Erörterung Jahrgang 9 und 10

Eine Diskussion im Internet zum Thema "Schuluniformen"
Massenhaft Themen für Erörterungen
Vorschläge mir Recherchehorizont (Bildungsserver BW)
Tipps zum Schreiben einer Erörterung - mit  Beispielsammlung
Verben des Argumentierens
Merkblatt Erörterung
Weitere Themen
Material / Argumente zum Thema "Gleichberechtigung"
Gute Hilfen für die verschiedenen Erörterungstypen
ebenso
Tipps (Formulierungshilfen etc.) zur Erörterung
Zwei Themenbereiche (Vorrecherche zur Klassenarbeit)

Die Erörterung

Definition

Die Erörterung als Aufsatzform ist eine schriftliche Diskussion, in der verschiedene Standpunkte zu einem Sachverhalt oder ein er Problemstellung diskutiert und durch Argumente erhärtet oder widerlegt werden. Dabei können sowohl Sachfragen als auch Werturteile untersucht werden. Die Argumentation ist der wesentlichste Bestandteil der Erörterung. Argumente für und wider einen Standpunkt (These) werden sorgfältig gegeneinander abgewogen und zu einer abschließenden Beurteilung oder einer Entscheidung gebracht.
.... weiter geht es mit den beiden angegebenen Quellen:

Quelle 2
Quelle 2

Beispiel Todesstrafe

Erörterung: Todesstrafe, Pro oder Contra?

Textgebundene Erörterung:

Bei einer Textgebundenen Erörterung sollte folgendermaßen vorgegangen werden:

1. Den zu erörternden Text genau lesen.
2. Die Hauptthese herausschreiben (unbedingt in eigenen Worten!!)
3. Eine(n) Einleitung(ssatz) verfassen:
In dem (Zeitungsartikel) (Titel) von xy, der am x.y.xy in der xy erschienen ist, behauptet/fordert der Autor, dass (These einfügen) ...
4. Den Hauptteil schreiben, dabei erst einmal die Argumente zusammenfassen, die . Argumentationsstruktur herausarbeiten, dabei auch beschreiben, welche Kategorien von Argumenten verwendet wurden und ob sie als pro und contra im Block oder in Form einer fortlaufenden Antithetik dargestellt wurden;
BEI ALL DEM DIE TEXTBELEGE NICHT VERGESSEN!!!!!
Die sprachlichen Mittel untersuchen, also: rhetorische Fragen?, Metaphern?, Appelle, Fremdwörter, Sprachstil (viele Fremdwörter?) und die Wirkung dieser Mittel...
Damit überleiten zum Adressat, also an wen richtet sich der Text und was soll damit genau ausgedrückt werden (Intention)

Überleitung zum Schluss....
5. Text bewerten, ist es dem Autor gelungen, die Botschaft glaubhaft zu vermitteln?, alles begründen, abwägen, ob die These aus der Einleitung auch glaubhaft untermauert wurde....
6. Wenn gefordert, die eigene Meinung zum Thema formulieren....
Quelle:
Weiterführende Hilfen:


und hier ein Beispiel...

Textgebundene Erörterung (Beispiel)

In dem Zeitungsartikel „Voll im Trend gegen den Baum“ von Jörg Braun, der am 15./16. Januar 1994 im Südkurier Wochenendmagazin erschienen ist, stellt der Autor die Behauptung auf, dass insbesondere junge Fahrer zwischen 18 und 25 Jahren Verkehrsunfälle verursachen.

