Merkhefttexte zum Nacharbeiten - ab Jahrgang 5, 2. Halbjahr 2010/2011 - fortlaufend
Hier findest du die aktuellen Merkhefttexte, falls du krank gewesen bist, dein Merkheft verbummelt oder im Unterricht nicht fertig geworden bist!
 
 
 
 

Zeichensetzung bei wörtlicher Rede

Die wörtliche Rede umklammern Anführungszeichen.
„Üben macht den Meister.“

Der Begleitsatz kann vorne stehen:
Der Lehrer sagte: „Üben macht den Meister.“
(Steht am Anfang ein Begleitsatz, so setzt man einen Doppelpunkt vor den Anführungszeichen und der wörtlichen Rede. Einen Punkt hinter den Anführungszeichen gibt es nicht.)

Der Begleitsatz kann am Ende stehen:
„Üben macht den Meister“, sagte der Lehrer.
„Übt alle fleißig!“, sagte der Lehrer.
“Wollt ihr das wissen?“, fragte der Lehrer.
(Der Punkt am Ende in der wörtlichen Rede fällt weg, wenn ein Begleitsatz der wörtlichen Rede folgt. Ausrufezeichen und Fragezeichen bleiben hingegen erhalten.)

Der Begleitsatz kann eingeschoben sein:
„Üben“, sagte der Lehrer, „macht den Meister.“
(Wird der Begleitsatz eingeschoben, trennt man die wörtliche Rede durch Kommas ab.)

 
Kurze und lange Vokale

Wörter mit kurzem Vokal
Nach einem kurzen Vokal schreiben wir fast immer einen doppelten Mitlaut (Konsonant), wenn das dem Doppellaut ein weiterer Vokal folgt:
Knall, Teller, Schiff, Ball, toll, Null

Wenn ich die Wörter verlängere, sehe ich auch den Vokal hinter dem doppelten Mitlaut:
Knall - Knaller / toll - toller / Null - Nullen ...

Leider gibt es viele Ausnahmen, hier muss ich mir einfach die Schreibweise einprägen:
hin - drin - bin - in - am - herum etc.

Nach einem kurzen Vokal steht häufig auch ck oder tz, weil es in der deutschen Sprache kk und zz nicht gibt (Namen und Fremdwörter sind die Ausnahme).

Hacke, Bock, meckern, Flocke, Flicken, Rucke
Katze, hetzen, Witz, Klotz, Schmutz

So wird getrennt: Fle-cken / Kat-ze

 
Wörter mit langem Vokal
Den langen Vokal in einem Wort erkenne ich in der Regel an einem Dehnunszeichen.
1. Das Dehnungs-h
Folgt einem Vokal in der gleichen Silbe ein h, wird er lang gesprochen:
wohnen, dehnen, sehnen, fahren, Sahne....

Getrennt wird nach dem h: seh-nen, fah-ren usw.

Das Dehnungs-e
Dieses kommt nur in Verbindung mit dem i vor, als ie:
Biene, Schiene, siegen, riechen, Brief....

Der Doppelvokal
Der Doppelvokal ist ein weiteres Längenzeichen:
Meer, See, Moor, Speer, Aal...

Eine große Anzahl von Wörtern hat einen langen Vokal - aber ohne jedes Dehnungszeichen. Diese Wörter muss ich mir besonders einprägen!
Tor, Tal, Schal, schon, Ton, Margarine, Maschine...

Wörter mit b, d, g am Wortende
Kurze Wörter, bei denen man am Ende ein p, t oder k hört, weden trotzdem mit b, d, oder g geschrieben. Ich bekomme das heraus, wenn ich die Wörter verlängere und genau hinhöre:
Pferd - Pferde / Wand - Wände / er schiebt - schieben / trüb - trübe ....
Wenn man die verlängerte Form des Wortes deutlich ausspricht, hört man den weichen Laut.

