Alle wichtigen Rechtschreibregeln und dazu passende Diktattexte,
Lern- und Merkstrategien
Vorweg die neuesten Veränderungen der Rechtschreibung seit August 2006:
Getrennt- und Zusammenschreibung
Groß- und Kleinschreibung
Laut-Buchstaben-Zuordnung
Zeichensetzung
Worttrennung am Zeilenende
Schreibung mit Bindestrich
 

Getrennt- und Zusammenschreibung
Verbindungen mit dem Hilfsverb sein werden grundsätzlich getrennt geschrieben.






Verbindungen aus einem Nomen und einem Verb werden in der Regel getrennt geschrieben.










Verbindungen aus einem Verb im Infinitiv und einem zweiten Verb werden im Allgemeinen getrennt geschrieben.







Verbindungen aus einem Adjektiv und einem Verb werden getrennt oder zusammengeschrieben, wenn ein einfaches Adjektiv das Ergebnis eines Vorgangs bezeichnet. Man schreibt zusammen, wenn eine neue Gesamtbedeutung vorliegt. In den übrigen Fällen wird getrennt geschrieben.







Verbindungen mit einem adjektivisch gebrauchten Partizip als zweitem Bestandteil können jetzt getrennt oder zusammengeschrieben werden.















Getrennt- oder Zusammenschreibung gilt neu auch für Verbindungen mit einem einfachen ungebeugten Adjektiv.



Zusammen- oder Getrenntschreibung gilt jetzt für zahlreiche feste Verbindungen aus einer Präposition und einem (verblassten) Nomen.




Verbindungen mit irgend- werden jetzt in der Regel zusammengeschrieben.

 

an sein, auf sein, beisammen sein, dabei sein, fertig sein, vorbei sein, zufrieden sein, zurück sein u. a.





Nach dem Muster Auto fahren, Klavier spielen schreibt man jetzt auch Radfahren, Hofhalten, Kegel schieben, Maschine schreiben u. a. Zusammengeschrieben wird weiterhin bei Verbindungen, in denen das Nomen verblasst ist: stattfinden (die Sitzung findet statt), teilnehmen (sie nahm daran teil) u.a. Bilden Nomen und Verb eine untrennbare Zusammensetzung, bleibt es ebenfalls bei der Zusammenschreibung: nachtwandeln (er nachtwandelt), schlussfolgern (sie schlussfolgerte) u. a.

Man schreibt also: tanzen lernen, lesen üben, baden geben, spazieren fahren u. a. Werden Verbindungen mit bleiben oder lassen in übertragener Bedeutung gebraucht, ist auch die Zusammenschreibung möglich: wegen schlechter Noten sitzen bleiben/sitzenbleiben, den Hut liegen lassen/liegenlassen u. a.
Dasselbe gilt für kennen lernen / kennenlernen.


 
Man schreibt also:

den Teller leer essen oder leeressen, die Zwiebeln klein schneiden oder kleinschneiden, das Haar blond färben oder blondfärben u. a.

• den Angeklagten freisprechen, seine Gegner kaltstellen, im Beruf kurztreten/kürzertreten u. a. • auswendig lernen, ohnmächtig werden, parallel verlaufen, schief ansehen u. a.


Man kann also schreiben:

Aufsicht führend oder aufsichtführend, Erdöl exportierend oder erdölexportierend, Gewinn bringend oder gewinnbringend, allein erziehende oder alleinerziehende Mütter, die allein Erziehenden oder Alleinerziehenden; gut bezahlte oder gutbezahlte Fachkräfte, im klein Gedruckten oder Kleingedruckten u. a.

In Fällen wie den folgenden darf aber aus grammatischen Gründen entweder nur getrennt oder nur zusammengeschrieben werden: ausschlaggebend (= den Ausschlaggebend), milieubedingt (--durch das Milieu bedingt); eine großen Gewinn bringende Geldanlage; eine äußerst gewinnbringende, [noch] gewinnbringendere Geldanlage; Fachkräfte sind besonders gut bezahlt.

Jetzt kann man demnach schreiben: allgemein gültig oder allgemeingültig, schwer krank oder schwerkrank, leicht verdaulich oder leichtverdaulich u. a.


außerstande
oder außer Stande (sein), infrage oder in Frage (kommen), zugrunde oder zu Grunde (legen), zuwege oder zu Wege (bringen); anstelle oder an Stelle, aufgrund oder auf Grund, mithilfe oder mit Hilfe, zugunsten oder zu Gunsten, zulasten oder zu Lasten u. a.

Wie schon früher irgendein, irgendwie u. a. schreibt man jetzt auch irgendetwas und irgendjemand. Aber: Wenn der zweite Bestandteil erweitert ist, bleibt es bei der Getrenntschreibung: irgend so ein, irgend so etwas u. a.

   
Groß- und Kleinschreibung
Nomen, die mit Präpositionen ein festes Gefüge bilden, aber mit diesen nicht zusammengeschrieben werden, schreibt man groß. Man schreibt jetzt also in Bezug auf wie bisher schon mit Bezug auf. Ebenso: außer Acht lassen, sich in Acht nehmen u. a.
Nomen, die mit Verben ein festes Gefüge bilden, aber nicht mit diesen zusammengeschrieben werden, schreibt man groß.

Man schreibt jetzt also Rad fahren, Hof halten, Diät leben, Diät halten, Maschine schreiben, Kegel schieben, jemandem Angst [und Bange] machen, sein Eigen nennen, Schuld haben, jemandem Schuld geben.

Aber: In Verbindung mit den Verben sein, bleiben oder werden gelten Wörter wie angst, bange, schuld u.a. nicht mehr als Nomen und werden deshalb wie bisher kleingeschrieben: Mir ist angst [und bange],- du bleibst schuld daran; ihr wird angst u.a.

Nominalisierte Ordnungszahlen werden großgeschrieben. Man schreibt jetzt also als Erstes, die Rechte Dritter, als Dritter an der Reibe sein, wie kein Zweiter arbeiten u. a.
Nominalisierte Adjektive, die Bestandteile fester Wendungen sind, werden - unabhängig vom eigentlichen oder übertragenen Gebrauch des Adjektivs - großgeschrieben.

Man schreibt jetzt also im Argen liegen, zum Besten geben/halten, im Dunkeln bleiben/tappen, auf dem Laufenden halten, sich über etwas im Klaren sein, auf dem Trockenen sitzen u. a.

Es bleibt aber bei von fern, von klein auf, über kurz oder lang, gegen bar, durch dick und dünn u. a. Groß schreibt man außerdem:

Sprachbezeichnungen in Verbindung mit Präpositionen: ein Referat auf Französisch halten; ein in Englisch abgefasster Brief u. a. ;

Tageszeiten in Verbindung mit (vor) gestern, beute, (über)morgen: gesternlheutelmorgen Abend, vorgestern Nachmittag u. a.

In festen Wortverbindungen aus einem Adjektiv und einem Nomen wird das Adjektiv im Normalfall kleingeschrieben, sofern es sich nicht um einen Eigennamen handelt.

Man schreibt wie bisher die schwarze Liste, der erste Spatenstich, die goldene Hochzeit u. a. Wenn jedoch hervorgehoben werden soll, dass die Wortverbindung mit einer neuen (übertragenen) Gesamtbedeutung gebraucht wird, ist - wie schon früher in einigen Fällen - auch die Großschreibung des Adjektivs möglich: das schwarze/Schwarze Brett (Anschlagtafel), der letzte/Letzte Wille (Testament) u. a.

In einigen Fachsprachen ist es üblich, auch Gattungsbezeichnungen und Begriffseinheiten wie Eigennamen zu behandeln: das Fleißige Lieschen (eine Pflanzengattung), die Schwarze Witwe (eine Spinnenart), die Erste Hilfe (Laienhilfe bei Unglücksfällen) u. a.

Werden aus Personennamen Adjektive auf -isch oder -sch gebildet, schreibt man diese in der Regel klein.

Man schreibt jetzt also goethische/goethesche Gedichte (»Gedichte von Goethe« oder »Gedichte in der Art Goethes«), das ohmsche Gesetz, der ohmsche Widerstand, freudsche Schriften u. a. Wahlweise kann auch mit Apostroph geschrieben werden (dann mit großem Anfangsbuchstaben): Goethe'sche Epik, die Heine'sche Ironie u. a.

Aber wie bisher: eulenspiegelhafte Possen, eine kafkaeske Stimmung die Schweizer Berge u. a.

 

Die Anredepronomen du und ihr sowie die besitzanzeigenden Pronomen dein und euer können jetzt auch in Briefen grundsätzlich kleingeschrieben werden.



Die Großschreibung ist nur noch für die Höflichkeitsanredeformen Sie und Ihr obligatorisch.

Wenn du/Du willst, komme ich am Freitag.
Was ist dir/Dir denn passiert? Mir gefällt dein/Dein neues Auto. Natürlich seid ihr/Ihr herzlich willkommen! Ich gratuliere euch/Euch zum Hochzeitstag.


Akzeptieren Sie unseren Vorschlag? Wir bedanken uns für Ihr Angebot und wünschen Ihnen ein schönes Wochenende.

Laut-Buchstaben-Zuordnung
ß nach kurzem (betontem) Vokal wird durch ss ersetzt. Man schreibt jetzt Fass, Stress, Biss, Missverständnis, Boss, Fluss; sie muss (zu: müssen), er hasst (zu: hassen) u. a.
Statt daß schreibt man jetzt dass.
 Eine größere Zahl von Einzelwörtern wird dem sogenannten Stammprinzip angeglichen, d. h., ein Wort folgt in der Schreibung dem Wort oder der Wortform, dem bzw. der es zugeordnet werden kann. Man schreibt jetzt Ass wegen des Asses, die Asse, Tipp wegen tippen, Gämse wegen Gams, nummerieren wegen Nummer, platzieren wegen Platz u. a.
Es bleibt aber bei fit und Top.
Treffen in Zusammensetzungen drei gleiche Buchstaben aufeinander, bleiben alle erhalten. Man schreibt jetzt Bestellliste, Schifffahrt; Kaffeeernte, Teeei, Hawaiiinseln u. a. Es bleibt bei dennoch, Drittel und Mittag.
Beachte: Wer unschöne oder unübersichtliche Schriftbilder vermeiden will, kann auch mit Bindestrich schreiben: Auspuff-Flamme, Tee-Ei.
Das ph kann in phon, phot und graph und in einigen Einzelfällen durch f ersetzt werden; neben -tial und -tiell sind in einigen Fällen auch -zial und -ziell möglich, wenn es ein verwandtes Wort mit z gibt. Vereinzelt können gh, rh, th zu g, r, t werden. Man kann jetzt schreiben:
Diktafon oder Diktaphon, Fotometrie oder Photometrie, Geografie oder Geographie, Delfin oder Delphin; Differenzial oder Differential, essenziell oder essentiell, substanziell oder substantiell; Spagetti oder Spaghetti, Katarr oder Katarrh, Panter oder Panther, Tunfisch oder Thunfisch. Ansonsten bleibt die Schreibung der Fremdwörter im Wesentlichen unverändert.
Man schreibt also weiterhin Philosophie, Rhetorik, Rheuma, Apotheke, Strophe, Diskothek, Leichtathletik, Mathematik, Theater u. a.
Zeichensetzung

Zwischen Hauptsätzen, die mit und/oder verbundenen sind, ist das Komma freigestellt.


Infinitiv- und Partizipgruppen können zur Verdeutlichung der Satzgliederung durch ein Komma abgetrennt bzw. zwischen Kommas eingeschlossen werden.


Ein einfaches oder paariges Komma muss jedoch stehen, wenn die Infinitivgruppe
mit um, ohne, [an]statt, als oder außer eingeleitet wird,
von einem Nomen, einem Verweiswort oder einem Wort mit Platzhalterfunktion abhängig ist, das im übergeordneten Hauptsatz steht.






Der Apostroph darf auch gebraucht werden, um die Grundform eines Personennamens von der Genitivendung -s abzuheben.

Sie spielte auf dem Klavier[,] und er sang dazu. Kommst du mit[,] oder hast du schon etwas anderes vor?

Sie nahm sich vor[,] ihre Eltern zu besuchen. Die Unfallursache festzustellen[,] ist für die Polizei oft schwierig. Unfähig[,] etwas zu sagen[,] saß er da.
Ein Glas in der Hand haltend[,] stand er in der Tür. Sie sank[,] zu Tode erschreckt[,] auf das Sofa.

