Im Jahrgang 7/8 (E-Kurs) zu beherrschende Grammatik

Tabelle mit Begriffen, die dir bekannt sein müssen
Wiederholung mit Online-Kurs (mit Kontrollübungen)
Vollständige Grammatik online (Grundwissen)
Gute Grammatik-Erklärungen (Udo Klinger)
Grammatische Grundbegriffe (Duden)

Grammatik online trainieren (verschiedene Übungen)
Interaktive Übungen zu bekannten Satzgliedern (Wiederholung)
Für Groß und Klein: Grammatik auf dem Hamburger Bildungsserver
 Seite mit massenhaft Hot-Potatoes und anderen Übungen zur Grammatik 
Kleine Spielereien ... unter eurem Niveau?

Legende:
Zusatzinfos
Interaktive Übungen

Übersicht:
Präpositionales Objekt
Adverbiale
Präpositionalobjekt oder Adverbiale?
Attribute
Apposition
Gleichsetzungsnominativ
Adverbiale im Überblick
Aktiv und Passiv
Indikativ, Konjunktiv I und II
Wortarten
Modalverben
Partizipien
Anforderungen der Klassenarbeit 8

1. Satzglieder

Präpositionales Objekt

Hier wird die Präposition durch das Verb des Satzes bestimmt!

Bestimmte Verben gehen oft eine feste Verbindung mit bestimmten Präpositionen ein: glauben an, hoffen auf, warnen vor, zweifeln an, sich beschäftigen mit, entschließen zu...'

Womit? Worauf? Wir beschäftigen uns gerne mit Politik. Wir freuen uns schon lange auf das Fest.
Wozu? Wofür? Wir haben uns zum Kauf entschlossen. Ich kann mich für klassische Musik begeistern.

Merke: Die Präposition oder Teile von ihr sind notwendig, um eine sinnvolle Frage nach dem Satzglied zu stellen!

Präp. Objekt
PO oder Angabe

Übung zum PO
PO oder Adverbiale? (1)
PO oder Adverbiale? (2)

Satzgliedbe-stimmungen mit einem PO!
Umstands-bestimmungen oder Ad-verbiale Bekannt: Adverbial des Ortes (lokal), der Zeit (temporal), der Art und Weise (modal), der Grundes, der Ursache (kausal)

Neu:

Adverbial der Bedingung (Konditionalbestimmung)
In welchem Falle? 
  
Beispiel: Bei Regen
findet das Fest in der Aula statt.  

Adverbial des Umstands:  (Instrumentalbestimmung)  Umstandsbestimmung des Mittels):
Womit? Wodurch? Mit welchem Mittel/Werkzeug/Hilfsmittel?
Beispiele: Uta schneidet das Bild mit einer Schere aus. Ich schreibe mit meinem Füller.

Adverbial des Zwecks (Finalbestimmung)
Mit welchem Zweck? Zu welchem Ziel? Mit welcher Absicht? Wozu?
Beispiele: Zwecks besserer Sicht setzte ich eine Sonnenbrille auf. Ich schreibe zur Übung einen Brief an meine Freundin. Ich benutze den PC für meine Arbeit. Der Freund kam zu Hilfe.

Weitere adverbiale Bestimmungen (optional!):


Adverbiale
Satzglieder  bestimmen mit Prädikatsklammer und Adverbiale
Satzglieder bestimmen mit neuen Adverbialen

 
  Manchmal lässt sich nicht leicht entscheiden, ob ein Satzglied eine Ergänzung mit Präposition oder eine Umstandbestimmung (Adverbiale) ist, die auch mit Präposition stehen kann. Hier ein paar Unterscheidungsmerkmale:
 

Ergänzung mit Präposition

Andere Bezeichnungen: Präpositionalergänzung, Präpositionalobjekt
 

Angabe

Andere Bezeichnung: Umstandsbestimmung (Adverbiale)

 

Ergänzungen sind notwendig, das heißt, ohne sie wäre der Satz unvollständig.
 
Angaben sind frei, das heißt, man kann sie auch weglassen, ohne dass der Satz unvollständig wird.
 
Die Präposition bildet meist mit dem Verb eine Art "stehende Wendung", das heißt, es muss immer eine bestimmte Präposition verwendet werden.
 
