Jäger rollten ihre Netze zusammen, die aus Lianen geflochten waren, und zogen mit Bogen, Pfeilen und Speeren bewaffnet in den Wald. Etwa zwanzig Frauen folgten. Ohne ihre Schritte zu verlangsamen, pflückten sie Mongongoblätter, die als Schindeln, Teller oder Packpapier begehrt sind. Sie sammelten hier und da eine Handvoll Kolanüsse oder bückten sich nach Kräutern und Pilzen. Alles ging in Beutel, die sie über die Schulter geschlungen hatten. Einmal machten sie halt, um aus einem abgestorbenen Baumstamm Teile einer Honigwabe herauszugraben. Einige von ihnen wurden gestochen, wischten aber die Bienen nur einfach weg. Dann taten sie den Honig in Mongongoblätter, die sie mit einer dünnen Ranke so geschickt verschnürten, dass der Honig nicht weniger gut verwahrt war als in einem Glas. Wir marschierten sechs bis acht Kilometer durch den Wald. Nach einiger Zeit banden die Männer am Rande eines Dickichts ihre Netze auseinander. Jeder Mann stand hinter einem Netz, bereit, alles niederzuschlagen, was sich in den Maschen verfing. Mittlerweile waren die Frauen in den Wald davongeschlichen. Sie trugen in Schlingen auf dem Rücken ihre Säuglinge mit sich. Aber nicht das leiseste Wimmern, das das Wild hätte verscheuchen können, ließ sich vernehmen. Als alles bereit war, stieß Faizi einen Hornvogelruf aus, und zugleich hörte ich, durch drei, vier Kilometer Urwald herüber, ein Getöse ausbrechen: Die Frauen hatten ihr Treiben begonnen. Wir an den Netzen konnten nur warten, ob uns der Lärm harmlose Antilopen oder rasende Leoparden oder Büffel zutreiben werde. Plötzlich sah ich eine graue Antilope auf uns zukommen. Das Tierchen fuhr mit dem Kopf ins Netz, und ehe es auch nur zappeln konnte, hatten sich schon drei Männer darüber geworfen. Ein wildes Stechen und Schlagen, ein paar Augenblicke nur - dann war alles vorbei. Einmal blieb das Netz leer. Dann wieder hielt es dem tobenden Ansturm einer 270 Pfund schweren Büffelkuh stand - eine reiche Beute. Spät am Nachmittag kehren wir ins Dorf zurück, die Männer laut redend und lachend, froh über ihr Jagdglück. Die Beute wurde unter alle Pygmäen verteilt. Sofort waren alle eifrig am Braten, jede Familie an ihrem eigenen Feuer, und bald roch die ganze Lichtung nach dem in die Flammen tropfenden Fett und Fleischsaft." |
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1. Welche Pflanze verwechseln
die Erzähler mit einer Schlange? 2. Wo verstecken sich die Baumkronen der Lianen? 3. Wie nennt man Pflanzen, deren Wurzeln den Boden nicht erreichen, weil sie an den Ästen anderer Bäume wachsen? 4. Es gibt Pflanzen, die so groß sind ,dass ein Mensch unter ihren Blättern fast hindurchgehen Kann. Wie heißen diese Pflanzen? (Fragen: Linda Karges) |
Wälder
in den Tropen „Am Waldrand halten wir mit dem Auto an. Was ist das? Ein greller Schrei! Erschreckt zucken wir zusammen. Ein Leopard? Jetzt hören wir in der Baumkronen ein Knacken und Hasten, Gezeter und Pfeifen. Schnell wird es leiser. Dann Stille. Haben wir eine Herde von Affen aufgescheucht? Vorsichtig folgen wir einem Pfad, immer auf der Hut vor einem wilden Tier. Aber alles bleibt ruhig. Hin und wieder ein Vogelruf. Blätter rascheln, und lästige Insekten surren um uns. Da! Eine Schlange? Nicht bewegen! - Nein. Dummkopf! Nur eine Liane!" Daumendicke Stränge winden sich an den Baumstämmen hinauf: Lianen. Sie wurzeln wie normale Bäume im Boden Und wie normale Bäume haben sie Blätterkronen. Nur kann man diese Blätterkronen meist nicht sehen. Hoch oben verstecken sie sich zwischen dem Laub der Bäume. Merkwürdige kleine Pflanzen sitzen auf den Ästen der Bäume. Ihre Wurzeln erreichen den Boden nicht. Man nennt sie Aufsitzerpflanzen. Das Laub der Bäume und Lianen ist so dicht, dass nur wenig Licht auf den Waldboden fällt. Hier unten wachsen weder Gräser noch Blumen, nur hier und dort große Farne. Unter ihren Blättern kann man fast hindurchgehen; so groß sind sie. Im Tropischen Regenwald ist es das ganze Jahr über sehr warm, meist über 20°C. Außerdem ist es fast immer feucht. Es gibt keine Jahreszeiten wie bei uns: keinen Winter mit kahlen Bäumen, keinen Frühling mit jungem Laub, keinen Herbst mit Früchten. Jahraus, jahrein kann man grüne und blühende Bäume sehen. Daneben stehen Bäume, die schon Früchte tragen, oder solche, die gerade blattlos sind. Zu jeder Zeit überwiegen die grünen Bäume. Man nennt diesen Wald deshalb den immergrünen Regenwald. |
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1. Was sind die Symptome von
Malaria? 2. Was sollte man vorher unbedingt tun, bevor man in ein Malaria-Gebiet einreist? 3. Wo halten sich Gelbfiebermücken häufig auf? 4. Wem ähnelt die Tsetse-Fliege? 5. Welche Krankheit überträgt die Tsetse-Fliege? (Fragen: Jan Abratis) |
Malaria - und andere unangenehme Tierchen Die Malaria- oder Anophelesmücke kann man von einer normalen Stechmücke leicht unterscheiden. Man sagt: „Hängt eine Mücke schräg an der Wand, wird sie Anopheles genannt." Malaria ist gekennzeichnet durch Fieberanfälle, die in Abständen auftreten. Die Fieberanfälle sind meist von Schüttelfrost und Schweißausbrüchen begleitet. Die Krankheit führt häufig zum Tode. Es gibt keine Impfung gegen Malaria, aber einen guten Tablettenschutz. Die Tabletten sind einzunehmen vor der Einreise in ein Malariagebiet, während des Aufenthaltes und, was besonders wichtig ist, auch noch etwa sechs Wochen nach Verlassen des Gebietes. Dies ist nötig, da die Krankheit erst Wochen nach dem Mückenstich ausbricht. Gelbfiebermücken halten sich häufig nahe bei Häusern auf. Sie stechen besonders in den Morgenstunden. Die Krankheit wird nur von solchen Mücken übertragen, die einmal in ihrem Leben Blut von einem Kranken gesogen haben. Das Gelbfieber ist die tropische Krankheit, die die Einwanderung von Weißen in die tropischen Länder bis vor etwa 100 Jahren am stärksten behinderte. Die Eingeborenen sind gegenüber der Krankheit unempfindlich oder erkranken nur leicht. Der Weiße, der von dieser Krankheit befallen wird, erliegt ihr häufig nach 5-8 Tagen. Es gibt kein wirksames Medikament. Bei der Reise in ein Land mit Gelbfieber ist darum eine Schutzimpfung notwendig. Die Tsetse-Fliege ist ein wenig größer als die gewöhnliche Stubenfliege. Mit ihrem Stich überträgt sie die Schlafkrankheit. Sie sticht fast nur am Tage und im Freien, besonders bei Sonnenschein. In die Wohnungen kommt sie im Gegensatz zu den Stechmücken nicht. Die Schlafkrankheit beginnt mit unregelmäßigem Fieber. Dazwischen kann sich der jetzt noch heilbare Kranke durchaus wohl fühlen. Dann wird der Kranke benommen, träge und schläfrig, ja häufig bewusstlos, bis er stirbt. Von dieser Schläfrigkeit hat die Krankheit ihren Namen. In einigen Gebieten hat die Schlafkrankheit die Bevölkerung stark verringert. Reisende schützen sich durch eine Einspritzung, die jedoch nur einige Monate wirkt. |
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1. Was unterscheidet in erster Linie den tropischen Regenwald von anderen Wäldern? 2. In welchen Ländern kommt auch Gemäßigter Regenwald vor? 3. Wie unterscheidet sich der Regenwald von früher zu dem von heute? 4. Warum kann man den zerstörten Regenwald nicht wieder neu erschaffen? (Fragen: Maike Börner) |
Was ist Regenwald? Regenwald ist ein naturbelassener Wald in einem sehr feuchtheißen Klima. Ein solches Klima nennt man auch tropisch. Im Regenwald wachsen das ganze Jahr über die Pflanzen und die Bäume. Es gibt eine Regenzeit und eine drei bis fünf Monate andauernde Trockenzeit. Im Jahr können im Regenwald 2000-2400 mm Niederschlag auf den Boden fallen. Wo liegt der Regenwald? Regenwälder finden sich auf allen Kontinenten am Äquator im sogenannten Tageszeitenklima. Die größte Fläche Regenwald findet man am Amazonasbecken. Gemäßigter Regenwald kommt in den Ländern an der Westküste Nordamerikas, in Chile sowie auf Tasmanien und Neuseeland vor. Wodurch ist Regenwald gefährdet und warum? Wenn man das Regenwaldgebiet heute mit dem Regenwaldgebiet von früher vergleicht, sieht man, dass 50 Prozent aller Regenwälder verschwunden sind. Regenwälder sind zum Beispiel von Brandrodung bedroht. Meist entstehen Waldbrände, wenn es lange nicht mehr geregnet hat, oder wenn Glasscherben liegen gelassen wurden. Regenwald wird wegen des Straßenbaus und des Ackerbaus abgeholzt. Nach zehn Jahren muss aber wieder neue Fläche für den Ackerbau geschaffen werden, denn der Boden ist dann nicht mehr nahrhaft für die Pflanzen. Ist zerstörter Regenwald wieder neu zu erschaffen? Nein, zwar kann man viele Regenwaldbäume wieder neu einpflanzen, doch es dauert sehr, sehr lange bis wieder Regenwald entsteht. Und wahrscheinlich wird diese Fläche vorher schon wieder abgeholzt. Welche Lebensbedingungen braucht der Regenwald ? Die Pflanzen und Bäume produzieren ein Menge Nährstoffe, aber weil alles schnell wieder aufgenommen wird, bleibt nur eine ganz dünne Schicht übrig. Im Regenwald sind 30 Millionen Tiere und Pflanzen gut aufgehoben. (wellermanns) |
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1. Was ist der Regenwald und was gibt es dort nicht, was es
aber bei uns gibt? 2. Was ist in 40 bis 50 Metern Höhe? 3. Wie werden Bäume genannt, die über das „Dach“ herausragen? 4. Die Äste welchen Baumes ragen 30 bis 40 Meter in die Breite? 5. Wie viel Prozent an Licht erreicht den Boden des Tropischen Regenwaldes? 6. Zu welcher Art der Pflanzen gehören die Lianen? (Fragen: Linda Karges) |
Regenwald - eine Beschreibung Regenwald, überwiegend immergrüner Wald der tropischen Zone der Erde; Abwandlungen des Regenwaldes finden sich auch in den Subtropen und in den gemäßigten Klimazonen. Der tropische Regenwald zeichnet sich durch eine ganzjährige oder nur durch Laubfall während kurzer Trockenperioden unterbrochene dichte, immergrüne Waldvegetation aus. Er verfügt über ein meist geschlossenes Kronendach in 40 bis 50 Metern Höhe über dem Boden. Einzelne Baumriesen ragen teilweise noch über das obere Kronendach hinaus. Dies sind oft beeindruckende Bäume wie der Kapokbaum Südamerikas, dessen waagerechte Äste 30 bis 40 Meter in die Breite reichen. Tropische Regenwälder sind gewöhnlich aus drei bis fünf Schichten (Baumstockwerken) aufgebaut. Das obere Stockwerk wird von den bis zum Kronendach reichenden Bäumen einschließlich der darüber hinausragenden Baumriesen gebildet. Darunter befindet sich ein mittleres Stockwerk (mittlere Baumschicht) aus kleineren Bäumen mit etwa 20 bis 30 Metern Höhe. Das unterste Stockwerk (untere Baumschicht) liegt in zehn bis 15 Metern Höhe und umfasst neben Sträuchern vorwiegend junge Exemplare (Schösslinge) der umstehenden Baumarten, die im Altersstadium den höheren Schichten angehören. Zwischen diesen drei Hauptschichten können jeweils noch Zwischenschichten existieren. Eine bodennahe Krautschicht, wie sie für die Wälder der gemäßigten Zone typisch ist, ist in den tropischen Regenwäldern nur spärlich ausgebildet, da aufgrund des Lichtmangels am Boden kaum Pflanzenwuchs möglich ist. Das Licht wird in den darüber liegenden Baumschichten fast völlig absorbiert, am Boden beträgt die Lichtmenge nur noch etwa ein Prozent oder noch weniger der an der Oberfläche eingestrahlten Menge. Typisch sind außerdem das häufige Auftreten bestimmter Wuchsformen, wie z.B. der Lianen – kräftiger Schlingpflanzen, die zwar im Boden wurzeln, deren Kronen sich jedoch häufig im oberen Stockwerk befinden – und der Epiphyten oder „Aufsitzerpflanzen“. Darunter versteht man Pflanzen, die zum Zwecke der besseren Lichtausnutzung auf eigenes Wurzelwerk im Boden großenteils verzichten und stattdessen mit Hilfe spezieller Haftorgane auf Stämmen, Ästen und Zweigen der oberen Stockwerke aufsitzen; ein Großteil der tropischen Orchideen und Bromelien (Ananasgewächse) gehört beispielsweise dazu. (wellermanns) |
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1. Wodurch zeichnen sich Wüsten
aus? 2. Welche zwei Arten von Wüsten gibt es, wenn man nach den Temperaturen unterscheidet? 3. Über welche Eigenschaften müssen Pflanzen verfügen, wenn sie in der Wüste überleben wollen? 4. Wie wird das Zentrum (der Mittelpunkt) einer Wüste genannt? 5. Sukkulenten und Xerophyten sind was? 6. Wodurch haben einige Wüsten wirtschaftliche Bedeutung? (Fragen: Jan Abratis und GW) |
In der Wüste Wüste (Erklärung) Gebiete auf der Erdoberfläche, die sich durch so hohe Trockenheit oder große Kälte auszeichnen, dass sich keine oder nur eine geringe Vegetation entfalten kann. In den Kältewüsten (Polarzonen, Hochgebirge) fällt der Niederschlag in Form von Schnee und verbindet sich am Boden zu Eis. So ist es den Pflanzen nicht oder nur in Wärmeperioden möglich, das lebensnotwendige Wasser für sich zu nutzen. In den Trockenwüsten (Sahara, Gobi, Takla Makan etc.) fällt nur ein geringer Niederschlag, der zusätzlich durch die Hitze bedingt schnell verdunstet, oder teilweise jahrelang gar keiner. Das Zentrum einer Wüste wird Kernwüste genannt, der sie umgebende Ring Halbwüste, die dann häufig in eine Steppe übergeht. Nach den Temperaturen unterscheidet man Eis- und Hitzewüsten, nach der Beschaffenheit Sand-, Geröll-, Lehm-, Staub- und Salzwüsten. Typische Wüstenpflanzen sind so genannte Sukkulenten (z.B. Aloe, Agave etc.), die Wasser speichern können, und Xerophyten (Moose, Eukalyptus, Palmen etc.), die über sehr tiefe Wurzeln verfügen. Wirtschaftliche Bedeutung haben einige Wüsten durch ihren Reichtum an Bodenschätzen (Erdöl, Erdgas, Diamanten, Erze etc.) erhalten.(wellermanns) |
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1.Wie viele Autos stehen bereit? 2.Wie viele Gänge haben sie? 3. Wann beginnt die Tour? 4.In welcher Art von Wüste befinden sie sich zu Beginn der Tour? 5. Welche Temperaturen wurden gemessen? 6.In welche Art von Wüste kommen sie am vierten Tag? (Fragen: Vanessa Grübner) |
Mit dem Auto in die Sahara Unsere Reisegruppe hat sich etwas Besonderes vorgenommen: Wir wollen in die Sahara fahren. Wir wollen die Wüste einmal richtig erleben. Ausgewählt ist die Strecke von den Djofra-Oasen bis zu den Kufra-Oasen. Diese Piste ist nur wenig befahren. Auf den meisten Karten ist sie gar nicht verzeichnet. Drei Autos stehen bereit. Es sind Geländewagen mit acht Gängen. Wir sind gut ausgerüstet: Benzin, Wasser, Ersatzreifen, Zelte . . . Am 8. Juli geht es los. In der Kieswüste ist das Fahren nicht schwierig. Wir kommen gut voran. Wenn es nur nicht so heiß wäre! Wir messen 40° C. Am Abend schlagen wir unsere Zelte in einem Trockental auf. Mich fröstelt nach der Hitze des Tages, obwohl das Thermometer noch 22° C anzeigt. In der Nacht kommt Sturm auf. Stundenlang prasselt Sand gegen unser Zelt. Hoffentlich gibt es kein Gewitter. Davor habe ich Angst. Wenn es wirklich einmal regnet, dann können sich die Trockentäler schnell in reißende Flüsse verwandeln. Am vierten Tag kommen wir in die Felswüste. Das Land ist übersät mit Gesteinsbrocken. Mühsam holpern wir vorwärts. Wir schaffen nur 7 km in der Stunde. Die Lenkräder schlagen hin und her, und den Fahrern schmerzen die Arme. Ab und zu müssen wir aussteigen und Felsbrocken aus dem Wege räumen. Wie die Reifen aussehen! Zerfetzt von den scharfkantigen Steinen. Immer wieder Plattfuß! Unerträglich ist die Hitze. Am frühen Nachmittag messen wir 42°C! Am siebten Tag erreichen wir den Erg Rebiana, eine Sandwüste. So habe ich mir die Wüste vorgestellt: Sand und Dünen. Auch hier ist das Fahren eine Qual. Unsere Wagen graben sich tief in den lockeren Sand und bleiben immer wieder stecken. Dafür sind die Abende wunderschön. Im Licht der untergehenden Sonne erstrahlt die Dünenlandschaft in herrlichen Farben. Dieses Bild lässt uns die Mühen des Tages vergessen. Ich will es gern glauben: Wer die Wüste einmal erlebt hat, den zieht es immer wieder dorthin zurück. Am zwölften Tag erreichen wir endlich die Kufra-Oasen. Eine schöne Fahrt ist zu Ende - schön und sehr anstrengend. |