Sie gingen, ohne sich vom Gastgeber zu verabschieden. Etwas Besseres, als eine Reise zugewinnen, konnte mir nicht passieren.
Sein Ziel, das Rauchen aufzugeben, wird er nicht erreichen. Sie hat nur den Wunsch, wieder gesund zu werden.
Sie erinnerte ihn daran, die Post zu holen.
Berühmt zu werden, das hatte er schon als Kind gehofft.
Wir haben es bisher nicht bereut, uns selbstständig gemacht zu haben. Meine Freundin hasst es, früh aufzustehen.

Rudis Grilltreff oder Rudi's Grilltreff , Königs Videothek oder König's Videothek
Worttrennung am Zeilenende
Die Buchstabenfolge st wird jetzt genauso getrennt wie sp. Wes-te, Küs-te, ros-ten, meis-tens, bedeutends-te u. a.
Die Buchstabenverbindung ck bleibt - wie ch und sch - neu ungetrennt. De-ckel, Zu-cker, ba-cken, tro-cken u. a.
In Fremdwörtern werden Verbindungen aus Konsonant + l, n oder r entweder vor dem letzten Konsonanten getrennt oder sie kommen ungetrennt auf die neue Zeile. nob-le oder no-ble, Zyk-lus oder Zy-klus, Sig-nal oder Si-gnal, mag-netisch oder ma -gnetisch, Feb-ruar oder Fe-bruar, integ-rieren oder inte-grieren u. a.
Deutsche Wörter oder Fremdwörter, die nicht mehr als Zusammensetzungen erkannt oder empfunden werden, können nach Sprechsilben oder nach Sprachsilben getrennt werden. hi-nab oder hin-ab, wa-rum oder war-um, ei-nander oder ein-ander, Mai-nau oder Main-au, Helikop-ter oder Heliko-pter, Pä-dagogik oder Päd-agogik, inte-ressant oder inter-essant u. a.
 
Schreibung mit Bindetsrich
   

 

 

 

In Zusammensetzungen werden Zahlen, die in Ziffern geschrieben werden, mit einem Bindestrich vom Rest des Wortes abgehoben. Man schreibt jetzt also 8-Achser, 5-Eck, 16-Ender, 100-prozentig, 2-jährig, 4-Jährige, 6-monatlich, 14-tägig, 8 -Zylinder u. a.

Wie bisher steht jedoch kein Bindestrich, wenn die Ziffer mit einer Nachsilbe verbunden ist. Es bleibt also bei 68er, 100stel, 100%ig,  15er u. a.

Aber in Zusammensetzungen: 68er-Generation, 15er-Schlüssel u. a.

 

Ein Bindestrich kann gesetzt werden, um einzelne Bestandteile einer Zusammensetzung hervorzuheben, wenn unübersichtliche Zusammensetzungen deutlicher gegliedert werden sollen, und beim Aufeinandertreffen von drei gleichen Buchstaben.

 

 

Man schreibt also Ichsucht oder Ich-Sucht, Sollstärke oder Soll-Stärke, Moselwinzergenossenschaft oder Mosel-Winzergenossenschaft, Schifffahrt oder Schiff-Fahrt, Auspuffflamme oder Auspuff-Flamme, Teeernte oder Tee-Ernte u. a.
Mehrgliedrige Wörter aus dem Englischen werden zusammen- oder mit Bindestrich geschrieben, wenn der erste Bestandteil ein Nomen oder ein Verb ist. Man schreibt jetzt also: Assessmentcenter oder Assessment-Center, Blackout oder Black-out, Centrecourt oder Centre-Court, Handout oder Hand-out, Desktoppublishing oder Desktop-Publishing, Feedback oder Feed-back, Layout oder Lay-out, Midlifecrisis oder Midlife-Crisis, Shoppingcenter oder Shopping-Center u. a.
   

Diktate üben

Diktate kannst du auf unterschiedliche Weise üben – allein, mit den Eltern oder mit Freunden. Je abwechslungsreicher du dich auf eine Klassenarbeit vorbereitest, desto eher wirst du Erfolg haben. Such dir dabei eine Übungsform, die zu dir passt.

Eigendiktat

Wenn du niemanden hast, der dir einen Text diktieren kann, probiere es mit dem Eigendiktat:

  • Suche dir einen geeigneten Übungstext. Wenn er dir zu lang erscheint, kannst du ihn auch in zwei Teile aufteilen.
  • Lies den gesamten Text einmal gründlich durch.
  • Decke den Text so ab, dass du nur eine Textzeile siehst.

 

    • Bringe Abwechslung in deine Vorbereitung.
    • Verwende Texte aus Schul- oder Übungsbüchern.
    • Nimm Papier, Pappe oder ein undurchsichtiges Lineal zum Abdecken.
    • Lies rückwärts. Achte auf vollständige Sätze.
    • Sei ehrlich zu dir selbst!

 

Diktat: Ein Schüler allein zu Haus

Ein Tag zu Hause ohne Eltern ist ein Traumtag! Gleich nach dem Weggehen der Erwachsenen kann man mit dem Lernen aufhören und sich allerlei Schönem widmen. Zuerst hält man nach etwas Essbarem Ausschau, dabei wird vor allem Süßes bevorzugt. Da der junge Mensch nicht nur essen muss, sondern auch das Trinken nicht vergessen sollte, ist das Auf-suchen des Getränkekellers die nächste wichtige Aufgabe. Dort kann einem dann Hören und Sehen vergehen: süße Limonade und Cola in rauen Mengen!

 

Wenn man nun genug zu essen und zu trinken zusammengetragen hat, beginnt der gemütliche Teil des Tages: Man stellt die Leckereien und Getränke in greifbare Nähe auf den Tisch, holt sein neues Comicheft, das man vorher vor den forschenden Blicken der Eltern versteckt hat, aus der Schublade, setzt sich auf Vaters gepolsterten Stuhl und gibt sich nun hemmungslos dem Betrachten bunter Zeichnungen und dem Lesen lustiger Sprechblasen hin.

 

Zwischendurch macht man eine kleine Pause, um auch seinem Körper Gutes zu tun: Wie göttlich schmecken doch Salzstangen zusammen mit Schokolade, wenn man zum Hinunterspülen auch noch ein Glas Cola trinkt! (177 Wörter)

Schleichdiktat

Mit einem Schleichdiktat kannst du nicht nur Diktate an sich, sondern gleichzeitig auch deine Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit trainieren.

 

So funktioniert das Schleichdiktat:

  • Lies den gewählten Übungstext einmal gründlich durch.
  • Leg den Text nun an eine Stelle, zu der du von deinem Arbeitsplatz aus hingehen musst.
  • Merke dir einen Textabschnitt, geh zurück zu deinem Arbeitsplatz und schreibe den Text auf.
  • Arbeite dich nach Sinnabschnitten durch den gesamten Text. Je seltener du zum Text gehen musst, desto besser ist deine Konzentrationsfähigkeit Aber Vorsicht: Es nützt gar nichts, wenn du den Text in drei Gängen und nur fünf Minuten schaffst, aber dafür massenweise Fehler machst!
  • Nimm am Ende den Text mit an deinen Arbeitsplatz und vergleiche deinen Text mit der Vorlage.

 

    • Je sinnvoller der Text, desto einprägsamer!
    • Meide Orte (Küche) oder Gegenstände (TV), die dich ablenken.
    • Mach eine Strichliste, wie oft du zum Text gehst. Bei 200 Wörtern darfst du 12- bis 14-mal schleichen.
    • Korrigiere sorgfältig und genau.

 

 

Diktat: Die Formel 1

Formel-1-Piloten leben gefährlich. So gibt es kaum einen Weltklassefahrer, der sein Rennauto nicht mindestens einmal völlig demoliert hat. Dies konnte aber bisher noch keinen von ihnen davon abhalten, sofort in das nächste Auto zu steigen und mit quietschenden Reifen aus den Boxen zu rasen. Doch nicht nur die Fahrt mit dem Rennauto birgt Gefahren, auch der Halt zum Reifenwechsel und Tanken kann tödlich enden. Da alles blitzschnell geschehen muss, kann es vorkommen, dass ein Mechaniker die Reifen nicht ordnungsgemäß befestigt. Bei hoher Geschwindigkeit löst sich dann das Rad von der Aufhängung und der Rennfahrer verliert die Kontrolle über die Maschine.

 

Noch schlimmer ist es allerdings, wenn beim Auftanken Benzin austritt. Es genügen schon wenige Tropfen, die sich am glühend heißen Auspuff des Autos entzünden, um im Nu ein riesiges Flammenmeer auflodern zu lassen. Nur das schnelle Eingreifen der Feuerwehr kann hier ein Überleben garantieren.

 

Zum Glück sind wenigstens die Zuschauer heutzutage gut geschützt, denn die schwersten Unfälle ereigneten sich früher immer, wenn der Pilot die Gewalt über sein Fahrzeug verlor und ohne zu bremsen in die Masse der Zuschauer schoss. Wen das Auto nicht erfasste, der konnte sein Leben durch die Panik der Umstehenden verlieren. Für die Angehörigen blieb dann nur Fassungslosigkeit und grenzenlose Trauer. (205 Wörter)

Kassettendiktat

Probiere es doch einmal mit einem Kassettendiktat:

 

  • Nimm dir einen Kassettenrekorder mit Aufnahmefunktion.
  • Lies dir zunächst den Text, den du üben möchtest, gründlich durch. Sprich den Text auf Band.
  • Spul die Kassette an den Ausgangspunkt zurück.
  • Nun schreibe den Text nach Gehör.
  • Korrigiere zum Schluss deinen Text, indem du ihn mit der Vorlage vergleichst.

 

    • Lass Pausen zwischen Sinnabschnitten.
    • Warte ein paar Minuten, bevor du den Text schreibst.
    • Versuche „typische” Fehler herauszufinden, damit du gezielt weiter üben kannst.

 

Partnerdiktat

Du kannst auch jemanden bitten, dir einen Text zu diktieren. So entsteht eine ähnliche Situation, wie du sie von der Klassenarbeit her kennst.

 

  • Lass dir den Text diktieren.
  • Dein Partner kann dich nach jedem Satz auf Fehler hinweisen. Frage nach, wenn du dir bei der Schreibung schwieriger Wörter unsicher bist.
  • Wenn du mit einem Freund oder einer Freundin lernst, solltet ihr euch mit dem Diktieren (z. B. aus euren Lieblingsbüchern) abwechseln.

 

    • Präge dir keine falsche Schreibung ein.
    • Achte auch beim Vorlesen auf die Schreibung schwieriger Wörter.

 

Diktat: Herakles

Zu den größten Helden der griechischen Mythologie zählt Herakles, dessen lateinischer Name Herkules lautet. Schon als er in der Wiege lag, sorgte er für grenzenloses Staunen, als er zwei Schlangen erwürgte, die ihn mit ihren Bissen töten wollten.

Noch gewaltiger wurde sein Ruhm durch die zwölf Aufgaben, die er lösen musste, um in den Olymp, die Wohnstatt der Götter, zu gelangen.

Als Erstes wurde ihm die Aufgabe gestellt, den Nemeischen Löwen zu töten. Dem Fell dieses Tieres konnte weder durch Bogenschüsse noch durch Schwerthiebe Schaden zugefügt werden. Trotzdem schoss Herakles alle seine Pfeile auf die Bestie ab, allerdings erfolglos. Als auch sein Schwert versagte, erwürgte er das Untier schließlich mit bloßen Händen. Die zweite Prüfung verlangte von Herakles die Ermordung der Hydra, eines hässlichen Ungeheuers von hundeähnlicher Gestalt mit acht oder neun Schlangenköpfen. Außerdem wusste man, dass ihr Atem für Menschen tödlich war.

Herakles näherte sich der Hydra mit geschlossenem Mund. Ohne gebissen zu werden, gelang es ihm, dem Untier einige Köpfe abzuschlagen. Für jeden Kopf, den er abhackte, wuchsen sofort zwei neue. Erst als Herakles die Wurzeln der abgeschlagenen Köpfe mit Feuer versengte, gelang es ihm, das Nachwachsen zu beenden und die Hydra zu töten. Im Olymp wurde der Tapfere mit Unsterblichkeit und ewiger Jugend belohnt. (207 Wörter)

Groß- und Kleinschreibung

Grundsätzliches zur Groß- und Kleinschreibung

An einigen Stellen im Satz wird grundsätzlich großgeschrieben:

 

  • am Satzanfang (1),
  • nach einem Doppelpunkt, wenn ein selbstständiger Satz folgt (2),
  • zu Beginn der direkten Rede (3).

 

(1) Sie ist schön.

(2) So lautet der Vertrag: Der Sohn erbt alles.

(3) Sein Gejammer „Alles viel zu teuer” kann ich nicht mehr hören.

