Lesetraining

Vorsicht: Lesen gefährdet die Dummheit!

Bücherlesen

Bücherlesen ist vonnöten,
soll euch nicht die Dummheit töten:
Wer nicht gerne Bücher liest,
ist für mich ein blödes Biest!

Bücherlesen, liebe Leute,
nicht erst morgen, sondern heute!
Heute gilt's, den Kopf zu füllen,
dass nicht laut vor Lachen brüllen

alle Affen hier im Zoo
über euren Kopf voll Stroh:
Stroh soll raus und Wissen rein,
das gilt nicht für euch allein,

sondern klar für jedermann,
der das Alphabet schon kann. -
Ohne Bücher seid ihr Tröpfe,
sogar Holz- und Wasserköpfe!

 

Nur durch Bücher wissen wir:
Warum gibt es Menschen hier?
Denn kein Schaf gibt euch Bescheid,
keine Katze ist bereit, -

Menschenkinder zu belehren,
die nicht auf die Bücher hören.
Hühner, Enten, Spatzen, Spechte
wissen leider nicht das Rechte,

was für Menschen wichtig wär.
Also: Nehmt die Bücher her,
Lest und werdet sacht gescheit,
dass ihr einst die Klügren seid.

Günter Kunert.

Übungen zur Lesetechnik für ältere Schülerinnen und Schüler

Ratekrimis
Die Geister lassen bitten
Gruber ist doof
Ein seltsamer Brief
Schmugglergeschichte
Der Erpresser im Hotel
Der Dieb
Eine Falle für Nico
Das schwarzen Auto
Der Typ mit dem Tuch


Nicht nur ist Lesen überhaupt eine der wichtigsten Voraussetzungen für jeden Lernerfolg -
besonders das genaue Lesen am Computer fällt vielen sehr schwer. Diese Übungen sollen
euch das exakte Lesen am PC erleichtern. 

Bei den folgenden Leseübungen gehst du bitte so vor:
Lies den Text (laut oder leise - je nach dem, ob du jemanden störst oder nicht) sehr gründlich durch. Am besten zwei- oder dreimal. Lass dann den Text zum oberen Bildschirmrand hin verschwinden, sodass nur noch die nummerierten Sätze sichtbar sind. Notiere dir dann die Nummern der zutreffenden Sätze. Es sind immer genau sieben richtige Aussagen. Nur im allergrößten Notfall solltest du noch einmal kurz in den Text schauen müssen.

1. Der Sturm
2. Ein Grundstück im Himmel
3. Über das Vergessen
4. Der Muhme-Muhle-Baum
5.Die Maulwürfe
6. Die Tafelmalerei
7. Im Königreich Durcheinander
8.Unbekannte Flugobjekte
9. Die Kanäle der Ägypter
10. Die Orgel

1. Der Sturm

Am Abend frischte der Wind auf, in der Nacht stürmte es. Es war ein Frühjahrssturm und von solcher Heftigkeit, dass der Junge aus dem Schlaf fuhr und nach dem Lichtschalter suchte. Der Sturm rüttelte an dem kleinen Haus, als wolle er es hoch in die Luft tragen, als gehöre das Haus anderswohin. Fauchend und zischend pfiff er um die Ecken, peitschte den Regen gegen die Scheiben, schleuderte dürres Holz in den Himmel. Das Schlimmste aber waren die offenen Fensterläden des Nachbargrundstücks. Bis in sein Zimmer hörte der Junge sie krachend zusammenschlagen, wieder und wieder. Erst spät in der Nacht flaute der Sturm ab.

 


1. In der Nacht pfiff ein Sturm über das Haus.

2. Im Frühjahr stürmte es jede Nacht.
3. Der Junge fuhr aus dem Schlaf.
4. Im Schlaf suchte der Junge den Lichtschalter.
5. Der Lichtschalter ging nicht an.
6. Das Haus wurde durch den Sturm hoch in die Luft getragen.
7. Der Sturm rüttelte an dem kleinen Haus.
8. Das Haus gehörte niemandem.
9. Der Sturm peitschte den Regen gegen die Scheiben.
10. Die Fensterläden des Nachbarhauses standen offen.
11. Der Junge schloss die Fensterläden.
12. Krachend fiel das Nachbarhaus in sich zusammen.
13. Die Fensterläden des Nachbarhauses waren nicht verschlossen.
14. Spät in der Nacht flaute der Sturm ab.

 

2. Ein Grundstück im Himmel

Um Kontakt mit ihrem verstorbenen Mann aufzunehmen, war eine alte Frau aus Hannover bereit, viel Geld auszugeben. Die 85jährige Witwe hatte sich mit ihrem Wunsch an einen Magier gewandt, der daraufhin zunächst 15 000 Mark forderte. In einem Telefongespräch teilte er der Frau mit, dass ihr verstorbener Mann im Himmel Spielschulden habe, die nunmehr beglichen werden müssten. Die alte Dame übergab dem Magier daraufhin die geforderte Summe. Nur wenige Zeit später meldete sich der selbst ernannte Zauberkünstler erneut. Nunmehr forderte er 100 000 Mark, weil sich der Verstorbene im Himmel ein Grundstück kaufen wolle. Bei der Geldübergabe erlebte der Magier allerdings eine wenig erfreuliche Überraschung. Er wurde durch die Polizei festgenommen.

 

1. Eine alte Frau aus Hannover wurde betrogen.
2. Die Frau wollte Kontakt mit ihrem verstorbenen Mann aufnehmen.
3. In Hannover gibt es sehr viele Magier.
4. Die Witwe war mit einem Magier befreundet.
5. Der Magier forderte von der Frau zunächst 15 000 Mark.
6. Die alte Frau übergab dem Magier ihr ganzes Geld.
7. Der Magier war ein Betrüger.
8. Der verstorbene Mann der Frau hatte Spielschulden.
9. Im Himmel kann man sich Grundstücke kaufen.
10. Ein Grundstück im Himmel kostet 100 000 Mark.
11. Der Magier telefonierte mit dem Verstorbenen.
12. Später verlangte der Magier von der alten Frau 100 000 Mark.
13. Bei der Geldübergabe erlebte der Magier eine Überraschung.
14. Der selbst ernannte Magier wurde von der Polizei festgenommen

 

3. Über das Vergessen

Sobald du einen Text gelesen hast, beginnst du ihn wieder zu vergessen. Das ist völlig normal und nicht beunruhigend, auch wenn sich manche Leute darüber wundern. Untersuchungen haben bewiesen, dass der größte Gedächtnisverlust des gelesenen Materials sehr bald nach dem Lesen, d.h. innerhalb der ersten Tage oder gar Stunden, einsetzt. Willst du einen Text längere Zeit im Gedächtnis behalten, musst du ihn wiederholen. Dabei reicht es häufig, den Text zu überfliegen und sich die wichtigsten Gedanken klar zu machen. Allerdings solltest du damit nicht allzu lange warten. Wenn der Gedächtnisverlust bereits zu groß ist, kann er nur durch nochmaliges gründliches Lesen ausgeglichen werden.