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1.Was ist ein Wadi? 2. Eine Fata Morgana – was ist das denn? 3. Wie kommt es dazu, dass in der Wüste Felsblöcke richtige Risse bekommen? 4. Was können Sandtürme in der Wüste bewirken? (GW) |
Rätsel der Wüste In der Wüste fällt oft jahrelang kein Regen. Wenn es aber einmal regnet, dann können gewaltige Wassermassen herabstürzen. Das Wasser strömt über die Flächen der Wüste, sammelt sich im nächsten Wadi und wird dort zu einem reißenden Fluss - für einige Kilometer. Die Spuren des fließenden Wassers sieht man oft noch nach Monaten und Jahren. Ein Wadi ist ein Flusstal ohne Fluss. Ein See, der kein See ist Ein See! Mitten in der Wüste ein See! Herrlich nach all der Hitze und dem Staub! Aber es sind nur Luftspiegelungen. An besonders heißen und windstillen Tagen kann man das erleben. Die Luft flimmert in der Hitze, und die Lichtstrahlen werden so gebrochen, dass man Wasser zu sehen glaubt. Büsche und Bäume scheinen sich im Wasser zu spiegeln. Wellen brechen sich am Ufer. So sieht es aus. Alles nur Luftspiegelungen. So etwas nennt man eine Fata Morgana. So wirken Hitze und Kälte Min einem Knall ist der Felsblock geplatzt. Am Tage wird die Oberseite des Blocks so heiß, dass man sie nicht anfassen kann. Und gleich folgt die starke Abkühlung in der Nacht. Heißkalt in dauerndem Wechsel. Bei der Erhitzung dehnt sich das Gestein aus; bei der Abkühlung zieht es sich zusammen. Das hält auch das härteste Gestein nicht aus. Von der Oberfläche springen schalenförmige Stücke ab, und nicht selten bricht der ganze Block auseinander. So wirken die Sandstürme Weißt du, was ein Sandstrahlgebläse ist? Man kann damit zum Beispiel alte Hauswände vom Schmutz befreien. Ein Sandstrahlgebläse gibt es auch in der Wüste: Der Sturm schleudert den Sand gegen die Felsen und kann sie so zerstören. |
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1. Wie kündigte sich der Sandsturm an? 2. Wohin rettete sich der Forscher? (Fragen: Maike Börner) |
Der Forscher
Uwe George berichtet von einem Sandsturm: „Ich habe mehrfach Sandstürme erlebt, einen der schwersten in der Sahara, nahe der Oase In-Salah in Algerien. Der Sandsturm kündigte sich mit gewaltigen treibenden Staubmassen an. Der Wind wurde stärker. Er wehte gleichmäßig, und nach kurzer Zeit schien die Luft nur noch aus gelbem Sand zu bestehen. Die Sicht war zeitweise gleich Null. Rechtzeitig hatte ich noch bemerkt, dass die Piste auf eine kleine Anhöhe führte. Ich fuhr darauf zu. Einem auftauchenden Unterseeboot vergleichbar, stieß das Auto durch die Obergrenze des Sandsturmes. Das Schauspiel, das sich mir dann bot, war einzigartig. Ich stand unter einem strahlend blauen Himmel und blickte auf die Oberfläche eines unendlich erscheinenden goldgelben Sandmeeres, das mit hoher Geschwindigkeit dahin floss. Einige hundert Meter entfernt ragten die Köpfe unserer Kamele gerade über die Treibsandmasse auf. Obwohl wir etwas erhöht standen, war der Lack meines Fahrzeugs nach wenigen Stunden abgeschliffen, so dass das blanke Blech zutage trat. |
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1. Was sind Oasen? 2. Wer hat einen sehr gefährlichen Beruf? 3. Welche Pflanze ist die wichtigste in Oasen? 4. Wo sind Millionen von Dattelpalmen? 5. Was wird aus jungen Dattelblättern gemacht? (Fragen: Linda Karges) |
Oasen Nur wer tagelang in der Wüste unterwegs war, weiß, wie schön die Ankunft in einer Oase ist. Eben noch die Wüste, die gleißende Helligkeit, die Gluthitze, die Einsamkeit, die Angst um das Wasser, die Angst um das Auto. Und nun die Oase, der kühle Schatten unter den Palmen, das Wasser in Brunnen und Gräben, die blühenden Gärten, die Häuser, die Menschen. Wohin man schaut, Palmen; es sind Dattelpalmen. Daneben liegen kleine Äcker mit Getreide: Gerste, Hirse, Weizen. Auf den Gemüsebeeten wachsen Bohnen, Zwiebeln, Gurken, Melonen und Kohl. Auch Obstbäume gibt es: Aprikosen-, Pfirsich-, Orangen-, Zitronen- und Olivenbäume. Das Zauberwort heißt Wasser. In der Wüste ist es trocken und heiß; hier brauchen die Pflanzen besonders viel Wasser. Es ist eine ungeheure Arbeit, die Brunnen, Stollen und Gräben zu schaffen und sie instand zu halten. Einen besonders gefährlichen Beruf hatten die Brunnentaucher. Sie ließen sich in die Brunnen hinab und tauchten viele Meter tief, um die Brunnen zu reinigen und zu reparieren. In der letzten Zeit hat sich manches verändert. Heute kommt eine große Bohrmaschine in die Oase, wenn ein neuer, tieferer Brunnen gebaut werden soll. Heute arbeiten Motorpumpen, wo vor einigen Jahren noch Esel und Menschen das Wasser aus den Brunnen heraufholten. Die wichtigste Pflanze in den Oasen ist die Dattelpalme. Man sagt: Die Dattelpalme will mit den Füßen im Wasser stehen und mit dem Kopf im Feuer. Ihre Wurzeln können das Grundwasser noch in 30 m Tiefe erreichen. Je heißer die Sonne brennt und je trockener die Luft ist, desto höher werden die Stämme und desto süßer die Früchte. In der Sahara, in Ägypten, in Arabien, in Jordanien und im Irak stehen Millionen von Dattelpalmen. Die reifen Früchte werden frisch gegessen oder zu „Dattelbrot" gepresst. Junge Palmblätter dienen als Salat. Alte Bäume werden angezapft; der aufgefangene Saft wird vergoren und als Palmwein genossen. Der Stamm liefert Holz: Balken für die Dächer der Häuser. Aus den zähen Blättern werden Matten und Körbe geflochten. |
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Teil 1 1. Welche zwei Leute sind hier unterwegs? 2. Wen wollten die beiden besuchen? 3. Was behauptet der Beamte vom Landwirtschaftsamt? 4. Wo stießen die Reisenden auf ein richtiges Nomadenlager? 5. Was bot Rhissa seine Gästen zu essen und zu trinken an? 6. Was lieferten den Nomaden früher die Kamelherden? Teil 2 1. Warum wurden die Kamele nicht mehr gebraucht? 2. Warum ist Rhissa böse auf die französischen Soldaten? 3. Was will die Regierung von den Nomaden? Teil 3 1. Wie heißt Rhissas Sohn? 2. Was sind seine größten Sorgen zurzeit? 3. Was hat sein Bruder gemacht? 4. Was hat ein Freund von Rhissas Sohn gemacht? 5. Was will Hami bleiben? |
Bei den
Tuareg - Ein Bericht in drei Teilen Teil 1 Es war vor sechs Jahren. Helmut und ich waren mit unserem Landrover bis In-Salah gekommen. Helmut ist Völkerkundler, ich heiße Werner, bin Geograph. Wir kannten uns von der Universität und hatten gerade das Studium beendet. Unser Ziel waren die Tuareg, die berühmten Nomaden, die mitten in der Sahara leben. Wir hatten viel von ihnen gelesen. Im Landwirtschaftsamt von In-Salah wollten wir uns erkundigen. Der Beamte lachte nur: „Nomaden suchen Sie? Zu den Tuareg wollen Sie? Ich bitte Sie. Die Zeit der Nomaden ist doch längst vorbei. Was wollen Sie bei diesen armseligen Leuten? Sie sollten sich lieber unsere neuen Bewässerungsanlagen ansehen oder die neuen Fabriken!" Er verstand uns nicht. Aber wir hatten Glück. Einige Tage später waren wir am Rande des Ahaggar-Gebirges, etwa 100 km von Tamanrasset entfernt, als wir auf ein Tuareg-Lager stießen, ein richtiges Nomadenlager. Es waren vier Zelte. Darin lebten 27 Personen, wie wir später zählten. Wir fragten nach dem Ältesten. Ein alter Mann trat auf uns zu. Sein Name war Rhissa. Wir sprachen Französisch mit ihm. Es dauerte einige Zeit, bis wir sein Misstrauen überwunden hatten. Dann führte er uns in sein Zelt und reichte uns die Holzschale mit Ziegenmilch. Wir waren als Gäste aufgenommen. Als Begrüßung gab es dicken Hirsebrei und sogar ein Stück Hammelfleisch. Abends begann der alte Rhissa zu erzählen. Er erzählte von früher. Von den großen Kamelherden, die alles Lebensnotwendige lieferten: Milch, Butter, Käse, Wolle, Leder. Und er berichtete von den Karawanen: „Mit unseren Kamelen sind wir quer durch die Wüste gezogen. Alle möglichen Waren haben wir transportiert. Keiner konnte das besser als wir Tuareg-Männer! Ja, damals. Damals besaßen wir auch Land und Palmen in der Oase. Die Schwarzen dort waren unsere Sklaven, sie taten die Feldarbeit und erhielten dafür einen Teil der Erträge." Teil 2 Rhissa berichtete von Kämpfen und Kriegen, auch von den Überfällen der Tuareg auf Karawanen und fremde Oasen. Für ihn waren das keine Verbrechen, sondern kriegerische Taten, an die er sich mit Stolz erinnerte. „Das Unglück der Tuareg begann, als die französischen Soldaten kamen. Sie hatten bessere Waffen. Sie waren uns überlegen. Sie haben uns alles verboten, auch das Kämpfen und die Sklaven. Und dann kamen die Lastwagen. Sie übernahmen den Karawanenverkehr. Unsere Kamele wurden nicht mehr gebraucht. Und als die Franzosen das Land verließen, da nahm uns die neue Regierung auch noch die Felder in der Oase. Jetzt müssen wir Geld bezahlen für die Gerste, für die Hirse und die Datteln." Ich fragte, wie er sich die Zukunft vorstellt. Er zuckte mit den Achseln: „Viel Hoffnung habe ich nicht. Nein. Die Regierung will, dass wir unsere freie Lebensweise aufgeben. Einige der Kinder leben ja schon in der Stadt, sie gehen dort zur Schule und wohnen im Internat. Sie lernen das sesshafte Leben und werden uns fremd." Teil3 Am nächsten Morgen ritten wir mit Hami in die Wüste hinaus. Hami ist Rhissas Sohn. Stundenlang waren wir unterwegs. Das Reiten auf dem schwankenden Kamel machte mir zu schaffen. Hami zeigte uns das Wasserloch in einem Wadi. Das ist die Tränke für die Kamele und die Schafe. Jeden zweiten Tag müssen wir die Schafe hertreiben, mindestens jeden vierten Tag die Kamele." Endlich waren wir bei der Herde. Diese Wüstengegend soll eine Weide sein? Ich musste schon genau hinsehen. Einige kümmerliche Sträucher, einige abgefressene Grasbüschel, sonst nichts. Hami machte ein bedenkliches Gesicht: „Wir müssen bald eine bessere Weide finden und eine neue Tränke. Wenn es nur mal irgendwo regnen würde! Wir ziehen dorthin, auch wenn es mehrere Tagesreisen weit ist. Dann schlagen wir ein neues Lager auf. Immer warten wir auf Regen. Immer denken wir an das Wasser und an die Weide." Helmut und ich schwiegen. Wir merkten, dass Hami sich große Sorgen machte. „Im letzten Jahr war es besonders schlimm. Viele unserer Kamele und Schafe sind elend umgekommen. Verhungert, verdurstet. Was sollen wir tun? Soll ich es so machen wie die anderen? Mein Bruder ist schon lange nicht mehr da; er ist Lkw-Fahrer geworden. Ein Freund ist nach Hassi-Messaud gegangen, um auf den Ölfeldern zu arbeiten. Aber ich will nicht. Ich will ein freier Mann bleiben." |
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1. Warum ist Libyen ein
reiches Land? 2. Was hat man im Gebiet der Kufra-Oasen gefunden? 3. Was wird jetzt dort angebaut und welche Tiere hält man dort? 4. Wie häufig im Jahr können Futterpflanzen geerntet werden? 5. Wozu dienen die abgeernteten Getreidefelder? |
Aus Wüste wird Ackerland: Libyen und
Kalifornien In der Sahara wird Erdöl gefördert. Dadurch ist das Land Libyen sehr reich geworden. Wohin mit dem Geld? Kann man nicht einen Teil des Geldes verwenden, um die Wüste in fruchtbares Land zu verwandeln? 1968 arbeitete ein Bohrtrupp im Gebiet der Kufra-Oasen. Er suchte Erdöl, fand aber Wasser, ungeheuer viel Wasser in über 1 000 m Tiefe. Sofort beschloss die Regierung, dieses Wasser zu nutzen. Heute werden hier 16 000 ha (1 ha = 10.000 m²) Wüstenland bewässert; bald sollen es 25 000 ha sein. Noch 1960 gab es in Libyen insgesamt nur 4 400 ha Bewässerungsland. Heute werden in jedem Jahr 100 000 Schafe aus dem Kufra-Gebiet in die Schlachthöfe der Küstenstädte geliefert. Angebaut werden Futterpflanzen für die Schafe (Luzerne und Sudangras), außerdem Weizen und Gerste. Ein libyscher Agraringenieur: „Wir haben hier 100 Anbaukreise. Jeder ist 100 ha groß. Die Beregnungskarusselle wurden in den USA entwickelt. Jedes Karussell hat ein 560 m langes Rohr, von dem aus die Pflanzen besprüht werden. Dieser Apparat läuft auf Rädern und wird von Motoren bewegt. Eine Drehung dauert 24 Stunden oder 40 Stunden oder auch 60 Stunden, je nach Bedarf. Die Futterpflanzen bewässern wir ganzjährig; sie können elfmal geerntet werden. Die Getreidefelder benötigen nur zeitweise Wasser; nach der Ernte dienen sie als Schafweide." Der Betrieb, über den der Agraringenieur berichtet, ist ein riesengroßer Staatsbetrieb. Daneben gibt es zahlreiche kleine Farmen: Insgesamt werden 864 neue Farmen mit je 7 ha Bewässerungsfläche geschaffen. Dort sollen Menschen aus den alten Oasen und auch ehemalige Nomaden eine neue Heimat finden und moderne Landwirtschaft betreiben. Die libysche Regierung hat ausländische Berater ins Land geholt, z. B. Fachleute aus den Niederlanden, aus Neuseeland, Australien und Deutschland. |
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1. Woher stammt das
Wasser zur Bewässerung des Imperial Valley? 2. Wie groß ist die Farm von Mr. Miller? 3. Was baut Mr. Miller an? 4. Wohin liefert Mr. Miller im Januar und Februar sein Gemüse? |
Das Imperial Valley in Kalifornien Das Imperial Valley in Kalifornien liegt unter dem Meeresspiegel. Die Stadt Imperial liegt auf -20 m! Hier ist es so heiß und so trocken wie in der Sahara. Aus dieser Wüste haben die Amerikaner eine einzige große Oase gemacht. 170 000 ha werden bewässert. Das Wasser stammt vom Colorado, einem Fluss, der aus dem hohen Gebirge kommt. Kurz vor der mexikanischen Grenze wird ein Teil des Wassers abgezweigt und durch einen Kanal in das Imperial Valley geleitet. Wie überall in den USA ist das Land in Quadrate aufgeteilt. Jedes Quadrat ist 800 m lang und 800 m breit, also 64 ha groß, größer als mancher Bauernhof bei uns. Die Farm von Mr. Miller besteht aus 16 Quadraten; sie ist über 1 000 ha groß. Mr. Miller berichtet: Hier muss alles bewässert werden. Das Wasser kostet mich mehrere hunderttausend Dollar im Jahr. Aber durch die Baumwolle hole ich das Wassergeld wieder herein. Ich habe mich auf Baumwolle spezialisiert. Sie wächst hier ausgezeichnet, und die Qualität ist erstklassig. Außerdem baue ich noch Weizen und Gemüse an, alles mit Maschinen. Ja, auch das Gemüse wird maschinell gepflanzt und geerntet: Möhren, Wirsing, Salat und Zwiebeln. Das meiste verkaufe ich in der Nähe, in Los Angeles und in San Diego an der Pazifikküste. Im Januar und Februar aber liefere ich manchmal bis nach New York. Wenn dort Eis und Schnee liegt, dann können wir frisches Gemüse liefern. Das gibt gute Preise! |