 

Großgeschrieben werden auch alle

  • Substantive, (das Haus)
  • Eigennamen – auch die mehrteiligen Eigennamen
  • Wörter, die als Substantive gebraucht werden, egal, zu welcher Wortart sie ursprünglich gehören.

 

Herr Schmidt

Alexander der Große

Das Reiten ist ihr großes Hobby.

 

Ebenfalls großgeschrieben werden

  • ins Deutsche übernommene Wörter aus anderen Sprachen (der Fun, der Swimmingpool)
  • alle Wörter mit den Suffixen (Nachsilben) -ung, -heit, -keit, -nis, -schaft, -tum, -ling und -sal. (die Erleuchtung, die Faulheit die Einsamkeit, das Erlebnis, die Seilschaft, der Reichtum, der Feigling, das Schicksal)

 

Diktat: Die Affen im Zoo

An einem schönen Frühlingssonntag unternahm Familie Müller einen Ausflug in den Zoo. Gerade jetzt zu Beginn der Saison, wenn das Leben der Pflanzen und Tiere nach dem

Winter neu erwacht, ist ein solcher Ausflug besonders für die Kinder ein Erlebnis. Als sie alle bei den Affen ankamen, war das Staunen groß: Die Affen waren nicht in einen Käfig ein-gesperrt, sondern sprangen in einer hellen, offenen Halle umher.

 

„Zur Würdigung der Forschungsarbeit von Jane Goodall”, lasen sie auf einem .Schild. Die Mutter erklärte den Kindern: „Jane Goodall ist eine britische Forscherin, die ihr Leben der Beobachtung und der Erforschung des Sozialverhaltens von Menschenaffen gewidmet hat.”

Die Affen turnten an den Bäumen. Ein Affenkind mit dem Spitznamen „Wilde Hilde” spielte in einer Ecke mit einem Plastikball und begeisterte das Publikum mit seiner Verwegenheit. Einer der Jungen forderte das Schicksal heraus und steckte einen Schokoladenriegel durch das Gitter. Weil die Neugier des Affenbabys größer war als seine Angst, kam es an das Gitter. Blitzschnell griff es den Riegel und aß die Schokolade auf. Das Lachen der Kinder, die das Geschehen beobachtet hatten, hallte noch lange durch den Zoo.

 

Amüsiert griff die Mutter zu ihrem Geldbeutel: "Zum Abschluss spendiere ich euch jetzt noch ein Eis!" (201 Wörter)

Substantivierungen

Substantivierte Verben

Als Substantiv gebrauchte Verben werden großgeschrieben. Man erkennt solche substantivierten Verben daran, dass ein Artikel vorangestellt ist. (Das Singen ist meine Leidenschaft. Sie hat das Rechnen von ihrer Schwester gelernt.)

 

  • Achtung:
    • Oft verschmilzt der bestimmte Artikel mit einer Präposition. (Beim (= Bei dem) Reiten habe ich Spaß.)
    • Fehlt der Artikel, dann kann man groß- oder kleinschreiben. (Er lernt jetzt malen / Malen.)

 

Auch zusammengesetzte Verben, die man wie ein Substantiv verwendet, werden großgeschrieben. (Im Winter geht sie jeden Sonntag zum Schlittschuhlaufen.)

Substantivierte Adjektive

Auch für Adjektive gilt: Werden sie im Satz wie ein Substantiv verwendet, müssen sie großgeschrieben werden. Häufig geht ihnen dann ein Artikel voraus. (Der Beste gewinnt. Im (in dem) Dunkeln tappen)

 

Adjektive, die auf unbestimmte Mengenangaben (allerlei, alles, etwas, genug, nichts, viel, wenig) folgen, werden im Satz als Substantiv verwendet. Daher schreibt man sie immer groß.

 

(allerlei Neues etwas Lautes genug Alltägliches nichts Schönes wenig Sehenswertes)

 

Diktat: Anne und der Sternenhimmel

Anne interessiert sich sehr für den Sternenhimmel. Das Finden des Sternbildes Großer Bär, das man auch den Großen Wagen nennt, ist für sie nichts Besonderes. Auch das Auffinden einzelner Sterne, zum Beispiel des Polarsterns, bereitet ihr keine Schwierigkeiten.

Ihr ganzes Wissen stammt aus vielen Büchern: Annes liebster Zeitvertreib ist Lesen/lesen!

Manchmal leistet ihr Laura, Annes kleine Schwester, beim Beobachten des Nachthimmels Gesellschaft. Anne erklärt ihrer kleinen Schwester dann, was sie zuvor gelesen hat. Laura ist beeindruckt. Die beiden stehen im Dunkeln und blicken nach oben. Das Schönste aber ist, wenn sie dabei zufällig eine Sternschnuppe sehen.

„Kannst du den Stern erkennen?”, fragt Anne die Schwester. „Natürlich! Ich bin doch nicht blind!” Aufmerksam lauscht Laura den Erklärungen der großen Schwester. Sie freut sich sehr, beim Sternegucken dabei sein zu dürfen. Zum Glück fällt es ihr sehr leicht, sich das Gehörte auch zu merken. Schon vor dem Schlafengehen freut sich Laura dann auf den nächsten Tag, wenn sie mit ihrem neu erworbenen Wissen den Klassenkameraden allerlei Interessantes berichten kann.

(167 Wörter)

Besonderheiten:

Paarformeln

  • Undeklinierte Adjektive (d. h. Adjektive in der Grundform), die mehrere Personen gemeinsam bezeichnen, werden großgeschrieben. Man nennt sie Paarformeln. (Alte und Junge; Groß und Klein; Arm und Reich)
  • Substantivisch gebrauchte Adverbien, Präpositionen, Konjunktionen und Interjektionen (Ausrufe) schreibt man groß. Sie treten häufig ebenfalls als Paarformeln auf. (Drum und Dran; das Für und Wider; Ob und Wie; Weh und Ach)

Zahlwörter

  • Alle Grundzahlen (Kardinalzahlen) schreibt man klein. (Die zwei sind nett. Sie wollte um acht anrufen.)
    • Aber: Eine Grundzahl schreibt man groß, wenn sie eine Zahl / Ziffer bezeichnet. (Er fürchtet die Dreizehn.)
  • Zahlwörter, die als Substantiv verwendet werden, werden groß geschrieben. (Es gibt ein Dutzend Möglichkeiten.)
  • In solchen Fällen schreibt man auch Indefinitpronomen groß. (alles Mögliche, die Einzige)
    • Aber: Die vier Zahladjektive Viel, wenig, eine, andere werden immer klein geschrieben. (Das haben schon viele erlebt.)

 

Diktat: Fußball, ein Mannschaftssport

Fußballspieler sind Mitglieder eines Teams mit elf Spielern, in dem es niemals drunter und drüber gehen darf. Das tägliche Training beginnt um sechs Uhr abends. Jeder Einzelne muss sich ohne Für und Wider den Anordnungen des Trainers fügen. Zeigen sich beim Laufen Konditionsprobleme, hilft kein Weh und Ach und die ganze Elf muss ein paar Runden extra ums Stadion laufen.

 

Auch das Platzwechseln hin und her auf dem Rasen will geübt sein. Wenn der Linksaußen Schwierigkeiten beim Köpfen hat und der Ball zu oft ins Aus geht, heißt es einschleifen, sonst zieht die gesamte Mannschaft den Kürzeren. Jeder leistet sein Möglichstes, aber nur die Besten werden aufgestellt. Das haben schon viele erlebt, das gehört zum Auf und Ab einer Spielerkarriere.

Fällt der Schiedsrichter beim Spielen eine ungünstige Entscheidung, hilft kein Wenn und Aber. Auch wenn während des Diskutierens die Wogen der Erregung bei Alten und Jungen hochgehen, erweist sich der Spruch des Schiedsrichters im Nachhinein doch als richtig. Deswegen ist es ratsam, mit dem Beschimpfen des Unparteiischen vorsichtig zu sein, denn hat man Beleidigendes erst einmal ausgesprochen, gibt es kein Zurück. (181 Wörter)

Tageszeiten und Zeitangaben

  • Tageszeiten können als Substantiv auftreten. Man erkennt sie meist am vorangehenden Artikel, auch wenn dieser mit einer Präposition verschmolzen ist (am = an dem). Sie werden großgeschrieben. (Der Morgen ist die stressigste Tageszeit. Am Nachmittag ist es im Schulgebäude still.)
  • Manchmal ist auch eine Präposition das Erkennungszeichen, das auf den substantivischen Gebrauch einer Tageszeitangabe hinweist. (gegen Morgen einschlafen; nach Mitternacht ausgehen)
  • Tageszeiten, die nach den Adverbien vorgestern, gestern, heute, morgen und übermorgen stehen, werden ebenfalls großgeschrieben. (vorgestern Abend; übermorgen Mittag; heute Nachmittag)
  • Achtung: Die Zeitangaben vorgestern, gestern, heute, morgen und übermorgen sind Adverbien und werden kleingeschrieben, ebenso die Zeitangaben, denen ein -s angehängt wurde. (Wir waren gestern im Schwimmbad. Das Wetter heute ist scheußlich. frühmorgens; mittwochs; nachts)
  • Wochentage sind ebenfalls Zeitangaben und man schreibt sie groß. Auch sie erkennst du meist am Begleiter. (Das Fest findet am Samstag statt. Am Montagabend gehen wir ins Kino.)

 

Diktat: Die Fahndung

Nachdem Kommissarin Seifert heute Morgen über die Leiche des Bäckermeisters im Bach informiert worden war, war sie sofort losgefahren. Als sie mittags gemeinsam mit ihrem Kollegen in dem kleinen Dorf eintraf, gab es bereits einige Anhaltspunkte.

 

Nach Aussage seiner Frau war der Bäckermeister gestern wie üblich abends gegen neun Uhr ins Bett gegangen, nachdem er am späten Nachmittag mit einigen Bekannten in der Dorfschenke zusammengesessen hatte. Dort hatte er erzählt, dass er am nächsten Morgen eine größere Summe in bar mit in die Backstube nehmen wollte, um den Müller zu bezahlen. Man erwähnte nebenbei, dass seit vorgestern Mittag ein Unbekannter in der Dorfschenke wohnte, der ebenfalls in der Gaststube anwesend war. Dieser war heute Vormittag jedoch wieder abgereist, nachdem er morgens bereits bei Sonnenaufgang einen Spaziergang gemacht hatte, wie sich der Wirt erinnerte, der nachts manchmal seinen Hund rausließ.

Mehrere Leute konnten den Unbekannten beschreiben, sodass schon nachmittags die Fahndung eingeleitet wurde. Als der Mann am späten Freitagabend von der Polizei geschnappt wurde, trug er das Geld des Bäckers noch bei sich. (172 Wörter)

Geografische Namen und Titel

Großgeschrieben werden

  • alle von geografischen Eigennamen abgeleiteten Wörter auf -er sowie (der Kölner Dom, die Schweizer Schokolade)
  • Adjektive, die zum festen Bestandteil eines Eigennamens geworden sind. (das Rote Rathaus in Berlin; die Schwäbische Alb)
    • Achtung: Dies gilt nicht für Ableitungen auf -isch, -ische, -ischer, -sch sowie feste Verbindungen, die nicht zu einem Eigennamen gehören. (das bayrische Kochbuch, die dänische Küste, das neue Jahr)

 

  • Zusammensetzungen mit mehreren oder mehrteiligen Namen werden ebenfalls großgeschrieben. Sie werden mit Bindestrich verbunden. (Theodor-Heuss-Gymnasium, St.-Marien-Kirche)
  • In Buch-, Filmtiteln usw. wird das erste Wort großgeschrieben. Der Titel steht in Anführungszeichen.
    • Achtung: Eine Ausnahme sind Zeitschriftennamen. (Kennst du das Buch „Drei Männer im Schnee”? Gestern habe ich „Findet Nemo” gesehen. Meine Mutter liest donnerstags die Zeit.)

 

Diktat: Jakob, der Weltenbummler

Meine Mutter liest die Zeit und hat neulich diese Geschichte entdeckt:

Nachdem ein gewisser Jakob seinen Abschluss an der Hans-Müller-Schule gemacht hatte, entdeckte er seine Reiseleidenschaft. Mittlerweile ist Jakob viel in der Welt herumgekommen. Er findet alles Fremde interessant und freut sich auf neue Entdeckungen.