Die Angabe kann durch eine andere Angabe ohne Präposition, z.B. ein Adverbiale, ersetzt werden.
 
Das Fragewort, mit dem man nach der Präpositionalergänzung fragt, lässt sich mit der Präposition verbinden ("womit?", "woran?" usw.).
 
Das Fragewort für eine Angabe lautet meist "wie?", "wo?", "wann?" usw., ist also keine Zusammensetzung mit einer Präposition.

"Herr Schmidt wohnt in München."
Der Satz Herr Schmidt wohnt ist grammatisch falsch. Da fehlt ein notwendiges Satzglied. Also ist in München eine Ergänzung mit der Präposition in.
 

"Gestern habe ich in München meinen Bruder getroffen."
Der Satz Gestern habe ich meinen Bruder getroffen ist grammatisch vollständig und richtig. Also ist in München in diesem Beispiel eine Angabe des Ortes (lokale Angabe).
 

"Ich mache dich zur Schnecke!"
Der Satz *Ich mache dich wäre unvollständig. Darüber hinaus lautet die Frage nach dem Satzglied zur Schnecke: Wozu mach ich dich? Also ist es eine Ergänzung!

 
 
Attribut

Attribute sind nähere Bestimmungen (Ergänzungen) eines Nomens, sie können in mehreren Satzgliedern vorkommen.

Adjektiv-Attribut
Was für ein? einen langen Brief - ein schönes Auto - die alte morsche Buche   

Partizipial-Attribut
Was für ein?  
    ein  hupendes  Auto - das  schlafende  Kind
das singende klingende Mainz

Genitiv-Attribut
Wessen?   die Türme der Stadt -  das Auto  meines Freundes
das Vermögen des Vaters seiner Freundin (= doppelter Genitiv !)
 

 

ATTRIBUTE können ausgedrückt werden durch ...
  Adjektive ( = Eigenschaftswörter) das neue Haus
  Partizipien (= Mittelwörter) das lachende Kind

der geglückte Wurf

  Nomen im Genitiv (= 2. Fall) der Hut des Vaters
  Nomen im Vorwortfall der Hut mit der Masche

            

         Vorwort

  Apposition (= Beisatz) Mein Freund, ein begeisterter Briefmarkensammler, hat schon 5 Alben mit Marken.
  Relativsätze (= untergeordnete Gliedsätze) Die Hausübung, die wir soeben bekommen haben, ist sehr schwierig.
  Adverbien (= Umstandswörter) Das Haus dort ist sehr alt.


Adverbiale und Attribute
Lernzirkel
Attribute

Was sind Partizipien?
Übung Partizip Präsens
Übung zum Partizip Perfekt
     
Apposition Apposition: Ergänzung im selben Fall

Was also?
  Mainau, eine viel besuchte Insel, liegt im Bodensee
Wem also? Setzen Sie sich mit Herrn Lehmann, unserem Buchhalter, in Verbindung.
Wessen also? Wir nehmen uns Walters, des neuen Schülers, gerne an.
Apposition
     
Gleichsetzung Der Gleichsetzungsnominativ wird mit „Wer oder was ist... ?" oder mit "Wer oder was wird ... ?" erfragt. Meistens verwendet man jedoch nur das Was.
Da es mit denselben Fragewörtern wie das Subjekt erfragt wird, ist es dem Subjekt „gleichgesetzt".
Es wird deshalb Gleichsetzungsnominativ genannt. In der Regel besteht es aus einem Nomen.

Gleichsetzungsnominativ
mit den Verben sein, werden, bleiben, scheinen, dünkt mich
Wer = wer/was?  -
Herr Schneider  ist  ein zuverlässiger Lieferant.
Fritz  wird  ein tüchtiger Schreiner.
Was = was? -
Faust  ist  Goethes berühmtestes Schauspiel.

Gleichsetzungsakkusativ
Wen = wen/was?
Susanne nannte ihren Kollegen einen Lügner.
 