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1. Auf welcher Breite
liegen die Polarkreise? 2. Warum gibt es in den Polargebieten nie richtig Sommer? 3. Wo steht die Sonne am Polartag? 4. Schafft es die Sonne in der Polarnacht über den Horizont? 5. Wie lange dauern an den Polen die Polarnacht und der Polartag? 6. Was ist für die eisigen Temperaturen an den Polen verantwortlich? (GW) |
An den Polen Die Polargebiete der Erde Die Polargebiete umfassen die um die Pole der Erde liegenden Festlandsgebiete, Inseln und Meeresregionen. Sie reichen bis zu den Polarkreisen, die auf 66½° nördlicher bzw. südlicher Breite liegen. Zwischen den Polen und den Wendekreisen treffen die Sonnenstrahlen ganzjährig mit sehr flachem Winkel auf die Erdoberfläche. Deshalb gibt es in den Polargebieten nie in unserem Sinne Sommer. Die „Jahreszeiten“ werden vielmehr danach unterschieden, ob es überhaupt Licht gibt: Am Polartag steht die Sonne als Mitternachtssonne ganztägig flach über dem Horizont. In der Polarnacht verschwindet die Sonne rund um die Uhr unter dem Horizont und taucht die Welt auch in der Mittagszeit nur in ein fahles Dämmerlicht. Die Länge von Polartag und -nacht nimmt von den Polarkreisen (1 Tag Dauer) zu den Polen hin zu. Dort dauern sie jeweils ein halbes Jahr. Der niedrige Sonnenstand bedingt zum anderen, dass die Erwärmung der Erdoberfläche in Polnähe stets geringer ist als in niedrigeren Breiten. Die schwächere Erwärmung im Sommer und die starke Abkühlung der Polargebiete im Winter sind für die eisigen Temperaturen im Polarklima verantwortlich. (wellermanns) |
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1. Wer war wann zum
ersten Mal am Nordpol? 2. Wer hat vorher ebenfalls versucht, zum Nordpol vorzustoßen? 3. Welches griechische Wort steckt in dem Wort „Arktis“? 4. Welches Sternbild steht über dem Nordpol? 5. Ist das Meer um den Nordpol herum immer vereist? (GW) |
Nordpol - Arktis Vorstoß zum Pol - Die Eroberung der Arktis "Robert Peary erobert den Nordpol" - als diese Meldung im September 1909 über die Zeitungsticker lief, war der Wettlauf zum nördlichsten Punkt der Erde endlich entschieden. Parry, Franklin oder Nansen: Jahrzehntelang hatten berühmte Forscher aus aller Welt erfolglos versucht, eine der gefährlichsten Regionen der Erde zu bezwingen und durch das ewige Eis des Nordpolarmeeres bis auf 90 Grad nördliche Breite vorzustoßen. Im Kampf gegen alle Unbilden der Natur gelang es ihnen auf den zahlreichen Expeditionen aber immerhin, der Arktis nach und nach viele ihrer Geheimnisse zu entlocken. Mosaiksteinchen für Mosaiksteinchen konnten so die letzten weißen Flecken auf den Landkarten der Nordhalbkugel getilgt werden... 26 Millionen Quadratkilometer groß ist die Arktis, die ihren Namen vom griechischen Wort arctos = Bär erhalten hat. "Das Land unter dem Sternbild des Großen Bären" reicht vom Nordpol im hohen Norden bis zur Baumgrenze im Süden. Im Gegensatz zur Antarktis besteht die Arktis zu mehr als zwei Dritteln aus Meeresgebieten, die je nach Jahreszeit unterschiedlich stark mit Eis bedeckt sind. Das rund um den Nordpol gelegene dauervereiste Nordpolarmeer erreicht an manchen Stellen eine erstaunliche Tiefe von bis zu 5.000 Metern. Quelle: |
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Faszination Arktis Polarlichter, Mitternachtssonne, Meer, ewiges Eis: Schon seit ewigen Zeiten sind die Menschen von der arktischen Region fasziniert. Dabei sind die Lebensbedingungen in der Arktis eher lebensfeindlich. Stürme, bittere Kälte, nur wenig frei verfügbares Trinkwasser und die Gefahren einer ständig driftenden Eisdecke lassen nur gut angepassten oder perfekt ausgerüsteten Menschen eine Chance, dauerhaft in der Arktis zu überleben. Trotz der unwirtlichen Lebensbedingungen versuchen Polarforscher seit Jahrhunderten immer tiefer in arktischen Gefilde vorzudringen und ihr Wissen über Klimabedingungen, Eisströmungen oder Natur im hohen Norden zu erweitern. Zahllose Entdecker und Abenteurer haben aber auch ihr Leben bei dem Versuch aufs Spiel gesetzt - und häufig genug auch verloren - als erster eine arktische Nordost- oder Nordwestpassage vom Atlantik in den Pazifik zu finden oder gar bis zum Nordpol vorzustoßen. Quelle: |
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1. Hat Peary 1906 den
Nordpol erreicht? 2. Was sollte bei Pearys Tour 1908/9 die Versorgung der Expeditionsteilnehmer sicherstellen? 3. Wer brach 1909 zusammen auf? 4. Wie lange haben die Expeditionsteilnehmer für die letzten 1000 km auf ihrem Rückweg gebraucht? 5. Wie viele Kilometer müssen sie demnach täglich im Durchschnitt zurückgelegt haben? 6. Welche Flagge hat Peary am Nordpol ins Eis gesteckt? (GW) |
90° Nord im
Visier - Peary und sein Weg zum Pol
Sein ganzes Leben hat Robert Peary dem Ziel gewidmet, zum Nordpol zu kommen. Doch immer wieder - zuletzt 1906 von Cape Sheridan an der Nordküste von Ellesmere Island aus - ist er zum Teil kurz vor dem Ziel gescheitert. Immerhin 87.06° nördlicher Breite hat er dabei nach eigenen Angaben erreicht. Die neue, vielleicht letzte Mission zum Pol hat er 1908/09 von Cape Columbia auf Ellesmere Island aus wochenlang perfekt vorbereitet. Zahlreiche Versorgungslager, die entlang der vorgesehenen Route von seiner Helfern angelegt werden, sollen die Versorgung der Expeditionsteilnehmer sicher stellen und einen schnellen Marsch ermöglichen. Am 1. März 1909 brechen Peary und Matthew Henson, der ihn auf allen seinen vorherigen Arktisexpeditionen und Polvorstößen unterstützt hat, in Begleitung einiger Inuit und seiner Hunde zu der mühevollen Tour auf. Trotz der Gefahren, die überall lauern, geht der Angriff auf den Pol relativ gut voran. Immer weiter stoßen die Männer nach Norden vor. Schließlich ist auch das letzte Vorratsdepot in etwa 260 Kilometer Entfernung vom Nordpol erreicht. Aber wird auch der letzte Ansturm gelingen? Peary und seine Gefährten setzen unbeirrt ihren Weg fort. Sie legen dabei ein enormes Marschtempo vor und am 6. April 1909 ist dann soweit: der amerikanische Marineoffizier pflanzt das Sternenbanner der Vereinigten Staaten von Amerika in das ewige Eis der Arktis und beendet damit den Wettlauf zum Pol ein für alle Mal. Viel Zeit den Triumph zu feiern bleibt nicht. Im Rekordtempo kehren die Männer zu ihrem Basislager in Cape Columbia zurück. Die letzten 1.000 Kilometer ihrer abenteuerlichen Reise haben sie nach eigenen Angaben in nur 16 Tagen zurückgelegt - eine fast unglaubliche Leistung. Peary dagegen wird in den nächsten Jahren überall, wo er auftaucht mit Ruhm und Ehre überschüttet. Und in fast allen Geschichtsbüchern der Arktisforschung wird der Amerikaner seitdem als der erste Mensch geführt, der seinen Fuss auf 90° nördliche Breite gesetzt und damit die vielleicht gefährlichste Region der Erde bezwungen hat... Quelle: |
| 1. Was tun die
Kinder, als der Lehrer „Jetzt!“ ruft? 2. Wie wird Sonne bezeichnet, als sie ein wenig aus dem Meer stieg? 3. Was tun die Kinder, als sie auf die Sonne warten? 4. Was ist eine Polarnacht? 5. Wie ist die Polarnacht am nördlichen Polarkreis? 6. Wie ist die Polarnacht am Nordpol? 7. Was ist ein Polartag? 8. Wohin muss man mindestens reisen, um die Mitternachtssonne zu sehen? 9. Was passiert am 21. Juni? (Fragen: Linda Karges) |
Polartag und Polarnacht Es war in einer Schule im Norden von Norwegen. Ein Februartag, kurz vor Mittag. Immer wieder sah Herr Jensen, der Lehrer, auf seine Taschenuhr. Und plötzlich rief er: „Jetzt!" Alle stürmten aus dem Klassenzimmer, rissen die Jacken von den Haken, stülpten sich die Mützen über den Kopf und stürzten hinaus. Der Himmel war rot. Vor dem Schulhof blieben sie stehen, starrten nach Süden und warteten. Sie trampelten im Schnee herum und riefen unsinnige Worte. Plötzlich wurde es still. Ein ganz, ganz kleines Sonnenkäppchen kam aus dem Meer gestiegen. Und zugleich donnerte ein Kanonenschuss über die Bucht. Das war ein Gruß an die Sonne. Noch bevor der zweite Schuss ertönte, brach lauter Jubel aus allen Kehlen. Es war ein hundertstimmiges Freudengeschrei. Dann kamen der zweite Schuss und der dritte. Die Sonne sandte ein paar starke Strahlen über die Insel. Man spürte sie im Gesicht. Die Kinder schrieen und trampelten weiter im Schnee. Sie konnten nicht anders. Es dauerte nur kurze Zeit. Das rote Käppchen wurde kleiner und kleiner und versank wieder im Meer. Nun sah alles noch grauer und dunkler aus als vorher. „Aber morgen kommt sie wieder, die Sonne", flüsterte jemand. Im Winter wird es in Nordnorwegen mehrere Wochen lang nicht hell. Im Dunkeln gehen die Kinder zur Schule, im Dunkeln kehren sie wieder heim. Es ist dunkel draußen, wenn die Menschen zu Mittag essen, es ist dunkel, wenn sie arbeiten, spielen und schlafen. Polarnacht heißt diese Zeit, in der die Sonne nicht über den Horizont steigt. Wer genau am nördlichen Polarkreis wohnt, erlebt die Polarnacht nur an einem Tag im Jahr: am 22. Dezember. Dann bleibt es dunkel, auch mittags. Weiter nach Norden dauert die Polarnacht länger, mehrere Tage, Wochen, Monate. Am Nordpol dauert die Polarnacht ein halbes Jahr. Im Sommer ist es umgekehrt: An mehreren Tagen, Wochen oder Monaten geht die Sonne überhaupt nicht unter! Das ist der Polartag. Es wird nicht dunkel. Auch um Mitternacht steht die Sonne am Himmel: die Mitternachtssonne. Wenn du die Mitternachtssonne erleben willst, musst du in den Norden reisen, mindestens bis zum Polarkreis. Am 21. Juni musst du dort sein und nicht schlafen gehen. Auch an diesem Abend sinkt die Sonne herab, aber sie verschwindet nicht. Sie berührt nur den Horizont. Es ist 24 Uhr, und du siehst die Sonne genau im Norden. Und schon beginnt sie wieder zu steigen und zieht weiter ihre Bahn in Richtung Osten. |
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1. Was passiert mit dem
Nordpolarmeer im Winter? 2. Wie nennt man das, wenn sich das Eis wegen der Stürme übereinander schiebt? 3. Wie heißt die größte Insel der Erde? 4. Welche Küstenform herrscht auf Grönland vor? 5. Was bedeutet es, wenn man sagt, die Gletscher "kalben"? 6. Für wen sind die Eisberge eine Gefahr? 7. Woher kommt der Golfstrom und was transportiert er? 8. Was bedeutet "vegetationslos"? 9. Was wächst in der Tundra? |
Die
Arktis, das Nordpolargebiet und Grönland Der Raum um den Nordpol wird vom Meeresbecken des bis zu mehr als 5000 m tiefen Nordpolarmeeres, von zahllosen Inseln und den nördlichen Teilen der Kontinente Amerika, Europa und Asien eingenommen. Mit einer Fläche von über 21 Mio. km² ist die Arktis doppelt so groß wie Europa, wobei zwei Drittel Meer sind. Im Winter ist das Nordpolarmeer fast vollständig von einer 2 bis 3 m dicken Eisschicht bedeckt. Bei den häufigen Stürmen schiebt sich das Meereis zu Packeis zusammen, das sich bis zu 25 m Höhe auftürmen kann. So entstehen an der Meeresoberfläche ständig wechselnde wirre Eisfelder, von deren Rändern sich gefährliches Treibeis ablösen kann. Grönland Die arktische Insel Grönland ist die größte Insel der Erde. Sie ist im Inneren von einer über 3000 m mächtigen Decke Inlandeis bedeckt. Der bis zu 150 km breite eisfreie Küstensaum hat hohe Randgebirge, aber auch tiefer gelegene Teile. Da diese Gebiete früher von Eis bedeckt waren, findet man dort den typischen Formenschatz von vom Eis überformten Abtragungsgebieten: kastenförmige Täler und Fjorde, Seen- und Moränenlandschaften und als vorherrschende Küstenform die Schärenküste. Von den großen ins Meer reichenden Gletschern Grönlands brechen vor allem an der Westküste riesige Eisberge ab. Die Gletscher „kalben“. Durch Meeresströmungen, insbesondere den kalten Labradorstrom, driften die Eisberge an der nordamerikanischen Küste z. T. weit nach Süden. Dort stellen sie dann eine erhebliche Gefahr für die Schifffahrt dar. Das Gebiet östlich von Grönland, etwa zwischen Island und der skandinavischen Küste, wird dagegen vom Golfstrom beeinflusst. Der transportiert warme, aus subtropischen Gebieten Amerikas stammende Wassermassen bis in das Meeresgebiet zwischen Spitzbergen und Nowaja Semlja. Deshalb ist dort auch wenigstens im Sommer das Nordpolarmeer eisfrei. Auch die übrigen Nordpolargebiete sind vom ganzjährigen kalten Klima geprägt. Rings um das Nordpolarmeer liegen Dauerfrostgebiete mit nahezu vegetationslosen Felsschuttflächen. Im Norden von Alaska, Kanada, Skandinavien und Russland schließen sich südwärts die baumlosen Tundren an. Neben Flechten und Moosen finden in den Tundren nur niedrige Kriechweiden, Krüppelbirken, Wacholderbüsche und Rhododendren ein karges Auskommen. (wellermanns) |
| 1. Wieso ist die
Arktis so wichtig für uns Menschen? 2. Welche Rohstoffvorkommen gibt es in der Arktis, welche werden bisher kaum genutzt und welche werden genutzt? 3. In welchen Gebieten werden Erdöl und –gas in großem Maßstab gefördert? 4. Was passierte 1989? 5. Was passiert mit den Tieren der Arktis? 6. Wie wird die Vernichtung der Tiere verhindert bzw. verringert? (Fragen: Linda Karges) |
Nutzung und Gefährdung der Arktis So unwirtlich die Polargebiete auch sein mögen, von großer Bedeutung sind sie für die Existenz der menschlichen Gesellschaft: Erstens sind die Polargebiete durch ihre extrem niedrigen Temperaturen und den dadurch hervorgerufenen globalen Austausch von Luftmassen und Meerwasser (Meeresströmungen) ein Motor klimatischer Prozesse. So hängen die klimatischen Verhältnisse in Europa bzw. die Entwicklung des Wetters sehr wesentlich vom atmosphärischen Zustand in der europäischen Wetterküche Arktis ab. Zweitens gibt es in der Arktis bedeutende Rohstoffvorkommen. Rohstoffe in der Arktis Allerdings werden mit wenigen Ausnahmen, u. a. die Kohlevorkommen auf Spitzbergen, die Kohle- und Erzlagerstätten der Arktis bislang kaum genutzt. Anders ist es mit Erdöl und Erdgas: In Alaska und in Russland werden beide Energieträger im großen Maßstab gefördert. Es gibt zwar internationale Vereinbarungen zur Nutzung der Arktis und zum Umweltschutz, doch sie können ökologische Katastrophen, wie 1989 die Vergiftung weiter Küstengebiete Alaskas durch die Havarie des Supertankers „Exxon Valdez“, nicht verhindern. Drittens birgt das Nordpolarmeer auch „lebende Ressourcen“. Die Palette reicht von verschiedenen Fischarten über Garnelen bis hin zu Robben und Walen. Durch unkontrollierten Fang und Abschuss drohten diese Ressourcen jedoch zu versiegen. Es ist u. a. den massiven Protesten von Naturschützern zu verdanken, dass Fang- und Abschussquoten festgelegt wurden, die zu einer langsamen Erholung der Bestände führen könnten. (wellermanns) |