 

1. Die meisten Texte vergisst man selbst nach gründlichem Lesen auf der Stelle.
2. Völlig normale Texte werden immer nur überflogen.
3. Es ist völlig normal, gelesene Texte wieder zu vergessen.
4. Die ersten Tage oder Stunden macht das Lesen am meisten Spaß.
5. Das Vergessen setzt sehr bald nach dem Lesen ein.
6. Bereits innerhalb der ersten Tage oder gar Stunden beginnt das Vergessen.
7. Innerhalb der ersten Tage oder Stunden vergisst man den Text vollständig.
8. Umso mehr Zeit vergeht, umso größer wird der Gedächtnisverlust.
9. Um einen Text zu wiederholen, reicht es häufig, ihn nur zu überfliegen.
10. Beim Überfliegen des Textes muss man sich die wichtigsten Gedanken klar  machen.
11. Zu großer Gedächtnisverlust kann nie mehr ausgeglichen werden.
12. Nochmaliges gründliches Lesen gleicht den Gedächtnisverlust wieder aus.
13. Das gründliche Lesen dauert oft viele Tage.
14. Den Text beim Wiederholen nur zu überfliegen, ist völlig sinnlos.

 

4. Der Muhme-Muhle-Baum

Der Baum, auf den Lisa kletterte, hieß Muhme-Muhle-Baum. Den Namen hatte Lisa erfunden. Muhme-Muhle, das klang alt und groß und ließ sich zu Mu-Mu abkürzen. „Ich gehe mal kurz auf den Mu-Mu", sagte Lisa, wenn sie auf den Hof ging. Die Mutter mochte das nicht. „Du immer mit deiner Kletterei!", schimpfte sie. „Das ist gefährlich!" Dabei wusste die Mutter noch nicht einmal, wie gefährlich es wirklich war. Der Muhme-Muhle-Baum hatte mehrere Stockwerke und reichte bis über das Haus. Manchmal, wenn Lisa zwischen den Ästen hindurch nach unten sah, wurde ihr richtig schwindlig. Dann schloss sie schnell die Augen.

 

1. Lisa kletterte auf einen Baum.
2. Der Baum stand im Wald.
3. Den Namen des Baumes hatte Lisa erfunden.
4. Der Baum gehörte Lisas Mutter.
5. Lisa nannte den Baum Muhme-Muhte-Baum.
6. Muhme-Muhle ließ sich zu Mu-Mu abkürzen.
7. Der Muhme-Muhle-Baum war groß.
8. Die Mutter mochte den Baum nicht.
9. Der Mutter von Lisa war der Baum zu klein.
10. Der Baum reichte bis über das Haus.
11. Das Haus hatte sieben Stockwerke.
12. Der Mutter wurde schnell schwindlig.
13. Lisa sah sich die Äste des Baumes gern an.
14. Wenn ihr beim Klettern schwindlig wurde, schloss Lisa die Augen.
 

 5.Die Maulwürfe

Viele Wiesen städtischer Parkanlagen verwandeln sich jedes Frühjahr in wahre Mondlandschaften. Schuld sind die Maulwürfe, die nach dem Winter wieder aktiv werden. Die kleinen Hügel entstehen, wenn die Tiere rückwärts durch die von ihnen angelegten Gänge laufen. Im Sommer liegen diese Gänge nur etwa 40 Zentimeter unter der Erdoberfläche. Im Winter jedoch müssen sich die Maulwürfe mindestens einen Meter eingraben, um Insektenlarven und andere Nahrung zu finden. Meist hat ein einziges Gangsystem der Buddelkünstler bis zu zehn Sackgassen. Obwohl sich manche Menschen über den Anblick der mit schwarzen Buckeln übersäten Wiesen ärgern, sind Maulwürfe natürlich keine Tragödie. Die nützlichen Tiere lockern vielmehr den Boden und vertilgen Schädlinge. Deshalb gehören sie zu den geschützten Tieren und dürfen nicht ohne Genehmigung gejagt werden.

 

1. Viele Städte ähneln im Frühjahr Mondlandschaften.
2. Die kleinen Hügel der Maulwürfe verschönern die städtischen Wiesen.
3. Im Sommer liegen die Gänge der Maulwürfe nur etwa 40 Zentimeter tief.
4. Ein einziges Gangsystem der Maulwürfe hat bis zu zehn Sackgassen.
5. Zehn Sackgassen hat ein einziges Gangsystem der Maulwürfe mindestens.
6. Es gibt nützliche und schädliche Maulwürfe.
7. Maulwürfe sind nützlich, weil sie Insektenlarven fressen.
8. Maulwürfe müssen sich im Winter mindestens einen Meter tief eingraben.
9. Manche Menschen ärgern sich über die Maulwurfshügel.
10. Maulwurfshügel sind eine Katastrophe.
11. Die Schädlinge lockern den Boden und vertilgen Insektenlarven.
12. In den kleinen schwarzen Hügeln sitzen die Maulwürfe.
13. Maulwürfe sind wahre Buddelkünstler.
14. Ohne Genehmigung dürfen Maulwürfe nicht gejagt werden.

 

 

5. Die Tafelmalerei

Eine seit Jahrhunderten weit verbreitete Maltechnik ist die Tafelmalerei. Für sie wurden ursprünglich lange und gut getrocknete Holztafeln verwendet. Da es nicht zweckmäßig  ist, die Farbe direkt auf das Holz aufzutragen, mischten die alten Meister Leimwasser mit Gips und Zinkweiß und überzogen damit die vorbereitete Fläche. Statt des Gipses gebrauchten die Künstler auch Kreide. Auf diese Weise entstand ein leuchtend weißer Untergrund. Erst ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts begannen in Oberitalien einzelne Maler, die schweren Tafeln durch aufgespannte Leinwand zu ersetzen. Allerdings musste auch die Leinwand mit verschiedenen Stoffen wie Leim, Kreide und Deckfarben grundiert werden. Dennoch wurden die Bilder durch das neue Verfahren wesentlich leichter.

 

1. Die Technik der Tafelmalerei hat sich vor allem in Oberitalien entwickelt.
2. Die Tafelmalerei ist eine seit Jahrhunderten weit verbreitete Maltechnik.
3. Die alten Meister malten ihre Bilder auf die grundierten Holztafeln.
4. Das für die Tafelmalerei verwendete Holz musste lange getrocknet werden.
5. Alte Holztafeln konnten auch ohne Grundierung problemlos bemalt werden. '
6. Die getrockneten Holztafeln durften nicht mit Kreide in Berührung kommen.
7. Durch die Tafelmalerei entstanden Gemälde mit leuchtend weißem Hintergrund. 8. Die Tafelmalerei verlor im 16. Jahrhundert erheblich an Bedeutung.
9. In Oberitalien malten die Künstler ab dem 16. Jahrhundert nur noch auf Leinwand.
10 Einzelne Maler begannen im 16 Jahrhundert aufgespannte Leinwand zu bemalen.
11. Auch die aufgespannte Leinwand wurde mit verschiedenen Materialien grundiert.
12. Leim, Kreide und Deckfarben dienten zum Grundieren der Leinwand.
13. Durch die Malerei auf Leinwand verloren die Bilder an Wert.
14. Die Holztafeln waren schwerer als die aufgespannte Leinwand.