  Quelle  
Adverbiale

Adverbiale Bestimmung
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Adverbiale Bestimmung (auch Adverbial, Adverbiale, Adverbialbestimmung, Umstandsbestimmung oder Umstandsangabe) ist ein Begriff aus der Grammatik und bezeichnet ein Satzglied bzw. eine Satzgliedergänzung. Sie ist grammatikalisch nicht notwendig. Sie bestimmt die Umstände eines Geschehens genauer. Adverbiale Bestimmungen ermitteln folgende Fragen: Wo? Wann? Zu welchem Ziel? Womit? Wie? Warum? usw. Je nach beantworteter Frage unterteilt man in:

  • Lokalbestimmung (= Umstandsbestimmung des Ortes):
Frage: Wo? Wohin? Woher?
Beispiel: Ich komme aus meinem Bett. Ich gehe zum Bus.
  • Temporalbestimmung (= Umstandsbestimmung der Zeit):
Frage: Wann? Seit wann? Bis wann? Wie oft? Wie lange?
Beispiel: Ich wasche mich jeden Morgen.
  • Modalbestimmung (= Umstandsbestimmung der Art und Weise):
Frage: Wie? Auf welche Art und Weise?
Beispiel: Unter allgemeinem Beifall fiel ich auf die Nase. Mit letzter Kraft erreichte ich das Ziel.
  • Kausalbestimmung (= Umstandsbestimmung des Grundes):
Frage: Warum? Weshalb? Wieso?
Beispiel: Aufgrund schlechter Sichtverhältnisse hatte ich das Schild übersehen.
  • Instrumentalbestimmung (= Umstandsbestimmung des Mittels):
Frage: Womit? Wodurch? Mit welchem Mittel/Werkzeug/Hilfsmittel?
Beispiel: Uta schneidet das Bild mit einer Schere aus.
  • Finalbestimmung (= Umstandsbestimmung des Zwecks):
Frage: Mit welchem Zweck? Zu welchem Ziel? Mit welcher Absicht?
Beispiel: Zwecks besserer Sicht setzte ich eine Sonnenbrille auf.
  • Konditionalbestimmung (= Umstandsbestimmung der Bedingung):
Frage: Wann? Unter welcher Bedingung?
Beispiel: Bei schönem Wetter fahren wir morgen ins Freibad.
  • Konsekutivbestimmung (= Umstandsbestimmung der Folge):
Frage: Mit welcher Folge?
Beispiel: Peter lief zu schnell, sodass er stolperte.
  • Konzessivbestimmung (= Umstandsbestimmung des Gegengrunds):
Frage: Trotz welchen Umstands?
Beispiel: Trotz aller Schwierigkeiten erreichte ich das Ziel.
  • Adversativbestimmung (=Gegensatz):
Frage: Anstatt was?
Beispiel: Anstatt dass Iwan seine Hausarbeiten macht ,spielt er im Garten Fußball.

Die Adverbiale Bestimmung kann z. B. aus einem Adverb, einem Präpositionalausdruck, einer Partizipialkonstruktion oder einem Gliedsatz bestehen. (Links zur Wikipedia

 
     

 
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2. Aktiv und Passiv
  Sätze im Aktiv und im Passiv

Ein Satz steht im Aktiv, wenn ein Mensch, ein Tier oder eine Sache etwas tut.

Frage: Was macht ...?
Beispiele: Tina füttert die Katze. (Kontrollfrage: Was macht Tina?)
Die Mutter lobt den Jungen.
Der Arzt untersucht das Kind.

Ein Satz steht im Passiv, wenn mit dem Menschen, mit dem Tier oder mit der Sache etwas geschieht.

Frage: Was wird gemacht? (Man kann auch fragen: Was wird mit ... gemacht? Was geschieht mit ...? Was passiert mit ...?)

Beispiele: Die Katze wird von Tina gefüttert. (Kontrollfrage: Was wird mit der Katze gemacht?)
Der Junge wird von der Mutter gelobt.
Das Kind wird vom Arzt untersucht.
Erläuterungen zum Passiv
Übungen mit Lösungen zum Ausdrucken
3. Indikativ und Konjunktiv I und II
  Diese drei Ausdrucksmöglichkeiten beziehen sich ausschließlich auf Verben. Wir sprechen von Modus oder Modi (Plural von Modus) und meinen damit die Aussageweise(n). Das Verb in einem Satz entscheidet nicht nur über Zeiten und Personen, es legt auch fest, ob etwas wirklich, möglich, direkt oder indirekt ausgedrückt wird.