Jakob kennt die australische Wüste und fing mit den Cowboys Südamerikas zusammen argentinische Rinder. Im Londoner Tower bekam er eine Gänsehaut, von der er sich an italienischen Stränden erholen musste. Die ägyptischen Pyramiden bestaunte Jakob ebenso wie den Pariser Eiffelturm. Im Norden Russlands machte er Bekanntschaft mit der sibirischen Kälte und kaufte sich daher eine Fellmütze, die ihm in den Schweizer Alpen wertvolle Dienste leistete. Die echten Salzburger Nockerln schmeckten ihm ebenso wie japanischer roher Fisch; da ist Jakob recht aufgeschlossen. Erst kürzlich hat sogar das Fernsehen in der Dokumentarsendung „Mit Jakob durch die Welt” von seinen Abenteuern berichtet. Er kennt die Sitten der Länder, offene Freundlichkeit ist echt amerikanisch, vornehme Zurückhaltung dagegen ein Zeichen der Briten. Wenn er aber von einer Reise zurückkommt, freut er sich auf bayrisches Bier und verdrückt Unmengen Königsberger Klopse. Bis ihn die Reiselust wieder packt ... (187 Wörter)

 

Zusammenfassung:

Grundsätzlich gilt:

Aber:

Alle Substantive werden großgeschrieben – ebenso Wörter  aus anderen Wortarten, wenn sie als Substantiv verwendet werden (Substantivierungen). 

Meistens geht solchen Substantivierungen ein Artikel voraus – wenn nicht, dann          

musst du ihn dir einfach dazudenken.

Es gibt auch Wörter, die ihre Aufgabe als Substantiv verloren haben und die Aufgabe einer anderen Wortgruppe übernehmen. Solche Desubstantivierungen schreibt man klein!

Regel: Wörter, die mit sein oder werden als Adjektive gebraucht werden, schreibt man klein.

Das Lesen ist ihr liebstes Hobby.

am Ersten des Monats (= an dem Ersten des Monats)

angst werden, bange sein, gram sein, recht/unrecht sein, schuld sein

auch: unrecht tun

Dieselben Wörter werden in Verbindung mit anderen Verben großgeschrieben:

mit anderen Verben

Dieser Hund macht mir Angst.

Vor Mathe habe ich Bange.

Der Lehrer hat Recht behalten.

Er hat ihm ein Unrecht angetan.

Sie gibt dem Sohn die Schuld.

mit sein oder werden

Mir wird angst.

Mir ist angst und bange.

Es ist mir recht.

Ihr habt ihm unrecht getan.

Du bist schuld.

 

Es gibt Wörter, die einmal als Substantiv, einmal als Präposition verwendet werden. Für die Schreibung ausschlaggebend ist immer die Stellung im Satz.

 

als Substantiv                                                             als Präposition

Zum Dank für ihre Hilfe ...                                             dank deiner Hilfe

Ein Schultag kostet viel Kraft.                                        Sie entschied kraft ihrer Position.

Es geht nach seinem Willen.                                        um ihres Kindes willen

 

Bestimmte Zahlwörter können, wenn sie eine unbestimmte, nicht in Ziffern schreibbare Menge bezeichnen, groß- oder kleingeschrieben werden.

Achtung: Ab einer Million schreibt man Zahlsubstantive groß.

 

Ich habe es dir dutzende/Dutzende Male gesagt.

Mehrere hundert/Hundert Leute standen vor der Disko.

Der Verlust geht in die tausende/Tausende.

 

Bruch- und Ordnungszahlen

 

schreibt man groß, wenn man                           klein vor Maßangaben,

sie substantivisch verwendet,                             falls sie auf -tel/-stel enden.

 

ein Viertel vom Kuchen                                     ein viertel Kilogramm

Ich war die Letzte.                                            eine tausendstel Sekunde

 

Manche Wörter kann man als feste Zusammensetzung oder auch als Wortgruppe betrachten. Dann kannst du dir aussuchen, wie du schreiben möchtest.

 

auf Grund          mit Hilfe                                               aufgrund           mithilfe

zu Lasten         zu Mute sein                                        zulasten           zumute sein

von Seiten         im Stande sein                                     vonseiten          imstande sein

zu Grunde         in Frage kommen                                  zugrunde          infrage kommen

 

Besonders knifflig ist auch die Schreibung von festen Verbindungen aus Adjektiv und Substantiv.

  • Bestimmte feststehende Begriffe werden großgeschrieben, obwohl keine Eigennamen vorliegen.

 

    • Titel- oder Amtsbezeichnungen: der Heilige Vater
    • Arten und Rassen in der Biologie: der Deutsche Schäferhund
    • Besondere Kalendertage: der Weiße Sonntag; der Erste Mai
    • Historische Ereignisse: der Zweite Weltkrieg, der Siebzehnte Juni

 

  • In substantivischen Wortgruppen, die zu festen Verbindungen geworden sind, schreibt man Adjektive klein. (die ungarische Salami, die türkische Pizza, das schwarze Brett)

Getrennt- und Zusammenschreibung

 

Getrennt oder zusammen? Das ist eine der kniffligsten Fragen, wenn es im Deutschen um die richtige Schreibung geht. Merke dir einfach: Die Getrenntschreibung ist der Normalfall. (sitzen bleiben, da sein, allein erziehend, Gewähr leisten, Krebs erregend)

Verbindungen mit Verben

Verbindungen mit "sein" werden immer getrennt geschrieben. (laut sein, allein sein, böse sein, getrennt sein, dagegen sein)

Verb + Verb

Treffen in Verbindungen zwei Verben aufeinander, wird getrennt geschrieben. (kennen lernen, bleiben lassen, hängen bleiben, lieben lernen, bestehen bleiben)

 

Achtung:  Der substantivische Gebrauch solcher Zusammensetzungen verlangt die Zusammenschreibung. (Das Getrenntsein am Wochenende tut ihrer Beziehung nicht gut. ein Probeheft zum Kennenlernen)

 

Diktat: Zusatzunterricht

In diesem Schuljahr bleibt Laura freitags länger in der Schule. Sie soll Tastaturschreiben lernen. Obwohl sie viel lieber ein Buch lesen würde, kann sie ihrer Mutter, die sie für den Kurs angemeldet hat, nicht wirklich böse sein. Laura weiß selbst, dass ihr die zusätzlichen Kenntnisse später nützlich sein werden, wenn sie in einer höheren Klasse ein Referat abgeben muss. Schließlich lernen die Kinder von heute nicht mehr auf alten Schreibmaschinen, sondern auf modernen Computertastaturen.

Zum Glück ist die Lehrerin ganz nett und toleriert so manchen Schabernack. Als es ihr einmal aber doch zu bunt wird, ruft sie aus: „Kinder, ihr sollt nicht so laut sein! Ihr sollt diesen Unfug bleiben lassen und auf euren Stühlen sitzen bleiben. Nur wer fleißig übt, der wird die Tastatur richtig beherrschen lernen.” Dann teilt sie ein neues Arbeitsblatt aus: einen Übungstext zum Kennenlernen der Fingersätze für die Zahlentasten.

 

Nun lockert die Lehrerin den Unterricht mit ein paar gymnastischen Übungen auf. Als es weitergeht, ermahnt sie die Kinder: „Ihr sollt euren Rücken gerade halten und die Hände locker lassen!”

 

Die nette Lehrerin kann den Kindern so manchen Fehler gar nicht übel nehmen. Am Ende des Schuljahres wird sie sich damit zufrieden geben, wenn es einigen Schülerinnen und Schülern gelingt zu tippen, ohne ständig auf die Tastatur zu schauen. Die Lehrerin weiß schließlich ganz genau: Nicht jedem Kind macht das Maschinschreiben Spaß! (226 Wörter)

Substantiv + Verb

Wortgruppen, deren erster Bestandteil ein Substantiv und deren zweiter Bestandteil ein Verb oder ein Partizip Präsens ist, werden getrennt geschrieben. (Klavier spielen, Eis laufen, Rad fahren, Daten verarbeitende Maschinen)

 

Achtung: Der substantivische Gebrauch solcher Wortgruppen verlangt die Zusammenschreibung. (Das Eislaufen macht mir keinen Spaß.)

 

Es gibt Verbindungen aus Substantiv und Verb, die einen feststehenden Begriff bilden, d. h., die Substantive sind kaum noch in ihrer ursprünglichen Bedeutung erkennbar. Solche Verbindungen werden zusammengeschrieben. (haushalten, handhaben, schlafwandeln, heimsuchen, standhalten, preisgeben, wettmachen)

 

 

Achtung: Da diese Verbindungen trennbar zusammengesetzt sind, wird der substantivische Bestandteil auch dann kleingeschrieben, wenn die Bestandteile aufgrund ihrer Stellung im Satz getrennt stehen. (Sie gab ihr Geheimnis preis. Er hielt der Versuchung stand.)

Adjektiv + Verb (1)

Verbindungen aus einem Adjektiv mit einem Verb werden getrennt geschrieben, wenn der erste Bestandteil eine Ableitung auf -ig, -isch oder -lich ist. (lästig fallen, logisch denken, deutlich reden)

 

Diktat: Redekunst

In der tschechischen Hauptstadt Prag strapazierte ein englischer Angeklagter die Nerven des Gerichts, indem er endlose Reden hielt. Sein Ziel war es, dem Richter durch seinen Monolog lästig zu werden und ihn in den Wahnsinn zu treiben. Der Richter forderte, dass er Maß halten solle, womit er bei dem Beschuldigten allerdings kein Gehör fand. Er nutzte eine Besonderheit des tschechischen Rechts, das Verteidigungsreden kein Zeitlimit setzt.

 

Die erste Übersetzerin durfte heimgehen, nachdem sie vor Erschöpfung zusammengebrochen war. Sie konnte dem Redeschwall gerade mal zwei Tage standhalten. Ein paar arbeitsfreie Tage sollten die überstandenen Anstrengungen wieder wettmachen. Der Engländer hätte theoretisch Monate reden können, da das Gesetz nicht vorschreibt, dass er direkt zum Thema sprechen muss. Der Richter konnte die Situation also gar nicht anders handhaben. Glücklicherweise beschränkte der Angeklagte sich auf nur wenige Wochen. In dieser Zeit gab er alle wichtigen und unwichtigen Details aus seinem Leben preis.

 

Er erzählte, wie er täglich zum Waschsalon ging, um seine Wäsche zu waschen. Zudem war er ein leidenschaftlicher Wintersportler. Regelmäßig ging er Eis laufen, Schlitten und Ski fahren, wobei er das Skifahren zu seiner Lieblingssportart erklärte. Der Richter drohte schließlich irrezuwerden, beinahe glaubte er, einem Feuer speienden Drachen gegenüber zu sitzen. Daher unterbrach er schließlich die Verhandlung für mehrere Tage. (208 Wörter)

Adjektiv + Verb (2)

Verbindungen aus einem Adjektiv mit einem Verb werden auch dann getrennt geschrieben, wenn das Adjektiv gesteigert oder erweitert werden kann. Ist das Adjektiv nicht steiger- oder erweiterbar, wird zusammengeschrieben. (hell strahlen (heller strahlen), gut meinen (besser meinen), fernsehen, hochrechnen, wahrsagen)

Adverb + Verb

Verbindungen zwischen Adverb und Verb werden getrennt geschrieben. Dazu zählen auch Verbindungen, deren erster Bestandteil mit -einander oder -wärts gebildet wird. (zunichte machen, vorlieb nehmen, aufeinander zugehen, abwärts gehen)

 

Für den substantivischen Gebrauch gilt Zusammenschreibung. (das Abwärtsgehen)

Präposition + Verb

Verbindungen von Präpositionen mit einem Verb sind

  • untrennbar, wenn sie in allen gebeugten Formen zusammengeschrieben werden,
  • trennbar, wenn die Stellung des Wortes im Satz bedingt, dass sie getrennt geschrieben werden. Sie werden nur im Infinitiv, in den beiden Partizipien und bei Endstellung im Nebensatz zusammengeschrieben. (übertreten, widersprechen, unterziehen, aufgehen - Die Sonne geht auf. auffallen - Er fällt zwischen all den kleinen Kindern besonders auf.)

 

Diktat: Die Konferenz der Tiere

Annika und Lilly dürfen heute Abend frensehen. In den Kindernachrichten wird der folgende Text vorgelesen:

 

Die Menschen auf der Erde übertreten Grenzen, führen daraufhin Kriege und halten schließlich Konferenzen ab, um wieder Frieden zu schließen. Doch leider haben die wenigsten Konferenzen tatsächlich Erfolg, auch wenn sie gut gemeint sind, denn aufeinander zugehen bedeutet mehr als

miteinander reden.

 

Die Tiere der Welt beobachten dieses Treiben der Menschen und überlegen, wie sie es    fertig bringen können, diesen tödlichen Kreislauf zu unterbrechen. Parallel zur 87. Konferenz der Staatsmänner treffen sich die Tiere zu ihrer ersten Zusammenkunft. Sie beschließen, den Menschen

zu widersprechen und sie ihrer Vernunft zu unterwerfen.

