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Lyrik Dramatik
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Epochenübersicht (Zeit davor,
siehe die Übersichten oben!)
Aufklärung (1720 - 1785)
Das neue Weltbild
- Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten
Unmündigkeit. (Kant)
- Glaube an die Vernunft (z. T. durch naturwissenschaftliche Erfolge)
nach innerer Zerrissenheit des Barocks, Optimismus, Wiederkehr der
Humanität
- Kritik an kirchlichen Autoritäten
- Rationalismus, Pietismus und Empfindsamkeit
- strenge Forderung nach Einhaltung literarischer Regeln und Abgrenzung
literarischer Gattungen
- Kein heroischer Held, sondern durch Willen und Vernunft zur
Vollkommenheit strebender Mensch
- Aristotelische Einheit von Handlung, Ort und Zeit
Historischer Hintergrund
- erster (1740-42) und zweiter (1744-45) schlesischer Krieg
- Siebenjähriger Krieg (1756-63), Preußen wird Großmacht
- amerikanischer Unabhängigkeitskrieg (1775-83)
- Erfindung der Dampfmaschine durch James Watt (1765)
Literarische Formen
- Lehrgedicht, oft Naturbetrachtungen im Mittelpunkt, Fabel
- bürgerliches Trauerspiel
- Roman (aufklärerisch, empfindsam, moralisch), Verserzählungen
Vertreter
Sturm und Drang (1767 - 1785)
Allgemeines
- Gegenprogramm zur Aufklärung
- benannt nach dem Drama Sturm und Drang von Friedrich Maximilian
Klinger
- Johann Georg Hamann gab Anstoß zur Entwicklung dieses Gegenprogramms
Das neue Menschenbild
- Berufung auf Gefühle, Ahnungen, Bilder, Naturverbundenheit im
Gegensatz zur leichter verständlichen Aufklärung
- Shakespeare, Ossian und Klopstock als Vorbilder
- Originalität und Genialität als Kriterien für echte Dichtung
(»Genieperiode«)
- Auflehnung gegen den Absolutismus, Tyrannenhass
- Anprangerung der Standesgrenzen (-> Gretchentragödie)
Historischer Hintergrund
- Absolutismus, Soldatenhandel unter Herzog Karl Eugen
Literarische Formen
- Drama als literarische Hauptform (bevorzugte Ausdrucksweise im Sturm
und Drang)
- neue Form der Lyrik (Erlebnisdichtung, Gefühle, Ahnungen)
- Roman, Neuentdeckung der Ballade (z.B. Bürger)
- Volkslied, volkstümliches Lied
Themen
- politische und menschliche Freiheit
- der einzelne und die Gesellschaft
- Standesschranken und wahre Liebe
Vertreter
- Schiller: Kabale und Liebe
Klassik (1786-1805)
Der Begriff
- benannt nach »scriptor classicus«, ein Schriftsteller ersten Ranges
- Epoche kultureller Höchstleistungen eines Volkes
- die »Weimarer Klassik« = zweite klassische Epoche nach der weniger
bekannten mittelhochdeutschen Klassik um 1200
- Anknüpfen an die Kunstauffassung der Renaissance, Neuhumanismus
- stand in Verbindung mit der Klassik der Antike (apollinisches
Griechenbild)
Das Weltbild
- Natur und Welt = geordneter Organismus, frei von Willkür und Gewalt
- höchste Bestimmung des Menschen: harmonische Entfaltung seiner Kräfte
- Geistiges = Ursprung, Gegenwart und Sinn des Seienden
- Humanitätsidee und Toleranzgedanke aus Aufklärung übernommen ->
Vollendetes Menschentum
Historischer Hintergrund
- Französische Revolution (1789)
- Koalitionskriege, Annexionen Napoléon Bonapartes, Befreiungskriege
(1813-15)
Vertreter
Romantik (1795 - 1835)
Allgemeines
- Bezeichnung abgeleitet von »Romanze« und »Roman«
- von England ausgehende geistliche Strömung, gegen Aufklärung gerichtet
- Sehnsucht nach Vereinigung von Natur und Geist
- blaue Blume als Symbol für romantische Poesie
- phantasievoll, schwärmerisch; wilde, malerische Landschaft
- Letzte Stufe des Idealismus nach SUD und Klassik
- Kunst = Verbindung von Gegensätzen
- Vermischung Realität und Fantasie
Zwischen Klassik und Romantik (-> Kleist)
- Nichteinhalten weder des klassischen noch des romantischen Programms
einiger Dichter, Entwicklung ganz persönlicher Eigenheiten, demnach keine
Einordnung
Ältere oder Frühromantik
- Ideale wie die »Universalpoesie«, Vermischung aller Gattungen
(Schlegel)
- Entgrenzung, Romantisierung nach Novalis
- Durch Nichterreichen dieser Ideale Entstehung des offenen Fragments
und der romantischen Ironie
Jüngere, Hoch- oder Spätromantik
- Führungsübernahme einer etwas jüngeren Generation um 1805 in
Heidelberg
- Verzicht auf philosophische Spekulationen und theoretische
Überlegungen
- Sammlung von Märchen, Sagen und Volksbüchern
- Patriotismus durch Napoleonische Fremdherrschaft
Vertreter
- Hoffmann: Der Sandmann
- Brentano: Spinnerin Nachtlied
- Zwischen Klassik und Romantik: Kleist: Marquise von O...