Mit dem Begriff Indikativ bezeichnen wir die grammatische Wirklichkeitsform. Der Indikativ dient dazu, den geäußerten Sachverhalt als gegeben, tatsächlich, wirklich darzustellen. Sein deutscher Name ist dann eben auch „Wirklichkeitsform”.

Er schläft.
Das Auto fährt vor den Baum.


Der Indikativ kann aber auch Fragen, Hypothetisches, Mögliches, Annahmen, Zweifel und Aufforderungen ausdrücken. Oft geschieht dies durch den Kontext oder mit Hilfe von Adverbien oder anderen Zusätzen im Satz.

Wahrscheinlich schläft er.
Ich vermute, dass er schläft.
Er soll schlafen.
Du wirst jetzt sofort schlafen!
Dornröschen schlief hundert Jahre lang.


Der Indikativ ist der Standardmodus in Gesprächen, Erzählungen, Texten usw. Er wird immer dann verwendet, wenn nicht der Konjunktiv oder der Imperativ stehen können oder müssen. Der Indikativ ist der weitaus am häufigsten vorkommende Modus.

Der Konjunktiv I in der indirekten Rede

Wenn man Gesagtes in einem Bericht oder einer Inhaltsangabe wiedergeben will und möchte oder darf die direkte Rede (Anführungszeichen, Begleitsatz…) nicht verwenden, verwendet man die indirekte Rede! Um diese richtig zu bilden, muss man den Konjunktiv verwenden!

In der indirekten Rede wird wiedergegeben, was ein anderer gesagt hat oder gesagt haben soll.

Formt man einen Satz von direkter in die indirekte Rede um, so kommt es zu folgenden Veränderungen:

1. Das Verb im Indikativ wird in den Konjunktiv I gesetzt.
2. Oft verändern sich auch die Pronomen:
Indikativ: Klaus: “Meine neue CD gefällt mir.“
Konjunktiv I: Klaus sagt, seine neue CD gefalle ihm.
3. Die Anführungszeichen der direkten Rede fallen weg.
4. Nach dem Einleitungssatz muss ein Komma gesetzt werden.

Im Konjunktiv können auch vergangene sowie zukünftige Geschehen ausgedrückt werden:

Gegenwart: Der Popstar sagt, er stehe auf der Bühne.
Vergangenheit: Der Popstar sagt, er habe auf der Bühne gestanden.
Zukunft: Der Popstar sagt, er werde auf der Bühne stehen.

Zwar ist auch die Wiedergabe wörtlicher Rede mit „dass“ und dem Indikativ, vor allem im mündlichen Sprachgebrauch, üblich, dies wird aber im schriftlichen Sprachgebrauch überwiegend als falsch angesehen.

Beispiel:
Der Lehrer kündigte an, dass die Klassenarbeit vielleicht wiederholt werden muss.

Richtig muss es heißen:
Der Lehrer kündigte an, dass die Klassenarbeit vielleicht wiederholt werden müsse.

Eine noch „vornehmere“ Möglichkeit besteht darin, das Wort „dass“ wegzulassen und so zu formulieren:
Der Lehrer kündigte an, die Klassenarbeit müsse vielleicht wiederholt werden.

Möglich ist auch die Umschreibung mit „würde“ + Infinitiv:

Sie sagt: „Ich wohne in Frankershausen.“

Mit Konjunktiv I:
Sie sagt, sie wohne in Frankershausen.

Mit Umschreibung:
Sie sagt, sie würde in Frankershausen wohnen.

Mit Konjunktion "dass" + würde:
Sie sagt, dass sie in Frankershausen wohnen würde.

Allerdings gilt diese Form als typisches Kennzeichen der gesprochenen Sprache. Der Duden erlaubt sie für die Standardsprache hauptsächlich als Ersatz für ungebräuchliche und nicht eindeutige Formen des Konjunktivs II (beföhle/befähle, flöchte, genösse, stäche etc.):

Wenn in der indirekten Rede das Verb gegenüber der direkten Rede unverändert bleibt, verwendet man den Konjunktiv II oder die Umschreibung mit „würde“+Verb!

