Merkhefttexte ab Jahrgang 6, 2. Halbjahr 2010/2011
Merkhefttexte ab Jahrgang 7, 1. Halbjahr 2011/2012

 

 

 
 
 
 
 
Märchen:
eine kurze, mündlich oder schriftlich verbreitete Prosaerzählung, die von fantastischen Zuständen und Vorgängen berichtet. In einer zeitlich und räumlich nicht festgelegten Umgebung greifen übernatürliche Mächte in die Alltagswelt ein: Tiere oder Pflanzen nehmen menschenähnliche Gestalt an und können sprechen; Menschen werden zu Tieren oder Pflanzen verwandelt; Zauberer, Hexen, Riesen, Zwerge, Drachen und Feen beschützen oder gefährden den Menschen. Die einem Märchen zugrunde liegende Weltordnung ist immer einfach: Der Gute wird letztlich belohnt, der Böse bestraft. Die Gestalten des Märchens sind meist typisiert: ein König, ein Fischer, ein armes Mädchen u. Ä.
Märchenhafte Motive und Erzählformen finden sich zu allen Zeiten und in allen Regionen der Welt.

Fabeln
Die Fabel (lateinisch fabula, „Geschichte, Erzählung, Sage“) bezeichnet eine in Vers oder Prosa verfasste kurze Erzählung mit belehrender Absicht, in der vor allem Tiere, aber auch Pflanzen und andere Dinge oder fabelhafte Mischwesen menschliche Eigenschaften besitzen und handeln. Die Dramatik der Fabelhandlung zielt auf eine Schlusspointe hin, an die sich meist eine allgemeingültige Moral anschließt. Wichtige Fabeldichter sind Aesop, Hans Sachs, Jean de La Fontaine, Christian Fürchtegott Gellert, Gotthold Ephraim Lessing und Martin Luther.

Die folgenden Merkmale enthalten viele Fabeln
Tiere treten in der Fabel als Menschen auf.
Menschliche Schwächen wie Neid, Dummheit, Geiz, Eitelkeit und so weiter sind Thema der Fabeln.
Meist kommen nur zwei Tiere in der Fabel vor.
In einer Fabel wird keine genaue Zeit genannt.
Es wird kein genauer Ort genannt.
Fabeln sind kurz.
Fabeln enthalten keine genauen Schilderungen.
Eine Fabel steht in der Vergangenheit.
Fabeln haben mit dem wirklichen Leben der Menschen zu tun.
Wichtige Leute (Könige) werden in manchen Fabeln versteckt angegriffen.
Am Ende einer Fabel steht oft, was man aus der Fabel lernen kann.
 

Sage:
Im Gegensatz zum Märchen zielt die Sage auf die Wiedergabe der Realität, also der wirklichen Geschehnisse. Sie will mehr sein - ihr soll geglaubt werden. Die Sage gibt Kunde. Sie erzählt von wirklichen Ereignissen und Begebenheiten. Die Sage will Spannung und Erschütterung, will zum Nachdenken und Staunen führen.
 
Schwank
Schwänke sind wirklichkeitsnahe Begebenheiten mit humorvollem, jedoch oft derbem Inhalt. Beliebte Motive sind Betrügereien, die später aufgedeckt werden, Angebereien, Protzereien, Eheprobleme usw.. Der Schwank will unterhalten, weniger belehren wie die Fabel. Es darf und soll gelacht werden. Bekannt sind einzelne Gestalten, die sich um die Schwänke gruppieren -z.B. Till Eulenspiegel oder Graf Münchhausen. Aber auch um eine Gemeinde, ein Dorf, eine Stadt kann sich der Schwank drehen (z.B. Schilda).
 
Zeichensetzung
1. Satzschlusszeichen
Aussagesatz schließt mit einem Punkt: Die Sonne scheint heiß.
Befehls- oder Aufforderungssatz schließt mit einem Ausrufezeichen: Nimm bitte die Füße vom Tisch!
Ebenso Ausrufe: Hau ab! Donnerwetter! Tolle Sache!
Fragen enden mit einem Fragezeichen: Was ist drei mal neun? Kommst du heute?
 
2. Komma bei Aufzählungen, gleichartigen Wortgruppen oder Satzgliedern:
Gestern Abend standen Käse, Wurst, Quark, Gurken und Tomaten auf dem Tisch.
Wir könnten Fußball spielen, eine Wanderung machen, ein Museum besuchen oder einkaufen gehen.
Wollen wir ins Schwimmbad gehen, das Johannisfest besuchen, ein Eis essen gehen oder einfach nur abhängen?
Am Ende von Aufzählungen darf vor und und oder kein Komma stehen!
 