 

Zuerst überfallen die Nagetiere die Büros der Menschen und fressen deren Akten. Danach werden die Motten auf die Soldaten gehetzt, um deren Uniformen zu zerstören, denn die Militärs verkörpern die Macht der Staatsmänner.

 

Doch die Menschen bleiben stur, woraufhin die Tiere schlussfolgern, dass nur die Entführung der Kinder zum Nachgeben der Menschen führen kann. Sie verstecken die Kinder in unbekannten Gegenden, was endlich bewirkt, dass die Staatsmänner ihre Konferenz unterbrechen. Sie unterschreiben schließlich den Vertrag mit den Tieren, da sie den Widerstand der Eltern fürchten.

(190 Wörter)

Weitere Verbindungen:

Substantiv + Präposition

Eine Verbindung aus Substantiv und Präposition schreibt man zusammen, wenn das Substantiv verblasst ist. Sie ist dann zu einer neuen Präposition oder zu einem Adverb geworden. (anstelle, infrage, inmitten)

Verbindungen mit Adjektiven

Sie werden zusammengeschrieben, wenn

·         einer der Bestandteile oder beide nicht allein vorkommen können (mehrdeutig, erstmalig),

·         die Bestandteile aus unterschiedlichen Wortarten stammen und zu einem Ganzen verschmolzen sind (blauäugig, großspurig),

·         der erste Bestandteil dazu dient, den zweiten in der Bedeutung zu verstärken oder zu vermindern (brandneu, stockdunkel, hochoffiziell, dunkelblau),

·         der erste Bestandteil irgend- ist (irgendein, irgendetwas, irgendwie, irgendwelche).

 

Diktat: Der getrocknete Python

Ein englischer Elektrotechniker hat bei der Reparatur eines brandneuen Wäschetrockners eine ungewöhnliche Fehlerursache entdeckt: In dem Gerät befand sich eine riesig große Würgeschlange von 1,80 Meter Länge.

Der Käufer des Geräts hatte sich bei der Firma hochoffizielle beschwert, dass der Wäschetrockner nach erstmaligem Gebrauch streikte und seine blendend weiße Wäsche nicht trocknete. Da der Kunde die Qualität der Maschine infrage stellte und wegen der gültigen Garantie, holte die Firma das Gerät sofort wieder ab. Ein Mitarbeiter wurde mit der Fehlersuche betraut, wobei er anstelle eines technischen Defekts den grünlich gelben Python fand. Der Angestellte sei daraufhin schrecklich nervös durch die Werkhalle gelaufen. „Ich habe ihn noch niemals so weiß im Gesicht gesehen”, sagte ein Mitarbeiter.

Auf der Suche nach der Herkunft des Tieres wurde der Kunde befragt, der widerwillig und schlecht gelaunt Auskunft gab. Es stellte sich heraus, dass das Tier ihm gehörte und in seiner Wohnung irgendwann in den Trockner gekrochen war. Wahrscheinlich liebte die Riesenschlange das feuchte und drückend heiße Klima im Innern des Trockners. Die Hitze hatte sie wohl an ihre tropische Heimat erinnert.

In einem Gespräch über die Übernahme der Reparaturkosten wurden sich die Firma und der Kunde schließlich irgendwie einig.

Zum Glück sind Schlangen als wechselwarme Tiere hitzebeständig und so konnte der Python seinem Besitzer zurückgegeben werden. (213 Wörter)

Zusammenfassung

Mnchae Setzä knnöen wir Iseen, achu wnne die Reneihfloge dre Bchustbaen in den Wertörn nchit rchitig ist. Das ist eine Super-Leistung unseres Gehirns.

Manchmal macht es aber einen Unterschied, wie ein Wort geschrieben wird, um einen Satz zu verstehen. Du musst also beim Schreiben immer mitdenken.

 

Getrenntschreibung       Zusammenschreibung
   

Die Familie setzt mit  der Fähre nach Schweden über.

 Maike übersetzt Kinderbücher ins Deutsche.
Das Kind holt sich wieder ein Comicheft am Kiosk. Die Lehrerin wünscht, dass er die Klassenarbeit wiederholt.
Der Vater brach die Schokoladentafel durch. Der Bankräuber durchbrach die Absperrung.
Meine Schwester hat den Aufsatz gut geschrieben. Die Bank hat mir das Geld gugeschriebent.
Der Politiker wollte seine Fernsehrede frei halten. Wir bitten, die Ausfahrt wegen eines Umzugs freizuhalten.
Der Arzt fordert ihn auf, den Oberkörper frei zu machen. Wenn Sie diesen Brief freimachen, kommt er an.
Der Schüler hat auf dem Spickzettel klein geschrieben. Adjektive werden meistens kleingeschrieben.
Sie haben die Schulbank zusammen gedrückt. Sie hat den Karton zusammengedrückt.
Sie sind zusammen in Urlaub gefahren. Die Radfahrer sind vor Schreck zusammengefahren.
Der Portier hat die Koffer zusammen ins Zimmer gebracht. Er hat die Gegner zusammengebracht.
Wir werden den Blinden zusammen führen. Die Flüchtlinge werden im Lager zusammengeführt.
Wir können den Hof zusammen kehren. Hast du die Scherben zusammengekehrt?
In den neuen Wanderschuhen kann man sicher gehen. Er will mit diesem Vertrag sichergehen.

                                              

Auch für die Getrennt- und Zusammenschreibung bei zu gilt: Zwei Schreibweisen – zwei Bedeutungen, je nachdem, welche Aussage man machen will.

 

Getrenntschreibung ist erfor-                                         Zusammenschreibung ist

derlich, wenn die Betonung                                           erforderlich, wenn die Beto-

beim Sprechen nicht auf zu                                           nung beim Sprechen auf der

liegt:                                                                           Vorsilbe zu- liegt:

 

Sie hasst es, so früh schon nach                                   So wie du gepackt hast, wird der

Hause zu gehen.                                                          Koffer nicht zugehen.

 

Die folgenden Kombinationen von Wörtern haben ebenfalls eine unterschiedliche Bedeutung, je nachdem, wie sie verwendet werden. Für die Getrennt- und Zusammenschreibung von nach dem / nachdem, seit dem / seitdem sowie in dem / indem gilt:

 

Der Gebrauch dieser Wortgruppen als Präposition und -Artikel erfordert die Getrenntschreibung.  Konjunktionen, die einen Nebensatz einleiten, werden zusammengeschrieben.
   
Sie bat ihre Freundin, nach dem Spiel auf ein Eis zu ihr zu kommen. Sie bat ihre Freundin um ein Eis, nachdem sie die Hausaufgaben erledigt hatten.
Seit dem Sieg haben sie nicht mehr trainiert. Seitdem sie gewonnen haben, freuen sie sich auf das nächste Spiel.
Es war keinerlei Spannung in dem Spiel. Indem er regelmäßig Sporttreibt, hält er sich fit.
   

                                                                                                      

Schärfung, Dehnung, Konsonantenhäufung

Schreibung bei kurzem Vokal

Grundsätzlich gilt: Auf einen kurzen betonten Vokal folgen zwei oder mehr Konsonanten. Eine solche Kennzeichnung eines kurz gesprochenen Vokals bezeichnet man als Schärfung. (Mann, schnell, retten, Ruck, Glück, klatschen)

Häufig folgen einem kurzen Vokal Doppelkonsonanten, wie z. B. ll, nn, mm, ss, tt usw. (Karamell, nummerieren, Fluss, bitter, Stopp, Tipp)

Achtung: Wird ein Wort mit Doppelkonsonant geschrieben, so schreibt man auch alle verwandten Wörter mit Doppelkonsonant. (kennen – Kenntnisse – Bekanntschaft – kenntlich)

Auch Konsonantenkombinationen kennzeichnen einen kurzen Vokal, z. B.: ck, st, tz. (zucken, Kasten, Muskel, Topf, Katze)

Es gibt eine Eselsbrücke, die du unbedingt kennen solltest: Nach l, m, n, r, das merke ja, folgt nie tz und nie ck! (Salz, Kalk. Imker, Ranzen, Arzt)

Diktat: Das Küchenunglück

Tina will heute eine Suppe kochen. Patent, wie sie ist, be­sorgt sie Fleisch, Gemüse und Kartoffeln. Sie schafft den größten Topf aus dem Keiler herbei und schnippelt alls es klein. So weit, so gut. Kaum kommt der kleine Bruder Tom aus der Schule, steckt er seine Nase in die Küche und betrachtet seine Schwester spöttisch. „Du willst kochen? Mensch, bei dir brennt doch sogar Wasser an!” Wütend knallt Tina die Tür zu und macht sich ans Werk. Fleisch anbraten, Wasser aufgießen, Zutaten hinein, Satz und Pfeffer dazu, Herd auf mittlere Hitze schalten. In diesem Moment kracht es laut in Mutters Arbeitszimmer. Tina lässt alles fallen und stürzt nach oben. Dort steht Tom vor dem Lattenregal und starrt seine Schwester betroffen an. „Ich wollte nur die neuen Bücher von Mama anschauen. Als ich sie herunternehmen wollte, ist das Ding zusammengebrochen.” „Du kommst doch gar nicht an das oberste Regal dran. Ich wette, du bist auf das unterste Brett geklettert!”

Tina überlegt: Wenn wir das nicht schnei in Ordnung bringen, erlauben die Eltern nicht, dass wir am Wochenende mit unseren Freunden an die Klippen gehen.

Mühsam bauen Tina und Tom das Regal wieder auf. Plötzlich schnuppern sie misstrauisch. Etwas stinkt! Die Suppe! Eilig rennt Tina zurück in die Küche. Auf einmal knarrt die Haustür. Der Vater steht im Flur und schnüffelt. Die Suppe ist nicht. mehr zu retten, doch zum Glück  nimmt der Vater die Geschichte gelassen hin. Und im Kühlschrank sind noch Eier und Milch, auch Mehl und Zucker sind noch da. Na, dann gibts heute eben Pfannkuchen! (256 Wörter)

Schreibung bei langem Vokal

Ein langer Vokal klingt zwar immer wie ein einzeln ausgesprochener Vokal, das Schriftbild allerdings variiert ziemlich stark. (Rahm, Haar, Fliege, Taler, Spuk)

Dehnungs-h

Ein Mittel, einen lang gesprochenen Vokal im Schriftbild zu kennzeichnen, ist das so genannte Dehnungs-h, d. h., auf den Vokal folgt der Buchstabe h. (lehren, Ruhm, Sohn, Höhle, ihr, zahm)

Das Dehnungs-h zieht sich durch die gesamte Wortfamilie. (Zahl - zählen - zahlreich)

Einige Wörter werden mit -eih geschrieben, aber das h ist kein Dehnungs-h. Es gehört zur nächsten Silbe (lei-hen). Am besten, du lernst diese Wörter auswendig. (Gedeihen, verzeihen, Reihe, weihen, Weiher)

Doppelvokal

Werden die Vokale a, e oder o lang gesprochen, können sie auch verdoppelt werden. (Saal, Seele, Moos, Moor)

Achtung: Umlaute werden nicht verdoppelt. (Festsaal - Festsäle, Boot - Bötchen)

Diktat: Ein Kartentrick

Der berühmte Zauberer Abraxas hat einen Auftritt auf dem Schulfest im Großen Saal. Im Anschluss an die Vorführung betteln die Kinder: „Bitte verrate uns doch ein paar Tricks!” Abraxas überlegt, dann fängt er an einen zu erklären:

„Nimm ein Kartenspiel und drehe die unterste Karte un­auffällig um, sodass sie mit der Bildseite gegen die Bildseiten der übrigen Karten liegt. Fächere die Spielkarten mit den Rücken nach oben leicht auseinander. Lass aber nicht die umgedrehte unterste Karte sehen. Nun hat einer der Anwesenden die Qual der Wahl: Er soll eine Karte ziehen und sie sich merken. Während er sie studiert, drehst du das Spiel sehr schnell um, sodass die verkehrt liegende unterste Karte oben liegt. Lass dir die gezogene Karte mit der Bildseite nach unten wiedergeben und schiebe sie in das Spiel zurück.

Halte es aber gilt zusammen, damit niemand sieht, dass die übrigen Karten - bis auf die Deckkarte - mit der Bild­seite nach oben liegen. Tritt nun mit dem Rücken zum Publikum an den Tisch und lege die Karten - Bildseite nach oben - auf. Dabei drehst du die Deckkarte und die ein­geschobene Karte, die du dir merkst, ziemlich schnell um.

