Arbeiten mit Sachtexten

Diese Lerngeschichten in größerer Schrift und versehen mit vielen anschaulichen Bildern
kann man sich im Original hier ansehen: Quelle. Dort gibt es noch sehr viel mehr spannende
Sachen zum Lesen, Lernen und Spaßhaben! Autor: Alois Brei von der Hamsterkiste

Tiere im Winter
An der Nordsee
Sonne und Planeten
Höhlenmalerei der Steinzeit
Die Schule von Omas Oma

Die Getreidearten
...wird fortgesetzt
Vorsicht: Giftpflanzen





Lösungen der Onlineübungen und Antworten zu den Randfragen

 

Für alle Lerngeschichten gilt:
Gründliches Lesen Absatz für Absatz
Auf bereit liegendem Zettel Stichwörter notieren.
Links auf die Fragen schauen, die neben dem jeweiligen Abschnitt stehen und überprüfen, ob du sie beantworten kannst.
Erst wenn du das kannst, weiterlesen!
Du musst das Ganze nicht in einer "Sitzung" erledigen, verteile dir die Lese- und Denkarbeit ruhig auf mehrere Tage!
Am Schluss den gesamten Text noch einmal im Zusammenhang lesen
Den Wissenstest durchführen und über die dort erreichte Note nachdenken. Bei diesem Test solltest du nicht zum Text zurückgehen, du betrügst dich sonst selbst.

 

Tiere im Winter

 

 

 

 

 

 

 

1. Wie nennt man das dichte Fell, das einige Tierarten im Winter tragen?

2. Welchen Tierarten wächst ein solches Fell (Beispiele)?

3. Warum bewegen sich die Tiere des Waldes im Winter möglichst wenig?




4. Wie nennt man die Vogelarten, die den Winter im Süden verbringen?

5. Welche Vogelarten gehören
z. B. zu den Standvögeln?

6. Wie sind Enten gegen die Kälte geschützt?



7. Welche Temperaturen können Rentiere aushalten?

8. Wozu dienen die breiten Hufe der Rentiere?

9. Welche Hunderasse kann sehr niedrige Temperaturen ertragen?

10. Welche Tiere halten einen Winterschlaf (Beispiele)?

11. Was geschieht in dieser Zeit mit der Körpertemperatur und dem Herzschlag dieser Tiere?

12. Wovon leben die Tiere, die einen Winterschlaf halten?

13. Wie viel Gewicht verlieren Igel während des Winterschlafs?




14. Welche Tiere halten eine Winterruhe (Beispiele)?

15. Was ist bei der Winterruhe anders als beim Winterschlaf?

16. Wovon leben die Tiere, die Winterruhe halten?






17. Wie hoch ist die Körpertemperatur der Tiere in der Winterstarre?

18. Warum müssen sich diese Tiere an einem frostsicheren Ort aufhalten?

19. Welche Tiere fallen in eine Winterstarre (Beispiele)?





20. Wie warm kann es in der Wintertraube der Bienen werden?

21. Wodurch wird die Wärme in der Wintertraube erzeugt?

22. Wer soll durch die Wintertraube besonders geschützt werden?



23. Wodurch wird verhindert, dass Marienkäfer bei Frost erfrieren?

24. Warum überwintern Marienkäfer in großen Gruppen?






25. Wie hoch ist die Körpertemperatur der Fische?

26. Wo halten sich Fische im Winter auf?





27. Welche Schmetterlingsarten überstehen den Winter als ausgewachsene Falter (Beispiele)?

28. Wie überwintern die anderen Schmetterlingsarten?


Und hier kannst du dein frisch erworbenes Wissen testen!
 

 

Wir Menschen genießen es, wenn Schnee und Eis die Welt um uns herum verzaubern. Kinder bauen Schneemänner, sie rodeln oder sausen mit Schlittschuhen über die gefrorene Eisfläche. Wenn es uns zu kalt ist, ziehen wir uns in die Wärme der Häuser zurück.
Für die frei lebenden Tiere jedoch ist der Winter eine harte Zeit. Es ist kalt, vor allem ist wenig Nahrung zu finden. Doch die Natur weiß auch damit umzugehen.

Alle Lebewesen sind ihrem Lebensraum angepasst, also auch den winterlichen Verhältnissen. Die Tiere, die den Winter bei uns verbringen, überstehen diese schwierige Zeit auf verschiedene Weisen. Einige Beispiele findest du in dieser Lerngeschichte.

Einigen hilft ein dickes Fell
Pferde und Rinder verbringen den Winter meistens in einem geschützten Stall. Aber im Herbst wächst ihnen ein dichtes Winterfell, so dass sie auch in einem offenen Stall gehalten werden können. Wildpferde und einige Rinderrassen leben das ganze Jahr über draußen. Das Winterfell schützt die Tiere gegen Temperaturen bis etwa minus 20 Grad Celsius.
Die Tiere brauchen jedoch im Winter mehr Futter und Wasser als in der übrigen Jahreszeit, denn der Energiebedarf ist im Winter deutlich höher. Draußen brauchen auch sie einen Schutz gegen den eisigen Wind.

Auch die Tiere des Waldes wie Rehe, Hirsche, Wildschweine, Marder und Fuchs tragen ein dickes Winterfell, das sie gut gegen die Kälte schützt. Sie finden allerdings oft nur wenig Nahrung. Im Herbst haben sie meistens etwas Fett angesetzt, von dem sie jetzt zehren. Außerdem bewegen sie sich im Winter so wenig wie möglich, um Energie zu sparen.

Vögel frieren nicht, aber ...
Einige Vogelarten verlassen uns rechtzeitig im Herbst. Sie verbringen den Winter in den Ländern rund um das Mittelmeer oder in Afrika. Dazu gehören z. B. die Stare, die Schwalben und die Störche. Man nennt sie Zugvögel.

Die Vögel, die bei uns bleiben, bezeichnen wir als Standvögel. Dazu gehören z. B. die Amseln, Meisen, Buchfinken und Rotkehlchen. Sie legen sich im Herbst ein dichtes Gefieder zu. Das schützt sie gut gegen Kälte. Aber auch für sie ist es mühsam, genügend Nahrung zu finden. Deshalb suchen sie im Winter gern Futterplätze auf, die Menschen für sie anlegen.

Wasservögel wie Enten sind ebenfalls sehr gut gegen die Kälte geschützt. Ihr Gefieder ist wasserdicht. Unter den Deckfedern wächst ihnen eine Schicht dichter, wärmender Daunen. Die Deckfedern fetten sie regelmäßig mit einem Fett ein, das sie in der Bürzeldrüse am Hinterleib produzieren. Wenn die Gewässer zugefroren sind, haben aber auch sie Probleme, genügend Nahrung zu finden.

Einige trotzen sogar arktischer Kälte
Rentiere leben im Norden Europas und Nordamerikas. Sie sind besonders gut gegen Kälte geschützt. Ihr Fell ist sehr dicht. Zwischen den Haaren sind kleine Luftpolster eingeschlossen, die wie eine Isolierung wirken. Rentiere können so Temperaturen bis minus 40 Grad Celsius aushalten.
Rentiere haben ein besonders dichtes Fell. Mit ihren breiten Hufen können Rentiere gut auf Schnee laufen oder unter dem Schnee Flechten und Moose freilegen.

Auch der Husky kann sehr niedrige Temperaturen ertragen. Sein Fell besitzt zwei Schichten. Die obere wird von den Deckhaaren gebildet, die wasserabweisend und sehr robust sind. Darunter befindet sich die Unterwolle, die aus feinen Haaren besteht. Huskys lassen sich manchmal sogar einschneien.

Nicht nur Igel halten Winterschlaf
Im Sommer und im Herbst fressen sich die Igel ein Fettpolster an. Im Oktober oder November suchen sie sich ein geschütztes Plätzchen unter einem Haufen aus Holz oder Laub und schlafen ein. Ihre Körpertemperatur sinkt dann bis auf nur noch 4 Grad Celsius. Dadurch verbrauchen sie so wenig Energie, dass das Fettpolster bis zum Frühjahr reicht. Im Oktober oder November fallen Igel in einen Winterschlaf.

Igel können so bis zu einem halben Jahr ohne Futter auskommen. Sie verlieren allerdings während des Winterschlafs 20 bis 40 Prozent ihres Gewichts. Ein Igel, der im Herbst 1000 g wog, ist im Frühling nur noch 600 bis 800 g schwer. Im März oder April wachen sie auf. Dann müssen sie schnell möglichst viel Futter finden.

Auch Zwergfledermäuse halten einen Winterschlaf

Andere Winterschläfer sind z. B. Murmeltiere, Fledermäuse, Siebenschläfer oder Haselmäuse. Sie senken ebenfalls ihre Körpertemperatur bis auf wenige Grad ab. Ihr Herz schlägt sehr langsam und sie atmen nur noch ganz selten.

Eichhörnchen und Hamster sorgen vor
Eichhörnchen legen in einem hohlen Baumstumpf oder in einer Astgabel ein Nest an, das man Kobel nennt. Ein Kobel ist etwa einen halben Meter breit, hat innen ungefähr 20 cm Platz und wird mit Moos und Gras ausgepolstert. Er hat einen Eingang von unten und ein Dach, so dass es im Inneren trocken ist. Eichhörnchen halten Winterruhe, keinen Winterschlaf.

In diesem Kobel verschlafen die Eichhörnchen die meiste Zeit des Winters. Sie bereiten sich aber besonders vor: Ihnen wächst ein dichtes Winterfell und im Herbst sammeln sie eifrig Eicheln, Bucheckern, Zapfen und Nüsse, die sie an verschiedenen Stellen vergraben. Wenn sie dann im Winter aufwachen, brauchen sie nur noch ihre Verstecke zu finden und können sich wieder richtig satt futtern.