 

7. Im Königreich Durcheinander

Umso mehr Peter sich umschaute, umso klarer wurde ihm, warum dieses Land Königreich Durcheinander hieß. Alles hier schien verdreht zu sein. Die Bäume wuchsen mit den Wurzeln in den Himmel, durch die Luft flogen bunt schillernde Fische und auf einem Sonnenstuhl saß ein großer Hase und fraß eine Banane. Keines der zahlreichen Tiere, die Peter im Wald bemerkte, zeigte auch nur die geringste Scheu. Sie standen oder lagen herum, redeten miteinander und kraulten sich gegenseitig den Rücken. Peter aber wusste schon nach kurzer Zeit selbst nicht mehr, weshalb er hierher gekommen war und welche Aufgabe er sich gestellt hatte. So geht es jedem, der das erste Mal das Königreich Durcheinander betritt.



1. Alles im Königreich Durcheinander ist klar.
2. Peter schaute sich im Königreich Durcheinander um.
3. Warum dieses Land Königreich Durcheinander hieß, begriff Peter nicht.
4. Im Königreich Durcheinander wuchsen die Wurzeln der Bäume in den Himmel.
5. Unter den Bäumen huschten bunt schillernde Fische durch das Gras.
6. Ein Hase trug einen Sonnenstuhl mit einer großen Banane.
7. Auf einem Sonnenstuhl saß ein großer Hase, der eine Banane fraß.
8. Die Tiere im Königreich Durcheinander zeigten nicht die geringste Scheu.
9. Im Königreich Durcheinander schillerten alle Tiere in bunten Farben.
10. Die Tiere graulten Peter ohne jede Scheu den Rücken.
11. Nach kurzer Zeit wusste Peter nicht mehr, warum er hierher gekommen war.
12. Die Tiere standen oder lagen im Königreich Durcheinander herum.
13. Wie Peter geht es jedem, der das erste Mal das Königreich betritt.
14. Peter war nicht das erste Mal im Königreich Durcheinander.

 

 

8. Unbekannte Flugobjekte

Viele Menschen behaupten, in ihrem Leben schon einmal UFOs, sogenannte unbekannte Flugobjekte, gesehen zu haben. Auch Zeitungen und Fernsehsender berichten häufig über solche Erscheinungen. Die Vermutung, es handele sich bei den UFOs um Raumschiffe aus fremden Planetensystemen, die versuchen einen Kontakt zur menschlichen Zivilisation herzustellen, konnte allerdings nie bestätigt werden. Dennoch ist die Hälfte der US-Amerikaner einer Umfrage zufolge von der Existenz der UFOs überzeugt. Ebenso viele Amerikaner glauben, dass die Regierung wichtige Informationen über unbekannte Flugobjekte vor der Öffentlichkeit geheim hält. Nur 20 Prozent der Befragten halten die meist scheibenförmig am Himmel aufkreuzenden Objekte tatsächlich für Raumschiffe. Die restlichen 30 Prozent vermuten hinter den UFOs Ursachen wie Luftspiegelungen, helle Planeten, Sternschnuppen, Flugzeuge und große Heißluftballons.

 

 1. Viele Menschen sind in ihrem Leben schon einmal mit UFOs geflogen.
2. Die Abkürzung UFO bedeutet soviel wie unbekanntes Flugobjekt.
3. UFOs sind mit großer Sicherheit Raumschiffe aus fernen Planetensystemen.
4. Die Vermutung, dass UFOs Raumschiffe sind, konnte nie bewiesen werden.
5. Zeitungen und Fernsehsender berichten häufig über UFOs.
6. Kontakte zur menschlichen Zivilisation können für die UFOs gefährlich sein.
7. Zeitungen und Fernsehsender unterhalten zu den UFOs Kontakte.
8. Die Hälfte der US-Amerikaner ist von der Existenz der UFOs überzeugt.
9. Die Regierung verheimlicht mit Sicherheit wichtige Informationen über UFOs.
10. Raumschiffe kreuzen meist scheibenförmig am Himmel.
11. In der Öffentlichkeit darf über die UFOs nicht diskutiert werden.
12. Nur 20 Prozent der Befragten halten die UFOs tatsächlich für Raumschiffe. 13. Andere Ursachen als UFOs vermuten 30 Prozent der Befragten.
14. Erscheinungen wie Luftspiegelungen und helle Planeten sind keine UFOs.

 

 

9. Die Kanäle der Ägypter

Schon die Menschen im alten Ägypten verfügten über ein hoch entwickeltes Bewässerungssystem. Auf diese Weise konnte nach und nach das gesamte Niltal für die Landwirtschaft nutzbar gemacht werden. Ein genau berechnetes Netz von Staudämmen und Kanälen sorgte dafür, dass das Wasser selbst in die entlegensten Winkel floss, wo es mit Hilfe -- von Schöpfeimern und Wasserrädern auf die Felder gelangte. Ein Teil der Kanäle wurde auch für die Schifffahrt angelegt. So verband ein 150 Kilometer langer Kanal das Mittelmeer mit dem Roten Meer. Wie wichtig die künstlichen Wasseradern für die Existenz der alten Ägypter waren, zeigt die Geschichte des Landes. Als das Bewässerungssystem in späteren Jahrhunderten infolge kriegerischer Auseinandersetzungen zerfiel, verlor das Land die Hälfte seiner Bevölkerung durch Hungersnöte.

 

 1. Im alten Ägypten gab es ein hoch entwickeltes Bewässerungssystem.
2. Das gesamte Nildelta war für die Landwirtschaft ungeeignet.
3. Selbst in die entlegensten Winkel des Nildeltas fuhren große Schiffe.
4. Das Wasser des Nils reichte nicht für die Landwirtschaft.
5. Die Felder wurden mit Hilfe von Wasserrädern und Schöpfeimern bewässert.
6. Das System der Staudämme und Kanäle war genau berechnet.
7. Auch für die Schifffahrt wurden Kanäle angelegt.
8. Ein 150 Kilometer langer Kanal wurde nicht vollendet.
9. Das Rote Meer und das Mittelmeer waren durch viele Kanäle verbunden.
10. Die Kanäle waren für die Menschen im alten Ägypten sehr wichtig.
11. Durch Hungersnöte zerfiel das Bewässerungssystem.
12. In späteren Jahrhunderten verlor das Land die Hälfte seiner Bevölkerung.
13. Durch Hungersnöte verschwand das Reich der Ägypter von der Landkarte.
14. Als das Bewässerungssystem zerfiel, verhungerten viele Menschen.

 

10. Die Orgel

In der Geschichte der Musik spielte die Orgel jahrhundertelang eine herausragende Rolle. Bereits die Menschen im alten Griechenland kannten mit hydraulischem Druck betriebene Wasserorgeln. In Rom und Byzanz wurde das Instrument im Verlauf von großen Zirkusvorstellungen eingesetzt. Nach Mitteleuropa kam die Orgel ungefähr im 8. Jahrhundert und diente fortan kirchlichem Musizieren. Orgeln haben nicht nur eine klavierähnliche Tastatur, sondern auch zahlreiche Pedale, mit denen die tiefen Basstöne gespielt werden können. Die größeren dieser wahrhaft königlichen Instrumente verfügen über mehrere tausend Pfeifen, die ein umfangreiches musikalisches Repertoire ermöglichen. Viele berühmte Musiker wie der Leipziger Thomaskantor Johann Sebastian Bach haben eigens für die Orgel komponiert.