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1. Wie viele
verschiedenen Blumen gibt es in der Arktis? 2. Was wächst in der Tundra? 3. Wie entwickelt sich das Fell von Sattelrobben? 4. Was bietet das Fell den Sattelrobben? 5. Wieso sind junge Sattelrobben sehr gefährdet? (Fragen:Linda Karges) |
Tiere und
Pflanzen (Fauna und Flora) der Arktis Die Arktis ist nicht etwa eine Eiswüste ohne jegliches Leben im Wasser oder auf dem Land. Im Frühling erwacht eine Pflanzen- und Tierwelt mit eindrucksvoller Üppigkeit. Dabei ist nicht nur die Temperatur der entscheidende Faktor. Feuchtigkeit, Bodenbeschaffenheit und Lichtmenge sind ebenfalls extrem wichtige Aspekte, welche die Lebensbedingungen für Flora und Fauna bestimmen. Viele Tierarten sind an die Bedingungen in der Arktis angepasst. Einige arktische Säugetiere und Vögel verfügen während der kalten Monate über eine zusätzliche Isolierschicht. Mehr als 400 Arten von Blütenpflanzen gedeihen in der Arktis. Die Tundra, die sich weitläufig über Ebenen und Küstenregionen ausdehnt, ist durch Kriechsträucher, Kräuter, und Gräser sowie durch dichte Flechten- und Moosbestände charakterisiert. Ein Sattelrobbenbaby hat in den ersten drei Lebenswochen ein seidiges weißes Fell, das später dichter und dunkler wird. Das weiße Fell ist ein guter Schutz gegen Feinde wie Polarfuchs, Eisbär und räuberische Vögel. Zudem weisen die unpigmentierten Haare eine besonders gute Isolationswirkung auf. Junge Sattelrobben sind das vorrangige Ziel von Robbenjägern. Zu den Säugetieren der Arktis zählen Eisbären, Polarfüchse, Wölfe, Vielfraße, Walrosse, Seehunde, Rentiere sowie die zur selben Spezies gehörenden amerikanischen Karibus, Moschusochsen, Lemminge, Schneehasen und mehrere Arten von Walen. Die Arktis bietet Lebensraum für eine artenreiche Vogelwelt. Lummen, Papageitaucher und Krabbentaucher nisten zu Tausenden entlang der Felsküsten. Kolkraben, Schneeammern, Strandläufer, Schnee-Eulen und Schneehühner leben auch in den entlegensten Gebieten des Nordens, ebenso verschiedene Möwen- und Raubmöwenarten. Weitere typische Arktisvögel sind Eiderenten, Seetaucher und Sturmvögel. Insekten wie Bienen, Wespen, Fliegen, Schmetterlinge, Käfer und Heuschrecken treten in allen vegetationsbedeckten Teilen der Arktis auf. Die Meerestiere der Arktis sind besser an Temperaturschwankungen des Wassers angepasst als die Tiere der antarktischen Region. Die küstennahen Gewässer sind relativ fischreich, vor allem an Kabeljaus, Heilbutts und anderen Plattfischen sowie Lachsen. In arktischen Gewässern gibt es einen großen Artenreichtum an Wirbellosen wie Krebstieren. (wellermanns) |
| 1. Wo verbringen
Buckelwale den Sommer? 2. Wohin ziehen sie sich im Winter zurück? 3. Wie schwer können Buckelwale werden? 4. Wie alt können Buckelwale werden? 5. Was fressen die Buckelwale? 6. Wo wohnen sie und wo ist ihre "Kinderkrippe"? 7. Ist der Buckelwal ein Einzelgänger? 8. Warum wurden Buckelwale früher gejagt und was wurde aus ihnen hergestellt? 9. Überlege, warum das Jagen heute verboten ist (Geburtenrate <-> Jäger)! (Fragen: Jan Abratis) |
Buckelwale Nordpazifische Buckelwale verbringen den Sommer an den Küsten zwischen den Aleuten und der Baja California. Im Winter dagegen ziehen sie zu den Küsten Hawaiis, wo sie sich paaren, ihre Kälber gebären, säugen und aufziehen. Besonders gute Beobachtungsmöglichkeiten gibt es vor Maui, vor allem in dem Kanal zwischen Maui und Lanai. Den Menschen gegenüber zeigt der Buckelwal keine Scheu. Das Männchen wird 11-17,5 m lang, das Weibchen sogar bis 19 m. Buckelwale haben einen schwarzen Körper mit weißen Flecken am Kinn, am Hals, an den Brustflossen und an der Schwanzflosse (man nennt die Schwanzflosse auch "Fluke"). Buckelwale wiegen bis zu 48 Tonnen. Sie werden meist etwa 30 Jahre alt, selten bis 48 Jahre. Die Tragezeit dauert 11-12 Monate. Die neugeborenen Buckelwale sind schon 4,6 m lang und 1000 kg, sie werden meist im Winter geboren. Das Weibchen kann alle zwei Jahre immer nur ein Junges bekommen. Wie alle Bartenwale fressen die Buckelwale kleine Tiere, z.B. Krill (kleine Krebse), kleine Fische, Tintenfische und Quallen. Buckelwale wandern zweimal im Jahre mehrere tausend Kilometer (sie leben z.B. vor Alaska und ziehen jedes Jahr nach Hawaii, um dort ihre Jungen zu bekommen aufzuziehen). Bevor sie tief tauchen, heben sie meistens die Fluke aus dem Wasser. Sie können 8 km/h schnell schwimmen. Buckelwale leben meistens in kleinen Gruppen von 2 bis 10 Tieren. Der Buckelwal gehört zur Ordnung der Furchenwale, wie alle Furchenwale ist sein Kopf spitz. Er springt häufiger aus dem Wasser als die anderen Bartenwale. Sein "Blas" (das Spritzwasser, wenn der Wal ausatmet) ist fast 3 m hoch. Früher wurden die Wale von Menschen gejagt, um aus ihnen Tran (Fett) und Fleisch zu gewinnen. Heute ist die Jagd auf Buckelwale strengstens verboten. Quelle: http://www.kinder-tierlexikon.de/ |
| 1. Was verwenden
die Eskimos zum Bau ihrer Iglus? 2. Was verwenden sie als Betten? 3. Im Text wird eine Tranlampe erwähnt. Was ist Tran? (Schau hierzu in dem Text "Buckelwale" nach!) 4. Womit legt der Eskimo weite Strecken zurück? (Fragen: Jan Abratis) |
Wie die Inuit
(Eskimos) früher gelebt haben Die Männer sind sich einig: An dieser Bucht soll das Winterlager entstehen. Es ist Oktober. Das Land im Norden Kanadas liegt schon unter Schnee. Nun wird es Zeit! Sie nehmen lange Messer und schneiden festen Schnee in Blöcke. Das sind die „Bausteine" für die Iglus. Ein kleines „Dorf" entsteht: fünf, sechs Iglus dicht beieinander, für jede Familie ein Iglu. Innen gibt eine Tranlampe etwas Licht und Wärme. Rentierfelle sind die „Betten". Einige hundert Kilometer entfernt leben andere Eskimos. Sie bauen ihre Winterhütten aus Steinen und Torf. Wände und Dach bestehen aus drei Schichten: innen und außen Steine, dazwischen Torf. Zusätzlich schützt der Schnee. Solche Hütten kann man auch im nächsten Winter wieder benutzen. Bald beginnt die Seehundjagd auf dem Eis an der Küste. Der Jäger sucht die Atemlöcher der Seehunde. Er stellt sich daneben und wartet, regungslos, oft stundenlang - um dann blitzschnell mit der Harpune zuzustoßen. Auf dem Eis ist es sehr kalt, manchmal - 40° C und windig dazu. Da braucht man besonders warme Kleidung. Die Frauen haben alle Kleidungsstücke aus Fellen genäht: Hemden, Hosen, Schuhe, Anoraks und Handschuhe. Der Winter ist die Zeit der weiten Reisen, z. B. nach fernen Jagdgründen oder auch zu Freunden und Verwandten. Mit dem Hundeschlitten legt ein Eskimo in wenigen Tagen weit über hundert Kilometer zurück. Unterwegs übernachtet er in einem Klein-Iglu, den er in einer Stunde aufbauen kann. Hunde und Schlitten werden auch für die Jagd auf Eisbären gebraucht. |
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1. Was tut der
Jäger, nachdem er den Eisbären gesichtet hat? 2. Welche Aufgabe haben die Hunde? |
Eisbärjagd Als ein Eisbär in Sicht kommt, wird das Gepäck abgeworfen. Das Schlittengespann mit dreizehn Hunden fliegt in rasender Fahrt über das Eis, genau auf den Bären zu. Der Jäger hat sich auf den Schlitten geworfen. Er holt die Zugleinen der drei besten Hunde ein und kappt sie. Der Bär ist jetzt in voller Flucht zur nächsten offenen Wasserrinne. Das Schlittengespann ihm nach. Der Eskimo lässt mehr und mehr Hunde frei. Sie sollen den anderen helfen, die den Bären bereits umrunden und nach ihm schnappen. Der Bär schleudert einige beiseite. Kurz bevor der Jäger seine Beute erreicht, bricht das Tier in der Meute angreifender Hunde zusammen. Auch ein Hund ist tot, andere sind durch Bisse und Prankenhiebe des Bären verletzt. |
| 1. Was verwenden
die Inuit zum Fangen von Fischen? 2. Wie heißen Rentiere in der Eskimosprache? 3. Warum sind Rentiere für die Eskimos besonders wichtig? 4. Warum sind Rentiere für die Inuit so einfach zu Jagen? 5. Die Familien leben jetzt nicht in Iglus, sondern in...? (Fragen: Jan Abratis) |
Das Leben der
Inuit im Sommer Im Sommer ist alles ganz anders. Im Mai, wenn Schnee und Eis tauen, verlassen die Eskimos ihre Winterlager. Sie ziehen an die Flüsse, wo sie Fische jagen; dazu benutzen sie Fischspeere mit Widerhaken. Besonders wichtig für die Jagd sind die Stellen, an denen Karibus (Rentiere) vorbeikommen: Wenn eine Herde auf ihrer großen Wanderung einen Fluss durchschwimmen muss, sind die Jäger den Tieren überlegen, denn mit ihren Kajaks sind sie schneller! Auch Seehunde und Walrosse werden vom Kajak aus gejagt. Die Familien leben jetzt in Zelten, die aus Rentierfellen genäht sind. Frauen und Kinder sammeln Vogeleier, Kräuter, Beeren und Brennmaterial. Aber zum Brennen gibt es nur Sträucher, kein dickes Holz. In der Tundra wachsen keine Bäume. |
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1. 1920 wurde an
der Bucht das erste Haus erbaut. Wovon war der Eskimo damals besonders
beeindruckt? 2.Womit lernten die Inuit schnell umzugehen - und welche Gefahr bedeutete das? 3. Die Regierung schickte ihnen Häuser und Geld. Was entstand im Laufe der Zeit? (Fragen: Jan Abratis) |
Ein Inuit
erzählt - So leben die Inuit heute... Akaluk, der alte Eskimo, lebt jetzt im Hause seines Sohnes in Repulse Bay. Er erzählt gern von der alten Zeit: Als ich ein Junge war, gab es diesen Ort noch gar nicht. 1920 wurde an der Bucht das erste Haus gebaut, das Haus des weißen Händlers. Das hat sich schnell herumgesprochen. Wir kamen und staunten. Zum ersten Mal sah ich ein richtiges Haus! Und dann die Sachen im Laden: Gewehre, Fallen, Schneeschuhe, Laternen, Konserven, Zucker, Mehl. Schöne Sachen! Der Händler wollte Felle dafür haben, die er im Süden weiterverkaufte: Felle von Seehunden, von Polarfüchsen, von Eisbären. Wir haben schnell gelernt, wie man mit Fallen Polarfüchse fängt. Noch schneller haben wir gelernt, mit Gewehren umzugehen. Schießen war mein größtes Vergnügen! Mit Gewehren war es leicht, Rentiere und Eisbären zu jagen. Es war eine gute Zeit. Aber je mehr wir schossen, desto weniger Tiere gab es. Nun hilft uns die Regierung: Sie gibt den Familien Geld für die Kinder. Sie zahlt Geld an uns Alte. Sie hat uns sogar diese Häuser geschickt. Ich habe eines der ersten bekommen. Das war 1955. Seitdem leben wir ständig hier in Repulse Bay. Mehr als hundert Häuser sind es jetzt, dazu die Kirche, die Polizei, die Krankenstation, die neue Schule. Trotzdem! Meine Nachbarn fahren noch jeden Tag zum Fischen hinaus. Und im Sommer ziehen immer wieder ganze Familien für Wochen in die Wildnis, leben in Zelten, jagen. Mein Sohn Alex macht es auch so. Er ist ein guter Jäger geworden. Der Motorschlitten draußen gehört ihm, hat 1 000 Dollar gekostet. Alex bekommt Arbeitslosengeld von der Regierung, wie die meisten Männer. Am liebsten würde er bei der Genossenschaft arbeiten, aber so viel Arbeit gibt es dort nicht. Die Genossenschaft ist eine gute Sache. Für die Felle zahlt sie mehr als der Händler, auch für die Stein- und Elfenbeinfiguren, die hierfür Touristen und Kaufhäuser im Süden geschnitzt werden." |
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1. Welcher alte
Kontinent befindet sich unter der Eismasse? 2. Wie dick ist die Eismasse, die sich auf der Landmasse befindet? 3. Die großen und schweren Eismassen haben sich auf den Kontinent ausgewirkt. Was ist geschehen? 4. Im Inlandeis Antarktikas sind gigantische Süßwassermengen gebunden. Wie viel Prozent (%) der Weltbestände sind dort gebunden? 5. Welcher ist der höchste Berg des Kontinents? 6. Die Antarktis ist die lebensfeindlichste Großregion der Erde. Warum? Nenne ein paar Beispiele. 7. Das Leben auf und in den Antarktischen Meeren ist sehr vielfältig. Was leben dort für Tiere? (Fragen: Jan Abratis) |
Antarktis Die Antarktis umfasst die Land- und Meeresgebiete um den Südpol. Mit einer Fläche von mehr als 21 Mio. km² besitzt das Südpolargebiet etwa die gleiche Größe wie das Nordpolargebiet und die doppelte Größe von Europa. Während aber um den Nordpol das eisbedeckte Nordpolarmeer liegt, befindet sich der Südpol im Zentrum der großen Landmasse Antarktika. Der 7. Kontinent ist mit knapp 14 Mio. km² fast doppelt so groß wie Australien. Vor rund 200 Mio. Jahren war er mit Südamerika, Afrika, Vorderindien und Australien Teil des Urkontinents Pangäa. Pangäa war, wie Fossilienfunde beweisen, von dichten Farnwäldern überzogen und von hirschgroßen Sauriern bewohnt. Die Vereisung des Kontinents setzte also erst nach seiner Trennung vom Urkontinent ein. Heute ist Antarktika von einem im Mittel etwa 2000 m, stellenweise aber auch über 4000 m mächtigen Inlandeis-Panzer bedeckt. Unter dieser gewaltigen Eislast hat sich die Gesteinsoberfläche gesenkt und liegt zum Teil mehrere hundert Meter unter dem Meeresspiegel. Nur die höchsten Gipfel des Kontinents sind eisfrei und ragen über das Inlandeis hinaus. Das Inlandeis „fließt“ mit einer Geschwindigkeit von wenigen Metern bis zu 2 km pro Jahr auf die Küsten zu. Die an den Küsten Antarktikas aufragenden hohen Gebirge zwingen das Eis, als Gletscher zwischen ihnen abzufließen. Die Gletscher schieben sich als Zungengletscher z. T. viele Kilometer ins Meer hinein, oder sie vereinigen sich zu riesigen bis zu 700 m mächtigen Eistafeln, dem Schelfeis. Wenn das Schelfeis bzw. die Gletscher unter der Wirkung von Eisnachschub, Auftrieb im Wasser und Gezeiten abbrechen, „kalben“ sie riesige tafelförmige Eisberge. So treiben nicht selten Eisberge von der Größe Thüringens in die Weiten der angrenzenden Ozeane. Im Inlandeis Antarktikas sind etwa 80 % der Süßwasservorräte der Erde gebunden. Würden die Eismassen abschmelzen, wäre das mit einem Ansteigen des Meeresspiegels um ca. 70 m verbunden. Mt. Vinson (5140 m), ist der höchste Berg des Kontinents. In der Antarktis herrscht ein extremes Polarklima. Kurzen, kühlen Sommern folgen eisige, lange Winter. Im September 1983 wurden mit minus 89,2 °C die tiefsten Temperaturen auf der Erde gemessen. Dazu kommt eine extreme Trockenheit. Die geringen Niederschlagsmengen sind mit denen in der Sahara vergleichbar. Blitzartiger Wetterwechsel, knackende Kälte und tobende Orkane mit Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h machen jeden längeren Aufenthalt im Freien zum Risiko und zur Qual. Die Antarktis ist deshalb die lebensfeindlichste Großregion der Erde. Auf den wenigen eisfreien Stellen an der Küste und in den Gebirgen gedeihen nur Flechten, Moose und Algen. Im Gegensatz zur antarktischen Kältewüste auf dem Land ist das Leben auf und in den antarktischen Meeren sehr viel reichhaltiger. Hier leben Algen, Tange, viele Fischarten und riesige Massen als Krill bezeichneter Kleinkrebse, die die Hauptnahrungsquelle der großen Bartenwale (z. B. Blau- und Buckelwal) sind, aber auch Robben und Pinguine, die Charaktervögel der Antarktis. (wellermanns) |