Da Eichhörnchen zwar viel schlafen, aber mehrmals wach werden, nennt man ihre Methode Winterruhe. Auch andere Säugetiere wie Dachs, Feldhamster oder Maulwurf halten eine Winterruhe.

Feldhamster legen sich einen unterirdischen Getreidevorrat an.

Kälte ja, aber bitte keinen Frost
Sobald es draußen kälter wird, suchen Frösche, Kröten, Eidechsen einen geschützten Ort auf. Mit den sinkenden Temperaturen fallen sie in eine Winterstarre. Die Tiere bewegen sich nicht mehr, ihre Körpertemperatur ist so hoch wie die der Umgebung. Sie atmen nur sehr selten und ihr Herz schlägt nur wenige Male in der Minute.

Die Tiere müssen nur rechtzeitig an einem Ort sein, an dem sie vor Frost geschützt sind. Sonst würde ihr Körper, der ja zum Teil aus Wasser besteht, gefrieren und zerstört werden. Frösche ziehen sich z. B. auf den Boden eines Teiches zurück. Der Teichfrosch muss im Herbst rechtzeitig einen vor Frost geschützten Ort finden.

Auch einige Insekten und Schnecken fallen in die Winterstarre, ebenso einheimische Schlangen wie die Ringelnatter. Sie verbringen den Winter z. B. unter einem Laubhaufen oder in einem Mauseloch.

Bienen haben sogar eine Heizung
Bienen verbringen den Winter in ihrem Bienenstock. Zu einem Bienenvolk gehören in dieser Zeit einige tausend Arbeiterinnen und eine Königin. Im Sommer werden die Arbeiterinnen nur 6 Wochen alt, im Winter jedoch leben sie 6 Monate lang. Das ist für alle sehr wichtig.

Die Bienen kriechen in der kalten Zeit in ihrem Stock ganz eng zusammen. Eine hält sich an der anderen fest und bewegt ihre Flugmuskeln. So entsteht eine so genannte Wintertraube.

Bienen geben dabei wie alle Lebewesen auch Wärme ab. Durch die körperliche Anstrengung wird diese Wärmeabstrahlung noch erhöht. So wird es im Inneren der Traube ganz schön warm. Die Temperatur kann auf bis zu 30 Grad Celsius klettern.

Ganz innen sitzt die Königin. Die soll nämlich auf jeden Fall überleben. Die Arbeiterinnen wechseln ihre Plätze von Zeit zu Zeit. So kommt jede mal nach innen, und für kurze Zeit kann man es auch am kalten Rand der Traube aushalten.

Marienkäfer sind nicht gern allein
Marienkäfer suchen sich einen geschützten Ort unter Laub, Moos, Holz oder Steinen. Sie haben in ihrem Körper eine Flüssigkeit, die dafür sorgt, dass sie auch bei Frost nicht zerplatzen, ein eingebautes Frostschutzmittel sozusagen. So können sie Temperaturen bis zu minus 15 Grad Celsius aushalten. Marienkäfer überwintern in großen Gruppen an geschützten Stellen. So können sie im Frühjahr ohne langes Suchen einen Partner finden. Das ist nicht so anstrengend und spart Energie.

Im Winter leben sie von Fett und anderen Stoffen, die sie in ihrem Körper angesammelt haben.

Fische zieht es in die Tiefe
Fische passen ihre Körpertemperatur der Temperatur des Wassers an. Wenn das Wasser warm ist, ist auch der Körper des Fisches warm. Wenn das Wasser kälter wird, nimmt auch die Körpertemperatur des Fisches ab. Forellen und andere Fische bewegen sich im Winter möglichst wenig. Sie halten sich in der Tiefe der Gewässer auf.

Außerdem bewegen sich die Fische im Winter nur so viel wie nötig, um Energie zu sparen. Im Herbst haben sie etwas Fett angesetzt, von dem sie jetzt zehren. Sie halten sich in der kalten Jahreszeit in der Tiefe der Gewässer auf und warten auf den Frühling. Die Schleie z. B. hält sogar einen Winterschlaf im Schlamm.

Überleben in Höhlen und kleinen Ritzen
Die meisten Schmetterlinge sterben, bevor der Winter beginnt. Einige Arten jedoch überwintern als voll ausgewachsene Insekten, z. B. der Zitronenfalter und das Tagpfauenauge. Sie verstecken sich in hohlen Bäumen oder in den Bauten und Höhlen anderer Tiere und verharren dort regungslos. Der Zitronenfalter kann auch als ausgewachsenes Insekt überwintern und das Tagpfauenauge auch.

Von den meisten Arten überwintern aber nur Raupen, Puppen oder sogar nur die Eier. Man findet sie in kleinen Ritzen, in hohlen Stängeln von Pflanzen oder an einen Baum oder an eine Hauswand geklebt.

Die Raupe des Schwarzgefleckten Bläuling lässt sich sogar von Ameisen gefangen nehmen und in den schützenden Ameisenbau verschleppen. Als Entschädigung sondert sie ab und zu einen süßen Tropfen ab, den die Ameisen so gern mögen.

Wenn man mehr wissen will ...
Das waren einige Beispiele. Mehr kannst du unter anderem hier erfahren:
Tiere im Winter (Wissen auf der BR-Kinderinsel)
Aus dem Leben des Grasfrosches: Die Überwinterung
Blinde-Kuh.de (Als Suchwort gibst du Tiere im Winter ein.)
Spannendes bei wellermanns
   
An der Nordsee



1. Mit welchem Ozean ist die Nordsee verbunden?

2. Welche Länder grenzen an die Nordsee?

3. Wie tief ist die Nordsee?

4. Wie wird die Nordsee auch genannt?
Blauer Himmel, das Meer rauscht, es ist warm, wir können herrlich im Sand spielen, im Wasser plantschen, Muscheln suchen, Quallen fangen, Kanäle bauen.
Viele Menschen machen Urlaub an der Nordsee, nicht nur im Sommer. Auf den Inseln und dem Festland kann man sich gut erholen - und sehr viel Interessantes entdecken.

Wo liegt die Nordsee?
Die Nordsee ist ein kleines Meer am Rande des Atlantischen Ozeans. Sie liegt zwischen den Ländern
Großbritannien,
Norwegen,
Dänemark,
Deutschland und den
Niederlanden.
Die Nordsee ist ein flaches Meer. Sie ist selten tiefer als 40 Meter. Aber die Wellen können trotzdem ganz schön hoch werden. Weil sie ganz wild und gefährlich werden kann, wird die stürmische Nordsee auch "Blanker Hans" genannt.
5. Wie nennt man die Zeit des sinkenden Wassers?
6. Wie nennt man die Zeit des steigenden Wassers?
7. Welche anderen Begriffe verwendet man für diesen Vorgang?
8. Wie lange dauert es ungefähr von einer Ebbe bis zur nächsten?
9. Wie hoch ist der Unterschied zwischen den beiden Wasserständen an der Nordsee?
Ebbe und Flut
Der Wasserstand der Nordsee ist nie gleich. Mal ist das Land bis an die Deiche von Wasser bedeckt. Dann zieht sich das Wasser zurück und Meeresboden wird sichtbar.
An der Nordsee herrscht ein ständiger Wechsel zwischen niedrigem und hohem Wasserstand. Wenn das Wasser sinkt, nennt man dies Ebbe, wenn es steigt, kommt die Flut. Man spricht auch von den Gezeiten oder einer Tide. In ungefähr 25 Stunden gibt es zweimal Ebbe und zweimal Flut. Der Unterschied beträgt an der Nordsee ungefähr 3,50 Meter.
10. Welcher Himmelskörper verursacht Ebbe und Flut?

11. Wie viele "Wasserberge" wandern um die Erde?

12. Wie oft am Tag entstehen Ebbe und Flut?
Wie entstehen Ebbe und Flut?
Ebbe und Flut auf der Erde werden vor allem vom Mond verursacht. Mond und Erde ziehen sich nämlich gegenseitig an.
Die Anziehung durch den Mond hebt den Wasserspiegel auf der Seite der Erde an, die dem Mond zugewandt ist. Wenn Sonne und Mond in einer Richtung stehen, kann diese Wirkung noch verstärkt werden. Auch auf der gegenüber liegenden Seite entsteht ein Wasserberg. Da Erde und Mond sich nicht nur anziehen, sondern auch im Kreis bewegen, wirken auf dieser Seite Fliehkräfte. Da die Erde sich dreht, wandern die Wasserberge um die Erde herum. So sind an den Küsten zweimal am Tag Ebbe und Flut zu beobachten.
13. Woraus bestehen die Inseln an der Nordseeküste?

14. Wie alt sind diese Inseln?

15. Zu welchem Land gehören die Westfriesischen Inseln?

16. Zu welchem Bundesland gehören die Ostfriesischen Inseln?

17. Wie bezeichnet man die Inseln vor der Küste Schleswig-Holsteins und Dänemarks?

18. Was sind Halligen?
Welche Insel in der Nordsee besteht aus felsigem Material?
Die Inseln
Zwischen dem Meer und dem Festland liegen Inseln. Sie bestehen vorwiegend aus hellem Sand. Das Meer und der Wind verändern ihre Form ständig. Sie sind sehr jung, wahrscheinlich nicht älter als 2000 Jahre.
Während der Eiszeit lag der Meeresspiegel etwa 60 m tiefer als heute. Als es vor 10.000 Jahren wieder wärmer wurde, schmolz das Eis und Teile des Festlandes wurden überflutet. Die Flüsse schwemmten jedoch viel Sand ins Meer. Der Wind formte aus diesem Sand Dünen. Aus den sandigen Dünen entstanden die Inseln.

Die Westfriesischen Inseln liegen vor der niederländischen Küste. Dazu gehören z. B. Texel und Ameland.
Die Ostfriesischen Inseln finden wir vor der Küste von Niedersachsen. Die größten heißen Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge.
Die Nordfriesischen Inseln liegen vor der Küste von Schleswig Holstein und Dänemark. Dazu gehören Pellworm, Sylt, Amrum und Föhr.