1. Die Orgel ist ein sehr neumodisches Instrument.
2. Bereits im alten Griechenland gab es Wasserorgeln.
3. Die Wasserorgeln wurden mit hydraulischem Druck betrieben.
4. Die Römer und Byzantiner kannten die Orgel noch nicht.
5. Große Zirkusveranstaltungen sind bereits für das 8. Jahrhundert nachgewiesen.
6. Die Orgel gelangte im 8. Jahrhundert nach Mitteleuropa.
7. Für das kirchliche Musizieren wurden keine Orgeln eingesetzt.
8. Orgeln verfügen über zahlreiche Pedale.
9. Die Tastatur der Orgel ähnelt der des Klaviers.
10. Orgeln sind wahrhaft königliche Instrumente.
11. Die größten Orgeln sind mit mehreren hundert Pfeifen ausgestattet.
12. Das musikalische Repertoire der Orgeln ist begrenzt.
13. Auch tiefe Basstöne können mit der Orgel gespielt werden.
14. Orgelkonzerte werden nur in den Kirchen veranstaltet.
 

 
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Die Geister lassen bitten
Wolfgang Ecke


Früher war Schloss Duncart in der Grafschaft Sussex nur ein Schloss. Dann kam die Hotel Ringgesellschaft und machte aus dem Schloss ein feudales Schlosshotel.
Am 1. Juni sollte die Eröffnung sein.
Sir John Danbrugh, der zum Direktor berufen wurde, verfügte außer altem Adel auch über Einfälle. Und so engagierte er drei junge Leute, die Nacht für Nacht zwischen Mitternacht und ein Uhr die Funktion von Schlossgeistern ausüben sollten.
Da schlüpfte die Studentin Kathrin McKelly in das Gewand der vor 241 Jahren verstorbenen Lady Melinda Cattoway, Pieter Rauls verwandelte sich in den Grafen York und Robert Forster übernahm die Rolle des Geistes vom Earl of Leeds.
So gerüstet konnte die Saison beginnen. Und sie begann.
Neun Tage lang erfreuten die drei kostümierten Geister in sicherer Entfernung die behaglich erschauernden Gäste. Niemand nahm die Sache allzu ernst.
Bis zur 10. Nacht.
Da nämlich wurde der gesamte Schmuck der Mary Woodmaker gestohlen. Und zwar gegen 0 Uhr 50, als sie sich selbst noch draußen auf dem Gang mit einer Landsmännin aus Chikago über Geister unterhielt.
Wutentbrannt stürmte die Lady in die Direktionsräume, wo Sir John noch zu später Stunde über Abrechnungen saß. Bevor er auch nur einen Ton von sich geben konnte, vergingen fast zehn Minuten. In diesen erfuhr er außer einer langen Reihe unwichtiger Nebensächlichkeiten auch, dass die Lady einen der Geister für den Dieb hielt.
Danbrugh bat sie im Nebenzimmer zu warten. Dann ergriff er das Telefon:
"Oliver!", meldete sich die Stimme des Chefportiers.
"Kommen Sie sofort in mein Büro und bringen Sie die Geister mit!", befahl Sir John und wartete.
Es dauerte genau eine Viertelstunde, bis sich vier Menschen ins Zimmer schoben.
Auf allen Gesichtern stand deutlich Neugier und Überraschung.
"Was ist geschehen, Sir?" fragte Oliver.
"Wir haben einen Dieb im Haus, Oliver. Und er hat bereits zugeschlagen.“
"Teufel!", entfuhr es dem Chefportier. "Hat sie den Täter wenigstens erkannt?"
Sir John deutete auf die Geister.
"Missis Woodmaker ist überzeugt, dass es einer unserer Nachtarbeiter ist."
Pieter Rauls hatte sich als erster vom Schrecken erholt. Er machte einen raschen Schritt nach vorn. "Ich verlange, dass sofort die Polizei hinzugezogen wird!"
Danbrugh versuchte zu beschwichtigen:
"Es wäre mir lieb, wenn wir die Angelegenheit ohne Aufsehen klären könnten ... Oliver, Sie hatten doch Dienst. Ist Ihnen nichts aufgefallen?“
Der Portier schüttelte den Kopf.
"Nein ... Mister Forster war als erster am Eingang....“
"Was soll das heißen?", rief Forster wütend. "Ich habe eben den kürzesten Weg zu Ihnen!"
Kathrin McKelly hob die Hand wie eine Schülerin, die etwas zu sagen hatte:
"Glauben Sie nicht, Sir John, dass auch ein anderer der Dieb sein könnte? Warum ausgerechnet einer von uns? Vielleicht hat sich die Lady getäuscht.....“
John Danbrugh blieb eine ganze Weile schweigsam. Nur seine Augen wanderten. Und ganz plötzlich trat ein eigenartiger Ausdruck in seine Augen. Eine Mischung aus Unglauben und Schrecken ... Dann sah er Kathrin McKelly ernst an:
"Sie haben recht, Miss Kathrin ... Es war keiner von Ihnen. es war einer von uns. Oliver, wo haben Sie den Schmuck versteckt?"
Der Chefportier knickte vor Schreck ein, während seine Gesichtsfarbe ins grüngelbe überwechselte.
"Wieso . . ich, Sir?", stotterte er heiser . . . "Wie kommen Sie ausgerechnet auf mich?"
"Sie haben sich selbst verraten. Und ich glaube, dass Sie eine Menge Zeit haben werden, darüber nachzudenken ... Also her mit dem Schmuck!"
Mit hängenden Schultern und zitternden Händen fischte James Oliver einen kleinen Beutel aus seiner Gesäßtasche. Dann verließ er bleich und wankend das Zimmer ...
"Welchen Fehler hat er denn gemacht, Sir John?", erkundigte sich Kathrin leise.

Tja, welchen Fehler hat Oliver wohl gemacht?

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Gruber ist doof

Als Studienrat Gruber am Freitagmorgen das Klassenzimmer betritt, bleibt er wie angewurzelt stehen. GRUBER IST DOOF steht in Riesenbuchstaben auf der Tafel. Geschrieben mit roter Kreide. Ernst Gruber überlegt einen Augenblick ... doch dann glaubt er sicher zu sein, dass es nur einer der vier Schüler gewesen sein kann, die am Nachmittag zuvor nachsitzen mussten. Und das waren Günter Fink, Alois Weißpfennig, Michael Kaschel und Lothar Übel.
Er dreht die Tafelseite mit der unfreundlichen Feststellung nach hinten und macht sich an seine Arbeit.
Eine halbe Stunde später treffen die ersten Schüler ein. Gruber lässt sich nicht stören.
Die ersten drei Stunden gehen vorüber, ohne dass sich irgendwelche aufregenden Dinge ereignen. Doch kurz vor der großen Pause geschieht es.
Studienrat Gruber schreibt vier Namen an die Tafel: Fink, Weißpfennig, Kaschel und Übel. Dazu verkündet er: „Bis auf diese vier verschwindet jetzt alles im Hof!“
Die vier, die sich jetzt vor der Tafel versammelt haben, bemühen sich um möglichst harmlos aussehende Gesichter.
“Auf der anderen Seite der Tafel steht eine Unverschämtheit. Wer hat das geschrieben?", donnert es ihnen entgegen, und erschrocken ziehen die vier ihre Köpfe ein. “Du, Günter?” Günter Fink schüttelt lebhaft den Kopf. „Ich nicht, Herr Studienrat“, versichert er mit einem treuherzigen Augenaufschlag.
„Oder vielleicht der Alois?“
„Ich weiß von nichts, Herr Studienrat!“, beteuert auch Alois Weißpfennig und bekommt dabei knallrote Ohren. Michael Kaschel versucht es ganz besonders schlau anzufangen: „Vielleicht ist heute Nacht einer eingebrochen, Herr Studienrat. Und als er die schöne rote Kreide sah, da. . .“
„Was Dümmeres fällt dir wohl nicht ein, was?“
„Ich mein' ja nur...“
„Und wie steht es mit dir, Lothar?“
Lothar Übel grabscht nach seiner Nase und sagt wenig überzeugend: „Ich bin unschuldig, Herr Studienrat. Ich weiß ja auch gar nicht, was auf der Tafel steht.“
Studienrat Gruber schüttelt das Haupt: „Du weißt nicht, was auf der Tafel steht? Und der liebe Günter weiß das auch nicht?“
„Nein, Herr Studienrat, ich habe keine Ahnung!“
„Michael ... Alois ... ihr wisst auch nicht, was auf der anderen Seite der Tafel geschrieben steht?“
„Nein, Herr Studienrat!“, trompeten die beiden wie auf Kommando.
Gruber langt nach vorn und hat jetzt ein Ohr in der Hand. Dieses und den daran hängenden Schüler zieht er langsam zu sich heran und erklärt mit leiser, freundlicher Stimme: „Gut, dann werde ich mich eben an denjenigen halten, von dem ich genau weiß, dass er lügt. Und ihr ... ihr könnt jetzt auf den Schulhof gehen!“