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1. Was mussten die Leute,
die zum Pol wollten, erst lernen, um erfolgreich sein zu können? 2. Wer erreichte als erster den Nordpol? 3. Welche beiden Männer wollten zuerst am Südpol sein? |
Wettlauf zum Südpol Um 1900 war es noch keinem Menschen gelungen, zum Nordpol oder zum Südpol vorzudringen. Mehrere Expeditionen waren gescheitert. Erst als die Forscher von den Eskimos lernten, mit Hundeschlitten zu fahren, kam der Erfolg. Der Amerikaner Peary erreichte im April 1909 als erster den Nordpol. Er war dem Norweger Amundsen zuvorgekommen. Kurz entschlossen änderte Amundsen seinen Plan und wählte als neues Ziel den Südpol. Zur gleichen Zeit wollte auch der Engländer Scott dorthin. Die Eroberung des Südpols wurde zu einem Wettrennen der beiden Expeditionen: Scott gegen Amundsen. Beide hatten sich lange und gewissenhaft vorbereitet. Amundsen wollte das Ziel mit Hundeschlitten erreichen; Scott versuchte es mit Ponyschlitten und zu Fuß. |
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1. Was mussten die Männer
machen, als ihre Ponys nicht mehr konnten? 2. An welchem Tag erreichen die Männer den Südpol? 3. Was mussten sie dort feststellen? 4.Wer hatte wann vor ihnen schon den Südpol zum ersten Mal erreicht? 5. Welcher der Männer starb zuerst auf dem Rückweg? 6. Schließlich sind alle ums Leben gekommen. Woher wissen wir trotzdem alles über diese Expedition? |
Scotts
Tagebuch Teil 1 Bis zum McMurdo-Sund waren Scott und seine Männer mit dem Schiff gefahren. Dort hatten sie ein Lager aufgebaut. Am 1. November 1911 begann der große Marsch. Die Ponys waren bald am Ende ihrer Kräfte. Die Männer mussten sich selbst vor den großen Schlitten spannen. Zu Fuß zogen sie weiter. 1400 km bis zum Pol! 15. Januar 1912: „Nur noch 43 km bis zum Pol. Wir müssen es schaffen - koste es, was es wolle." 16. Januar: „Wir brachen in gehobener Stimmung auf, denn wir hatten das sichere Gefühl, morgen unser Ziel zu erreichen. Etwa nach der zweiten Marschstunde entdeckten Bowers' scharfe Augen etwas, das er für eine Wegmarkierung hielt. Wir hasteten weiter und entdeckten, dass es eine schwarze, an einem Schlittenrest befestigte Flagge war. In der Nähe ein verlassener Lagerplatz." Die Nacht verbrachten die Männer ohne Schlaf. Sie waren zu aufgeregt. Am nächsten Tag erreichten sie den Pol. 17. Januar: „Ein grauenvoller Tag liegt hinter uns. Einmal die Enttäuschung und dann der Wind, der uns mit Stärke 4 bis 5 bei 30 Grad Kälte entgegenblies. Die Luft ist voll von jener seltsamen Feuchtigkeit, die innerhalb kurzer Zeit das Mark in den Knochen erstarren lässt. Sonst ist hier nichts zu sehen. Nichts, was sich von der schauerlichen Eintönigkeit der letzten Tage unterschiede. Großer Gott! Und an diesen entsetzlichen Ort haben wir uns mühsam hergeschleppt und erhalten nun als Lohn nicht einmal das Bewusstsein, die ersten gewesen zu sein." Teil 2 Amundsen hatte schon am 14. Dezember 1911 den Südpol erreicht. Er hatte die norwegische Flagge an einem Zelt hinterlassen. Maßlos enttäuscht traten Scott und seine Männer den langen Rückweg an. 17. Februar: „Ein grauenvoller Tag! Evans spannte sich vor den Schlitten, verlor jedoch nach einer halben Stunde den Halt auf den Schneeschuhen und musste ausgeschirrt werden. Er bat Bowers um ein Stück Bindfaden und blieb zurück. Als Evans nicht kam, packte uns die Angst, und wir liefen zurück. Ich war entsetzt über sein Aussehen. Um halb ein Uhr nachts ist er gestorben." Einen Monat später starb auch Oats. Die letzten drei Männer, Scott, Bowers und Dr. Wilson, gerieten Ende März in einen tagelangen Schneesturm. Sie kamen nicht weiter. 29. März 1912: „Am 20. hatten wir Brennstoff, um zwei Schalen Tee pro Mann zuzubereiten und Essen für noch zwei Tage. Ich glaube nicht, dass wir jetzt noch auf Besserung hoffen können. Wir werden schnell schwächer, und der Tod kann nicht mehr fern sein." Acht Monate später wurden die Toten in ihrem Zelt gefunden. |
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1.Früher hat sich niemand
für die Antarktis interessiert. Warum ist das heute anders? 2. Wie viele Forschungsstationen von verschiedenen Staaten gibt es dort heut? 3. Wer sucht nach Bodenschätzen? 4. Wie kann man etwas über die Vergangenheit der Antarktis erfahren? |
Forschungsstationen im Eis Der sechste Kontinent ist größer als Europa - und er gehört niemandem! Lange Zeit bestand kein Interesse an der Antarktis. Wertvoll waren höchstens die Wale, die in den Küstengewässern gejagt wurden. Sonst gab es nichts, nur Pinguine, Robben und Möwen, nur Wasser und Kälte, Eisberge und Gletscher. Diese Meinung hat sich geändert. Heute hält man die Antarktis für einen reichen Erdteil. Man denkt an Kohle und Erze, an Erdöl und Erdgas, an Fische ... Mehrere hundert Forscher leben und arbeiten heute auf der Antarktis. Sie sollen die Antarktis und ihre „Schätze" genau untersuchen. Es gibt über 30 Forschungsstationen. Diese Forschungsstationen sind von verschiedenen Staaten dort eingerichtet worden. Viele Wissenschaftler leben nur im „Sommer" auf der Antarktis. Einige müssen aber auch im Winter ausharren. Sie sind dann in ihren Stationen von der Außenwelt abgeschnitten. Kein Schiff, kein Flugzeug kommt im Winter, keine Post. Nur der Funkverkehr verbindet sie mit der Heimat. Draußen sinken die Temperaturen manchmal tiefer als -80° C. Es ist dunkel, es stürmt. Am schlimmsten ist die Einsamkeit. Was tun die Forscher? |
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1. Welches ist die
wichtigste Frage, der in diesem Text nachgegangen wird? 2. Warum kann man Krill nicht in beliebiger Menge essen? 3. Warum kann man Krill nur von Dezember bis Februar fischen? |
Nahrung aus dem Südpolarmeer In vielen Ländern der Erde sind Nahrungsmittel knapp. Menschen hungern, verhungern! Wissenschaftler überlegen daher, ob nicht auch die Ozeane mehr als bisher für die Ernährung der Menschheit genutzt werden können. Bisher arbeiten unsere Hochseefischer hauptsächlich in der Nordsee und im Nordatlantik. Sie fangen Schellfisch, Kabeljau, Rotbarsch und Seelachs. Die Fangmengen dürfen nicht vergrößert werden, weil sonst nicht genügend Fische nachwachsen. Durch Überfischen sind schon heute einige Arten, z. B. die Heringe, selten geworden. Fisch wird knapp - überall auf der Welt! Können die Ozeane trotzdem mehr Nahrung liefern? Andere nutzbare Meerestiere müssen gefunden werden. Neue Fangtechniken und neue Verarbeitungsmethoden müssen erprobt werden. Ist Krill eine Lösung? Anfang dieses Jahrhunderts begannen norwegische Walfänger, im Südpolarmeer Wale zu jagen. Aus den Mägen der erlegten Tiere quollen viele Zentner kleiner Krebse - ähnlich unseren Nordseegarnelen („Krabben"). Die Norweger nannten diese wimmelnden Massen „Kryla". Wir sagen „Krill". Seitdem die Wale fast ausgerottet sind, hat sich der Krill stark vermehrt. Riesige, dichte Schwärme bevölkern die antarktischen Gewässer. Eignet sich Krill für die menschliche Ernährung? Im Oktober 1977 verließen zwei Schiffe den Hamburger Hafen: das Fischereiforschungsschiff WALTHER HERWIG und das Fangfabrikschiff JULIUS FOCK. Die Besatzungen sollten in der Antarktis Krill fangen und untersuchen. Und sie sollten untersuchen, wo der Krill in besonders großen Mengen vorkommt. Ein halbes Jahr später waren die Schiffe zurück in Hamburg. Sie hatten tiefgekühlten Krill an Bord. Mit Hilfe von Maschinen wurde das Fleisch der Krebse aus den Schalen gepresst. Die Köche gingen an die Arbeit und versuchten, aus dem Krillfleisch wohlschmeckende Speisen zu bereiten. Eines Tages erhielten Hamburger Zeitungsreporter die Einladung zu einem Krill-Essen: „Krill-Suppe, Krill-Frikadellen und Krill-Wurst gefällig?" Die Reporter staunten, und einige von ihnen haben die neuen Speisen mit dem ungewohnten Geschmack gelobt. Als Grundnahrungsmittel - etwa für hungernde Menschen in Asien oder Afrika - ist Krill noch nicht geeignet: Wer regelmäßig viel Krill verzehrt, muss eine Erkrankung der Lunge und des Gehirns befürchten. Im Krill steckt nämlich auch ein schädlicher Stoff (Fluor), den man bisher nicht herauslösen konnte. Sobald das möglich ist, können jährlich 60 bis 70 Millionen Tonnen Krill gefangen werden. Der Fischereiertrag der Welt würde sich dadurch verdoppeln! Nur drei Monate kann man allerdings im Südpolarmeer fischen (Dezember bis Februar). In den übrigen Monaten ist Winter, und das Eis versperrt den Weg. |
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1. Was würde eine
Sturmflut machen, wenn es keine Deiche an der Nordsee gäbe? 2. Warum sind Deiche wichtig? 3. Was haben die Menschen gemacht, bevor sie Deiche bauten? 4. Wie kommt das Wasser wieder ins Meer? 5. Wie heißen die Tore, aus den das Wasser aus der Marsch herausfließt? 6. Welche Funktion haben Heute die Pumpen? Erläutere diese. 7. Warum sind die Böschungen der Deiche zum Meer hin ganz flach? (Katharina Hammer, gw) |
Am Meer Wurten und Deiche Wer an der Nordseeküste das Meer sehen will, muss erst einmal auf den Deich steigen. Von den Niederlanden bis Dänemark sichern starke Seedeiche das Land. Weniger hoch sind die Flussdeiche, die an beiden Seiten der Flüsse gebaut worden sind. Die meisten Deiche wären bei normaler Flut gar nicht nötig. Wenn aber der Sturm das Meerwasser gegen die Küste drängt, wenn die Flut viel höher als gewöhnlich aufläuft, dann ist Gefahr. Die Sturmflut würde das ganze niedrig gelegene Land der Marsch überschwemmen - wenn es keine Deiche gäbe. Vor rund tausend Jahren begannen die Menschen, Deiche zu bauen. Vorher hatten sie sich und ihr Vieh auf andere Weise vor Sturmfluten geschützt. Sie hatten Hügel aufgeworfen, die Wurten, und hatten darauf ihre Häuser gebaut. Man kann die Wurten noch heute in der Marsch erkennen. Wo man Deiche baut, muss man auch die Möglichkeiten schaffen, dass das Wasser aus der Marsch ins Meer abfließen kann. In der Marsch ist ein dichtes Netz von Gräben angelegt, in denen sich das Wasser ansammelt. Wenn draußen vor dem Deich Niedrigwasser ist, dann sind die Sieltore offen, und das Wasser aus der Marsch fließt hinaus. Was geschieht wohl mit den Flügeln der Sieltore, wenn die Flut kommt? Sie werden dann natürlich wieder geschlossen. Die Siele hat man heute an vielen Stellen durch Pumpwerke ersetzt. Bei niedrigem Wasserstand arbeiten sie nicht. Dann fließt das Wasser nach außen ab - wie bei einem Siel. Wenn sich außen das Wasser aber wegen Sturmflut staut, werden die Pumpen eingeschaltet, damit es in der Marsch „keine nassen Füße" gibt. Die Außenböschungen der Deiche baut man sehr flach, damit sich bei Sturmflut die Wellen totlaufen können. Seit den letzten großen Sturmfluten hat man die meisten Deiche auch innen sehr verbreitert und abgeflacht, damit überschwappende Wellen keine Löcher reißen. |
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1.Was sind Halligen? 2. Was müssen die Halligbewohner beachten? 3. Ackerbau ist auf den Halligen nicht möglich - warum? 4. Welche Tiere werden dort gehalten? 5. Wie werden Halligen jetzt nach der Sturmflut im Jahr 1965 geschützt? (Katharina Hammer, gw) |
Halligen Halligen sind Reste eines Marschlandes, das von Sturmfluten in früheren Jahrhunderten zerrissen wurde. Die meisten Halligen haben keine Deiche. So ähnlich haben auch die übrigen Marschgebiete ausgesehen, als es dort noch keine Deiche gab. Die Wurten auf der Hallig sind so hoch aufgeschüttet, dass sie bei normalen Sturmfluten nicht überschwemmt werden. „Landunter" ist also für die Halligbewohner normalerweise nicht gefährlich. Nur muss das Vieh rechtzeitig von den Halligweiden auf die Wurten getrieben werden. Halligbauern müssen anders wirtschaften als Bauern auf dem Festland. Äcker würden durch das Salzwasser verdorben. Man hält Schafe und Rinder. Manche Bauern nehmen den Sommer über auch noch fremdes Vieh vom Festland zum Fettgräsen auf ihre Weiden. Auch der Hausbau richtet sich nach den besonderen Bedingungen der Inseln. Alle alten Hallighäuser wurden so gebaut, dass der Dachstuhl von vier starken Eichenständern getragen wurde, die selbst dann noch stehen blieben, wenn bei einer besonders hohen Sturmflut die Mauern weggerissen wurden. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Halligen kleiner. Das Meer nagte unaufhörlich an ihren Rändern. Damit wurde die Gefahr für die Küste immer größer, denn Halligen sind natürliche „Wellenbrecher". Sie schützen die Küste gegen Weststürme. Seit der großen Sturmflut von 1965 werden deshalb die Halligen viel besser verteidigt: Man erhöhte die Wurten, baute neue sturmflutsichere Häuser, befestigte die Halligkanten. Zugleich half man den Menschen, die auf den Halligen wohnen: Man baute Schiffsanlegestellen, legte feste Fahrwege an, versorgte die Häuser mit elektrischem Strom, legte Trinkwasserleitungen vom Festland herüber, baute Fremdenzimmer für Sommergäste in die neuen Häuser. |
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1. Wie entsteht und
wächst das Watt? 2. Wie entsteht und wie nennt man ein Neuland (Landgewinnung)? 3. Was ist heute wichtiger als die Neugewinnung von landwirtschaftlicher Fläche? 4. Warum werden Deiche durch das Wattenmeer gebaut? (Katharina Hammer, gw) |
Neues
Land aus dem Meer - Küstenschutz Vor dem Seedeich liegt das Deichvorland. Davor beginnt das Watt. Bei Ebbe fällt das Watt trocken. Dann werden die tiefen Rinnen (Priele) sichtbar, durch die das Wasser in die offene See hinausströmt. Dazwischen tauchen die fast ebenen Platen aus Sand oder Schlick auf. Jede Flut trägt viel Schlick mit sich. Wie trübe Wolken schweben die feinen Tonteilchen im Wasser und färben es grau. Überall, wo das Wasser zur Ruhe kommt, sinkt der Schlick zu Boden. An ruhigen Stellen, in Buchten und hinter Inseln, wächst das Watt Jahr für Jahr 3 bis 4 cm in die Höhe. Bei Landgewinnungsarbeiten werden häufig weit draußen am offenen Wasser „Grüppen" (Gräben) ausgehoben. Der Schlick wird auf die „Beete" dazwischen geworfen - jedes Jahr von neuem. So wächst das Land langsam in die Höhe. Es siedeln sich Pflanzen an, das Land wird grün. Bald kann das Vieh darauf weiden. Wenn das neue Grünland hoch genug geworden ist, kann ein Deich davor gebaut werden. Das eingedeichte Neuland nennt man Koog, Groden oder Polder. Heute ist ein sicherer Schutz der Küste wichtiger geworden als die Gewinnung von neuem Ackerland. Man baut Deiche durch das Wattenmeer, auch wenn das Land dahinter für landwirtschaftliche Nutzung nicht hoch genug ist. Hauptsache: der neue, gerade, starke Deich ist ein guter Küstenschutz. Ein großer Teil der Meldorfer Bucht ist zum Beispiel durch einen solchen Deich abgeriegelt worden. |
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1. Warum haben die
Niederländer das Deltaprojekt durchgeführt? 2. Was gibt es IJsselmeer nicht mehr - und warum? |
Küstenschutz und
Neulandgewinnung in den Niederlanden - Das