Beispiel:

Sie sagte: „Wir treffen uns nach der Schule im Park.“

Mit Konjunktiv I würde sich das Verb nicht vom Indikativ unterscheiden:

Sie sagte, sie treffen sich nach der Schule im Park.

In diesen Fällen gibt es folgende Möglichkeiten:

1. Mit korrektem Konjunktiv II und "dass":

Sie sagte, dass sich sich nach der Schule im Park träfen (treffen würden).

oder 2. ohne "dass":

Sie sagte, sie träfen sich nach der Schule im Park.

oder  3. mit Umschreibung "würde":

Sie sagte, sie würden sich später im Park treffen.

 

Die indirekte Frage

Besteht die wörtliche Rede aus einer Frage, wird diese als Nebensatz wiedergegeben:

Bei Fragen ohne Fragewort (Entscheidungsfragen) wird die Konjunktion „ob“ verwendet.

Er fragte: „Kommst du nachher zu mir?“

Er fragte, ob er  nachher zu ihm (ihr) komme.

Sie sagte: "Treffen wir uns nach der Schule?"

Sie sagte, ob sie sich nach der Schule träfen (treffen würden). – siehe oben!

Bei Fragen mit Fragewort (Ergänzungsfragen) wird dasselbe Fragewort als Konjunktion verwendet.

Er fragte: „Wann gehst du zum Wahllokal?“

Er fragte, wann ich zum Wahllokal ginge.("gehe" wäre identisch mit dem Indikativ, also muss hier Konjunktiv II verwendet werden)
 

Die indirekte Aufforderung

Der indirekte Aufforderungssatz ist wie der Aussagesatz in eingeleiteter und uneingeleiteter Form möglich. Einleitungswort ist „dass“. Zur Unterscheidung vom indirekten Aussagesatz ist zusätzlich das Modalverb „sollen“ (bei einer Aufforderung und einem Befehl) und „mögen“ (bei einer höflichen Bitte) nötig.

Beispiel:

Er bat mich freundlich: „Reg(e) dich doch bitte nicht so auf!“

Er bat mich freundlich, ich möge mich doch bitte nicht so aufregen.

Der Chef befahl: „Hört sofort auf, alle durcheinander zu reden!“

Der Chef befahl, sie sollten sofort aufhören, alle durcheinander zu reden.“

Häufig muss man in der indirekten Rede natürlich auch etwas ausdrücken, das zeitlich zurückliegt. Wenn gesagt wird: "Sie wohnte damals in Eschwege" - kann ich nicht umformen in Sie wohne damals in Eschwege - ich kann auch nicht sagen Sie wohnte damals in Eschwege (Indikativ und Konjunktiv wären ja dann identisch) - sondern ich verwende das Perfekt: "Sie sagt, sie habe damals in Eschwege gewohnt."


Der Konjunktiv II

Manchmal spricht oder schreibt man  über etwas, was man sich nur vorstellt, was man sich wünscht oder was man vielleicht für möglich hält. Das kann man auf verschiedene Weise tun:
Man gebraucht das Wort würde gemeinsam mit dem Infinitiv eines Verbs:
Niemand würde etwas zu mir sagen.
Oder man bildet von einem Verb den Konjunktiv II. Die Formen des Konjuntivs II werden von den Vergangenheitsformen des Verbs im Indikativ abgeleitet.

1. vom Präteritum:
heißen - er hieß - er hieße
kommen - er kam - er käme

2. vom Plusquamperfekt:
schließen - er hatte geschlossen - er hätte geschlossen
rennen - er war gerannt - er wäre gerannt

Der Konjunktiv II bezeichnet die Nicht-Wirklichkeit in der Form der Irrealität (und zwar ohne jeden Tempus-Bezug).
Dazu gehört als Erstes der Zweifel an einer Feststellung: Er behauptete, er wäre krank (war es aber nicht). Zweitens die bloße Vorstellung:
Es wäre schön, wenn wir noch Karten bekämen. Es wäre schön gewesen, wenn wir Karten bekommen hätten.
Drittens der so genannte irreale Vergleich: Er redete, als hörte ihm niemand zu. Er redete, als hätte er nichts gemerkt.
Viertens die höfliche Frage: Dürfte ich Sie kurz sprechen?