Bitte die Frage genau lesen!!!
Wer ist der Schuldige und wie hat er sich verraten?

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Ein seltsamer Brief

Am Vormittag des 29. März findet Bürgermeister Hofweger in seiner Post einen rosafarbenen Umschlag mit folgender Anschrift:
An Bürgermeister Hofweger, persönlich! Eilt!
Der Bürgermeister öffnet den Brief und liest mit wachsendem Entsetzen:
“Sehr geehrter Herr Bürgermeister! Ich liege nachts immer lange wach und denke nach. Ich habe immer das Fenster offen. Heute Nacht hörte ich ganz deutlich, wie sich unten auf der Straße zwei Männerstimmen furchtbare Dinge zuflüsterten. Sie sagten, dass heute, punkt 12 Uhr mittags, das Rathaus, die Festhalle, die Ammerbrücke und der Aussichtsturm in die Luft fliegen würden. Und gegen Abend das Museum und das Theater. Ich stürzte ans Fenster und sah unter mir zwei Männer stehen. Schnell zog ich mir meinen Morgenmantel über und rannte die vier Stockwerke hinunter. Als ich unten ankam, waren die Männer verschwunden.
Lieber Herr Bürgermeister, Sie müssen sofort die Polizei in Marsch setzen.
Da mein Mann nichts erfahren darf, muss ich leider unbekannt bleiben.
Hochachtungsvoll! B. K.

Bürgermeister Hofweger wischt sich den Schweiß von der Stirn, schluckt eine Beruhigungstablette und greift nach dem Telefonhörer.
Drei Minuten später steht Kriminalkommissar Bernleitner vor ihm.
Der erfahrene Kriminalist liest den Brief einmal, liest ihn ein zweites Mal ... dann sagt er: „Die Briefschreiberin spinnt!“
Bürgermeister Hofweger bleibt misstrauisch: „Sie glauben wirklich, dass uns da jemand veralbern will?“
Kriminalkommissar Bernleitner nickt: „Sehen Sie, es sind da einige Ungereimtheiten. Zum Beispiel der Ehemann. Wäre doch komisch, wenn der gar nicht bemerkt hätte, dass seine Frau in der Nacht herumsaust. Oder ... ? Was aber den Brief in erster Linie unglaubhaft macht, ist. . .“
Natürlich schickte man trotzdem zur Vorsicht Polizeikommandos an die bezeichneten Orte. Es ereignete sich nichts.
Nur eine alte Frau stand hinter einer Ecke und kicherte in sich hin-ein.
Welche Tatsache machte den Brief so unglaubwürdig?

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Eine Schmugglergeschichte

Luigi Amati und Enrico Sardo hatten sich für ihre Schmuggeltour eine ganz besondere Methode ausgedacht. Mittags, wenn die Sonne am höchsten stand und die längsten Schatten warf, schoben sie ihr Boot ins Wasser und ließen sich von der Strömung in die Mitte des Sees treiben.
Der See war die Grenze zwischen den beiden Ländern und galt als eines der wenigen Binnengewässer, die nur von unterirdischen Quellen gespeist wurden.
Sobald Amati und Sardo die Mitte erreicht hatten, begannen sie zu angeln. Das taten sie bis zum Einbruch der Dunkelheit. Hin und wieder fingen sie sogar ein paar Seelachse, die sie dann an Ort und Stelle ausnahmen und in einer Kühltasche verstauten.
In dem Augenblick aber, wo der Abend zur Nacht wurde, kam Bewegung in die beiden. Mit schnellen Ruderschlägen strebten sie dem anderen Ufer zu. Ein Verbindungsmann erwartete sie bereits.
Gemeinsam zogen sie das Boot an Land, drehten es um und befestigten einen wasserdichten Kanister an der Unterseite. Sein Inhalt: 200 Armbanduhren.
So geschah es auch an jenem Freitag im September. Alles verlief reibungslos wie immer.
Um 0 Uhr 10 begannen sie zurückzurudern. Sie legten einen halben Kilometer nördlich ihres eigentlichen Liegeplatzes an und öffneten den Kanister. Jeder erhielt die Hälfte der geschmuggelten Uhren, also 10 Dutzend.
Fünf Minuten später waren sie in der Dunkelheit verschwunden. Zurück blieben nur zwei Paar Gummistiefel und ein leichter Geruch nach Fisch. Und als eine Zollstreife um Mitternacht das Boot entdeckte, fand sie nichts Auffälliges. Und doch sollte es für die beiden Schmuggler ein schwarzer Freitag werden.
Sie ahnten nicht, dass zur gleichen Zeit ihres Unternehmens Einbrecher in der Innenstadt einen Juwelierladen ausgeraubt hatten und die Polizei Großrazzien veranstaltete. In eine davon gerieten Amati und Sardo in dem Moment, als sie ihr wohl allzu eifrig aus dem Wege gehen wollten.

Fünf Dinge in dieser Geschichte stimmen nicht. Finde sie heraus!

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Der Erpresser im Hotel

"Ich habe das Teil, ich habe es!", jubelte mein Bruder Nico, als er die längliche Plastikdose mit dem runden, schwarzen Deckel direkt am Volleyballnetz aus dem gelben Strandsand zog. "Ich bin echt klasse, oder?"
Kleine Brüder wollen immer gelobt werden, ehrlich, so mit "Hast du aber fein gemacht!" und so. Weil ich aber an diesem Tag keine Lust auf Lob hatte, murmelte ich nur: "Nicht schlecht!" Außerdem, so toll war die Buddelei im Sand ja auch nicht gewesen, denn Lukas hatte uns einen Tipp gegeben. Ja, Lukas, der war schuld an dem ganzen Stress ...

Die zwei Wochen im Hotel "Bahia del Sol" in der spanischen Mittelmeer-Brutzelsonne sollten eigentlich Urlaub sein. Als Belohnung, weil wir es das ganze Jahr in der Schule ausgehalten hatten und keinen einzigen Tag weggelaufen waren.