Nun wende dich um und bewege dich seelenruhig neben den Tisch, sodass alle die Karten sehen können. Dann nimmst du die gezogene Karte, zeigst sie herum und sagst: "Das Rätsel ist gelöst." (220 Wörter)

Dehnungs-e

Das e als Dehnungszeichen ist zu finden

  • e nach einem i, (siegen, Stiefel)
  • e in Fremdwörtern, die mit einem langen i enden, (Genie, Lotterie, Biologie)
  • in flektierten Verbformen. (bleiben - ich blieb)
  • In einigen wenigen geografischen Namen gibt es ein Dehnungs-e auch nach a und o. (Straelen, Soest, Itzehoe, Oldesloe)
  • Einzelne, ganz wenige Wörter kombinieren das Dehnungs-e mit dem Dehnungs-h. (ziehen, fliehen, wiehern, Vieh, du befiehlst)

Langer Vokal ohne Dehnung

Es gibt Wörter im Deutschen, die einen lang gesprochenen Vokal haben, aber ohne Dehnungszeichen geschrieben werden. (Rose, Lügen, Schuster, Hase, Segen, Rebe, Krone, Bibel, Gardine

  • Ein Dehnungs-h nach i gibt es nicht!
  • Ausnahme: Die Pronomen ihm, ihr, ihnen, ihrem, ihren

In Vorsilben (Präfixen) wie ur- und un- und Nachsilben (Suffixen) wie -tum, -sal, -bar, -sam werden die Vokale lang gesprochen, obwohl kein Dehnungszeichen geschrieben wird. (uralt, unmöglich, Altertum, Schicksal, wunderbar, wachsam)

Diktat: Meine Uroma

Meinet Uroma war eine kluge Frau. Sie ging niemals unter einer Leiter durch. Wenn sie einer schwarzen Katze über den Weg lief, ging sie nach Hause und streute sich Salz über die Schulter. Dieses Verhalten war ihre beste Medizin. An einem Freitag, dem 13. erledigte sie nur das Nötigste und zog die Gardinen zu, um nicht das Schicksal herauszufordern. Sie suchte auch mit Eifer und Geduld vierblättrige Kleeblätter, die sie dann in dicken Büchern presste. Meist vergaß sie dann, wohin sie die Glücksbringer gelegt hatte, aber glaubte, deren Wunderkraft wirke auch ungesehen. Vielleicht war es auch so.

Als Witwe hatte sie gerade genug zum Leben. Sie spielte regelmäßig in der Lottere. In zwanzig Jahren gewann sie nie mehr als vierzig Euro. Ausgerechnet an einem Freitag, dem 13. im Juli, als die Kleeernte besonders ergiebig war, passierte es: Uroma hatte fünf Richtige!

Flugs organisierte sie ein riesiges Fest für alle Enkel und Urenkel. Ohne Regen, ohne Gewitter, ohne Donnerwetter der Eltern verbrachten wir einen wunderbaren Tag mit Spielen, viel Schlagsahne, Bonbons und Spaß im Garten der Urgroßmutter. Die Erwachsenen labten sich an Hasenbraten und Rebensaft. Am Abend bastelten die Kinder ihrer Uroma eine Krone aus Papier, die sie aber nicht aufsetzen wollte. Der Gewinn war verbraten und wir Kinder liebten  Uroma umso mehr. Ja, die alte Dame war wirklich ein Genie! (221 Wörter)

Langer Vokal ohne Dehnung (2)

  • Die Endsilben -ine, -Hund -in finden sich meist in Lehn- oder Fremdwörtern. Aufgrund ihrer Herkunft aus einer anderen Sprache haben sie auch im Deutschen kein Dehnungszeichen. (Apfelsine, Maschine, Mandarine, Krokodil, Magazin, Medizin)
  • Die Kürze eines Vokals kann nicht nur durch zwei gleiche, sondern auch durch zwei oder mehr unterschiedliche Konsonanten angezeigt werden. Treffen mehr als zwei verschiedene Konsonanten aufeinander, spricht man von Konsonantenhäufung. (arg, Kälte, Ort, dumpf, Stern, Akte, Sand)

Wortzusammensetzungen

Es gibt Wörter, die aus zwei oder mehreren einzelnen Substantiven zusammengesetzt sind, so genannte Komposita. Für sie gilt:

  • Endet ein Wort mit dem gleichen Konsonanten, der auch zu Beginn des folgenden Wortes steht, bleiben die beiden Konsonanten unverändert nebeneinander stehen. (Reissuppe, Rotton, schmallippig)
  • Treffen bei Wortzusammensetzungen drei gleiche Buchstaben aufeinander, werden alle 3 geschrieben. (Gewinn + Nummer = Gewinnnummer).

Lerntipps:

Lernen muss nicht langweilig sein. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Diktatwörter spielerisch zu trainieren. Wenn man solche Spiele gemeinsam und um die Wette spielt, machen sie richtig Spaß. Es geht aber auch allein.

Wörterketten:

Nimm ein zusammengesetztes Substantiv und verwende den zweiten Teil des ersten Wortes als ersten Teil des neuen Wortes. Vielleicht gelingt es dir ja, die Kette zu schließen.

Fragespiel – Spielwaren – Warenhaus – Hauswand – Wandfarbe – Farbensinn – Sinnfrage

Viele Wörter aus einem

Nimm ein möglichst langes Wort und schreibe es in Druckbuchstaben auf einen Zettel. Versuche aus den Buchstaben des langen Wortes möglichst viele neue Wörter zu bilden.

Holzlattenregal: Regel, Rolle, rollen, Lager, lagern, Holzlatte, Holz, Latte, Lattenregal, Tal, Taler, Aal, Zoll, Regen, egal, holen, nett, Teller, galant ...

Wörter-Memory

Nimm für jedes Diktatwort, das du üben möchtest, zwei kleine Karteikärtchen. Auf das eine Kärtchen schreibst du das Wort, auf das andere malst du ein Bild oder eine Comicszene. Du kannst auch ein passendes Bild aus einer Zeitschrift ausschneiden und aufkleben.

Achte darauf, dass du das Wort auch wirklich richtig schreibst. Sieh im Zweifel zuerst in einem Wörterbuch nach. Spiele das Spiel mit Freunden, Klassenkameraden, deinen Eltern oder Geschwistern.

 

Buchstabengitter

Nimm den Computer zu Hilfe: Tippe in ein Quadrat so viele Buchstaben wie möglich, ohne darauf zu achten, ob sich sinnvolle Wörter ergeben. Dann nimm die Lernwörter und verstecke sie in dem Buchstabengewirr, indem du einen Teil der Buchstaben ersetzt. Lass etwas Zeit verstreichen, bevor du das Rätsel löst.

 

AS DKARAMELLFIKLÖMRS

HÄBOOTEZUIOPÜÜPOIZT

AZTREEWQTOBENÄÖLTFA

MZFLIEGEVMNBCXYSERC

MPOIUZTRGEDEIHENKLJ

EQPLTZUTREWQASDFGRB

LZUEINBVCSEELEÄÜPQU

POIHPOIUZTREWQASDMI

ÜÄLRQWERÜÄULKIHHFKL

WQREJNBGFRTEDSWPAÄE

UIORPOIUZLOTTERIEÄÖ

Verrutschte Wortanfänge

Bitte einen Freund oder eine Freundin, einen Übungstext so abzuschreiben, dass die Wortanfänge verrutscht sind. Schreibe den Text danach richtig ab.

DieS upp ei stni chtme hr zur et te ndo chz umGl ückn im mtd er-Va terd ieG esch ich teg Blas se nhin.

Lernspiele am Computer

Es gibt zahlreiche Lernprogramme, die Rechtschreibwissen auf unterhaltsame und spielerische Weise vermitteln. Pädagogisch wertvolle, inhaltlich und gestalterisch gute Programme werden mit Preisen ausgezeichnet. Solchen Preisen, z. B. der Comenius-Medaille, dem Bologna New Media Preis, digita oder dem Prix-Möbius der UNESCO, kannst du vertrauen.

Gleich und ähnlich klingende Laute

Gleich und ähnlich klingende Vokale

Im Deutschen gibt es drei gleich klingende Vokale (Selbstlaute) oder Diphthonge: ä/e, äu/eu, ai/ei. (Wälle - Welle, Häute - heute, Saite - Seite)

ä und e

Um zu unterscheiden, ob ein Wort mit ä oder e geschrieben wird, merke dir folgende Regel: Die meisten Wörter mit ä lassen sich von einem Wort mit a ableiten. (erklären - klar, Gelände - Land, Gespräch - Sprache)

äu und eu

Auch äu und eu klingen gleich. Hier gilt: Die meisten Wörter mit äu lassen sich von einem Wort mit au ableiten. (schnäuzen - Schnauze, Häuser - Haus)

ai und ei

Für dieses Vokalpaar gibt es leider keine Regel. Du kannst dir aber merken, dass man häufiger mit ei schreibt. Wörter, die mit ai geschrieben werden, lernst du am besten auswendig. (Mais, Brotlaib, Taifun, Hai, Kaiser, Mai)

Diktat: Windsurfen

Ähnlich einer Riesenwelle schwappte vor ungefähr 25 Jahren die Sportart Windsurfen aus den USA nach Europa herüber. Dieser Sport entwickelte sich allmählich aus dem jahrhundertealten Wellenreiten der Polynesier, die auf schmalen Holzbrettern zwischen den Wellenkämmen ihre abenteuerlichen Kunststücke vollführten.

Eines Tages, nachdem sie sich auf der Flucht vor einem Hai zufällig am Strand getroffen hatten, kamen ein Surfer und ein Segler ins Gespräch. Einer der beiden äußerte die Idee, ein Surfbrett mit einem Segel auszustaffieren. Zwei Jahre tüftelten sie täglich an dieser Idee, dann wurde das Surfbrett mit Segel zum Patent angemeldet. Das anfangs sehr teure Gerät erregte großes Aufsehen und große Freude, als die ersten Käufer versuchten, Brett und Segel zu bändigen. Später wurde es weiter verbessert und fällt heute den Leuten schon lange nicht mehr auf. Doch noch immer ist dieses Sportgerät eine wackelige Angelegenheit und kein Surfer darf in einen Sturm, geschweige denn in einen Taifun geraten.

Es gibt wenige Sportarten, bei denen sich Könner und Anfänger so grundlegend voneinander unterscheiden wie beim Windsurfen. Während die einen über das Wasser segeln, segeln die anderen hinein.

Für den Profi aber gilt: Die besten Surfverhältnisse bieten die Strände auf Hawaii und im Mai sind dort auch oft die Windverhältnisse optimal. (201 Wörter)

Gleich und ähnlich klingende Konsonanten

Zahlreiche Konsonanten im Deutschen klingen ziemlich ähnlich. Besonders knifflig ist die richtige Schreibung, weil sie an unterschiedlichen Stellen im Wort vorkommen. (v-w, b-p, f-v, g-k, d-t, dt-tt, z-ds-ts-ns, x-ks-cks-gs-chs)

b, d, g und p, t, k

  • Stehen b, d oder g am Anfang eines Wortes (im Anlaut), werden sie weich, d. h. stimmhaft, ausgesprochen, p, t und k dagegen hart, d. h. stimmlos. (Bein - Pein; dippen - tippen, gönnen - können)
  • In der Wortmitte (im Inlaut) ist der Unterschied manchmal sehr schwer zu hören, ebenso am Wortende (im Auslaut). Du hörst aber, ob b, d, g oder p, t, k geschrieben werden muss, wenn du
    • das Wort verlängerst (Auslautverlängerung) oder (Wand - Wände, Sarg - Särge)
    • ein verwandtes Wort suchst (Stammwortsuche). (lieb - Liebe, Hut - hüten)
  • Der f -Laut wird meistens mit f geschrieben, aber auch v und ph klingen im Deutschen wie ein f. Lediglich in manchen Fremdwörtern wird v wie ein w ausgesprochen. (Familie, verrückt, Philosoph)

Diktat: Die Verwechslung

An einem Sommerabend in München herrschte dichter Berufsverkehr. Eigentlich wollte Herr Müller mit dem eigenen Auto fahren, doch bei diesen Verkehrsverhältnissen wird er damit auf keinen Fall pünktlich zu seiner Verabredung kommen. Auf den Straßen wird gehupt wie verrückt und so mancher Autofahrer tobt vor Wut, während andere die Arme zum Himmel heben. Deshalb fuhr Herr Müller mit der Straßenbahn in die Stadt, wo in der Oper ein Violinkonzert stattfinden sollte. Weil er seit vielen Stunden gearbeitet hatte, lehnte er sich in die Ecke, um etwas zu schlafen. Bevor er einschlief, bat er den Schaffner, ihn rechtzeitig zu wecken: „Wenn ich nicht gleich wach werde, wenden Sie ruhig Gewalt an.” Er dankte im Voraus, dann klappte sein Kopf vornüber und sofort darauf war er eingeschlafen.