Vormärz (1830 - 1850)
Das Junge Deutschland
- Gruppe von Schriftstellern nach 1830 (hauptsächlich Heinrich Heine,
Karl Gutzkow, Heinrich Laube, Ludolf Wienbarg und Theodor Mundt)
- forderten politisches Engagement der Literatur, freie Meinungsäußerung
- Literatur als Träger weltverändernder Gedanken und rationalistischer
Kritik
- statt Äußerlichkeiten das politische Einwirken auf den Menschen
- 1835 Verbot der jungdeutschen Schriften
Der Vormärz
- revolutionäre, politisch engagierte Literatur, gegen den Absolutismus
gerichtet, bis zum März 1848 (Märzrevolution) zunehmende Radikalität
- Ablehnung Absolutismus, orthodoxe Kirche, Klassischer- und
Romantischer Idealismus
- Fordern Presse- und Meinungsfreiheit, Sozialismus, Frauenemanzipation,
freie Liebe
Literarische Formen
- journalistische Prosa
- politische Lyrik
- Roman des »Nebeneinanders« - viele Nebeneinander verlaufende
Handlungen
Vertreter
Realismus (1850 - 1890)
Grundlagen
- objektive Betrachtung, sachgenaue Darstellung der Wirklichkeit,
Positivismus
- Charles Darwins Abstammungstheorien und die marxistische
Geschichtsauffassung als weitere Grundlage
- alleinige Beteiligung des wohlhabenden Bürgertums am Realismus
- wenig auf politische Veränderungen bedacht, mehr auf unveränderbare
Unzulänglichkeiten des allgemein Menschlichen
Historischer Hintergrund
- Märzrevolution (1848), Sturz Metternichs, Ära Bismarck
- Deutsch-Französischer Krieg (1870-71), Abtritt Elsass-Lothringens an
Deutschland
- Gründung des Deutschen Reiches (1871), Gründerzeit (1871-73)
- Industrielle Revolution, starke Verarmung des Proletariats durch
uneingeschränkten Kapitalismus
Literarische Formen
- häufiges Vorkommen des Romans und der Novelle
Vertreter
Naturalismus (1880 - 1900)
Das Programm
- möglichst getreue Wiedergabe der Natur, geprägt durch exakte
Beschreibungen
- Die Naturwissenschaften als Grundlage aufgrund naturwissenschaftlicher
Erfolge, Verdrängung des Metaphysischen (»Kunst = Natur - x«, Arno Holz)
- Hang zum »Modernen« (beschrieben in den Kritischen Waffengängen
(Hart))
- Gesellschaftskritik, Aufruf zu Humanität und Toleranz, Interesse am
Sozialismus, aber mehr aus Solidarität mit dem Proletariat und den
verbotenen Parteien
Historischer Hintergrund
- große Fortschritte in der Wissenschaft, u.a. Erfindung der
Schallplatte (1887), der Dampfturbine (1884) und des Dieselmotors (1893)
- Bismarcks Sozialistengesetz (1878) und Sozialgesetzgebung (1883-89)
Literarische Formen
- experimentelle Prosa, geprägt durch Dialekt und Alltagssprache, exakte
Erfassung von Mienenspiel und feinsten Bewegungen, Zeitdeckung,
Sekundenstil
- ausführliche Regieanweisungen über Pausen, Sprechtempo, Lautstärke
beim Drama
- Revolution der Lyrik (Holz), äußerlich Zentrierung der Verse auf eine
gedachte Mittelachse, mitunter satirisch, grotesk
Vertreter
- Hauptmann: Vor Sonnenaufgang
Quelle |
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| Kurzfassung
Aufklärung (1720-1785)
- Johann Christoph Gottsched (1700-1766): Gedichte;
- Johann Jakob Bodmer (1698-1783): „Critische Abhandlung von dem Wunderbaren
in der Poesie“ (1740);
- Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781): „Emilia Galotti“(1772), „Nathan der
Weise“ (1779);
Sturm und Drang (1767-1785)