Die Halligen sind Reste des Festlandes. Nur die Insel Helgoland besteht aus felsigem Material. Sie ist viel älter als die anderen Inseln.
19. Wie nennt man das Gebiet zwischen Inseln und Festland?

20. Wie nennt man die "Flüsse", durch die Wasser hinein und hinaus fließt?

21. Wie nennt man den Boden in diesem Meeresgebiet?

22. Warum bezeichnet man dieses Meeresgebiet als "Kinderstube der Nordsee"?
Das Wattenmeer
Zwischen den Inseln und dem Festland liegt das Wattenmeer. Bei Flut ist es von Wasser bedeckt. Bei Ebbe ragen weite Flächen aus dem Wasser. Durch Priele fließt das Wasser hinein und hinaus. Der Boden ist von glitschigem Schlick bedeckt.
An manchen Stellen kann man bei Ebbe vom Festland bis zu den Inseln laufen. Aber Vorsicht: Das Meer verändert das Wattenmeer ständig. Deshalb darf man hier nur mit einem erfahrenen Wattführer laufen. Im Wattenmeer leben sehr viele Tiere. Man bezeichnet es als die "Kinderstube der Nordsee", weil hier viele Junge geboren werden.
23. Wie lang kann ein Seehund werden?

24. Aus wie vielen Teilen bestehen die Schalen der Muscheln?

25. Wovon lebt der Wattwurm?
Tiere an und in der Nordsee (1)
Der Seehund gehört zu den Robben. Er wird bis zu 2 m lang. Er kann sehr gut schwimmen. Er jagt Fische aller Art.
Die Schalen der Muscheln werden gern von Kindern gesammelt. Die Muscheln leben zwischen den beiden Hälften der Schale.
Der Boden im Wattenmeer ist oft übersät von Haufen, die die Wattwürmer ausscheiden.
Der Wattwurm oder Prielwurm frisst Sand. Sein Körper verdaut die essbaren Bestandteile, der Rest wird ausgeschieden.
26. Welche Farbe hat das Gefieder der Austernfischer?

27. Welche Möwen leben auch an Flüssen und Seen im Binnenland?

28. Zu welcher Fischfamilie gehören die Schollen?

29. Warum kommen Ringelgänse im Winter an die Nordsee?

 
Tiere an und in der Nordsee (2)
Die Austernfischer gehören zu den häufigsten Vögeln an der Nordsee. Er hat ein schwarz-weißes Gefieder.
Die Lachmöwen leben auch an Flüssen und Seen.
Die Flunder gehört ebenso wie die Scholle zu den Plattfischen. Beide sind beliebte Speisefische.
Ringelgänse kommen wie viele Vögel im Winter aus dem kalten Norden. An der Nordsee finden sie immer reichlich Futter.
30. Welche Farbe hat der Schnabel der Silbermöwen?

31.Welches Meerestier bezeichnet man auch als Krabbe?
Tiere an und in der Nordsee (3)
Die Krabbe hat zwei Scheren, mit denen sie tüchtig zupacken kann.
Silbermöwen folgen gern den Schiffen, die zwischen Festland und den Inseln fahren. Ihre Schnäbel sind gelb-orange gefärbt.
Nordseegarnelen bezeichnet man auch als Krabben. Sie werden von Krabbenkuttern gefangen und gelten als Delikatesse.
32. Wie nennt man die Lebensge-meinschaft von Pflanzen, die Salzwasser vertragen?

33. Welche Pflanze hält den Sand der Dünen besonders gut fest?

34. Warum sollte ein Deich immer dicht bewachsen sein?
Die Pflanzen
Manche Flächen an der Nordsee werden oft oder ständig von Salzwasser überspült. Die Pflanzen müssen dieses Wasser also auch vertragen. Es bilden sich Salzwiesen.
Der Sand der Dünen wird leicht vom Wind fortgetragen. Deshalb pflanzt man Strandhafer. Er ist anspruchslos und seine Wurzeln halten den Sand fest.
Eine typische Pflanze des Wattenmeeres ist der Queller. Er verträgt Salzwasser und seine kräftigen Wurzeln krallen sich im Boden fest. So überstehen sie auch manche Überflutung.
Eine wunderschöne Pflanze an der Nordseeküste ist der Strandflieder.
Auf den Deichen wachsen verschiedene Gräser. Ihre Wurzeln schützen den Deich vor Zerstörung. Schafe sorgen dafür, dass das Gras kurz und der Boden immer schön fest bleibt.
35. Wodurch werden Land und Menschen an der Nordsee oft bedroht?

36. Was ist der wichtigste Schutz gegen das Meer?

37. Wie breit und wie hoch sind die heutigen Deiche?

38. Woraus bestehen "Lahnungen"?

 
Sturmfluten bedrohen das Land
Wenn es im Herbst oder im Winter kräftig stürmt, wird die Nordsee gefährlich. Sturmfluten bedrohen das Land und das Leben der Menschen. 1953 ertranken in den Niederlanden über 2.000 Menschen nach einer Sturmflut. 1962 wurden in Norddeutschland mehr als 300 Menschen ein Opfer des "Blanken Hans".
Die Menschen an der Küste haben gelernt, mit den gewaltigen Kräften des Meeres zu leben. Der wichtigste Schutz vor dem Meer sind die Deiche. Ein altes Sprichwort an der Nordsee sagt: "Wer nicht will deichen muss weichen!"
Die Deiche mussten im Laufe der Jahrhunderte immer höher gebaut werden. Sind sind heute am Fuß ungefähr 100 m breit. Die Deichkrone liegt etwa 8 m über dem mittleren Hochwasserstand.
Zum Meer ist ein Deich sehr schräg angelegt, damit die Wellen nicht mit Wucht gegen den Deich schlagen, sondern auslaufen können und so ihre Kraft verlieren.
Immer wieder müssen die Deiche überprüft, erneuert oder verbessert werden.
Vor den Deichen baut man Lahnungen aus Pfählen und Reisig. Sie teilen das Vorland des Deiches in rechteckige Felder. Zwischen den Lahnungen lagert sich Sand ab. So wird die Gewalt der Wellen vermindert, bevor sie den Deich erreichen.
39. Was soll ein Sperrwerk verhindern?

40. Wie heißt eine der größten Werften an der Nordseeküste?

41. Welche Gefahren gehen zum Beispiel vom Schiffsverkehr aus?
Sperrwerke und Tanker
In den Niederlanden hat man die Küstenlinie verringert und an den Mündungen der Flüsse riesige Sperrwerke gebaut. An der Ems wurde ebenfalls ein Sperrwerk gebaut. Es soll verhindern, dass das Wasser der Nordsee in die Ems eindringt.
Außerdem können Schiffe, die auf der Meyer-Werft in Papenburg gebaut werden, dann besser die Nordsee erreichen.
Nicht nur vom Meer, auch vom Schiffsverkehr auf dem Meer gehen Gefahren aus. Wenn Öltanker verunglücken, werden oft weite Meeres- und Küstenflächen verseucht. Das Gefieder der Seevögel verklebt, sie können nicht mehr fliegen. Die Aufzucht junger Meeresbewohner wird durch das Öl empfindlich beschädigt. Bisher ist die deutsche Nordseeküste zum Glück von schweren Tankerunfällen verschont geblieben.
42. Was ist der Sinn eines Nationalparks?

43. Welche Nationalparks gibt es im Wattenmeer?

44. Wie lang ist das Wattenmeer zwischen Dänemark und den Niederlanden?


Und hier kannst du dein frisch erworbenes Wissen testen!
"Natur Natur sein lassen..."
Das ist der Sinn eines Nationalparks Wattenmeer. Ein Nationalpark ist ein Schutzgebiet. Die Tiere und Pflanzen sollen ihre Ruhe haben und die Natur soll sich selbst überlassen bleiben. Menschen sollen möglichst nicht in die Natur eingreifen. Dennoch soll ein Nationalpark für die Menschen zugänglich sein, um sich dort zu erholen oder um zu forschen.
Der Nationalpark "Niedersächsisches Wattenmeer" reicht von Borkum bis Cuxhaven und schließt die Inseln Juist, Norderney Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge mit ein.
Vor Cuxhaven in der Deutschen Bucht liegt der "Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer" mit den Inseln Neuwerk und Scharhörn. Das Mündungsgebiet der Elbe ist wegen des Zusammentreffens von Salz- und Süßwasser besonders reich an natürlichen Nährstoffen und damit auch an Küsten- und Seevögeln.
Daran schließt sich der "Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer" an. Zu ihm zählen auch die Insel Trischen, sowie die Halligen Habel, Hamburger Hallig, Norderoog, Südfall und Süderoog.
Das gesamte Wattenmeer zwischen Esbjerk (Dänemark) und Den Helder (Niederlande) ist ca. 500 km lang und schließt eine Fläche von 8000 qkm ein. Insgesamt macht es aber nur 1,5 % der Nordsee aus.
   