Jörg Braun stützt seine Behauptung anhand vieler Argumente. Er schreibt, dass überwiegend am Wochenende viele junge Menschen durch einen selbst verursachten Verkehrsunfall sterben. Dafür gibt es seiner Ansicht nach drei entscheidende Faktoren: junge Fahrer überschätzen ihre Fähigkeiten und riskieren zu viel, sie wollen sich ihren Mitfahrern gegenüber beweisen und angeben und haben außerdem noch nicht die nötige Erfahrung, wodurch sie im Notfall in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt sind.
Zur Risikogruppe gehören meistens junge Männer, etwa 1/3 von ihnen geht ein erhöhtes Risiko ein. Man kann sie in drei Typen unterteilen, den „Action-Typ“, der ständig in „Aktion“ ist, den „Fan-Typ“, der gerne in die Disco geht, und der „Kontra-Typ“, der alles schlecht macht und bevorzugt laute Musik hört.
Am Ende des Artikels schreibt der Autor, dass 2/3 aller betrunkenen Fahrer der Altersstufe zwischen 18 und 35 Jahren angehören.
Jörg Braun verwendet sowohl Fakten- als auch Autoritätsargumente. Seine Faktenargumente belegt er durch Statistiken, beispielsweise schreibt er, dass „im Jahr 1992 knapp 30000 alkoholisierte Unfallfahrer ermittelt wurden“, von denen „20000 unter 35 Jahren alt waren“. Darüber hinaus arbeitet er viele Beispiele in seinen Artikel mit ein. Zu Anfang des Textes beschreibt er eine „Standardsituation“, in der ein 19jähriger durch mangelnde Erfahrung und zu hohe Risikobereitschaft einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem er selbst umkommt.
Indem er Aussagen wie „Die Statistik Fachleute fanden noch mehr heraus“ in seinen Artikel einarbeitet, bezieht er sich auf Autoritäten, deren Meinungen zu einem bestimmten Thema allgemein anerkannt und damit gültig sind.
Herr Frenkels Argumentation ist einseitig, da er, um seine These zu stützen, nur Argumente für verursachte Verkehrsunfälle durch junge Fahrer anbringt.
Die Gedankenführung des Autors ist deduktiv; er verwendet zwar keine kausalen Satzverbindungen, man könnte diese jedoch nachträglich in den Artikel „einfügen“.
Durch verwendete Absätze und die vielseitigen Beispiele aus dem Alltag scheint der Artikel übersichtlich und leicht verständlich und verschiedene Satzanfänge stellen einen Zusammenhang zwischen den Argumenten her; der Artikel ist also kohärent.
Die Sprache und Ausdrucksweise des Verfassers ist sehr einfach und man findet einige Elemente der Jugendsprache vor, wie zum Beispiel „steht auf“, „was da aus den Boxen brummt“, „Teens und Twens“.
Daraus geht hervor, dass die Zielgruppe des Artikels die Jugendlichen sind, die der Autor über die Gefahren des Autofahrens durch Trunkenheit und wenig Erfahrung aufklären will. Er will mit seinem Zeitungsartikel erreichen, dass sie sich den Gefahren bewusst werden und einmal darüber nachdenken und dass es als Folge davon weniger Verkehrsunfälle verursacht durch junge Leute gibt.

Meiner Meinung nach ist es Jörg Braun gut gelungen, diese Botschaft herüberzubringen, denn sein Bezug zu seiner anfänglich aufgestellten These geht zu keinem Zeitpunkt verloren und seine verwendeten Statistiken und Beispiele sind aus dem Alltag gegriffen und dadurch leicht verständlich. Die Zahlen „schocken“ den Leser eventuell und die Zielgruppe, also die Jugendlichen, finden eventuell in einem der drei vorgestellten „Typen“ ein kleines bisschen von sich selbst wieder.
Einen Aspekt hat Jörg Braun meiner Meinung nach jedoch nicht genug beziehungsweise gar nicht genannt: die Folgen alkoholisierter, risikobereiter Fahrer für die anderen Verkehrsteilnehmer. Dieses Argument ist ebenfalls sehr wichtig, gerade weil es den jungen Fahrern klar macht, dass sie im Straßenverkehr nicht nur für sich selbst, sondern auch für die anderen Verkehrsteilnehmer verantwortlich sind.
Trotz dieser Tatsache hat mich der Artikel sowohl stilistisch, als auch inhaltlich, überzeugt.
Quelle:

 

Im Hauptteil der Textgebundenen Erörterung geht es um die inhaltliche Erfassung der Argumentationsstruktur. Darunter versteht man nicht die reine Wiedergabe des Inhalts, sondern eine logische Erörterung der Zusammenhänge zwischen zentralen Thesen (Behauptungen), stützenden Argumenten und dazugehörigen Beispielen.
Nebenbei kann das differenzieren der Argumentationsarten hilfreich für die Texterschließung sein, weil so direkte Schlüsse auf die Glaubwürdigkeit der Argumente gezogen werden können.