- Gottfried August Bürger (1747-1794): „Lenore“;
- Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832): „Urfaust“ (beg. 1772), „Die Leiden
des jungen Werthers“ (1774);
- Friedrich Schiller (1759-1805): „Die Räuber“ (1781), „Kabale und Liebe“
(1784);
Klassik (1786-1805)
- Johann Wolfgang (von) Goethe (1749-1832): „Faust 1“ (1808), „Faust II“
(1831/32);
- Friedrich Schiller (1759-1805): „Maria Stuart“ (1800), „Die Jungfrau von
Orleans“ (1801);
- Friedrich Hölderlin (1770-1843): „Hyperion“ (1797/99);
Romantik (1795-1835)
- Joseph von Eichendorff (1788-1857): „Aus dem Leben eines Taugenichts“
(1826);
- E.T.A. (Ernst Theodor Amadeus) Hoffmann (1776-1822): „Der Sandmann“;
- Heinrich von Kleist (1777-1811): „Der zerbrochene Krug“ (1811);
Biedermeier (1815-1848)
- Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848): „Die Judenbuche“ (1842);
- Eduard Mörike (1804-1875): „Maler Nolten“ (1832), „Mozart auf der Reise
nach Prag“ (1856);
- Adalbert Stifter (1805-1868): „Bunte Steine (1853), „Der Nachsommer“
(1857);
Vormärz - Das junge Deutschland (1830-1851)
- Georg Büchner (1813-1837): „Woyzeck“;
- Christian Dietrich Grabbe (1801-1836): „Die Hohenstaufen“ (1829/30),
„Napoleon oder Die hundert Tage“ (1831);
- Heinrich Heine (1797-1856): „Buch der Lieder“ (1827), „Deutschland. Ein
Wintermärchen“ (1844);
Realismus (1850-1890)
- Theodor Fontane (1819-1898): „Vor dem Sturm“ (1878), „Effi Briest“
(1894/95);
- Friedrich Hebbel (1813-1863): „Maria Magdalene“ (1844), „Die Nibelungen“
(1861);
- Theodor Storm (1817-1888): „Der Schimmelreiter“ (1888);
Naturalismus (1880-1901)
- Gerhart Hauptmann (1862-1946): „Vor Sonnenaufgang“ (1889);
- Arno Holz (1863-1929) mit Johannes Schlaf (1862-1941): „Phantasus“ (1898),
„Papa Hamlet“ (1889);
Gegenposition zum Naturalismus (1890-1920)
- Frank Wedekind (1864-l918): „Frühlingserwachen“ (1890/91);
- Rainer Maria Rilke (1875-1926): „Das Buch der Bilder“ (1902), „Sonette an
Orpheus“ (1923);
- Hermann Hesse (1877-1962): „Unterm Rad“ (1906);
Expressionismus (1910-1925)
- Alfred Döblin (1878-1957): „Berlin Alexanderplatz“ (1929);
- Franz Kafka (1883-l924): „Das Urteil“ (1912), „Die Verwandlung“ (1915),
„In der Strafkolonie“ (1919), „Der Prozess“;
- Georg Trakl (1887-1914): Gedichte (1913);
Die literarische Entwicklung zwischen 1918 und 1945
- Thomas Mann (1875-1955): „Der Tod in Venedig“ (1912), „Joseph“
(1933-1943), „Doktor Faustus“ (1947);
- Hermann Hesse (1877-1962): „Siddharta“ (1922), „Der Steppenwolf“ (1927),
„Das Glasperlenspiel“ (1943);
- Stefan Zweig (1881-1942): „Die Welt von gestern“ (1943);
- Bertolt Brecht (1898-1956): „Dreigroschenoper“ (1928), „Der gute Mensch
von Sezuan“ (1943);
Quelle
|
| Weitere Links zu den Epochen der
deutschen Literatur
Vom Barock bis zur
Gegenwart (sehr ausführlich, schwierigere Erläuterungen)
Diese Materialien
stellen eine Sammlung von Kurzdarstellungen zu Epochen der deutschen
Literatur dar. Sie richten sich v.a. an Schülerinnen und Schüler, die
sich auf die Schnelle über Grundmerkmale und Tendenzen literarischer
Strömungen informieren wollen.
Epochen-Übersicht
mit den wichtigsten Autoren
Zu Beginn des
Jahres 2008 beschäftigt sich eine Reihe von Radiosendungen des HR mit der
deutschen Literaturgeschichte von der Romantik bis zur Literatur nach 1945.