Die Sonne und ihre Planenten

1. Aus welchem Gas besteht die Sonne hauptsächlich?

2. In welches Gas wird dieser Stoff umgewandelt?

3. Wie heiß ist es im Inneren der Sonne?

4. Wie heiß ist es an der Oberfläche?

5. Was sind "Sonnenflecken"?

6. Was sind "Protuberanzen"?

7. Welche Erscheinung löst der Sonnenwind auf der Erde aus?

8. Wie weit ist die Erde von der Sonne entfernt?
 

 

 

 


9. Was unterscheidet einen Planeten von einer Sonne?

10. Wie heißen die 8 Planeten der Sonne?

 

 

 

11. Woraus besteht Merkur?

12. Wie heiß wird es tagsüber, wie heiß wird es nachts auf dem Merkur?



 

13. Warum kann man von der Erde aus nicht auf die Oberfläche von Venus sehen?

14. Aus welchem Gas besteht die Atmosphäre von Venus?

15. Wie heiß ist es auf Venus?
 

 

 

 

 

 

16. Warum erscheint die Erde aus dem Weltall blau?

17. Aus welchen Schichten besteht die Erde?

18. Aus welchen Gasen besteht die Lufthülle der Erde vorwiegend?

 

 

 

 

 

19. Wie viele Menschen haben bisher den Mond betreten?

20. Wodurch sind die Krater auf dem Mond entstanden?

21. Wie lange braucht der Mond für eine Erdumrundung?

22. Wie lange braucht er für eine Umdrehung um sich selbst?

23. Wie weit ist der Mond von der Erde entfernt?

24. Was bewirkt der Mond auf der Erde?

 

 

 

 

 

25. Warum bezeichnet man den Mars als den "roten Planeten"?

26. Wie heißt der höchste Berg auf dem Mars?

27. Wie heißen die Monde des Mars?

28. Warum wird es z. B. so schwierig sein, auf dem Mars zu landen?
 

 

29. Wie schwer ist Jupiter im Vergleich zu den anderen Planeten?

30. Wie lange braucht er für eine Umdrehung um sich selbst?

31. Woraus besteht er?

32. Wie heißt der große Wirbelsturm auf der Südhalbkugel des Jupiter?

33. Wie viele Monde umkreisen den Jupiter?

34. Wie heißen die Monde, die Galileo Galilei im Jahr 1610 entdeckte?
 

 

 

 

35. Wie lange braucht der Saturn für eine Umdrehung?

36. Woraus besteht der Saturn?

37. Woraus bestehen die Ringe des Saturn?

38. Wie viele Monde umkreisen ihn?

 

 

 

 

39. Wie lange dauert eine Umdrehung des Uranus?

40. Woraus besteht Uranus?

41. Warum dauert eine Jahreszeit auf Uranus 40 Jahre?
 

 



 

42. Welchem Planeten ist Neptun ähnlich?

43. Wie viele Monde umkreisen ihn?

 

 

44. Wie kalt ist es auf Pluto?

45. Wie heißt der Begleiter des Pluto?

46. Warum zählt Pluto heute nicht mehr zu den Planeten der Sonne?


...und hier dein Test!

 

 

 

 

Die Sonne
Die Sonne ist ein Stern mittlerer Größe. Sie besteht hauptsächlich aus dem Gas Wasserstoff. In jeder Sekunde jedoch werden 6 Millionen Tonnen Wasserstoff in das Gas Helium umgewandelt. Dabei entsteht ein Überschuss an Energie, der an den Weltraum abgegeben wird. Im Inneren der Sonne herrschen Temperaturen von mehr als 15 Millionen Grad. An der Oberfläche ist es 3.500 bis über 5.500 Grad heiß. Die "kälteren" Zonen nennen wir Sonnenflecken.

Unaufhörlich explodieren Gasmassen, die weit in den Weltraum geschleudert werden. Man nennt sie Protuberanzen. Dabei werden einige Gaspartikel so beschleunigt, dass sie in den Weltraum entweichen. Das nennt man dann Sonnenwind. Er erreicht auch die Erde und sorgt hier z. B. für das Polarlicht.

Die Sonne dreht sich um sich selbst. Sie braucht dazu an ihrem Äquator 25,4 Erdentage. An den Polen jedoch dauert eine Drehung 36 Tage. Die Gasmassen der Sonne drehen sich also unterschiedlich schnell.

Durchmesser der Sonne 1.390.000 km
Entfernung von der Erde 147 bis 152 Millionen km


 

 

Die Planeten
Die Sonne strahlt helles Licht und Wärme aus. Zu ihr gehören einige Himmelskörper, die wir Planeten nennen. Ein Planet ist ein Stern, der nicht selbst leuchtet, sondern der nur das Licht der Sonne reflektiert.
Insgesamt 8 Planeten kreisen um unsere Sonne. Die Bahn der Planeten liegt dabei in einer Ebene.

Die 8 Planeten heißen
Merkur - Venus - Erde - Mars - Jupiter - Saturn - Uranus - Neptun.

Bis vor kurzer Zeit zählte man auch Pluto zu den Planeten. Doch dann wurde beschlossen, Pluto und einige andere Himmelskörper als Zwergplaneten zu bezeichnen. Auch die Zwergplaneten umkreisen die Sonne.


Merkur
Der Merkur ist der Sonne am nächsten. Er ist nur 40 - 70 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. In 88 Erdentagen umkreist er die Sonne einmal. Sein Inneres besteht aus Eisen, die äußere Hülle aus Gestein. Der Merkur dreht sich sehr langsam um sich selbst. Dabei wird es auf der Sonnenseite bis zu 425°C heiß. Auf der Nachtseite können die Temperaturen aber unter -170°C liegen. Er hat nur eine geringe Atmosphäre (Lufthülle). Es gibt kein Wasser und kein Leben auf dem Merkur.

Durchmesser des Merkur 4.880 km
mittlere Entfernung von der Sonne 55 Millionen km
Umlaufzeit um die Sonne 88 Erdentage


Venus
Der Planet Venus ist etwas kleiner als die Erde. Man sieht ihn am Abend- und am Morgenhimmel als hellsten Stern. Im Inneren besteht Venus aus einem Eisenkern. Darüber liegen Schichten aus geschmolzenem Fels. Venus ist von einer dichten Wolkendecke eingehüllt, die ihn besonders hell erscheinen lässt.
Die Atmosphäre besteht überwiegend aus Kohlendioxid (CO2). Es gibt kilometerdicke Wolken aus Schwefelsäure, aus denen kleine Tröpfchen auf den Planeten herab regnen.
Aber sie verdampfen, bevor sie die Oberfläche erreichen. Das CO2 bewirkt einen starken Treibhauseffekt. Auf der Oberfläche ist Venus 475°C heiß. Die undurchdringliche Wolkendecke verhindert Beobachtungen der Oberfläche von der Erde aus. Sie sorgt auch dafür, dass es tags und nachts gleichmäßig heiß ist.

Durchmesser der Venus 12.104 km
mittlere Entfernung von der Sonne 108 Millionen km
Umlaufzeit um die Sonne 225 Erdentage

Erde
Sie ist zweifellos der schönste der Planeten, oder? Aus dem Weltall betrachtet erscheint sie blau. Das Wasser, das ihre Oberfläche zu 71 Prozent bedeckt, reflektiert das Sonnenlicht.
Das Innere der Erde besteht aus einem Kern aus Eisen und Nickel. Darüber befindet sich der Erdmantel aus heißem, zähflüssigem Magma. Die dünne Erdkruste besteht aus festem Gestein. Sie ist etwa nur 30 bis 50 km dick und sehr zerklüftet. Verschiedene Platten in der Erdkruste drücken gegeneinander. Durch ihren Druck sind Gebirge entstanden, die über 8 km hoch sein können. An den niedriger gelegenen Stellen hat sich das Wasser zu Ozeanen gesammelt, die bis zu 11 km tief sein können.
Die Erde besteht aus dem inneren und äußeren Kern, dem Erdmantel und der Erdkruste.
Die Erde ist umgeben von einer Lufthülle, die vorwiegend aus Stickstoff und Sauerstoff besteht.
Die Erde ist der einzige Planet des Sonnensystems, auf dem Leben existiert. Das liegt unter anderem daran, dass die Lufthülle für geringe Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sorgt.
Die Erde dreht sich um sich selbst. Die Dauer einer Drehung nennen wir einen Tag. Sie hat einen Mond, mit dem zusammen sie sich in 365 Tagen um die Sonne dreht.

Durchmesser 12.800 km
mittlere Entfernung von der Sonne 150 Millionen km
Umlaufzeit um die Sonne 365 Erdentage


Der Mond der Erde
Er ist der einzige Himmelskörper außer der Erde, den Menschen betreten haben. Zwischen 1969 und 1972 sind insgesamt 12 Menschen auf dem Mond gelandet. Sie brachten insgesamt 382 kg Mondgestein mit auf die Erde, das hier untersucht wird.
Der Mond ist ein mit Kratern übersäter "Wanderer am Himmel". Die Krater sind sehr alt und durch den Einschlag anderer Himmelskörper entstanden. Der Mond hat keine Atmosphäre. Seit einiger Zeit vermutet man, dass an seinen Polen gefrorenes Wasser zu finden ist.

Der Mond wendet der Erde immer die gleiche Seite zu. Er dreht sich in 29,5 Tagen einmal um die Erde, aber in dieser Zeit auch einmal um sich selbst.
Astronauten mussten alles zum Überleben mitnehmen, vor allem Sauerstoff zum Atmen. Da der Mond eine geringere Masse als die Erde hat, wogen die Astronauten nur etwa ein Drittel ihres Erdgewichts. Sie konnten deshalb weite Sprünge machen.
Man vermutet heute, dass der Mond vor etwa 3,6 Milliarden Jahren entstanden ist. Damals soll ein großer Himmelskörper namens Theia seitlich auf die Erde geprallt sein. Riesige Gesteinsbrocken wurden aus der Erde gerissen. Zusammen mit Theia bildeten sie einen Ring um die Erde. Die Teile schlossen sich in sehr kurzer Zeit zusammen und bildeten den Mond.
Ebbe und Flut entstehen durch die Anziehungskraft des Mondes und der Sonne, die auf die Wasserhülle der Erde wirken.
Auf der entgegengesetzten Seite wirken Fliehkräfte, so dass auch hier ein Flutberg entsteht.
Erde und Mond ziehen sich gegenseitig an. Dadurch wird bei beiden z. B. die Drehgeschwindigkeit herabgesetzt. Wenn es keinen Mond gäbe, würde ein Tag auf der Erde nur 6 Stunden dauern. In der Nacht wäre es stockfinster. Außerdem gäbe es keine Ebbe und keine Flut, die auch durch die Anziehungskraft des Mondes verursacht werden.