Als die Bahn an der Endstation anhielt, wachte der Mann aut. Er fuhr von seiner Bank hoch, wandte sich an den Schaffner und fluchte: „Ich verstehe nicht, warum sie mich nicht rechtzeitig geweckt haben!” Der Schaffner kratzte sich verlegen am hopf. Der Mann schimpfte weiter lautstark vor ,sich hin.

Einige Anwesende erschraken und meinten, das solle sich der Beamte nicht gefallen lassen und eine Entschuldigung fordern. Der Schaffner aber wandte sich um und sagte gluckend: „Da hätten Sie unterwegs erst den Krach hören sollen, den der Herr gemacht hat, den ich stattdessen bei der Oper hinausgesetzt habe.” (222 Wörter)

x-Laute

  • Für den gesprochenen x-Laut schreibt man in einigen Wörtern x, gs, chs, ks und cks. Auch hier hilft die Stammwortsuche - allerdings nicht immer.
  • Merke dir: Am Wortanfang (im Anlaut) wird immer x geschrieben. (Max, mittags, Fuchs, Murks, Klecks) (flugs - Flug) (Xaver, Xylophon)

z und tz

  • Auch z und tz klingen gleich. Hier gilt: Folgt der z-Laut auf einen kurzen Vokal, wird mit tz geschrieben. (Gesetz, Katze, hetzen, witzig
  • Merke dir gut: Am Wortanfang wird immer z geschrieben.) (Zahn, Zeile, zehn, zaubern)

Endungen -ig, -lich und -isch

  • Die Endungen -ig, -lich und -isch sind lautlich ebenfalls schwer zu unterscheiden. Wenn du das Wort aber verlängerst, kannst du die richtige Schreibung meistens heraushören.

 

Diktat. Der Dachs und die Katze

In einer windschiefen Hütte am Waldrand lebte eine alte, lausige Hexe. Werktags experimentierte sie in ihrer winzigen Küche, denn sie suchte nach einem Rezept für ein Elixier, das ewiges Leben versprach. Jedes Wochenende aber war sie in der ganzen Welt unterwegs, um heimlich andere Hexen zu belauschen. Ihre schwarze Katze, die sie herzlich liebte, durfte sie auf einem eigenen, winzigen Besen begleiten.

Wieder war ein Wochenende vorüber, ohne dass der Hexe und ihrer Katze eine wichtige Entdeckung gelungen war. Doch als sie vor dem windschiefen Häuschen ankamen, lauerte ein Dachs der Kazte auf. Die beiden Tiere unterhielten sich eine Weile, dann verschwand die Katze im Haus. Mit einem riesigen Keks im Maul kam sie wieder heraus, machte einen tiefen Knicks und bedankte sich.

Die Hexe war zwar verwundert, ließ ihr Tier aber gewähren - auch dann noch, als die schwarze Katze eine vorüberhuschende Eidechse mit einem gezielten Hieb mit der Tatze zur Strecke brachte. Gleich darauf erwischte es auch noch einen jungen Spatz.

Die Katze jubelte: „Der Dachs hat mir das gesuchte Rezept verraten! Zum Glück zieht gerade ein heftiges Gewitter auf. Jetzt, wo wir die Eidechse und den Spatz haben, sind alle Zutaten vorhanden. Und ein gewaltiger Blitz wird den Kessel ordentlich aufheizen! Los gehts! Ich freue mich redlich auf das himmlische Gefühl, ewig leben zu dürfen!” (217 Wörter)

Gleich und ähnlich klingende Silben und Wörter

Die Vorsilben end- und ent-

  • end- kommt vom Wort Ende und hat die Bedeutung von Schluss. (Endspurt, endlich)
  • ent- hat inhaltlich oft die gleiche Bedeutung wie die Vorsilbe weg-(wegnehmen, loswerden). (Enthüllung, enträtseln)

wieder oder wider?

In Zusammensetzungen

  • wird wieder im Sinne von zurück, erneut oder noch einmal verwendet; (wiedererzählen)
  • bedeutet wider gegen. (widerspiegeln)

seid oder seit?

  • seid ist die flektierte Form des Hilfsverbs sein (2. Person Plural Präsens). (Seid ihr alle da?)
  • seit ist eine Zeitangabe (Präposition). (seit dem Sommer)

Stadt oder statt?

Zusammengesetzte Wörter

  • mit Stadt/Städte haben etwas mit einem größeren Ort zu tun; (Stadthaus)
  • mit statt haben die Bedeutung anstelle/stellvertretend für oder Statt/Stätten = Stelle/Platz. (stattdessen, Grabstätte)

Diktat. Das königliche Spiel

Seit Menschengedenken übt Schach auf einige Menschen einen unwiderstehlichen Reiz aus. Im Schach gibt es so viele Möglichkeiten, dass nicht einmal ein Computer sie alle wiedergeben kann. Manche Stellungen tauchen zwar immer wieder auf, doch schon bei zehn Zügen entstehen mehr Möglichkeiten, als Menschen auf der Erde leben. Der größte Widersacher des Schachspielers sind also die unzähligen Möglichkeiten, die man jedes Mal entdeckt. Ein etwas widersinniges indisches Sprichwort heißt: Schach ist ein See, in dem eine Mücke baden und ein Elefant ertrinken kann.

Wiederholung und stetiges Üben machen im Schach den Meister. Widersprüchlich ist die Einschätzung des Schachspiels. Für manche ist es ein Sport, für andere eine Wissenschaft und für wieder andere eine Kunst. Man muss die Spieler also fragen: „Seid ihr Sportler, Wissenschaftler oder Künstler?”

In diesem Jahr wird die städtische Schachmeisterschaft in der Stadthalle ausgetragen. Alle Teilnehmer sind rechtzeitig angereist und endlich kann der Wettkampf beginnen. Die Spieler sitzen seit dem frühen Morgen an den Brettern, doch erst am Ende eines langen Tages steht das Endergebnis fest: Der Titelverteidiger war wieder erfolgreich.

Der Bürgermeister überreicht dem Sieger den Pokal und lädt ihn zu einem Essen ein. Doch leider ist die kleine Tochter des Siegers krank und daher geht er lieber nach Hause anstatt ins Restaurant. (207 Wörter)

Zusammenfassung: Homophone

Wörter, die gleich gesprochen werden, sich in Schreibung und Bedeutung aber unterscheiden, nennt man Homophone. Die richtige Schreibung lässt sich jedoch aus der Wortbedeutung ableiten. Und im Zweifelsfall gilt: Schlage ruhig auch mal im Wörterbuch nach.

Homophone mit und ohne Dehnungs-h

dehnen (erweitern)                                            denen (Pronomen)

Mahl (Essen)                                                   Mal (das erste Mal)

Wahl (Abstimmung)                                          Wal (Säugetier)

wahr (richtig)                                                    war (Präteritum von sein)

mahlen (Getreide)                                             malen (Bild)

Homophone mit Doppelvokal oder Dehnungs-h

Leere (Leerheit)                                    Lehre (Ausbildung)

Meer (Ozean)                                         mehr (Indefinitpronomen)

Homophone mit Dehnungs-e nach i

Fieber (Körpertemperatur)                               Fiber (Faser)

Lied (Gesang)                                                  (Auge)

Miene (Gesichtszug)                                         Mine (Bergwerk)

Stiel (Besen)                                                    Stil (Aufsatz)

Homophone mit e und ä

Beeren (Strauchfrüchte)                                   Bären (Bär)

Ehre (Ruhm)                                                    Ähre (Fruchtstand)

Felle (Tier)                                                      Fälle (Fall)

Lerche (Vogel)                                                 Lärche (Baum)

 

Diktat: Der kleine Bär

Ada, die Bärendame, kümmert sich um ihren Nachwuchs. Der kleine Bär muss lernen, sich von Beeren und den anderen Früchten des Waldes selbst zu ernähren. Ada Iehrt ihren Sohn auch, sich vor den Gewehrläufen der Jäger in Acht zu nehmen. Wer nämlich nicht achtsam ist, für dessen Leben gibt es keine Gewähr. Der kleine Bär aber ist ein folgsamer Schüler, gute Futterstellen merkt er sich beim ersten Mal.

Auch heute streifen die beiden Bären gemeinsam durch den Wald. Der Winter war dunkel und trüb, doch jetzt fällt zwischen den hoch gewachsenen 1aliehen endlich wieder Sonnenlicht auf den Boden. Das Licht bescheint die dunklen Felle der Tiere. Wie Na wahr ist doch, was Ada meint: Die Frühlingssonne zaubert jedem Tier eine richtig freundliche Miene ins Gesicht. Die längeren Tage lassen auch das Grün üppiger und das Futter mehr werden.

Die Tage vergehen. Mutter und Sohn genießen das Leben zu zweit und sie wissen: Wenn am Ende des Sommers die Ähren auf den Feldern goldgelb leuchten werden, dann wird auch die Lehrzeit des kleinen Baren vorüber sein. Für Adas Sohn aber wird es nicht nur eine Frage der Ehre sein, die Ratschläge der Mutter auch in Zukunft zu beherzigen, sondern auch eine Frage des Überlebens.

(202 Wörter)

Die Lernkartei

Gibt es Wörter oder Rechtschreibregeln, die du dir nur schlecht merken kannst? Dann probiere doch mal, mithilfe einer Rechtschreibkartei zu lernen.

Du brauchst dafür:

  • einen Karteikasten oder eine Schachtel aus Pappe oder Karton,
  • Karteikärtchen (die du dir aus Tonkarton selbst zurecht-schneiden kannst),
  • Trennkarten aus etwas dickerem Karton.

So gehts !

  • Unterteile den Karteikasten oder die Schachtel in vier Fächer.
  • Nimm dir ein Kärtchen und schreibe ein Lernwort oder eine Rechtschreibregel darauf. Um deinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, kannst du auch ein kleines Bild oder eine Skizze dazumalen.
  • Ganz wichtig: Kontrolliere genau, dass du das Wort richtig geschrieben hast.

 

(Hier klebst du

ein Bild ein ode

erstellst eine

Skizze.)

Merke: Das einfache

Adjektiv tot wird mit t

geschrieben.

 

der tote Baum

Zusammengesetzte

Adjektive schreibt man

meist mit tod- (todsicher, todkrank)

 

  • Beschrifte so viele Karteikärtchen, wie du Lernwörter oder Rechtschreibregeln hast.
  • Leg die Kärtchen in das erste Fach deines Karteikastens.

Jetzt kannst du loslegen

  • Fach 1: Nimm ein Kärtchen aus dem 1. Fach und lies das Wort. Leg dann das Kärtchen verdeckt vor dich hin und schreibe es aus dem Gedächtnis auf. Kontrolliere!
    • Ist dir ein Fehler passiert? Dann leg das Kärtchen als hinterste Karte zurück in Fach 1.
    • Alles richtig? Dann leg das Kärtchen ins 2. Fach.

 

  • Fach 2: Die Lernwörter aus dem i. Fach übst du am besten täglich. Die Kärtchen, die sich im 2. Fach befinden, sind ungefähr alle drei Tage an der Reihe. An solchen Tagen solltest du etwa 10 Minuten zusätzlich fürs Üben einplanen.
    • Auch mit den Kärtchen aus Fach 2 verfährst du wie gewohnt: Lies das Wort, leg das Kärtchen verdeckt vor dich hin, schreibe es aus dem Gedächtnis auf und kontrolliere!
    • Ist dir ein Fehler passiert? Dann leg das Kärtchen als hinterste Karte zurück in Fach 2.
    • Alles richtig? Dann leg das Kärtchen ins 3. Fach.

 

  • Fach 3: Wenn sich im dritten Fach einige Kärtchen angesammelt haben, dann nimmst du dir auch diese vor.
    • Ist dir ein Fehler passiert? Dann leg das Kärtchen als hinterste Karte zurück in Fach 3.
    • Alles richtig? Dann leg das Kärtchen ins 4. Fach.