 

BERICHTEN

 
Der Erählbericht

Ein Erzählbericht ist eine ganz natürliche Mischung aus Erzählen und Berichten.
In ihm werden Tatsachen berichtet, die jemand wirklich erlebt hat.
In ihm wird aber auch davon erzählt, was jemand dabei gedacht und gefühlt hat. Ein solcher Erzählbericht wird immer aus der eigenen Erinnerung wiedergegeben. Deswegen steht er in der Ich-Form und in einer Form der Vergangenheit:
Jedenfalls habe ich mich aufs Eis gelegt und bin dann vorsichtig zu Sebi gerobbt.

 

Satzglieder
 
Montag, 12.12. 11, erscheinen hier die aktuellen Merkhefttexte!
 
 
 
 
Adverbial der Zeit

Ein bestimmtes Satzglied macht Angaben über die Zeit und zeitliche Verhältnisse.
Heute ist ein großer Tag.

Die Ferien dauern sechs Wochen.
Morgen gehen wir ins Kino.
Bis übermorgen müsst ihr die Berichtigung haben.
Es dauerte sieben Wochen, bis er zurückkam.
Angaben können einzelne Wörter sein, aus mehreren Wörtern bestehen oder einen ganzen Nebensatz (Gliedsatz) bilden.
Nach einer Angabe der Zeit fragt man mit "wann?", "wie lange?" oder "bis/seit wann?"

 
Adverbial des Ortes

Wir orientieren uns gerne in unserer Umwelt. Wo befinden wir uns? Wohin sollen wir uns wenden? Welchen Weg haben wir vor uns? - Solche und ähnliche Fragen spielen eine große Rolle für unsere Orientierung. Die Sprache trägt dem Rechnung, indem sie die Möglichkeit schafft, Orte und Richtungen klar auszudrücken.
Der Indianerhäuptling sitzt auf seinem Mustang.
Er führt seine Krieger in eine Prärie, auf der viele Büffel weiden.
Über den Wolken entdeckten wir gestern den Mond.
Der Ball fliegt über das Tor.
Aus der Stadt kam er zu Besuch aufs Land.
Angaben können einzelne Wörter sein, aus mehreren Wörtern bestehen oder einen ganzen Nebensatz (Gliedsatz) bilden. Nach einer Angabe des Orts fragt man mit "wo?", "wohin?" oder "woher?"

Adverbial der Art und Weise

Solche Angaben geben einfach die Art und Weise an, in der die Handlung oder das Ereignis abläuft. Das Adverbial der Art und Weise zeigt, in welcher Weise etwas geschieht.
Die Kinder saßen hungrig im Speisesaal.
Sie belästigten lautstark die anderen Gäste.
Wie eine Rakete kam der Herbergsvater angesaust.
Er schimpfte entsetzlich.
Adverbiale der Art und Weise können einzelne Wörter sein, aus mehreren Wörtern bestehen oder einen ganzen Nebensatz (Gliedsatz) bilden. Nach diesem Adverbial fragt man mit "wie?", "auf welche Art und Weise?" oder "womit?"

Adverbial des Grundes

Für viele unserer Tätigkeiten und andere Vorgänge suchen wir Gründe. In Sätzen gibt es deshalb auch die Möglichkeit, Angaben über Ursachen und Wirkungen unterzubringen.
Wenn der Mond scheint
, wird es nachts nicht ganz dunkel. (Mondschein ist Bedingung, Grund für die Aussage im Hauptsatz.)
Deshalb erfüllt silbriges Licht die Nacht.
Der Mond leuchtet wegen der Sonnenstrahlen, die er zurückwirft.
Ebbe und Flut entstehen, weil der Mond die Erde umkreist.
Er hat eine starke Anziehungskraft, sodass das Meerwasser in seine Richtung fließt.
Wegen eines Stromausfalls
musste das Spiel ausfallen.
Angaben können einzelne Wörter sein, aus mehreren Wörtern bestehen oder einen ganzen Nebensatz (Gliedsatz) bilden. Nach einer Angabe des Grundes fragt man mit "warum?", "zu welchem Zweck?", "mit welcher Folge?, "in welchem Falle?" oder "gegen welchen Widerstand?"


Das Präpositionalobjekt
Viele Satzergänzungen (Objekte) beginnen mit einer Präposition. Wenn ich diese Satzglieder richtig erfrage, muss ich die Präposition verwenden.
Beispiel: Der Fahrer kam an einer verfallenen Brücke vorbei.
Woran kam er vorbei? an einer verfallenen Brücke
Durch gutes Zureden sollte er vom Baum runterkommen.
Wodurch sollte er vom Baum runterkommen? Durch gutes Zureden....
 