Durchmesser des Mondes 3.476 km
mittlere Entfernung von der Erde 384.000 km
Umlaufzeit um die Erde 29,5 Tage


Mars
Er wird der rote Planet genannt. Seine Oberfläche ist mit Gestein übersät, das sehr viel Eisen enthält und deshalb rötlich schimmert. An beiden Polen findet man Wassereis unter einer Schicht von gefrorenem Kohlendioxid. Vielleicht hatte der Mars früher sehr viel mehr Wasser. Es hat sich aber wohl ins Weltall verflüchtigt.
Die Atmosphäre des Mars besteht vor allem aus Kohlendioxid. Sauerstoff gibt es nur in geringen Mengen.
Die Oberfläche des Mars ist von Kratern übersät. Es gibt auch Vulkane. Der größte ist der Mons Olympus. Er ist 500 km breit und 25 km hoch.
Der Mars hat zwei Monde, die Phobos und Deimos genannt werden. Beide haben eine unregelmäßige Form und sind sehr klein. Ihr mittlerer Durchmesser beträgt nur 25 km bzw. 13 km.
Auf dem Mars kann es 25°C warm werden. Aber in der Nacht kühlt es auf bis zu -133°C ab. Das alles sind schwierige Bedingungen. Trotzdem ist geplant, in den nächsten Jahrzehnten Menschen auf dem Mars landen zu lassen.

Durchmesser des Mars 4.794 km
mittlere Entfernung von der Sonne 228 Millionen km
Umlaufzeit um die Sonne 687 Erdentage




Jupiter
Jupiter ist der größte Planet des Sonnensystems. Er ist doppelt so schwer wie alle anderen Planeten zusammen. Die Masse der Sonne allerdings ist noch 1000mal größer als die des Jupiter.
Er dreht sich mit großer Geschwindigkeit um sich selbst. Für eine Umdrehung braucht er nur 9 Stunden und 50 Minuten.
Jupiter besteht aus Gas. Man könnte also gar nicht auf ihm landen. Die Gasmassen an seiner Oberfläche werden ständig kräftig durcheinander gewirbelt. Nur der Große Rote Fleck ist bereits seit mindestens drei Jahrhunderten auf der Südhalbkugel zu beobachten. Es ist ein riesiger Wirbelsturm.

Der Jupitermond Io
28 Monde umkreisen Jupiter. Die größten heißen Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Sie wurden 1610 von Galileo Galilei entdeckt. Ihre Bewegungen dienten ihm als Beweis dafür, dass sich nicht alle Himmelskörper um die Erde drehen. Auf Io befinden sich zahlreiche aktive Vulkane. Europa ist hingegen fast vollständig mit Eis bedeckt.

Durchmesser des Jupiter 142.980 km
mittlere Entfernung von der Sonne 797 Millionen km
Umlaufzeit um die Sonne 11 Jahre 316 Erdentage

 

 

 

 


Saturn
Der Saturn ist der zweitgrößte Planet im Sonnensystem. Er ist doppelt so weit von der Sonne entfernt wie der Jupiter. Er dreht sich in etwas mehr als 10 Stunden um sich selbst. Da er sich so schnell dreht, ist er an den Polen deutlich flacher.
Der Saturn gehört zu den vier Gasriesen im Sonnensystem. Er besteht vorwiegend aus Wasserstoff und Helium. Im Inneren befindet sich ein Kern aus Gestein und Eis.
Der Saturn ist von vielen tausend Ringen umgeben. Sie bestehen aus zahlreichen größeren und kleineren Gesteinsbrocken. Jeder Ring ist nur etwa 1 km dick. Mindestens 30 Monde umkreisen ihn.

Durchmesser des Saturn 120.536 km
mittlere Entfernung von der Sonne 1.376 Millionen km
Umlaufzeit um die Sonne 29 Jahre 233 Erdentage


Uranus
Bei guter Sicht kann man Uranus, den 7. Planeten der Sonne, sogar noch mit dem bloßen Auge sehen. Er ist ungefähr 19mal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde und wurde erst 1781 entdeckt. Uranus braucht für eine Umdrehung um sich selbst 17 Stunden und 44 Minuten.
Er besteht fast ausschließlich aus den Gasen Wasserstoff und Helium. In seinem Inneren gibt es vermutlich einen kleinen Kern aus Felsen und Eis. Auf dem Uranus ist es lausig kalt. Es herrscht eine Temperatur von
-220°C. Wegen des Gases Methan in der Atmosphäre sieht der Uranus aus der Ferne bläulich-grün aus.

Dieser Planet dreht sich nicht um den Äquator wie die anderen, sondern über die Pole. Das führt dazu, dass er der Sonne fast 40 Jahre lang immer dieselbe Seite zudreht, während die Rückseite in völliger Dunkelheit liegt. Eine Jahreszeit dauert also 40 Jahre.
Auch Uranus verfügt wie Saturn über einige Ringe. Außerdem kreisen um diesen Planeten mindestens 21 Monde.

Durchmesser des Uranus 51.200 km
Entfernung von der Sonne 2.770 Millionen km
Umlaufzeit um die Sonne 84 Jahre 3 Erdentage


Neptun
Dieser Planet wurde erst 1846 gefunden. Er ähnelt dem Uranus in der Größe und hinsichtlich des Materials, aus dem er besteht. Wahrscheinlich setzt sich auch Neptun aus Felsen, Eis, Wasserstoff und Helium zusammen.
Das Methan in der Atmosphäre verursacht die blaugrüne Färbung. Neptun wird von 8 Monden umkreist, der größte davon ist Triton.

Durchmesser des Neptun 49.532 km
mittlere Entfernung von der Sonne 4.496 Millionen km
Umlaufzeit um die Sonne 165 Jahre 5 Monate


Pluto und Charon
Pluto ist viel kleiner als die Planeten. Er ist ungefähr ein Drittel kleiner als der Mond der Erde. Daher zählt man ihn inzwischen nicht mehr zu den Planeten, sondern man bezeichnet ihn als Zwergplanet. Pluto ist weiter von der Sonne entfernt als die Planeten. Er ist wahrscheinlich ein richtiger Eisklumpen. Die Temperatur schwankt zwischen -235°C und -210°C. Dabei gefrieren auch alle Gase.
Auf Pluto ist es ständig dunkel. Erst 1930 wurde er entdeckt. 1978 fand man heraus, dass Pluto einen Begleiter hat. Man nannte ihn Charon (gesprochen Scharon). Pluto und Charon wenden sich immer die gleiche Seite zu. Auch Charon zählt man zu den Zwergplaneten.

Durchmesser des Pluto 2.274 km
mittlere Entfernung von der Sonne 5.825 Millionen km
Umlaufzeit um die Sonne 251 Jahre 10 Monate

Ein Gedankenexperiment
Wir stellen uns vor, wir könnten die Sonne und ihre Planeten schrumpfen lassen. Die Sonne wäre dann statt 1,4 Millionen km nur noch 1,40 m groß. Das wäre ungefähr so groß wie ein Schulkind, also wie du.
Die Planeten verkleinern wir im gleichen Maßstab.
Die Entfernung zwischen den Planeten und dir ( - in Wirklichkeit der Sonne -) müssten wir natürlich auch verkleinern.

Das käme dabei heraus:
 

Planet      geschrumpft auf  Entfernung von der Sonne
     
Merkur     0,5 cm 55 m
Venus 1,2 cm 108 m
Erde  1,3 cm 150 m
Mars 0,5 cm 228 m
Jupiter 14,3 cm 797 m
Saturn 12 cm 1376 m
Uranus 5,1 cm 2770 m
Neptun 5 cm 4500 m

Also: In 150 m Entfernung würde eine Nuss um dich kreisen, das wäre die Erde. In 797 m Entfernung könntest du einen Handball vielleicht gerade noch sehen, es wäre Jupiter. In 5.000 m Entfernung kreist Neptun, so groß wie ein Tennisball, den könntest du schon nicht mehr sehen. Und Pluto? Er wäre so groß wie ein Streichholzkopf und fast 6 km von dir entfernt...

Unser Planetensystem ist eine fantastische Welt.

Und doch ist es nur eins von Milliarden allein in der Milchstraße. Die Milchstraße ist der Sternenhaufen (Galaxie), zu dem auch unsere Sonne gehört.
 

Höhlenmalerei der Steinzeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Was bedeutet das Wort "Altamira"?

2. Wo liegt der berühmte Hügel Altamira?

3. Wer entdeckte die Bilder in der Höhle von Altamira?

4. Was ist auf diesen Bildern zu sehen?

5. Warum glaubten viele Wissenschaftler nicht, dass Steinzeitmenschen diese Bilder geschaffen hatten?

 

 

 

6. Wann entstanden die Bilder in der Höhle von Altamira?

7. Wie lebten die Menschen in der Steinzeit?

8. Woraus bestanden ihre Werkzeuge?

9. Wovon ernährten sie sich?

10. Welches Klima herrschte damals?

 

 

 

11. Warum könnten diese Bilder gemalt worden sein? Mindestens zwei Möglichkeiten solltest du kennen.

12. Wie lange wurde die Höhle von Altamira von malenden Steinzeitmenschen genutzt?

 

13. Mit welchen Farben malten die Steinzeitmenschen?

14. Wie trugen sie die Farben auf?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

15. Wo kann man noch andere Bilder der Steinzeit-menschen sehen?
 

16. Warum kann die Höhle von Altamira heute nur noch von wenigen Menschen besucht werden?

17. Wo kann man dennoch Teile der Bilderdecke bestaunen?

Quiz Teil 1
Quiz Teil 2

Wir wissen nicht, wer dieses Bild gemalt hat. Es zeigt ein Rind, das von Menschen der Steinzeit gejagt wurde. Damals lebten in Europa das Wisent und der Auerochse, der auch Ur genannt wird.
Über dieses Bild wissen wir, dass es etwa 15.000 Jahre alt ist. Es ist eines der ältesten Bilder der Menschheit. Es wurde vor etwas mehr als 130 Jahren in einer dunklen Höhle im Norden Spaniens entdeckt. Diese Höhle heißt Altamira. Altamira bedeutet "Weite Aussicht"
Diese weite Aussicht wird es in Spanien häufiger geben, aber eine wurde weltberühmt. Es war der Name für einen Hügel, der zu dem Land des Marcelino Sanz de Sautuola gehörte. Dieser Hügel liegt im Norden Spaniens in der Nähe der Stadt Santillana del Mar.