 

  • Fach 4: Alle Lernwörter, die ins 4. Fach gewandert sind und einen letzten Test bestehen, kannst du aussortieren. Diese Wörter schreibst du bestimmt nicht mehr falsch. So hast du wieder Platz für neue Kärtchen

Schreibung der S-Laute

Was im Deutschen wie ein s klingt, kann im Schriftbild verschieden aussehen. Der deutsche s-Laut kann als s, ss und ß geschrieben werden. Außerdem kann der s-Laut zusätzlich unterschiedlich ausgesprochen werden:

  • stimmhaft (weich) als [z] oder (Sand, Besen)
  • stimmlos (hart) als [s]. (Maße, Gast, Wasser, Rist)

Achtung:

  • Der stimmhafte s-Laut wird immer s geschrieben. (Muse)
  • Am Wortende ist dass stimmlos. (Gras)

Schreibung mit einfachem s

Ein einfaches s steht immer

  • nach einem Konsonanten, (Erbse, Insel)
  • am Wortanfang, (Sinn, sieben, singen)
  • nach einem Vokal, Diphthong oder Umlaut in der Wortmitte. (Hase, Rose, Reise, Gebläse)

Diktat: Die wunderbare Reise des Nils Holgersson

Selma Lagerlöf wurde 1858 in Schweden geboren. sie war bereits eine bekannte Schriftstellerin, als sie den Auftrag bekam ein Lesebuch für die schwedische Volksschule zu schreiben. Deshalb unternahm sie viele Reisen durch Schweden bis zum Polarkreis. Diese Erlebnisse flossen in das neue Lesebuch ein, in dem die Autorin die vielfältigen Informationen zu einer interessanten Handlung verknüpfte.

Den Kern der Handlung bildete eine Erzählung ihrer Großmutter. Diese hatte beobachtet, wie eine zahme Gans des Hofes den nach Norden ziehenden Wildgänsen gefolgt war. Die Familie hatte das sanfte Tier bereits aufgegeben, als es sich im folgenden Jahr mit der neu gegründeten Familie auf dem Hof niederließ.

Die Großmutter hatte der Schriftstellerin auch einiges Wissenswerte über die Gänse berichtet. sie wusste, dass der ' Hals einer Gans länger ist als bei Enten und ein Gansschnabel keilförmig ist. Außerdem sind diese Tiere meist gute Flieger und ein Gänsepaar bleibt lebenslang zusammen. So entstand das Buch „Nils Holgerssons wunderbare Reise”, für das die Autorin den wichtigsten Preis für Literatur, den Nobelpreis, erhielt. Schon wenige Jahre nach der Veröffentlichung des Buches wurde es in über 30 Sprachen übersetzt. (181 Wörter)

Schreibung mit ss

Folgt ein s-Laut auf einen kurzen Vokal, wird ss geschrieben! (lassen, fressen, Messe, Tasse, küssen)

(der Bus - die Busse, der Kürbis, die Kürbisse, der Iltis - die Iltisse)

Achtung: Es gibt einige wenige Singularformen von Wörtern, die mit einfachem s geschrieben werden, obwohl es auf einen kurzen Vokal folgt. Im Plural allerdings folgen auch sie wieder der Regel.

Aus dem Suffix (Nachsilbe) -nis wird im Plural immer -nisse, also eine Schreibung mit ss. (Verhältnis - Verhältnisse, Gefängnis - Gefängnisse)

Schreibung mit ß

Ein ß kann nur nach einem langen Vokal oder Umlaut oder nach den Diphthongen ei, eu und au stehen. Es ist immer ein stimmloser (harter) Laut. (stoßen, rußen, fließen, grüßen, beißen, heißen, Preußen, draußen)

Innerhalb einer Wortfamilie gibt es manchmal Wörter, die je nach Wortform einen kurzen oder einen langer Vokal haben. Daher werden solche Wörter mal mit ss und mal mit ß geschrieben. (der Guss - gießen, der Riss - reißen, der Spross - sprießen)

Diktat: Fußball

Mädchen spielen nicht Fußball, sagen Sabines Eltern. Dabei hat der Sportverein Sangersheim mehr Mädchen in der Fußballsparte als Jungs.

Neulich hat Sabine, als den Jungs ein Ersatzspieler fehlte, sogar ein Punktspiel mitgemacht. Hannes hatte erzählt, dass seine Mannschaft wohl die Punkte des nächsten Spiels verlieren würde, weil mindestens ein Spieler fehlte. Dabei ging es dieses Mal um den Klassenerhalt!

Nachmittags klingelte Hannes bei Sabine. „Tschüss.”, rief sie ihrer Mutter zu, dann fiel die Tür ins Schloss. Draußen auf der Straße kam Sabine dann die Idee, als Junge in Hannes' Mannschaft mitzuspielen. Also dachte sich Sabine einen Fantasienamen aus und ließ sich von nun an „Sabu” anreden. „Wehe, du schmeißt uns das Spiel”, meinte Hannes nur.

Am nächsten Samstag stand Sabu mit auf dem Platz. Der Spielführer der gegnerischen Mannschaft wollte gerade genüsslich in einen Apfel beißen, als er bemerkte, dass Sangersheim doch vollständig angetreten war und die Verhältnisse damit ausgeglichen waren. Lange Zeit zum Überlegen hatte er nicht. Nach dem Anstoß befand sich der Ball gleich in der gegnerischen Hälfte und zu allem Überfluss sprach der Schiedsrichter den Sangersheimern einen Freistoß zu. Sabu im gegnerischen Strafraum bekam ihn auf den Fuß und schoss den Ball ins Tor. Es blieb bei diesem einen Tor und die Sangersheimer feierten ihren Sieg. Dieses Ergebnis konnte sich sehen lassen! (215 Wörter)

das oder dass?

Die richtige Schreibung von das und dass fällt vielen Schülern ziemlich schwer. Die folgenden Erklärungen helfen dir, den Unterschied zu begreifen und somit eine häufige Fehlerquelle auszuschalten.

Das Wörtchen das kann im Satz drei unterschiedliche grammatische Funktionen haben:

  • Es ist ein bestimmter Artikel. (das Buch)
  • Es weist auf etwas hin, ist also ein Demonstrativpronomen. (Das mag ich überhaupt nicht.)
  • Es ist ein Relativpronomen. (Das Kind, das allein auf dem Schulhof steht, ...)

 

Dagegen ist das Wörtchen dass immer eine Konjunktion, d.h., es leitet einen Nebensatz ein. Deshalb steht vor dass immer auch ein Komma. (Du weißt, dass ich dich mag!)

Die Ersatzprobe

Merke dir einfach: Man schreibt das, wenn man stattdessen auch ein, dieses, jenes oder welches einsetzen kann.

  • das Kind - ein Kind
  • Das mag ich überhaupt nicht. - Jenes/Dieses mag ich nicht.
  • Das Kind, das allein ... - Das Kind, welches ...

Diktat: Sigmund Freud - Das Leben ein Traum?

Dass Sigmund Freud ein großer Psychoanalytiker war, das hast du bestimmt schon mal gehört. Aber weißt du auch Bescheid über das, was er erforschte? Der folgende Text liefert eine kurze Zusammenfassung seiner wichtigsten Thesen.

Dass das menschliche Innenleben eine komplizierte Angelegenheit ist, wusste man zwar schon lange, doch erst der österreichische Arzt Sigmund Freud systematisierte das Ganze. Seine Lehre der Psychoanalyse sorgte dafür, dass er berühmt-berüchtigt wurde.

Freud teilte die menschliche Psyche in drei Teile. Das nach dem Lustprinzip arbeitende Reich unserer Triebe nannte er das Es. Das Ich ist der an die Realität gebundene Teil der Psyche. Schließlich ist das Über-Ich dafür verantwortlich, dass das Ich nicht nur das tut, wozu das Es Lust hat. Das Über-Ich ist die moralische Instanz und also da. Element der Psyche, das dem Ich ein schlechtes Gewissen bereitet.

Dem Ich wird das Leben noch dadurch erschwert, dass ihm nur ein Teil bewusst ist. Freud erforschte das, was unter der Oberfläche des Bewusstseins brodelt. Ganz schwer zugänglich fand er das Unbewusste, das wir zu verdrängen versuchen, weil es uns unangenehm ist. Deshalb erforschte er auch die Träume seiner Patienten, denn in ihnen sucht das Unbewusste den Weg zum Bewusstsein. (195 Wörter)

Fremdwörter richtig schreiben

Bei Wörtern, die ursprünglich aus anderen Sprachen stammen, unterscheidet man zwischen Lehnwörtern, deren Laute und Formen sich wie einheimische Wörter entwickelt haben, und Fremdwörtern, die sich in Schreibung, Betonung und Aussprache Besonderheiten bewahrt haben. (Lehnwörter: Mauer (zu lat. murus), Keller (zu lat. cellarium), Fenster (zu lat. fenestra); Fremdwörter: Souvenir, Jeans, Violine, Update)

Bei einigen Fremdwörtern ist neben der ursprünglichen auch eine eingedeutschte Schreibung möglich. (Kupon (zu Coupon), Nugat (zu Nougat), Soße (zu Sauce))

  • Achte auf einheitliche Schreibung innerhalb eines Textes!

Fremdwörter aus dem Englischen

Diese finden sich vor allem in den Bereichen Sport, Jugendsprache und Technik. Du kannst dich an den folgenden Regeln orientieren:

  • ee und ea werden als langes i gesprochen, (Teenager, Team Freak)
  • y oder i klingen wie ein deutsches ei. (Byte, Pipeline, Nylon, Design)

Fremdwörter aus dem Französischen

Ragout • Route Saison • Palais Pavillon

Redakteur

Etage • Passagier

Stadion • tolerant • lokal. Lapsus• Identität • Studium • Doktor

Prophet • Rhythmus • Methode • Theke • Sympathie

Alphabet • Asphalt • Philosophie

Konzentrationsübungen

Die Konzentrationsfähigkeit ist entscheidend für den Erfolg beim Diktat! Wenn du dich richtig konzentrierst, gelingt es dir, beim Diktat nur an die richtige Schreibung der Wörter zu denken. So vermeidest du Flüchtigkeitsfehler oder spürst sie beim Korrekturlesen leichter auf.

Konzentrationsübungen

Rechtschreibphänomene, die sich nicht logisch erklären lassen (z. B. bei Fremdwörtern, Homophonen), kannst du nur dann richtig schreiben, wenn du sie korrekt gespeichert hast. Das fällt dir leichter, wenn du dein Gedächtnis trainierst:

  • Versuche es einmal mit folgendem Spiel:
    • Leg verschiedene Gegenstände (etwa 12 Stück) vor dich.
    • Merke sie dir, schließe dann die Augen und bitte jemanden, zwei Gegenstände wegzunehmen. Weißt du, was fehlt?

Clevere Merkstrategien

Halte deine Gehirnzellen in Schwung! Greif nicht sofort zu einem Merkzettel, sondern versuche dir möglichst viele Informationen zu merken, indem du sie

  • an vorhandenes Wissen anknüpfst und dir z. B. Wortfamilien merkst oder nach Stammwörtern suchst;
  • fahren - die Fähre - die Abfahrt - das Gefährt Häuser - Haus - hausieren
  • miteinander verknüpfst und strukturierst. Verzichte öfter mal auf den Einkaufszettel. Überlege dir stattdessen, wie du Besorgungen am besten erledigst, ob du zuerst zum Bäcker oder zur Post gehst, um möglichst effektiv zu sein.

Logisches Denken

Du weißt, dass das Wort „nummerieren” von „Nummer” kommt. Also ist es logisch, dass es auch mit zwei m geschrieben wird. Manches musst du dir gar nicht merken, sondern kannst es dir immer wieder ganz leicht herleiten. Konzentriere dich einmal auf solche Zusammenhänge.

  • Weisheit -a weise (nicht: weiße) Wissen: ich weiß (nicht: ich weis)

Ruhe und Entspannung

Je gelassener du das Diktat angehst, desto besser kannst du dich konzentrieren. Aufregung versetzt dich nur in Unruhe und führt zu Konzentrationsschwierigkeiten.

  • Atme mehrmals tief durch und sage dir, dass du optimal vorbereitet bist.
  • Vergewissere dich, dass deine Arbeitsmaterialien am richtigen Platz sind, damit du gleich Ioslegen kannst.
  • Lass dich von deinen Klassenkameraden nicht durch letzte Fragen ablenken, sondern versuche zur Ruhe zu kommen.

Belohnung muss sein!

Für gute Leistungen solltest du dich unbedingt belohnen, und zwar nicht nur, wenn du eine gute Note geschrieben hast, sondern auch, wenn du gut gelernt hast. Schaffst du es, dich bei einer Diktat-Übungseinheit wirklich zu konzentrieren und dich nicht durch äußere Bedingungen oder eigene abschweifende Gedanken ablenken zu lassen, dann motiviere dich selbst für die nächste Einheit mit einer Belohnung.

Quelle: http://user.schule.at/klasse/Diktate_ueben.doc