Einleitung:

Erfassung der Formalitäten & Eingrenzung des Themas
- Autor
- Titel
- Datum der Veröffentlichung
- Textsorte (z.B. Zeitungsartikel oder Essay)
- Einordnung des Themas (Worum handelt der vorliegende Text?)

Hauptteil:
Analyse der Argumentationsstruktur
- Thesen
- Argumente
   - Logisches Argument
   - Autoritätsargument
   - Faktenargument
   - Empirisches Argument
   - Hypothetisches Argument
- Beispiele

Analyse der Sprache
- Syntax (z.B. Hypo-/Parataxen)
- rhetorische Mittel (z.B. Metaphern)
- Wortrepertoire (z.B. Anglizismen)

Schluss:
Kritische Stellungnahme
Stimme Ich der Argumentation zu?
   - Was kann man der Argumentation hinzufügen?
   - Wo gibt es dennoch Differenzen?
   - Weshalb ist die Argumentation überzeugend?
Stimme Ich der Argumentation nicht zu?
   - Wo weist die Argumentation des Verfassers Schwächen auf?
   - Lassen sich bestimmte Argumente entkräften?
Eigene Position deutlich machen.
   - Neue Argumente finden um die eigene Position zu stützen.
   - Mögliche Lösungswege aufzeigen.
Quelle (dort auch Hilfen zu anderen Erörterungsformen)

Schule ohne Noten - Eine Erörterung mit Textunterstützung

Textmaterial:

Schule ohne Noten
Wusstet ihr, dass schwedische Schüler bis zur achten Klasse keine Noten bekommen? Im ersten Teil unserer Serie "Schule mal anders" erfahrt ihr mehr darüber…
Jedes Jahr das Gleiche: Gegen Ende des Schuljahres beginnen so einige deutsche Schüler zu zittern: Werden die Noten ausreichen, um in die nächste Klasse zu kommen? Wie viele Vieren sind es dieses Jahr geworden? Gibt es Ärger zu Hause wegen schlechter Noten? Schwedische Schüler kennen solche Sorgen nicht. Sie bekommen bis zur achten Klasse nämlich gar keine Noten. Überhaupt machen unsere skandinavischen Nachbarn in der Schule so einiges anders:

In Schweden gehen alle Schüler bis zur zehnten Klasse in dieselbe Schule. Danach können sie sich entscheiden, ob sie weitermachen und aufs Gymnasium gehen. Das machen aber die meisten: Neun von Zehn Schülern machen Abitur. Auch der Schulalltag ist in Schweden ganz anders als bei uns: An manchen Schulen entwirft jeder Schüler zu Beginn der Woche zusammen mit seinem Lehrer einen eigenen Lernplan. Da schreibt er rein, was er diese Woche lernen möchte und wie er es lernen will. Die Schüler können sich Wissen selbst erarbeiten, mit anderen in der Gruppe lernen oder sich von den Lehrern den Stoff erklären lassen. Was sie davon machen, können sie selbst entscheiden.

PISA zeigt: Noten sind nicht nötig
Noten bekommen die schwedischen Schüler dann aber keine. Erst in der achten Klasse wird für jeden Schüler ein Zeugnis geschrieben. Und das funktioniert? Ja, denn Schweden gehört mit zu den Besten bei den PISA-Tests. Komisch – man hört doch immer wieder, dass Schüler ohne Noten nicht lernen würden. Aber vielleicht ist es ja so, dass das Lernen endlich Spaß macht, wenn man nicht ständig Angst vor schlechten Noten haben muss.
Schwedische Schüler haben viel mehr Eigenverantwortung und sie wissen sie – wie PISA zeigt – auch zu nutzen.
Quelle: http://www.geo.de/GEOlino/mensch/55260.html 
 

Zur Ergänzung: Die Berliner Morgenpost hat über 200 Grundschülerinnen und Grundschüler befragt, was sie von Noten halten: http://www.morgenpost.de/schueler/article541163/Schule_ohne_Noten.html

Pro und Contra Todesstrafe
Umfassende Informationen rund um das Thema Todesstrafe

Beispiel einer freien Erörterung zum Thema "Rauchen"
Dieser Text zum Üben ohne und mit vertauschten Absätzen

Lineare und dialektische Problemerörterung

Zwei Themenbereiche:
Gleichberechtigung bei Jugendlichen



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