Ein Herr namens de Sautuola interessierte sich sehr für alte Sachen. Eines Tages im Jahr 1879 besuchte er zusammen mit seiner Tochter Maria die Höhlen unter der "Weiten Aussicht". Maria war neun Jahre alt und sehr neugierig.

"Schau mal, Papa..."
Die kleine Maria kletterte in der Höhle herum. An der Decke leuchtete plötzlich etwas Rotes auf. "Schau mal, Papa, Ochsen!" rief sie. Tatsächlich, an der Decke waren die Bilder von Tieren zu sehen, von Rindern, Hirschen und Pferden.
Ihr Vater staunte nicht schlecht. Er meinte, die Bilder müssten sehr alt sein. Er vermutete, Steinzeitmenschen hätten sie gemalt. Er schrieb viele Artikel über den Fund. Doch niemand glaubte ihm.
Viele Wissenschaftler hielten es zuerst für unmöglich, dass die Menschen der Steinzeit, die nur Werkzeuge aus Stein, Knochen und Holz kannten, solche kunstvollen Bilder gemalt hätten.


Wer malte diese Bilder?
Heute wissen wir, dass Herr de Sautuola Recht hatte. Die Bilder entstanden vor etwa 15.000 bis 19.000 Jahren. Die Menschen, die diese Bilder malten, waren Menschen in der Steinzeit. Sie lebten ganz anders als wir heute. Sie hatten keine festen Häuser, sondern sie zogen als Nomaden umher. Sie wohnten in Höhlen oder Zelten aus Stangen und Tierfellen. Ihre Werkzeuge stellten sie mühselig aus Stein, Knochen oder Holz her.
Das Klima war rau, denn sie lebten in der Eiszeit. Sie ernährten sich von dem, was sie in der Natur fanden. Sie aßen Beeren und Früchte und das Fleisch von Tieren. Aber diese Tiere mussten sie erst einmal jagen ...
 

 

 

 

 

Warum entstanden diese Bilder?
Wir können diese Frage nicht sicher beantworten. Vielleicht waren diese Bilder so etwas wie Wegweiser für andere Gruppen der Steinzeitmenschen. Vielleicht wurden sie gemalt, um den Erfolg bei der Jagd zu beschwören. Möglich ist auch, dass in der Höhle etwas gefeiert wurde, zum Beispiel der Sommeranfang.
Es mag auch sein, dass die Bilder eine Entschuldigung für das Töten der Tiere waren. In den Bildern lebten die Tiere ja weiter.
Wir wissen es nicht. Wir wissen aber, dass die Tierbilder in der Höhle von Altamira von vielen Generationen von Steinzeitmenschen gemalt worden sind. Sie entstanden in einem Zeitraum von über 5.000 Jahren.



Sie malten mit Erdfarben
Die Maler in der Höhle von Altamira malten mit Ocker. Das ist eine Tonerde, die auch Eisen enthält. Die Farben leuchten rot bis purpurn, gelb oder braun. Für die Umrandungen der Tiere, für Hörner und Hufe verwendeten sie schwarzes Manganoxid oder Holzkohle. Sie rührten das Pulver mit Wasser oder anderen Flüssigkeiten an. Sie malten mit der Hand oder mit Pinseln aus Holzzweigen oder Tierhaaren.
Sie nutzten auch die Wölbungen des Gesteins. Vielleicht sahen sie in der Gestalt eines Steins einen schlafenden Stier und malten die Umrisse dazu.

Nicht nur in Altamira
Auch in anderen Höhlen wurden Bilder der Steinzeitmenschen gefunden.


Stier in der "Halle der Stiere" in Lascaux

Diesen Stier kann man in der Höhle von Lascaux (sprich Lasko) in Frankreich bewundern. Das Bild ist etwa 16.000 Jahr alt. Im nördlichen und im südlichen Afrika kann man andere Tierbilder sehen. Manchmal sind es farbige Bilder, manchmal nur eingeritzte Zeichnungen in den Felsen wie zum Beispiel in Namibia.

Altamira liegt auch in München
Die Höhle von Altamira wurde seit der Entdeckung der Bilder von Tausenden von Menschen besucht. Doch sie brachten Wärme, Bakterien und Pilze mit. Dadurch wurden die Malereien gefährdet. Deshalb kann die Höhle heute nur noch von wenigen Menschen besucht werden.
Das Deutsche Museum in München hat Teile der berühmten Bilderdecke nachgebaut. Es wurden die selben Materialien wie zur Steinzeit verwendet. Seit 1962 sind hier die schlafenden Stiere, die Hirschkühe und die kleinen roten Pferde von Altamira und einige Zeichen zu sehen. Wenn ihr einmal dieses tolle Museum besucht, dann könnt ihr auch sagen: "Schau mal, Papa..."

  Mehr über Altamira in München

 

Als Omas Oma zur Schule ging

 

1. "Die Dorfschule von 1848" wurde gemalt von ... ?

2. Wie lange ist diese Zeit ungefähr her?

Die meisten Omas heute sind 50 bis 60 Jahre alt. Als Oma klein war, war ihre Oma auch 50 bis 60 Jahre alt. Omas Oma lebte also vor ungefähr 100 Jahren.

Wie man auf dem Bild sieht, waren die Kinder damals total anders gekleidet als heute. Computer, Fernseher und sogar das Radio waren noch unbekannt. Autos gab es erst sehr wenige, Flugzeuge waren gerade erfunden worden. Und natürlich ging es auch in den Schulen ganz anders zu als heute.

Wenn du hier weiterliest, kannst du etwas über die Schule von Omas Oma erfahren. Und nicht nur über die Schule.





3. Welchen "Nebenberuf" hatte der Lehrer?
Eine Schule vor 150 Jahren
Das  Bild oben hat der Schweizer Maler Albert Anker gemalt. Er hat es "Die Dorfschule von 1848" genannt. Es zeigt eine Schule in Süddeutschland vor ungefähr 150 Jahren. Etwa 40 Kinder befinden sich in dem Raum. Sie sitzen auf engen Holzbänken. Alle Klassen werden gemeinsam unterrichtet. Die Mädchen verhalten sich sehr brav. Die Jungen auf der hinteren Bank interessieren sich jedoch kaum für den Unterricht. Der Lehrer hält einen Stock in der Hand. An der Wand hängt Werkzeug. Der Lehrer war ein Küfer, also ein Fassmacher. Morgens unterrichtete er die Kinder, am Nachmittag machte er Holzfässer.


4. Wer regierte vor 100 Jahren in Deutschland?

5. Wie viele Menschen lebten damals in Deutschland?

6. Wie nennt man die damalige Zeit?

7. Welches war das wichtigste Verkehrsmittel?

8. Warum zogen damals viele Menschen in die Städte?

9. Wer lebte in der Villa Hügel in Essen?
Deutschland vor 100 Jahren
Vor 100 Jahren gab es das Deutsche Reich. Es war 1871 gegründet worden. Damals regierte in der Hauptstadt Berlin Kaiser Wilhelm. Uniformen und Soldaten waren ihm sehr wichtig. Ca. 60 Millionen Menschen lebten in Deutschland. Erfindungen veränderten das Leben. Große Fabriken entstanden. Man nennt diese Zeit die Industrielle Revolution.
Viele Menschen zogen vom Land in die Städte und waren froh, in den Fabriken Arbeit zu finden. Die Arbeitszeit betrug noch mehr als 60 Stunden in der Woche. Die Löhne der Arbeiter waren niedrig.
Etwas besser erging es den Angestellten, die z. B. in solchen Büros arbeiteten. Aber Schreibmaschinen, Telefon oder gar Computer gab es dort noch nicht.
1886 war das Auto erfunden worden. Nur reiche Leute konnten sich damals ein Auto leisten. Das wichtigste Verkehrsmittel war die Eisenbahn.
Die Menschen in den Städten lebten in Mietskasernen. Vor den Häusern versuchten manche, kleine Gärten anzulegen. Sie waren es gewohnt, Tiere zu halten und Gemüse anzubauen.
Einige Familien wurden sehr reich. Sie ließen sich große Villen bauen. In der Villa Hügel in Essen lebte die Familie Krupp.
Auf dem Land hatte sich noch nicht sehr viel verändert. Die Menschen lebten von der Landwirtschaft. Fast alle Arbeit wurde von den Menschen selbst oder von Zugtieren erledigt.
In den Häusern auf dem Lande war die Küche der wichtigste Raum. Dort stand der Herd, auf dem gekocht und heißes Wasser bereitet wurde. Eine Heizung in den übrigen Räumen gab es noch nicht.


10. Wodurch z. B. unterschieden sich damalige Familien von heutigen?

11. Wie alt wurden die Menschen im Durchschnitt vor 100 Jahren?

12. Welche Arbeiten wurden von Kindern ausgeführt?
Kinderleben im Kaiserreich
Zu jeder Familie gehörten viele Kinder. Es kam oft vor, dass eine Familie 10 oder mehr Kinder hatte. Viele starben jedoch im Kindesalter. Im Durchschnitt wurden die Menschen damals 47 Jahre alt.
Weil Kaiser Wilhelm eine große Kriegsflotte bauen ließ, brauchte er viele Matrosen. Daher waren für Jungen Matrosenanzüge sehr beliebt.
Die Kinder in den Städten waren übrigens gar nicht sehr brav. Ein Schriftsteller schrieb über sie: Man muss "erschrecken über die Brutalität und die Gemeinheit ihrer Denk- und Sprechweise. Der einzige Gesprächsstoff besteht aus unflätigen Zoten, ... man prahlt mit Taten, derer beschuldigt zu werden, einem anständigen Menschen das Blut ins Gesicht treiben würde."
Alle Kinder arbeiteten: Sie machten Botengänge, lieferten Waren aus, halfen im Lager. Sie brachten den Arbeitern in der Werkstatt, in der Fabrik oder im Bergwerk Wasser und Essen. Auf dem Land hüteten sie das Vieh, halfen bei der Ernte und beim Dreschen.
In manchen Fabriken gab es auch noch Kinderarbeit.
13. Wie viele Kinder mussten in einem Klassenraum manchmal arbeiten?