Deltaprojekt Am 1. Februar 1953 brach eine verheerende Sturmflut über das Mündungsdelta von Rhein (Waal) und Maas herein. 1800 Menschen ertranken, 72 000 mussten vorübergehend ausgesiedelt werden. 160 000 ha Land wurden überflutet. Noch 1953 fassten die Niederländer den Entschluss, das Delta durch starke Dämme vom Meer abzutrennen. Sie wollten sich vor künftigen Überschwemmungen schützen. Durch dieses Deltaprojekt sollte gleichzeitig die Küstenlinie von 800 km auf 80 km verkürzt werden. Die Niederländer haben seit Jahrhunderten Erfahrungen im Bau von Deichen und Dämmen. Aber für die Abriegelung der tiefen Flussmündungen mussten die Wasserbauer ganz neue Methoden erfinden. Sie mussten die starken Gezeitenströme überlisten. Die meisten Abschlussdämme wurden mit Hilfe riesiger Senkkästen gebaut. Jeder Senkkasten ist so groß wie ein Wohnblock mit sieben Stockwerken! Durch ihre Öffnungen kann das Wasser ungehindert ein- und ausströmen. Erst wenn die ganze Reihe der Senkkästen steht, werden die riesigen Stahlplatten in dem einen kurzen Moment heruntergelassen, wenn sich der Gezeitenstrom umkehrt. Dann werden die Senkkästen mit Steinen, Kies und Sand gefüllt. Darüber wird der Damm aufgeschüttet. Landgewinnung in der Zuiderzee Ein zweites Projekt begann schon viel früher. In den Jahren 1927-1932 haben die Niederländer die ehemalige Zuiderzee mit einem 32 km langen Damm von der Nordsee abgeschlossen. Den neuen See nannten sie IJsselmeer. Im IJsselmeer gibt es keine Gezeiten und keine Sturmfluten mehr. |
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1. Was kann man auf einer
Nordseeinsel im Urlaub alles machen? Zähle drei Dinge auf! 2. Warum arbeiten viele in ihren alten Berufen (Fischerei, Schifffahrt) nicht mehr? 3. Worauf muss man bei Wattwanderungen achten? |
Badeferien auf
einer Nordseeinsel Das alles gibt es auf einer Nordseeinsel: Sonnentage im heißen Sand, Barfußlaufen im weichen Schlick, Baden in der Brandung, neu ankommende Gäste im Hafen, Nebel aus feuchten Wiesen, Strandwanderungen bei steifem Seewind, Muscheln am Strand, Dünen und Strandhafer, Baden im Meer, bunte Fähnchen am Möwengeschrei, Muschelbänke an den Prielen, Strandpromenade vor den Hotels, Sandburgen und Strandkörbe, Einkauf im Ort, Züge am Bahnhof ... Ferientage auf einer Nordseeinsel gehen viel zu schnell vorbei. Immer mehr Feriengäste kommen auf die Nordseeinseln. Die Inselbewohner haben sich darauf eingestellt. Für die Urlauber müssen genügend Zimmer und Betten vorhanden sein. Die Gäste wollen gut essen können, wollen einkaufen, wollen ihre Post und ihre gewohnten Zeitungen bekommen. Die Inselbewohner haben viel Arbeit, besonders im Sommer. Dann ist Hochsaison. Ihre alten Berufe in Fischerei und Schifffahrt haben sie längst aufgegeben. Die meisten arbeiten jetzt für den Fremdenverkehr. Es muss auch für die Sicherheit der Badegäste gesorgt werden. Bei Ebbe ist das Baden verboten. Badezeit ist nur, wenn die Badeflaggen am Strand aufgezogen sind: immer die letzten zwei Stunden vor Hochwasser. Auch die Wattwanderer müssen auf die Zeit achten: Wenn die Flut einsetzt, steigt das Wasser in den Prielen schnell an und kann den Rückweg versperren. Deshalb veranstalten die Kurverwaltungen sichere Wattwanderungen. |
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1. Nenne die vier
wichtigsten Fischereihäfen an der deutschen Nordseeküste! 2. Wo will die KÖLN Fische fangen? 3. Was wird heute eingesetzt, um Fischschwärme zu entdecken? 4. Was passiert mit den gefangenen Fischen gleich an Bord des Schiffes? |
Fischfang auf hoher See Täglich laufen in den großen Fischereihäfen Bremerhaven und Cuxhaven, Hamburg und Kiel die Fangschiffe der deutschen Fischereiflotte ein. Sie landen Frischfische an. Die meisten sind Heckfänger wie die KÖLN. 23 Männer sind an Bord. Mit 14 Knoten (etwa 26 km/h) stampft das Schiff durch die Nordsee. Die Reederei hat über Funk das Fanggebiet angegeben: Ostküste Grönlands. Früher waren die Fischer bei der Suche nach Fischschwärmen allein auf ihre Erfahrung und auf die Beobachtung von Vogelschwärmen oder Delphinen angewiesen. Heute wird den Kapitänen von ihren Reedereien das genaue Fanggebiet durch Funkspruch mitgeteilt. Beim Fang werden Echolote benutzt, die nicht nur die Wassertiefe angeben, sondern auch Fischschwärme vor und unter dem Schiff anzeigen. Der Kapitän kann durch schnellere oder langsamere Fahrt die Höhe des Netzes regulieren. Beim Aussetzen des Netzes werden Scherbretter in die Kurrleinen (Schleppleinen) eingesetzt. Sie halten während der Schleppfahrt das Netz weit geöffnet. Nach mehreren Stunden Schleppfang wird das Netz mit einer Motorwinde über die Heckschleppe wieder an Bord geholt. Der Steert wird angehoben, ein Knoten an seinem Ende gelöst, und der Fang rutscht auf das Deck. Durch eine Luke gleiten die Fische in die Verarbeitungsräume unter Deck. Die Arbeit an Bord ist schwer und gefährlich. Wie oft geschieht es, dass ein Finger, eine Hand oder ein Bein von einer Stahltrosse oder einem Scherbrett zerschlagen wird! Das Fischereischutzboot mit dem Arzt ist oft weit entfernt. Wenn im Sturm kein Hubschrauber landen und den Arzt an Bord bringen kann, muss der Kapitän notfalls selber „doktern". Unter Deck werden die Fische sortiert, geschlachtet und in Eis verpackt. Während dieser Arbeit wird oben schon der nächste Fang eingeholt. Solange der Fischdampfer auf Fangfahrt ist, kommen die Männer wenig zur Ruhe. Aber je größer die Fänge, um so höher ist auch der Anteil, den sie am Ende der Fahrt ausbezahlt bekommen. Die Reederei der KÖLN hat eine ganze Fischfangflotte im Dienst. Dazu gehört auch das Fangfabrikschiff BONN, das länger unterwegs bleiben kann. Schiffe dieses Typs sind mit Tiefkühlanlagen ausgerüstet. Die Fische werden gleich geschlachtet, zu Filet verarbeitet und tiefgefroren. Die Abfälle werden getrocknet, zermahlen und in Säcke abgefüllt. Dieses Fischmehl ist ein wertvolles Viehfutter. |
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1. Was führte zu immer
größeren Fischfängen? 2. Wie versuchen sich Länder bei den zurückgehenden Fischbeständen zu schützen? 3. Wo werden vielleicht bald deutsche Fangschiffe unterwegs sein? |
Überfischung - was ist das denn? In den Fischgründen der Weltmeere treffen sich Fischdampfer und Fabrikschiffe vieler Nationen. Die Entwicklung neuer Schleppnetze, neuer Suchgeräte und neuer Verarbeitungsmethoden führte in den letzten Jahren zu immer größeren Fängen. Besonders der nördliche Atlantik mit seinen Randmeeren wurde rücksichtslos ausgebeutet. Manche Fischarten wurden schon nahezu ausgerottet. Selbst Heringe sind selten geworden. Es ist daher verständlich, wenn viele Menschen auf Schiffen und in Fischfabriken um ihre Arbeitsplätze bangen. Die Überfischung ist der Grund dafür, dass eine wachsende Zahl von Ländern Schutzzonen vor ihren Küsten errichtet. Ein besonders anschauliches Beispiel bietet Island: Wegen der nördlichen Lage und der ungünstigen natürlichen Bedingungen dieser Insel, leben die Menschen dort hauptsächlich vom Fischfang. Weil immer mehr Fischdampfer kamen und vor Island fischten, ging die Fangmenge ständig zurück. Deshalb erweiterte Island im Jahre 1958 seine Schutzzone von drei auf zwölf Seemeilen (1 sm = 1,852 km) und 1972 auf 50 Seemeilen. Inzwischen haben die Bundesrepublik Deutschland und andere Länder die 200-Seemeilen-Zone rings um Island anerkannt. Andere Länder wollen jetzt dem isländischen Beispiel folgen und ihre Fischereizonen ebenfalls auf 200 sm erweitern. Die deutschen und die britischen Fischer werden besonders hart getroffen. Sie müssen sich nach neuen, weiter entfernten Fanggründen umsehen. Bald werden wohl die Gewässer der Antarktis ein Ziel für deutsche Fangschiffe sein. |
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1. Der höchste Berg der
Erde? 2. Wie heißt das Gebirge, das mehr als 10 Berge über 8000 m Höhe hat? 3. Welche beiden Menschen haben den Mount Everest als erste bestiegen? 4. Worum machen sie sich am meisten Sorgen ei ihrem Aufstieg? |
In den Bergen Zu den Gipfeln der Erde Der Himalaja ist das höchste Gebirge der Erde. Hier gibt es allein 14 Berge, die mehr als 8000 m aufragen. Am allerhöchsten aber ist der Mount Everest. In der Nacht zum 29. Mai 1953 haben der Neuseeländer Hillary und der Sherpa Tensing ihr Zelt aufgebaut: in 8 480 m Höhe an einer Eisflanke des Mount Everest. Sie sind Mitglieder einer Expedition, die den höchsten Berg der Erde besteigen will. Tief unter ihnen liegen die sieben anderen Lager der Gruppe, eines immer einige hundert Meter über dem anderen. Es ist eine schlaflose Nacht für Hillary: „Ich atmete tief und langsam und dachte an den kommenden Tag. Genügten drei Liter Sauerstoff in der Minute zum Durchhalten? War gutes Wetter zu erwarten? ... In der Stille der Nacht wurde mir bewusst, dass noch niemand in solcher Höhe sein Nachtlager aufgeschlagen hatte. - Vor Kälte zitternd wachte ich plötzlich auf. Auch Tensing bewegte sich in seinem Schlafsack; offensichtlich fror auch er." Früh am Morgen brechen sie auf. Nach mehreren Stunden haben sie nur noch den Gipfelgrat vor sich. „Ich prüfte den Gipfelgrat. Auf den ersten Blick machte er einen abschreckenden Eindruck. Jeder unbedachte Schritt konnte zur Katastrophe führen . . ." Würde der Sauerstoffvorrat ausreichen für den Hin- und Rückweg? Sie wagen es! Stufe um Stufe hackt der Eispickel in den hart gefrorenen Schnee, Schritt um Schritt kommen sie voran - und dann stehen sie als erste Menschen auf dem höchsten Gipfel der Erde! Hillary erinnerte sich: „Das erste, was ich fühlte, war Erleichterung, dass ich keine Stufen mehr hacken musste. Ich blickte Tensing an; trotz der Brille und der Sauerstoffmaske, die, von Eis überkrustet, sein Gesicht verdeckte, sah ich deutlich sein ansteckendes Lächeln der reinen Freude, als er um sich blickte. Wir schüttelten einander die Hände, dann schlug Tensing seinen Arm um meine Schulter." |
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1. Bergsteiger brauchen
eine gute Ausrüstung. Was gehört dazu? 2. Welche Gefahren bestehen für Bergwanderer? 3. Wann sollte ein Bergwanderer in jedem Fall umkehren? 4. Was sollte man auf keinen Fall verlassen? |
Wandern in den
Bergen Familie Körner macht Urlaub in den Bergen. Heute früh sind sie zu einer Wanderung aufgebrochen. Ihr Ziel ist eine Schutzhütte des Alpenvereins in 2 500 m Höhe. Auf halbem Wege werden sie von zwei jungen Männern überholt. Sie tragen große Rucksäcke, Eispickel und Seile mit sich. An ihren Gürteln hängen ganze Bündel von Mauerhaken. An den Füßen tragen sie Bergstiefel mit kräftigen Profilsohlen. Uwe: „Sieh mal, was die alles mitschleppen!" Herr Körner: „Ja, das sind ja auch richtige Bergsteiger, die wollen heute noch hoch hinaus." Frau Körner: „Freilich, die brauchen solche Ausrüstung." Frau Körner hat recht: Bergsteiger brauchen solche Ausrüstung. Aber sind auch die Körners richtig ausgerüstet? Seil, Eispickel und Mauerhaken werden sie nicht benötigen. Aber auch auf ihrer Wanderung können sie in Gefahr geraten. Ob sie wohl daran gedacht haben, dass in Höhen oberhalb von 2 000 m auch im Sommer plötzlich Schnee und Kälte auftreten können, dass Nebel und Schneetreiben die Sicht versperren können? Neuschnee deckt den Weg zu und macht den Abstieg lebensgefährlich. Dass Wege bei nassem Wetter oft schlüpfrig sind? Selbst auf häufig begangenen Wegen sind schon Wanderer abgestürzt, weil sie Schuhe mit glatter Sohle trugen. Dass der Pfad nicht immer gut erkennbar ist? Dass Erschöpfung, Hunger und Kälte aus einer kleinen Gefahr schnell eine große Gefahr machen können? Regeln für den Bergwanderer 1. Bereite jede Wanderung mit Hilfe der Wanderkarte und eines Wanderführers (Wegbeschreibung) vor! 2. Plane keine zu großen Tagesmärsche! Höhenunterschiede zu überwinden, kostet Zeit und Kraft. 3. Festes Schuhwerk (keine Halbschuhe!) und wetterfeste Kleidung gehören bei jeder Bergwanderung dazu! 4. Verlasse auf keinen Fall die markierten Wege! 5. Beachte das Wetter! Kehre um, wenn Nebel aufzieht oder wenn die Gipfel sich in Wolken zu hüllen beginnen! 6. Unternimm keine Tour, wenn der Hüttenwirt oder der Bergwachtposten dir davon abrät! 7. Bitte: Lass die geschützten Pflanzen stehen! Andere wollen sich auch an ihnen erfreuen. 8. Und noch eins: Konservendosen, Obstschalen und Papier gehören nicht an die Wegränder! Du trägst im Rucksack nicht schwer an ihnen. |
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1. Deutschlands höchster
Berg? 2. Was für Bahnen fahren zur Zugspitze? 3. Was für eine Station befindet sich auf dem Gipfel? 4. Bei guter Sicht kann man den höchsten Berg Österreichs sehen - welcher ist es? 5. Welche Daten muss Herr Demmer nach München durchgeben? 6. Welche tiefste Temperatur wurde auf der Zugspitze gemessen? |
Wetterstation
auf der Zugspitze Die Zugspitze ist Deutschlands höchster Berg: 2 963 m hoch. Über den Gipfel verläuft die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Sonntag, 5. August 1979: strahlender Sonnenschein, fast wolkenloser Himmel. Das schöne Wetter lockt viele Besucher auf die Zugspitze. Die meisten fahren mit der Zahnradbahn oder mit einer der beiden Seilbahnen hinauf. Meine Familie und ich nehmen die Seilbahn, die vom Eibsee bei Garmisch-Partenkirchen aus hinaufführt. An der Talstation Eibsee (1 000 m über NN) zeigt das Thermometer 26 °C. Kurz darauf erreichen wir die Bergstation. Wie kalt es plötzlich ist! Als wir ins Freie treten, umweht uns ein eisiger Wind. Gut, dass wir Pullover und Anorak dabei haben! Auf dem Gipfel steht ein dicker Turm. An der Tür lesen wir: „Deutscher Wetterdienst - Wetterstation." Hier arbeitet der Wetterbeobachter. Heute hat Herr Demmer Dienst. Wir dürfen eintreten. Auf einer schmalen Treppe steigen wir nach oben bis auf die Plattform. Viele Geräte stehen hier: Thermometer, Barometer, Niederschlagsmesser, Windmesser und viele andere. „Sie haben Glück mit dem Wetter", sagt Herr Demmer, „eine so schöne Aussicht gibt es selten. Sehen Sie, da drüben, die Schneeberge, das sind die Hohen Tauern. Der Großglockner gehört dazu, der höchste Berg Österreichs. Und etwas weiter rechts können Sie sogar die Dolomiten sehen!" Es ist 15 Uhr, und Herr Demmer muss die stündliche Wettermeldung an das Wetteramt München durchgeben: Temperatur 5 °C Luftdruck 535 mm Niederschlag 0 mm Windrichtung SW Windgeschwindigkeit 6 m pro Sekunde „Gibt es auf der Zugspitze auch richtige warme Sommertage?" fragen wir Herrn Demmer. „Die höchste Temperatur war 18 °C und die tiefste war -36 °C." (Zum Vergleich: Frankfurt a. M. 38 °C und -22 °C.) |
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1. Warum
erstarrt der Landwirt vor Schrecken? 2. Was für eine Lawine ist hier niedergegangen? 3. Was hat die Bäume und Gebäude buchstäblich zermalmt? 4. Was wird als Todesursache der 14 Bewohner festgestellt?