Aber dann kam Lukas mit seinen Eltern und einem Flieger aus Köln herangeflogen und für uns Detektive war damit der Urlaub schon am zweiten Tag vorbei. Lukas schleppte nämlich gleich ein richtig mega-dickes Problem an: Irgendein Typ hatte ihm seinen MP3-Player aus dem Hotelzimmer gestohlen! Mitten am Mittag!
Die Reineputzfrau war's garantiert nicht. Die hieß Julia und war immer supernett und hat uns gleich am ersten Tag Fotos von ihren beiden Kids gezeigt. Die sahen fast aus wie wir, nur nicht so blass und der Junge nicht so ... Er war eben schlank.

Julia wollte uns helfen. Und jetzt, wo wir den Erpresserbrief und die Beweis-Batterien gefunden hatten, musste sie uns auch helfen. Wir schütteten das Loch wieder zu und rannten zu Lukas, der am Meer stand und dem die Wellen gegen die Beine klatschten. Mit einem Fernglas hatte er die ganze Zeit beobachtet, ob uns einer beobachtete. Aufgefallen war ihm aber keiner. Kein Wunder, bei den vielen Leuten, die auf ihren Liegen lagen oder im Meer badeten.

"Wir haben den Brief und wir haben die Dinger hier!", schrie Nico und ich zischte ein "Pssst!" zurück. Lukas sah sich die Batterien an. Es waren eindeutig seine, also hatte der Typ wirklich den Player. Deshalb verzog Lukas auch das Gesicht. "Ihr müsst den kriegen, bitte, das Ding ist erst eine Woche alt!"

Abends, genau um sieben Uhr, wenn alle im Hotelrestaurant beim Abendessen saßen und Pommes einschaufelten, sollten wir das Lösegeld für den entführten Player hinter den Feuerlöscher in der dritten Etage klemmen. Weil wir uns dort nirgends verstecken konnten, brauchten wir Julia.

Die kam eine halbe Stunde vorher extra noch einmal ins Hotel und schob ihren Putzwagen bis vor das erste Zimmer auf der rechten Seite, die Nummer dreihunderteins. Auf dieser Seite waren die Zimmer mit den ungeraden Nummern und auf der anderen Seite, genau gegenüber, die mit den geraden Nummern. Gegenüber von Nummer dreihunderteins war also dreihundertzwei. Nico und ich hatten Zimmer drei-null-sechs und Lukas mit seinen Eltern das Nachbarzimmer von dem Zimmer mit dem Reinigungswagen.

Viertel vor sieben stopften wir einen Geldschein hinter das rote Feuerding und packten unseren eingeschalteten Camcorder in Julias Wagen unter die Bettbezüge. Das Objektiv richteten wir auf den Feuerlöscher, dann verzogen wir uns in die Nische vor den Aufzügen.

"Der kleine Rothaarige in Nummer dreihundertvier könnte es sein, der sieht so aus!", vermutete Lukas. "Oder der Daddeldürre in drei-null-fünf oder der Gel-Typ aus der Dreihundertacht oder der Komische mit der Angeber-Sonnenbrille aus Zimmer drei-null-sieben!" Wir warteten, aber nichts passierte. Keine Schritte zu hören, nichts! Als kurz vor halb acht ein paar Leute mit dem Aufzug ankamen, brachen wir die Aktion ab.

War aber trotzdem ein Volltreffer: Der Player-Entführer hatte sich zwar das Geld geholt, ganz leise, und den Player auf den Feuerlöscher gelegt. Aber wir hatten alles auf Video ...

Wisst ihr, wer der Täter war, der aus dem übernächsten Zimmer neben dem von Lukas kam, auf der gleichen Seite?

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Der Dieb

Wir sind immer noch im gleichen Urlaub und wir sind immer noch im gleichen Hotel. Aber wir haben zum Glück immer noch keinen Sonnenbrand. Auch wenn sich der coole Nico am liebsten gleich früh vor dem Frühstück in die heiße Sonne legen und bis Mitternacht nicht mehr zurückkommen würde.
"Mann, ihr seid ja echt voll die Schlafsäcke hier!", jammert Sunny-Nico jeden Morgen, wenn sich unser gestreifter Schlafanzug-Daddy kurz vor acht Uhr auf den Balkon an unserem Hotelzimmer schleppt und den neuen Tag anhustet. "Die anderen werfen sich schon lecker Hörnchen ein und ihr seht noch aus wie die Nachtigallen! Ich muss los, ich muss braun werden, ich will nicht so ein Weißbrot sein wie ihr!" Dann bleibt der große Nico aber doch auf dem Balkon sitzen und wartet, bis wir alle fertig sind! Weil mein angstloser Bruder nämlich doch Angst vor der niedlichen spanischen Kellnerin im Speiseraum hat, die ihm jedes Mal zuzwinkert! "Die will mich heiraten, bestimmt!", hat er mir vor ein paar Tagen geflüstert.
Der Ärmste, der kapiert echt nichts! Die Kellnerin ist mindestens dreißig und strahlt den Kleinen an, weil sie eigentlich den Großen, also Daddy, anstrahlen will. Aber nicht kann, Mama ist ja dabei! Also Umweg über den kleinen Nico. Bei Papas kommt das ja immer super an, wenn Fremde das Baby super finden. Bei uns eben Baby Nico!
Und außerdem hat mein Bruder bis heute noch nicht gecheckt, dass der braungebrannte Fabian aus seiner Klasse, den er überbraunen will, Selbstbräuner aus dem Drogeriemarkt holt! Hab ich selbst gesehen, und da hatte sogar der Blasse Fabian mal ein echt farbiges Gesicht - der wurde nämlich knallrot ...
"Schläfst du oder träumst du oder was?", zischte mein Bruder. "Nici, wach auf, wir sind hier im Einsatz!" Klar, waren wir, und ich hatte keine Ausrede. Ich konnte dem Kleinen ja schlecht erzählen, dass ich euch gerade etwas erzählt habe! Und was ich erzählt habe, sowieso nicht! Also knurrte ich nur: "Krieg dich wieder ein, ich beobachte ja schon! Aber da drin tut sich nix!"
Wir standen nämlich die ganze Zeit versteckt hinter einem Pinienpalmenstrauch oder so und starrten durch die Terrassentür in ein fremdes Zimmer. Das konnten wir, weil das Zimmer ganz unten und weil es außerdem schon ganz schlimm spät war. Die letzten Typen, die sich eine Sangria oder ein Wasser an der Strandbar gegeben hatten, waren inzwischen schon auf ihre Zimmer gestolpert. Und unsere Eltern saßen mit ihren neuen Bekannten drüben am Pool.
"Wie war das nochmal mit den Betten? Ich hab's schon wieder vergessen!" Mein Bruder! Mit dem hat man's echt nicht leicht! Ich zeigte zu dem Zimmer. "Links an der Wand stehen zwei Betten hintereinander und rechts an der Wand stehen auch nochmal zwei hintereinander, okay?" Das bekam er noch auf die Reihe, war ja auch echt easy. "Das Bett vorn links gehört Gino, das dahinter Timo! Kommst du noch mit oder willst du dich erst einmal ausruhen?" Nico murmelte etwas und das hieß schon wieder nicht: "Ich hab dich lieb!"
"In dem Bett rechts hinten liegt normalerweise Ronny, auch wenn da jetzt gerade keiner liegt, und vorn rechts schläft Max!" Nico legte seinen Nico-Zeigefinger an die Lippen und zeigte mit dem Daumen zum Weg. Da schlenderte nämlich gerade eine Mama-Papa-Komischkind-Familie heran und ich hatte das nicht gemerkt. Peinlich!
Als wir wieder hochkamen, sahen wir auf dem Weg nur die Rücken von Mama und dem komischen Kind. Und als wir uns umdrehten, den riesengroßen Kopf von dem Papa, der plötzlich aus dem Strauch kam!
"Naaa, was macht ihr denn hier?", erkundigte sich der Mann drohend und wir waren alle beide so erschrocken, dass wir gar nichts sagen konnten. Bevor der Kerl aber einen üblen Spruch wie "Kleine Kinder gehören um diese Zeit ins Bett!" aufsagen oder uns gleich an den Ohren zum Pool schleifen konnte, tauchte unsere Retterin auf: Anna! Die arbeitet im Hotel an der Rezeption, die ist supernett und superlustig und supercool und die kommt aus Schweden.
Als wir sie kennen lernten, weil wir einen Fernseher mieten wollten, hat sie erzählt, dass sie gerade ihre Mutter angerufen und nach dem Wetter zu Hause gefragt hat. Das war wohl nicht so toll, denn Anna meinte: "Voll das sch... Wetter in Schweden!" Also kein schönes! Aber das klang in Annas Schwedisch-Deutsch gar nicht schlimm, sondern richtig lustig. Und schon hatte Nico seine Kellnerin vergessen ...
Anna sah den Mann an und lachte: "He, du, ist schon okay! Die beiden sind im Maxi-Club im Hotel und machen bei einem Nachtspiel mit!" Der Mann war zufrieden und lief zu seinen beiden Leuten und dann verschwanden die auch gleich.
Natürlich mussten wir Anna die Wahrheit erzählen. Vier Minuten später wusste sie alles: Von Max aus München, der mit uns im Einsatz war und jetzt in der Hotelhalle wartete. Von den drei Jungs in seinem "Kinderzimmer", von denen ihm einer immer Geld aus seiner Tasche im Schrank klaute und es irgendwo versteckte. Und davon, dass wir das "Kinderzimmer" beobachteten, weil wir den Dieb erwischen wollten! Und auch, dass wir alles ohne die Eltern von den Jungs in den anderen Zimmern regeln wollten.
"Dann durchsuchen wir doch mal das Zimmer!", schlug Anna vor. "Irgendwo muss das Geld ja versteckt sein!" Anna ist super, das war ja klar. Aber die Idee war noch superer!
Nico löste Max in der Hotelhalle ab und Max, Anna und ich checkten das Zimmer. Und Anna fand das Versteck sofort: Sie ging einfach durch die Zimmertür genau gegenüber von der Balkontür, sagte "Hm!" und zog im vorderen Bett auf der rechten Seite den Bettbezug weg. Da lag das Geld ...