14. Wo fand Sportunterricht statt?

15. Was gehörte zur Lehrmittelausstattung einer kleinen Dorfschule?
Schulen auf dem Lande
Die meisten Dorfschulen  bestanden aus 2 Klassenräumen. Manchmal wurden dort bis zu 150 Kinder unterrichtet. Zur Schule gehörten auch ein Vorraum und eine Aufbewahrungskammer. Ein Klassenraum war etwa 9 m lang und 7 m breit. Darin standen in 4 Reihen 16 Knaben- und 16 Mädchenbänke, ein Katheder (das ist das Pult, an dem der Lehrer stand und lehrte), ein Kartenständer, 2 Wandtafeln mit Gestell, ein Schrank und ein Ofen. Eine Rechenmaschine, eine Wandtafel und ein kleines Harmonium gehörten meistens zu Ausstattung dazu. Draußen befanden sich die Turngeräte. Neben der Schule stand das Toilettenhaus.


 
16. Warum mussten die Kinder der Volksschule Bickendorf auch nachmittags zur Schule?

17. Wie viele Kinder waren in einer Klasse?

18. Wie waren die Kinder aufgeteilt?

19. Welche Kleidung mussten die Mädchen tragen?
 
Eine Schule in der Stadt
In der "Katholischen Volksschule Bickendorf" in Köln mussten die Kinder manchmal auch am Nachmittag zur Schule. Es wurde in 3 Schichten unterrichtet, weil fast 2.000 Kinder hier zur Schule gingen.
Es gab 32 Klassen, 16 Mädchenklassen und 16 Knabenklassen. Die Jungen hatten einen eigenen Eingang und einen eigenen Schulhof.
In einer Klasse waren ungefähr 60 Mädchen oder Jungen. Die Lehrer waren sehr streng.
Die Mädchen durften nur in Kleidern und Schürzen zur Schule kommen. Die Lehrerin kontrollierte, ob sie saubere Hände und Fingernägel hatten.  Die Lehrerinnen wurden "Fräulein" genannt.








20. Welche damaligen Fächer gibt es heute nicht mehr?

21. Wie viele Jahre gingen Kinder zur Schule?

22. Wie lange dauerten die Pausen?
Ein alter Stundenplan
Ein Stundenplan von damals würde heute so aussehen:
 
Std. Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag
7.30 - 8.30 Religion   Religion Geschichte Religion Biblische Geschichte Naturlehre
8.30 - 9.30 Rechnen Geographie Naturbe-
schreibung
Rechnen Geographie Naturbe-
schreibung
9.30 - 10.30 Lesen Recht-
schreiben
Aufsatz Lesen Recht-
schreiben
Aufsatz
10.30 - 11.30 Raumlehre und Rechnen Rechnen   Raumlehre und Rechnen Rechnen  
1 - 2 Sprachlehre Schön-
schreiben
  Schön-
schreiben
Zeichnen  
2 - 3 Singen Turnen bzw. Handarbeit   Singen Turnen bzw. Handarbeit

Die Kinder gingen 8 Jahre zur Schule. Die Jahrgänge waren in die Abteilungen 1, 2 und 3 eingeteilt. Zur Abteilung 1 gehörten die Jahrgänge 1 bis 3, zur 2. Abteilung die Jahrgänge 4 bis 6. Die älteren Schüler bildeten die 3. Abteilung. Viele Stunden hatten die Kinder gemeinsam, in anderen halfen die älteren den jüngeren.
Zwischen den Stunden gab es 5 Minuten Pause, außerdem eine Hauptpause von 15 Minuten. Aufgaben:

23. Welche Schrift wurde damals gelernt?
 
Die Schrift
Omas Oma schrieb in einer anderen Schrift als wir heute. Man nannte sie die Sütterlin-Schrift oder die Deutsche Schrift. Manche Leute sagen, dass die Kinder damals schöner schrieben als heute.



Das i lernten die Kinder so:
Rauf, runter, rauf,
Pünktchen drauf!

Ein 9jähriges Mädchen schrieb im Schuljahr 1900/1901 in sein Schön- und Rechtschreibheft:
"Die Eisenbahn ist ein Verkehrsmittel. Die Lokomotive bewegt den Zug. Derselbe besteht aus Pack- oder Personenwagen. Es gibt Güter- und Personenzüge. Der Zug bewegt sich auf dem Geleise oder auf den Schienen."


24. Wie kamen Kinder zur Schule?

25. Was gehörte zu den Schulsachen der Kinder?
Die Schulsachen
Omas Oma war gewohnt, zur Schule zu laufen, oft mehrere Kilometer weit. Fahrräder für Kinder gab es noch nicht. Auf dem Land trugen die Kinder Holzschuhe, die in der Schule im Vorraum ausgezogen wurden.
Später hatten die Kinder Schultaschen aus Eichenholz. Sie bargen die wenigen Schulsachen der Kinder:
Schiefertafel, Griffelkasten und in späteren Jahren Schreibhefte und Katechismus (= religiöses Lehrbuch nach den 10 Geboten). Im Museum in Cloppenburg werden diese alten Schultaschen aufbewahrt.
26. Seit wie vielen Jahren besteht in Deutschland die Schulpflicht?

27. Welche Schulen besuchten die meisten Kinder?

28. Welche Schulen entwickelten sich aus den Lateinschulen?
 
Volksschulen und "höhere Schulen"
Vor 200 Jahren gingen noch viele Kinder in Deutschland nicht zur Schule. Oder es gab nur Unterricht im Winter. Seit ungefähr 180 Jahren gab es in den meisten deutschen Ländern die Schulpflicht. Das heißt, die Kinder mussten eine Schule besuchen. Die meisten Kinder gingen vor 100 Jahren in öffentliche Volksschulen.
In vielen Orten gab es jedoch schon lange private Schulen. Oft nannten sie sich "Lateinschulen". Aus manchen dieser Schulen wurden später Realschulen, aus einigen auch Gymnasien.
Einige Schulen wurden gleich als Gymnasien gegründet.
Mädchen waren für diese "höheren" Schulen lange nicht zugelassen. Später gab es Klassen nur für Jungen oder Mädchen. Oder es wurden Schulen nur für Mädchen gegründet.
  Was hast du behalten?
 

1) Welches sind die wichtigsten Getreidearten auf der Erde?

2) Welche davon werden bei uns nicht angebaut?

3) Wann lernten Menschen, Getreide zu nutzen?

Die Getreidearten

Vor ungefähr 6000 bis 8000 Jahren lernten die Menschen, dass man den Samen einiger Gräser auch aussäen konnte. Einige Monate später erntete man dann sehr viel mehr, als man gesät hatte. Die Menschen legten Felder an. In der Nähe der Felder bauten sie Häuser. Bis dahin waren sie als Jäger und Sammler umher gezogen. Nun wurden sie sesshaft. Sie wurden Bauern.

Die Gräser, aus denen man Körner gewinnen konnte, nannte man Getreide. Bei uns werden vor allem Gerste, Roggen, Weizen, Hafer und Mais gesät und geerntet. Andere wichtige Getreidearten auf der Erde sind Reis und Hirse, aber die werden bei uns nicht angebaut.
4) Woher stammt die Gerste?

5) Wie nennt man die langen Härchen an den Ähren?

6) Welche Arten der Gerste unterscheiden wir?

7) Wozu wird Wintergerste vorwiegend verwendet?

8) Welche Genussmittel werden aus Gerste gewonnen?
 Die Gerste  wird schon seit mehr als 6000 Jahren angebaut. Sie stammt ursprünglich aus Ostasien, unter anderem aus China. Die Ähren der Gerste haben in der Regel lange Grannen. An einer Ähre wachsen etwa 25 bis 50 neue Körner. Im September/Oktober wird Wintergerste gesät. Aus ihr gewinnt man Futter für Tiere. Die Sommergerste sät man bei uns im März oder April. Sie benötigt nur knapp 100 Tage bis zur Reife. Sommergerste wird vorwiegend zum Brauen von Bier verwendet. Aus Gerste macht man auch Whisky.
9) Wann wird Roggen gesät?

10) Wann wird er geerntet?

11) Wie hoch werden die Halme des Roggen?

12) Was wird aus Roggenmehl vorwiegend hergestellt?
Der Roggen  stammt aus Vorderasien. In Nordeuropa wurde er schon vor Christi Geburt angebaut. Er wird im Oktober gesät und kann im August des folgenden Jahres geerntet werden. An einer Ähre wachsen etwa 40 bis 50 neue Körner. Die Ähren haben Grannen. Die Halme werden bis zu 2 m hoch. Sie sind sehr stabil. Aber bei starkem Wind oder Unwettern können sie brechen. Roggenstroh ist sehr hart. Bei uns wird aus Roggenmehl vor allem Brot gebacken.
13) Welche Weizenart wird bei uns ausgesät?

14) Was wird aus Weizenmehl hergestellt?