5. Was schreit der Skilehrer noch? |
Lawinen Staublawine im Kötschachtal „Es ist der 22. Januar, ein kalter Montagmorgen im Kötschachtal bei Badgastein (Hohe Tauern). Landwirt Steger will beim Ölbrennerbauern ein Pferd entleihen. Er stapft durch den tiefen Pulverschnee auf die trennende kleine Anhöhe und erstarrt vor Schrecken: Der Hof seines Nachbarn ist spurlos verschwunden! Das ganze Tal vor ihm gleicht einer weißen Wüste - mit zerfetzten Baumstämmen gespickt. Eine Staublawine riesenhaften Ausmaßes ist niedergegangen und hat alles verschlungen. Am Nordhang, 800 m höher, hat sie sich gelöst. Sie ist durch die Steilwände und Bergwälder niedergefahren und quer über das Tal und das Ölbrennergut gebraust. Am Gegenhang ist sie wieder mehrere hundert Meter empor gebrandet und hat selbst mächtige Waldbäume bergaufwärts geworfen. Die Lawine muss fast lautlos abgegangen sein. Der Luftdruck hat die Gebäude buchstäblich zermalmt und weggeblasen. Die Bewohner, so stellt später der Arzt fest, sind durch Zerreißen der Lunge ums Leben gekommen. Alle 14 Personen des Bergbauernhofes haben den Tod gefunden. - Eine Bergungsmannschaft von 400 Mann durchwühlt tagelang die bis 10 m tiefen Schneemassen, bevor das letzte Opfer geborgen werden kann." (2) Lawinentod im Skischullager Der Leiter eines Skischullagers im Safiental (Graubünden) unternahm mit einer Gruppe 13jähriger Schüler am 27. Februar eine Tour auf den Safier (2 705 m). Er berichtet: "Als wir hintereinander im weichen Schnee den Steilhang unterhalb des Gipfels queren, höre ich plötzlich einen dumpfen Knall. Etwa 100 bis 150 Meter über mir zuckt wie ein Blitz ein Riss quer durch den Hang. Das Schneefeld über uns spaltet sich in zwei Teile. Der untere Teil rumpelt auf wohl 200 m Breite krachend in großen Schollen talwärts. Einer schreit: „Eine Lawine!" und ich brülle noch: „Bindung auf!" Ich versuche dabei selbst, meine Bindung zu lösen, komme aber sofort zu Fall. Da ich mit den Armen Schwimmbewegungen mache, bleibe ich einigermaßen an der Oberfläche und kann mich nach zehn Minuten aus dem Schnee befreien. Ich rufe dann nach meinen Schülern. Einige melden sich. Ich schicke zwei gute Skifahrer weg. Sie sollen an der Aufstiegsspur entlang zur Turrahütte abfahren, um die Flugwacht und einen Lawinenhund anzufordern. Die Hilfeleistung ist vorbildlich gewesen. Zwei Jungen konnten jedoch nur noch tot geborgen werden." |
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1. Wer baute die
ersten Straßen über die Alpen? 2. Wie reiste man früher über die Alpen? 3. Warum sind die Bewohner der Alpentäler unzufrieden? (Fragen: Jan Abratis) |
Verkehrswege
über die Alpen - früher und heute Wer von Mittel- nach Südeuropa reisen will, muss die Alpen, Europas höchstes Gebirge, überqueren. Wie eine riesige Mauer ziehen sie sich von Genua bis nach Wien auf einer Länge von mehr als 1.000 km und einer größten Breite von 250 km. Eine gedachte Verbindungslinie vom Bodensee zum Comer See teilt sie in Ost- und Westalpen. Die Alpen sind in zahlreiche Bergketten unterteilt. Von ihren schnee- und eisbedeckten Bergen fließen die Schmelzwässer verschiedenen Meeren zu. Die breiten in West-Ost-Richtung verlaufenden Täler von Inn und Rhône sind verkehrsgünstige Siedlungs- und Wirtschaftsgebiete. Die Römer bauten die ersten Straßen über die Alpen. Sie überwanden den Gebirgskamm an seinen niedrigsten Stellen, den Pässen. Meist reiste man zu Fuß. Wer es sich leisten konnte, mietete sich ein Maultier. Das Reisen über die Pässe war jedoch beschwerlich. Es war aber auch gefährlich, denn mit plötzlichen Wetterveränderungen, langen Wintersperren und mit Dieben mussten Reisende rechnen. Seit der Erfindung des Autos und mit dem aufkommenden Massenverkehr in den fünfziger und sechziger Jahren kam es zu einer regelrechten Verkehrsexplosion. Der zunehmende Warenverkehr und die Urlaubsreisen in Sommer- und Winterferien führten zu nie gekannten Verkehrsströmen. Heute schieben sich Personenwagen und Lastwagenkolonnen durch die Alpentäler. Staus bis zu 30 km Länge und mehr sind keine Seltenheit. Die Bewohner der betroffenen Alpentäler sind unzufrieden, denn: • die Zahl der Unfälle nimmt zu, • die Ortsdurchfahrten sind ständig überlastet, • die Bewohner werden durch Lärm und Abgase der Fahrzeuge belästigt, • durch das hohe Fahraufkommen sind besonders Kinder und alte Leute gefährdet. |
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1. Was ist in
den Alpen die beliebteste Urlaubsform? 2. Gibt es in den Alpen mehr Skiurlauber oder mehr Bergwanderer? 3. Was erspart den Gästen die Anstrengungen des Aufstiegs? 4. Warum ist der Wintersport für den Ort so wichtig? (Fragen: Jan Abratis / GW) |
Interview mit dem Leiter eines
Fremdenverkehrsvereins Reporter: Wie hat sich der Tourismus in ihrem Ort entwickelt? Herr Huber: Wintersport, besonders der Skilauf, zählt heute zu den beliebtesten Urlaubsformen. Gerade bei uns in den Alpen sind in den letzten Jahrzehnten immer mehr Winterurlauber gekommen. Die Anzahl der Skiurlauber hat die der Bergwanderer weit überstiegen. Reporter: Wie kommt es, dass das Skifahren so beliebt geworden ist? Herr Huber: Wintersport ist Aktivurlaub. Sport in frischer, kalter Luft ist gesund. Den Urlaubern macht es einfach Spaß, wenn sie in rasanter Geschwindigkeit den Hang hinabgleiten können. Sie können die schöne Winterlandschaft genießen, wenn sie durch die Langlaufloipe ziehen. Die altmodische Anstrengung des Aufstiegs wird unseren Gästen durch immer mehr neue Lifte und Seilbahnanlagen erspart. Und nicht zuletzt fühlt man sich in der Gemeinschaft der Wintersportler wohl. Reporter: Welche Bedeutung hat der Wintersport für ihren Ort? Herr Huber: Der Wintersport, besonders der Skisport, ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor unseres Ortes. Er ist Erwerbs- und Existenzgrundlage für die meisten Einwohner des Ortes. Reporter: Können Sie das bitte etwas genauer erklären. Herr Huber: Bedenken Sie doch einmal, was wir unseren Gästen alles anbieten müssen, damit es ihnen gut gefällt und sie uns vielleicht auch im nächsten Jahr wieder besuchen: Hotels, Pensionen, Restaurants, Skischulen, Hallenbäder, Kinos, Veranstaltungssäle, usw. Ich könnte noch viel mehr aufzählen. Überall dort verdienen Menschen ihr Geld. Reporter: Kann man also sagen, dass die Bewohner vom Tourismus abhängig geworden sind? Herr Huber: Das kann man wohl so sagen. Reporter: Vielen Dank für dieses Gespräch! |
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1. Welche Schritte sind nötig, bevor eine
Skipiste entstehen kann? 2. Warum ist das Planieren einer gerodeten Bergwaldfläche so schädlich für die Natur? 3. Wie bekommen die Bewohner die Eingriffe in die Natur zu spüren? |
Interview mit dem Leiter eines
Naturschutzvereins Reporter: Herr Moser, Sie fordern, dass keine neuen Skipisten mehr angelegt und keine Lifte gebaut werden dürfen. Macht ihnen Skifahren keinen Spaß? Herr Moser: Natürlich fahre ich gern Ski. Aber Sie müssen bedenken, wie sehr die Natur unter dem Massentourismus zu leiden hat. Ein Skihang darf nicht uneben sein, es dürfen keine Bäume darauf stehen. Solche glatten Hänge aber gibt es in der Natur nicht. So werden Bäume und Sträucher gerodet, und Planierraupen „glätten" den Hang. Es werden riesige Schneisen in den Wald geschlagen um Platz für Hütten, Gondelstation, usw. zu erhalten. Reporter: Und was ist daran so gefährlich für die Natur? Herr Moser: Die ursprüngliche Pflanzendecke wird beim Planieren beseitigt. Fehlt die Pflanzendecke, so wird auch der natürliche Bodenaufbau zerstört. Der Boden kann dann bei Regen leicht abgespült werden, besonders an steileren Hängen. Reporter: Welche Folgen hat das? Herr Moser: An einem bewaldeten Hang hält der Bergwald wie ein Schwamm rund 80% des Niederschlages zunächst fest und nur 20% fließen sofort ab. Das Wurzelgeflecht der Bäume und Pflanzen hat den Boden geschützt. Er konnte bei Regen nicht einfach weggespült werden. Auf einer planierten Skipiste ist das genau umgekehrt: 80% des Regens strömen den Hang herunter und spülen den Boden zwischen Steinen in der Erde fort. Es bilden sieh sichtbare Ablaufrinnen. Reporter: Kann man dort nicht einfach neue Bäume pflanzen? Herr Moser: So einfach ist das nicht. Durch das Planieren und das Ausspülen des Niederschlags geht die für Pflanzen wichtige Humusschicht verloren. Die Folgen für die Menschen sind oft katastrophal. Es kommt immer häufiger zu starken Überschwemmungen und im Winter zu Lawinenbildung, da der fehlende Wald keine Bremswirkung mehr bieten kann. Reporter: Danke für diese Informationen. |
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1. Was passierte am 23.
Januar 1973 im Heimaey? 2. Wie breitet sich der Vulkan in der Zeit von Februar bis März 1973 aus? 3. Wie versuchten die Menschen die Lava zu stoppen? 4. Wann kehrten die Bewohner zurück und was taten sie? (Katharina Hammer) |
Vulkanausbruch Heimaey, 23. Januar 1973 Die knapp 6000 Einwohner der Insel Heimaey vor der Südküste Islands werden um 1 Uhr 55 aus dem Schlaf gerissen. Sie werden Zeuge eines überwältigenden Naturgeschehens: In der Nähe des Vulkans Helgafell öffnet sich eine Erdspalte von 1 500 m Länge. An 40 Stellen schießen Lavafontänen bis zu 300 m empor. Glühende Gesteinsbrocken werden bis 600 m hoch hinaufgeschleudert. Sie schlagen wie Geschosse in die Häuser am Rande der kleinen Stadt Vestmannaeyjar ein. Bis um 10.00 Uhrvormittags haben die meisten Menschen die Insel verlassen. Sie werden mit Schiffen und Flugzeugen zur Hauptstadt Reykjavik gebracht. 1. Februar 1973 Eilig umgelenkte Frachtschiffe nehmen Vieh, Autos und Maschinen sowie Gefrierfleisch aus den Tiefkühlfabriken an Bord. 500 freiwillige Helfer stapeln den Hausrat aus den am stärksten gefährdeten Gebäuden in der sicher gelegenen Schule. Doch finden die Rettungsarbeiten ein jähes Ende: Vulkanische „Bomben"" entzünden die ersten Häuser - dann eine gewaltige Explosion und eine kilometerhohe Rauchsäule über der Vulkanspalte. Als sich der Vorhang aus Asche verzieht, sieht man, dass sich rotglühende Lava auf die Stadt zubewegt. Etwa ein Dutzend Häuser fangen Feuer. Zischend ergießen sich Lavaströme neben der schmalen Hafeneinfahrt ins Meer. Wenn dieser bedeutendste Fischereihafen Islands verschüttet wird ... 16. März 1973 Niemand darf im östlichen Teil der Stadt übernachten. Hier sammeln sich gefährliche vulkanische Gase. Anfang April 1973 Der neu entstandene Vulkan hat eine Höhe von 250 m erreicht. Im Osten der Stadt sind die Schichten der Asche auf über 5 m, in der Stadtmitte auf 1,5 m angewachsen. Ein Drittel der 1 200 Häuser ist durch Lava oder „Bomben" zerstört. Die 500 Männer der Rettungsmannschaft arbeiten Tag und Nacht. Sie versuchen alles, den vordringenden Lavastrom aufzuhalten. Sie schütten 10 m hohe Dämme auf. Sie wollen die Lava mit Meerwasser abkühlen. Und sie haben Erfolg. Mit Hilfe von 30 aus den USA eingeflogenen Wasserpumpen gelingt es, den inzwischen 2 km langen Lavastrom am Rande des Fischereihafens zum Stillstand zu bringen. Allein das Motorschiff „Sandey" pumpt in jeder Minute 20000 Liter Meerwasser auf die Lavazunge, wochenlang. Anfang Juli 1973 Seit Ende Juni ist der Vulkan erloschen. Die Bewohner kehren zurück, schippen und schieben die Häuser, Straßen und Plätze frei und beginnen mit dem Wiederaufbau. |
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1. Wo gab es in
Deutschland Vulkane? 2. Gibt es noch aktive Vulkane in Deutschland? 3. Woran erkennt man heute im Hegau und in der Eifel, dass ein Vulkan ausgebrochen war? 4. Was ist ein Maar? Erläutere das. 5. Wie kam es zu einem Ausbruch? (Katharina Hammer, gw) |
Gibt es
Vulkane auch in Deutschland? Ja, wenn du vor 10 000 Jahren oder noch früher gelebt hättest, dann hättest du viel leicht auch in Deutschland einen Vulkanausbruch erleben können! Da gab es Vulkane in der Eifel und in der Rhön, im Hessischen Bergland und im Westerwald, im Kaiserstuhl und auf der Schwäbischen im Hegau und an manchen anderen Stellen. Heute sind diese Vulkane alle nicht mehr tätig; viele sind schon seit Millionen von Jahren erloschen. Beispiel 1: Hegau Bei der Stadt Singen westlich vom Bodensee erhebt sich ein steiler Berg: der Hohentwiel. Auf dem Gipfel steht die Ruine einer Burg. Ein paar Mauerreste und den alten Burgbrunnen kann man heute noch sehen. Vom Hohentwiel aus können wir die Landschaft des Hegau weit überblicken. Beispiel 2: Eifel In der Eifel gibt es mehrere kreisrunde Vertiefungen. Die meisten sind mit Wasser gefüllt. Tiefe, düstere Seen sind es mit steilen Uferböschungen - fast ein wenig unheimlich! Seit alter Zeit werden sie Maare genannt. (Einzahl: das Maar.) Das sind die jüngsten Vulkane Deutschlands. Manche sind „erst" vor 10 000 Jahren entstanden. Ein Maar ist das Ergebnis eines einzigen Ausbruchs. Meist war es nur ein Gasausbruch, ein Ausbruch ohne Lava und ohne Asche. Das Gas stieg aus der Tiefe im Schlot auf. Dicht unter der Oberfläche sammelte es sich. Der Druck wurde immer größer. Schließlich gab es eine gewaltige Explosion. Das Gestein wurde hoch empor geschleudert. Rings um den Explosionskrater fielen die Gesteinstrümmer wieder herab. Oft ist dieser ringförmige Wall heute noch erhalten. Aber die Maare sind nicht die einzigen vulkanischen Formen in der Eifel. Da gibt es auch noch Aschenkegel mit gut erkennbaren Kratern. Und es gibt auch Vulkan-Ruinen wie im Hegau. |
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1. Nenne einige Orte, die im Erdbebengebiet liegen und
schwer betroffen wurden. 2. In manchen Orten trafen die Helfer erst nach drei Tagen ein. Warum ist es wichtig, daß die Hilfe schneller kommt? 3. Warum tragen die Helfer auf dem einen Foto Tücher vor Mund und Nase? 4. Was für Helfer werden gebraucht? Nenne mehrere Berufe. 5. Welche Gegenstände werden besonders dringend benötigt? Stellt eine Liste zusammen. |
Erdbebenhilfe
für Norditalien 6. Mai 1976 Kurz vor 21 Uhr erschüttert ein heftiges Erdbeben die Provinz Friaul. Die Hausfrau Bruna Montanari aus Maiano berichtet darüber folgendes: „Als das Unglück über uns hereinbrach, saßen wir beim Abendessen. Plötzlich begannen die Möbel zu zittern. In die Radiomusik mischte sich ein unheimliches Grollen. Ich lief auf den Balkon. Im selben Augenblick spürte ich eine neue, heftige Bewegung. Eben sah ich noch, wie der gegenüberliegende Glockenturm und mehrere Häuser einfach in sich zusammensanken. An ihrer Stelle wirbelte eine riesige Staubwolke auf. Ich stand wie versteinert. Nur ein Geschäftshaus aus Stahlbeton war stehen geblieben. Mein Mann und meine Tochter rissen mich vom Balkon. Wir fielen praktisch die Treppe hinunter und hasteten über Schutt und Geröll ins Freie. Draußen rannten die Menschen schreiend umher. Es herrschte ein unbeschreibliches Durcheinander. Mehrere Häuser standen auf einmal in Flammen. An Löscharbeiten war nicht zu denken, da außer den Strom- auch die Wasserleitungen unterbrochen waren." Eine Woche später: Inzwischen hat man in den von der Katastrophe zerstörten Städten und Dörfern damit begonnen, nach den Verschütteten zu suchen und die Toten zu beerdigen. In einem Gebiet mit etwa 500 000 Einwohnern wurden 1 000 Menschen getötet und 2 500 verletzt. Rund 20 000 Wohnungen wurden zerstört oder sind unbrauchbar. Die Bevölkerung wurde gegen Typhus geimpft. Viele der 100 000 Obdachlosen sind verzweifelt. Wolkenbruchartige Regenfälle behindern die Aufräumungsarbeiten an den beschädigten Gebäuden und lassen die aufgestellten Notzelte im Morast versinken. 15. September 1976: Den ganzen Sommer ist die Erde nicht zur Ruhe gekommen. Am Mittwoch erschütterte ein weiterer Erdstoß das Katastrophengebiet. Inzwischen wieder aufgebaute Häuser wurden abermals zerstört. Jetzt sind auch die Tapfersten mutlos. Insgesamt hat man bis zum Frühjahr 1978 über 300 Nachbeben registriert. Die Gesamtschäden werden auf etwa Il Milliarden DM geschätzt. |
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1. Auf welcher Spalte
steht San Francisco? 2. Woran erkennt man, dass ein Erdbeben bevorsteht? 3. Die Liste von 1-12 beschreibt die Schwere von Erdbeben. Wie ist die Liste aufgebaut? Was steht am Anfang, was am Ende? |
Wo wird es das nächste