Mit diesen Farben kennzeichnen wir die Satzglieder:
Blau: Subjekt
Rot: Prädikat
Grün: Dativ-Objekt
Braun: Akkusativobjekt
Schwarz: Adverbial des Ortes
Gelb: Adverbial der Zeit
Pink oder Lila: Adverbial des Grundes
Gestrichelt: Adverbial der Art und Weise
 
 
 
Komma-Regeln
 
Das Komma bei Aufzählungen
Aufzählung von gleichartigen Wörtern
Ich esse, schlafe, laufe und singe.
Aufzählung von Wortgruppen und/oder Satzgliedern
Ich habe Karten gespielt, meine Aufgeben gemacht, den Müll weggebracht und mein Zimmer aufgeräumt.
Vor und oder oder darf kein Komma stehen, es sei denn, es könnte zu Missverständnissen führen:
Tom, mein Nachbar, und ich sind gute Freunde. (zwei Personen)
Tom, mein Nachbar und ich sind gute Freunde. (drei Personen)
 
Ein Komma steht zwischen Hauptsätzen und zwischen Haupt- und Nebensätzen (Nebensätze werden manchmal auch Gliedsätze genannt.)
Was ist ein Hauptsatz?
Ein Hauptsatz oder Erzählsatz besteht immer mindestens aus den Satzgliedern: Subjekt und Prädikat, wobei das Prädikat an zweiter stelle steht. Ein Hauptsatz kann alleine stehen und ergibt immer alleine einen Sinn:
Der Hund bellt.   Emil weint.
In der Regel werden diese beiden Satzglieder ergänzt durch Objekte, Adverbiale oder weitere Satzglieder.
Was ist ein Nebensatz?
Ein Nebensatz ist immer vom Hauptsatz abhängig, er ergibt ohne den Hauptsatz keinen Sinn. Er kann also niemals alleine stehen.
Ein Nebensatz kann dem Hauptsatz vorangestellt sein:
Weil ich immer schreiben muss, bin ich ganz müde. (Komma zwischen Nebensatz und Hauptsatz)
Er kann dem Hauptsatz folgen:
Ich bin ganz müde, weil ich immer schreiben muss. (Komma zwischen Hauptsatz und Nebensatz)
Er kann in den Hauptsatz eingeschoben sein:
Ich bin, weil ich immer schreiben muss, ganz müde. (Komma vor und nach dem eingeschobenen Satz)
Der Hund, der sich verschluckt hat, bellt.(Komma vor und nach dem eingeschobenen Relativ-Satz)
Die Straßenbahn, mit der ich immer fahre, ist plötzlich entgleist.(Komma vor und nach dem eingeschobenen Relativ-Satz)
Nebensätze werden fast immer mit einer Konjunktion eingeleitet: dass - da - weil - nachdem - bevor - während - als - damit - so dass - solange...
Beim Nebensatz steht das Prädikat (bei Verbklammern der zweite Teil des Prädikats) am Ende.
Wenn zwei Hauptsätze aufeinander folgen, muss auch ein Komma geschrieben werden:
Er wollte in die Stadt gehen, seine Freundin wollte aber nicht mitkommen.
Er wollte keinen wein mehr trinken, er wollte jetzt nur noch Mineralwasser haben.
Karl spielte im Sturm, Emil musste ins Tor.
Sind Hauptsätze mit und oder oder verbunden, darf kein Komma stehen:
Ich kaufe mir heute einen Ball und Georg besorgt sich einen Tennisschläger.
ich muss jetzt meine Aufgaben machen oder Karl darf nicht zum Spielen kommen.
Hauptsätze können mit einer Konjunktion verbunden werden:
denn - deshalb - darum - aber - jedoch - sondern - dennoch...
Mutter kommt zu spät, denn Vater fand das geparkte Auto nicht wieder.
Der Baum ist morsch, aber er steht noch ganz fest da.
Ich kann jetzt nicht, aber morgen darf ich bestimmt kommen.