3. Komma zwischen Haupt- und Nebensatz
Ein Hauptsatz hat immer mindestens zwei Satzglieder: Subjekt und Prädikat
Die meisten Sätze haben aber als Ergänzung weitere Satzglieder, z. B. Objekte und Adverbiale Bestimmungen...
Die normale Stellung der Satzglieder in einem Aussagesatz ist: Subjekt - Prädikat - Objekt:
Karl trifft das Tor. Das Prädikat steht also beim Hauptsatz an zweiter Stelle.
Häufig haben wir es aber auch mit Satzgefügen zu tun. Satzgefüge sind verbundene Haupt- und Nebensätze.
Nebensätze sind mit dem Hauptsatz meistens durch Bindewörter, so genannte Konjunktionen, verbunden.
Beispiel: Karl trifft das Tor, weil er gut trainiert hat. Er kaut laut, während er die Zeitung liest.
Im Nebensatz steht das Prädikat oder ein Teil des Prädikats am Ende des Satzes. Der Nebensatz kann auch am Satzanfang stehen.
 
 
 
 

 

 
 
 
Merkhefttexte Jahrgang 7
 

Adjektive und Verben können zu Nomen werden

Adjektive und Verben, die wir ja immer kleinschreiben, können unter bestimmten Umständen zu Nomen werden. Man kann sie dann nicht mehr mit den Fragen „Wie ist etwas...?“ oder „Was geschieht, was tut ...?“ erfragen, sondern nur mit den Fragen der vier Fälle (wer/was, wessen, wem, wen/was)! Außerdem findet man vor so einem substantivierten Wort einen bestimmten oder unbestimmten Artikel oder einen in einem Wort versteckten Artikel (am, zum, beim = an dem, zu dem, bei dem)

Der Lehrer hat ihn beim Rauchen erwischt.

Ich lerne das Schwimmen einfach nicht mehr.

Kann ich das Rote mal anprobieren?

Ja, das ist ja gerade das Schöne!

Ist doch klar, dass der Schnellste gewinnt!

Im Märchen gewinnt am Ende fast immer das Gute.

Wenn ich müde bin, fällt mir das Lernen sehr schwer.

 
 
 
Merktext

Wochentage und Tageszeiten - Regeln und Beispiele

Wochentage und Tageszeiten mit s am Ende müssen kleingeschrieben werden.
Beispiele: abends, morgens, mittags, mittwochs, vormittags. Mit einem Artikel davor müssen sie großgeschrieben werden:
des Abends, eines Morgens, eines Abends usw.
Nach gestern, heute und morgen müssen Tageszeiten großgeschrieben werden.
Beispiele: gestern Abend, heute Morgen, morgen Vormittag, morgen Früh / früh
Zusammengesetzte Zeitangaben aus Wochentagen und Tageszeiten schreibt man immer groß, auch wenn kein Artikel vorangeht.

Beispiele:
der Montag + der Abend ---> der Montagabend
der Freitag + der Morgen ---> der Freitagmorgen
der Sonntag + die Nacht ---> die Sonntagnacht

 
Schuld/schuld

Wenn jemand nicht weiß, wie er mit Schuld umzugehen hat, so ist das nicht unbedingt seine Schuld. Denn man kann sowohl im Kleinen schuld sein als auch große Schuld haben.

Wenn vor der "Schuld" ein Artikel oder ein Possessivpronomen steht, dann ist "Schuld" ein Namenwort und wird großgeschrieben:

• Wer trägt die Schuld?

Wessen Schuld ist es gewesen?

• Gib nicht mir die Schuld!

• Es ist allein deine Schuld.

"Schuld" wird immer großgeschrieben, wenn es den Charakter eines Nomens hat:

• Wer hat Schuld?

• Daran haben nicht die Schüler Schuld, sondern die Lehrer.

• Gib nicht immer mir Schuld, sondern dir!

• Daran tragen allein die Politiker Schuld.

Nur dann, wenn Schuld - wie "schuldig" - mit den Formen von "sein" gebraucht wird und somit eindeutig ein Adjektiv ist, wird es kleingeschrieben:

• Wer ist schuld?

• Daran sind nicht die Schüler schuld, sondern die Lehrer.

• Ich bin nicht schuld daran, du bist schuld!

• Die Politiker sind an allem schuld.

 
Angst/angst

"Angst" wird nur dann klein geschrieben, wenn es als Adjektiv benutzt wird, also mit "wie?" erfragt werden kann. Tritt es als Nomen auf, wird es selbstverständlich groß geschrieben.