Zusammenfassendes Beispiel:

Indikativ:
Peter hat gestern Abend 20 neue Vokabeln gelernt.

Peter hat wirklich 20 neue Vokabeln gelernt; diese Tatsache wird deshalb sprachlich durch die „Wirklichkeitsform", den Indikativ, zum Ausdruck gebracht.
Konjunktiv I:
Susanne behauptet, sie habe gestern Abend 30 neue Vokabeln gelernt.
Ob Susanne wirklich 30 neue Vokabeln gelernt hat, weiß ich nicht so genau;
es ist aber immerhin möglich. Um diese Ungewissheit, das heißt die immerhin bestehende Möglichkeit, sprachlich zum Ausdruck zu bringen, benutzt man die „Möglichkeitsform", den Konjunktiv I.

Konjunktiv II:
Susanne behauptet, sie hätte gestern Abend 30 neue Vokabeln gelernt.

Hier hat der Sprecher erhebliche Zweifel am Wahrheitsgehalt seiner Aussage; deshalb benutzt er den Konjunktiv II, um diese Ungewissheit sprachlich zu verdeutlichen.

Bildung des Konjunktivs II
Der Konjunktiv II wird vom Präteritum abgeleitet. Unregelmäßige starke Verben mit umlautfähigem Stammvokal werden umgelautet: kommen-->kam -->käme, singen-->sang-->sänge, backen-->buk-->büke,fragen-->frug-->früge, sterben-->starb-->stürbe. An den gegebenenfalls so veränderten Wortstamm wird dann die entsprechende Personalendung angefügt.
 

Präsens
   INDIKATIV  KONJUNKTIV I  KONJUNKTIV II
ich komme komme käme
du kommst kommest kämest
er/sie/es  kommt komme käme
wir kommen kommen kämen
ihr kommt kommet kämet
sie kommen kommen kämen
  
Perfekt
   INDIKATIV   KONJUNKTIV I   KONJUNKTIV II
ich bin gekommen sei gekommen wäre gekommen
du bist gekommen seiest gekommen wärest gekommen
er/sie/es  ist gekommen sei gekommen wäre gekommen
wir sind gekommen seien gekommen wären gekommen
ihr seid gekommen seiet gekommen wäret gekommen
sie sind gekommen seien gekommen wären gekommen
  
Futur
   INDIKATIV   KONJUNKTIV I   KONJUNKTIV II
ich werde kommen werde kommen würde kommen
du wirst kommen werdest kommen würdest kommen
er/sie/es  wird kommen werde kommen würde kommen
wir werden kommen werden kommen würden kommen
ihr werdet kommen werdet kommen würdet kommen
sie werden kommen werden kommen würden kommen

Beachte: In bestimmten Fällen stimmen die Formen des Indikativs
und des Konjunktivs I überein:
z.B. 1. Person Singular, Präsens und Futur oder
1. Person Plural, Präsens und Futur.
Um dennoch die Möglichkeitsform unmissverständlich zum Ausdruck zu bringen, weicht man dann auf die entsprechende Form des Konjunktivs II aus (Ersatzform).
Quelle dieser Tabellen

Konjunktiv
Info Konjunktiv I und II
Konjunktiv II (kurz)
Indirekte Rede
Bildung des Konjunktiv II
Indirekte Rede I
Indirekte Rede II
Indirekte Rede III
Konjunktiv I
Konjunktiv I/II
vier Übungen zum Konjunktiv II
Weitere Übungen zum Konjunktiv II
Konjunktiv II
4. Wortarten
  Wir erinnern uns: Es gibt Wörter, die man flektieren (beugen, verändern, deklinieren, konjugieren) kann und solche, die man nicht flektieren kann (inflexible Wörter)
Deklinieren können wir :
bestimmte und unbestimmte Artikel (richten sich nach Kasus und Numerus des Nomens)
Pronomen (richten sich nach Kasus und Numerus des Nomens) Wir unterscheiden Personalpronomen (ich, du...), Relativpronomen (der, das, die, welcher, welche... werden als Stellvertreter eines Nomens verwendet. Sie leiten Relativsätze ein). Possessivpronomen (Besitz anzeigende: mein, ihr, dein, euer...), Demonstrativpronomen (der, diese, jenes...Damit verweist man auf bestimmte Personen oder Sachverhalte) und Anredepronomen (mit denen redet man jemanden an: Sie, Ihnen, du, ihr, euer...), Reflexivpronomen (sich - steht immer mit einem Verb zusammen und bezieht sich immer auf das Subjekt, es wird dekliniert: sich freuen - ich freue mich, du freust dich, er freut sich...), Indefinitpronomen (man, jemand, mancher, irgendein, also - wenn man nicht so genau weiß, wer oder wie viele etwas tun)