Diese Sendungen, unter dem Titel: "Wer schreibt denn so was ? - ...", stehen
im entsprechenden Lernarchiv des Bildungsservers als MP3-Dateien zum
Download bereit.
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| Epik
[griechisch, zu Epos] die, erzählende Dichtung,
epische Dichtung, neben Lyrik und Dramatik eine der drei
literarischen Grundgattungen. In der Epik werden als vergangen angenommene
Geschehnisse vergegenwärtigt, als Erzählzeit wird daher vorwiegend das
epische Präteritum verwendet, seltener das historische Präsens. Der Epiker
ist nicht durch Grenzen von Raum und Zeit eingeengt wie der Dramatiker; er
kann zeitdehnend, zeitraffend oder zeitdeckend erzählen, sich der Technik
der Rückblende bedienen oder durch Vorausdeutung künftige Ereignisse
vorwegnehmen. Die verschiedenen epischen
Erzählweisen treten meist vermischt auf; Basis aller Epik ist der mehr oder
minder zeitraffende Bericht. Zeitdehnend wirken Beschreibung und Erörterung.
Annähernd zeitdeckend ist die epische Szene, zu der neben dem Gespräch in
direkter Rede auch indirekte Redeformen, erlebte Rede und innerer Monolog
gehören. Die Epik kann nach verschiedenen Gesichtspunkten untergliedert
werden, z. B. in
einfache Formen (Legende, Sage, Märchen) und Kunstformen verschiedenster
Gattungen, in Versepik und Erzählprosa sowie in Großepik oder Langepik und
Kleinepik oder Kurzepik. Zur Großepik zählen
Epos,
Saga und der [Roman]; zur Kurzepik
gehören
Novelle,
Erzählung (im engeren Sinn), [Kurzgeschichte],
[Anekdote],
Fabel,
Parabel, die episch-lyrischen Mischformen wie
Idylle,
Romanze,
Ballade und allgemein die
Verserzählung. (Meyer's Universallexikon - dort noch weit umfassendere
Informationen:
) |
Vertiefungen auf Studiumsniveau (allemal zum Nachschlagen sehr gut) Hier z.
B. die Formen der Epik: |
Schwank
Legende
Parabel
Fabel
Märchen
Sage
Anekdote
Kalendergeschichte
Kurzgeschichte
Novelle
Epos
Roman |
| |
| |
Dramatik die, Literatur:
dritte literarische Gattung neben Epik und Lyrik; Sammelbezeichnung für
dramatische Werke (Drama). Das Drama hat zwei wesentliche Traditionen: seine
literarische (Entstehung und Form als Text) und seine theatrale
(Inszenierungen eines Dramas). Drama [griechisch »Handlung«]
das, Theater: literarische Großform, die auf eine szenische
Realisierung im Theater hin angelegt ist. Die Handlung wird auf der Bühne
durch unterschiedliche Figuren dargestellt. Die Ausrichtung auf das Theater
bedeutet, dass das Drama nicht auf den individuellen Leser zielt (Ausnahme:
Lese-Drama), sondern auf ein Theaterpublikum. In jüngerer Zeit hat sich für
den Begriff Drama der des »Theatertextes« eingebürgert. Idealtypisch besteht
das Drama aus Rede und Gegenrede (Dialog), Schauspieler und Rolle
verschmelzen zu einer Einheit und das Publikum wird nicht angesprochen.
Diese Definition wird allerdings häufig durch epische Einschübe wie
Erzählerfiguren und Chöre sowie die direkte Anrede des Publikums (ad
spectatores) unterlaufen. (Meyer's Universallexikon:
)
Tragödie
Komödie
Satyrspiel
Passions- und Osterspiele
Commedia dell’arte
Shakespeare-Theater
Bürgerliches Trauerspiel
Historisches Drama
Revolutionsdrama
Lyrisches Drama
Naturalistisches Drama
Illusionstheater
Episches Theater
Dokumentartheater
Parabeltheater
Lesedrama
Einakter
Offenes und geschlossenes Drama |
Dramatik
auf Studiumsniveau (wie oben) |
Lyrik ist neben Epik und
Dramatik die dritte literarische Hauptgattung. Sie ist gekennzeichnet durch
Verse in metrisch-rhythmischer Sprache, häufig, aber nicht zwingend den Reim
und den Einsatz von rhetorischen Figuren. Die Lyrik zeigt großen
Formenreichtum: Elegie, Gedicht, Hymne, Lied, Ode, Sonett u. a. Eine
Sonderform ist die Ballade (mit lyrischen, epischen und dramatischen
Elementen).(Meyer's Universallexikon - dort noch weit umfassendere
Informationen:
) |
Gattungen
und Textstrukturen (wie oben)
|