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nach den Ferien (oder früher) durchlesen:
Anne Frank (1929-1945)
Geschrieben von André Krajewski
Ein kurzes, tragisches Leben wird zur Weltliteratur
Wer kennt es nicht, das Tagebuch der Anne Frank? Wer hat nicht voller
Ergriffenheit, Trauer und Wut Anteil genommen an ihrem Schicksal, an ihrer
ersten Liebe, an ihrem frühen und sinnlosen Tod? Ihre Niederschrift
dokumentiert auf einzigartige Weise das jenseits aller Vorstellungskraft
liegende Leid, welches die Nationalsozialisten über die Juden gebracht
haben. Dieses Selbstzeugnis ist neben den Tagebüchern Victor Klemperers das
wichtigste Zeitdokument, das wir aus dieser Zeit kennen. Es ist ein
erschütterndes Symbol für den
Genozid (Völkermord) an den Juden in Deutschland.
Anne Frank - Ihr Leben
Geboren wird Anne (Annelies Marie) Frank am 12. Juni 1929 in Frankfurt am
Main als zweites Kind der jüdischen Eheleute Edith Frank-Holländer und Otto
Frank. Ihnen war bereits 1926 die Tochter Margot geboren worden. Bis zum
Jahr 1933 lebt sie dort ein normales Leben, was sich nach der Machtübernahme
der Nazis aber ändern soll. Da ihres Bleibens in Deutschland nicht mehr
länger sein kann, flüchtet die Familie aus Deutschland. Der Vater geht,
wenige Monate später gefolgt von seiner Ehefrau, als erster in die
Niederlande. Anne und Ihre Schwester Margot bleiben zunächst bei der
Großmutter in Aachen. In den neutralen Niederlanden, genauer in Amsterdam,
finden sie Zuflucht. Bis zu Ihrem elften Lebensjahr wächst sie dort sicher
und unbeschwert auf. Ab dem Jahre 1940 brechen schwere Zeiten für die
Familie Frank an. Diese beginnen mit dem Angriff der Wehrmacht auf die
Niederlande am 10. Mai 1940. Durch die zahlreichen Gesetze wird das
Leben für die jüdischen Bürgerinnen und Bürger zunehmend erschwert. Am 6.
Juli versteckt sich die Familie Frank in einem Hinterhaus in Amsterdam.
Durch die Besetzung war es ihnen unmöglich geworden, das Land zu verlassen.
Das Haus liegt an der Prinsengracht 263, dem Geschäftshaus, in welchem Annes
Vater arbeitet. Außer der Familie Frank verstecken sich noch vier weitere
Personen in diesem Haus. Dabei handelt es sich um Hermann van Pels, Auguste
van Pels und Peter van Pels, die im Tagebuch den Nachnamen van Daan tragen.
Auguste van Pels bekommt den Vornamen Petronella. Dazu kommt ferner Fritz
Pfeffer, der im Tagebuch Albert Dussel heißt. Getarnt wird die Eingangstür
zur Wohnung durch ein drehbares Bücherregal. Anne beginnt mit intensiven
Aufzeichnungen, die sowohl das Leben in diesem Versteck wiedergeben, als
auch tagespolitische Ereignisse. Im Mai 1944 beginnt sie mit der Reinschrift
ihres Tagebuches, um es nach Ende des Krieges veröffentlichen zu können. Das
"Tagebuch der Anne Frank" endet mit dem letzten Eintrag am 1. August 1944.
Am 4. August hält am frühen Vormittag ein Fahrzeug mit SS-Oberscharführer
Silberhauer und drei Helfern der "Grünen Polizei" vor dem Haus. Alle acht
Versteckten werden verhaftet, auch die beiden Helfer Viktor Kugler und
Johannes Kleimann. Die jüdischen Gefangenen kommen in die
Konzentrationslager im Osten. Am 3. September werden sie nach Auschwitz
deportiert. Anne und ihre Schwester Margot kommen schließlich nach
Bergen-Belsen. Dort stirbt Anne Frank Ende Februar / Anfang März 1945,
wenige Wochen vor der Befreiung des KZ, an Typhus. Ihr Todestag ist
unbekannt.
Das Tagebuch der Anne Frank
Anne Franks Aufzeichnungen werden im Hinterhaus durch Mitarbeiter der dort
ansässigen Firma gefunden. Otto Frank, Annes Vater der als einziger die
Deportation überlebt hat, publiziert sie im Jahre 1947. Anne schildert hier
sowohl das Leben im Versteck, als auch tagesaktuelle Ereignisse. "Kitty"
wird für sie eine Art Freundin, der sie offen auch sehr private Dinge
erzählt. Ihre heimliche Liebe zu Peter van Pels gehört vielleicht zu den
bewegendsten Abschnitten des Buches. Auch die Beziehung zu den Eltern wird
thematisiert. Ihr Vater wird für sie zu einer großen Stütze im Alltag, der
aufgrund der Enge des Hauses und der Vielzahl der Personen nicht
konfliktfrei verläuft. Ihr Verhältnis zu den übrigen Erwachsenen ist
schwierig. So glaubt Anne, von allen bevormundet zu werden. Wie