Ob es sich um ein Nomen handelt, erkennt man an der eventuellen Voranstellung eines Artikels, Attributs oder einer Präposition (die Angst war groß; in ständiger Angst sein; aus Angst nichts sagen) und daran, ob man die Angst mit "was?" erfragen kann:

Ich habe Angst. (Was habe ich? -> Nomen)

Mir wird angst. (Wie wird mir? -> Adjektiv)

Du machst mir Angst. (Was machst du mir? -> Nomen)

Ihm war angst und bange. (Wie war ihm? -> Adjektiv)

 
Paarformeln
Adjektive in der Grundform, die mehrere Personen gemeinsam bezeichnen, werden großgeschrieben. Man nennt sie Paarformeln. (Alte und Junge; Groß und Klein; Arm und Reich)

Als Nomen gebrauchte Adverbien, Präpositionen, Konjunktionen und Interjektionen (Ausrufe) schreibt man groß. Sie treten häufig ebenfalls als Paarformeln auf. (Drum und Dran; das Für und Wider; Ob und Wie; Weh und Ach...)

mal / Mal

„Mal" schreibt man getrennt und groß, wenn es als Nomen gebraucht wird, z.B.: dieses Mal. Als Adverb wird es hingegen klein geschrieben, z.B.: diesmal.
Rechtschreibregel:
Wenn ein Bestandteil erweitert ist (das erste Mal) wird „Mal" getrennt und groß geschrieben!
Wörter mit einem gleichen Rechtschreibproblem heißen:
zum ersten Mal, beim ersten Mal, vom ersten Mal, dieses Mal, das letzte Mal, ein anderes Mal, nächstes Mal, mehrere Male, wie viele Male

 
Zahlwörter
Alle Grundzahlen (Kardinalzahlen) schreibt man klein. (Die zwei sind nett. Sie wollte um acht anrufen.)
Aber: Eine Grundzahl schreibt man groß, wenn sie eine Zahl / Ziffer bezeichnet. (Er fürchtet die Dreizehn.)
Zahlwörter, die als Nomen verwendet werden, werden groß geschrieben. (Es gibt ein Dutzend Möglichkeiten.)
In solchen Fällen schreibt man auch unbestimmte Pronomen groß. (alles Mögliche, die Einzige, das bestimmte Etwas...)
Aber: Die vier Zahladjektive viel, wenig, eine, andere werden immer klein geschrieben. (Das haben schon viele erlebt. Die anderen kommen später.)
 
 
Namen im Genitiv
In der deutschen Rechtschreibung wird das s im Genitiv nicht abgetrennt:
Pedros Schwester - Juanitas Bein - Dr. Mendozas Frau
Im Englischen ist das anders!
 
Merkseiten zur indirekten Rede (Konjunktiv I und II)
 

Übungsdiktat

1. Trotz der Demonstration vor der Bibliothek zündete sich der Manager eine Zigarette an und trank zum Dessert einen hochqualitativen Whisky.
2. Im Büro des zynischen Chefs herrscht jeden Tag Chaos, der Computer stürzt ab, die Dokumente und Formulare sind nicht archiviert und die Kreditkarten liegen am Katheder.
3. Der sozial engagierte Chirurg war ein Spion bei den anonymen Alkoholikern die im Chemiesaal des Gymnasiums, der sich in der zweiten Etage befand, die Experimente mit dem nervösen Kommissar durchführten.
4. Als die emanzipierte Journalistin in der Diskothek den Kabarettisten zu einem Interview überredet hatte, kam die Polizei in zivil über die Veranda und machte ein Theater wegen der schlechten Manieren der Reporterin.
5. Der intelligente Installateur, der sehr flexibel war was Literatur anging, beschäftigte sich auch mit grotesken Experimenten mit Bakterien, Salmonellen und Medikamenten, die einen internationalen Skandal auslösten.

 

Definition Ballade
Das Wort „Ballade" stammt aus Südfrankreich und bezeichnet ein Lied, das beim Tanzen gesungen wurde (= Tanzlied). Die Ballade erzählt oft in Dialogform ein düsteres, geheimnisvolles, schreckliches oder tragische Geschehen, z. B. von Helden, Dämonen oder Geistern. Diese Textform wird heute auch häufig als „Erzählgedicht" bezeichnet. Goethe schrieb einmal: „Das Geheimnis der Ballade entspringt aus der Vortragsweise." Man muss nur einmal eine Ballade laut lesen oder vortragen, um den Rhythmus als Wesensmerkmal so richtig zu spüren. Im Gegensatz zu den meisten Gedichten, die doch in ersten Linie Gefühle, Stimmungen und persönliches Erleben aussagen, erzählt die Ballade.
 
Methoden der Textanalyse (von Balladen):
Wichtiges unterstreichen
Text abschnittsweise zusammenfassen
Inhaltsangabe verfassen (Handlungsebene!)
Aufbau / Textstruktur untersuchen
Metrik untersuchen (Reimschema, Versmaß, Kadenzen)
Kernaussage / Botschaft formulieren (Sinnebene!)
Den Text für einen Vortrag vorbereiten (Tempo, Lautstärke, Pausen, Betonungen eintragen)
 
Zeichensetzungsregeln (werden verteilt und dürfen ins Merkheft geklebt werden)