Erdbeben geben? Am 18. April 1906 zerstörte ein Erdbeben die Stadt San Francisco in Kalifornien. 700 Menschen kamen ums Leben. Gebäude stürzten ein. Feuer brach aus. Aus den zerborstenen Gasleitungen war Gas ausgeströmt und hatte sich entzündet. Die Löscharbeiten waren schwierig. Viele Wasserleitungen waren zerbrochen, und überall versperrten Trümmer die Straßen. Und das sah man nach dem Beben: Entlang einer 400 km langen Linie waren Zäune, Straßen, Rohrleitungen und Gräben durchgetrennt und um sechs Meter verschoben. San Francisco wurde nach dem Erdbeben wieder aufgebaut. Heute ist die Stadt viel größer als 1906. Und sie steht immer noch auf der San-Andreas-Spalte! Viele Anzeichen deuten darauf, dass der Stadt San Francisco wieder ein verheerendes Beben bevorsteht. Längs der San-Andreas-Linie haben Wissenschaftler hochempfindliche Instrumente aufgebaut, um den Zeitpunkt, das Gebiet und die Stärke des zu erwartenden Bebens vorherzusagen. Noch vor wenigen Jahren hielt man es für unmöglich, Erdbeben vorherzusagen. Inzwischen können Chinesen und Amerikaner erste Erfolge melden. So weiß man heute, dass sich vor einer Katastrophe die Erdoberfläche über dem Erdbebenherd leicht aufwölbt. In der Erdkruste bilden sich daher feinste Risse, durch die Gase aus dem Erdinnern austreten. Auch die Beobachtung von Tieren spielt eine wichtige Rolle. So bleiben Hühner vor einem Erdbeben nachts im Freien; Hunde bellen, und Schlangen verlassen ihren Unterschlupf. Allerdings lässt sich der Zeitpunkt des Bebens wohl auch in Zukunft nicht auf Tag und Stunde genau angeben. Die Stärke von Erdbeben 1 nicht spürbar 2 nur in oberen Stockwerken von Häusern spürbar 3 Erschütterung von Häusern wie beim Vorbeifahren eines Lastwagens 4 Türen bewegen sich, Fenster klirren 5 im Freien spürbar, Gegenstände fallen um 6 Geschirr zerbricht, Bilder fallen von den Wänden, erste Gebäudeschäden 7 Stehen fällt schwer, Rohrleitungen werden undicht 8 Häuser bekommen Risse, im Boden reißen Spalten auf 9 einzelne Häuser stürzen ein, Eisenbahnschienen verbiegen sich 10 große Zerstörungen, riesige Erdrutsche 11 schwerste Zerstörungen, breite Spalten an der Erdoberfläche 12 völlige Zerstörung aller Gebäude |
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1. Wo passierte das
schwerste Erdbeben in Deutschland nach 1945? 2. Wo war der Erdbebenmittelpunkt? 3. Welche Burg wurde schwer beschädigt? |
Sonntagfrüh 06.08 Uhr: Millionen stürzen aus den Betten: Es sieht aus wie nach dem Krieg Stuttgart. Sonntagfrüh 6.08 Uhr: Millionen Bewohner Baden-Württembergs und benachbarter Gebiete stürzen aus ihren Betten. Zitternde Wände, Schwankende Schränke und Hilfeschreie - von den Nachttischen fallen Wecker, Bilder zerspringen auf dem Boden, und wie von Geisterhand öffnen sich Türen von Schränken. „Wir dachten, die Heizung ist in die Luft geflogen", kommentiert eine Frau in Bietigheim (Kreis Ludwigsburg), 70 km entfernt vom Zentrum des schwersten Erdbebens in Süddeutschland seit Kriegsende. Sie steht noch unter dem Schock des Geschehens. Im Umkreis von mindestens 40 bis 50 Kilometer um den Erdbebenmittelpunkt bei Albstadt (Zollernalb-Kreis) stürzen Zehntausende in Schlafanzügen auf die Straßen. Am schlimmsten trifft es den Stadtteil Tailfingen und die benachbarte Gemeinde Burladingen. Ganze Wohnungseinrichtungen stürzen durcheinander, fenstergroße Löcher tun sich in den Außenwänden auf. Hunderte von Kaminen poltern die Dächer herunter. Noch am Nachmittag sitzen Menschen verängstigt in den Gärten. Manche haben bis zum Mittag nicht einmal Socken an. Auf der schon oft von Erdbeben zerstörten Burg Hohenzollern bei Hechingen bleibt kein Raum unbeschädigt. Die Burgverwalterin auf dem Stammsitz der letzten deutschen Kaiser hatte eine Vorahnung. Schon am Sonnabendnachmittag spürte sie ein leichtes Beben und schickte ihre Kinder zu Verwandten: „Wäre das Unglück drei oder vier Stunden später passiert, hätte es hier mit Sicherheit zahlreiche Verletzte, wenn nicht sogar Tote gegeben." Die Burg wird sonntags oft von mehreren tausend Menschen besucht. Herabstürzende schwere Steinbrocken haben das Kreuzgewölbe der mittelalterlichen Kapelle zerstört. Die Zinnen des in der Mitte des 19. Jahrhunderts wieder aufgebauten Schlosses sind abgebrochen. |
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1. Was macht eine
Rübenrodemaschine? 2.Von wann bis wann dauert die "Zuckerrüben-Kampagne"? 3. Warum sollen die Rüben nicht lange herumliegen? 4. Ein Hektar hat wie viele m²? 5. Eine Tonne wiegt wie viel kg? 6. Warum werden die Blätter der Zuckerrübe nicht einfach weggeschmissen? 7. Wenn nacheinander auf dem Acker verschiedene Pflanzen angebaut werden, nennt man das? |
Zuckerrüben und
Weizen aus den Börden Zuckerrübenernte in der Börde. Ende September ist es so weit. Die Rübenrodemaschine fährt über die Felder. Sie trennt die Blätter von den Rüben, hebt die Rüben aus dem Boden und sammelt sie in einem großen Gitterbehälter. Dann werden die Rüben auf Anhänger verladen und mit Treckern zur Zuckerfabrik gefahren. Dort ist die „Kampagne", die Verarbeitung der Rüben, bereits in vollem Gang. Sie dauert etwa bis Weihnachten. In dieser Zeit wird Tag und Nacht gearbeitet. Während der Lagerung verliert die Zuckerrübe nämlich von ihrem Zuckergehalt. Die Rüben werden gewaschen und geschnitzelt; die Schnitzel werden ausgekocht und ausgepresst; der gewonnene Sirup wird zu Zucker verarbeitet. Aus 7 t (Tonnen; 1 Tonne=1000 kg) Zuckerrüben gewinnt man 1 t Zucker. Da man bei uns in Deutschland von 1 ha (Hektar=10.000 m²) fast 45 t Rüben erntet, werden bei einer Anbaufläche von 400 000 ha etwa 2 500 000 t Zucker erzeugt. Das reicht zur Ernährung unserer Bevölkerung aus. Die Blätter der Zuckerrüben werden in Silos geschüttet. Durch Gärung entsteht dort ein wertvolles Viehfutter. Das Vieh in der Börde kann deshalb das ganze Jahr über im Stall bleiben und dort Futter erhalten. Zuckerrüben sind Hackfrüchte wie die Kartoffeln. Während die Kartoffeln sandigen Boden lieben, wachsen Zuckerrüben am besten auf fruchtbarem, nährstoffreichem Boden. Der beste Boden findet sich in den Börden Norddeutschlands und Westdeutschlands und in den Gäulandschaften (das sind ebene, baumarme Landschaften mit fruchtbaren Böden durch Lössablagerungen) Süddeutschlands. Der Boden besteht dort aus Löß. Löß ist steinlos und feinkrümelig. Er speichert sehr gut die Feuchtigkeit. Löß enthält alle wichtigen Nährstoffe, die die Ackerpflanzen benötigen. Börden und Gäulandschaften sind offene, waldfreie Landschaften mit großen Dörfern und reichen Höfen. Es sind die wichtigsten Anbaugebiete Deutschlands. Um die Nährstoffe des Bodens nicht einseitig zu verbrauchen, wechselt der Bauer von einem Jahr zum anderen auf jedem Feld die Pflanzen. So entsteht eine Fruchtfolge. Fruchtfolge in der Börde: 1. Jahr: Zuckerrüben 2. Jahr: Weizen als Wintergetreide 3. Jahr: Hafer und Gerste als Sommergetreide 4. Jahr: wie im 1. Jahr Getreide nimmt in dieser Fruchtfolge zwei Drittel der Flächen ein. Die Anbaugebiete von Zuckerrüben sind gleichzeitig die wichtigsten Kornkammern Deutschlands. |
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1. Was betreibt Bauer
Hansen? 2. Wie schwer sollte ein Bulle sein, wenn er geschlachtet wird? 3. Welche Nutztiere hält Bauer Hansen noch? 4. Warum regnet es so häufig dort, wo Bauer Moser wohnt? 5. Wo lebt Bauer Moser? 6. Wie viele Tiere hat Bauer Moser insgesamt? 7. Wo werden die Milchkühe gemolken? 8. Wenn Bauer Hansen nur Milch Fleisch produziert und Bauer Moser nur Milch - was haben die beiden sich dann? |
Viehbauern in Eiderstedt und im Allgäu Bauer Hansen wohnt in der Marsch von Eiderstedt, nicht weit vom Seedeich entfernt. Das ist an der Nordseeküste. Der Hof liegt allein, wie alle Höfe hier. Durch einen Kranz von Bäumen ist er gegen den ständigen Wind geschützt. Das Land ist flach, der Boden feucht und schwer. Das Grundwasser steht sehr hoch. Unter diesen Bedingungen ist Ackerbau schwierig. Fast alles Land in Eiderstedt wird heute als Grünland genutzt. Bauer Hansen besitzt 44 ha (1 ha = 10.000 m²). Er betreibt Grünlandwirtschaft. Im Sommer hat er etwa 60 Rinder auf der Weide. Es sind Bullen, die gemästet werden. Mastbullen sind nach 2 1/2 Jahren mit einem Gewicht von 500-600 kg schlachtreif. Im Winter, von November bis April, stehen die Tiere im Stall. Am liebsten wäre es Bauer Hansen, wenn er nur wenige Tiere den Winter über versorgen müsste. Er versucht deshalb, möglichst viele Jungtiere erst im Frühjahr zu kaufen und möglichst viele schlachtreife Tiere bereits im Herbst zu verkaufen. Außer den Bullen hat Bauer Hansen Schafe: 40 Mutterschafe und ihre Lämmer. Sie bleiben das ganze Jahr über draußen. Die meisten Lämmer werden verkauft und geschlachtet, wenn sie 50 kg schwer geworden sind. Lammfleisch ist von Feinschmeckern begehrt. Ganz anders sieht es bei Bauer Moser aus. Er wohnt etwa 700 m hoch im Allgäu. Die Niederschläge sind hoch, weil die Wolken sich vor den Alpen stauen und abregnen. Auch im Allgäu wird das meiste Land als Grünland genutzt. Daneben gibt es viele kleinere Wälder. Der Hof von Bauer Moser liegt zusammen mit zwei anderen Höfen abseits des Dorfes. Bauer Moser besitzt 31 ha. Auch er betreibt Grünlandwirtschaft. Er hat 43 Rinder, 32 Milchkühe und 11 Jungtiere. Im Sommer sind die Rinder auf der Weide, die Milchkühe jedoch nur tagsüber. Die Milchkühe werden im Stall gemolken und bleiben die Nacht dort. Bauer Moser braucht also nachts und im Winter einen großen Stall. Und er braucht viel Platz für das Heu als Winterfutter. Welche Unterschiede: Bauer Hansen erzeugt Fleisch, Bauer Moser erzeugt Milch. Zweimal Grünlandwirtschaft, zweimal Rinderhaltung, und doch sehen Betrieb und Arbeit der beiden Bauern ganz verschieden aus. Natürlich gibt es in Eiderstedt Betriebe, die auch Milch erzeugen. Natürlich gibt es im Allgäu Betriebe, die auch Fleisch erzeugen. Die Verbindung von Milch- und Fleischerzeugung ist in vielen Grünlandbetrieben sogar üblich. Sie macht den Betrieb krisensicher. In Eiderstedt und im Allgäu haben sich die Bauern jedoch besonders stark spezialisiert. |
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1. Wie viel Liter Milch
kann eine Kuh im Jahr geben? 2. Wie lange dauert es, bis 32 Kühe gemolken sind? 3. Warum dürfen die Mosers kein Gärfutter verfüttern? 4. Was nennt man "Umtrieb" im Allgäu? 5. Wann geben Kühe überhaupt nur Milch? 6. Wohin kommen im Sommer die weiblichen Jungtiere? |
Bauer Moser
im Allgäu Bauer Moser legt Wert auf Kühe, die viel Milch geben. Jährlich 5 000 Liter pro Kuh sind keine Seltenheit. Wer heute ausschließlich von Milchkühen leben will, muss mindestens 30 davon haben. Bauer Moser hat 32. Sein Großvater brauchte noch 200 Stunden im Jahr, um eine Kuh zu versorgen. Bauer Moser schafft es mit 80 Stunden und weniger. Dafür hat er viel Geld ausgeben müssen: für das moderne Stallgebäude, für die Melk- und Kühlanlagen, für eine Entmistungsanlage, für den Jauchetank und für das Futterlager. Mit der elektrischen Melkmaschine können die 32 Kühe in etwa einer Stunde gemolken werden. Aus dem Kuheuter fließt die Milch durch Schläuche in die Kühlanlage. Tankfahrzeuge der Molkerei holen sie einmal täglich ab. Die Kühe müssen jeden Morgen und jeden Abend gemolken werden. Ein freies Wochenende oder einen Urlaub hat die Familie Moser trotz der Automatisierung im Kuhstall nicht. „Die Milch ist unsere wichtigste Einnahmequelle", sagt Frau Moser. „Wir könnten noch mehr Milch erzeugen, wenn wir das Gras nicht zu Heu, sondern in einem Silo zu Gärfutter verarbeiten würden. Aber das verbietet die Käserei. Aus unserer Milch wird nämlich Hartkäse hergestellt, der berühmte Emmentaler." Silofutter macht die Milch für die Herstellung von Hartkäse untauglich. Zum Ausgleich erhält Bauer Moser einen höheren Preis als seine Nachbarn, die Silofutter verwenden und ihre Milch an ein Milchwerk liefern. Dort werden Trockenmilch für Schokoladenfabriken, Kondensmilch, Butter und Weichkäse hergestellt. Bauer Moser braucht viel Heu als Winterfutter. Deshalb dienen seine Weiden auch als Wiesen: Sie werden gemäht. Man spricht von „Mähweiden". Jede Mähweide wird durch Elektrozäune in kleine Koppeln unterteilt, damit die Kühe das Gras gleichmäßig abfressen. Nach 4 bis 5 Tagen ist die nächste Koppel dran. „Umtrieb" nennt man das im Allgäu. Man sieht die Kuhherde also immer nur auf einer kleinen Fläche weiden. Nach dem Weidegang wird gedüngt. Das Gras wächst nach, wird gemäht und zu Heu gemacht. Jede Kuh muss kalben, sonst gibt sie keine Milch. Eine Kuh bekommt einmal im Jahr ein Kalb. Die jungen Bullen verkauft Bauer Moser bald nach der Geburt. Die weiblichen Jungtiere behält er. Sie kommen im Sommer auf eine besondere Weide: 18 km vom Hof entfernt und 1200 m hoch in den Alpen. Es ist eine Alm. Dort bleiben sie drei Monate lang. Nur gelegentlich fährt Herr Moser hin, um nach dem Rechten zu sehen. Früher hat er auch Milchkühe auf die Alm getrieben. Aber das lohnt heute nicht mehr. Es macht zuviel Arbeit. |
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1. Warum ist Weidenmast
besser als Stallmast? 2. Was bedeute es, wenn Bauer Hansen ein "guter Viehhändler" sein muss? 3. Wohin verkauft Bauer Hansen seine Bullen? |
Bauer
Hansen Bauer Hansen legt Wert auf eine rasche Gewichtszunahme der Bullen. Auf der Weide nimmt jedes Tier täglich 1 kg zu. Die Weiden in Eiderstedt sind größer als die im Allgäu. Sie bieten viel Futter. Den ganzen Sommer über können die Tiere auf ihrer Weide bleiben. Man spricht von „Standweiden". Die Standweiden werden von den Schafen gleichmäßig sauber gefressen. Im Winter, wenn die Bullen im Stall gefüttert werden, nehmen sie täglich nur 0,5 kg zu. Manche Bauern führen Bullenmast ganz im Stall durch. Die Tiere erhalten dann ein besonderes Kraftfutter. Weidemast ist nicht nur billiger, sie ist auch besser. Auf der Weide wachsen die Bullen schneller, ihr Fleisch wird nicht fett und erzielt dadurch höhere Preise. Außerdem macht Weidemast weniger Arbeit. Bauer Hansen kann seinen Betrieb ganz allein bewirtschaften. Er selber besitzt keine Maschinen. Wenn er Heu machen, Dünger streuen oder Gräben reinigen will, ruft er einen Lohnunternehmer, der die Arbeit für ihn erledigt. Bullenmast ist einfacher als Milchwirtschaft. Wichtig ist aber, dass der Bauer ein guter Viehhändler ist. Er muss die Bullen im richtigen Augenblick einkaufen, und er muss sie im richtigen Augenblick verkaufen. Bauer Hansen verkauft seine Bullen vorwiegend an den Großschlachthof in Husum. Von dort wird das Fleisch bis in das Ruhrgebiet geliefert. |
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1. Wie viele Ferkel hat
das Mutterschwein geboren? 2. Warum ist die Sau angebunden? 3. Hatten Schweine schon immer 16 Rippen? 4. Was macht der Bauer an seinem Schreibtisch? |
Wir erkunden einen
Bauernhof Woher kommen eigentlich unsere wichtigsten Nahrungsmittel? Die Jungen und Mädchen der Klasse 5 c der Anne-Frank-Schule wollten es genau wissen. Auf ihrem Klassenausflug besuchten sie den Hof des Bauern Kupski. Es wurden zwei aufregende Stunden dort. Herr Kupski ließ die ganze Klasse gleich zu den Schweinen reinschauen - genauer gesagt: zu den Ferkeln. Zwölf Ferkel waren gerade erst geboren. Sie lagen zusammen mit dem Mutterschwein in einer Box. Wenn die Ferkel etwa 6 Wochen alt sind, werden sie von der Sau getrennt und in einem anderen Stallteil untergebracht. Die Jungen und Mädchen waren überrascht: Es sah gar nicht aus „wie im Schweinestall". „Ohne Sauberkeit wären meine Schweine viel zu oft krank. Schweine sind empfindliche Tiere", erklärt Herr Kupski. „Warum ist die Sau denn angebunden?", will Heiner wissen und Ulrike staunt: „Die Schweine sind ja so schlank!" „Alles der Reihe nach", sagt Herr Kupski: „Wenn ich die Sau nicht anbinde, läuft sie in der Box umher und legt sich aus Versehen auf ein Ferkel. Ja, und der Schweinespeck: Wer will denn heute noch fettes Fleisch? Die Schweine haben sich auf unsere Essgewohnheiten umstellen müssen. Dabei haben die Schweinezüchter sogar die Natur überlistet. Früher hatte jedes Schwein 12 Rippen. Das gab 24 Koteletts. Das moderne Schwein hat 16 Rippen." Die Schüler kamen ins Fragen. Es war gut, dass sie ihre Fragen in einem Fragebogen zusammengestellt hatten. Nach dem Schweinestall waren sie noch im Kuhstall und im Wohnhaus. Sie besichtigten die Maschinen und fuhren mit dem Traktor aufs Feld hinaus. Sie staunten, was ein Bauer alles können muss: Tiere betreuen, Pflanzen pflegen, Maschinen bedienen, Rechnungsbücher führen ... Viele hatten sich die Landwirtschaft ganz anders vorgestellt. |
Zur
Abwechslung: Nimm dir eine gute Deutschlandkarte (Atlas) und stelle fest, in welchen Gebieten Deutschlands was überwiegend der Fall ist! Also zum Beispiel: Verstädterte
Gebiete mit nur wenigen landwirtschaftlichen Betrieben: |
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