Nomen (Ändern sich mit Kasus und Numerus)
Adjektive (richten sich nach Numerus und Kasus des Nomens und sind steigerbar)
Konjugieren können wir:
Verben (ändern sich mit Person und Tempus)

Nicht flektieren können wir:
Adverbien (plötzlich, immer, oben, unten, heute, bald, deswegen, darum, somit, anders, kopfüber, insgeheim...)
Präpositionen (auf, neben, hinter, seit, vor, nach, wegen, trotz, dank...)
Konjunktionen (während, weil, denn, dass, nachdem, und...) Hier unterscheiden wir nebenordnende Konjunktionen (verbinden zwei Hauptsätze) und unterordnende Konjunktionen (verbinden Hauptsatz und Nebensatz/Gliedsatz)
Numeralia (Zahlwörter)
Sie drücken einen Zahlbegriff aus. Es gibt bestimmte und unbestimmte Numeralien.
Bestimmte Zahlwörter sind Grundzahlwörter: eins, zwei, zwanzig, ... und Ordnungszahlwörter: der erste, der zweite, der dreißigste, ...
Unbestimmte Numeralien kann man nicht in Ziffern schreiben: alle, allerlei, beide, einige, genug, kein, mancher, mehrere, nichts, viele, wenig, ...
Numeralien begleiten oder vertreten in der Regel ein Nomen.
Interjektionen (Ausrufwörter)
Interjektionen  drücken Gefühle und Empfindungen aus: ach! aha! ätsch! au! bravo! brr! ei! haha! hm! hurra! juchhe! o weh! pfui! ...
Andere ahmen Tierlaute nach oder sind Befehlswörter: klipp, klapp! miau! muh! hallo! he! heda! hü! hott! pst! ...
Interjektionen sind – nur wenn sie betont werden – vom übrigen Satz durch einen Beistrich getrennt: Brr, ist das kalt! Hallo, komm rein! Oh, wenn sie nur käme!

Wortarten trainieren I
Wortarten II
Wortarten III


Wortgrammatik zur Wiederholung
Übersicht über die Wortarten als PDF Für LehrerInnen
Modalverben Erlesene Spezialitäten

Modalverben
bestimmen in der Grammatik, in welchem Verhältnis (Modus) das Satzsubjekt zur Satzaussage steht. Typische Verwendung ist der Ausdruck eines Wunsches oder Zwanges. Sie weisen eine Reihe von Eigentümlichkeiten in den Bereichen Flexion und Syntax auf.

Das Deutsche kennt sechs Modalverben:

  • müssen,
  • können, dürfen
  • wollen, sollen und
  • mögen.
Modalverben richtig verwenden



 
 

Modalverben - Bildung

  müssen können dürfen sollen wollen mögen* möchten**

Präsens

ich muss kann darf soll will mag möchte
du musst kannst darfst sollst willst magst möchtest
er muss kann darf soll will mag möchte
wir müssen können dürfen sollen wollen mögen möchten
ihr müsst könnt dürft sollt wollt mögt möchtet
sie müssen können dürfen sollen wollen mögen möchten

Präteritum

ich musste konnte durfte sollte wollte mochte wollte
du musstest konntest durftest solltest wolltest mochtest wolltest
er musste konnte durfte sollte wollte mochte wollte
wir mussten konnten durften sollten wollten mochten wollten
ihr musstet konntet durftet solltet wolltet mochtet wolltet
sie mussten konnten durften sollten wollten mochten wollten

Partizip II (Perfekt)

  gemusst gekonnt gedurft gesollt gewollt gemocht gewollt

Konjunktiv II

  müsste könnte dürfte sollte wollte möchte

* mögen wird heute meist ohne Vollverb verwendet – ich mag dich

** möchten ist eigentlich Konjunktiv II von mögen, wird heute aber im Präsens als eigenständiges Modalverb verwendet (für die Vergangenheitsformen nehmen wir wollen).