Wisst ihr, welcher Dieb die Beute in seinem eigenen Bett versteckt hatte?

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Eine Falle für Nico

Wir haben den Sommer und den Urlaub geschafft und jetzt sind wir wieder zu Hause. Aber hier ist der Sommer ja voll der Unsommer gewesen und jetzt ist auch schon Herbst. Na prima! Da kann ich meinen Bikini endgültig in den Schrank werfen und die dicke Jacke auspacken ...
Die hätte ich auch gestern gebraucht, die dicke Jacke, als wir uns mit unseren Fahrrädern hinter der Turnhalle an Nicos Schule trafen. Da war es nämlich nicht nur mächtig kalt, da regnete es riesige Regentropfen auf uns herunter. Das Ziegelgebäude glänzte dunkelrot, weil sich die Ziegel wie kleine Babys voll gesaugt hatten, der schmale Weg mit den Sträuchern links und rechts war kein Weg mehr, weil der Schlamm von der Wiese darauf herumtobte, und wir drückten uns unter das Vordach vom Eingang, weil wir wirklich keine Lust auf fies-feuchte Klamotten hatten.
Meinem Bruder Nico machte das irgendwie alles nichts aus. Der Kleine stand als superharter Typ richtig im Regen und spielte den großen Einsatzleiter. "Also Leute, die Sache hier läuft nach meinen Regeln! Okay? Ich will, dass wir diesen Typen kriegen, und ich will es heute noch! Deshalb werde ich euch jetzt sagen, was ihr zu tun habt, und dann werdet ihr das tun! Verstanden?"
Und ich werde meinen Bruder bald mal von den Krimis im Fernsehen wegholen, wenn der sich weiter so aufspult wie ein Big-Boss. Nico braucht eine Sonderdosis Löwenzahn und Maus, damit er wieder ruhiger wird!
Aber erst einmal haben wir natürlich gemacht, was unser Chef gesagt hat: Zwei von uns warteten an der Turnhalle, ich wartete mit zwei anderen vorn am Tor und Nico wartete auf der Straße.
Dann tauchte Viktor auf, der Typ, den wir mit den geklauten Handys unbedingt erwischen wollten. Und dann lief alles schief. Total schief: Die beiden an der Halle bekamen gar nichts mit. Wir am Tor wollten los, konnten aber nicht, weil mir die Kette vom Kettending sprang und ich mit dem Rad stürzte und alles blockierte. Und Nico verfolgte den Kerl ganz allein!
Das war schon schlimm, aber noch schlimmer war, dass das alles eine Falle sein sollte! Eine Falle für uns! Auf einmal rollten nämlich noch vier üble Jungs heran und weil wir nicht starten konnten, verfolgten die Nico! Viktor war nur der Lockvogeltyp, der anlocken sollte! Mein kleiner Bruder gegen diese großen Miesmänner, das war heavy!
Ich zerrte das Rad von Lovely, meiner besten Freundin, über mein krankes Rad, schrie den anderen zu: "Holt die beiden an der Turnhalle und kommt nach!" und trat die Pedalos durch.
Keine Ahnung, wie ich Nico helfen wollte, aber helfen musste ich ihm. Als Detektivpartner und als große Schwester, logisch! Wenn schon, dann sollten sie uns wenigstens zusammen erwischen!
Vorn fuhr Viktor, hinter ihm Nico, dem folgten hintereinander Julian, Sven, Rafael und am Ende Andy. Wie die Profis lösten die sich ab: Rafael überholte Sven, dann überholte Andy auch Sven, dann ließ sich Julian hinter Andy zurückfallen und irgendwann strampelte Sven an Julian vorbei!
Und dann musste ich auch noch mit ansehen, wie der Kerl, der nun gerade direkt hinter Nico fuhr, meinen Bruder einholte und ihn gegen einen Zaun drängte ...

Wisst ihr, vor wem ich meinen Bruder mit meiner superlauten Taschenalarmsirene aus dem Urlaub gerettet habe?