15) Welche anderen Nahrungsmittel werden aus Weizen gewonnen?
 Der Weizen  wird schon seit mehr als 6000 Jahren angebaut. Aus Weizenmehl werden Brot, Brötchen und Kuchen gebacken und Nudeln hergestellt. Aus Weizen gewinnt man auch Stärke und Alkohol. Etwa die Hälfte der Weizenernte wird als Viehfutter verwendet. Unsere Bauern säen Mitte September bis Anfang Dezember den so genannten Winterweizen aus. Die Pflänzchen überwintern auf dem Feld und können im Frühjahr schnell weiter wachsen. In jeder Ähre reifen durchschnittlich 35 Körner. Im August wird der Weizen geerntet.
16) Wann wird Hafer ausgesät?

17) Welche Tiere schätzen Hafer ganz besonders?

18) Welches Nahrungsmittel für Menschen wird aus Hafer hergestellt?
Der Hafer  wurde als Unkraut eingeschleppt. Zur Kulturpflanze ist er vor etwa 2000 bis 3000 Jahren geworden. Er stammt wie die meisten Getreidearten aus Vorderasien. Hafer wird im März oder April ausgesät und im August geerntet. Die Bauern verwenden Hafer überwiegend als Futtergetreide. Pferde mögen Hafer besonders gern. Ein geringer Anteil wird zu Haferflocken verarbeitet.
19) Wo wurde Mais zuerst angebaut?

20) Wann wird Mais gepflanzt?

21) Womit werden Maisfelder vor allem gedüngt?

22) Welche Futtermittel für Tiere werden aus dem Mais gewonnen?

23) Welches bei Kindern beliebte Nahrungsmittel wird aus Mais hergestellt?
Der Mais ist seit über 5000 Jahren bekannt. Er ist in Südamerika entstanden. Vom Mais kann man die ganze Pflanze als Futter für Tiere verwenden. Mais wird Mitte April bis Anfang Mai gepflanzt. Auf einem Quadratmeter wachsen 8 - 10 Pflanzen. Mais braucht sehr viel Dünger. Dazu benutzt man vor allem Gülle. Maispflanzen werden 2 bis 3 m hoch. An jeder Pflanze wachsen 1 bis 2 Maiskolben. Ein Maiskolben enthält etwa 400 Körner. Die Bauern unterscheiden zwischen Silomais, dem Körnermais und dem Corn-Cob-Mix (CCM). Mais wird vorwiegend als Futter für Rinder, Schweine und Geflügel verwendet. Aus einigen Maissorten kann man aber auch z. B. Popcorn machen. Gerste, Roggen, Hafer und Weizen werden mit einem Mähdrescher geerntet. Bei der Maisernte werden Maishäcksler eingesetzt.
   

Goldregen


Goldregen, Frucht


Eibe, Nadeln und Frucht


Riesen-Bärenklau oder Herkulesstaude


Knallerbse oder Schneebeere


Maiglöckchen


Herbstzeitlose

 

Schön, aber gefährlich
Giftpflanzen in unserer Umgebung

Hauptsächlich betrifft es Kinder im Alter von ein bis fünf Jahren, die in ihrem Entdeckungsdrang auch viele Dinge mit dem Mund erkunden. Die meisten der gemeldeten Vergiftungsfälle verlaufen allerdings harmlos, oft schützen natürliche Mechanismen wie Erbrechen oder auch die Abneigung von Kindern gegen Bitterstoffe vor schwereren Erkrankungen.

Kinder besonders betroffen

Trotzdem sollten mögliche Gefahrenquellen erkannt und gegebenenfalls aus der unmittelbaren Reichweite spielender Kinder entfernt werden. Besondere Vorsicht ist beispielsweise bei dem auch als Bohnenbaum bekannten Goldregen geboten. Dieser Strauch oder kleine Baum nimmt eine Spitzenstellung bei den registrierten Vergiftungsursachen ein, da er aufgrund seiner schönen goldgelben Blütentrauben und seiner Anspruchslosigkeit häufig in öffentlichen Anlagen gepflanzt wird - trotz seiner bekanntermaßen giftigen Inhaltsstoffe. Hauptsächlich für die Toxizität (=Giftigkeit) verantwortlich ist das Alkaloid Cytisin, welches ähnlich wie Nikotin zuerst erregend, später lähmend wirkt. Es ist in allen Pflanzenteilen enthalten, vor allem aber in den bohnenähnlichen Früchten. Bereits drei bis vier dieser Hülsen können bei Kleinkindern tödlich sein, Vergiftungserscheinungen setzen sehr schnell ein, meist schon nach einer halben Stunde. Es kommt zu Speichelfluss, Durst, Übelkeit, Erbrechen und sogar Lähmungserscheinungen. Es sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, als Erste-Hilfe-Maßnahmen werden außerdem das sofortige Auslösen von Erbrechen und die Gabe von Aktivkohle empfohlen.

Auch andere häufig angepflanzte Gehölze wie etwa die Eibe enthalten Giftstoffe: Zwar ist der rote, fleischige Samenmantel dieses Baumes nicht nur ungefährlich, sondern sogar wohlschmeckend, werden aber die Nadeln oder Samen zerbissen, kann es zu Magen- und Darmbeschwerden oder Fieber kommen.
Andere Pflanzen müssen nicht einmal aufgenommen werden, um schädigende Wirkungen zu entfalten. Manchmal genügt auch schon eine Berührung. Dies trifft z. B. auf den Riesen-Bärenklau (im Volksmund auch häufig Herkulesstaude genannt) zu, eine bis zu 3,5 Meter hohe Staudenpflanze, die ursprünglich aus dem Kaukasus stammt. Dieses als Zierpflanze eingeführte Gewächs ist in den letzten Jahren zusehends verwildert und heute kaum mehr aus unserer Flora zu entfernen. Vor allem Körperkontakt mit dem Saft, aber auch schon die Berührung der Blätter, führen bei gleichzeitiger Sonneneinstrahlung zu starken Hautreizungen, die Verbrennungen dritten Grades ähneln. Die Wunden heilen häufig erst Wochen später und hinterlassen selbst dann noch Narben oder Pigmentveränderungen (=Hautveränderungen).
Auch wenn wir natürlich unsere Kinder vor dem Kontakt mit solchen Pflanzen möglichst schützen wollen, ist es gar nicht möglich oder erstrebenswert, alle Gewächse aus ihrer Reichweite zu entfernen, die einen eventuell gefährlichen Stoff enthalten: Selbst ausgelutschte Löwenzahnstängel oder eine Handvoll Knallerbsen können zu krampfartigen Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall führen. Kinder sollten daher nicht von der Natur isoliert aufwachsen, sondern den Umgang mit ihr möglichst früh erlernen: Unbekannte Früchte dürfen nicht einfach probiert werden, älteren Kindern kann man die Gefährdung durch verschiedene Arten dann auch genauer beibringen.

Gefährliche Verwechslungen

Aber nicht nur bei Kindern treten Vergiftungen auf, auch Erwachsene sind immer wieder betroffen. Hier liegt es meist an der Verwechslung ähnlicher Arten beim Sammeln von Gewürz- oder Heilpflanzen. Bärlauch z. B. ist ein beliebtes Küchenkraut und wird unter anderem zur Herstellung von Pesto und Brotaufstrich genutzt. Kennt man sich allerdings nicht genau aus in der heimischen Flora, kann das Sammeln dieser Pflanze fatale Folgen haben: Regelmäßigwerden den Giftnotrufzentralen Fälle gemeldet, bei denen versehentlich die Blätter des Maiglöckchens oder gar der Herbstzeitlosen gesammelt wurden. Die Blätter dieser Pflanzen ähneln denen des Bärlauchs, ihnen fehlt allerdings der für Bärlauch typische Knoblauchgeruch. Die Folgen einer solchen Verwechslung können von Durchfall und Erbrechen bis hin zu Multiorganversagen reichen.
Allerdings vermerkte der Arzt Paracelsus schon im 16. Jahrhundert: Die Dosis allein macht das Gift. Früchte, Wurzeln oder Blätter, die in Mengen genossen hochgiftig sind, können in kleinen Dosen harmlos sein, berauschend wirken oder sogar heilen. Colchicin beispielsweise, das unter Umständen tödliche Gift der Herbstzeitlosen, wird in kleinerer Menge bei der Therapie von Hauterkrankungen oder homöopathisch gegen Gicht verwendet.
Ein anderes Beispiel ist der Fingerhut. Die hierin enthaltenen herzwirksamen Substanzen, die so genannten Digitaloide, führten dazu, dass der Fingerhut eine der ersten Heilpflanzen der modernen Medizin wurde. Gleichzeitig ist diese Pflanze aus zahlreichen Kriminalromanen bekannt, da schon zwei bis drei Blätter tödlich sein können. Möglicherweise wurde gar Papst Johannes Paul I. mit Fingerhut-Extrakt ermordet.
Das Wissen um die heilenden und schädigenden Wirkungen verschiedener Pflanzen ist teilweise sehr alt. So wurden schon in der Antike die Wurzeln der Mandragora, eines Nachtschattengewächses, zur Narkose während chirurgischer Operationen eingesetzt. Im Mittelalter ist die Kenntnis von Heilpflanzen dann allerdings stark zurückgegangen. Zwar wurden auch hier von Ärzten und Apothekern einige Hundert verschiedene Pflanzen zur Heilung eingesetzt, ob die Behandlung aber immer förderlich für den Patienten war, sei dahingestellt: Häufig wurde von der Form einer Pflanze ihr Anwendungsbereich abgeleitet. Walnüsse etwa wurden gegen Krankheiten des Gehirns eingesetzt und Johanniskraut wurde aufgrund seiner wie durchstochen aussehender Blätter bei Messerwunden verwendet.
Quelle: Gesunde Medizin, 4/2008, S. 52-54

Fragen zum Text:
Antworte in vollständigen Sätzen und so ausführlich wie möglich! Bringe auch Beispiele, die deine Antworten belegen.

1. Welche Absicht verfolgt der Autor dieses Textes?
2. Warum kommt es immer wieder zu Vergiftungen durch Giftpflanzen?
3. Sind Giftpflanzen immer nur giftig?
4. Wie stand es um das Wissen über Heilpflanzen im Mittelalter?