Modalverben - Verwendung
  • Modalverben modifizieren ein Verb. Sie werden mit dem Infinitiv des Vollverbs verwendet.

    Beispiel: Du musst leise sein.

  • Im Präsens und Präteritum wird die finite Form verwendet, im Perfekt die infinite Form.
Präsens Präteritum Perfekt
Er kann tanzen. Er konnte tanzen. Er hat tanzen können.
Wir müssen schlafen. Wir mussten schlafen. Wir haben schlafen müssen.
  • Modalverben können auch ohne Vollverb verwendet werden. Beispiel: Kannst du Deutsch?
  • Gibt es kein Vollverb, wird im Perfekt das Partizip II des Modalverbs verwendet.
    Beispiel: Das habe ich nicht gewollt.
 
Partizipien Wir kennen das Partizip Präsens, auch Partizip I genannt und das Partizip Perfekt, auch Partizip II genannt.

Das Partizip I wird durch Anhängen eines -d an den Infinitiv eines Verbs gebildet:
laufen:
laufend; schlafen: schlafend;

Das Partizip II endet bei den starken Verben auf
-en, bei den schwachen auf -(e)t.

laufen: gelaufen; schlafen: geschlafen; STARK!
arbeiten: gearbeitet; machen: gemacht; SCHWACH!
Die Vorsilbe ist häufig »ge-«, wenn das Wort nicht bereits eine Vorsilbe hat, wie z.B. bei errötet; verboten.

Bei Partizipien trennbarer Verben (z.B. aufwachen, fernsehen, zuhören) rutscht die Silbe ge- zwischen die Vorsilbe und das Verb: aufgewacht, ferngesehen, zugehört

Das Partizip II wird in der Regel für die Bildung der zusammengesetzten Zeiten, aber auch des Passivs verwendet:
Ich bin gelaufen, wir hatten gearbeitet, es wird gemacht
Partizip I und II einsetzen
Partizip I üben
Noch einmal Partizip I üben
Info

 
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Übungen von dieser Seite:

Das sind Übungen von eine Schweizer Seite, dort gelten manchmal etwas andere Bezeichnungen, aber das bekommt ihr schnell heraus!

Satzanalyse A : 01s 02a 03e 04a 05e 

Satzanalyse B : 01s 02a 03e 04a 05e 

Satzanalyse C : 01s 02a 03e 04a 05e 

Satzanalyse D : 01s 02a 03e 04a 05e 

Verschiebeprobe : 01a 

Satzglieder : 01a 02a 03a 04a 05a

Subjekt : 01m 02e 03e 04e 05e 06e 07e 08e 09e 

Prädikat : 01m 

Akkusativobjekt : 01m 

   Wirklichkeitsformen : 01a 02a 03a 04e 05e 06e
 
  Was in der Arbeit gewusst werden muss:
Satzglieder , die bereits früher bearbeitet wurden:
Subjekt (Subj.)
Prädikat (Präd.) mit Verb- bzw. Prädikatsklammer (P1 und P2)
Objekte:
   Genitivobjekt (GO)
   Dativobjekt (DO)
   Akkusativobjekt (AO)
Adverbiale
   der Zeit (AdZ)
   des Ortes (AdO)
   der Art und Weise (AdAuW)
   des Grundes (AdG)

Neu hinzugekommene Satzglieder:
Gleichsetzungsnominativ
Präpositionalobjekte (mit Fallbestimmung) - (PO/D, PO/A)
Abgrenzung von Präpositionalobjekten und Adverbialen
Attribute

Andere Neuigkeiten:
Indikativ und Konjunktiv I und II bei indirekter Rede
Aktiv und Passiv
Partizip Präsens (Partizip 1), Partizip Perfekt (Partizip 2)