unterschiedlich die Beziehungen zu den Eltern sind und wie differenziert und
negativ sie das Verhältnis zur Mutter sieht, zeigt der Eintrag vom 3.
Oktober 1942. […] Gestern gab es wieder einen Zusammenstoß, und Mutter hat
sich schrecklich aufgespielt. Sie hat Papa all meine Sünden erzählt und
heftig angefangen zu weinen. Ich natürlich auch, und ich hatte sowieso schon
schreckliche Kopfschmerzen. Ich habe Papi endlich gesagt, daß ich "ihn" viel
lieber habe als Mutter. Daraufhin hat er gesagt, daß das schon wieder
vorbeigehen würde, aber das glaube ich nicht. Mutter kann ich nun mal nicht
ausstehen, und ich muß mich mit Gewalt zwingen, sie nicht anzuschnauzen und
ruhig zu bleiben. Ich könnte ihr glatt ins Gesicht schlagen. Ich weiß nicht,
wie es kommt, daß ich eine so schreckliche Abneigung gegen sie habe. […] Ich
kann mir auch gut vorstellen, daß Mutter mal stirbt. Aber wenn Papa stirbt,
das könnte ich, glaube ich, nicht aushalten. […] 1
Auch die äußeren Lebensumstände sind schwierig. Das Essen wird zunehmend
schlechter, sogar Mahlzeiten müssen eingespart werden. Die Tagesabläufe
werden zur Routine. Alles das geht zu Lasten der Stimmung im Hause. Dazu
kommen auch Zustände der Angst. Alle Bewohner müssen sich so verhalten, dass
sie für Nachbarn und Arbeiter des Betriebes unsichtbar bleiben. Lärm
verursachende Tätigkeiten dürfen nur zu bestimmten Tageszeiten vorgenommen
werden. Das Donnern von Kanonen und Bomben verursacht zusätzlich
Angstzustände. Unter diesen schwierigen Lebensumständen schafft Anne Frank
in jugendlichem Alter ein Zeitzeugnis, das seines Gleichen sucht.
Nachwort
Das Tagebuch der Anne Frank war lange Zeit nicht unumstritten. So wurde
nicht selten an der Echtheit des Dokuments gezweifelt. Erst im Jahre 2001
erschien eine vollständige Ausgabe mit Teilen des Originalmanuskripts, die
der Vater, Otto Frank, aus Diskretion zurückgehalten hatte. Hierbei handelte
es sich um Details aus Annes Intimsphäre und um Schilderungen, die den
Charakter von Annes Mutter betreffen. Die publizierenden Verlage nahmen vor
der Veröffentlichung grammatikalische und stilistische Veränderungen am
Manuskript vor. Somit erschien der Text in einer Weise verfremdet, dass dem
Leser Zweifel an der Authentizität kommen mussten, da er reifer erschien,
als von einem Mädchen in diesem Alter zu erwarten ist. Die zahlreichen
Übersetzungen taten ein Übriges. Trotz allem ist und bleibt das Tagebuch der
Anne Frank ein Werk von nahezu einzigartiger Relevanz. Ein junges Mädchen
hatte ein Zeitzeugnis geschaffen, mit dem sich heute nur noch die Tagebücher
des Viktor Klemperer vergleichen können.
Quelle - hier findet ihr auch sehr gute Hintergrundinformationen über die
Zeit von der Weimarer Republik bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges!
Die Verknüpfung des Schicksals von Anne mit dem historischen Hintergrund
gelingt hier überzeugend:
Bitte
beschäftigt euch auch damit!
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Daraus haben sich folgende
Referate ergeben:
Die Situation der Juden in Deutschland bei der "Ausreise" der Franks und
die Situation der Juden in den Niederlanden 1942-1944: Maike Börner
Konzentrationslager: Andreas Neusüß, Max Pitsch, Daniel Koch,
Marvin Mengel

Kriegsverlauf (Schwerpunkt Niederlande 1942-1944): Max Zimmermann,
Henry Stahlberg
Habe ich denn hier kein Foto gemacht?
Schicksale der Untergetauchten nach dem Verrat: Kristin Oertel,
Vanessa Grübner, Lea Homburg

Miep Gries und andere HelferInnen: Linda Karges
Miep Gies
wird 100!

Die verschiedenen Fassungen des Tagebuchs und was dahinter steckt:
Bianca Rösing, Lisa und Laura Waduschat, Lea Hüther

Tagebucheinträge als szenisches Spiel: Dominik Hoffesommer, Tina
Zimmermann, Kristin Friederich, Pascal Keller
Die Beziehung zwischen Anne und Peter stößt nicht überall auf
Verständnis...

Anne, Peter, Herr und Frau Frank, das Ehepaar van Daan - Ein
Beziehungsproblem in

5 Szenen - großer Applaus für die Darstellerinnen und Darsteller!

Anne im Spiegel der Zeitgenossen: Chantale Zinngrebe, Sylvana Kestner

Anne Frank als Schriftstellerin: Tina Zimmermann
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