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Das schwarze Auto

Wow, ist das kalt geworden! Obwohl es ja eigentlich nie so richtig warm war in diesem Jahr! Und weil es inzwischen so kalt geworden ist und sogar die Uhren frieren, sind alle Uhren in der letzten Nacht von Sommerzeit wieder auf Normalzeit zurückgestellt worden. Sommer vorbei, Herbst schon fast vorbei, jetzt kann dieses Jahr als Highlight nur noch der Weihnachtsmann kommen ...
In der letzten Nacht ist noch etwas passiert: Jemand hat dem dicken Arnold aus dem Nachbarhaus eine dicke Beule ins Auto gefahren. Wumm und krach und knirsch wahrscheinlich! Dass der heute sauer war, ist klar, aber dass der deswegen gleich die halbe Stadt von der Polizei verhaften lassen will, ist irgendwie unklar.
"Das war Absicht!", kreischte Arnold deshalb schon am Morgen, als er sein krankes Auto entdeckte. "Das war volle Absicht!" Bei Arnold ist immer alles "volle Absicht"! "Aus Versehen" oder "Zufall" oder "dumm gelaufen" gibt's bei dem nicht. Das Wetter ist schlecht, weil es einer auf ihn abgesehen hat, seine Getränke im Getränkemarkt sind alle, weil seine Frau ihn verdursten lassen will, und am Gewitterdonner sind die Kids in der ganzen Stadt schuld, weil die sowieso immer so laut sind! Denkt der Typ jedenfalls!
Die Polizisten haben natürlich niemanden verhaftet, die haben nicht mal einen festgenommen. Die haben sich nur komisch angesehen, mit den Augen gerollt und laut "Beruhigen Sie sich bitte, Herr Arnold! Wir fassen den Täter!" gesagt. Und leise "Womit haben wir den verdient?"
Der eine von den beiden Polizisten ist ein echter Hauptkommissar. Weil wir den kennen und weil wir zu ihm sogar "Rudi" sagen dürfen, hat der uns heimlich ein Zeichen gegeben. "Könnt ihr euch nicht mal bei euren Nachbarn umhören? Ihr seid doch fast schon so gut wie wir! Wir haben nämlich keine Leute und keine Zeit für so einen kleinen Blechschaden! Aber wenn wir dem Arnold das sagen, ruft der jeden von uns jeden Tag an und schreibt sogar böse Briefe! Aber zu keinem ein Wort, okay?"
Wir übernahmen den Fall, kein Thema, wenn Kollegen Probleme haben, müssen wir helfen! Nico kritzelte in sein Nico-Detektiv-Heft mit den dicken Linien, dass das Auto des Täters schwarz gewesen sein musste. Nach den Lackresten, die Rudi und sein Partner am Tatort, also an der Tatbeule, gefunden hatten. Und mein Bruder schrieb auch auf, dass um drei Uhr siebenundzwanzig ein Zeuge ein lautes "Schepper-schepper" gehört hatte, aber der gleich wieder eingeschlafen ist. Der hatte seine Uhr schon umgestellt, es krachte also drei Minuten vor halb vier Normalzeit, nicht Sommerzeit!
Von unseren Nachbarn haben drei ein schwarzes Auto: Leitner, Jeschke und Reindel. "Den Schmitz verhöre ich, den kenne ich, aus dem krieg ich alles raus!", tönte Nico und war schon verschwunden.
Also nahm ich mir Jeschke vor und mit Leitner haben wir dann gemeinsam gesprochen, weil der superseltsam ist und ein bisschen so einen irren Blick hat.
Geschafft haben wir nicht viel, keiner von den Schwarzauto-Fahrern konnte es gewesen sein, weil keiner von denen zur Tatzeit da war: Leitner nicht, weil er Viertel vor zwei Uhr Sommerzeit zu seiner Mutter gefahren und erst genau zwei Stunden später zurückgekommen ist. Jeschke auch nicht, weil der um genau Viertel nach zwei Normalzeit aufgestanden und fünfundvierzig Minuten später zur Arbeit gefahren ist. Und Reindel sowieso nicht. Der hatte seine Uhr nicht umgestellt, aber der war von vier Uhr Sommerzeit für eine Stunde zum Bahnhof gefahren, weil er seine Frau abgeholt hat ... Irgendwie blicken wir mit den ganzen Zeiten nicht mehr durch!

Wisst ihr vielleicht, wer zur Tatzeit am Tatort war?

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Der Typ mit dem Tuch

Weihnachtsmann, hilf uns, wir wollen endlich Schnee haben...

Na ja, klären wir halt bis dahin mal das Problem von Marcel: Dem hat nämlich einer im Hallenbad das Handy geklaut! Und das auch noch so kurz vor Weihnachten. Vielleicht wollte der Dieb-Typ seinen Wunschzettel an den Weihnachtsmann simsen und sein eigener Akku war leer oder er hatte nichts mehr auf der Karte, keine Ahnung. Marcel war jedenfalls supersauer und als wir am Nachmittag den Tatort checkten, hatte er zwei dicke Tränen in seinen Augen. "Wäre wirklich klasse, wenn ihr den Blödmann findet und das Teil zurückbringt!"

Nico nickte, aber Nico nickte ziemlich langsam. Weil's nämlich an dem Umziehschrank in der Umkleide im Hallenbad megawarm war und mein Bruder schwer schwitzte. "Mann, ist ja voll der Albtraum hier, wenn du in normalen Klamotten hier herumhängst!", stöhnte er. "Hätte meinen Bikini mitnehmen sollen!"

Nico im Bikini! Nee, so was Grausiges will echt keiner sehen! Deshalb hab ich meinen Bruder dann auf die Bank gesetzt und mich in der Umkleide umgesehen. Hm, eigentlich konnte doch da gar niemand an den Schränken ... "Na ja, ähm, konnte schon einer!" Marcel hatte seinen Schrank nämlich nicht abgeschlossen! Und weil nur seine Klasse zu dieser Zeit im Hallenbad war, war's garantiert einer seiner Schulfreunde! Tolle Freunde, einer wenigstens!

"Was ist das denn?", murmelte ich und hob ein weißes Ding auf, das wie ein Minihandtuch aussah und unter dem Schrank von Marcel lag. War aber kein Handtuch, sondern ein Taschentuch.

Mein Schwitze-Hitze-Bruder Nico faltete den Stofffetzen mit ganz spitzen Fingern auseinander und lachte dann. "Hä, das ist ja oberaltmodisch! Ein Taschentuch mit aufgestickten Initialisien oder wie das heißt, mit den Anfangsbuchstaben vom Vornamen und vom Nachnamen. Ein 'KL'! So was hatte nicht mal unser Opa, und der ist uralt, das gab's doch zum letzten Mal, als die Ritter im Mittelalter noch kein Fernsehen hatten und das Wasser noch aus dem Brunnen ziehen mussten! Ist ja peinlich!"

Das war nicht nur peinlich, sondern doppelt peinlich: Der Trottel-Täter hatte also so ein tolles Taschentuch und der hat das auch noch am Tatort verloren! Tja, hätte er eben mal nein sagen müssen, als ihm die Oma einen Sixpack selbst gebastelte Schnieftücher schenkte!

"Wer schleppt denn in deiner Klasse ein 'L' und ein 'K' so im Nachnamen und im Vornamen mit sich herum?", wollte ich von Marcel wissen. "Werden ja keine zwanzig Leute sein!"

Zwanzig nicht, aber vier und schon war's nichts mehr mit dem einfachen Fall: Ich verdächtigte Luca Kluge, Nico wollte Knut Larisch festnehmen und Marcel hatte Leif Lehner auf seiner Liste. An Ken Kunath dachte keiner von uns!

Wisst ihr, wer der Täter war?


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Die letzten fünf Ratekrimis stammen von hier: http://www.kidscat.ch/Jugendliche/Ratekrimis/krimiecke.htm

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